Indiana Tribüne, Volume 4, Number 414, Indianapolis, Marion County, 6 August 1882 — Page 4

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WÄMSM Ar.-- V m? maitJi& Cv Gegen NnregelmaßigKeiten der Leber. Ceörr. Leber. !eber. Leber. Zfl Du Nopsschmerzen ? .Leidest Du an Auuerdaulichkeil? fial Du unreines Blut ? Gebrauch e Dr. August König'S Hamburger Tropfen. Ein bewährtes Heilmittel. 1 Gegen opffchmeyen von sicherer Wirkung. Gegen Annerdaulichkeit unübertroffen. Gegen ngenleiden von Tausenden empfohlen. Gegen Zlulkranlcheiten öon Aerzten verordnet. Die Flasche Hamburger Tropfen ko yet 50 CtS. oder fünf Flaschen zwei Dollars, sind in allen deutschen Avothe 5en zu haben, oder werden bei Beellun gen im Betrage von $5.00, nach Empfang des Geldes, frei nach allen Thei .Ittl )"l f r fnri ntrt.n lte(r)nftn ii(ahS( v -vv v ttt yfc V1UUII VltUiiU4. Man adressire : A. Vogeler & Co., Baltimore, Md. csz 3 7 Hcm v M- : -5 ii JVLM s-i(. -fti :!s"t3 ' I "VM v: ja! ii ?-rjy"rr.i3 Ss. NMZ m I i Z,LMl 4WLrf;.3VVl 9Wttr&milltt os rH' iii M-WM'M &VV"' kr5KJ bekannnteS, vorzügliches Mittel gegen 3tf)fumatismus, 'Reißen im Hettlgt, Hlieder-Akitzen, AroftSeukee, Sicht. äiesfiß. Kr,uzey. Küstenkeldkn. randwunden4 Merstauckunaen. Sleise Saks, 4 4 u ff w ri,lyungrg, Lruoingen, Zttsche Z?nsen und Schnittwunden. Zahnschmeyen, 2c,q'UkNk pruste, Hopfaet), Nückenschmerzen, Ansgesrrngee Kände, Hekeukslömerien, HyrenwetZ srd alle Schmerzen, welche ein äußer licheö Mittel benöthigen. Qrt Flasche St. Jakobs Oel kostet :s., tfunT, Flaschen für $2.00, ist in Zeder Apotheke in haben oder wird bei Bestellung von nicht weniger als $5.00 zrel nach allen Thetten der Ver. Staaten -serjanot. Man adressire : . Vogeler & Co., Baltimore, Md .ZQzinig Niedtrlaze für uerika.

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Oom Pariser Stadthause. Am Tage der.Bastillen-Erstürmung I eierte Paris zugleich mit dem Geburt? este der großen Revolution die Einwei hung seines neuen Stadthauses. Im Wesentlichen ist das neue HauS ein Abbild des alten, gleich diesem ein Prachtbau in dem bekannten sranzösischenStyl, wie er einst von Franz I. aus Italien mitgebracht worden denn seine dortigen Kriege, waren dem Könige eine Schule der Kunst gewesen und unter heimischen Einflüssen sich weiter gebildet hatte. Wir sehen wieder die prunkvolle, reich prosi lirte, einstöckige Faeade, mit der Doppel stirne nach dem Platze und nach dem Flusse hin; die stolzen Fenstergiebel und Kranzgesimse, die hohen Bogen der ge wölbten Thorwege, die zweistöckigen Pa villonö mit den peil anspringenden Dachern, und auch der Thurm in der Mitte ist nicht vergessen worden, der schlanke Campanile, dessen gewaltige Glocke einst so Viel Sturm und so viel Freude läU' tete, drei Tage und drei Nächte lang nicht schwieg, wenn ein Dauphin auf die Welt gekommen; zur Revolutionszeit aber von Marat eigenhändig gezogen

wurde, dann wieder in den Juli-Tagen j oen Hall der Bourdonen verkündete und zuletzt noch, als sie kaum noch etwas Neues zu sagen hatte, den Einsturz alles Bestehenden mit ihren fürchterlichen Tö nen begleitete. Wie viel Stimmen der Vergangenheit erwachten nicht beim Klänge dieser Glocke! Unter den weltgeschichtlichen Stätten, auf welchen im Laufe der Jahrhunderte über die Schicksale der Menschheit ent schieden worden, gibt es vielleicht keine, wo mehr Gutes geschehen und ärger ge frevelt worden, als im Pariser Stadt hause. Hier wurden Throne gebaut und zerbrochen, hier ward dieFreiheit geboren und geknebelt; was immer im Volke gährte und nach Erfüllung strebte, hier gestaltete eö sich zur That: denn hier rufen und verdrängen sich in hastiger Jagd die frohen und die grausigen Erinnerungen, und hier muß man das Ohr anlegen, um den Herz schlag der Seineftadt, Frankreichs, biö weilen selbst der ganzen Welt zu vernehmen. Auch die Wiener werden bald daran zu denken haben, die Einweihung eines neuen Gemeindepfllastes festlich zu begehen. Sie haben sich anders entwi ckelt, als die Pariser, viel ruhiger und friedsamer, obwohl auch ihnen der Se gen des Mittelalters : ein starkes und vöthigenfalls stürmisches Bürgergefühl, bescheert worden war. Doch je verschiedener die Wege sind, die der Andere aeht, desto lebendiger äußert sich die Theilnahme an seinem Geschicke, und gerade unS reizt es daher, amVorabende des Pariser Festes rückwärts zu blicken und den Ort, wo heute ein glänzender Neubau sich erhebt, um seine Vergangenheit zu befragen. . DaS Hotel de Ville, welchem imJahre 1789 eine welthistorische Rolle übertra gen wurde, war von allem Anfange an ein Geschenk der Revolution. Aus der Place de Greve, dem Strandplaje am User der Seine, stand einst unter den kleinen Giebelhäusern, welche dem mit telalterlichen Paris seine Physiognomie gaben, ein Gebäude mit dreifachem Gie bel, das man, well es aus