Indiana Tribüne, Volume 4, Number 303, Indianapolis, Marion County, 16 July 1882 — Page 3
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u;; Sine Hlettung. WiiV . . SroqeZ von mil The,d lss. v iy V.' .Nlle Mann an Bord! Gebt Damps! Da5 Topsegel bei " ; , Sie segeln in unseren Kielwasser,' Diese Hunde von Malayen", flüsterte der! Steuermann dem Küpitän' zu, wir werden Mühe haben, ihnen : zu entring Ntn ' - - .Nur zu wahr ! Es sind malayische Seeräuber. Ich habe -sie. genau :fce' obachtet. Wir haben "e" mit-Dreien' zu thun, ich fürchte, siewerden -uns den Weg durch den : Sund- verlegen. Tod und Verdammniß! Das .Brara segel auf. . EZ gilt das Leben " .Um Gottcswillen, Kapitän, was ist im Werke", rief unter allen Zeichen der höchsten, bängstcnErregung eine jung: Dame, die schöne Miß Lewin, :die Aochter des englischen -Residenten?' in Bangkogk, die soeben als einziger Passa gier an .Bord aus England zu ihren Eltern zurückkehren wollte. j , Beruhigen Sie sich, .Mylady-, lies der Steuermann mit höfliche .Verben gung zu ihr herüber, während, der Kapi tän sortfuhr Befehle zu ertheilen und die Bewegungen der gefürchtetey.Pira ten mit dem Fernrohre zu (ontroliren, ;roir dürfen die Hoffnung noch nicht augeben, aus ihrem Bereiche zu gelangen. Die See ging hoch. Eine -leichte Seitenbrise zwang das große Schiff zum Laviren, und die drei dichtbemannten Prauen der Malayen hielten gerade von vorn auf den Engländer zu. Man konnte ihre Bewegungen auch mit bloßem Auge deutlich verfolgen. ' Das junge Mädchen, athmete tief -und schwer. Es ' hatte seinen angstvollen -Blick auf die in raschestem .Tempp s5rt rudernden Boote der Malayen gerichtet.' Mit fieberhafter Spannung lauschte sie aus die kurz abgemessenen. Befehle der Ossiziere und das ,, taktmäßige , Arbeiten der Matrosen in. den Wanten. Jetzt hatte sich ihr Schiff den mit äsender Eile aus dasselbe heranfahrevden Prauen der Seeräuber auf etwa hundert.Faden genähert. Schon konnte man bemerken, wie die Bemannung dervorderstenPrau sich zum Angriff und zum Entern bereit hielt, als der Engländer eine unver muthete Biegung nach der Seeseite vor nahm und die Räuber an sich vorüber? jagen ließ. Nach einigen Sekunden war er in dem aus der See sich nieder senkenden Red'el verschwunden. Noch einige Minuten lang hörte man das wilde Wuthgeschrei der , Malayen, denen die sichergeglaubte Beute ent schlüpst war, dann wurde Alles still,und man vernahm nichts, als die leisen, aber energisch ertheilten Kommandos des Kapitäns und das Stampfen der Maschine. , - ' Der Engländer lavirte... ' Mehr als zwei Stunden lang bewegte er sich schraubenförmig auf dem Gebiet einer Geviert-Seemeile. Noch lag der Nebel dicht um das Fahrzeug, die Brise hatte ihre Richtung und Stärke noch nicht verändert. ; Mit einem Seufzer der Erleichterung horte Miß Ellen aus -dem Munde des Kapitäns, daß die Gefahr vorüber sei, sobald der Wind sich mcht drehte. Er hoffe, die Seeräuber von ihrer Fährte abgebracht zu haben. .A!so dürfen wir in der That hoffen, ihnen zu entgehen?" fragte Ellen. Gewiß, so lange der Wind nicht um schlägt, was leider nicht unmöglich ist." Die Besorgniß des gewiegten See manns war' nur zu sehr begründet. Fünf Stunden später war der Wind umgesprungen. . Er schien auch den Nebel verjagen zu wollen. Bedenklich schüttelte der Kapitän den Kopf. Mit äußerster Beunruhigung las das junge Mädchen in den Mienen des er sahrenen Seemanns. .Werden wir unbemerkt bleiben?" begann Miß Ellen wieder. .Ich hoffe es, sobald wir nicht allzu weit seewärts abgetrieben sind." '.Der Pony ist auffallend unruhig", rief der erste Offizier besorgt, er könnte uns' durch sein ewiges Wiehern verra then. Es wäre gut, wenn man ihn irgendwo unten im Raum unterbringen könnte, bis die Gefahr vorüber sein wird." Der hochschottische Ponyhengst, von dem , der Seemann sprach, war Miß Ellen's Reitpferd, das sie mit einigen anderen lebenden Andenken iu die neue Heimäth überführen wollte. . Das mu thige dichtmähnige Thier erfreute sich an Bord allgemeiner Gunst. Nur mit dem .großen schwarzen Neusundländer. Blaa, der den Steuermann aus allen seinen Fahrten begleitete, stand er auf feindlichem Fuße. Der Hund, biß dem Pferde, wo er tl überraschen konnte, in die Fesseln, und der Pony rächte sich, indem, er, nach Black mit den Fußen schlug.'- Der Hund war offenbar auf ihn eifersüchtig und betrachtete ihn als Eindringling. Wiederum ließ der Pony sein ominö ses Wiehern ertönen. Wüthend fuhr der Hund aus ihn los und brachte ihm einen Biß am Halse bei, der den Hengst zur Raserei brachte. Rechtzeitig packte er Black am Genick, schüttelte ihn und verendet, mit zerriffenem Genick, stürzte das mächtige Thier auf das Ver deck. .Schießt den Pon' todt Er wird uns Unglück bringen, wenn wir ihn leben lassen, schrie der Steuermann wüthend. Der Tod seines treuen Lieb lingshundes hatte ihn erbittert und seine gereizte Stimmung übertrug sich im Augenblick aus die Ossiziere und die ältesten Maate, die sosort bereit waren Lyrsjustiz an dem Verbrecher zu üben. .Stellt ihn hier in diese leere Kiste. Dann vor den Besanmast mit ihm und sobald ich .Drei" zähle, gebt Feuer aus ihn, rief der Kapitän. Rasch hatten die Seeleute ihre Buchsen in Anschlag. Schon setzte sich der Kapitän m Positur, um das Urtheil vollziehen zu lasten, als Miß Ellen auf dnn Verdeck erschien. .Was haben Sie vor " rief sie. Sehen Sie bier, Miß, wag Ihr schurkischer, tückischer Hengst angerichtet hat. Mein armer, ehrlicher, treuer Black wurde von dem verd Veest zu Tode getroffen, schrie der Steuermann vü thend.
