Indiana Tribüne, Volume 4, Number 406, Indianapolis, Marion County, 29 July 1882 — Page 2
Andimm Hriln'me. z ZgNche- und Sontagsau5gav flcc: 62 ! S. DclawarcStr. 1K tercl as 8mrntl-clsis3 matter at the retosiicc at Indianapolis, IniUana.) Abonncmen:sPrcise : TL ttche Vuszabe 12 CtS. per Woche. TcntägkauZgabe S CtS. perNnmmcr. Ve ' e zusammen 15 Ctt. per Wochs. I Da Tagdlatt erscheint jeden Nachmit. tar um i4 Uhr. D?e Eoaniagsausgab, ers nci de Morgeu. Tribnno Publishing Company.
1 1ndianapolis, Ind., 29. Juli 1882. Unser Export und 5er Krieg. Die britische Negierung beabsichtig:, sezehn Passagierdanipfer, welche den Verkehr zwischen britischen Häfen und New York, resp. Quebec und Montreal -.vermitteln, . für den Transport von -Truppen und Kriegs Material nach Aegypten zu chartern und perüchtweise verlautet in New ZZork, daß die betr. Schiffe bereits auserwählt und Eigen .thum der National-,. Cunard-, Euion-, Allan, Dominion und JnmanLinien seien. Sämmtliche sechzehn Schiffe haden einen GesammtGehalt von 46,360 Tonnen und sind im Stande, 17,900 Mann resp.', da ein Theil der Sendun ,n fiui fJVihrtsspri? irnh 9sriissri fiestefit. - ' T V M V M MV V -w m w ww - 1 7 " entsprechend weniger nach den Orten ihrer 'Bestimmungen zu bringen. Die Ausrüstung der Schiffe zu diesem spe ciellen Zwecke wird sich in kürzester Zeit vollenden lassen, da bei der .Erbauung hrfIfj-n fifreitS der 5weck. dieselben eventuell als Transport'Dampfer IM Kriege zu benutzen. in's Auge gefaßt und berücksichtigt worden ist; so .bestehen namentlich sämmtliche Schisse im Interesse der Sicherheit der Mannschaften auS wasierdichten Abtheilungen. Wäh rend des Krieges mit den Zulu's hat Großbritannien in gleicher Weise Reservemannschaften durch Passagierdampser nach dem Kriegsschauplahe bringen laffen. - Der Preis, den die Regierung für Benutzung der Schiffe zahlt, beträgt bei einem Dampfer von 3000 Tonnen $15,050 monatlich ; hierfür hat die betr. Compagnie die Ossiciere und Mann schasten zu besolden, während die Bekö stigung derselben und alle sonstigen Kosten von der Regierung getragen werden. Wir gehen einer Zeit entgegen, in welcher voraussichtlich ein bedeutender Export stattfinden und dadurch, daß eine so bedeutende Anzahl Schiffe vorüberge hend dem Verkehr entzogen werden, we sentlich beeinträchtigt werden wird. R'a m I 1 1). Vier Meilen von Alexandria zieht sich das Städtchen Ramleh an der Küste des .mittelländischen Meeres entlang, vor , Kurzem noch die Stätte, an welcher die Geschäftswelt der Handelsstadt allabend lich Erholung von der Hitze und dem aufregenden Leben und Treiben des Ta ges fand. Dasselbe ist jetzt von den ägyptischen Soldaten ausgeplündert und zum größten Theile zerstört, aber selbst die Ruinen bieten noch den zauberhasten Anblick eines Platzes, der demGeschmacke z Angehöriger der verschiedensten Natio nen seine Entstehung verdankt und durch daS phantastische Durcheinander seiner Style und Architekturen einen malen sehen und charakteristischen Anblick bot, wie kein anderer Platz der Welt. Was Bath, Sea Beach, Brighton oder New Port für. New Bork sind, das war das Ietzt von den Engländern besetzte Ramleh ür Alexandria. Von letzterer Stadt auS bildet es die erste Station an der Eisenbahn nach Kairo und eine wunder bar schöne, breite und bestandig von der frischen Brise des Meeres bestrichene ; Straße war den ganzen Nachmittag und 'Abend hindurch von den glänzenden Ka rossen und Equipagen der europäischen Geschäftsleute und der ägyptischen Be amten belebt. Die Gebäude waren sämmtlich leicht ausgeführt und ihre Zerstörung, die Vernichtung der verschiedenartigsten ; Ornamente, die sie schmückte, ist daher 'i eme nahe zu voustanolge. Nur der Sommerpalast des Khediven und das Hotel JBeau Sejour sind völlig mas sive Gebäude. Ersterer wurde von Js mail Pascha errichtet und bietet herrliche Aussichten über Alexandria, sowie bis '' in die Bai