starken Psei lern ruhte, das PfeNerhauS nannte. Der Dauphin wohnte darin, und dieser verkaufte eS im Jahre 1357 mehr oder minder zwangsweise, jenem Etienne Marcel, dem ersten Bürgermeister von Paris, der auf revolutionären Bahnen wandelte. König Johann war bei Poi tierS in Gefangenschaft gerathen, der Bürgermeister oder, wie man damals sagte, der Vogt der Kaufleute, thatsäch lich Beherrsche: der Stadt geworden, und dieser glaubte denn auch die Zeit gekommen, der Pariser Bürgerschaft, die sich bis dahin mit einem kleinen Sprech saal hatte begnügen müssen, ein äußeres Zeichen ihrer Macht und ihres Rechts zu verschaffen, nämlich ein eigenes Haus. WaS man den Bürgern nicht gutwillig hatte geben wollen, nahmen sie sich halb mit Gewalt, und es ist, als ob damit die Tradition des Hotel de Ville, sein revo lutlonärer Berus sür alle Zukunst wäre begründet worden. Der König kehrte allerdings zurück und wehrte sich gegen die Eintracht der Bürger; zwei Zwing bürgen, daS Chatelet und bald darauf du Bastllle, bedrohten ihr Heim von vorne und von hinten; Karl VI. nahm es ihnen sogar ganz weg und ließ dieilnzufriedenen aus dem Rade sterben. Al ein der bürgerliche Gememgem war schon zu kraftig geworden, als daß hn em paar Henkersknechte hatten erticken können. Im Jahre 1415 haben die Pariser wieder ihr HauS und behal ten es bis auf den heutigen Tag. Seit mehr als fünf Jahrhunderten hat es nie die Stelle gewechselt, ist die Pariser Ge Mtmdesacde me von jenem Strandplatze, nie vom User der Seine, dieser Nähr Mutter der Stadt, weggetragen worden. Wte auch du Könige kommen und gehen und die Zweige ihres Stammbaumes vechseln, dort am Wasser herrschen die Bürger, die Kaufleute, rnarchands de l'eau. wu sie vom Elemente, das ihnen Waare brmat und forttreibt, genannt werden, und selbst die schreckliche Zeit der englischen Fremdherrschaft (1413 1436), während welcher daS aus Lan caster die rothe Rose neben Frankreichs Lilien am Pariser Stadthaus anbringt. vermag ihrer Macht nichts Ernstliches anzuhaben. Bald sind König und Bürger auss in nigste befreundet. Ludwig XI., der größte französische Staatsmann vor Heinrich IV. und vor Richelieu, erkennt es, daß der Thron an einem starken Bürgerthum eine bessere Stütze findet. als an begehrlichen Feudalherren,' weiß zumal, daß der Staat einen festen Mit telpunkt braucht, um sich naturgemäß entwickeln zu können. Paris ist mir Alles," sagt er, .und wer Paris hat, hat die Krone.- Er, der Finstere, derGrau same, wird freundlich und leutselig. wenn er mit Pariser bürgern verkehrt, schenkt ihnen Einkünste uud Gerechtsame, will selber als .Bruder und Geselle- in die große Bürgergemeinschaft aufgenom men werden und geht eines Abends, was für jene Zeit unerhört war, ins Stadthaus, um mit den Bürgern daö Brot zu brechen. Ludwig XI. sixirt damit eine Tradl tion, welche der revolutionären paralle

läuft. DaS gute Einvernehmen zwischen Krone und Hauptstadt zu pflegen, ist auch nach ihm die Hanptsorge aller Äegenten, wenigstens der gescheiteren. Auch seine Nachfolger bitten sich bei den Bür gern zu Gast, auch sie wollen durch per sönlichen Umgang das Band enger und enger knüpfen ; auch sie heißen sich selber .Bürger und Parisers und weder bei Hos noch bei Stadt kann ein freudiges Ereigniß eintreten, ohne daß man hüben und drüben jubelte. Es gibt fortan keinen Siegeöeinzug, keinen Thronwech fel mehr, der nicht im Hotel de Ville mit einemKSnigsessen gefeiert würde. Kommt ein Prinz zur Welt, so übernimmt die Stadt die Pathenschast, und wird dem Bürgermeister ein Söhnlein geboren, so steht die Königin in höchsteigener Person Gevatter. Selbst der stolze Ludwig .XIV., bei welchem der König fast zur unnahbaren Gottheit erkaltet ist, wird augenblicklich wieder ein Mensch, wenn er den Pariser Bürgern gegenübertritt, läßt sich von ihnen in ihrem Hause be Wirthen, bestätigt ihre Rechte und schenkt ihnen neue, und ein Bürge: unter Bür gern ist .der König von Paris, nachdem er so lane nur der König von Versailles gewesen". Freude herrscht im Festsaale, wo die Bourgeois mit ihren Ehehälften sich um die Sonne drängen, und Freude drunten auf dem Platze, wo der Wein aus den Brunnen sprudelt und gebra tene Tauben dem Volke in den Mund fliegen. So hat eö schon sein Vorsaht Ludwig XIII. gehalten, zur Zeit, als er noch Gefallen an Festen und Festeöjubel fand. Immer lief er ins Stadthaus, denn wo konnte man den Fasching bequemer vorübertollen sehen, wo den Spielen aus dem Flusse und den großen Feuerwerken besser zuschauen, als aus den Fenstern des Gemeindehauses ? Wo sür die Freudenseuer des Johannis tages, welche der König seit Ludwig XI. persönlich anzuzünden pflegte, einen wei lerer Raum finden, als aus der Place de Greve, dem einzigen namhasten Markte der Hauptstadt ? Und da muß denn gleich darauf hin gewiesen werden, daß eö wohl