Indiana Tribüne, Volume 4, Number 400, Indianapolis, Marion County, 23 July 1882 — Page 7

Meine erste Stunde in uatta

Skizze rsn Hermen ZlüUtt. Die Ferlen waren vorüber,- heute gings wieder zur Schule. Nach Quarta versetzt !" hatte ich vor drei Wochen, mein Zeugnis in der Hand schwingend, jubelnd ausgerufen, als ich freudetrunken zuraffeezeit insFamilien zimrner stürzte die Brust voll Genug thuung, den Kopf voller Feriengedan Jen. Heute war ich nüchterner; die letzten Feiertag5g:sühle waren gcstern Abend schlafen gegangen, und lieber Leser, weißt du noch, wie dir Shrend deiner Schulzeit Montag früh beim Erwachen zu Muthe war ? Dieselben Empsindun gen hatte ich jetzt in optirna forma. Nur waren sie heute nicht so ganz montagsaschgrau ; denn ich sollte zum ersten Male in Quarta sitzen, sollte von jetzt ad ebenfalls mit Hohn und Geringschäkung aus die .Quintanerklöpper" hinabsehen dürfen und den guten alten Professor Z zum Ordinarius haben. Professor Z war ein Original. Seit unbedenklicher Zeit an der Schule, war er stets Ordinarius der Quarta geblieben. Unbekümmert um irgend wel che Rücksichten auf seineUmgebung, hatte sich seine Eigenart im Lause der Jahre immer voller entwickelt, insbesondere ein schöner, licbenswerther Characterzug, der den Lehrer so interessant macht: Professor Z ließ sich nämlich köstlich hänseln, oder wie wir es damals bezeich neten: 2i? hatten Spaß bei ihm!" Gleich der Anfang der ersten Stunde brachte uns eine sehr heitere Episode und belehrte uns zugleich über den mannig fachen Gebranch der Schulbücher. ,'nt Maus, 'ne Maus, Herr Profes' for ! riefen plötzlich die Schüler der ersten Bank. Dort unter demSchirmständer." So ? Tia, seid stille Jungens, die wollen wir schon kriegen. Was habt'r denn für Bücher bei Euch V .Nur die Weltgeschichte, Herr Profes soc.Na, da will ich Euch 'mal was sagen. Nu packt 'mal die Weltgeschichte recht feste, und wenn ich nun den Schirmstän der fortrücke und se läuft weg, da fchmeißt'r alle mit d'r Weltgeschichte d'rnach. Verstanden? Aber feste!" Das ließen wir uns natürlich nicht zweimal sagen der Professor rückte den Schirmständer wir feuerten ab die Maus entkam natürlich und dem unglücklichen Kammerjäger flog ein hal bes Hundert Bücher an den Kopf. Eine stattliche Reihe der Gaben, die ihm dieMutterNatur verliehen, hatte der alte Professor im Laufe derJahre zurückerstatten müssen. So fehlten ihm z. B. sämmtliche Zähne, und sein Gesicht hatte daher in derGegend der fleischigmLippen ein umfangreiches, faltiges und wulstiges Lager von Muskeln auszuweisen, das ihm beim Sprechen in der jchärserenArtikuli rung, namentlich der Consonanten, ent schiedene Schwierigkeiten bereitete. Nellmann-, fuhr der Professor nach einer Weile sort (Ncllmann war nämlich der einzige sitzenged.iebeneSchüler der vorigen Quarta, daher der einzige, den dcrProfcsior bis jetzt p rsonlich kannte) Nellmann. deklinir'mal tschwi, tschwae, tscliwod." Ncllmann : Singularis : Nominal! vus : tsehwi, tschwae, tschwod." Professor: I, du Beugel, du nichts nutzl?,er Nacker, du sollst ja nit sagen tschwi, tschwae, tschwod", du in sanier Beel, du sollst sagen tschwi, tschwae, tschwod" Nellmann strotzig) : Nun ja, Herr Professor, das thue ich ja. Nominati vus : tschwi, tschwae" Professor : I, du Bengel, du wart, ich komm der" Die ganze Klasse : .Herr Professor, es hat Einer an die Thür geklopft." Profcffor : Nu, so eene verdammte Hundezucht. Nu, da seht 'mal. wer da ist." Aber ehe noch der stets bereite Nell mann, sowie die ganze Hälfte der Klasse, die sofort ebenfalls reisefertig war, die Thür erreicht hatte, öffnete sich diese. .Ein kleines Viaticum einem armen, reisenden Wanderer," kam es von den unverschämt lächelnden Lippen eines un endlich r-crstmiht, aber eben so schmierig und verkommen aussehenden, offenbar halb betrunkenen Handwerksburschen, der sich gleichzeitig mit frecher Gewandtheit in' Kl'sezimmer zu schmiegen wußte. Herr Doktor, auch ich war in Arka inen " Na, da möchte man ja wollenSie wohl augenblicklich " rief dcrProfeffor zornig und lief watschelnd auf den Vagabonden zu. Der Taugenichts lacht jetzt laut auf, und zu unserer Schande sei es gesagt wir leider mit. Jungen?," rief plötzlich der Professor stehen bleibend er mochte an seineJahre denken Jungens, schmeißt 'mal den verdammten Kerl 'raus." Was jetzt folgte, ist mir stets eine meiner lebendigsten Jugendermnerungen ge v?sen. Mit einem Höllenlärm erhob sich die Klaffe. DerVsgabond drückte sich eiligst. Tintensäffer, Lineale, Federkasten flogen im Nu nach der eben noch vorhanden ge vesenen Zielscheibe, und als sie ihr verfchwundenes Objekt verfehlten, rückte daS Corps d Rache nach die meisten blos bis zur Klaffenthür ; drei Mann aber kehrten erst nach fünfMinuten zurück, und Nellmann, der unermüdliche, blieb sogar über eine halbeStunde auö und versicher te bei seiner Rückkehr, er .habe den Kerl biS auj's nächste Dorf verfolgt. .Der Professor glaubte Alles. Wir vollen den Nellmann einstmei len acht oder vierzehn Tage auf dem tu sten Platz sitzen laffen wandte sich der Drofenor u uns. Nellmann hatte uns imponirt; wir waren völlia einverstanden und weder der Proseffor, noch wir ahnten damals, daß Nellmann eigentlich noch ein größerer Taugenichts war, alS der yanowerlS vursche. .JeU hab ich m'ch aber geärgert,Jun genS sagte der Proseffor nißmuthig, und da krieg ich'S immer auf die Leber. Apropos, die Leber ! JungenS,ve? von Euch weeß, wie die Leder aus Lateinisch