von Mulir,n der Nelson die französische Flotte vernichtete. An 'den Bau dieses Palastes schloffen sich schnell die Reihen den Villen, die aus dem armseligen Fischerdorfe Ramleh ein Paradies erstehen ließen, das an die Märchen aus Tausend und Eine Nacht erinnerte. Steile Dünen erheben sich aus dem weißen Sande der Küste, der von großen Flächen stehenden Was serö unterbrochen wird; der Salzgehalt der letzteren verhindert, daß diesen Lagu nen giftige Dünste entsteigen. Wie in allen orientalischen Städten concentrirte sich das öffentliche Leben in den Straßen und auf den Plätzen und, so großer Luxus früher in Ramlch herrschte, hat doch nie dort ein Theater, ein Easi ' no, ein Concertgarten oder ein ähnliches Etablissement zu Aufschwung und Blü the gelangen können. Während sich in Aegypten im Allge meinen und speciell auch in Alexandria oft Scenen widerlichster und empörendster .Rohheit abspielen, die meist von ''Abendländern ausgehen, und während man an den Usern des Nil nicht gerade der Elite der europäischen Nationen begegnet, herrschte in Ramleh ausnahms ' loö ein.' kosmopolitisch gemischtes, aber anständiges Leben und Treiben. Diplomatische Phrasendrescherei. . Welchen.Wortschwall und welche blununreiche Sprache unserem Consul El. liott in Canada zu Gebote steht, davon
r.ieM folgender Herzenserguß desselben, welcher neulich durch die canadischePresse ging, Zeugniß. Derselbe lautet, so weit er sich überhaupt in die deutsche Sprache übersetzen läßt, wörtlich so: Möge es auf jedes Blatt geschrieben werden, das in den canadischen und ame rikanischen Wäldern zittert, aus jeden Grashalm, der im Hauche deö Morgens schwankt, auf jedes Segel, das auf der öandelssee weiß erglänzt ; möge es am Mittag an der Sonne strahlen und wie derscheincn in dem milden Glänze jedes Sternes, der an GottesFirmament steht; möge eö wiederhallen durch die Gewölbe des Himmels und wicdertönen durch die Corridore unseres nationalen Tempels, daß die erhabenen und sympathischen Worte der Königin Victoria, welche aus den Flügeln der Elektrizität über den Ozean blitzten und wie ein Schutzengel über dem Bette des sterbenden Präsiden ten Garsield schwebten, WortPerlen und WortDlamanten waren, eingefetzt in das Halsband nationaler Einigkeit und Eintracht, welches den HalS der Göttin der Freiheit umschließt Nun, mehr kann man in der That nicht ver langen, wenn auch die Logik des Herrn Eonsul recht viel zu wünschen übrigläßt.
Unsere Aussichten. Seit einigen Wochen erst ist in unserer geschäftlichen Situation ein bemerkenö werther Umschwung zum Bessern eingetreten. Seit Anfang dieses Monats wurden die Berichte über die Erträgnisse der eingeheimsten Ernten, und aus anderen Theilen deS Landes über die Ern-te-Aussichten bester und bester und cn sie knüpste sich ein Ausschwung in Handel und Gewerbe, der uns für die zweite halste des lausenden Jahres mit Be stimmtheit erwarten läßt, daß wir die selbe den besten Zeiten in der Geschichte deS Landes beizuzählen haben werden. Die' Resultate deS Ackerbau entscheiden für die Ver. Staaten über die Gunst oder Ungunst der Zeiten und ein Jahr, das von unsern Farmern als ein gesegnetes bezeichnet wird, ist dies für alle Classen der Bevölkerung. Die Ernte im Südwcsten brachte reicheren Ertrag als seit Jahren und in Folge dessen macht'sich schon jetzt der Bedarf der Geschäftöleute in jenen Landestheilen nach den Erzeugnissen der Handels und Fabrikdistricte fühlbar. Im Nordwesten werden die Aecker den Fleiß ihrer .Be bauer reichlich lohnen, und auf der ge sunden Basis der Landwirthschast ent wickeln sich auch hier vortreffliche AuSsichten für alle Zweige des geschäftlichen Lebens. Die letzten Berichte weisen nach, daß in den Mittelpunkten des südwestlichen Verkehrs, in Chicago, St. Louis, Cleveland, Detroit, Toledo, Peoria und Du luth, in der mit dem 15. Juli endigenden Woche 1,595,224 Bushel Weizen den Eisenbahnen zur Beförderung übergeben wurden, 459,803 Bushel mehr,als in der entsprechenden Woche des Vorjahres. In der mit dem 22. dss. Mts. abgeschloMnen Woche wurden m St. Louis 1,283.000 Bushel Weizen, im Vorjahre 387,000, in Chicago 949,59, im Vorjahre 206.900, in Toledo 410,. 