keinen zweiten Platz aus dem Festlande gibt, wo so grelle Contraste so hart sich be rührt, in so raschem Wechsel Lust und Graus geherrscht hätten. Aus derselben Stelle, wo Tag? zuvor ein Freudenfeuer loderte, flammte TagS darauf ein Schei terhaufen, und wo soeben noch daS Volk getanzt und geschmaust hatte, da wurde kurz hernach gehenkt, gerädert, geschun den und' geviertheilt. Wie in Venedig der Richtplatz vor dem Dogenpalaste ge wesen, so war er in Paris unmittelbar vor dem Stadthause, und es ist eine erlauchte Reihe von Opfern, die aus dem berüchtigten Place de Greve ihren letzten Hauch gethan, nicht blos gemeine Verbrecker, Giftmischer, Diebe und Königs möroer, sondern leider auch Ketzer und Hexen und sogenannte Staatsverbrecher, Märtyrer ihres Glaubens und ihrer poMischen Ueberzeugung. Der Henker ruht nicht vom Ansang des vierzehnten Jahrhunderts bis ins neunzehnte hinein. Keines Herrschers Zeit geht vorüber, ohne daß nicht das Schauspiel einer sensationellen -Hinrichtung dem Volke mehrmals geboten wurde. Spibuben und Ehrenmänner drängen sich m dem

endlosen Todtenzuge. Hur wurden die KönigSmörder Ravaillac und Damiens aeviertheilt, hier die - Giftmischerinnen Brinvilliers und Lavoisin verbrannt, hier nach einem Cartouche und Gras Horn Männer wie Gras Lalln enthauptet. Und als im April 1792 zum ersten Male die Guillotine probirt wurde, welch' ein Schlachten veranstaltete hur die vom mune, bis sie selbst in pleno, hundert zwölf Köpfe hoch, unter's Beil mußte ! Und um das Kaiserthum einzuweihen. starben hier Cadoudal und elf seiner Mitschuldigen, und rastlos wüthete das ! Messer sort, bis endlich wenige Tage vor AuSbruch der JullRevolut:on aus dem ürchterlichen Platze daS letzte Opfer fiel. diesmal ein gemeiner Verbrecher. Im mer aber, das ist daS Merkwürdigste an dieser Stätte, wurden die Jammerruse und Todesschauer der Gerichteten vom Lärm des Volksjubels abgelöst, die Hin nchtungen von Freudenfesten unterbro chen. Blutwellen schien die vorüber fließende Seme zu treiben, und bald darauf blinkte sie wieder fröhlich in der Sonne So zärtlich die französischen Könige für das Hotel de Ville waren, dieGräuel des Galgens und des RadeS wollten sie ihren Augen nicht ersparen. Im Ge gentheile. Wenn Ludwig XI. emen seiner Edelleute um einen Kopf kürzer eemacht haben wollte, so mukte eS um jeden Preis hier angesichts de StadtHauses geschehen, denn der Bürger sollte sehen, daß dem König der Adel mcht mehr galt, als die Kaufmannschaft, und sollte nicht vergessen, daß der politische Ebrael, und sonstlaerUebermuw immerdar aus dieser Stelle ihr Ende fänden. Und so hielten es alle Könige : wo sie so viel Liebenswürdigkeit an den Tag legten, zeigten sie auch das bloße Schwert. Doch kaum war es in der Scheide, so lächelten sie wieder herablas send und gewährten den Bürgern neue Gnaden. Unter diesen war die vornehmste der Ausbau des Hotel de Ville. Das alte PseilerhauS hatte jast zwei Jahrhunderte der Stadt gedient, als man daran ging, es niederzureißen und aus Antrieb Franz' I., der einen seiner italienischen Baumeister dasür hergab, ein neue zu bauen. 5lm 5labre 1533 wurde der Grundstein gelegt. Der Bau schritt aber weaen GeldmanaelS nemna lang sam voran, obgleich jede Regierung das MSa ckste da ür that und icy dadurch bei den Bürgern beliebt zu machen versuchte. Fertig wurde er erst unter Ludwig XIlI., als er sür seine Zwecke bereits auck Zu klein aeworden. Unter Napoleon plante man eine groß artige Erweiterung, die jedoch erst unter Ludwi Vbilivv w Vollendung gedieh. DaS Wachsthum der Stadt Paris läfet sich nirgends besser erkennen, als an den Umwandlunaen ibreS BüraerhauseS. Urlvrünalich ein bescheidenes, rechts und links von Häusern beengtes Gebäude, greift eS immer mehr um sich, zieht die Nachbarbauten m feinen Bezirk, durch wüblt aleichsam die Säusermasse, die sei nen Rücken bedrängt, und verzehrt schließlich eine Kirche, ein Spital, eine

Capelle und sonst noch etliche zwanzig Häuser, kurz da ganze Stadtviertel. Allein gleich der Kirche hat auch ein gesundes Bürgerthum einen guten Ma grn. Wie auch das Schicksal Frankreichs sich wenden mag, die Pariser Bürger schaft und ihr Gemeindehaus werden im mer bestehen. Das letztere ist mit Feuer vnd Schwert von seinem Platze an der Seine nicht wegzubringen. ES ist oft gestürmt, zur Zeit der Fronde bemühe eingeäschert, von der Commune gänzlich niedergebrannt worden, und doch steht es heute wieder da, erneut und verjüngt zwar in allen seinen Theilen, aber doch auf seinem alten Posten. Wer kann wissen, wie ihm die Würfel fallen ! Es kann ja geschehen, daß wieder einmal ein König in den schönen Sälen sein Abend brot nimmt; wieder einmal ein Ludwig XVI. mit der Freiheitscocarde aus dem Hute aus den Fenstern grüßt ; wieder einmal das Schicksal die Sturmglocke zieht und sein .Zu spät !" erschallen läßt. Denn wenn in einem Lande wie Frankreich der alte Kreislauf beginnt, so führt er auch zum alten Ziele. Im Thronsaale des früheren Stadthauses ließ Na poleon I. seine Bienen anbringen. Lud wig XVIII. seine Lilien daraus kleben, und als Ludwig Philipp, um den Saal neu zu tapezieren, Bienen und Lilien wegnehmen ließ, kamen die Spuren von 1792 zum Vorschein : Anschlagezettel, Wahlerlässe und dergleichen. So lau erte dort immer die Revolution unter der Decke.... (W. N. Fr. Pr.)

