Indiana Tribüne, Volume 4, Number 303, Indianapolis, Marion County, 16 July 1882 — Page 7

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dine kleine Naturgeschichte der Instrumente. Vlusikh storische vurletk. Die Primgeige (violino arrogante) IS eine kleine Schachtel, welche mit 4 vchnürl'n bezogen ist und mit Roßhaar gestrichen wird. Sie nimmt im Orchester den ersten Platz ein, ist stets vorlaut, will das ganze Orchester dominiren und ist dann und wann renitent. Winzelig wird ihr Ton gewöhnlich, wenn Capellmeister daraus spielen. Die Secundgeige (violino subor dinato) gilt als Collegin der ersten, ist minder keck, sogar ängstlich, steigt nicht gern hoch in die Passagen und sSllt daher auch nicht tief, ihr fehlt das selbst ständige Austreten, und sie erkennt ihre eigentliche Bestimmung als .nothwendi ges Uebel." Die Viola (violino modesto), auch Bratsche genannt, ist ein Zwitterding zwischen den quilenden und brummen den Schachteln, dabei sehr bescheiden, minder gelenkig und meist etwas heiser, was man ihrer angeborenen Bescheiden heit zuschreiben muß. Das Violincello (basso piccolo), eine größere Schachtel, ebenfalls mit 4 Schnüren bezogen, ist so faul, daß eZ nicht stehen kann: serner gibt es der Primgeige in der Arroganz kaum etwas nach, singt Melodien und Arien mit (da her der Name Süßholz), gleich darauf brummt es wieder mit seiner Mutter (der Baßgeige) das sckwersällige: .hinum herum jchrumm." Die Baßgeige (mater violinii), eine große, gewöhnlich auch alte Schachtel mit 4 Stricken bespannt, ist eine mürrische Alte, welche selbst bei den heitersten Wei sen immer und immer brummt und stets verdrießlich ist. Sie ist das Lieblings Instrument ausgedienter Militärcapell meister. Die Flöte (flaute windbeutelico) nennt man ein Instrument, welches stets aus einem Loche bläst, sich auf seine sil bernen Klappen etwa einbildet und da bei lang und schlank ist. Die Oboe (deutsch .kecker Zahn"). Von diesem Instrumente mache man stch folgende Vorstellung: Lange Röhre mit Löchern und Klappen, der untere Theil ähnelt einer Sparbüchse, wird aber .Becher" genannt. Die Oboe hat eine

näselnde, kreischende Stimme und schreit bei jeder Gelegenheit so infam, daß man ihr Geplärr, welches dem Kindergeschrei sebr äbnelt. überall durchhört. Sie wirkt sehr Nachtheils aus die Gesundheit, denn beinahe jeder Oboist hat einen Sporn (Spleen). Die Klarinette (deutsch Schwirgl pfeife) ist eine Abart der Oboe, ebenso gebaut wie jene, nur mit andrem Kopf und Fuß. Ihr Ton ist minder krei schend, dasür aber groß im Gixen, und sie schebbert mit ihren Klappen wie eine Klapperschlange. Sie ist ein Lieblings Instrument der Böhm" und heißt in Czaslau .Kraline'.t. -Der Fagott (Deutsch .Fex) ist ein ernster Alter, der stets komisch wird, wenn er noch lamentabel thut; sein Ansehen ist das einer Wagendeichsel mit Klappen, sein Ton d?m Kä!bergesange nicht unähnlich. Das Horn (cornu silvaticum), ein blechernes Geschirr, das wie ein Band wurm zusammengedreht und an dessen Ende ein Hasendeckel befestigt ist, klingt dem Frosch und Unkengequake ahnlich, schwingt sich auf Verlangen auch zum Sologesänge empor, gixt aber dabei fast regelmäßig. Die Trompete (clarino sanfarone) wächst überall, am häusigsten beim Militär, hat ganz das Naturell des Hornes, ist aber gerader gewachsen, und der Ha sendeckel ist auch kleiner. Dieselbe plärrt f.d schmettert viel, steigt in die Höhe, schmeißt aber oben gerne um. Die Posaune (tuba jericliensis), das schrecklichsteUngethüm, hat eine große Vergangenheit, da man mit Posaunen die Mauern Jericho's umwars. Sie ist das längste unter den Blechgeschirren und wird bei jeder Witterung geblasen, daher es auch Zugposaunen gibt. Die große Trommel (cassa burnmerassa), eine gute Hutschachtel mit zwei Kalbfellen überzogen, welche anKal belschnüren angehängt sind. Sie macht viel Lärm um Nichts und hat keine Bil dung. da ihre Skala aus einem Tone besieht. Ibr würdig zur Seite stelzen die Becken (Tamtams, Cinella tcliinterassa ) Die Pauke (Tirnbales bumbum). Em sehr edles Instrument, das in der Ichiedenen Stimmungen zu treffen ist, besteht aus kupfernen Kesseln, r.uj Drei fuß stehend, welche mit Kalbsf.llen oder elastischen Sauschwarten überzogen sind. Die Pauke ist römischen Ursprunges als eldkessel. Nero schlug einmal, süchtig erdend, mit der Faust auf dlS Fell, -nrntt ?n tlMfffT st fi?r?tirtTint mnr VUtlt kill (JktVikjJl. V jHIMIt V., Vid dieser raisonnirte so,daß er die Kessel r r- V ? ? mren ano zu .impani verwenoen ..e. eit dieser Zeit sind es die Pauker, die meisten im Orchester ralsonniren. iv Behandlung und Pflege der Topfgewächse in bewohn Un Räumen. Gar viele Laien rühren im ganzen Reiche des Gartenbaus tagtäglich die iande, bemüht die lieblichen Kinder mo k's in ihrem Gedeihen zu sördern. Viele )lcher Gartenfreunde haben sich unLaufe I " . " . 4 :r Jeu mcni meyr unveoeulenoe nennt i?7 n Yfr Rfsrt Yktr ?Hfsrtin rvnr II' -lÖ lM.AV. .Vt 2en, ikennlnme empiri Her Natur, die t rvi den Stand etzen, oft wirklich stau nenSmerthe Kulturresultate zu erzielen. k Jny:rvorraaendemMake gut dies na mentlich von der Pflege der Topfgewächse Tin den, an und srr sich dem Pstanzenle ritn so ungünstigen Räumen der mensch kicken WoknaemScker. denn man siebt

