Indiana Tribüne, Volume 4, Number 417, Indianapolis, Marion County, 9 August 1882 — Page 2
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o, ,! 1 1? Hit7 ! vw. I Fäg'ichc nd Ss??ntsJ5LU5gaLe Office:. 2S. DcZttivarctr. fEatcid a3 sccoruT-clr.sa matter at tlie fo:tos5cc r.t Indianapolis, inii.ana. . . I TSCrr'c-'..'15rciTc cnnvk.,c.....- pciH . TäM.?uSe 12 Cts. deroche. Sonnwzsanözade ö Cts. per?.l:mm?r. Seide zsümmen 15 Ct.'. verkoche. C3T Da? TagdZatt fijctnt jeten Naä,mu. !ag uck. 2)H Ubr. Ttt LnnLScusga erschein, des Morgens. 1 ' Tr;fcim8publisllili0 Company. Jndiar ZpoliS, Ind., 9. Äugust 1882. Euglsnd und Frankreich. Mit Bezug auf die französische Kabi. net Krisis er'ählt das französische Blatt .Le Paris" folgende lakonischc Geschichte: EinEngländer, welcher von Portsrnouth.aus nachDst'mdien reist, hat zunächstdie Straße von Gibraltar zu Pas Nren. Er kommt dort tn eine enge Sftnfiernrslfce. ni&t von Koben, steilen Ufern beherrscht wird. Zur linken Hand ragt e:n gewaltiger Fels empor, den Kunst und. Natur zu einer Festung ge macht haben, die nicht ihres Gleichen hat. Die Nation, welcher , diese Festunq ge hört, beherrscht alle am Mittelmeer woh nenden Völker.. Gibraltar gehört den Engländern. Unser Reisender setzt feine Fahrt in östlicher Richtung fort. Plötzlich bcsindet er sich vor einer anderen natürlichen Festung. , Bis zum höchsten Gipsel der Berge .hinauf ziehen sich stark armirte Schanzen. Die in dem Hafen lieacnde Flotte beherrscht das Mccr. Malta gehört den Engländern. Der Reisende kommt wcttcr nach dem Osten, in türkische Gewässer. Die dortigen Inselbewohner tragen den Fez. Hohe Felseninseln ragen aus dem Meere empor. Es sind wahre P'.ratenncster, und defesiiat würden sie mit Gibraltar und Malta auf gleiche Stufe zu stellen sein. Eypern gehört den Engländern, Das Schiff unseres Reisenden schlägt einen südlichen Cours ein.. ES geht an der Mündung des Suez-Canals vor An ker. Dieser Canal ist ein französisches Werk, gebaut von französischen Aktiv nären. Der Canal ist neutral und wird neutral bleiben. Aber falls England auf dem Lande festen Fuß fassen könnte, es würde es hier mit jeder feindlichen Flotte aufnehmen können. Der Reisende hat hier an der Mündung deZ Suez-CanalS einen kurzen Aufenthalt. An Bord des Schisfes kommt eine Depesche an : die-
selbe lautet : Monsieur de Freycinct sei unter dem dortigen Raub, Mord und hat Port Said an die Engländer weg andere unnennbare Schandthaten begegeben." gehenden Gesindel recht heimisch fühlen.
Und das bat er aetban. ohne lii wis sen, was er that. Aber die Engländer werden in dem Besitze Port Said'S blei rr c . v . . . oen. Cngiano wuree Niemals von Aeavvten oder dem Suez-Canal Besitz ergriffen haben, falls ihm nicht Mcnsieur de ffreycinet jedes Sindernik aus dem Wege geräumt hätte. Das französische cm' Pi rr c , I AllNi uerium eriauvle unqiano, Aicxan dria zu bombar2)iren. Das französische mn i i t. cr 2clNisieriumgellalleie oec englischen e gierung, Admiral Hoskins zum Gcuver neur oes isuez Kanals zu ernennen. Das französische 'Ministerium erlaubte der Königin Victoria, den am Leben be drohten Khediven unter ihre Fittiche zu , T . . . . . ' y I nehmen. In der That, Englar) würde sehr dumm oder sehr großmüthig gchan delt baben. falls cS sich die aünstiaen Umstände nicht zu Nutzen gemacht hätte, Und es bat sich dieselben zu Nutzen ne macht." -; . ffrau Llncow's Ehrgeiz. Jugendfreundinnen der verstorbenen Frau Lincoln, namentlich Zsrau Preston, die Tochter Gouverneur Wicklifse's von Kentucky, welche mit der nachmaligen Gattin Abraham. Lincoln's, geborene Todd, in Lexington,Ky., aufwuchs, wissen von dem jugendlichen Ehrgeiz jener allerlei Geschichten zu