Ueber seine Neise-Lrlebnisse in Ceylsn erzählt Ernst Häckel, der bekannte Naturforscher, u. A. : .Eine gute Stunde hatte ich gebraucht, um mich nur wenige Schritte ln daS Dickicht, Djungle genannt, hineinzuarbeiten ; dann aber stand ich völlig entmuthigt von weiteren Versuchen ab ; zerstochen von Moskitos, zerbissen von Ameisen, mit zerrissenen Kleidern, blutenden Armen und Beinen, verwundet von tau send Stacheln und Dornen, mit denen die Kletterpalmen (Oalamus), die Klettermalen (Lidiscus), die Euphorbien, Lantanen und eine Menge anderer Djunglepflanzen jeden Versuch abweh ren, in ihr geheimnißvolles Labyrinth einzudringen. Aber umsonst war dieser Versuch doch nicht, denn ich lernte bei dieser Gelegenheit nicht allein den Cha rakter des Djungle im Ganzen, und be sonders die Pracht seiner Bäume und Lianen kennen, sondern ich sah auch viele einzelne Pflanzengestalten und Thier formen, die sür mich von höchstem In teresse waren; ich sah die prächtige Oloriosa süperbe, die giftige Kletterlilie von Ceylon mit ihrer Holdrothen Krone; den stachlichen Lidiscus radiatns mit großen, schwefelgelben, im Grunde violetten Blumenkelchen ; umflattert von riefigen schwarzen Schmet terlmgen mit blutrothen Flecken aus th ren schwanzförmigen Flügelanhängen, von metallglünzenden Prachtkäsern u.s.w. WaS mich aber am meisten freute, ich stieß hier gleich im ersten Djungle, das , ich auf Ceylon betrat, auf die beiden meist charakteristischen Bewohner dessel ben aus den beiden höchsten Thierklaffen, auf Papageien und Affen. EinSchwarm grüner Papageien flog kreischend von einem hohen, weit über das Djungle hervorragenden Baume aus, als er mei ner Flinte ansichtig wurde; und ebenso sprang eine Heerde schwarzer großer Affen unter knurrendem Geschrei eiligst in daS Dickicht; weder von jenen, noch von diesen gelang es mir, einen zu schießen ; sie schienen die Wirkung desFeuer gewehrs sehr gut zu kennen. Ich tröstete mich aber damit, daß der erste Schuß, den ich heute that, mu eine kolossale, über sechs Fuß lange Rieseneidechse uferte, den merkwürdigen, von den abergläubischen Eingeborenen ' sehr ae fürchteten Hdrosaurus .Lalvator. DaS gewaltige, krokodilähnliche Thier sonnte sich auf dem Rande emes nahen Wassergrabens, und der erste Schuß tras so glücklich in den Kopf, . daß es äugen blicklich verendete ; trifft der Schuß an dere Körpertheile, so sprmgen die zähe lebigen .Thiere gewöhnlich rasch in das Waffer und verschwinden; mn ihrem mächtigen, hartgepanzerten und scharf schneidenden Schwänze können sie sich so gut vertheidigen, daß em Schlag dessel ben bisweilen eine gefährliche Wunde verursachen oder selbst ein Bein zer schmettern soll. Von einem kleinen Abenteuer, einer zoologischen Bekannt schast gefährlichster Art, schreibt Häckel : .Als an einem Nachmittage ein heftiger Regen losbrach und ich eben beschäftigt war, einen riesigen schwarzen Tausend fuß m die Spiritusbuchse zu stecken, kroch eine große Brillenschlange durch die offene Gartenthür in mein Schlaf zimmer. Ich hatte sie nicht bemerkt. obgleich sie kaum emen Fuß von mir entfernt war, und wurde erst ausmerk sam, als mein Diener mit lautem Ge schrei .Cobra, Cobra!" hereinstürzte. Mit seiner Hilfe wurde ich der stattlichen Glsllchlange, von mehr als emem Meter Länge, bald Herr; und sie wanderte in dieselbe Spiritusbüchse, in der vorher eine der merkwürdigen, schlangenähnli chen Amphibien, die Blindwühle, Platz genommen hatte Betreffs der A u s a r beitung eines Gesetzes über die Rege lung des AuswanderungSwesenS sind die Verhandlungen zwischen dem auSwärti gen Amt und dem ReichSamt des Innern noch nicht zum Abschluß gekommen. Es scheint jedoch festzustehen, daß eS sich vornehmlich um eine Regelung desAgen tur und Auswanderung? Unternehmerwesens handeln wird, nicht um einen besonderen Schutz und Fürsorge, die sich aus die Ausgewanderten bis m'5 serne Land erstrecken könnte. Aus der Kinderwelt er zählt der Voltaire" folgendes Anekdötchen : Mama und Bebe gehen auf die Terraffe, um nachzusehen, ob die Köchin auch nicht vergessen hat, der Katze ihr Freffen hinzustellen. Sie finden die Katze bereits damit beschästigt, ihren Teller auszuschlürfen, und zwar in Ge meinschast mit einem mächtigen Kater. .Wo kommt dieses Thier her?- fragt die Mama. Und Bebe antwortet : .DaS ist der Katze ihr Soldat !"