.Nun, ich werde Sie entschädigen . . . .es ist mir aufrichtig leid'wars das Fräulein ein. . . , '. i .Oh, Miß, das ist kein Ersatz. Nein, er soll fallen." .Aber, Samson, Kapitän, was soll
ich von Euch denken. . Jetzt,' in der Stunde ernster Gefahr wollt ihr Gericht über ein armes, schuldloses Thier hal ten?;..." - ' :. i .Achtung! Eins...... Zwei...." i i Noch halte der Kapitän nicht Zeit das Kommando Drei" zu rufen, als ein wilder Schrei ertöntet s ' ! .Die Malayen !" ; . Der Nebel war verffoaen.- Kaum' fünf Minuten vor ihnen hielten die drei Prauen der Seeräuber thit voller. Geschwindigkeit aus sie zu. . ' .Wir sind verloren wenn'lvir Tlicht rasch wenden. . .OHoi ! Alle Segel bei!! So recht, Jungens! Nehmt den Fock mastinAcht....? ' " - ; Abermals waren sie den Seeräubern entgangen, deren wilde Flüche und 93er? wünschungen man deutlich hörte. Sie versuchten, in .das. Fahrwaffer bei englischen Fahrzeuges .zu .gelangen. 'Eine verzwejselte.Jagd begann. Schon wurde der Abstand zwischen dem Engländer .und seinen. Verfolgern größer und größer, . schon ging ein sröh liges Zucken über die wettergebräunten Gesichter der Seeleute, als. über ihnen ein. lautes Krachen und Knistern hörbar wurde und das große Bramsegel mit der Vramstange über Bord ging. ''' .Das Nothsegel aus H kommandirte der Kapitän. . . ... - . Schon, hat.te. der Unfall den Piraten einen Vorspruug 'gegeben. ' Ihre - vor berste: Praue. gab eine Kartätschenladung ab,., die., den Vordersteven zertrümmerte. ; .Das .. Schiff ' War i den . Feindin ! fast rettungslos preisgegeben. , Der Äapitön ließ rasch ras großeBoot in See gehen. In. blindem .Schrecken ' stürzten- die Mannschaft hinein, und Miß Ellen sah sich , zu sichrem i.Schrecken an der Seite ihres Ponys fast allein auf dem. Schiff. Fast , besinnungslos sprang sie in die Kiste und kauerte sich neben dem treuen Thier nieder. i) ..In demselben Augenblick hatten sich die drei Prauen der Seeräuber gleich zeitig an das Schiff gelegt und mit der Behendigkeit von Affen schwangen sich hundert halbnackte, braune Gestalten auf das. Verdeck. Die wenigen Leute, die zurück geblieben waren, sielen unter ihren Dolchen. Dann ging es an ein hastiges Plündern. .Alle Werthsachen wurden aus den Kajüten und Kojen ge holt, -Wäarenballen und. Kisten aus dem Raum fortgeschafft. . Jetzt ertönte aus der Ferne ein Ka nonenschuß: Die Piraten stutzten. Sie zögerten aber . nur einen ' Auaenbllck. Mit verdoppelter Eile und Anstrengung setzten sie ihr ' PlünderungZwerk , fort. Dann wurde es still. . . . Sie hatten das Schiff verlaffen. ' Nun horte Ellen aus größerer.Nähe abermals einen Schuß. Der Pony wieherte. ' Freudig bebend erhob sie sich und lugte ins Freie. Sie bemerkte wie die Prauen sich vor einem großen Dreimaster fluchteten, der aus dasSchlff zuhielt. Es war em engli sches Kriegsschiff, wie sie jetzt deutlich er kannte. Aber, was war das? Siebe merkte plötzlich, wie Waffer ihre Füße netzte, das Schiff sank, die Malayen hat ten ein Loch gebohrt. .Gott im Himmel !" schrie das junge Mädchen entsetzt. .Es gibt keine Net tung sür mich." Und verzweislrngsvoll schoß sie mit ihrem lechsläupgen Revol ver in die Lust. Sie schwamm mit lh rem Pony aus der See. Der Strudel, den das untersinkende Schiff hervorgeiu sen hatte, brachte die Kiste ins Wanken, sie füllte sich mit Waszer. Berzweif lungsvoll saßte Ellen das Thier ander Mähne und schwang ich auf seinen Rücken. Der Pony hielt wacker Stand. Er war tief im Wasser, aber er hielt die Nüstern über dem selben und arbeitete sich muthig voran, dem immer näher kommenden - Schiffe entgegen. Das V. rC CA4a 0 A - (TZL jv i;iuuuc ii cucii.c uuciuiut9 ciutii" uyup ab Die Krastc wollten sie verlaffen, aber jetzt wurde ein Boot niedergelassen sie war bemerkt worden Nur Muth, mein tapferer Pony, wir sind gerettet." Einige Minuten später befand sich das junge, vor Aufregung und Schrecken halbtodte Mädchen an Bord des Jnpi ter". Als man ihr auf ihre Frage ge meldet hatte, daß auch der Pony geret tet sei, schloß sie die Augen zu einem langen, süßen, erquickenden Schlummer. Beim Erwachen scrnd sie sich in einer mit rothem Plüsch ausgeschlagenen'. freundlichen Kabine gebettet. Neben ihr saß (ine alte Dame, die steh mit ge wmnendem Lächeln über sie beugte. Mein liebes Kind ! Wie müssen Sie gelitten haben. O, es ist mir wie ein Wunder, Jüre Nettung, und wiffen Sie auch, wem Sie außer dem Pony dieselbe zu danken h:iben ? Still, still, mein Kind . .Sie dürfen sich nicht ausregen. Wenn Sie zum Lunch herüber kommen, sollen Sie cs erfahren .... Eine kleine Ueber raschung Lady Porter, die Gemahlin des Ire gattenkapitäns empfahl sich. An ihrer Stelle erschien eine kleine Schwarze. 