erzählen. Nach diesen Mittheilungen erklärte sie schon als ein ganz junges Mädchen, als sie im l Begriff stand, Lexlngton zu verlaffen und sich zu ihrer alteren Schwester, Frau owaros, :n zpringpelo, Jus., zu oe geben, ihr Gatte werde Präsident der Ver. Staaten werden. Jn Springsield machten ihr Stephcn A. Douglas und Abraham Lincoln den Hos, bis schließlich der letztere acceptirt wurde. Gleich nach ihrer Verlobung schrieb sie an ihre gcnannten Freundin in Lexington einen amüsanten Brief, in welchem sie das durchaus nicht sehr gefällige Aeußere und die Schwerfälligkeit ihres Bräutigams in sehr humoristischer Weise schilderte. Der Schluß dieser Schilderung lautete: .Aber es ist. gleichwohl meine Ansicht, ihn zum Präsidenten der Ver. Staaten zu machen, undDu wirst sehen, daß, wie ich immer behauptete, ich noch einstmals die Gattin des Präsidenten scin?wcrde." Dieser Brief gcrieth bei der Ordnung der Papiere Gouverneur Wickliffc's dem Schwiegersohne dcs letzteren, - General Preston, in die Hände und war von dem Governeur' mit' folgenden Worten be zeichnet: .Der mcrkwürdigfiz.' Brief, welcher jemals von ' einem Mädchen an einZanderes geschrieben wurde." Frau Lincoln war es auch, welche die Verheirathung -'ihres Sohnes Robert, deS jetzigen. Krieg'i'sekretärs, mit Mary Harlan, der Tochter des Bundcsscnatorö Harlan ausJowa, zu Wege brachte. Als sie ihre nachmalige Schwiegertochter zürn ersten Male gesehen hatte, ausarte sle : .Ich wünsche, daß Robert gerade solch' ein Mädchen heirathe." Bald wurde sie mit Mary Harlan näher bekannt, und nicht lange danach, im Fcühjabr 180.), traf diese auf einem Balle in Wastzington mit Robert Lincoln zusammen. Ziese Begegnung hatte ihre Verlobung
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KJ " ' O ' ' " ' 1 O -"- erst im September lßCS statt. Zur geie: bericibenbcgaö sich Frau Lincoln s rr . t fW fc. na zair.inaion. aas ein.uqc :ucai ook sie nach ihrem Fortgange aus dem Wcitun Öause die Aunocshauptztadt be suchte. Die Gattin des jetzigen KriegsMinisters war immer der Liebling Frau Lincoln's, und auch Abraham Lincoln V " L L.i. C 0 1 Ä IJ AM 7S M suuu ucua UN. u cn bschen, lungcn wavqtn. jucan behauptete scherzweise sogar, er habe be stchjigt, Senator Harlan zum CabinetSniitgliede zu machen, um aus diese Weise die Verheirathung der Tochter desselben mit seinem Sohne anzubahnen. . . . Ä . . , . V . n Cm. A t O n ? a cy en oes symij ?g Krantz in New Jork, welcher angeklagt war, Bi verlauft zu yaven, ohne im Öcf.fce einer Licenz zu sein, hat die Jury nach einer Berathung von kaum fünf Minuten erkannt, qanlbter wel ches der Angeklagte ausschließlich ver 1 r " m- r: Z2pst halle, sei rein Vier IM Vinne des Gesetzes und sein Verkauf setze den Besitz einer Licenz nicht voraus. Schankbier ist leichtes Bier, welches unmittelbar nach inner Herslellung, resp. Rdluh!: geneßin wird. W!cd.?uSbruch der Iudcnhchc. ben die Lorbeeren 7er russischen Bauern MJ r. em Dr. Henrici und Consorten rau und des städtischen Gesindels Rußland's den Schlaf. Der schlimme Stänker kann es nicht mehr aushalten, er muß wieder einmal eine Judenhetze insccniren.' Die Rede, mit welcher er um die Mitte Juli die neue Judenhetze eingeleitet hat, ist der Art, dak man nicht weltz, 00 man darüber lachen oder weinen soll. Sie ist ein Sammelsurium von Gemeinheiten und Niederträbtigkeiten, und man sollte es in der That nicht sür möglich halten, daß im letzten Viertel deS neun zehnten Jahrhunderts ein Mann, und noch dazu ein Doctor der Philosophie, in der Hauptstadt Preußen's undDeutschland'S derartiges Zeug schwatzen darf. .Wie ein Armin unseren Altvordern den heiligen Krieg gegen fremde Eindring linge gepredigt, so müssen auch