Sie Heilkunde in China. Zur Zeit halten sich zwei junge Damen, Frl. Ella Gilchrist und Frl. Kate Bushnell, in Denver, Col., auf und be treiben die ärztliche Praxis unter den dortigen. Chinesen. Dieselben haben aus dem Chicago Women'S Medical Col. lege Medicin studier, promovirt und hatten sich zugleich mit einer Anzahl von einer preöbyterianischen MisstonSanstalt nach China gesandter christlicher Missionäre dahin begeben, theils, um dort ihren Beruf auszuüben, theils, um die Misfionäre in ihrem Streben, dem Christenthume Anhänger zu gewinnen, zu unter stützen. Die Anschauung der Chinesen verbietet Männern, als Lehrer mit dem anderen Geschlechte zu verkehren und in Folge dessen ist dort die Wirksamkeit der Missionäre so lange eine wenig ersprießliche, als sie nicht von Frauen unterstützt wird. Den beiden Doktorinnen sind die Chinesen aller Klassen und Stände in ihren Bemühungen um das Wohl der Leiber mit größter Freundlichkeit entge gengekommen, und in Peking haben die Amerikanerinnen durch ihre game Methode, sowie durch einzelne besonders glückliche Kuren solches Aussehen erregt, daß sich von ihrem Ausenthalte voraus sichtlich eine Aenderung deö Versahrens der chinesischen Aerzte datiren wird. Wir hatten beinahe vom ersten Tage unserer Ankunft in China an sehr diel zu thun und mußten unserem ärztlichen Berufe ausschließlich' obliegen. Trotzdem leisteten wir auch dem MissionSwerke gute Dienste, denn die Leute, die wir ärztlich behandelten, faßten auch in anderen Beziehungen großes Zutrauen zu uns und fo waren wir im Stande, den Missionären schon dadurch zu nützen, daß wir sie, ihr Werk und ihre Lehre empfahlen. WaS die Behandlung der Kranken anlangt, so hat man in China noch keine Ahnung von einer ärztlichen Kunst oder Wissenschaft und von irgend welcher systematischer Behandlung. Je der Chinese, mag seine Bildungsstufe sein, welche sie olle, kann sich jeden Augenblick als Arzt etabliren und nach seinem Gutdünken daraus los curiren. Nur einzelne Curmethoden sind den au ßerordentlich zahlreichen Aerzten gemein sam. Ihre Diagnose begründen diese!

ben ausschließlich aus den Pulsschlag, von sie dem 32 Haupt-Varutäten unterscheiden, die für ebenso viel verschiedenen Krankheitsformen entsprechend gehalten werden. Das Oeffnen von Leichen ist m Chma ganz unbekannt und kein chme sischer Arzt hat daher eine Ahnung da von, wie eS im Innern eines Menschen eigentlich aussieht. Eine sehr beliebte Cur begeht darin, den Patienten an möglichst vielen Stellen seines Körpers möglichst nachdrücklich und lange zu knei fen und wir wurden oft zu Patienten gerufen, die aus Schmerz ob dieser Be Handlung dem Tode nahe waren. Aetzen und Brennen spielt ebenfalls eine große Rolle und innerlich werden alle möglichen Stoffe verabreicht, die um so heil kräftiger sind, je kostspieliger sie sind. Eine heroische Cur, deren ethischer Theil nicht etwa in dem Gefühle lind licher Liebe, sondern lediglich in der wunderbaren, Macht des Hergebrachten und Gewohnten seine Quelle hat, kommt in Anwendung, wenn ein angesehener und wohlhabender Familienvater nach Ansicht der Aerzte tödtlich erkrankt ist. Ihm wird ein Stück noch warmen MenschenfleischeS verordnet, das er essen muß. Regelmäßig bietet sich sodann eine der Töchter des Hauses den AerUen dar und ihr wird ein betrachtliches Stück Fleisch aus dem Leibe geschnitten, wel ches der kranke Papa verzehrt; meist sterben Vater und Tochter bald nachein ander und der letzteren wird dann ein Denkmal errichtet, welches von ihrer Heldenthat erzählt. Daß GalenuS Schätze eintrage, kann man in China nicht sagen; der ärztliche Besuch wird durchschnittlich mit 10 Cents honorirt, reiche Leute aber müssen bis zu 50 Cents und die allervornehm sten bis zu einem Dollar bezahlen. Man cher Arzt mit großer Praxis in Peking wird aber ein alter Mann, ohne daß ihm jemals ein Besuch einen Dollar ein trägt. Das größte Aussehen in Peking er regten wir durch eine Operation, mittels deren wir eine alte Frau von einer kolos salen Balggeschwulst befreiten ; über dieses Wunder brachte die in Peking in chinesischer Sprache erscheinende Zeitung ganze Spalten, in denen wir, da die Chinesen keine Schriftzeichen besitzen, durch welche sie unsere Namen ausdrücken können, Dr. .Bock" und resp. Dr. .Li" genannt waren. Verschwendete Höflichkeit. In das