9My will helfen, Lady anziehen. lachte sie Zrohlich, indem sie ihre blendend weißen, tadellasen Zähne zeigte. Nelly sehr geschickt sein bei der Arbeit " In der That vermochte Miß Ellen mit ihrer Hilse nach wenigen Minuten im großen Speisesalon der Fregatte zu erscheinen. . Ste wurde von.den Osfizie ren mtt achtungsvoller verzuchkett be grüßt. Der Kapitän, ein echter, rauher Seemann, aber vollendeter Gentleman, führte sie mit ritterlicher Artigkeit seiner am Ende der Tafel thronenden Gemah lin zu. .hier ist die Überraschung, Miß, rief ihr diese fröhlich zu, indem sie auf einen schlanken, distinguirten jungen Mann m der Umform emes Fregatten lieutenants zeigte, Sir Reginald Porter, der floh darauf ist, zuerst den verhäng nißvollen Schuß aus Ihrem Revolver bemerkt vx haben. Erröthend streckte Ellen ihrem Retter, den sie vor Jahresfrist im Hause ihres Onkels in Bnghton kennen gelernt hat te, dle Hand entgegen. 3ch bin dop pelt in ihrer Schuld-, flüsterte sie, ,da malS am Straud Sie wissen...."
Nichts weiß ich, mein Fräulein, als
daß ich glücklich bin,! Sie .'gerettet zu wissen. .' .: . - Acht Tage spater landete dlefunge Lady mit ihrem getreuen Pony in Bang kok. . Sie wurde von den Eltern . mit Jubel aufgenommen. Schon hatten sie die geliebte Tochter verloren gegeben. Einige - Leute des englischen Schches, auf dem Ellen die. Ueberfahrt angetreten hatte und das den Piraten zur Beute gefallen war, hatten bei ihrer Ankunft in Bangkok erzählt, daß sie rettungslos untergegangen sei. Um so größer war die Freude der .Angehörigen, als sie die Todtgesagte m lhre.Arme schloffen. ; Nichts war natürlicher als daß Sir Reginald .seinen nächsten Urlaub bei dem Rendenten ln . Bangkok verlebte. Es war, als ob eme stille Berabreoung getroffen sei, daß die beiden! Miß Ellen und der junge Seeossizier, zusammen geHorten. - Noch vor Jahresfrist feierten sie ihre Vermählung. ' Jetzt wohnen sie aus Reginald's Gute, in Lincolnshire. Der: Ponyhengst, rrägt mit rührender Geduld.? die: allerliebsten .' Kinder - des Paares, 'die vierjährige Sarah und den sechsjährigen harry. Sie llopsen lyn liebkosend auf den Hals und klammern sich an seiner Mähne fest, indem sie ihn mit den zärtlichsten Namen rufen. - War er es doch, der einst ihre liebe Mama vom Untergange und Tode er? rettete! 1 : Der xotf)eXax&t in Moskau. Historische Skizze von Wilhelm Grotht. Wer den alämendsten Stadttb'eil.' die Burg der allrussischen Hauptstadt den fW M . M . 0 znemi 'coskau'S, vurcy oas vpasra)e Thor verläßt, der besindet sich plMch in der Mitte des regsten Lebens, des ge schastlgstenBollstrelbens, auf dem rothen Markte. Auf diesem gewaltigen eine Quadrat'Werst aroken Vlake svieaelt sich das eigentliche Rußland wieder. Nicht ! (Tl - js. IC -1 V ! - ! . V nur in vu PluulollUlen, vle n oem eigenthümlichen, byzantinischen Stile ihn begrenzen : dem Kreml, der Kasan klrche, der Jwershschen Kapelle, der Kathedrale des heiligen Basilius, der Kaushalle, sondeln besonders in dem bunten c jr.tx. mrx. v r: iiunu ii wet, iu iiuujci unu uuu ilscher Trachten, den charakteristischen Typen zweier Welttheile, oder auch in w 1 1 i den Elinnerungen,.'welche dieses Stück Erde weckt, die das Standbild auf ihm hervorruft.' - ' Der rothe Markt ist seit. 1445 der alte Versammlungsort des Pottes.- Damals streiften die alan'jchen Tatarenjchaaren sengend und brennend bis unter die Mauern Moskau's. Der Großfürst Wasili Wasil ewit ch III. war flüchtia man sagte sogar, daß er. gefangen sei. Auch die Boiaren hatten in Anastund Furcht die hauhtstadt des. Baterlandes verlassen. Dagegen, strömte das Land voll in Schaaren durch die Tbore.