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hier unter der sorgenden Pflege erfahre ner Liebhaber oft Pflanzen in einer nie 9 geahntenSchönheit, und selbst der Gärt ner muk ob solcher Resultate einer auf nerksamen Pfleae reiches Lob spenden. eroer aver und loirnc y:rimeinnacn im t c'v rv 9 Verhältniß zu der überaus großen Masse der sich mit Pflanzenkulturen im Wohn zimmer befassenden Laien äußerst selten, ! em Umstand, der auch rn Gartnerlreiftn allseitig bedauert wird. Wie Nefultate, die der Besucher an den ttulturen sei j ye5 Freundes sieht, veranlagen ihn zu

einemVersuche, und wenn dieser mißlingt oder doch nur wenig Erfreuliches liefert, dann ist die Lust zur weiteren Pflege schnell verflogen. Und doch ist es so natürlich, daß gerade zur Pstanzenkultur Erfahrung gehört, die sich auf liebevolle Beobachtung aller der Erscheinungen stützt, die dem Pflanzenleben eigenthüm lich sind, und die sich so unendlich der schieden an den einzelnen Gattungen vor finden. Sei es mir darum gestattet, in diesen Blättern das Wichtigste über die Behandlung der Topfgewächse in kurzen Worten zu erörtern, und mögen die ge neigten Leser aus diesen wenigen Zeilen neue Anregung zur Pflege der Pflanzen schöpsen. Wenn, der Laie sich zur Kultur der Pflanzen entschließt, so sucht er sich von vornherein die Sache möglichst leicht zu machen, indem er von der Ansicht aus geht, daß größere Exemplare irgend einer Pflanzengattung weniger empfindlich ge gen die ungünstigen Zimmerverhältnisse seien als kleinere, d. h. als jüngere Exemplare und kaust in Folge desjen auch am liebsten von der ersteren Art. Das aber ist ein großer Fehler. Der Han delsgärtner, welcher sich mit Heranzucht von Marktpflanzen zum Zwecke des Ver kaufs an das . Publikum beschäftigt, ist wegen des ungemcin billigen Preises der für solche Pflanzen gezahlt wird, von vornherein angewiesen, in möglichst kurzer Zeit verkaufsfähige Pflanzen zu er ziehen, will er nicht Schaden dabei lei den. Unter Anwendung aller Hilfsmit tel, welche im Laufe der Zeit die gärtne rische Kunst gewonnen hat, werden in unglaublich kurzer Zeit anscheinend ge sunde, kräftige Pflanzen herangezogen, die selbst auch einen reichen Flor ent wickeln, aber nur, um gar bald demTode zu verfallen, was meist erst dann eintritt, wenn sie bereits in den Händen des Publikums sind. Im ftuchtwarmen Ge wächshause des Züchters sördern die denkbar günstigsten Bedingungen das Wachsthum in üppigster Weise, aber so schnell, daß von einer gesunden Pflanze, welche auch ungünstigen Verhältnissen einige Zelt zu trotzen vermag, nicht im entferntesten die Nede sein kann. Der Gärtner verwendet als flüssigen Dung fast nichts weiter als gelösten, strohreinen Kuhdünger, der einen Gäh rungsprozeß durchgemacht hat, und auch diesen wendet er nur mit Vorsicht an, wohl wissend, daß M engen Raume des Topses sich gar leicht krankhafte Wurzeln bilden können, für welche auch der mlde Kuhdünger reines Eist ist. Man sehe darum von Anfang an von der Verwen. dung alles Düngers ab, möge er heißen wie er wolle, und möge er noch so warm empsohlen sein. Nur der wird mit kilnst lichem Dünger befriedigende Resultate erzielen, der in jahrelangen Veobachtun gen mit der Pflanzenkultur sich vertraut gemacht hat, der es versteht kundigen Auges zu erkennen, ob seine Pfleglinge gesund sind oder ob sie nicht trotz schein bar kräftigen Gedeihens den Todeskeim