wir jetzt zum deutschen Schwerte greisen gegen die Juden sagte er in der erwähnten Rede, die er unter lautem Beifall vor einer Massenversammlung zu Bexlin hielt. Ueber den internationalen AntisemitenCongreß zu Dresden und die bekannte TiSzaEßlar.Affaire sprechend, sagte er unter Anderem, Rußland habe jetzt den Ansang gemacht; die Ausge beuteten dort seien die ersten gewesen, welche energisch Front machten gegen die goldene oder blutige Internationale" und deren Endzweck, alle Völker wtrth Zchastlich zu schächten. Man muß sich in der That wundern, daß dieser .Doctor nicht nach Rußland auswandert. Er wurde sich ohne Zwei Er freut sich über die .universelle" antl semitische Bewegung, an der sich sogar Amerika betheiligt, indem es die russi CX.M f " X 1 1 ....! jrTi..V!-i iztuu,)ltttlgr zuluuipevlli. Er suchte besonders aus der Tisza EßlarAsfaire Capital zu Klagen und sagte unter Anderem : Menü Herren, wir sind keine Fanatiker, bewahren wir ..!... 0 CTW..I i.'lts C!o o C. fc ! llligr Otlli myi vl uns erz um an, was unter oen Juyorern anen un geheuren Tumult hervorrief. Er suhr dann fort: '.Sagen wir Alle: mein Gewissen verbietet mir, vor einem jüdl schcn Richter zu erscheinen, bis der Tisza Eßlarcr Fall ausgeklärt und der Mörder zum Tode durch den Strang verurtheilt -1 rr 1 . ist. yai lange ietn uoe gevaumel! ; dort wird vielleicht ein größerer Galgen ersoroeril) ein, um eine ganze Zkollek tion aus dem Stamme Israel baumeln Zu la ,en !" Nach Beendigung der Rede kam bei , m 1 . v oer Veanlworrung von fragen oer Be such und das Dejeuner des Kronprinzen bei dem fortschrittlichen Reichstaasmit glicd Ludwig Löwe in Berlin, welcher bekanntlich ein hervorragender jüdischer Industrieller ist, zur Sprache. Eö machte sich über diese vom Kronprinzen dem Juden Löwe erwiesene Ausmerksamkeit große Entrüstung in der Ver sammlung geltend, und man rief : .Gedanken sind zollfrei!" Nein, koscher!" brüllten andere, auf das Deieuner des Kronprinzen in der Löwe'schen Woh nung anspielend. Unter dem Rufe : lfe I Di? Menschlichkeit lebe hoch ! und dem Absingen des Liedes: .Deutschland, Deutschland über Alles," ging die Menge aus einander. Gamvetta's Mutter. Ueber Gambetta's Mutter, deren Tod kürzlich telegraphisch gemeldet wurde, schuibt ein französisches Blatt Folgendes : Man stellt sich unter Gambetta's Mutter in der Regel eine moderne Cor nelia vor. Die Welt verdankt ihr nicht allein die Geburt des großes Staats mannes, sondern auch dessen spätere Carriere. Sie war die Erste, welche :n ihm die Spuren künstiger Größe ent dcclte, und stets bereit, jedes Opfer zu bringen, damit sein auskeimendes Genie sich frei u. unbeschränkt entwickeln könne. Es ist wahrscheinlich, daß ohne eine solche Mutter Gambetta heutigen Tages ein schlichter Handelsmann in der Provinz sein würde. Mademoiselle Orosie Mas' sabie. so lautete der Mädchenname der Mutter Gambetta's, gehörte einer vor:?ehmeren Familie an, als Guiseppe Gambetta, dessen Gattin sie wurde. Sie süh:te in ihrem Hause die Herrschaft, und als ihr Gatte den kleinen Leon in seinem Laden beschäftigen wollte, trat sie lo rergi,a) oagcgen aus, dak eine am mu:e häusliche Scene erfolgte. Die ehrgeizige Mutter setzte jedoch ihren orv . w w iuen durch, und der kleine Leon brauchte nicht hinter dem Ladentische zu stehcn. Er hat das niemals seiner Mut tcr vergessen und war stets daraus be fc.itt, ihr den Abend ihres Lebens zu verschönern. Bis kurz vor ihrem Tod lebte sie zu Nizza in einem ihr von ihrem
dankbaren Sohne geschenkten Hause. Zu Anfang Juli bcaab sie sich nach P. ?is, um dort dem Nationalfestc bcizuwohnen. Auf der Reise dortt.in 303 -sie sich die Krankheit zu, welche i!;rcn cd zur Folge hatte."