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Wir hatten keine Ahnung. Nellmann, weeß's ooch nich ? Du ollerDSmel, das hast du doch schon dreibis viermal mit durchackern müffen. Kennste nich die Ausnahmen aber nee, du weeßts sicher nich. Am Ende noch eher die Kleenen. Ich saß unglücklicher Weise dem Pro feffor zunächst. Na, sag mal. Kleener, wie heeßen die Ausnahmen beim Ablativs Singularis in der dritten : hepar, nectar und Ambrosia," zischelte mir Nellmann zu. Ambrosia," platzte ich heraus. Richtig, mein Sohn," höhnte derPro feffor. Nectar und Ambrosia ! Du bist nich übel, mei Junge du denkst wohl an geflügelte Worte, so wie meinetwegen : BairischBier und Leberwurscht, oder Erb sen und junge Hähndel I Na, auS dir kann noch was Herr Professor, da klopst es schon wieder," schrie die Klaffe. Gott sei Lob und Dank dachte ich, das war Hilfe in der Noth." Herr Proseffor," rief dienstbeflissen der unersetzliche Nellmann, daS ist ge wiß wieder der niederträchtige HandWerksbursche ich dachts mir gleich, daß der noch einmal umkehren würde" Na, Jungens", sagte der Proseffor, wenn der's noch mal ist, dann wollen w'r 'm aber heemleuchten, daß er nicht mehr wieder kommt. So ä versoffnerGesell." Und ehe der Proseffor von seinem Ka theder herunterkonnte, flog a tempo auf Nellmann' Zählen eine wohlgezielte Salve die dritte heute von etwa vier zig Tinlensäffern von den verschiedenen Plätzen aus geger dieThür, die unglück sicher Weise in diesem Augenblicke von außen geöffnet wurde. Aber, Herr Proseffor, was ist das aber für ein entsetzlicher Unfug!" rief in höchster Entrüstung ein hochgewachsener, stattlicher Herr in feinster Toilette, der in Begleitung unseres Direktors auf das Katheder des alten Profefforö losschritt. Was in aller Welt treiben Sie hier für Sachen V Freilich mochte derHerr zur seinerEnt rüstung Grund genug haben, denn seine feine, weißePiqueeweste zeigte betrübsame Spuren von dem schwarzen Inhalt un serer Wurfgeschosse. Entschuldigen Sie, Herr Schulrath, redete unserProfeffor den ihm wohlbe kannten, hohen Vorqesetzten in völliger Geistesabwesenheit stotternd an aber vorher war schon eia anderer Schwein! gel da, der auch schon angeklopst hat te." Zum Glück schellte es jetzt. Die Stunde war aus, aber unseies guten Profefforö Amtsthätigkeit kurz nachher leider auch. Der Schulrath hatte ihm seine weiß gewesene Weste und den an dern Schweinigel, der auch angeklopft hatte", nicht vergeffen.

Die Rache der Verlassenen. Eine Pariser Geschichte von Gallerh des ränge?. Ein zahlloses Publikum ersüllte, dicht gedrängt, die amphitheaterartigen Plätze von der Rennbahn bis zum Giebel. Die lichten Kleider der Damen und ihre mit ganzen Blumengebüschen geschmückten Hüte schimmerten in dem grellen Gas Uchte,welches die Diamanten Der Ohrgehänge in tausend bunten Farben blitzen ließ. Die Herren im Fracke und eine Garderna tm Knopfloche, gingen ab und zu. Das Gesurre lebhast gesührter Ge spräche ertönte aus allen Neiyen. Es galt ein großes Ereigniß im Pari ser Cirnue (Tete. Minna Sheppard, eine cncjl-.se Schulreiterin, üebutirte. und antastn, die Sylphide mit dem aoldaen Teint und den Sammetauaen. deren Lust'Voltigirung dasPublikum in Entzücken verhetzten Fantasta nadm Abschied. Die aarne Pariser Lebewelt. die Elite der galanten Damen, war au ßer sich vor erstaunen. Gleichwohl wurde dieses Ereignis von den riesenhasten Anscblaaetttteln auf den Zeitungs'Kiosk derBoulevards bestätigt, v t" A-n f.tn t - r . t'L - j-l. uno ituniaua itiuii luuuuuuue icu uau Tagen den Ungläubigen beständig, daß 4 MT t.t r . v ttjt k.? tr-r. !llr NI Q!U8 unwieoerruni sei. Vle verließ nicht allein den Eircus, sondern Paris: es war ein vollständiges Ver schwinden. Die am wenigsten Ungläubigen ver sicherten, daß eine Liebesgeschichte mit einem bekannten Mitaliede des Jockey Eluos, Jacques oe Pontls, welcher den Beinamen der schöne Jacques" führte, 1. . ! S4 ä ft. oaylnler jicae. Äver wenn auq an oer Sacke etwas WabreS war. ist das ein Grund, um seine, ganze Lebensweise zu ändern und sich philisterhask in irgend einem Neste zu begraben? Nein! Das war iu unwahrscheinlich, und alle Ver muthungen hatten wieder freien Lauf. rr. r crr .n . r juic 15 cu von 'illkiaaanaern uz brach sich den Kovf. um den Schlüssel dieses Geheimniffes zu finden. Wetten wurden gemacht,und man hätte am Vor abends des (?ranä?rix die Chancen dieses' oder jenes Pferdes nicht eifriger diskutiren können. Die Verstellung hatte seit einiger Zeit beaonnen.. Die GliederVerrenkunaen uno Grimassen oer Clowns lonnien oic sr rr v rw , Aufmerksamkeit des Publikums Nicht