:n sich tragen. Zwei Punkte wären es also, die ich dem Anfänger bei der Pflanzenkultur sür diesmal an's Herz legen möchte. Zuerst Hute er sich davor. Pflanzen zu kaufen, welche zu lange im Gewächshaus kulti virt wurden, und sodann vermeide er treng die Anwendung jeglichen kunsth chen Düngers. Eine ganze Reihe von gewissenhaften Handelsgärtnern trägt überdies regelmäßig Sorge, daß die derkaufsfählgen Pflanzen, soweit dieselben nmrm kultivirt wurden, immer erst einige Zeit in einem tempenrten Hause unter gebracht werden, in welchem eine weniger euchte und warme Lust herrscht. Doch st es trotzdem immer ein schwieriges Ding für den unerfahrenen Liebhaber solche Pflanzen am Leben zu erhalten, sobald sie in Zimmerlust kommen, weil eben das Augenmerk des Handelsgärt' ners nicht aus die Erzielung gesunder Pflanzeu, sondern auf die Gewinnung solcher Exemplare gerichtet ist, die vermöge ihres üppigen Wuchses u. s. w. schon nach kürzester Zelt verkaussfahlg sind. Darnach zu streben wird der Han delsgärtner durch die ungemein niedrigen Preise gezwungen, welche für Markt' pflanzen vom Publikum gezahlt werden iino du II? lemem neroallNiiie zu oer . ' er - . r? . Mühe, Sorge und Arbeit stehen, welche eine jede einzelne Pflanze dem Kultlva teur verursacht hat. Es trifft darum auch den Gärtner ein nur geringer Vor wurs, die Hauptschuld liegt an dem pflanzenkaufcnden Publikum, welches für wenig Geld eine Pflanze verlangt, die in der gewünschten Schönheit und Vollkom menheit meist nicht um dasZehnfache des gezahlten Preises abgegeben werden könnte, wenn nicht kunsluch oeföroertes üppiges Wachsthum das Auge des Un erfahrenen zu bestechen vermochte. - AuS Fritz Neuter'S Leben. Man sagt, das Englische sei Welt spräche und man hat nicht Unrecht. Er staunlich freilich ist auch die Verbreitung, welche neben demselben dasPlattdeutsche gefunden. Fast überall auf der Welt kann man gewärtig sem, einen Platt deutschen zu treffen. Hier sind ein Paar humoristische Anekdoten, welche dies be stätigen. Fritz Reuter's letzte größere Erzählung betitelt sich bekanntlich: De Reis nahKonstantmopel,oder de meckeln börgischen Montecchi un Capuletti". Diesem reizendem Buche mit seinen wundervollen, drastisch gezeichneten mecklenburgischem Geseuschafts und Volkstypen liegt eme Reise zu Grunde, die Reuter wirklich m den Orient ge machthat, und zwar in Begleitung eines biederen Freundes und Landsmannes, deffen Name in der deut chen Gelehrten welt schon seit Dezennien einen guten, vollwichtigen Klang hat. Dieser Freund war Reisemarfchall, Schatz.neister, Ge Päckverwalter u. j. w., u. s. w., denn wenn man das Alles dcm guten Jrih überlassen hätte, wären die Beiden wohl niemals nach Konstantinopel gekommen, sondern sie hätten aus halbem Wege wleder umkehren muffen, um sich noch malZ Geld und Gepäck zu holen. Also langten die beiden Freunde auch eines schönen, sonnigen Tages m Nea pel an ; Fritz verließ, wi: immer, unbe sorgt das Dampsboot und stieg ans Land, während Freund M. seine bereits mühsam erworbenen Vokabeln der itali enischen Sprache dazu verwandte, einen

der herumlungernden Lazzaroni zu Ke wegen, das Gepäck vom Schiffe ans Land zu schaffen. Nach vieler Mühe ward diese Arbeit denn auch vollbracht, aber als der doch nicht ganz vorsichtige M. erst hinterher nach dem Lohne sür diese Arbeit fragte, da stellte der ebenso malerische, wie schmutzige Lazzarone eine so unverschämte Forderung, daß der

jetzige wohllöbliche Profeffor vor Schrec ken beinahe in Ohnmacht gefallen wäre; mit Zuhilfenahme seiner sämmtlichen italienischen Vokabeln versuchte er jetzt. dem Lazzarone plausibel zu machen, daß dies eine ganz unverschämte Forderung fei, aber der biedere Bursche wich und wankte nicht und ließ von dem Preise, den er dem Manne für die unliebsame Störung aus semem dolce iar niente gestellt, auch keinen Eentesimo ab. Mit ingrimmiger Wuth zog daher Freund M. seme Börse nnd bezahlte dem Un verschämten das Heidengeld; aber in dem Augenblicke, als er die letzte Lire dem Neapolitaner in die mehr schmutzige als schone Hand zählte, konnte er nicht unterlaffen, mit Hinweglaffung aller italienischen Vokabeln m den heimathli chen Zornes und Aergerruf auSzubre chen : ttal, nu kannst De m: en Puckel herupstiegen !" Doch der gute Mann Wäre beinahe ins Waffer gefallen, als ihm der Lazzarone mit gemüthlichem Lächeln und im reinsten Hamburger St. Paull-Dlalekte auf die freundschaftliche Einladung antwortete : Mi ok en poor Moal !" Die zweite spielt in