'eichcndievstakzl. . Ganz VbiladelphZa ist über das ae heimnißvolle Verschwinden der Leiche eines angesehenen Bürgers in Aufregung. Als. Breslau, ein wohlhabender Deut scher, lebte mit seiner aus Frau und ei ner sechzehnjährigen Tochter bestehenden Familie in den glücklichsten Verhältnissen und starb Ansangt voriger Woche nach ganz kurzem Kranksein. Frau und Tochter waren so von Schmerz über mannt, daß sie auf Anordnung des Arz. tes in ein besonderes Zimmer .gebracht werden mußten. Am nächsten Morgen verlangten sie die Leiche des Gatten und des Vaters u seden. aber man tbeilte ihnen mit, dieselbe , sei von der Polizei abgeholt und nach der Morgue gebracht worden. Hier erfuhren sie, daß die Leiche bereits, u. zwar aus dem Potter's Jield beerdigt worden sei. In Begleitung eines Freundes des Verstorbenen, des Rechtsanwalts Wendell P. Bowman fuhr die Wittwe mit ihrer Tochter' dahin und ließ sich von dem Todtengräöer Carey das Grab angeben;' dieser bezeichnete auf Grund seines Registers einen Platz, die Hinterlaffenen sahen aber sofort, daß dort die Erde seit Monaten nicht aufge ersden war. Dc? Anwut nahm dcn öodtengräber in'S Gebet und dieser ae stand schließlich, daß er die Leiche sür $14 an einen Arzt verkauft habe; den 5aen des letzteren wollte er nicht sen. In gegenwärtiger Jahreszelt werden Leichen nicht secirt, wohl aber sind die Vorrathskeller sämmtlicher medicinischer Institute und einzelner Aerzte mit Lei chen angefüllt, die für den Winter auf bewahrt werden. Herr Bowman ver schaffte sich emcn gerichtlichen Befehl, welcher ihn ermächtigte, sämmtliche Vorrathskeller nach der Leiche seines Freun des zu durchsuchen. Die Wittwe und die Tochter ließen sich nicht davon ab bringen, dieser traurigen Expedition beizuwohnen und musterten zahlreiche Leichen, ohne die des Gatten und Vaters unter denselben zu finden. In Folge der andauernden Aufregung wurden beide krank, ersuchten aber Herrn Bowman, in seinen Nachforschungen nicht N5chzulaffen, bis er die gesuchte Leiche gefunden habe. Letztere sind bU jetzt ohne all?n Erfolg gebli?bcn, und die Leiche ist wahrscheinlich in F-)lge des Aufsehens, welches die Ang. leci rA gemacht bat. iraeni'wl? enmito,, morcn Ukder NamcN'Aendcrungel!. Daß Leute ihre Familiennamen -än dern, ist weder neu, noch selten. De: bekannteste Fall dürste dc? des Präcep' tor Germania" sein, der seinen Namen Schwarzert in Melanchthon umänderte Höchst verschieden sind die Gründe, wel ehe solche Aenderungen veranlassen, und wenn z. B. der Sohn emes rechtschaffe nen Bauern, Namens Narr", der Geist licher geworden und ein Pfarramt anzu treten im Begriffe ist, um die Erlaubniß nachsucht, sich hinsuro statt Narr Nem 0010" nennen zu our en, 0 kann man dies dem Manne nicht verdenken. Nir gends kommen NamenS-Aenderungen so häusig vor, als in den Ver. Staaten. Das legale Verfahren ist, so viel wir wiffen, in allen Staaten dasselbe ; der Petent, der seinen Namen zu wechseln beabsichtigt, reicht dendessallsigenAntrag bei dem hierzu kompetenten Gerichte fi . p tw r - j. meist uourl os iommon PicaL" ein. sü't diesem ein Assidavit über die Gründe zumNamensmechsel bei, und die Behörde entspricht nach kurzer Zacher örterung in der Regel dem Gesuche. Den Legislaturen der meisten Staaten steht dieses Recht ebenf ills "zu, doch werden dieselben selten in Anspruch genommen. Die von einer geschiedenen Frau nach gesuchte Erlaubniß, ihren MädchenNa men wleoeranncymcn zu ourten, wird natürlich von dem Gerichte ertheilt, das für die Scheidung compctcnt ist. Sehen wir von der lekteren traurigen Veranlassung ab, so sind die Motive, die emen Namenswechsel veranlaffen, mitunter in dem Gefühle der Danlbarkei begründet, mitunter lächerliche Aus wüchse der Sucht, sich, schnell zu amcri kanisircn, mitunter aber auch rein komi scher Natur. Wenn Kinder, srüh von ihren Pflicht vergeffenen Eltern im Stiche gelassenes fremden Familien verdanken, daß ne gu erzogen wurden und sich zur Selbststän digkeit, zu . glücklichen Verhälwiffen emporschwangen, so liegt der Wunsch nahe lieber den Namen des Wohlthäters, als den des leiblichen Vaters zu führen. Die Narrheit, der wir leider bei den Deutschen häufig begegnen, daß diese! ben ohne irgend welchen vernünftigen Grund ihren Namen amerikarnsiren brauchen wir nicht erst mit Beispiele zu belegen, möchten aber daraus ausmerk sam machen, daß es sich bei jeder Na mensveränderunq empfiehlt, dieselbe wenigstens vor Gericht verlautbaren zu laffen. Wir kennen einen Fall, in dem ein vor 40 Jahren nach Amerika ausgewanderte? Deutscher setnen Namename rikanisirte, ohne hiervon irgendwie ossi zielleNotiz nehmen zu laffen; demManne r . . . ! r et ..e 1t.s1. i sie! nacy langiayrlgem AUseniyatte in den Ver. Staaten eine bedeutende Erb schast in Deutschland zu, und es fehlt nicht viel, so wäre ihm die Erbschast ent gangen, weil es ihm unendlich schwc war. xu beweisen.. dan er agen wir Charles Smith derjenige Carl Schmid war, den die JntestatErbsolge zur Erb schaft berief. Einen sehr geringen Grad vonScharssinn legt Hr. Edmund Morgenstern in NewNork jn seinemGesuche an den Tag, der seinen Namen in Edmund Stern Morgan abzuändern wünscht, weil der erstere Name jüdischklingt, und weit die christliche Geschäftsleit nicht machen wol len mit ihm Geschäfte, wenn sie denken, daß er ist ein Jüd."