385, im Vorjahre 235,000 Bushel zur Beförderung ausgegeben. Diese Zah len sprechen um so deutlicher, da wir erst im Anfange des Versandts unserer Bo denprodulte stehen und da August und September noch ganz andere Ziffern nachweisen werden. Die Nachfrage nach unserem Getreide wird voraussichtlich eine dauernd lebhaste fein ; in Irland sind die Ernteaussichten schlecht und in England haben sich die ursprünglich guten Aussichten in Folge der Witterung in das Gegentheil verkehrt und wenn die Wirren in Aegypten, wie höchst wahrscheinlich, unsere Baumwoll-Ausfuhr be günstigen, wird unser Export denjenigen des Jahres 1880 noch übersteigen. Die Farmer werden bedeutende Einnahmen erzielen, einen Theil derselben in Erzeugnissen der Manufaktur an legen und während sich hierdurch die industrielle Thätigkeit steigert, wird eine namhafte Verminderung der zum Theil durch wilde Spekulationen gesteigerten Lebensmittelpreise der gesammten Bevölkerung zu Gute kommen. Der Bedarf und die Mittel zur Befriedigung deffelben machen sich bereits in den Gefchäften der Landstädte fühlbar, befruchten, zu einem wohlthätigen Strome sich vereinigend, Handel und Gewerbe und die Bewohner unseres gesegneten Landes werden in den bevorstehenden zwölf Monaten Veranlassung haben, daran zu denken, daß die Ver. Staaten in der That das glücklichste Land der Erde sein müßten, wenn seine Bewohner von der ihnen zustehenden Selbstverwaltung einen vernünftigeren Gebrauch machten. Gu ter Samen wird auch in dieser Beziehung hier und da ausgestreut, und auch aus dieser Saat wird mit der Zeit eine gesegnete Ernte erwachsen. Mw, (Zln'Dorado für Viehzüchter. Mehr als ein Drittel des Staates Co lorado liegt westlich von den Felsengel birgen. Dies Gebiet ist im Allgemeinen noch wenig bekannt. Es ist sogar noch nicht vermessen, da es bis vor Kurzem die große Ute-Reservation bildete. Seit Mcnschengedcnken haben dort die In dianer in großer Anzahl gehaust, vuii verncur Gllvm unternahm on lm Jabre 1842 eine Erforschungsreise in diesem Gebiete. Er, zog den Grand River aufwärts und durchschritt das Ge biet des White-River, wo er auf große Schaaren Indianer stieß. .Denselben war der Gebrauch der Feuerwaffen noch unbekannt, und sie benahmen sich gegen die Mitglieder der Expedition sehr freuno lich. Dieses Gebiet ist bis zu der süd westlichen Grenze ein vorzügliches Wei deland. Die dortigen Gewäffer fließen alle in südwestlicher Richtung, und das Klima ist dort so milde, daß der Schnee nur in den seltensten Fällen mehrere Ta ge lieben bleibt. Das Gras bleibt, das ganze Jahr hindurch grün. Die Berge fallen an der Westseite der Felsengeblrge nicht so schroff ab, wie an der Ostsejle,
und die Abhänge sind mit dem besten Grase bewachsen. Die Flüsse und Bäche sind sehr wasserreich. Dieses Gebiet, welches größer ist, als ganz Ncucngland nebst New Jersey und Dclawarc, ist, abgesehen von einzelnen isolirtcn Plätzen, noch völlig unbesiedelt, und doch würde es für Millionen von Nindern und Schafen die beste Weide abgeben. Die Indianer sind zum größten Theile vcr fchwunden, ihr Land ist angekauft worden und wird demnächst von Negierungs beamten vermessen und zum Verkauf auögeboten werden. Mehrere der bedeutendsten südlichen Viehzüchter haben kürzlich das Land bereist, um WeidePlätze auszusuchen und solche, so bald sich Gelegenheit bietet, anzukaufen. Die Denver und Rio Grande - Bahn wird, wenn ihre Verbindung mit Utah hcrgestellt sein wird, zur Erschließung des Landes beitragen, und die White-River Agentur, wo der. arme Meeker massakrirt wurde, wird möglicher Weise noch eine der bedeutendsten westlichen Städte. Die Sahara fern Binnenmeer.