Phila delphia. Im Frühjahr 1876 war's und auf dem Auöstellungsplatze herrschte re ges Leben. Die Ausstellung war noch nicht eröffnet und überall wurde noch ge baut, ausgepackt, arrangirt u. s. w.; d wandelten zwei Freunde, beide aus Niederdeutschland,planlos hierhin und dort hin sahen sich baldDieses und baldJenes an und machte ihre Glossen in ihrer beliebten Muttersprache dazu. So kawen sie auch an. das Maurische Häus chen", das allen Besuchern des Ausstel lungsplatzeS noch erinnerlich sem wird; die originelle Konstruktion des Aeußeren lockte sie an, einen Blick in daS Innere zu werfen, und hier backten sie mit scheuer Ehrfurcht zu einem Manne auf. der hinter einem niederen Tische stand und allerhand seltsames maunscheS Ge räth, Waffen, Schruckgegenstände, Sei de u. s. w., u. s. w. der Hüllen entledig te und ausbreitete, eine imposante Figur mit langem, wallendem Barte, schwarzen Augen und eingehüllt in poetischmale rische Tracht der Bewohner von Fez und Marokko. Mit wurdevoller Ruhe hantirte der Mann mit den sonderbaren Sachen herum, Stuck vor Stuck nahm er sie aus einer kurios geformten Kiste heraus und breitete sie auf den niederen Tischen aus der Mann flößte unwill kurllch Ehrfurcht ein, und die beiden Plattdeutschen wagten es kaum, näher zu treten und sich die Wunderdinge ge nauer anzusehen ; endlich . überwandten sie doch ihre Scheu und nachdem sie sich sattsam in den Anblick aller der maurischen Kuriositäten und Kostbarkeiten ver senkt, sagte der eine Freund zum ande ren: Du, Koarl, of de Mann de Saken, woll vertöpt?" woraus der ehrwürdige Marokkaner, ohne eine Miene zu verzie hen antwortete : Ja woll, Kinners, dat könnt Ji All köpen, Ji möst man blot höllfchen vier! Geld hebben." Als die beiden Freunde bald daraus m Laueres BierPavillon zusammenfaßen, da sagte der andere tiefnnnig zum einen: Süh, Seut, wer Hatt dat dacht, dat ok de Mohren plattdütsch snaken dähn." Die Häuslichkeit Her Boeren. Das Heim der wohlhabenderen Boe ren in Südafrika schildert ein Reisender als 'in recht behagliches. Was fu: Augen würde der Europäer wohl ma chen, sagt derselbe, wenn man ihn mit ten in der öden Karoo in ein Bauern haus führte, deffen sich ein deutscher Ge heimrath nicht zu schämen brauche ? Die Dame vom Haus nimmt uns m Em pfang und führt uns in ein Zimmer, das mit MahagoniMöbeln ausgestattet ist; man bringt uns eine Tasse Kaffee und überläßt dann die Fremden sür tu nige Zeit sich selbst, damit sie in einem einfach, aber behäbig ausgestatteten Schlafzimmer sich den Reiiestaub abwa schen und etwas ausruhen können. Zum Abendessen versammelt sich die ganze Familie; man betet, man speist unter behaglichem Geplauder ; dann zieht man sich aus dem kßzimmer rn das Gefell schastszlmmer zurück, wo aus einem Scheel'schen Pianino Chopln'sche Wal' zer oder eme Beethoveniche Sonate von den Töchtern des Hauses Mit so viel Fertigkeit und Geschmack vorgetragen werden, daß man unwillkürlich zum Fenster hmausguat, um sich zu uberzeu gen, daß man auch wirklich in der Karoo und nicht etwa m Dresden st. Natur lich lebt nicht jeder Bauer in solchem Wohlstand, aber er ist keineswegs eme Seltenheit. Von lenen bis hinab zu den Urbauern gibt es unzählige Uebergänge. Der Großvater hat rn einer Lehm Hütte mit Luken gewohnt; er wird all mälig wohlhabend und baut sich ein ordentliches Haus mit Fenstern ; seinen Sohn schickt er auf das Dorf zur Schule; dieser Sohn brmgt auer einigen Kennt nisten auch einen entwickelteren Sinn für häusliches Behagen mit; in dem Hause, das er sich baut, sind die Fußböden be reitZ nicht mehr aus gestampstem Lehm, sondern aus Holzplanken gebildet ; für semen Sohn, also den Enkel des Urbau ern, genügt die Dorfschule nicht mehr; er halt ihm einen Hauslehrer, schickt ihn dann auss Dorf und vom Dorf in die Capstadt : der gebildete Bauer ist fer tiq ! Naturlich kann man alle diese ver schieduien Stufen unmittelbar neben emander sehen, o t sogar aus derselben Farm; der Besitzer der Farm wohnt rn einem schönen'Hause, seine Veiwohner, d. b. Vasallen, in Lehmhütten. Der Boer hat es gern, wenn sem nächster Nachbar so weit entfernt, also das eigene Gebiet so groß ist, daß er daS Haus des Nachbarn nicht sehen kann. Bei solchen Entfernungen (die Bauernhöfe liegen etwa so weit ausem ander wie in Deutschland die Dörfer) kann nawrllch von-Ge emgkctt im euro väischen Stile keine Rede sein; dagegen giebt es afrikanische Geselligkeit genug. Dieselbe besteht in gegenseitigen Be suchen sür mehrere Tage, wobei natür