fesseln, evensowenlg als oie Wagenren nen odeie inFreiheit dreffirtenPonies. EndNq ging eine Bewegung durch die Habueö, die sich an der Thür, durch wel je die Künstler eintreten, drängten: Fntasia erschien. Ganz in blauen AtlaS gekleidet und mit Diamanten besäet, blendete ihre Er fcheinung wie die eines Gestirnes. Ihrer Schönheit und ihrer Beliebtheit sicher, lächelte sie dem Publikum, besten Abgott sie war. zu. - Jeder ihrer Schritte, jede ihrer Bewegungen wurde mit begeister ten Beifallsbezeugungen aufgenommen, und als sie ihre Nummer endete, siel ein Wolkenbruch von Blumen zu ihren Füß en nieder. Um diese Ovation zu ver vollständigen, übergaben ihr zwei Stall meiste? einen riesigen Korb, in dem ihr Name, von rothen Kamelien aus einem Grunde von weißen Lilien ausgesührt, prangte. DaS war das Andenken ihrer EircuS-Kollegen. . VonNeuem ertönte der Beifallssturm. Fantasia, die Brust vor Erregung wog end, schvankte,indem sie dem begeisterten Publikum Kußhände zuwarf. Sie lächel te unter Thränen und beeilte sich, die Bahn zu verlaffen, vobti sie kaum den

vierten Theil der ihr zugeworfenenBlum

en mitnehmen konnte. Minna Sheppard, die Debütantin, wartete voll Ungeduld hinter der Bar riere auf das Ende der Ovation. Als die Heldin des Abknds im Vorüberrauschen an sie streiste, warf sie ihr anen Blick zu, kalt wie eine Degenklinge, dann warf sie sich auf ihr Pferd und sprengte rasch, mit zusammengepreßten Lippen, in die Bahn. Das Publikum nahm von der neuen Erscheinung keine Notiz. Man rief nach Fantasia. Man wollte sie noch einmal, zum letzten Mal, sehen. Sie aber war ermüdet, von der Ausregung gebrochen. in ihre ToiletteLoge geflüchtet und hatte strenge verboten, irgend Jemanden vor zulaffen. - Vergeblich ließ Minna ihr Pferd die schwierigsten Gänge, die graziösesten Courbetten ausführen, das Publikum war beinahe unwillig über diese Unbe kannte mit den tm Nacken in Flechten zu sammengebundenen, aschblonden Haaren und den vafferblauen Augen, deren kal te und stolze Haltung eben so wie ihre dunkle Amazone einen scharfen Gegensatz zu ihrer Vorgängerin bildeten. Als sie die Bahn verließ, rührte sich keine Hand. Das Orchester spielte zwar den Tusch des Hervorrufs, aber Minna begriff, daß es für sie gefährlich werden könnte, wenn sie erschiene. Wuthend und ihren bösen Stern verfluchend verlor sie sich in einem der Gänge. O, ich werde mich rächen!" murmelte sie, während eine düstere Flamme aus ihren Augen blitzte. Jacques de Pontis und seine Geliebte, die man weit entfernt glaubte, lebten in einer lm Walde versteckten Villa ln Vttle d'Avray. Das reizende Mädchen, das seine Jugend in einer Gasund Stall Atmosphäre verlebt hatte, berauschte sich an der freien Luft und dem Grün. Sie fühlte sich selig. Alles verlaffen zu haben, um ihrem Jacques anzugehören, deffen Eitelkeit diese tolle Leidenschaft anfangs geschmeichelt hatte, den sie aber jetzt zu langweilen begann. Er hatte dieses Opfer nicht verlangt. Ein leichtsinniger und skeptischer Pariser, ein echter Boulevardier bis ins Mark der Knochen, fand er, daß Fantasia die Sache zu ernst nahm. Er war auf eine solche Leidenschaft von Seiten einer Cir kusDame nicht gefaßt. Manchmal er schreckte ihn dieselbe. Ueberdies verlor seineGeliebte viel von ihrem Zauber sür ihn. Er hatte sich in sie verliebt, als er sie in