Viel begründeter ist dagegen das eben falls in New tyoxt verhandelte Gesuch des Herrn Kovy Moukey, d:r sich in eineu Herrn Kovy Nosansky zu verwan dein wünscht dieser erzählte seine Geschichte dem Richter auf deffen Befragen wie folgt : Wtf Eir Ehren, ich kam als ein armer Teufel in'S Land, brachte es nach und nach zu einem hübschen Vorrath von Waaren, verlauste diese während meiner kleinen Geschäftsreisen in der Umgegend und brachte dasü? Butter. Eier und dgl. in die Stadt zurück. Ich habe mir ein hübsches Kapital verdient, will ein Geschäft in Brooklyn ansangen, und möchte gern Fräul. Mariz Levy heirathen.
Wiese ist ganz einverstanden und auch i?re Eltern haben nichts gegen mich; aber doch hat die Sache einen Haken. Wie ich nock) mit meinem Wagen in der Country herumfuhr, stand auf deffen" Seiten mein Name, ich dürfte nur mit Waaren auf ein paar Minuten in ein Haus gegangen sein, da hatten die Jungen auch schon aus meinem ehrlichen Moukey" Monkey gemacht, und bald nannte mich alle Welt Mr. Monkey; einem sslchen wollen nun meine künfti gen Schwiegereltern ihre Tochter nicht geben, und deßhalb möchte ich lieber Nosansky heißen." Das Gesuch wurde selbstverständlich bewilligt. Endlich kommen auch noch Namen Aenderungen aus Menschen reundlichkeit vor, wie neulich Carl Tod enhaupt in Charles Brown und Kal priczrinikowsky in William Mathcws. Warum die ehrbaren deutschen Namen Schutt und Backhaus m Amerika oft anderen Platz machen muffen, überlassen wir dem Scharfsinn der geehrten Leser. Ncidt, der Wiener Waisenv atcr. In Wien ist dieser Tage ein Mann gestorben, welchen viele Vaterlose Vaer" nannten, und welcher, obgleich selbst inderlos, diesen Namen mit vollem Rechte verdiente, denn er nahm sich ver waister und verlaffener Kmder mit wirk ich väterlicher Sorgfalt und Liebe an. Es war dies Ferdinand Reidt, welcher sein bedeutendes Vermögen zu einem nicht geringen Theile dem in Vorstehen dem angegebenen Zwecke opferte. Glücklich verheirathet, aber kinderlos, sprach er eines Tages zu seiner ihm glcichgesinnten Gattin : Da wir selbst leine Kmder haben, wollen wir bei den vaterund mutterlosen Kindern die Stelle der Eltern vertreten." Und es blieb nicht bei den Worten, sondern Herr Reidt machte dieselben sogleich zur That, in dem cr drei Waisen in seine väterliche Obhut nahm, und als cr neulich in hohem Alter starb, hatte sich die Zahl seiner Schutzbefohlenen auf mehr als tausend vergrößert. Besonders u bewundern war in seinem Liebeswerk die Ausdauer, mit welcher cr daffelbc betrieb. Das Kind, deffen er sich einmal angenommen hatte, blieb unter seinem Schutze, bis es selbstständlg wurde. Und diese menschenfreundliche Thä tigkeit übte Ferdinand Reidt aus, ohne viel Aufhebens davon zu machen, ganz in der Stille, und seinen Namen so viel als möglich aus der Oeffentlichkeit fern haltend. Aber jetzt, da er todt ist, ge schieht semer von allen Seiten Erwäh nung, und man weiß seine Gewiffenhaf tigkeit und seine Treue, mit welcher er das aus freiem Antriebe übernommene Amt einesWaisenvaters im besten Sinne oes Wortes verwaltete, nicht genug zu rühmen. Mit besonderem Eifer nahm Reidt sich unehelicher Kinder an, deren es in dem leichtlebigen Wien ja eine große Menge giebt,. und auf deren Leben von Anfang an ein dunkler Schatten ruht, ohne daß die Unglücklichen selbst irgend eme Sckuld auf sich geladen ha ben. Reidt' verfuhr in dieser Hinsicht mit großem Muthe und großer Zarthclt. Er war namentlich darauf bedacht, die Väter der unehelichen Kinder ausfindig zu machen und dieselben in klaren Wor ten auf die Verpflichtungen aufmerksam zu machen, die sie ihren Kindern neaen über besaßen. Und so geschah eö, daß er daL Leben vieler dieser Unglücklichen günstiger gestaltete, als es ohne sein Zu thun der Fall gewesen sein würde.' Os Inland e. , Die V a l t i ni 0 r e N e w s" b e rechnet, daß von den 310,000 Seelen, welche in Baltimore leben, wenigstens 162.000 keiner Kirche angehören. Ihre Rechnung kann aber nicht ganz richtig sein, da sie von ' den Katholiken, welche die Mehrzahl bilden, die Seelenzahl, von