Der Vorschlag des Majors Roudaire, in Afrika ein Binnenmeer zu schaffen, ist von dem großen Ausschusse des sranzö sischen Senats, der ihn zu prüfen aehabt hat, verworfen worden. Die .Nepu blique Franaise" äußert darüber : Sobald es sich nicht mehr bloß darum handelte, die Schwelle, welche den Meer busen von Gabes von dem Golf Jl Dje rid trennt, bei Seite zu schaffen, sondern die Rede davon war, mittels eines längern und kostspieligen Canals die Vertiesungen, welche den Chott Rsarsa bilden, mit Wasser auszufüllen, mußte man nothwendig auf eine sinancielle Unmöglichkeit stoßen. Die Operation war nicht ausführbar, weil ste zu große Auslagen erfordert hätte. Es ist aufgefallen, daß die Regierung, welche zu Anfang den Plan mit Enthusiasmus aufzunehmen schien, während der letzten Sitzungen des Ausschuffes äußerst kalt blieb. Der Unterstaatssccretär der öffentlichen Bauten wünschte die Ablehnung, und Freyeinet schwieg. Könnte man jedoch nicht bedeutende Erfolge erzielen, wenn man einfach dag gegenwärtig im Süden von Algerien vorgenommene Werk fortführte und vervollständigte ? Wie viele Palmbäume, wie viele Oasen könnte man pflanzen wie viele heute nackte Berg rücken könnte man bewalden, und wie viele Quellen könnte man dadurch schafsen, welch' beträchtliche Besserung des Klimas und der Bebauung des Landes könnte man zu Stande bringen mit einer fünfzig Mal geringeren Summe als die, welche zur Ausführung des Roudaire'f&.p Planes nöthig sein würde. Dcu.sHland'S projektirteS eana'. Ncl;. Der Ausbau des im Jahre 1877 von dem preußischen Ministerium projektirten Canalnetzes wird immer von ?!euem ausgeschoben, und nach einer von der genannten Behörde im Januar dlesesah' reg veröffentlichten Denkschrift würde von der Ausführung des 1877 aufge stellten Programmes vorläufig auch noch gänzlich abgesehen werden. Nach jenem Programme sollten die Wassergedute des Rheins, der Weser, der Elbe und der Oder mlt einander verbunden und außerdem eine Verbindung Mitteldeutschland's mit der Ostsee hergestellt werden, welche bei Berlin zenen andern Canal berührt.. Diesem Projekte ge genüber, dessen Ausführung für ganz Deutschland von großem Nutzen sein wurde, machen sich j'cht Sonhermteressen geltend. Es erfolgte nämlich am 27. März dieses Jahres d:e Vorlage emes Canal-Projektes an das preußische Abgeordnetenhaus, nach welchem vonDortmund über Herichenberg, Bevcrgern und Neudörpen eine Verbindung des Rheinö mit der EmS hergestellt werden soll. Ein solcher Canal würde aber nur der rdei-nisch-westphälischen Kohlenindurstie zu Statten kommen, während das ersterwähnte Canal-Projckt von allgemein preußischem und deutschem Jntercffe ist. Außerdem wurde die Welterfuhrung des Rhein-Ems-Canal nach der Weser und der unteren Elbe die Kosten der zuerst projektierten Rhein-Weser-Elbe-Berbin-dung um 112 Millionen Mark erhöhen, da durch dieselbe die Gesammtlänge um 420.7 Kilometer . vergrößert werden würde. DaS ursprüngliche Canal . Projekt, nach welchem die Route Rohrort-Dort mund-Minden- Hannover - Wolmirstedt eingeschlagen werden sollte, hat denVorzug einer direkteren und günstigeren Wasserverbindung zwischen dem Rhein, der Weser und der Elbe, und deshalb hqben sich auch die Aeltesten der Berliner Kausmannschaft zu fernen Gunsten aus gesprochen und zugleich die Beschleuni gung der Ausführung des Projektes be sürwortet. Das preußische Abgeordne tenhauS wird in seiner nächsten Sitzung die Canal-Angelegenheit in Erwägung zu ziehen haben und aller Wahrschem lichkeit nach sich für das ursprüngliche Projekt entscheiden. Denv r'ö Auösteoung. Das Hauptgebäude für die inDcnvcr, Col., abzuhaltende Mineralien- und JndustrleAusstellung ist bereits vollen det und wurde bisher täglich von großen Schaaren Fremder in Augenschein ge nommen, rfl letzt übrigens bis zur Er öffnung der Ausstellung am 1. August r r r? r i. - ' gesazloffen. wen verMeoencn Aus stellern sind bereits ihre. Plätze angewie sen worden, und viele derselben sin' schon mit der Arrangirung ihrer Aus stellungSartikel beschäftigt. Die meisten scheinen dieses jedoch, wie es bei dem Centennial- der Fall war, bis zur letz ten Stunde ausschieben zu wollen. Unter allen Staaten und Territorien hat. so weit sich die Sache bis jetzt beurtheilen läßt,' Utah die reichhaltigste Sammlung von Mineralien nach Denver gesandt. In derselben befindet sich ein Klumpen rassinirten Silbers, welcher einen Werth nop $118.000 belltzt. Außerdem ent
halt diese Sammlung überaus reiches Silberzrz, welches cuS der Silent Friend Mine" in Gunison County. U.. kommt. Dieses Erz ist in Blöcken von je einer Tonne Gewicht vorhanden. Das Hauptausstellungsgebäude, in welchem die Commiffäre der verschiedenen Staa ten und Territorien schon tagtäglich eisrig an der Arbeit sind, wird während der Ausstellung allabendlich durch sünfundzwanzig elektrische Lampen erleuchtet werden.