schwindelnder Höhe, hoch über Tausenden von Köpfen, schweben sah, ihre wunderbaren Formen in dem enganschließenden Tricot plastisch hervortretend; als er diese gefährlichen Kunststücke, die sie mit überraschender Sicherheit und Vollendung aussührte, und die Miene bewunderte , mit de? sie, nachdem sie zwanzigmal nahe daran war, sich das Genick zu brechen, dem begeisterten Publikum, in dem Momente, indem sie den Boden berührte, zu sagen schien: Pah! Nichts leichter als ds! Jetzt hatte sich dieses phantastische Geschöpf, halb Dämon, in eine kleine Bürgersfrau verwandelt, die des Mor gens im thaufeuchten Felde spazieren ging, die Pächterin spielte und Holz schuhe trug. Die Diva war von ihrem Piedestal herabgestiegen und wirkte Nicht mehr auf die blastrten Sinne ihres Geliebten. Unter dem Vorwande des herannahenden Winters verließ der junge Mann Ville d'Avray, etablirte seine Geliebte in dem bescheidenen Mezzanin einer ruhigen Straße zwischen em Faubourg St-Ho nore und dem Boulevard Malesherbcs. Der schöne Jacques athmete, als er nach Paris kam, auf, wie ein Pferd, dem man Sattel und Zaum abgenommen. Er hatte Fantasia versprechen müffen, nicht mehr in seinen Club zu gehen. Sie verkehrt mit Niemandemdachte der junge Mann, sie wird es nicht erfahren, wenn ich doch hingehe.So nahm er denn sein Boulevard-Le ben wieder auf. Aus einem Kostüme Ball bei dem Grasen N. machte er ausfallend einer Blondine mit milchweißen Teint, graublauen Augen und einer scharfen Stimmeden Hof, die keineswegs unempfindlich für seine Zuvorkommen heiten und Schmeicheleien zu sein schien. Wer ist die Kleine?" sragte Jacques mit unbefangener Miene den HausHerrn. DaZ? Das ist Minna Sheppard.eine Enqlünderin! Ich g'-aiulire Ihnen, mein Bester, falls Sie ihre Eroberung gemacht haben!" Abends daraus lud Jacques Minna Sheppard zu einem Souper in einem Caoinet particulier. Fantasia sagte zu ihm: Vergiß nicht.daß ich mich tödte. wenn du mich betrugst r Jacques schlug ein lautes Gelächter auf. Es wurde wieder Frühling. Die frühere Eircus-Künstlerin. welche sich immer mehr und mehr vernachläffigt sah. begann sich aus's Splornren zu verlegen. Bald konnte sie nicht mehr zweifeln. Ei nes Tages sagte sie JacqueS, sie sei ihm mit Mmna Sheppard begegnet. Der Treulose leugnete nicht einmal. Wie nun, wenn ich meinWort hielte. sagte sie, indem sie einen kleinen Dolch von einer Etagere nahm, .wenn ich mich tödtete?" .Alter Spaß!" erwiderteHerr de Pon tis, indem er die Achseln zuckte. .Du hast Recht, ich bin blöde sagte sie; .ich bin nicht einmal im Stande, eine neue Todesart zu erfinden!" Dabei brach sie in Schluchzen aus. Der schöne JacqueS, der vollständig mit Fantasia gebrochen hatte und iffent lich mit deren Nebenbuhlerin lebte, war sehr erstaunt, als er eines Morgens seine Korrespondenz öffnete, einige Zeilen von seiner früheren Geliebten, denen zwei Circus-Sitze beigeschloffen waren, zu finden. .Ich trete heute Abends wieder zum ersten Male im CircuS ans," schrieb Fantasia, .ich hoffe, du kommst, um mir zu applaudiren. Ich schicke dir zwei Sitze, einen sur dich und einen für Mm na Sheppard. Ohne Groll!" .Sieh' da," sagte JacqueS, .sie hat mehrGeist.alS ich ihr zutraute! Sie kann te wirklich nichts Klügeres thun. Wir werden kommen! Er saß mit seiner Geliebten aus den ihm übersandten Sitze der ersten Reihe,