- um sich vor den tartarischen, Räuberhorden zu retten. Mit ihnen zog die Pest em. und eme Feuersbrunfl lohte zum Himmel auf. welche den Kreml' vernichtete und dreitausend Menschen in : ihren lammen begrub. ., . In dieser großen Nothtönte es von Haus zu Haus : 3um rotben Markt 1 Zum rothen Markt " dem Orte, wo die Grobsurflen Moskau's sonst zu Gericht saken. wo man die Gesetze verkündiate. Alles strömte dem Platze zu, und in Aller erzen wurde der Gedanke wach: Wir sind noch' nicht verloren, wenn wir uns nicht selbst aufgeben." Das Bolk wollte sich erretten, und frischer Muth drana durch die Versammluna, als eö hieß:. Die Boiaren baben uns verlaffen, aber.wir sind uns. selbst genug. Es wurde beschlossen, da die Befestigungen wiederheraestellt und verstärkt, die niedergebrannten Stadttheile neu ausgebaut werden sollten. Aller Hände reaten' 'sich. Niemand schaute müßig und verdrossen drein : eine heilige Begeisterung hatte sich des Moires . vemachtlgt, welü)e die Tataren er Äreaen lten und Nukland rettete. Nicht an jene beiliqe Volk-erbebuna. nicht an die Versammlungen, welche den Theuerungen wehrten, e:innert das 'Standbild in der Mitte des Plakes. m dem löoO Pud Bronze verwendet wur den, und das .zwei Männer daruellt. Dem Bürger Minin und dem bürsten Posharsli das dankbare Baterland, lautet die einfache Anschrift. Rußland ist dem übrigen Europa noch immer ein Buch mit sieben Sieaeln und feine Geschichte also verschlossen, daß man die wißbegierigen Fremden fragen hört, wer dieser Minin und Poharski sei.'n. Sie haben das hellige Rußland gerettet," lautet die Antwort. Mobl verdienen die Beiden di: Auszeichnung, dle innen zu Theil aeworden L denn sie stürzten die Fremdherrschäst, welche der Mönch MMa (Gregor) Otrapicw,dcr faksche Dimitri (Demetriusl. dem ruin scyen reiche gebracht hatte. Niemals hat Nußland so am Abgrunde geschwebt, als Polen den übermüthigen Fuß aus den Nacken des Nie en sekte. der es svä ter niederwerfen sollte... Der Graf von Scaur übersvriuat in seiner Geschichte Ruklands jene .eit mit den Worten: Warum sollen wir uns aus die Beschreibung so vieler Schandthaten einlassen ? Es genüge, daß das Interregnum, welches die beiden 5mr scherstämme, die über Rußland regiert haben (die munks und die Romanows), trennt, einem Abgrunde aleicht, der. von Blut und Schande triefend, daS. ganze Bolk vemaye verschlang. Dieser Zeit räum von fünfzehn Jahren (1598 bis 1613) chlltkt m sich, was R edertracbt. Verrätherei, der Krieg in jeder Gestalt Schreckliches auszuweisen hat. Es scheint als habe ein böser Dämon in diesem kurzen Zeitraume alles Unglück, alle 'ervreqen ausyauzen wollen. Segur hat in Betreff der Zeit recht, aber Rußland mußte eben deshalb die Männer feiern, welche sie beendeten. Das geschah im Jahre 1818 durch das Standbild, welches den Bildhauer Joki now sium Urheber hat. Bor dem sitzen den Fürsten Posyarskl steht Minin, die Augen zum Himmel gewandt, als riefe er den Beistand Gottes berab. den Lö. . . wenmuth in dem noch leidenden Helden : .. v . , . zu weaen. uno er roeare lyn, uno Rußland verbrach unter der BeidenZüb rung die Fesseln der Fremdherrschast und erlanv zu juern even.
Im Jahre 15S3 war der letzte Zweig
aus dem Geschlechte der NurikS gebrochen, und Boris Godunow hatte fceri russischen Thron bestiegen. Zwar lebte die Wittwe Iwan's IV. Wasiljewitsch Maria, aus dem Stamme Nagoe, und ihr 1582 geborener Söhn Dimitri; aber der ehrgeizige Herrscher stand nicht an,' den'Ezarewitsch Dimitri zu opsern und seine Mutter unter dem Namen Marsa (Martha) m em Kloster bringen zu las sen. . Jm'Uebrigen - bewies sich Boris als ein 'weiser Fürst,- der Wiffenschast und Künste hegte, wie kein Ezar vor ihm. Krwamsin nennt mit 'Recht die beiden ersten Jahre seiner Regierung die glück' lichsten Rußlands. ' ' ' "; Dann ttdoch nahten zwei Femde seinen Grenzen, gegen -die Menschengewalt, zu schwach erschien :Die Pest und die' HüngerSnoth. Mit 'den .'Beiden ' erhob sich der Bürgerkrieg der Armen gegen die Reichen, der der das Land verwüsten half. Dieser war aber kaum Niederge schlagen, als auch schon eine neue Gefahr drohte. l ' Ein junger, kaum SSWriger Mönch, st- 7 r m. . ? n stent r . v. vnjcgia suirepicro, ianu ioua ar no bekannte sich' an dem Hofe' des Woiewode'n von SendomirManischek'fZr den ermordetenDiMitrl. Er sei, sagte er, dorten ausgesandten Mördern errettet worden, indem diese einen anderen Knaben seines Alters sür ihn gehalten und umgebracht hatten.. . '' ' ' . ; Manische?, der wie die meisten polnischen Großen tief verschuldet war, be grüßte den jungen Prätendenten um so lieber, als dieser, sich, mit Manlschel's Tochter Mar;na. verlobte und.am2s. Mai lec'.