französische H eereör. formen. Paris, 9. Juli. . Seitdem die Deputirten-Kommission sich zu Gunsten der nur dreijährigen aktiven Wehrpflicht ausgesprochen hat, beschaftigt sich die öffentliche Meinung wieder lebhast mit den militärischen Resormpläncn : man möchte gern die ma teriellen Existenzbedingungen, nament lich des gemeinen Soldaten, verlassen, da die Söhne der wohlhabenden Klaffen zukünftig den Vortheil des Voluntariats entbehren sollen, will aber auch das Militärbudget nicht zu sehr erhöhen, da die Staatseinnahmen jetzt schon knapp zugemeffen sind. Allen derartigen Vorschlügen, die seit einiger Zeit durch die Presse gegangen, zu genügen, wäre nicht blos aus den besagten finanziellen Rück sichten unmöglicy, sondern der Soldat wurde auch so sehr verweichlicht, daß die unvermeidlichen Entbehrungen des Feldzuges von einem großen Prozentsahe der Truppen voraussichtlich nicht mehr ertragen werden könnten. Gibt, es doch jetzt schon zahlreiche militärische Fachmünncr, die behaupten, die Niederlagen Frankreichs vom Jahre 187071 seien nicht wenig dem Umstände zuzuschreiben, daß die französischen Soldaten in Friedenszeiten zu sehr geschont wurden, resp, nicht genug an Entbehrungen undStrapazen gewöhnt waren. Der Militärische Berichterstatter des National" befürwortet heute Reformen, die bei ihrer Kostspieligkeit wenigstens nicht mit den anderen bedenklicheren Gefahren verbunden scheinen. Das Blatt will, daß man die Lmicntruppcn wemger mit Gepäck belaste; das Kostüm dieser Waffe sei das lächerlichste, unbequemste und abgeschmackteste von ganz Europa Der Ucberrock der Infanterie scr völlig verwerflich, steif w'.e vonRoßhaar, 'schwer wie Blei, wenn er das Wasser nngesaugt hat; er erdrücke die Schulterblätter, schlage die Beine ein, gieße das oben angesammelte Rcgcnwasser in den Hals, verwickle sich in das Gewehr, hindere die Bewegung des Soldaten und mache ihn so häßlich wie nur möglich. Auch die rothen Beinkleider müßten abgeschafft und durch dunklere, von Farbe weniger schreiende, ersetzt werden. Wenn die Ochsen auf der Landstraße vorbeizogen, so seien die Kinder klug genug,- ihre ro then Schürzen zu verbergen"; aber wenn die feindlichen Schützen erschienen, so könnten die franzosischen Soldaten doch nicht gut ihre rothen Hosen verstecken. Das französische Schuhzeug sei das unpraktifchste von der Welt; es mache den Soldaten zum wahren Märtyrer ; das Oberleder sei hart wie Blech und die Sohlen verwundeten die Füße; Wasser und Schmutz sänden freien Eintritt. Die messingene Brustplatte mache den Soldaten zu einer lebendigen Zielscheibe. Kurz, der französische Troupier verlange ein kokettes Kostüm"; er müffe fühlen, daß cr dem Publikum gefalle, wlnn man wolle, daß er sich im Dienste gefalle. Es ist genug", so schließt das Blatt, daß alle jungen Leute während drei Jahren an i Uebungen gebunden sind, welche durch die Nothwendigkeit allein erträg lich werden. Aber man erspare ihnen wenigstens, während dieser Zeit einEin saltspinsel-Kostüm zu tragen!" Nach einer in den deut schen Zeitungen verbreiteten Notiz soll der preußische Landwirthschastsminister Dr. Lucius, bezw. denen Gattm, von einer in London verstorbenen alten Tante" ein Vermögen von 7 Millionen Psund Sterling (140 Millionen Mark) geerbt haben. Oom Inlande. Haus Haltungsgegenstände, welche von Personen, die sich hier nieder zulassen gedenken, in das Land gebracht werden, unterliegen bekanntlich der Ver zouung Nlcyl, wenn t leolglicy zum eigenen Gebrauch dieser Personen be stimmt und sich mindestens ein Jahr in dem Besitze der Personen, welche diese! ben importiren, befunden haben. Der Schatzamtssecretär hat dieser Tage entschieden, daß Wandgemälde als Haus Haltungsgegenstände im Sinne des Ge setze zu betrachten sind, und dan der Besitz, den das Gesetz erfordert, kein UNunterbrochener zu sein braucht. In Missouri