dicht an dem Schauplatze. Minna trug

eine Robe von elsenbetnsarbigem Suhrah, mit riesigen bunten Mohnblumen gestickt. Ein großer Manilla-troyyut, mit denselben Blumen ausgepatzt, umrahmte ihr blondes Köpschcn. Der Circus war ebenso überfüllt, wie am Abend von Fantasia's Abschieds'Borstelluug. Ein stürmisches Hurray empfing Fanasia und bewies ihr,daß ihr dasPublikum reu geblieben. Die Diva des Trapezes war schöner als je, in ihrem anliegenden chwarzen Leibchen, das den goldigen Ton ihrer bloßen Schultern ins rechte Licht setzte. Als sie den Eircus betrat, warf sie einen Blick aus die Stelle, wo Jacques saß, grumte ihn mtt emer Handbewegung; dann erkletterte fle rasch das Seil, das hoch oben dicht unter der Kuppel gespannt war. Während zehn Minuten führte sie die haarsträubendstenKunststücke ihresReper toires aus, und es gelang ihr, sich selbst an Anmuth und Gewandtheit zu übertreffen. Sie schien sich mit Wollust an der rauschenden Musik, an den Blumen und dem Applaus, an all' den Dingen, die sie so lange entbehrt hatte, zu berauschen. Plötzlich blieb sie unbeweglich auf dem Seu stehen. .Genua, genug!" schrieen die erschreckten Zuschauer, die an einen Ansall von Schwindel glaubten. Sie lächelte dem Publikum zu, führte ihre kleine Hand zum Munde und sandte einen Kuß, einen einzigen, in der Nichtung, m der Jacques saß. Dann streckte sie die Arme aus und ließ sich ins Leere fallen. Ein Schrei des Entsetzens entrang sich jeder Brust. Fantasia fiel gerade vor ihren früheren Geliebten, mitten unter die ihr bestimmten Blumen. Ihr Kopf schlug an die hölzerne Barriere und zer schellte an derselben. Ein Blutstrom riefeite in den feinen Sand der Bahn, der ihn langsam aussog. Minna war wahnsinnig vor Entsetzen aufgesprungen. Das Blut Fantasia's malte neben die Mohnblumen andere rothe Blumen auf den lichten Grund ih rer Robe. Jacques beugte sich bleich und zitternd über die Todte. Mann schau derte er, wie vor einem entsetzlichen Traumbilde, zurück und sloh über die Stusen des Amphitheaters, während die Stallmeister die Leiche Fantasia's hinaustrugen. Bon Jacques hat man Nie mehr svrechen gehört. Wilhelm Tell nach der neuesten Version. Ein teranischer Schriftgelehrter hat es für nöthig befunden, den .WilhelmTell" Schiller's seinen Lesern mundaerecht zu machen und zwar in folgender Weise : Bill Tell war vor ungefähr 580 Iahren der Eigenthümer einer Heufarm in der Rähe von Bergelen in der Schweiz. Seine Farm lag hoch im Gebirge, wo Bill, ein vortrefflcher Armbrustschütze, den Gemsen und Murmelthleren nachstellte. Außerdem beschäftigte er sich mit krummer" Schnavsbrennerei, ohne sich vor den Steuerbeamten zu fürchten, denn diese fürchteten sich vor seiner Armbrust. So trieb er es lange Jahre, während in den Thälern die österreichischen Car-pet-Bagger 'ihr Unwesen trieben. Um das Jahr 1307 gerieth Bill Tell mit diesen . in Conflict. Er hatte es nämlich auf einen Contract abgesehen, nach welchem er der österreichischen Regierung das Heu zu $45 pro Tonne liesern wollte. Aber Geßler, welcher damals die Negie-rungs-Patronage in der Schweiz in Händen hatte, schloß den Heu-Liese-rungsvertrag mit einem österreichischen Earpet-Bagger ab, welcher eine qrone Quantität condemnirten Heues an Hand hatte. Besagtem Geßler kam es eines Taaes in den Sinn, seine alte .Stovepipe" an die Spitze einer Hopsenstange zu hängen und den Besehl zu erlassen, daß jeder Schweizer, welcher an dem Hute vorbeiging, sich vor demselben verbeugen solle. tW n. tf. M . Als nun eines z.aqes iöü Tell des Weges kam und dem Hute nicht die ge ringste Beachtung schenkte, ließ ihn Geßler, welcher mit mehreren Deputy t- . . rr o : . . ?. . . .7 ueiisss im Vinleryaiie gelegen yane, sofort verhaften und in das CountyGefängniß bringen. Aber bald erschien Geßler vor der Thür seiner Zelle und sagte ihm, daß, wenn er mit seiner Armbrust einen To mato aus 200 9)ard seinem einzigen Sohne vom Kopse schieße, er ihn lausen lassen wolle. Bill Tell ginq darauf ein und traf den Tomato gerade in der Mitte, so daß der Saft umherspritzte. Geßler bemerkte übrigens, daß Tell noch einen anderen Pfeil in seinem Gürtel hatte, und sragte ihn, was das zu bedeu len habe. Tell aber antwortete ihm mit der größten Gemüthsruhe, daß, wtnn er. statt des Tomato's, seinen Jungen ge troffen hätte, er ihm, dem Geßler, den zweiten Pfeil zwischen die sünste und sechste Rippe gezagt haben wurde Ueber diese Antwort wurde Geßler wü thend; er ließ Tell Handfesieln an legen und nahm ihn mit sich auf eine Dampfer - E?cursion. Tell aber wußte sich seiner Fesseln zu entledigen und sprang, als der Dampser dem Ufer nahe kam, schnell an's Land. Dort verbarg er sich m dem den Picnic Platz umgebenden Gebüsch und schoß als die Excsrsionsgesellichast auf den Platz kam, Geßler mausetodt. Er selbst aber kehrte nach seiner Heusarm im Gebirge zurück, wo ihn Niemand zu belästigen wagte. DieneueKrankheit. A.: Gestern ist mein Vetter, der Capellmei ster Müller, in Neustadt an der Orle ge storben B.: .An der Orle? Was ist denn das wieder für 'ne neumodische Krankheit V Z ur gewerbest atistischen Ausnahme. Zähler : .Und dieser junge Mann Kegelzunge, nicht wahr ? Wirth : .Bitte, schreiben Sie Bahnbe amter ! Aus dem Ta gebuch Jna tiesf's. Sind ein undankbares Volk, die Juden ! Freuen sich ul er meine! Rücktritt und doch hat noch kein Minister m Rußland sur ihr Fortkommen so ge sorgt, wie ich. , .