RedaktionSbüreau der Zei tung eines westlichen Landstädtchens trat vor Kurzem ein Mann, der sich in bejammernSwerthem Zustande befand. Ein Auge war dick angeschwollen und schillerte in allen möglichen Farben, vom tiefsten Schwarz bis zum hellstenGelb und Blau, quer über daS Gesicht trug er ein hest Pflaster, er hatte einen Arm in der Schlmge und hinkte mühsam mit yulse einer Krücke daher. Nachdem er sich mit einem rothbaumwollenen Taschentuch den Schweiß von der zu einem sörm lichen Klumpen angeschwollenen Stirn gewischt hatte, fragte er, ob der Redak teur zu sprechen sei. Die einzige Person, welche sich im Zimmer befand, war der Redakteur, und nachdem dieser die Frage deö Fremden bejahend beantwortet hatte, hob derselbe an: .Ich war bisher Abonnent und eifriger Leser Ihres Blattes, will aber meinen Namen sofort von Ihrer Abonnentenliste gestrichen ha ben, denn Sie allein sind daran Schuld, daß ich so scheußlich zugerichtet worden bin." Bei diesen Worten ließ er sich mit großerVorsicht und als ob ihm der ganze Körper weh thäte, auf den äußersten Rand eines Stuhles nieder. Wer hat an Ihrem ZustandeSchuld?" erwiderte der Redakteur erstaunt. Wir, wie ist das möglich V Das werde ich Ihnen gleich erzäh len," . ergriff der Fremde wieder das Wort. .Ich bin Farmer und halte Kühe. Kürzlich las ich in Ihrem Blatt einen Artikel über einen Convent von Milche reibesitzern, die als eins der Motto'S, welche im Versammlungssaal angebracht waren, den Spruch gewählt hatten :

.Bebandelt Eure Kuh in derselben Weise,

wie Ihr eine Dame behandln würdet !" Der Artikel fuhr dann fort, es vuroe von unseren erfahrensten Milchereibe! sitzern zugestanden, daß eine Kuh, die gut und rücksichtsvoll behandelt würde, gerade als ob sie ein denkendes Wesen fei. Zweimal so viel Milch gäbe, als eine, die schlecht behandelt würde. Die Sache kam mir sehr plausibel vor. Ich hatte mein Vieh frühe? immer sehe schlecht be handelt und glaubte darin einen der Gründe zu sehen, warum meine nuye jedesmal austrockneten, wenn die Butter auf 40 CtS. das Pfund stand, und dagegen ein Uebermaß Milch gaben, wenn die Butter nur 15 Cts. das Pfund werth war. Ich beschloß daher, eS mit Ihrem Plan zu Probiren und eine meiner Kühe wie eine Dame zu behandeln. Ich be saß eine Kuh, die bei keiner Gelegenheit gezeigt hatte, daß sie sehr verliebt in mich sei, und an dieser beschloß ich den Plan zuerst zu erproben. Am Tage nachdem ich den Artikel in Z.hrem verflixten Blatt gelesen hatte, zog ich deS Morgens schon in aller Frühe meinen Sonntagsanzug an, setzte den weißen Cylinder auf, den ich in dem Jahre gekaust habe, als Greeley sür Präsident u", und ging nach dem Kuhstall, um zu melken. Es kam mir schon so vor, als ob die alte Kuh etwas verschämt und schüchtern aus sähe, aber ich ließ mich dadurch nicht irre machen, sondern zog meinen Hut ab, verbeugte mich und sagte: .Madame, verzeihen Sie das scheinbar Unpassende der Bitte, aber wollen Sie nicht so ge sällig sein, das Bein aufzuheben 1 Gleichzeitig klopfte ich ihr mit meinem Cylinder sanft aus die Schenkel, stellte den Milcheimer unter sie und setzte mich aus den Melkschemel nieder. Nun, und hob sie das Bein empor V fragte der Redakteur begierig, sich dar über Auskunst zu verschaffen,welche Fol gen der von Herrn Smith aus Sheboy gan, dem groben .Dairyman" und Präfidenten deö Vereins derMilchereibesitzer, ertheilte Rath gehabt habe. Ob sie eö emporhob ? ! - erwiderte der Andere mit schmerzersüllter Stimme, .bitte, wollen Sie mich gesälligst betrachten. und dann noch fragen? Nicht eins. alle vier Beine hob daS Bust" hoch. trat mich, fegte mir mit dem Schwanz in's Gesicht und um die Ohren, stieß Mich Mit beiden Hörnern auf emmal,daß es eme Freude war, natürlich nur sur sie. Und als ich mich zertreten, zerschla gen und zerstoßen, am ganzen Körper wund und lahm auS dem Heu erhob, meinen Cylinder in unbeschreiblichemZustände auS der Krippe zog, den Melkschcmel auS der einen und den Eimer aus der anderen Ecke hervorholte und das Vieh zu verhauen anfing, da vergaß ich AlleS, was ich über die gute und schlechte Behandlung deS Hornviehs jemals gelesen und gelernt hatte. Das Biest hat faktisch aus mir herumgetrampelt, als ob ich der Fußboden des Stalles wäre, und Sie können mir mit Ihrem PSper" gestöhlen werden. Der Redakteur versuchte, dem