Valley,einem Städtchen, 20 Meilen vom Council Bluffs, Ja., haben sämmtliche Wirth schaftcn geschlossen und die Branntwein und Flaschenbierhändlcr in Council Bluffs machen jetzt gute Geschäste nach dem Stadtchen. Während der Farmer I. D. Richardson, in der Nähe von Can ton, Dak., wohnhaft, seiner Familie mit breitem Behagen die Beschreibung von der Hinrichtung des Mörders Eagan in isrour zsalls vorlas, lamai n eine seiner Töchter, ein lljähriges Mädchen. weg und erhängte sich im Stalle. Auch em Beispiel von der Abschrcckungs Theorie.Der Chef unseres Geniecorps, General Gilmora, empfiehlt in seinem Berichte an den Kricgssecretär zum Schutze der Hafenstädte, Kriegswerften zc. ein ausgebildetes System von Torpedo's, verbunden mit Panzer thürmen, die mit Geschützen schwerst' Callbcrs armlrt find. Laut Beschluß des Senales soll ein Anbau an daS Weiße Haus gemacht weroen. .wollte das einzige hervorragende Gebäude deS Landes von historischem Werthe nicht lieber in dem ursprünglichen Zustande gelassen und für
etwa nothwendize Amtslocalitäten. an! anderer Stelle gesorgt werden? Der Präsident don Gua temala, General Barrios, der sein Land mit großen Erwartungen verlosten,, ist sehr entnüchtert und kleinlaut nach 5) .use zurückgekehrt; hoffentlich trifft ihn dort der Spott deS von ihm mißhandelten Volkes und von der Lächerlichkeit bis zum Falle ist nur ein kleiner Schritt. Sollte sich diese Erwartung bestätigen, so hätte seine Reise doch Gutes gestistet, d. h. ste hätte ein Volk von seinem Tyrannen befreit. Die Mode hat sich sogar auf das Schaffst ihren Weg gebahnt. Gelegentlich der letzten Hinrichtung in New Z)ork wurde berichtet, die schwarze
Kappe, die dem armen Sünder über das Gesicht gezogen wurde, ser aus dem neuen Stoffe Nonnenschleier" angefertigt gewesen. Dr. Savaae in Philadelphia hat einen Hund, den er sehr liebte. aus der ihm gehörigen Begrabrnßstätte ernes Friedhofes neben seiner' Gattin und seinem Kinde beerdigen lassen. Mitglieder der betr. Kirchengemeinde sahen ln dieser Handlung eine Entweihung deö Friedhofes und fordern die Entfernung des Hunde-Cadavers. Entweihung oder nicht, ein Mensch, der nicht einsieht. daß er durch eme derartige Handlungsweise das menschliche Gesühl beleidigt, ist ein Narr, und mag er feinen Hund noch so Ueb gehabt haben. Die. R. Y. Sun- berichtet, daß hier zu Lande die alten Schuhe und Stiefeln in die Pfeffermühlen verkauft, dort geröstet, gemahlen und zu Pfeffer verarbeitet werden. JnwiegroßerAusdehnung Maine, der östlichste aller Staaten der Union, noch ein; Wildnib ist, geht daraus hervor, daß Mr. Corlrß von Wade Plantation, Me., ein Mann 75 Jahre alt, bereits mehr als hundert Bären erlegt hat, und neulich einender allergröß ten. Die eben versammelt gewe sene demokratische Convention des Staatcs Tennessee hat eine Temperenzp'anke in ihre Platform ausgenommen. Vor einigen Jahren nämlich hatte die repu blikanische Legislatur ein Gesetz erlaffen, welches allen Verkauf von Spiritussen im Umkreise von vier Meilen um jedes mit einem Freibriefe versehene SchulHaus herum verbietet. Da gleichzeitig viele neue Schulhäuser errichtet wurde, so ist der größte Theil des Staates feitdem prohibitionistifch. Die Brauer und Brenner agitiren für Aushebung dieses Verbotes;, aber die Demokraten haben es nun zur. Parteisache gemacht, das Verbot aufrechtzuerhalten. S elbst m o rd-Manie. Mary McGee, daS Mädchen in Arlington, N. V., von dem bereits früher berichtet, daß ihre Geisteskräfte zerstört wurden und zwar deshalb, wert ein Mann, der sich mit ihr verlobt und ihr die Ehe verspro chen hatte, bereits verheirathet war, hat zu den fünf bereits früher gemachten Selbstmordversuchen in den letzten Ta gen nicht weniger als drei neue gefügt. Seit ihrer Rettung auS dem Paffaic hatte sie sich in der Hudson County Jarl in der Abtheilung für Geistesgestörte be sunden und sich bis Montag ziemlich vernünftig gezeigt. Am Montag Abend sagte sie zu einer Gefährtin: GuteNachl: Morgen früh bin ich entweder im Himmel, oder in der Hölle.