Indianer List

Eine etwa hundert Meilen von Fort Welsch, Cal. lagernde Bande von CreeIndianern vermißte kürzlich zwölf iyrer besten Ponies. Dreißig bewaffnete Indlaner machten sich zur Verfolgung der Diebe auf, überschritten den Saskatche man Fluß und verfolgten die aus eme Insel führende Spur. Dort, mitten zwischen dichtem Felsaestrupp, vor emem erhöhten Plateau, sahen sie Rauch aufsteigen; hier mußten die Pferdediebe Hausen. Die 30 Indianer legten sich im Kreise aus die Lauer; bald gewahrten sie hoch oben eine aus's Plateau mundende Höhle, aus welcher eben ein Piegan-Jndianer, bunt bemalt und in vollem Kriegsschmucke, von einem präch tigen Hunde begleitet, herauskam. Ein besonders auffallender Umstand war, daß der dralle Krieger auf dem rechten Fuß lahmte. Doch kaum war er um die Felsenecke verschwunden, als tm 2. dann ein 3. und ein 4. und ein 5. ihm aus's Haar gleicher und von je einem dito v .fl.. cr v jrrnno oegielieler Piegan kam uno um die Ecke boa. Die Lauscher zählten deren 70 ganz und gar zum verwechseln ähnliche Piegans, und das Merkwurdigste daran war, daß alle 70 auf dem rechten Fuße lahmten und 70 ganz gleiche Hunde bei sich hatten. Unter solchen Umständen riß bei den 30 Creeö alsbald der Wahn ein, der Teufel habe die Hand im Spiele. Mit 70 Zwillingsbrüdern und ebensovielen Hunden, allzumal den Schutz Sr. Satanischen Majestät genießend, wagten es die 30 es nicht, aufzunehmen. Und selbst nach dem sie im Laufe des Tages Verstärkung erhielten, zogen sie eS vor, mit dem Schauan nicht anzubinden und Falstaff'S Devise "tho better part of vaionr is aiscretion- au veyerziaen. Sie zogen bei Sonnenuntergang mäuschenstill von bannen. Am Lagerfeuer daheim wurde der schwierige Casus viel besprochen, allein man kam zu keiner Beschlußnahme. Einem jugendlichen Creekrieger indeß wollte die Theorie von 70 Zwillings-Piegans mit den 70 lahmenden mit den rechten Füßen und 70 gleichen Hunden durchaus nicht einleuchten. Er schlich sich sachte davon, direct nach jner Insel und auf das Plateau in die Höhle des (oder der) Löwen. Was er da erblickte, machte ihn lachen. Die Höhle war keine solche, sondern nur ein Felsenthor mit Ge-strüpp-Hintergrund ; an einem Lager feuerchen schlief sanft und füß der eine und emzlge lahme Plegan mit seinem Hunde; hie geraubten Ponies aber grasten ganz in der Nähe. Der junge Cree nahm dem Piegan die neben ihm liegende Büchse ab, koppelte die Pferde zusammen und zog triumphirend heim. Des guten Witzes halber verziehen die Crees dem Piegan den ihnen gespielten Schabernack. LluS meiner ehgener Cxplrienz. .Mister Drucker ! Weils heut zu wuscht is, draus zu schaffe, will ich en Stück for die Zeltung schreibe, zum Nutze von Alt und Jung und den Rest der Menschheit. Du wehßt, ich bin schon ziemlich bei Jahren un hab schon viel er fahren, un was ich do schreib, is net just aus der Luft gegriffen es is merklich 0. Wer helrathe will, werd finde, daß plehn und sauber gedreßte Mäd alsfort die besten Weiber mache. Mäd, die just us die Faschen gucke im Dresse, sind forstreht im Schockelstuhl, aber keh Cent werth am Waschzuber. En Welbsmensch Mit Löcher m ihr Strump fllkt auch die Hemder net un is verkamme en Schlamp in alle Sache. Buwe, die ihr Haar in der Mitte Parte, sin keh Schuß Pulver werth for Männer und hatte Weiber werde solle. En Mädel, das drei un vierBohs Hot, is verkamme auch net mit ehm Mann zufriede, wann sie mol geheiert hat. Ich gleich Kerchleut, wenn aber epper us emol fromm werd, dann follt er gewatscht werre, bekahs zu oft werden so Leut just fromm for Suspischen von sich abzulenke. Es is merkwerdig, daß die mehrsten reichen Leut je ülter,desto geiziger werde, un ostmols us m Todtebett noch an Spekuläschens denke, wie sie ihren Reichthum vermehre könne. Un ich hab mer wie ehner so sterbe sehne. Uskohrs hen so Leut nur wenig Freund, und je eher, daß sie unterem Grund sind, desto lieber is es den Erbe. Buwe, die Stoff juhse for ihrSchnoorbart wachse zu mache, werde selte recht gescheut, auch wenn sie heuathe, erept dle Frau macht sie so mn'm Besestrel. Seidene Fracks und Zehndahler Bon nets sind arg neise Sache, just mache sie ehm bei dehl Weibesleut alsemol kon sidern, wo des Geld herkomme is davor zu bezahle. Wann's Haushalten so leicht wär, net halber so viel Trubel wär m der Welt. Es is en schuhr Ding, wann die Frau hmte schlost, daß der Mann Morgens das Jener starte muh. Nau will ich stoppe, sonst kreisch: sie wieder in alle Ecke, sell mehnt mich, sell mich ! un ich mehn doch Niemand. Der alte Joe." Die Wissenschaft der Parfumbereitung ist sur v:e große Mehrzahl der Laien wohl ein Buch mit sieben Siegeln. Durch einen unter dem Na men .nilleuraLS bekannten Pro.iek. welcher darin besteht, daß Rinderfett mit frischen Blumen in feflverschlossenen Kasten zusammengebracht wird, bis eö ganz von dem Duste derselben durckdrunaen ist, wird das Parfüm von sechs Blumen gewonnen, welches sonst aus keine andere Art als in den frischen Blüthen erlangt werden könnte. Diese Blumen sind Veilchen, Jasmin, Tuberosen, Rosen, Orangenblüthen undZimmtblume. Aus diesen sechs Pflanzen werden mehr als 50 Combinationen zur Herstellung des Duftes anderer .Blumen gemacht. Hya zinthe wird durch Jasmin und Tuberose, Schneeglöckchen durch eine Mischung von N?,i,en un 2udttoie oeraeitellt. ßerdem aber werden bei der Parfüm sabrikation eine Anzahl von Essen i Oelen zu Hülse genommen, wie das aus dem Sandelholz, Bergamot- und Eitro nenöl, NeroU (aus bitteren Orangen blüthen gesertigt) und Rosenöl.