entrüsteten Farmer klar zu machen, daß der Rath sich auf gefleckte uhe durchaus nicht bezogen habe, aber eS half Alles nicht?, unversöhnt und voll tieser, ge rechter Entrüstung humpelte er wieder zur Thüre hinaus. Parstfal." Die Aufführung des Bühnenweihfestspiels Parsifal" steht kurz bevor, und da es ohne Zweifel Leute gibt, welche sich die Pilgerfahrt nach Bayreuth versagen. ist es vielleicht nicht uberflu lg, du Handlung der neuesten Waguer'schen Musikdichtuna kurz zu kizziren. Wu Parcivalsage gehört bekanntlich zu din ältesten deutschen Dichtungen, dc? erste deutsche Umdichter ist Wolsram von Eschenbach, Richard Wagner hat das Original sehr srei benutzt. Schon die Schreibwelse des Titels z'.igt eine Ab weichung, welche von Wagner durch die Tertstelle .Dich nannt' ich, thor'ger Rei ner fal parst. Dich reinen Thoren Par sisal" erklärt wird. Du Handlung ist folgende: Der Gralskönig Amsoras ist durch einen listigen Streich deö Zauberers Klingsor, der ihn in ein galantes Abenteuer mit der dämonischen Kundry verstrickte, mn den heiligen Speer betro gen worden, welchen du Booten des Heilands mit dem sein Blut enthalten den Gefäß einstmals dem Titurel (Vater des Königs Amfortas) gebracht hatten. Amfortas ist siech und krank, an einer niemals heilenden Wunde unsäglich lei dend; ohne den heiligen Speer ist er machtlos gegenüber dem argen KlmgSor. Der heilige Gral verspricht ihm einen Erlöser. Der reine Thor, harre sein, ruft er und da stellt sich Parsisal ein. Ihm zu Ehren wird der heilige Gral aus der Gralsburg feierlich enthüllt. Im zweiten Act tritt die räthselhaste Kundry in den Vordergrund, die immer lachen und toben muß, bis sie ein .Reiner" von diesem Fluch erlöst. . Sie besindet sich aus Klingsor's Zau berschloß, auf welchem, sich Amfortas Helfer, der wackere Parsisal anfindet. Klingsor sucht den .reinen Thoren" na türlich unschädlich zu machen, er vervan delt Kundry in ein schönes Verführer! scheö Weib, aber Parsival widersteht ih ren Lockungen siegreich. Klingsor weiß keinen Ausweg mehr, er nimmt den hei ligen Speer und schleudert ihn aus den Jüngling herab, der erfaßt ihn aber und schlägt damit bc Zeichen des Kreuzes. Das Zauberschloß versinkt, der Garten, kurz alle Herrlichkeit. Kundry hat dem keuschen Parsisal, von dem sie ihre Erlö sung erwartete, geflucht. Er gelangt nach langem Umherirren im dritten Auszuge wieder nach der Gralsburg, gemiß handelt und versolgt aber mit dem hei ligen Speer als Beute. Amfortas leidet noch immer an seiner Wnnde, Titurel, Amfortas' Vater, ist gestorben und soll soeben bestattet werden. Gnurnemanz geleitet den .reinen Thor. wie Parsisal genannt wird, zu der Leichenseierlichkeit. ES herrscht große Verzweiflung. AmfortaS klagt sich der Schuld an dem Tode Titurel'S an ; da zeigt sich Parst fal, er berührt den unglücklichen und un säglich leidenden König mit dem heiligen Speer und durch diese Berührung suhlt sich AmfortaS entsündigt.- Titurel kehrt zum Leben zurück und gibt dem wackeren Jüngling seinen Segen, Par sifal wird König des Grals, der wieder

feierlich enthüllt wird. Diele Dlchtunj ist ausnahmsweise nicht in Stabreimen

abgefaßt, der Reim ist überhaupt nut stellenweise angewandt. Ein kühner Seefahrer. Nicht im Interesse der WissensSast, wie De Lang und seine Gesührten, sön dern auS Gewinn und Abenteuerjucht. welche ja eine charakteristische Eigenschaft des amerikanischen Volkes ist, hat Capt. C. B. Kustell mit seinem kleinen Cchoo ner Pearl" eine Seesahrt gemacht, wie sie wohl einzig in ihrer Art in den An nalen der abenteuerlichen Seegeschichten verzeichnet sein dürfte. Kustell fuhr mit seinem Schooner .Pearl-, welcher an Größe die kleinen Küstenfahrer oder VergnügungSyachtS nicht übertrifft, in Begleitung eines ein zigen Matrosen am 23. April 1L80 von San Francisco ab. Sein nächstes Ziel waren die Marshall Inseln, welche 7000 Meilen südwestlich von San Iran cisco liegen. Die .Pearl" erreichte die Gruppe der GilbertJnseln nach'astlger Fahrt ; aber hier deserticte Jet ein zige Matrose, und Kustell sah sich genöthigt, jenen durch einen Eingeborenen zu ersetzen. Daß es nicht leicht war, sich diesem verständlich zu machen, versteht sich von selbst, doch gelang eö dem Ca pitän nach und nach, einen tüchtigen Seemann aus dem braunen Gesellen zu machen. Nachdem Kustell einige