lich Weib und Kind mitgehen; ja, es ist

gerade nicht selten, daß Bauern aus dem Transvaal und dem Oranien-Freistaate tief in die Kolonie reisen, um Freunde und Verwandte zu besuchen. Selbst Massenveremigungen werden von den Bauern zuweilen veranstaltet, nur daß dabei nicht getanzt, sondern ge schaffen wird ; es handelt sich nämlich gewöhnlich um eine große Jagd, bei der sich ost 30 und mehr Bauern betheiligen. Lebensmittel werden in großen Wagen mitgeführt und die Nächte im Freien zu gebracht. Bet solchen Gelegenheiten fehlt es dann nicht an Heiterkeit und Scherzen ; die letzteren sind freilich oft ein bis chen handgreiflich. Nur sehr ungern hält sich der Boer in einem Wirthshaus auf. Sobald es ihm seine Mittel erlauben. kaust er sich auch auf dem Dorfe ein Haus, das den bei weitem größerenTheil des Jahres leer steht; benützt wird es nur, wenn der Bauer mit seiner Familie zur Kirche geht. Erstaunlich ist die Menge von Vieh, welche einzelne Bau ern eignen. ES giebt Bauern, die 8000 bis 10,000 Schafe und 200 Ochsen be sitzen. Diese gewaltige Menge von Vieh ist in Heerden eingetheilt und über eine Fläche von vielleicht 20 bis 30,000 Morgen Landes zerstreut. Jede Heerde hat einen besonderen Hirten, der, oft mehrere Stunden weit vom Wohnhause des Bauern entfernt, seineHütte und den Kraal der Hütte aufschlägt. Natürlich ist es den Bauern aanz un möglich, alle diese Heerden täglich zu be suchen oder gar die emzelnenStucke per sönlich zu kennen ; er begnügt sich damit, zwei oder dreimal wöchentlich zu zeder Heerde hinauszutreten und nachzuzählen. ob die Anzahl noch vorhanden ist, die er dem Hirten zur Pflege anvertraut hat. Eln Punkt, welcher bis letzt wenig Be achtung gesunden hat, ist die außcrordcntliche Aufgewecktheit derKinder. Man findet sehr selten einen Bauern, der nicht schreiben oder wenigstens lesen könnte, obgleich außerordentlich viele von ihnen niemals eine regelmäßige Schule besucht haben. Auch diejenigen Kind:r, denen das sehr hochgeschätzteVorrecht desSchul besuches im Dorfe von lhren Eltern gewahrt wird, können wegen der beträchtlichen Kosten meist nur drei Jahre auf dem Dorfe bleiben. Was sie aber in diesen Zwtl oder drel Jahren lernen, ist kaum weniger, als was in Europa die Kinder in ihrer siebenjährigen Schulzeit vor sich bringen. Dies hänat mit dem Umstände zusammen, dak du meisten Kinder nicht mit sechs, sondern erst mit zehn oder zwölf Jahren zur Schule geschickt werden ; ihr Verstand ist dann natürlich schon reiser, und sie sehen die Schule mcht wie unsere Kinder als eme Einrichtung an, die dazu gemacht ist.um Dornen und Disteln in's kindliche Leben zu flechten, sondern sie bemühen sich, die kurze ihnen vergönnte Zeit möglichst auszunutzen. EquivagenwxnS in Paris. Unter dem Kaiserreiche hat der Wa genluxus sich zu einer unglaublichenHöhe entwickelt. Wer zur großen Welt ge hörte, mußte seinen Daumont mit vier Pserden haben, das Geschirr mit Wappcn bedeckt, die Dienerschaft in glän zendster Livree. Unter der dritten Re publik ist eine geradezu gesuchte Einfach heit an die Stelle dieses Glanzes getre ten. Die meisten Livreen sind rn dunklen Farben gehalten und einen Galawa gen bekommt man rn Paris nur selten zu sehen. Viele junge Leute aus der guten Gesellschaft haben neuestens die Wiener Mode, Monats-Fiaker zu hal ten, angenommen, die bescheiden ausse hen, aber mit vortrefflichen Pserden be spannt sind. Lange Zeit hatte der Herzog von Rochesaucauld-Doudeauville rn ganz Paris die schönste Equipage. Er kam emmal zu emem Wettrennen mit zwei Rappen, welche Kaiserin Euge nie ihm um jeden Preis ablausen wollte.. Der herzog, ungeachtet semcr politischen Meinungen, antwortete einem Abgesandten der Kaiserin, daß es ihm lieber gewesen wäre, feine Pferde zu behalten, daß er aber nicht gewohnt sei, einer Da me etwas abzuschlagen, und daß daher die Kaiserin die Pserde zu dem Preise haben könne, zu dem er selbst sie gekaust. Der Betrag war kaum 7s,000 Francs. Dank dem Entgegenkommen des legitimistischen CavaUers kam die Kaiserin in den Besitz des herrlichsten Gelpanns von Frankreich und Enaland. Gegenwärtig besttzt B.comte Henn Grestulhe den prächtigsten Marstall m PanS. Er halt nicht weniger als 80 Pserde der verschie densten Art. Der Herzog de Castries ist einer der Wenigen, welche noch die helle Livree aus der Zeit des Kaiserreichs bewahrt haben; sem Wagen fallt aus der heute üblichen düsteren Umgebung angenehm aus. Baron Alphons Noth schild bedient sich zuSpaziersahrt'en einer herrlichen Victoria, vor welche in der Regel ein Braun und em Fuchs gespannt sind. . Baron Gustav Rotbschlld ist der glückliche Besitzer von vier Rappen, wel che als Ideale in ihrer Art gelten. Der Herzog von Larochesoucauld Bisaccia zeigt seinen Wagenlurus nur aus femem Landsitze Esclimont. Wenn man dort seme Postillons mit dem gepuderten Haar, dem Zopfe, der Mit Gold bedeck ten Jacke sieht, so gwubt man sich im Zeitalter Ludwigs XVI. Man meint. die Herzogin werde sich m Hoftle.de zel gen, um vom Grafen von Artois rittet lich als schöne Hofoame der Maria An totnette begrüßt zu werden. Der Mar stall des Grasen Potocki kann mit jedem königlichen concurriren. Der Gras hat für feine Traber und für seineReitpferde eine Reihe von Preisen bekommen. Jeder SportSmann sucht eben seinen Ruhm in irgend emer Speclalltät. Gras Cam mondeau hat den Geschmack eines Enq landers, was seine theuren und zugleich einfachen Gespanne betrifft. Baron Soubevran halt darauf, die schnellsten Pferde von Paris zu haben, und Graf Polignac hat dafür den Ehrgeiz, die schönsten Kutscher der französischen Hauptstadt sem Eigen zu nennen. Aue Welt kennt den schönen Leon. Herr Chauchard, der Eigenthümer der großen Louvre Magazine, giebt sabelhaste Summen für seinen Stall aus. Man erzählt sich von ihm emen lustlgen Zug. Jüngst kaufte er ein Paar tadellose Füchse. Um sie bequem bewundern zu