Torf statt Cbarpie. Wie

der sollen wir uns von einem Bekannten rennen, der zwar nie guter Freund gewesen ist, aber doch immer ein guter Freund m der Roth. Die Eharpie wird, wenn Hr. Dr. Neuber aus Kiel Recht hat, einem besieren Verbandsmittel ueichen. Und was für einem Mittel: dem Torf. Aus dem jüngst dort stattgehab en Chlrurgen-Congresse berichtet Hr. Dr. Neuber : In der Umgebung Kiels wurde in einem Torsmoore eine noch ganz frisch aussehende Leiche gesunden. Da sich an derselben einBruch derSchädelknochen erkennen ließ, so vermuthete man ein Verbrechen und es wurde die gerichtliche Obductlon veranlaßt. Ansänglich glaubte man es mit der Leiche emes gallzischen Rattensallenhandlers zu thun zu haben, der vor zehn Jahren in der Umgebung Kiels spurlos verschwunden sein soll. Bei eingehender Untersuchung stellte eS sich aber heraus, daß es sich um die Leiche eines alten Deutschen handle, die mindestens 1000 Jahre in dem Torfmoor gelegen hat. Da somit der Torf menschliche Jleischtheile außerordentlich gut zu conserviren im Stande ist, so muß derselbe auch ein ausgezeichnetes Verbandsmaterial für frischeWun den darstellen. In der That habenVersuche, die aus der Kieler Klinik nach diefer Richtung unternommen worden sind, zu den glänzendsten Resultaten gefthrt, so daß in Kiel und an vielen anden Orten die Wundkranken jetzt nur noch mit Tors verbunden werden. Zu diesem Zweck wird der Torf fein gepulvert in Mullsäcke gebracht, die auf die Wunde gelegt werden. Der Torf fuugt begie rig alle Wundflüsstgkeiten auf und ver hindert wettere Zersetzung. Aehnliche Eigenschaften besitzt übrigens auch ganz fern geriebener und getrockneter Sand. So hat z. B. Geryard Rohlfs die Wun den, die ihm bei einem Ueberfall in der Wüste Sahara beigebracht wurden, durch Auslegung trockenen und heißen Wupen sandes geheilt. Die Palme als Symbol. Keme Pflanze hat m Religion, Geschichte und Poesie eine so hervorragende Rolle gespielt, wie die Dattelpalme. In der Bibel erscheint sie als Sinnbild der Schönheit und des Sieges. Aristoteles und Plutarch geben s hon den Grund an. weshalb gerade die Palme als Sieges zeichen gewählt wurde : weil nämlich Palmenholz sich unter Lasten weder krumme noch biege. Siegern wurden daher Palmenzweige als Siegeszeichen geweiht und vorausgetragen, auch wer den die Wege damit bestreut. Da der Sieg Friede bringt, galten solche Zweige auch als Symbol des Friedens, der Seligkeit, der Unsterblichkeit. Die DattelPalmen gaben das erste Muster für die Säulenreihen oder Kolonadcn, welche die Tempelbauten in Griechenland gier ten. Im Alterthume war die Dattel' Palme ein dem Apollo und der Minerva geweihter Baum. Die Erfindung desBeef. steaks wird einem römischen Priester zu geschrieben. Derselbe hatte ein Stück Ochsenfleisch als Opser für den Gott, m deffen Tempel er den Dienst verrichtete. gebraten, und als er es mit dem Dau men und Zeigefinger erfaßte, um es auf den Altar zu legen, war es so entsetzlich heiß, daß er gezwungen war, es fallen zu lasten, worauf der Priester schnell mit den verbrannten Fingern nach dem Munde fuhr. Bei dieser Gelegenheit schmeckte er den herrlichen Sast, der an semen Fingern klebte, und verlor bei du fern, seinen Gaumen kitzelnden Hochqe' nuß jedes Gefühl von Schmerz. Er legte ein zweites und drittes StückFleisch über das Feuer, verzehrte dieselben und vergaß dabei ganz, semem Gottedle vor geschriebenen Opser darzubringen. Nach' dem er auf diese Weise eineZeit lang sei nen amtlichen Pflichten" nachgekommen war, erregte sein feistes Aussehen die allgemeine Aufmerksamkeit und führte schließlich zur Entdeckung semes Geheimniffes. Vor die Richter gestellt, wo ein Todesurtheil ihm in Ansucht stand, bat er noch um die Erlaubniß, em Beefsteak bereiten und es den Richtern vorsetzen zu dürfen. Dieser Wunsch wurde ihm ge wahrt, und angeregt durch den lieblichen Duft, kosteten die Richter Einer nach dem Andern von dem Leckerbissen. Sosort wurde nun der Priester freigesprochen und in Anerkennung der Wohlthat, womit er die Menschheit beschenkte, zum Oberpriester ernannt. Mit Leidenschaft wurden nun Beefsteaks im ganzen Reiche gegessen; heute noch aber wird der derTag gepriesen, an welchem sich Uz römische Priester die Finger verbrannte. Eine Vriefadresse, so räthselhsst, daß sie de bekannten Inschriften der Fliegenden Blätter" weit über ist, hat den Postbeamten in Bernau viel Kopszerbrechen verursacht, ihrer Findigseit ist es aber schließlich doch gelungen, die schwierige Lösung zu sinden. Ein bei der Bernauer Poflanstalt eingelau fener Brief trug nämlich folgende Aus schrift : Hörn 8 u aar 1 GiebSmann in Bernauh." Die Postbeamten strengten nun ihren Scharfsinn an, um den Adressaten auf die Spur zu kommen, bis sie nach vielen vergeblichen Versuchen endlich das Richtige trafen, indem sie wie folgt lasen : .Herrn Aktuar, einen giebtS man in Bernau Und so verhielt es sich in der That ; der Herr Aktuar G. der einzige seines Titels in Bernau war der richtige Adressat. Der geniale Räthselausgeber ist ein Bauerngutsbesitzer in Schöner linde gewesen. Dumme Träume. .Denk' dir, so ein' Unsinn zu träumen ! Träumt mir beut' Nacht, ich wär' der Rektor MagnisikuS und'ging in den Hörsälen mit Saltzbretz'ln Hausiren !" ..DaS ist noch gar nix ! Aber mir hat geträumt, ich wär' mit der Nordpol Expedition g'wesen, hät' mein Rock versetzt und wär' m Hemdärmeln auf emem Eisberg g'ses sen und hät.' Zahnschmerzen und Bauch grimmen g'habt. Dabei hab' ich aber einem Eisbären auS den Codex jnris verlese: müssen und während der Zeit ist mein Schneider mit der legten Rtchnunz um daS Cap herumgerutscht

Phantastische Wandelbilder.