Äe'n, Heiräthsverlrag' unter zeichnete. ( Er beeilte sich ihn dem König Sigismund vorzustellen, und den König sür.den falsches Dimitri. zu stimmen, 'daß er vle em unieruunung . ver pracy. , ÄU ' f . . ff . , V ' cr einem ossenen ruche wii, .zar vois tonnti Slismund'.'es'nia)t kommen 'jassen' da' 'er schön Krieg "mit 'Schweden führte welches ihn wcgn. seines, Ueber trittes zum Katholicismus vom Thron gestoßen aber er begünstigte Otrepiew's Unternehmung gegen Rußland,, daß er Rüstungen geschehen' ließ. , . fr" wr n. m ' . otvyecr von öuuik ysoitn,. oemsZia) einige Taufend Kosacken anschlössen, überschritt die Grenze. Mehr 'als . diese Truppen that der' Name Dunitri Jwanowitsch ; viele Städte. sielen dem Prätendenten zu. Trotzdem wäre ihm .oer Sieg wohl nicht leicht geworden, wenn Boris nicht plötzlich nach einer Mahlzeit, wahrschemllch an Glst,' gestorben wäre und sein Feldherr Basmadow Nicht sem Schwert dem Feinde angeboten hätte. dem Volk und Bojaren nun den Eid der Treue leisteten. Ehe DlMitrl nach Moskau kam,' wurde das Geschlecht Go dunow's mit Ausnahme von .Boris' jun ger' Tochter Xeniä ermordet. Dann er folgte, am 30. Juni 1605 der Einzug des neuen Ezaren in seine Hauptstadt, wo er sich in der Uspenski Kathedrale krönen lieu. ' , , . . , - : - , Er befahl odann, Iwan's IV. Wittwe Maria, die im Kloster unter dem NamenMartha lebte, vor ihn zu bringen, daß dieselbe für seine Echtheit Zeugniß ablegte, und wirklich kam sie seinen Wünschen nach, woraus em Frauenklo ster auf dem Kreml ihr als Wohnung angewiesen wurde. So leutselig, ja hochherzig der. schöne und begabte Usurpator sich benahm, gewann er die Herzen der Rüsten nicht, da er ihnen die sremde Civilisation bringen wollte und die alten Gebrauche verletzte. Unter dem Geleit von 5000, bewaffneten Polen zog Marina in Moskau ein und wurde daselbst eine Woche später, am 18. Mai 1006, aekrönt. Das war noch keiner Czarin geschehen. Noch mehr An stoß nahm aber das Volk daran, daß n . 'jti . - . . r v jic nicyr voryer zur grlecylicyen ötlraze übertreten war. Man sprach von Kirchenschändung, zumal da die Väter Jesu, die mit den Polen erschienen wa ren, sich einzunisten begannen. Fürst Wastli Jwanowistch Schuisloi bcnuhte diese Stimmung', um an der Spitze des Volkes, das Schwert in der einen Hand, das Crucisiz in der andern, in den Kreml zu dringen. Vergebens widersetzte sich Basmanow, er wurde überwunden, erdrosselt und seine Lche sodann aus den rothe.n Platz geschleift. Dorthin urde auchdie Leiche des ermor dcten Usurpators gebracht und dem Volke preisgegeben, das m viehlicher Nohheit sie zerriß. Mit Otrcpien kamen noch 1700 Polen um, während Marina, Mi nischek und der polnische Gesandte Wisniewicki in den Kerker geworfen wurden. Schulskoi bestieg nun als Wasili V. Jwanowitsch den Czarenthron, auf dem er sich vier Jahre behauptete und zwar durch die Siege seines Neffen Michael Schuiskoi Skopin und die Un terstützung Schwedens, dessen Schutz der neue 5errscher anrief. Wohl bedurste Wasili eines treuen Verbündeten ; denn wilde Parteien, die durch Prätendenten stets hervorgerufen wurden, zerrissen daS Land. So trat ein zweiter falscher Dimitri auf, der behauptete, daß ein An derer als er in Moskau erschlagen sei. Um ihn als Betrüger hinzustellen, sandte Wasili Marina Minischek in jenesLager; doch hatte er in der schönen und räche dürstenden Polin geirrt. Diese erkannte den Betrüger als ihren Gatten an, so daß ganz Kleinrußland und viele Unzusriedene ihm zufielen, dem die Geschichte den Namen des Diebes von Kluschino gegeben hat. Auch Polen, das über die N'edermetzelung seiner Kinder empört war, gewährte ihm unter. Fürst Leo Sapieha Hülfe. In dieser Noth wäre eö Michael Sko Pin allein gewesen, von dem sein Oheim hatte Rettung erwarten können ; doch Wasili mißtraute dem jungen Helden, der schon über Sapieha gesiegt, hatte, und ließ ihn vergiften. Ein Ruf der Entrüstung durchhallte das ganze Ruß land, Wasili wurde abgesetzt, in ein Kloster geworfen, und die Bojaren tra ten zusammen, um einen neuen Ezaren zu wählen. Die Hoffnungen für den Dieb von Kluschina waren im Wachsen, als die Polen unter ZolkiewZki die Schweden schlugen; aber der Tod sehte dem Betrü ger Schranken. Auf der Jagd verlor er gegen das Ende 1610 das Leben. Sein ihm von Marina geborener Sohn wurde aber von Saruzki, dem Ataman der Kosaken, zum Ezaren proclamirt.