können, läßt er seine leere Equipage in

den Champs ElyseeS auf und ab ziehen und fährt m emem Flaker an ihnen vorüber als froher Bewunderer. Berliner auf Reisen. In einem stillen Alpenthal steht ein freundliches und' bescheidenes Wirths. hauS, das müden Touristen in diesen Tagen eme willkommene Stätte der Erholung und Erquickung bietet. Vor einigen Tagen so erzählt man uns lehrten dort em paar Herren em, Nord deutsche, wie sich aus ihren Prätensionen errathen ließ. Man mußte ihnen Back hübner bereiten und theures Gemüse auö der nahen Stadt holen, und dann ließen sie sich'2 gut schmecken und waren froher Laune. Als eS aber zum Zahlen kam. wurden die Herren über die übrigens gar nicht hochbegrissene Rechnung höchst unwillig, sie meinten, daß man solche Diners in Berlin beiWeitem billiaer und besser bekäme, und daß sie nicht nach Oesterreich gewandert seien, um geprellt zu werden. Das war dem guten Wirth zu arg, und er blieb den Herren die Antwort nicht schuldig. Ein Wort gab das andere da mischte sich ein Herr in die Debatte, der bisher ruhig und unbemerkt in einer Ecke gesessen. .Aber meine Herren, bemerkte er m wohlwollendem Tone, Sie haben ja die Speisekarte mit dem Preistarif vor sich gehabt; wenn Ihnen die Speisen zu theuer waren, dann hätten Sie sie ein fach nicht bestellen sollen!" Das war Oel ins Feuer gegossen. Die Herren schrieen denJremden cm,wle er sich unter fangen könne, sie belehren zu wollen. Wisien -Sie, wer ich bm r frug der Erstere m gereiztem Tone, ich bm der Baron X. !" Und ich ergänzte der An der?, ich bin der Gras von und zu Z) .Und ich der Reichsrltter von Z. polterte der Dritte. Der Fremde erhob sich : Meine Herren," replizirte er, da Sie so freundlich waren, sich vorzustellen, muß ich eine Höflichkeit mit einer anderen beantworten. Ich bin der Erzh'erzog von Oesterreich" Nach fünf Minuten hatte der Wirth sein Geld, und die drei Männer verschwanden aus dem Pillen Alpenthal...." ' Was ein Bogtltttst werth ist. Nachfolgende nette Belehrung mögen alle Eltern ihren Kindern zum 9!achlesen empfehlen. Was em Vogelnest werth ist. Je nun, das wird doch so viel nicht sem ! konnte Mancher sagen. O, mein lieber Knabe, der du so sprichst. das ist wohl viel, ich will es dir einmal vorrechnen m emer Wette, daß du wohl den Werth eines solchen Nestchens mer ken wirst. Denke dir mem Junge, du weißt draußen im Garten ein Nestchen, m dem ö kleine Vögelchen nnd. Die kleinen Thierchen wollen Futter haben. und du weißt, mein Kind, daß sie Rau pen und anderes Geschmeiß zur Nah rung, welche ihnen die Alten zutragen. bedürfen. Jedes der 5 Vögelchen braucht täglich im Durchschnitt 50 Raupen, das macht richtig 2ö0 Stück. Die Atzung, d. h. die Fütterung der Jungen durch die Alten dauert aber durchschnittlich 4 5 Wochen, wir wollen nur sagen 30 Tage. Unsere ö Vögelchen verspeisen also in 30 Tagen 30mal 250 Raupen, das sind ? geschwind, rechne aus : richtig 7500 Stück. Nicht wahr, ein artiges Summchen ? Doch weiter, iede Raupe frißt täglich, wie die Gelehrten ausgerechnet haben, so viel an Blättern und Blüthen, als ihr eigenes Gewicht beträgt. Wir wissen nun, daß die Rau pen ebenfalls ungefähr 30 Tage einen hungrigen Magen haben und tüchtig um sich her sresten. Wenn nur. jede Raupe tagllch nur eme Blüthe, dle eme Frucht abgegeben hätte, abfrißt, so vernichtet sie in 30 Tagen 30 Obstsrüchte in der Blüthe und die 7500 Raupen in Com pagnie bringen uns um wie vielFrüchte? Nun, 7500mal 30 Früchte: das giebt beinahe eine Viertelmillion, es fehlen nur 25,000 Stuck daran. Denke Dir nun weiter, mein Knabe, ein böserJunge hätte das Nest im Garten gefunden und ausgenommen, so waren die 7500 Raupen nicht weggefressen worden und diese hätten während ihrer Lebenszeit die 225,000 Fruchtblüthen wirklich verzehrt. Der Taugenichts hatte also mit emem einzigen Griff uns um eine schöncMenge Aepfel, Birnen, Pflaumen und deral. gebracht. Nicht wahr, nun siehst du em, welchen Werth em einziges Vogel nest im Garten hat! Und Keiner wird mehr sagen : . Jt ssun, der Werth eines solchen DmgelchenS wird fo groß nicht lern." Eine bedenkliche Vaterschaft. Im Salon eines reichen Mannes nahm sich der geckenhafte Sohn des Hausherrn die Freiheit, einen der beliebtesten Gäste mit ,Papa Meyer anzureden. .Nennen Sie mich nicht Papa, ich bitte bemerkte Meyer, es ist nicht wegen des Alters, daS mir diese Bezeichnung zu geben fchemt, sondern wegen der schlechten Er ziehung, die Sie besitzen und für welche man mich verantw örtlich machen könnte." Fürstliche Sparsamkeit in der guten alten Zeit. Als Fürst Joachim Ernst von Anhalt. Dessau im Jahre 1571 eine größere Festlichkeit zur Feier der Heimsührung seiner zweiten Gemaylm Eleonore von Württemberg veranstalten wollte, jchwd.de? Statt Halter von Dessau folgenden interessan ten Bnes an die Nachbarpadt Köthen : .Ehrbare und ehrsame günstige gute Freunde! Nachdem zu der bevorstehen den Gastung allhler allerhand Mangel an Tischen und Banken vorfallen wird, so begehrt unser gnädiger Herr, Fürst Joachim Ernst zu Anhalt an Euch hier mlt anädlg Semer Furstllchen Gnaden zu Gefallen bei der Bürgerschaft zu Köthen anzuhalten, ob ihr ein vierzig Tiiche und etliche Bänke zusammenbnn gen könntet und solche emen Tag oder etzliche vor der Zeit anher nach Dessau zu r w nm ? ? r n ir st schassen. Zweroen seine surniiroesna den gemeine Bürgerschaft und Euch hin wiederum in Gnaden erkennen. Datum Dessau, den 18. April Arnio 1571." Ein Fürst also lieh von den Bürgern einer immerhin vier bis fünf Meilen entfeinten Stadt Tische und Bänke zu se; ner Hochzeitsfeier !

Neue Sprüche.