von Ursula Wahnfried. I. Der Kebeim- ?5h'Mtfi 3V. bert Wahnfried, den Alpstock in derLin. V! rrz fwi . .. wie Cigarre im Munoe, sprang Mir seinen beiden Slüchtprn Nit nk NaN. lippa kühnlich über den Felsblock. II. Divva i?nh Wonr; ?. s cr r r r -'Vtiif!u, Vlfc lv MllNd in her sTinnrr. tfcr Srr Vl44fc, VII UttVV.V Alvuock im stt?f-;,. tZkts,?. IW , i - -s7viiiikit WllSfcUf -t.. lbort Wahnfried, sprangen kühnlich V.. O'.rof r . ' uun ucu uusoioa. III. Der Geheime StiltLratk r. 3Wn bert Wahnfried, den Alpstock im Munde. leine oelven Tochter Pippa und Post lippa links in der Cigarre, sprang kühn lich über den Felsblock. IV. Pippa und Ponlivva. d,n ftrfsfifodL die Cigarre und den Alpstock gemein im 'cunoe, sprangen von linlS über den Geheimen Stiftsrath Dr. Da gobert Wahnsried. V. Der Geheime Ctiltsratk SV 5aaa. bert Wahnfried, den Felsblock im Mun de, seine Töchter Pippa und Posilippa m otz Linien, Iprang kühnlich über den flI7nttf tr: Ivv uiiu uic vilyurrc. VI. Der Geheime Stiftsratb Dr. Daao bert Wahnfried, den Alpstock und d'.e r swi . ' . Cigarre im Munoe, den elsb ock n der Rechten, Pippa in der Linken, sprang ct f.. ' ' luyntiq uoer POttllppa. Z'..Die neuen Kartoffeln. Ein Gast bestellt stck ein NeeMeak mit neuen Kartoffeln, erhält aber eins mit alten. Er ruft den Kellner und fragt: Neuner, sind die Kartoffeln von diese oder vom vorigen Jahre ?" Der Wirth, welcher schon stirnrun,elnd den Gast beobachtet hat, schreit plötzlich vom Fenster aus : Schmecken Sie das nicht ?" Der Gast versetzt ganz erschro. aen wem. nun, dann kann's Ihnen ja auch ganz egal sein," rust der Wirth. Der kurzsichtige Vetter. Sucht da unten aus der Strafe niöt. mein Vetter herum, der mich besuchen wollte? Ich habe ihm doch geschrieben, daß ich im rothen Ochsen wohne. He da ! Vetter, schau doch heraus zu mir, kannst Du denn den rothen Ochsen nicht. i.eyen r I n der G emäldegallerie. Galleriediener : Vesehlen Billets zur Gallerie?" Rentier Protzheimer : Gallerie ? Nu, das wär' gar, mir geben Sie erstenRanp oder Fremdenloge SIMILIA SIMILIBUS. Erster Leipziger: Ich bitte Sie, bester Freund, Sie, der Sie immer über Lan geweile klagen, gehen noch hin und sehe sich zum so und so vielten Male den Itt belnnfkknrNrsnS nn ! Zweiter Leipziger : Lieber Freund, ich bin Homöopath. DerTruthahn. Der berühmte Componist Probst ist ein großer Gourmand und ein gewalti ger Esser vor dem Herrn. Eines Nach mittaas. als er wieder mit oläniendem Burgundergesicht durch die Straßen I 1 V urayir, wiro er von emem elannlen: angeredet. .Wünsche wohl gespeist zu haben,Her? Musikdirektor !" Danke ! Hab' ich ! Was hat's denn gegeben, wenn ich fragen darf?" Truthahn l" Ah, ein sehr schönes Essen ! Und irc größerer Gesellschaft....?--Wir waren zmei." Nur zwei auf den ganzen Truthahn? Jawohl, ich und der Truthahn !" Gemüthlich. Delinquent: Donnerwetter, Herr Pa stor, ist Ihnen schon solch ein Hunde weiter vorgekommen? Das gießt ja wie mit Kübeln ! Pastor: Ja, Sie haben's gut, Sie bleiben an Ort und Stelle; ich aber muß den weiten Weg bei dem Wetter wieder zurück. Der kleine N a turso rscher. Mama: Aber Fritzchen, was willU Du denn mit dem kleinen Raben ma chen? Frltzchen: Ja, Mama, unser Lehrer hat gesagt, die Raben würden hundert Jahre alt; da will ich mir diesen aufzie hen und sehen, ob das wahr ist. Lichtseiten der Mode. ftnrn: Du zankst immer über d!e Mode. Karl, aber Du bedenkst aar märwas man dabei für Geld fpart. Sieh rw l . a V n nur, Vioeiens neues ielo i aus einer abgelegten Weste von Dir gemacht, und ! dabei ist noch Stoff übrig geblieben. Höchste Höflichkeit. .Aber, lieber Herr Rentbeamter. wie kommt'S, daß Sie mir heute gar keine Prise anbieten?" Bitt' schön um Entschuldigung, lif ber Herr Notar! Rem vergessen ! Sk wissen fa, daß 'S für mei Dosen alleweil a Festtag is, wann Sie drauS snu psen." EN PASSAKT. Doktor Hossmeister (schmelzend? 5!:-5 wahr, Herr College, Sie erweisen r.:? die Ehre, heute Abend ein GlaS u.-.s.') bei mir zu trinken ? Professor Hirs5i ud rv v . r V . . " " 1 5vr. üneonaj uno aucy va. Doktor Schmidt (verbindliJ) : .2 Punsch ist mir Besehl! Unbegreiflich. DaS kann man begreifen schr::rll." Trotz Logik und Wi) und C::,:, Daß man mich verlängert und doch mich den kleinen r.cg Leipzig, den 29. J.i 12.' - Der !J:U2:.s:j-,..3.