nachdem er die Mutter, welche in die Hände der Russen gesallen war, besreit hatte. ,
Um dem entgegenzutreten, wählten viele Bojaren Wladislaw, den Sohn des polnischen Königs, zum Ezaren. Auch drangen die Polen in Moskau ein, plünderten es (1611),' nachdem - sie ein großes Blutbad angerichtet hatten. In dieser für Rußland hoffnungslosenLage,' da auch'der patriotische Patriarch Her mogenes in den. Kerker geworfen war, meinte Schweden, das bisher seine Was fen.'.init' denen der, Russen .verbunden hatte,'nZchts Besseres thun zu können, als äüs'des früheren Alliirten . Kosten sich zu vergrößern, wahrend Sigismund den eigenen 'Sohn beraubte, indem er Solen nach'Osten'hin anwachsen ließ. . Berge. bens ließ .Pröcop Läpunom aus Rjä san seine Stimme ertönen und warf, sich in das Kloster des heiligen Sergei, um das Volk zu einer Erhebung gegen die Fremden zu bringen und es mit sich foit: zureißen; er wurde ermordet, wie denn; Mord und Raub ,m, dem weiten Reiche herrschten 'und alle , Bande der gesell fchaftlichen Ordnung lösten. .Die. Ver zw'eiffung hatte sich aller Herzen. bemäch tigt und selbst der tapferste Genosse La punow's, Fürst . Dinjitri Posharsli, glaubte krank, . wie.. er - war, an . keine Rettung des Vaterlandes mehr, . ,Das war der Augenblick, wo. der Net ter. Rußlands erschien. Er war .ein ein facher Burger aus' Nischney Nowgorod, der Fleischer KosmcrMlNiN. Bon dem Unglücke seines Vaterlandes .. erfüllt, wurde er zu einem Demosthenes, dessen begeisterte Reden unter seinen Mitbür gern. Anklang fanden und die sie zuTha ten fortrissen. Die Männerbewaffneten sich, Frauen, und Mädchen brachten ihren Schmuck j herbei. Nur der.. Führer des Völkshseesehlte noch. : - - ),.7Kosma Mmin hatte, ihn in Posharski gefunden dessen' reiner Charakter noch Heller als sein Muth und seine kriegenschen Talente7strahlte. Er trat vor den kaum genesenen .Fürsten und rief ihn zum Streite auf Seine Worte fanden em Echo m Posharski's Herzen. , .' .Das Banner der Volkserhebung flatterte ; der Fürst Trubetzkoi stieß zu dem begeisterten Heere, und vorwärts wälzte sich die in Waffen starrende Menschen lawine aus die alte Hauptstadt, auf Moskau. Unter den Mauern desKreml fand im August 1612 die dreitägigeEntscheidungsschlacht. statt. - Posharski soll während dieser Zeit nicht aus dem Sst tel gekommen sein und ihm zur Seite stand Minin. Der Sieg war endlich errungen,Mos kau den Polen auf immer entrissen,' der fremde Einfluß beseitigt., Das befreite Vaterland wählte durch den National rath., in der großen Fastenwoche von 1613 Michael Feodorowitsch Romanow zum Ezaren das entsetzliche Jnterreg num war vorüber. Feder - Skizzen. LikbtSgattunge. E.n Brief Fragment. mmm' wmmm - mmm m i Was ich dazu sage, daß Ihre Freundin Hedwig sich schließlich doch noch mit ihremOnkel ver lobt hat? r- Ja, meine gcschäkte Freun din, das sinde ich ganz vernünstig, ich gehe noch weiter und Wunsche allen hei rathslustigenSchönen einen solchen, wenn möglich, recht wohlhabenden Verheira thunasonkel deren es leider nicht Viele giebt! Und Sie sind der Ansicht, daß eine Liebe aus Dankbarkeit kemeLte be sei. , Die wahre Liebe sei etwas so so Erhabenes, meinen Sie, daß man sie auf so triviale Ursachen nicht zuruckfuh ren dürfe. ; i i . ; i Sie könnten nie . einen Mann heira then,demSie zuDanke verpflichtet waren. Sie könnten ihn bewundern, verehren, nur lieben könnten Sie- ihn nicht. Ja, Sle scheinen überhaupt manmgsache Liebesgattungen nicht anerkennen zu wollen. Wer , seine realen Anschauungen aus unserer Alltäglichkeit holt, wer nicht die Roman uns NovellenLlebe für die einzig richtige hält, der muß anerkennen, dav die kleinen uny großen Schwächen unserer heutigen Welt auf dieGattungcn der Liebe bestimmend einwirken, daß es nicht blos eine chemisch reine, ungegypste Natur-Llebe, daß e5 deren gar verschte dene Spielarten giebt. '' Sie werden es schrecklich sinden, gnädi ges Fräulein,' wenn ich Ihnen vor allen andern dieLiebe aus Vernunft nenne. Wissen Sie, was eine Vernunfts'Heirath ist ? Se wenden sich mit Entsetzen von diesem.Gedanken ab, und doch kann man sich aus VernunftsGründen lieben; ja man kann sich aus Vernunft heirathen und sich so vernünftig lieben, daß man schließlich unvernünftig wird. Das ist.nämlich' noch. lange nicht so furchtbar, als wenn Einer den Andern aus Eitelkeit liebt. Weil- es einem Manne vielleicht gut ansteht, eine schöne Frau am Arme zu führen, well ihn die reizende Figur seinerAngebeteten außer ordentlich gut kleidet, . deswegen aU lein liebt er sie mitunter.' Die moderne Sucht vieler Frauen, nach akademischen Graden die Manie, Frau Doktorin, Frau Privatdozentin, Frau Professorin, Frau Assessorin, Frau Amtsrichterin zu heißen jene Liebe, die erst mit der Visitenkarte anfängt, ringt auch nachAn erkennung, auch diese Liebe zu dem Titel des Zukünftigen will heutzutage eine wahre Liebe sein. Und sind Sie selbst denn ganz frei' davon ? Sie sind so stolz daraus, daß Sie noch nie geliebt haben : ich will nicht boshast sein, aber mit dieser unglaublich klingenden Ve hauptung haben Sie selber die soeben erwähnte Liebesgattung anerkannt! Ueberlegen Sie -nur ! Sie sind, wie ich weiß, auch ein Bischen eitel, alle Be dingungen Ihrer Eitelkeit aber sind viel leicht noch nicht erfüllt, darum liebenSie nicht ! Wenn sich zwei Leute verschiedenen Geschlechts wöchentlich sieben Mal anzu blicken Gelegenheit haben, sich alle Tage bald ihre Fehler, bald ihre Vorzüge vor werfen, und sich so an einander gewöhnen, daß sie schließlich Beides, sowohl ihre Schatten als ihre Lichtseiten vergessen und sich alltäglich aus süßer Gewohnheit zu lieben ansangen, weil sie das überaus für den besten Zeitvertreib, weil sie die sogenannte Sprache ihres Herzens