Monate zwischen den SchiffahrtsJnseln ge kreuzt hatte, segelte er nach dem Caroli nenArchipel, wo er Perlen von den Eingeborenen einhandelte. Dann erreichte er, nordwestlich steu ernd, die PellewJnseln und dann die Sangri-Jnsel, welche in der Mitte zwi schen den Philippinen und Malacca liegt. Hier nahm Kustell einen längeren Ausenthalt, während dessen er sich mit Lebensmitteln versorgte. Dann suhr er an den Küsten von Neu - Guinea, Celedeö und Borneo entlang und handelte von den Eingeborenen die verschiedenartigsten Waaren ein, namentlich Gold, Perlen, Gewürze, Schildkrötenschalen und Perlmutter. Seine Mann schast bestand jetzt in der Regel aus drei Insulanern, doch wechselte dieselbe sehr oft ab, da sich diese Wilden zu weiteren Fahrten nicht verstehen wollten. An der Küpe von Borneo wurde er von drei Piratendooten verfolgt und entging den selben mit knapper Noth. Nachdem er beinahe ein und ein halbesJahr in jenen Gewässern umhergekreuzt und nahezu zwei Jahre von San Francisco adwesend gewesen war, richtete er de Kiel seines Schiffes heimwärts. Er war nahezu 10.000 Meilen von der Hcimath entfernt. Nachdem er eine auö vier Mcr layen besiehende Mannschaft an Bord genommen, segelte er zunächst nach Cal vert-Jsland, wo er seine Ladung dervollständigte, und erreichte dann nach hundertundzehntägiger, günstiger Fahrt das .Goldene Thor-, den Eingang deS Hafens von SanFrancisco, wo jetzt sein kleines Fahrzeug, dl m man es ansieht, daß es eine lange Fahrt gemacht hat, sicher vor Anker liegt. In dem an derChesapeakeBai gelegenen zoologischenLaboratorium der Johns' HoplinS-Universität- i Baltimore hat Dr. W.K. Brooks, unter deffen Leitnng das Institut steht, in de letzten Monaten Untersuchungen über das Wachsthum der Austern angestellt. Er wies schon vor einigen Jahren nach, daß das animalische Wachsthum überHaupt davon abhängt, in welchem Maße daS animalische Wesen mit gewissen, für dasselbe besonders geeigneten Nahrung? stoffen, die es in der Regel in kleinen Quantitäten zu sich nimmt, versorgt wird. Dr. Brooks gelangte auf diese Weise zu der Ueberzeugung, daß der Ertrag der Austernausbeute aller Wahrfcheinlichkeit nach von der Menge des daselbst vorhandenen kohlensauren KalkeS bedingt werde. Diese Ansicht ist jetzt durch ein Experiment als richtig nachgewiesen worden. Dr. Brooks brachte nämlich Austernlaich in ein mit Waffer gefülltes Gefäß, in welcher eine Quantität solcher auS kohlensaurem Kalk bestehenoen Muschelschaalen gelegt war, die sich schell im Wasser auflösten. In die sem Gesässe bildete sich bald eine Schaalt nm die jungen Austern. Die Fortent Wicklung der jungen Austern ging in diesem Gesäße sehr schnell vor sich, zmh zwar in Zeit von sechZunddreißig Stu7. den schneller, als es unter anderen Um ständen in acht Tagen der Fall gewesen sein würde. Außerdem waren diese jrn gen Austern weit gesünder und kräftiger, als sie ohne die Hinzusügung kohlensaures Kalkes gewesen sein würden. Diese Entdeckung ist für die Austernzucht von großer Bedeutung, da sie ein Mittel an die Hand giebt, die Entwicklung der Austern zu beschleunigen und zu vervoll kommnen. Scmme rK a l a u e r. Eine ZnstitutS-Znhaberin beklagt sich bei Eericht, daß an den Fenstern eines ihrem Pensionate gegenüberliegenden Hauses die Herren nicht ganz anständige Geber den machen, wodurch die Moralität ihrer Pflegebefohlenen ernstlich Schaden nehmen könnte. Nach einiger Orientirung bemerkte der Richter: Aber zwischen jenem Hause, über dessen Bewohner Sie sich beschweren, und dem Ihrigen liegt ja eine so große Distanz, daß man kau wird etwas wahrnehmen können.- Bitte, bitte fiel die besorgte Jnstitutrice ein, mit einem guten Opernglase.... Eine andere, sehr muntere Dame, eine Pariserin, wurde gefragt, auf welchen Friedhose fie dereinst lieber ruhen möchte, aus dem Mont Parnasse" oder dem Pere Lachaise- ? Ich würde denn doch den letzteren vorziehen." .Und warum ? Nun, eö herrscht aus dem Pere 'Lachaise denn doch etwas mehr Leben Majoritätsherrschaft. Ein Fremder fragte einen Geisteskranken im Irrenhause, wie er dahin gekommen. Der Irre entgegnete : .Durch eine bloße Meinungsverschiedenheit.- Fremder : Unmöglich !" Irre : .Und doch nicht anders. Ich sagte, alle Leute seien Narren ! und alle Leute sagten, ia) sei ein Narr. Die Majorität aber setzti ihre Meinung durch