Von Lazarus oppenhnm. Willst du scheinen brav und nett. Leg' die Wahrheit schnell ins Bett. Ruft dich ein freier Mann zum Streit, So mach' ein scharfes Schwert bereit. Ruft dich ein Thor, beengt, bedrängt. Dann Waffe an die Wand gehängt. Schlau Knecht und Sklav', Stets schlecht, nie brav. Dumm Sklav' und Knecht, Nie brav, nie schlecht. Dumme Schwester haßt die kluge. Der Dumme kann nicht gut sein. Die Speise Wahrheit giebt Krast, doch erfordert Kraft. X, , Innere Charakterlosigkeit gebiert oft äußeren Charakter. Zeigt mir der Feind, was ich kann. Lehrt mich der Freund, was ich soll. Kleine Sünden erzeugen große. Wohlthun bringt Wohlthun. Unter mich srhn" mein Glück nicht chasit. Pflicht thun ist'ne größere Kraft. Männer und Weise sagen die Wahrheit Gar mancher Geist stirbt am Egoismus. Die Weisen lernen mehr von Thoren Als von den Weisen die langen Ohren. Erobere deinen Besitz. Geschickt varirt. Als im Jahre 1786 Friedrich der Große schwer erkrankte und die Berliner Aerzte nicht mehr zu helfen wußten, ließ man schließ' lich den alten berühmten Arzt Zimmer mann aus Hannover kommen, damit die ser noch einmal seine Kunst an dem Monarchen Probiren möchte. Friedrich hatte jedoch wenig Zutrauen zu ihm und redete ihn, als er eintrat, übellaunig mit den Worten an: Nun, Er hat wohl auch schon Viele unter die Erde ge bracht V - Nicht so Viele, wie Eure Majestät," versetzte Zimmermann, funt Mit Nicht so viel Ehre." Diese Antwort gefiel dem Könige, und er ließ sich ge duldig von ihm behandeln. Der Gebrauch der Hand schuhe sonst und jetzt. Keine Dame, kein Herr aus der besseren Gesellschaft wird in heutiger Zeit einen Ausgang oder einen Besuch machen, ohne GlaceHandschuhe anzulegen, wie die Benutzung derselben ja auch in Konzerten, aus Bällen und so weiter geboten ist. Es gab aber eine Zeit, wo die Mode den Ge brauch der Handschuhe geradezu verbot. Unter Ludwig XIV. waren dieselben nur beim Reiten und auf der Jagd laubt. Sobald aber der Reiter nur ab gestiegen war und vielleicht das Pferd in den Stall führte, ohne die Handschuhe abzustreifen, hatte der Stallknecht schon das Recht, ihm einBüschel Heu oder der gleichen zu Präsentiren, welches mit einem Geschenk bezahlt werden mußte. War ein Hirsch erlegt und vergaß der adelige Waidmann beim Todesröcheln des Thieres die Handschuhe auszuziehen. so stand auch em Rudenknecht mit emem Zweige da, um ihn an das Gesetz der Mode zu ermnern und ein Trmkgeld unter dem Lachen aller Jagbgenossen in Empfang zu nehmen. Elne verpfändete Krone. Auch große und mächtige Herren gera then mitunter m Geldverlegenheiten der härtesten Art. Die Geschichte kennt eine ganze Menge von Beispielen. So war König Eduard III. von England, wahrend er in Antwerpen residlrte, so übel daran, daß er die Krone und das Krönungsgeschmeide seiner Gemahlin längere Zeit an Kölner Bürger verpsän den mußte, und als die Pfänder fällig geworden, sah er sich außer Stande, sie einzulösen. Die Akten darüber sind noch vorhanden. Man ersieht daraus den näheren Hergang. Ein englischer Ritter, Bartholomäus de Burgersh, hatte den delikaten Auftrag, die Kleino dien in Köln bei einem dortigen Gold schmied. Namens Laurette, abschätzen zu lassen, worauf zwei Bürger, Johannes von Spiegel und Richard Grim, mit den Wechslern der Stadt das eigentliche Geschäft abschlössen. Wiederholt wur den beträchtliche Summen darauf erho ben. Aber schon im Jahre 1342 waren die Pfänder verfallen und da der König sie nicht einzulösen vermochte, so kamen ihm die im Stahlhof zu London vereinigten Hanseaten zu Hilfe, ließen die Schuld und ihre Pfänder auf sich über tragen, streckten dem Könige neue Summen vor und stellten ihm seine Reichs juwelen zurück, als er ihnen den Woll zoll auf mehrere Jahre in Pacht gab. Dadurch gelangte die deutsche Hansa in England zu ihrer höchsten Macht. Die Vipernkur. Die italienischen Aerzte des 17. Jahrhunderts verordneten ihren Patienten sehr häusig den Genuß des Vipernfleisches in allen möglichen Formen. Mehrere Falle Qt ser absonderlichen Kur führt FranziskuS Redl, der berühmte Leibarzt der toska nischen Großherzoge Ferdinand II. und Kosinus III., welcher 1626 zu Arezzo geboren wurde und im Alter von 71 Jahren starb, an. Er erzählt u. A., daß ein vornehmer junger Mann vier Wochen hindurch ieden - Morgen tin Quentchen Pulver von gedörrten Vipern nebst einer Brühe, die von einer ha'.ben neapolltamschen Viper gekocht war, zum Frühstücke genommen habe. DeS Mit tags aß der Kranke eine Suppe von oe kochten Vipern, in welcher das Fleisch, die Lever und das erz dieier Tchianaen eingeschnitten waren und trank dazu Wein, in welchem man vorher Vipern er auft hatte. Zum Vesperbrod ver. zehrte er eine mitVipernbrühe Zubereitete , Mandelmilch und am Abend ag er wiederum dieselbe Suppe, aus der des Mit' tags seine Mahlzeit bestanden hatte.