den Protestanten aber blos die erwachsenm Kirchenmitglieder zusammengerechnet. Der Providence Star" druckt eine Liste von 120 Ehescheidun gen ab, welche jüngst von der Supreme Court von Rhode Island erlaffen wor den und wadreno eines einzigen er mines. Davon wurden 9) auf Antrag der Ehefrauen zuerkannt. Das N a st it t b c n D c 1 i einer Predigt des ErweckungspredigersBarnes von Kentucky, welche er in Dayton, O., gehalten hat, entnommen : Gerade weas vom Schwelnetroge zum besten Kleide, fo paßt es dem HErrn HErrn am besten, mit Flöhen und Alledem, MitGe stank und alledem, mit Lumpcn und alle dem, Armuth und alledem, und mit Un wissenheit, um das Maß vollzumachen. Diese Predige? nennen sich Evangeli sten. Ein vorsichtiger SelbstMörder ist der Böhme, Namens A. Fun da. der im Town London, Freeborn Eounty, Minn., eine 80 Acker große Farm besitzt. Er kam in voriger Woche zum Friedensrichter Blackner m Alber Lea und ließ etliche gerichtliche Doku mente anfertigen, . sagend, er muffe seine Angelegenheiten in Ordnung bringen. da er sich zu töolen beabsichtige, 'ie mand schenkte dieser Aeußerung vielAuf merksamkeit ; am Samstag sührte aber . . . " . r Y Funda seine Absicht aus uno sqop io) durch das Herz. Herr B odenstedt belehr uns über den Geist des amerikanischen Lunch". Er sogt : Zum Beteln ist
de? arme Amerikaner zu stolz, er arbei tet, so lange er kar.n, aber wo die Arbeit fehlt' oder scine Kräfte versagen, wird er sich eher auf Raub verlegen, als auf Betteln. So haben sich früh Vereine und Bräuche gebildet, um der äußersten Nstf vorbeugen und verschämter Ar muth er.tceg'n zu kommen. Zu diesen Bräu?hen gehört auch die Einrichtung der Bar-Rooms. Ei:: armer Schlucker,
dem die Mitte! schien, ein Mittagökssen zu bezahlen, tritt an die Bar mit seinen paar Cent und ißt .sich dabei satt, ohne dadurch im Geringsten aufzufaller? u. s. w." Die Applikati.on deS Chi. nescn Ah lktt um das Bürgerrecht wurde von Richter WyZie in New Jork unter Bezugnahme aus die Anti'Cl?lklesenBiu aisällig dcschicöeu. Herr W m. H. A r m st r 0 n g. d e r cuangcsielh? Eistnbahn-Jnspccior der Ver. Staaten, beaci'u seine amtliche Thätigkeit nnt einer Reise aus der Union hprpn '2. n." ins) ihr en .'V4Whfcfc W . V 1 V Souty Parl-BaHn in Colorado Hat mehrere uuzewöhnlich -steile Steiqun aen ; aus einer oer civen veriaglen aus der Hinabsahlt die Bremsen und der Zug jagte mit immer großrr werdender Geschwindigkeit die Bahn hinab. Herr Armstrong sprang von der Platform cincs Wagens und kam mit einem Beinbruche davon ; gleich darauf gelang es, den Zug zum Stehen zu bringen. Dem John Reillcy. alias Michael Hurlcy, der Anfangs der siebzi ger Jahre in der Umgegend von New Rochelle, N. ?)., als An ührer einer Ein brecherbande gefürchtet und am 1. Oct. 1874 zu zwanzigjähriger Zuchthausstrafe verurthcilt worden war, war es vor vier Monaten gelungen, aus dem Zuchthause in Auburn aufzubrechen. Die Polizei machte die größten Anstrengungen den gefährlichen Verbrecher aufzuspüren. aber alle Anstrengungen der gewandte sten DetectlveZ blieben vergeblich, da siel es dem Zuchthaus-Jnspector Byrnes ein, dasein ehemaliges Mitglied der Reiß? 'schcn Bande, de? zu einer kürzeren Freihettsstrase verurthcilt gewesen war, ohn Kerrigan, alias Dodbs, sich in New Pork aufhalte; auf seine Veranlaffung wurde Kerrigan überwacht, und in deffen Gesellschaft wurde dieser Tage Reilly angetroffen, festgenommen und nach Auburn zurückgebracht. General Sherman äußerte dieser Tage : Es ist richtig, die Bewil ligungcn von Pensionen sür unsere Veteranen sind extravagant, aber wir soll ten froh sein, daß gerade in dieser Beziehung eher zu viel, als zu wenig ge schiebt.'" Dieses Wort wäre vollberech tlgt, wenn cie Pen noncn nur solchen zu ! , CY 5 W Theil würden, die durch ihre Theilnahme am Krieae in irgend cincr Weise im Erwerbe ihres Lebensunterhaltes becin trächtiat worden sind. Aber nur der kleinere Theil der bewilligten Summen kommt in die Hände dieser Mannkr, de nen das Volk Dank schuldet und. von denen es nicht einen einzigen im Armen hause sehen möchte. D größere Theil aelanat an Leute, die rncht die geringsten Ansprüche aus eme Pension haben, oder verschwindet in den Taschen .der Pen sions-Agenten. Die Namen der Pen sionäre in den betr. Lokalblättern oder durch Anschläge in den betr. Postbureaur bekannt machen, ist der einzige Weg, die betrügerische Verschleuderung dcs Volks vcrmögcns zu verringeren. biio uno ycoroamerlla telegraphisch verbunden. Die Central aud South American Cabel Co.", deren . 