- Da sie schon häufig vorher ähnliche .Reden. geführt hatte, achtete Nremand daraus; aber nach kurzer Zeit ertönte aus ihrer Zelle ein verdäch'igeS Geräusch und mau sah, wie sie bemüht war,sich mittelst eines aus ihren Betttuchern gefertigten StnaeS zu er hängen. Erst nach längerem- Kampse gelang es, ihr den Strick zu entreißen. Kaum war indeß . der Wärter in sein Zimmer zurückgekehrt, als er wieder g.erufen wurde, weil Mary versuchte, mittelst ihres langen Haares, welches sie fest um ihren Hals geschlungen hatte, sich zu erdroffeln. Jetzt wurde ihr die Zwangsjacke angelegt, und . während der Nacht schien sie sich.beruhigt zu haben, denn am Dienstag Morgen- erklärte-sie, daß ihr Benehmen ihr leid thue. .Die Zwangsjacke wurde ihr nun ausgezogen. Der erste Gebrauch, den sie von. ihren freien Händen machte, war, daß sie sich auf'S Neue einen Strick drehte und den Ver such, sich zu erhängen, wiederholte. Jetzt wurde ihr dieLacke angelegt und sie hat dieselbe noch an. Vor einigen Mona ten nahm ste am Market Str.-Depot Pariser Grün und- warf sich einige Zeit dataus vor eiuen herankommenden Zug auf das Geleise der Morris und EffexBahn. Später sprang sie von der Ei senbahnbrücke in den Passaic. Jedeö mal, nachdem sie an der Durchführung ihres verzweifelten Entschlusses verhin dcrt worden, nahm sie die Polizei in Obhut. Ueber gar. manche 3 gute alte Gesangbuchslied hat der Spott schon seine giftige Lauze äuSgegvffen und doch find wir von den Absonderlichkeiten nicht frei, die wir bespötteln.. DaS alte säch sifche Gesangbuch enthält ein Gebet, für einen Dachdecker zu sprechen, während er vom Dache fällt."- Bei einem reulichen Zusammenstoße deS Dampfers Plymouth Rock" spielte, wie New Z)or ker Blätter berichten, das Orchester eine Piece, die speciell für Dampfschiffe Colli sionen arrangirt ist. Unser Congreß hat, seit er im Dezember ' zusammengetreten, nach Berechnung des Senators Beck $419,202,930.22 oder 00 Millionen pro Monat und 2 Millionen pro Tag verrcil ligt. F. G. Parsons, V. D. 8. Zahnarzt, 14 West Mafhingion Straß,, (Ueber I. W. Heß So' Dly Sr, Goodö Etor, K Arbeit bester Qualität zu annehmbaren Preuen. Jnvianaxolii.
Vorn NuSlsnvt. Wegen einer Polizeistrase von 15 M., die er vor seiner Ab reise von Stettin zu entrichten rngifc, ist dinier dem Freiherrn v. FucZis-?!ord-hoff, dem Galten der Frau FranziNa Ellmenreich, von dem dortigen Amtsge richt ein Steckbrief erlaffen worden, Ende wird der Freiherr, der inzwischen
von Amerika nach Europa zurückgekelZr: ist, auf viZrund des Steckbriefes von der hochwohllöblichen Polizei aufgegriffen und .per Schub" nach der Hauptstadt des schönen Pommerlandcs dirigirt. Der neuerdings oft ge nannte sozia!demokratis(de Reichstap5abgeordnete v. Vollmar hielt kürzlich im .Schützenhaus" in Zürich einen Vortrag über die Sozialdemokratie, ihre Principien und ihre dermalige Stellung in Deutschlands Er nannte die Bismarc!'fche Sozialreform nur ein Mittel zum Zwecks mehr Gewalt für die Regierung zu erlangen : der Kampf um die indirel ten Steuern sei ein Kampf zwischen monarchischem Absolutismus und Pariament. In Deutschland, meinte der Redner, treibe Alles einem Umschwung entgegen und es sei nicht unmöglich, in wenigen Jahren die Sozialdemokratie am Ruder und die Republik durchgeführt zu sehen (?). In Pest hielten sammtliche orthodoxe Rabbiner Ungarns eine Versammlung ad, aus welcher eine Erklärung publizirt wird, worin gegen die unsinnige Beschuldigung des Judenthums protestirt. und die Glaubensge nossen aufgefordert wcrden, ruhig und würdevoll auszuharren gegen unver diente Angriffe, sich nicht reizen zu lassen, bescheiden aufzutreten, b'.s derFriede