Lyrikers Tod-

Am buschigen Ufer des Teiches da stand rr- cv- ,? r n . , Ti .v: sui ungiing, jcin crics vcviuy u der Hand, . Und las mit aiaantlscker Stärke. Q Schicksal! ein Windstoß begrub es in Teich, Da stürzte der Dichter hinein sich sogleich ii. f..; . m?: r x lh x. . cro uynt . -lhuic uuiauuu.-x-' Ein Buchhändler hörte den kläglichen Schrei. Wie? Sämmtliche Werke!" da eilt er herbei. Er dachte, es sei was zu kaufen. Doch als er gesehn, daß ein Lyriker gar. Der Aermste, da fprach er: ' .Daß Gott mich bewabr! Ging weiter und ließ ihn ersaufen. Ein Vers des Fürsten Bism a r ck. In das Album einer fürstlichen Frau, das mit Einzeichnungen von den Größten und Bedeutendsten unseres Landes geschmückt ist, hatMoltke vor einigenTa.t ji.-i.t-. . r . gen rii.gciHl.evci. : egem vergeyl, Wahrheit besteht. Graf Moltke, Ge neral Feldmarsckall." Diese Worte gchen ganz oben auf der Seite. Darun ter hat nun der Reichskanzler folgendes geschrieben : Ich glaube, daß in jener Welt Die Wahiheit stets den Sieg behält; Doch mit der Lüge dieses Lebens Kämpst unser Marschall selbst vergebens t s m a r a. Man sieht es diesen Versen an, daß es nicht die ersten sind, die der Reichs kanzler gedichtet hat. In der That soll Fürst Bismarck, namentlich in früheren Jahren, ziemlich häufig und sehr gelungene Sinnsprüche in Reimen, sogar auch größere Gedichte geschrieben haben. (T. Rundsch.) Ein freudiges Ereigniß. Mutter, Mutter, der Storch hat ein Kalb gebracht ! - E i n Z e i t m e s s e r. Aber was fällt Ihnen denn ein. Her Huber, jetzt sind Sie krank und liegen im Bett und trinken doch immer noch daS viele Bier?!" Herr Nachbar, das versteh' Sie nicht. Sehen Sie, der Doctor hat mir verordnet, daß ,ch rnn? um 10 Uhr meine Arznei nehmen soll. Weil ich. mich aber an? meine Uhr nicht verlassen kann, so yav' ich den Wastl vom Schlm melwirth beauftragt, daß er mir alle Tag um 8 Uhr dre: Mahln 'ruberbrlngt. Ich hab' mein' gleichmäßigen Trunk, und wenn ich dann immer mit meine drei Maß'ln fertig bin, dann ist's oenau Punkt 10 Uhr." Musikalisches. In einem militärischen Bau'Bureau ist unter Anderen auch ein Pionier als Zeichner commandirt. Derselbe bittet emes schönen Nachmit tags den als Bureau-Ehef funktioniren ken Feldwebel um Dlspenfation vom Dienst. Dieser genehmigt die Dispen sation, erkundigt sich aber pflichtgemäß, wohin er gehen wolle und was er vor habe. Der betreffende Pionier antwor tet verschmitzt : Ja, mWns halt, Herr Feldwebel, ich thu' halt heut' Nachmittaa mit sechs Mann der Bataillons'Musik us der Kirchwech m Saushaufe blase !" Potztausend,- fragt der Feldwebel,. Sie sin musikalisch davon hab' i ja noch gar Nix g'wußt, was blasen's denn V Ei," erwidert der Pionier, blasen thu' ich Nix, musikalisch san i' a nit,mich hat bloß der Eapellmeschter vorengagirt, weil er dem Lewewirth in Saufhause Neben Mann zur Ballmusik verspräche, hat, und Wege dem heilige Easinodinec nur sechs Mann entbehre kann. Beim Engagement hat er mer us die Seel' ge bunne, ja keen Ton aus meiner Pofaun 'raus ze bringe." Der folgsameFritz. Der kleine Fritz hatte eines Morgens sein Extemporale zurückbekommen, welsches sehr schlecht ausgefallen war. Mit tags bei Tisch fragt ihn die Tante: ,Nun, ' Frlk, wie viel Fehler hast Du heute in Deiner Arbeit gehabt?Fritz (nach einigem B-stnnen): Papa hat uns verboten, bei Tisch zu sprechen !" . Zwer Fliegen aufexr.cn Schlag. Dem Schullehrer Psifsle in Hungrin ' gen schlug die Gemeinde sein Bittgesuch um Ausbesserung seines HolzaversumZ ab und begründete diese Abweisung recht boshaft Mit der Bemerkung : er treibe auch nicht, wie andere Lehrer, Turn unterricht. Psissle aber weiß sich zu hel ' sen. Er läßt die Mädchen über Ruthen sprmgen, die duselben mitbringen und nach dem Gebrauch im Schulgang able -gen müssen. Das gab Reisig. Die . Knaben läßt er mit Prügeln exerciren' " ie dicker und länaer. desto besser. Nacö einer jeden solchen Uebung, zweimal in der Woche, hieß es nach dem Einrücken m den Schulhos : Waffen weg ! Diese einmal verwendeten Kriegssurrogate ga ben reichliches Brennmaterial und Alles war zusriedengestellt. v.7vvv.yv .1. CS snrthFsrttiiifnnfirf ttntnKt a: - ffrtthnrhTiifhtt J " "Y JMopwvjviuytv.älWtVltll. der Wärme ist wie diejenige des LichteZ; enorm groß. Wenn ich die Hand, dieirf (ist i(M htaff 04 YnT4 (i.. iuf vni vv v.vjvv 011131 yu.ii, yijllvtf .& f f rfv.4 cj& v . . . - X I j " M . V 44 1 V hindert durch den Raum fort. 6c, und jetzt ist sie schon wer weiß wie &dtl, "L n )ven lieinen yo.ziailen, oen ,az Ihnen tieieiat babe. irani ipfct mein YlssZst. : O j O- -7 ' o- -1 - ....... ..4. IU das hinterste Jimmer. Wenn draieme crii.A t:..ci . Uimjc uuiuüu lllujl, limnen Sld es hier i f&an Trtf. V OT) I .v lyv.li. - V "" v JIUU.Ü -iJUiTOpOn, r starb, wie ein edler Komg sterben mußte; er starb an der Wassersucht. Anfanalick alauote man. uu er besann sich aber und konnte wieder auf' r-osr.in sem Pseio steigen. vitxo ioar ourazaus niQ)t grausam. ivul nur ju cinc grimmig wüthende n. : , ' Meine Herren ! Die Schraube ist ein Instrument, welches, wenn wir es nicht i "II t - w ' nniien nt nnn 'ii. ii.et MMttvi, viu uuu 'lujt i;itnunnpn um - f. 1 lln"nV"" X t ... . . " mogiill) macyen t i. Ein Spiegel fit eine Summe vOtt glatt geschlissenen Molekülen