1 m c Drähte von .verschiedcmn Punkten der mexikanischen und centralamcrikanischen 55üste auslausen, die Landenge von Pa nama kreuzen uno oer Westküste von Südamerika bis nach Calao entlang liegen, theilt mit, daß mit dem Ende des nächsten Monats ihre Linien vervollständigt und dem Publikum zum Gebrauche zugänglich sem werden. In Galveston wird, eine Verbindung mit der Western Union Telegraph Company" und m Callao mit den TransContinental und Eastern Telegraph-N.ctzen von Südame rika hergestellt, so daß die beiden Ccn tinente der westlichen Halbkugel voll ständig durch elektrische Leitungen ver bunden sein werden. D e x t r si e Todesfall in Folge gelben Fiebers, welcher in New Orleans am 2. August vorgefallen ist, hat einen jungen Deutschen, Johannes Stroh, zum Opfer gefordert. De? Fall erregte begreifliche Bestürzung in derMetropole desSudens. Die N. O. Deutsche Ztg." glaubt nicht, daß es gelingen wird, den Gelb ncberbcerd Matamoras in Mexico, der texanischen Stadt Brownsvibe gegen über, erfolgreich abzusperren. Das Fie ber hat sich bereits nach dem 150 Meilen von Matamoras entfernten Larado, Te xas, ausgedehnt, und man befürchtet sehr eine Verschleppung der Seuche nach dem westlichen Texas, wo die Pest noch nie mal? aufgetreten, die Bchandlungsweife derselben deshalb unbekannt ist. Der Malle y-P r o z e ß i n N e w Haven, Conn., wird ein kleines Nach spiel haben. Einer der Advokaten und einer der Doktoren des alten Malley haben, da es sich herausstellte, daß sie vergebens ihre Rechnungen präsenttren lienen, die Gerichte zur Begleichung ih rer Forderungen angerufen. Mit der ermordeten Jennie Cramer konnten die Bubcn nach dem Ausspruche des alteren Malley wohl ihr Plaisir haben", mit den Advokaten aber hört das Plaisir aus, denn diese lassen nicht mit sich spa ßen, wie die öffentliche Gerechtigkeit und die Stimme des Volkes. vr. Vostliooltvr, DcutschcrArzt.Wundarzt und Gcburtsliclscr, yfittsi,1für Austm-, Hyre. .takskrankSelle Srrechsturden: Von 8-10 Uhr MorgkvS. 1;-1 Uhr Nachmittags und 8 Uhr ÄbendS. No. 392 Süd Dclawarc Str., tö? Durch Telephon in Wolf'S Aoothcke werden He uftrüge fi'.r mich besorgt.
Wo ÄuSlsnve.
A urinwelduna des ?eucn tadtdauseS in Berlin waren unter An )e:cn auch die Bürgermeister von Lon)on, Berlin und Bern eingeladen und zattcn sich entschuldigen laffen der erst zcnannte, weil seineFrau eine schreckliche ttk'.gst vor cincm Dynamit-Complott !)at. Von den Nischen, welche an die 1 0 m Ar. i ,y 11 mtf 1 1 V C nTn rt 0 u ytniyiuuui ciiiuuuut s chmückt sind, die oh Großstädte Frank eich's versinnbilden, sind zwei leer qe offen worden sür Straßburq und Metz. Zuerst wollte man auch diese beiden mit Li'.dsaulen ehren; aber man hat weis:ch beschloffcn, damit zu warten, bis Dieselben wieder französisch s?in werden. S e i t 1. I u l i i st' e i n neuer ihöhter russischer Zolltarif in Krast ge rcten. Die Wirkung hiervon inDcutschand gleicht einem Douncrschlage, denn dem deutschen Export nach Rußland sind dadurch t'.cse Schaden beigebracht worden. Wir wollen hier nur wenige, abcr utrcsfende Beispiele anführen, damit man die Tragweite der Schäden bemes n kann. Spielsachcn werden z. B. mit einem so hohen Zoll belastet, daß der betrcffenve Gegenstand ost billiger als der Zoll sür denselben ist. Die preußi che und sächsische Spielwaarcnindustrie, Bayern, speziell Berlin, Paris, Nürn bcrg und Jnit werden nach unserem Dafürholkcn schwer geschädigt werden. Garrnrlc Damcnhüte sind mit einem so enorm hohen Zoll belastet, daß dieselben wohl, wie hundert andere Gegenstände, ich sosort auf den Weg dcs Schmuggels oegcb'.'n werden. Für alle