einkehrt. In Papa beschädigte der Pöbel' die drei nächsten Tempel, die Rabbinerwohnung, die Häuser, Läden und Fabriken von Juden. Die Polizei blieb unsichtbar. Die Regierung hat ernste Maßregeln ergriffen. Aus einer Berechnung der Züricherischen kaufmännischen ' Gesellschaft ergiebt sich die Biervroduktion in der Schweiz als 280,000 Hektoliter im Jahre 1867, eineMittion im Jahre 1881 betragend. Der Konsum des in und und ausländischen Bieres erreichte im Jahre 1881 den Werth von 28.2857W Francs. Auf der bayerischen LandeSausstellunL in Nürnberg wurden drei aus den Solnhosener Brüchen sta. wende vorzügliche Lithographiestcine um den. Preis von 1000 M. an die New Vorker Firma Geo. Meier u. Co.,dczw. deren in Nürnberg verweilenden Mitinhaber A. Uhlfeldcr, verkaust. Fröhlicher A u s ga n g e i -nes Selbstmordversuchs. Die Bewoh' ner eines Hauses in der Prinzenstraße in Berlin wurden kürzlich Nachts durch einen laut dröhnenden Knall erschreckt.Man lief zusammen und drang in das Zimmer eines im zweiten Stock bei der Familie eines Arztes als Chambregar nist wohnenden Ingenieurs, von wo der Schuß ertönt war. Der etwa 2ttjährige Ingenieur hatte sich mit der 17jährigen Tochter eines reichen Kaufmannes ver lobt, war aber bei dem Vater seiner Braut aus beharrlichen Widerstand ge--stoßen und hatte kürzlich einen sörmlichen Absagebrief von demselben erhalten. Dies' hatte sich der junge Mann lief zu He zen genommen, und öfters gegen seine Bekannten geäußert, er könne das Leben nicht mehr ertragen und wolle sich erschießen. Dabei hatte er in dieser letzten Zeit, um Trost zu sinocn, mit Bacchus und Eamdrinus sich mehr als gebührlich befreundet. In der genann ten Nacht nun war er in hohem Grade auf und angeregt nach Hause gekom men, und als nun nach vollbrachterThat die erschreckten Hausbewohner bei ihm eindrangen, souden sie ihn in halb liegender Stellung auf dem Sopha sitzen, mit entblößter Brust und die rauchende Pistole in der Hand. Den entsetzt Eintretenden rief er mit röch:lnder Stimme zu: .Ich sterbe! Holt meinen Wirth." Als Kiefer hinzukam und den Verwunbeten untersuchte, fand er die Stelle zunächst der Herzgegend stark geröthet und von Pulver geschwärzt, sonst aber' keine tödlliche Wunde. Der Arzt lachte aus und sagte: .Sie haben sich r?ohl mit Pulver erschoffen?" Der Ingenieur sah ihn einen Augenblick starr an, dann griff er halb mechanisch in die Westentasche und holte zum Gaudium der Um stehenden die tödtliche Kugel hervor. Er hatte in seiner Aufregung vergessen, dieselbe in den Revolver zu stecken. Am nächsten Morgen kam der Kaufmann auf die Nachricht, sein verschmähter Schwiegersohn habe sich erschossen, in dessen Wohnung, und halb belustigt, halb gerührt gab er seine Einwilligung zur Verlobung seiner Tochter mit dem sonst braven und tüchtigen Mensche, damit derselbe .nicht wiedcr solche Streiche mache". DieKoreaner hatten bis her eine außerordentliche Wachsamkeit gegenüber den Fremden. Rings um das Land gab :S eine Kette von Schildwachen, welche durch Feuersignale es an zeigen mußten, wenn ein Fremder ihren Boden betrat--was, ohne vorher Schiffbruch erlitten zu haben, schwer deckbar war. Das Wenige, was wir pon Korea wissen, hat man erst ganz neuerdings durch die Japanesen erfahren, welche feit drei Jahren die Erlaubniß zumHandels verkehr in zwei Häfen Korea's erlangt haben. Dampskesselexplosionen und UeberwachungSvereine. Im Jahre 1881 sind Dampfkeffelexplosionen vorgekommen : in Nordamerika 159, Eng land 33, Frankreich 25, Deutschland 18. ES wurden hierbei getödtet in Nordamerika 251 Personen, in England 41, Frankreich 30, . Deutschland 36. Zu? Ueberwachung der Danpskeffel sind in Europa neben den Staatsbehörden vor Handen: in England IV Vereine mit 43,500 Kesseln, in Frankreich 7 Vereine mit 3349 Kcffeln. in Deutschland 23 Vereine mit 14,687 Kesseln,inOesterreich