für die, geeignetste Konversation und die gegenseitigen Augengründeür die Pas sendste Lektüre halten, so ist dies Sie müssen es.zugebeu doch auch eine ganz regelrechte Liebe. r - Erinnern Sie sich serner noch des abenteuerlichen Verhältnisses aus dem ärztlichen' Wartezimmer,, wo Jeffy, die kleine, naive DcutschAmerikanerin den Lieutenant mit dem steisenKnie so surcht bar nett fand, weil er ihr so leid that? Sie wollten es mir damals nicht glauben, daß der Herr Professor, zu des sen . Klientel jene beiden Menschenkinder gehörten, eiqes schönen TageS in sein Kranken-Journal die lakonische Notiz eintrug : , Nr. 2435 und Nr. 2390 ha ben sich am 26. November mit einander
, verlobt. r Beide, r sind an demselben Tage aus der Behandlung - als . geheilt entlassen worden !" Und doch war es wirklich so ! Das war eine Liebe aus Mitleid. Die finden Sie natürlich rei' zend ! Ja, diese der beiden Kranken Journal-Nummern hat Ihnen so' drücktenSie sich damals aus-einsach im pornil!" Sie wollten sogar einen War! tezimmerRoman darüber schreiben, aus ' den ich noch immer mitSchmerzen warte Ich' hörte, Ihr Zögern löge daran, daß Sie noch immer kein passendes Pseudonym für Ihre - schriststellerische Thätigkeit . gesunde . .hätten. -7- einen guten Buchbinder kann, ich Ihnen em psehlen. - , '- Etwas unalaubllch wirdJhnen dielebe aus Eisersucht erschein'en ! Und doch soll sie gar nicht so selten sem. Gleich giltlg .steheq Lwel an sich ..mleresjante Menschen ' einander gegenüber; man kommt häusig zusammen, aber es passirt tanae Zeit nichts, was dieseGleichgiltig keit irgendwie zu stören im .Stande wäre endlich erscheint em .Wesen. aus der Bildfläche, dessen Wesenheit garnicht übel ist. Man sühlc, daß .die , Ruhe bald gestört werden wird. . Und ehe der dritte Betheiligte noch aufmerksam ge worden, lleht man, weil man eifersüchtig ist. Die drohende Gesahr sie war das Bindemittel, Eiserjucht sie war die LiebeStifterin. , Mit der Llebe aus Habsucht, aus rnner Sinnlichkeit, aus Pflichtgefühl und och; anderen Kategorieen will ich Sie nicht behelligen, aber mein verehrtes Fräulein, nun machen Sie sich aus das Schrecklichsiö gefaßt. Es naht ein Un gethüm, das Schreckgespenst aller Jdea listpn, dtt Lieo? aus Nothwendigkeit,' aus fäute de rnieux, ausMangel von etwas Besserem. Sie fangen vielleicht jetzt langsam an meinen Schrnbebricf in tausendFetzenzu zerreißen.lo Sie vei' fluchen den Augenblick,, wo, Sie- mir. die Verlyhung Jhrer greundinHedwig mit zutheilen, so freundlich waren und da durch meincn'Ansturm gegen JhreJdeale. entfesselten. 0,! . .Sie. werden sich be ruhigen. -' ' . Wohl denen, die aus Noth lieben können, die vielleicht der Zerfahrenheit ihres Herzens ein Ende bereitet, indem sie sich gezwungen, sahen, wieder zuüieben. um zu veracssen ! Unglückselig nennen wir Realisten die Wenigen. Menschen, Die ihr ganzes eben lang lieben, .weil sie eben nur einmal wahrhast lieben und nie wied.r lieben zu können glauben. ; Auch Sie, mein Fräulein, würden eö so machen, wenn Sie, was ich Ihnen, meine licbeFreundin,.gar bald von ganzem Herzen wünsche, in die Lage kämen, zu lieben : .Ja, wie ich Eie kenne, meine Aerebrtcste. würden Sie mich dann um Rath fragen, würden in ironischer Weise von mir wissen vollen, welche Llcbes Gattung ich wohl sür die beste, sür die dauerhafteste hielte, für deren Dauerhaf tigkeit ich eventuell Garantieen überneh men könnte! Und aus wie lange? Ihre Ironie ertrage ich gern, denn mein Preis'Courant ist noch lange nicht erschöpft, ich habe, da ich, wleSie wissen, den Artikel Liebe" als Spezialität behandle, noch eine Gruppe von Liebes sorten aus Lager. ' Mit Auskunst über übt einzelneNum mer stehe ich Ihnen gern zurDisposition; nur von einer einzigen Liebes-Gattung kann ichJhnen leider gar nichts Mltthellen, auch halte ich diese nur sür meinen eigenen Bedarf rescrvirt es' ist die Liebe aus Liebe. VordemSolda t w e r d e n geflohen. Ein Geistlicher Mccklen, burgs ließ sich durch einen Mann, aus seiner Gemeinde nach Warnenmüde sah ren, weil er ein dort ankerndes Kriegs schiff besehen wollte. UntcrwegS sprach er mit dem Manne von dem Schisse, das sie sehen würden. 0," meinte, der, solcher Schiffe habe ich schon, viele gese. hen So?" meinte der 'Geistliche., Wie wäret Ihr denn dazu gekommen ?" Nun, ich war in England, wo ich fast vier Jahre zur See gedient'habe.7 Ja, aber wie kämet Ihr denn nach England ?" Na, ich war so ein paar Jahre in Amerika, wo die wilden Menschen sind, die haben' ne ganz andereFar be als wir." Nun aber, wie seid Ihr denn nach Amerika gekommen Y Ja, das war von Gibraltar aus, wo ich et wa zwei Jahre gestanden habe. Aber es war zu heiß und gab vielAfsen dort." Ei, ei, Ihr wartet in Gibraltar? Was hat Euch denn dahin geführt V Nun, das geschah nach derSchlacht von Watcrloo. Ich stand erst bei dcnBraun schweizer, aber da gcsiel es mir-nicht, und da ging ich zu den Engländern." Ja, aber Ihr seid doch ein Mecklen burger, wie seid Ihr denn unter die Braunschweiger gerathen? Ja, das war so schlimmer Fall ich lies damals von Hause weg, weil man mich unter die Soldaten sticken wollte." JmPark zu B a d en-Baden reitet täglich eine junge Grokherzogin auf einem Esel spazieren. EinemFrem den, der einen großenHund mit sich führ te, wurde vom Parkwachter bedeutet, daß Hunde daselbst keinen Zutritt hatten. Als der Fremde andern TageS dieGroß Herzogin aus ihrem Esel sah, beschwerte er sich bei demselben Wächter, daß er mit dem Hunde abgewiesen worden sei, wäh. rend doch andere Personen selbst ' mit Eseln daselbst promenirten. Der Wach ter meinte: Ich habe nur den Auf. trag, Hunde abzuweisen ! wenn ich die Esel auch abweisen sollte, würde ich hen ganzen Tag nicht fertig werden "
ZLSt" ' Lieder eines kranken Zeisigs.