Arten Eisen ,st der Zoll um 2 Koprken Pro Pud er Dem Laien erscheint bas Nicht bedeutend, doch ist die Wirkung eine weittragende. Zum Beispiel : Fabriken in Rußland, welche fast ausschließlich Nägel und alle Sorten Schrauben ver fertigten, bezogen ihr Eisen ausschließ tich aus DeuisLland, welches gerade in diesen Artikeln sich al? besonders geeig:id erwies. Jekt müssen die clden, wenn sie da deutsche Eisen weiter beziehen, )ie Preise hier Fabrikate eihohen. und oicsclden sind schon in Folge der Molestirungen Rußlands so gesetzt, daß ohne 'tarke Schädigung des Geschästs im Preise selbst nicht höhcr gegangen wer den kann. BerlinerBlätter wissen zu melden, daß sich vierzehn Gläubiger des vc:hastctcn Kaffenbotcn Nahn zu san.mcnsandcn, die allein zusammen über 50).V00 Mk. orderungcn an denselben haben. Die Gesammtschuldcn Rahl.'s werden auf etwa 1, 500.00 Mk. geschätzt. Das gesammtc Mobiliar, Sil berzeug u. s. w. dcs Ruhn ist auf Antrag cinS Restaurateurs bereits abge pfändet und laut Taxe dcs Gerichtsooll ziehers auf tt.000 Mk. geschätzt. 'Aus dem Bade Maistadt ober Niederdors im Pustcrthale wird unterm 13. Juli geschrieben : Das höchst unbeständige Wetter spielt den hiesigen Kurgästen in der unangenehmsten Weise mit. Nicht allein sind dieselben genö thigt, sich ihre Lodcnröcke kommen zu . laffen oder frst in P aids eingehüllt zwi ichen den Lärchen und Fichten umherzu spazieren, sondern dieser Tage mußte sogar der gemeinsame Speiscsalon geheizt werden, um dem Zahnellappern der Pästc ein Ende und den Aufenthalt halbwegs erträglich zu machen. Ge heizte Zimmer im Juli sind auch sür un scre höchsten Dölfcr eine Seltenheit. Erdbeben in Kra in. Aus Laibach wild unterm 17. Juli geschrie ben : Gleich beim Erwachen dcs Tages wurden hcutc die meisten Bewoh.ier in der unangcnchnistcn Weise auö dem Schlase gerüttelt. Ein gewaltiger Erd stop, begleitet von einem donnerahnli chen Getöse, machte gegen halb b Uhr NorgenL die meisten Leute aus den Betten springen. Ich befand mich zur besagten Zeit noch in süßem Schlummer, als ich plötzlich wahrnahm, wie ich im Bette einige Male räch, rechts und links, in der Richtung von Süden nach Nor oen, geschleudert wurde, und durch diese Rüttelei und das Gcbrause, das mich lebhast an einen dichten Hagel erinnerte, vollständig erwachte. Alles im Zimmer zitterte, meine Lampe drohte' umzufallen und die Hängelampe im Mittelzimmer machte noch länaer pendclartige Schwin aungen von Nord nach Süd. Die Quecksilbersäule bewegte sich noch lebhast, ls ich dieselbe in's Auge faßte, und in den Vogelkäfigen berrfchte volle Unruhe. Diesem Erdstöße folgte ein fast ebenso heftiger gegen 9 Uhr Vormittags. Im ersten Augenblicke glaubte ich, ans dem Kastell sei ein Kanonenschuß gelöst worden. Im Verlaufe des Tages konnte man über diesen Erdstoß Vttschicdcnes hören. Der Eine vermochte sich im Zimmer kaum aufrecht zu elhallcn, der Ändere sah. wie ein Theil dcs Waffers aus seinem Waschbecken hinaukgcschleu dert wurde, einem Dritten drohten die Kleiderschränke umzustürzen u. s. w. Eine aufgehobene Bade saison hat Mattighofen in Oberöstcr reich zii verzeichnen. Durch eine Ueber Heizung dcs K ffels oder infolge anderer unglücklicher Umstände gerieth die dor iige Badeanstalt sn Brand. Das Feuer richtete einen derartigen großen Schaden an, daß an die Fortsetzung der Bade saison nicht gedacht wcrocn kann. Auch ein Hausfriedens bruch. Die Kötn. Ztg." schreibt: Unsere Zeit wird immer prosaischer; der Gesetzgeber achtet nicht mehr die Romantik heimlicher Liebe, er verbietet .ihr den Wald, cr untersagt ihr die Ständchen. Jetzt hat sogar das Reichsgericht einen neuen Fall von Hausfriedensbruch zu ihren Ungunsten entdeckt. Das Preußische Vcrwaltungöblatt" theilt in dieser Hinsicht das nachstehende Erkenntniß mit : Der Angeklagte war Nachts 10 Uhr in die Mägdekammcr eines Hos gutes eingestiegen, nachdem auf Verab redung die in dieser Kammer befindliche Dicnstmagd das Fenster geöffnet hatte, und war dieserha'.b auf Klage des Hof besitzers, welcher den Angeklagten nachher in der Kammer überraschte, wegen