Es trugen mich fröhlich die Schwingen Einst weit über Wälder und See'n. Und jubelnd konnt' ich einst singen Von dustigen lupigen Höh'n. Lebt wohl, ihr blühenden Hallen, Um die mein Herz sich grämt : Es haben des Geiers Krallen Dem Zeisig die Flügel gelähmt. II. Di: Nachtigall singt der Rose Ihr schönstes Liebeslied, Der Schmetterling, der lose, . w . ' uKi ica oie klndenblüth'. Nur ich W stille im Neste, Und wenn mir die Zeit nicht vergeht. So glaublich, ist das Beste: Ich wttde heimlich Poet. ;:Vi: r . hl Die Finken und die Spähen, Sie nah'n in schnellem Fing Und zwitschern klug und schwanen: Nur hüt? dich vor Zug !" Im Grase ein dicker Igel, Der klopft sich ironisch den Bauch : Es lebt sich ohne Flügel In Dieser Welt ja auch !" Der Organismus ist ,äbe." So tröstet ein alter Staar. Ich kenn' eine uralte Krähe, 'üttlronlschem ungenkatarrh." Der Storch nimmt eine Prise: rr j t- v t - I zi wlro noco oia und fett Tagtäglich ein Würweraemüsc, ,!?e!'. .?,. , ur.o irasliges rojchlotelett r Stellt ein die Trosteslicdcr. Was soll mir' euer Rath? Mir giebt meme Flügel wieder Kein Würmer und Froschsalat ! ' i. Du schlanke, du liebliche Schwalbe du, ifx I ! jf. - ' n n . . lang.itu cinji iuzilge Lieder, Du schlanke, du liebliche Schwalbe du. Wie glänzt in der Sonn' dein Gefieder! Du schlanke, du, liebliche Schwalbe du. Der ankernde See ist dem Cvieael. Ich schau aus dem Neste d.r traurig zu Ein Zeisig ohne Flügel. Walther Heil. ' " Militärische Kürze. , General (eine Festung inspizirend zum. Commandanten): Herr Oberst lieutenant, wie kommen die Ääume da auf den Wall? "Commandant: Die sind da gcwach sen, Herr General. ' ' Amtsstil. . Derjenige, der den Thäter, dkr den Pfahl, der an der Brücke, die an dem Wege, der nach WormS sührt, liegt, steht, umgeworsen hat, anzeigt, erhält eine Belohnung." ' - - Moderne Kinder. , Vater : Freuet Euch, Kinder, Ihr bekommt wieder eine Mama! Ich werde wieder heirathen." Kleiner Mar: Hast Du Dir diesen Schritt auch reiflich überlegt, Papa?" 1 Vergleich. .1 : . Guten Tag, Herr Maicr, wa macht in lieber Fceund und Studicgcnosse, H mein Ihr Herr Sohn?- Der !cbt wie eine Lokomotive Wie so?' Er rennt den ganzen Tag herum und raucht." Unverschämt. Schuster: Sie hnbcn die Stiesev schon vor einem, halben Jahre bclom men ; jetzt sind sie ' zerrissen, aber daS Geld dasür hab' ich noch inrnet nicht. Zahlen Sie mir doch endlich die 14. Mark!" Herr: Was, sür ein Paar j(ni?pe Stiefel soll ich Jhi'ci: 14 Mark zahlend Das ist eine Unverschämtheit !" Neues Sparsystcm. ' Wie kommt's denn, Mcier, dc Sic (fit fintrtr ßrit $rtffi trir.ffll. taäf.rfnK VI VftVV V v Ihre Frau Bier trinkt?Ganz einsach. ' Wenn ich Vier trinke, trink' ich mehr als ein Glas, und wenn meine Frau Kasfee trinkt, trinkt sie wehr als eine Taste; damit wir aber bei den schlechten Zeiten nicht so viel ausgeben, WinV ich Kaffee und meine Frau trinkt Bier." G e i st e s a e a e n w a rt. Ein, Jnsantmst wandert in srühesicr Morgenstunde seinem Quartier zu. Wenige Schritte dcvor begegnet er einer Patrouille. Der sührc7.de Ossizicr fragt den Infanteristen, ob cr auch solang? Nachturlaub habe. Dieser bcjaht die Frae und zieht pflichtschuldigst die Urlaubslarte hervor. Der Osfizierprüst sie am Schein dcrz nächsten Laterne und spricht u dcmKricgcr : hören Sie mal, alter Freund, Sie haben ja dlor Urlaub bis im Zölf, und es ist bereits lange zwei Uhr vorüber." Der Jnsanterist nimmt dem Ossizicr die Urlaubskarte aus der Hand und rust ihm im Davonlaufen zu: Na, Heeren Se, Herr Leitnant, da mu ich Sc ab:r schleinigst machen, daß ich nach Hcuse komm' !" Auch ein Geschäft. Bankier: Sie wollen wich wegen eines profitablen Geschäftes sprechen; worin besteht dasselbe?" Fremder : Die Sach' ist nämlich die: Wenn ich Gott behüi'3! in's Wasser spring', was geschieht ? Na'.ürlich wird eine Collccte sür nuine heiterbliebene Familie veranstaltet, zu welcüer Sie, als anständiger, noblcr Mann, nicht nute baare 100 Mark verdient, irooon ich mir 10 Percent Maklergebühr er-bitte."
weniger als 100 !ar! beisteuern l:inen. Nun springe ich aber nit in's Wasser, und Sie haben durch in ich n cncc ?:
