Indiana Tribüne, Volume 4, Number 296, Indianapolis, Marion County, 9 July 1882 — Page 5

6in xzugia.') - Vtt)ta oal 1 tifftföea. Ctffpe es E.T. Still war c3 auf der breiten, staubigen DorfstraKe, still in den kleinen weißen Lehmhütten mit den Strohdächern und den üblichen zwei Fenstern, still sogar im .Kaback" (Dorfschenke), der doch sonst einem guten Bienenstock nicht unähnlich erschien. Die Erwachsenen waren auf den Feldern, woselbst sie übernachteten, da daö Land, das sie bei Mangel an eigenem pepachtet, weit entlegen war. Die Greise und Kinder, die Hunde und sonstige lebenden Wesen aber, die zu Hause geblieben, befanden sich jetzt, wo dieMittagSfonne so außerordentlich brannte, in den Hütten oder unter den Schuppen in den Hütten angrenzenden Höfen. Ich näherte mich meinem Ziele, es war das Haus der Bondarenko: ein außergewöhnliches und großes HauS,von Holz und darum grau und gelblich - weiß wie die Nachbarn, die Lehmhütten, mit einem Breticrdach, mit sechs Fenstern und mit einem Eingang, zu dem eine Treppe mit Geländer führte, von der Straße und nicht von dem Hofe aus wie eS sonst hier üblich war. ES war daS ein Haus wie es nur die reichsten Bauern in der Umgegend sich zu errichten pflegen,dabei aber schien es schon recht gealtet, verwahrlost und hilfsbedürftig zu sein: daS Bretterdach war schadhaft, daS Geländer derTreppe theilweise verschwunden und manche zerbrochene Scheibe in den sechs Fenstern blos durch ein vorgeklebtes Papier vertreten. Ja selbst der Umstand, der mich hierher gebracht, schien wenig empfehlenswerth für den jetzigen Besitzer des Hauses zu fein: Die Frau desselben, Avdotja, hatte mich nämlich soeben aufgesucht und unter Thränen und Seufzern gebeten sofort zu ihnen zu kommen, Petr, ihr Mann, sei stark am Kopfe verwundet. Wie und womit er verwundet, das konnte ich von der armen Frau, die ich noch vor mehreren Jahren als junges, kräftiges Mädchen gesehen, nicht herausbekommen. Wäre hier ein unglücklicher Zufall im Spiel, so hätte sie mir das mitgetheilt. Vermuthlich aber hatte sich der P:tr trotz tfer Arbeitszeit dem Trunke ergeben und die Wunde bei einer Prügelei gehott. So ungefähr legte ich mir die Sache zurecht, indem ich in die Hausflur, trat, die übrigenö gerade so schmutzig und dunkel war wie in jeder Hütte. Nach einigem Suchen fand ich die Thür zur Wohnstube. Ich öffnete dieselbe, mußte jedoch auf der Schwelle stehen bleiben, da die geräumige Stube mit neugierigen Greisen, Kinoern, namentlich aber Greisinnen angefüllt war. He, ihr guten Leute, wollt ihr mich nicht zum Verwundeten lassen ?" rief ich. Das Publikum wich erschrocken zu dem großen Backofen zurück, der eine Ecke ves Zimmers einnahm, und glaubte vcn dort aus das Seufzen, Kofschütteln und Geflüster fortsetzen zu dürfen. Fort, fort! es darf keiner in der Stube bleiben!" forderte ich: Avdotja, warum hast Du so viel Volk hereingelassen?" Ist's denn möglich, sie fernzuhalten, hab' ich sie schon in. Ehren gebeten, das Zimmer zu verlassen...." schluchzte Avdotja, welche vermuthlich mit dem Verwundeten beschäftigt war. Der Haufe in der Ecke suchte sich noch

mehr zusammenzudrängen und womöglich unbemerkbar zu werden. Erst als ich die Stimme erhoö und eine böse Miene machte, begann er sich aufzulösen, indem die alten Weiber, vorerst die barfüßigen Kinder, deren Sommercostüm nur aus einem Hemde bestand, herause;pedirten und dann mit den Greisen ihnen nachfolgten, um vor den Fenstern Position zu nehmen. Nun konnte auch ich mich dem Verwundeten nähern, der unter den Heiligenbildern aueiner der langen Bänke, die längs den Wänden liefen, gelagert war. Avdotja hatte ihm das Blut von dem Gesich! abgewaschen und ihn mit dem Schafpelz bedeckt; ich konnte jedoch bemerken, daß seine Kleider und Stiefel mit Lehm beschmutzt und zerrissen waren. Er stöhnte leise und schien die Umstehenden mcht recht zu erkennen Ich untersuchte die Wunde, legte ihm den nöthigen Verband an und richtete ihm mit Hilfe Avdotjas ein Lage? zurecht. Sag' doch mal, Avdotja, wie ist er zum Sturz gekommen?" fragte ich, nach der Beschaffenheit der Wunde und den lehmigen Kleidern auf einen Sturz schließend. Er hatte in der Nacht den Weg aus dem Kaback" verfehlt und ist heute am Morgen in der Schlucht vor dem Dorf gefunden " sagte sie leise, indem sie ihren Blick vom Manne, der müde tzie Augen geschlossen, nicht abwandte. Nun d'Verletzung ist nicht ernstlich und er wird wohl bald genesen, wenn Du ihn ordentlich pflegst. Habt ihr noch Jemand im Haus? Wer ist die Alte da!" Ich bemerkte eine alte Bäuerin in schwarzer Kleidung, welche still in sich gekehrt und theilnahmlos am Fenster saß. Das ist die Mutter, Petr'S Mutter, sie ist ein Strannitza" (eine Pilgenn) und kam erst vor einigen Tagen aus Kiew zurück von der Wallfahrt, sie ist drei mal dort gewesen. Sonst haben wir Niemand im Hause, außer den Kindern...." Wie viel Kinder habt Ihr?" Zwei: ein kleines, das habe ich der Gevatterin gegeben, damit sie'S hält, da ich zu beschäftigt bin, dann haben wir noch einen fünfjährigen " Sie wies auf den Backofen, von. dem. da derselbe zu gleicher Zeit als Schlafstelle diente, ein roeißköpfiger.Bube neugierig auf uns hinuterfchaute. Seit wann trinkt der Petr?" Seit einem Jahr etwa.... jetzt geht's ganz schlecht mit ihm " Und warum trinkt er?" fragte ich wieder. ) Sin (frn,kftsch, 5) lca S?0r. Wir erlaub? ns von Ux tm Dents5ea ibltten Echrerb, ttt .MllsZitck ainw'tckkn. da dttse'.be der Ortztnal, srrschk. wlche et e nd nicht cia seh, eis c nd itt cta k tfotwit, tctnef iS e-tfprtS

Mit der Wirthschaft hat er Un glück gehabt", antwortete sie ohn e die Augen

zu erheben und seufzte., L' Ein paar Tage später, bemerkte ich wieder einmal den Verwundeten. Er hatte sich recht gut erholt, obgleich er noch immer den Verband tragen und zu Haufe bleiben , mußte. Petr war mir in der Zeit, wo ich ihn besuchte, sy.mp?thisch' geworden und zwar nicht m durch sein einnehmendes Aeußere, er war gut gewachsen, hatte hübsche braune Augen und krauseö braunes Haar, sondern auch durch seinen anspruchslosen und rechtlichen Charakter. . Es war mir geradezu räthselhaft, daß sich ein solcher Mann dein Trunke ergeben haben konnte. ' Ich beabsichtigte schon seit langer Zeit ihn über die Ursachen, die ihn zum Trunke getrieben, auSzuftagen und führte heute, da die Frau mit den Kindern zur Arbeit gegangen war und die Alte vor dem Hause auf der Treppe saß und wir somit allein waren, meinen Vorsatz aus. Petr, sag' mir. wie ist's dazu gekommen, daß Du, ein Bauer, der für vernünftig gilt, vom Vater ein großes Haus und eine gute Wirthschaft geerbt hat, Kinder hat und eine schöne Frau, die er liebt und die, wie erzählt wird, ihm nie Anlaß zur Unzufriedenheit, von Anderem schon gar nicht zu sprechen, gegeben hat, wie ist's dazu gekommen, daß Du ein ganzes Jahr durch ein Trunkenbold gewesen bist und Deine Wirthschft ganz ruinirt hast?" Dem Potr schien meine Frage sehr ungelegen gekommen zu sein, er rückte an dem Verband, stützte die Ellenbogen auf den Eßtisch, der vor ihm stand,' zog sie wieder zurück und meinte daraus etwas unsicher: Da war nichts zu machen, daS ist so von selbst gekomrnen." Von selbst? Du bist doch dabei gewesen, mein Liebcr,erzähl' doch." 3a, wissen Sie Barin(Herr),eS begann so schlecht zu gehen mit meiner Wirthschaft seit memer Hochzeit da, die alten Weiber sagen, daS sei zur Strafe dafür, daß ich eine Arme geheirathet habe...." DaS ist doch ein Unsinn, Petr? !" Ja ein Unsinn ist das wohl... " sagte er und zog nachdenklich die Augenbrauen zusammen. Zu der Zeit hatten wir viel Geld ausgegeben fuhr er fort; habe die Hochzeit sechs Tage gefeiert; un kam'S noch darauf so, daß mein Bruder, der Wanjuschka, unter die Soldaten genommen wurde, wir mußten ihn begleiten .... nun, das ha! auch viel Geld gekostet. Das dachte ich Alles durch den Weizen zurückzubekomrnen.... hatte eine große Aussaat. Es' kam aber Mißernte. . . . habe viel, sehr viel verloren. . . . und als neue Aussaat zum Winterkorn nöthig war und später darauf zum Frühling, da mußte ich mich an den Kaufmann Browkin wenden, bei dem kauft man das Korn auf Schuld oder arbeitet es ihm ab ... . Sie kennen den Kaufmann Browkin?" Den jungen Kulack",) gewiß. ..." Nun, also wissen Sie'S, tose dem HerodeS in die Hände fällt, der ist verloren.... als. dann eine gute Ernte kam, so ging'S mir noch schlechter. Zur Erntezeit forderte er, daß ich mK- dem Weib ihm drei Tage, wie außer der Zahlung verabredet, abarbeite.... Mein Korn schüttete sich auS, mußte mit der Avdotja von Morgen bis Abends spät daran arbeiten um fertig zu werden.... und nun will er, daß ich bei ihm arbeite. ..." Warum hast Du Dir denn nicht von vornherein die Erntezeit gesichert, da braucht ja ein Jeder viel Arbeiter! Du könntest doch wissen, daß er Dich gerade zu dieser Zeit fordern wird." Ja, Barin, das ist richtig. Jetzt aber hatte ich erstens keineWahl : wenn ich will", sagt er und damit ist's aus uud darauf dachte ich, er wird doch ein Mensch sein, wird mich nicht ins Verderben stürzen wollen. Nun war ich bei ihm. habe ihn mit der Avdotjka auf den Knien gebeten, mir die drei Tage jetzt zu verlassen, wollte ihm später eine Woche abdienen ...... Hatnicht'sgeholfen. Sagt der Götze, daß er selbst Verlust leiden wird, wenn er nicht genug Arbeiter hat Von dem aber, was ich darauf noch einsammeln konnte, mußte ich ihm doch doppelt so viel abgeben, wie ich von ihm genommen. Er kauft ja das Korn bei uns und macht selber die Preise. Es war aber eine gute Ernte und das Korn darum billig. Nun ging'S immer schlimmer, es kam die Zeit, die Abgaben zu zahlen, der Storosta" (der Bauernälteste) erschien auf dem Hof, fordert Geld und droht mit Prügel. Die Abgaben sind nicht klein, wo das Geld hernehmen?! ...Und im nächsten Jahr da ging's noch schlimmer.daSVieh ging zuGrunde . . . nun, und darauf war denn Alles fertig. . ." Petr machte eine rasche Bewegung mit der Hand, die soviel als: , bedeuten sollte, und schwieg. DuS'Weitere wußte ich wohl, der russische Bauer besitzt leiten die nöthige Zähigkeit und Charakterfestigkeit, um dem einbrechenden Unglück Widerstand leisten an können. Nur zu gern sucht er Trost und Vergessen im Trunk. Er trinkt aus Gram." DaS ist ein Sprichwort, daS für ganz Rußland und zwar nicht nur für die unteren Volksschichten gilt. ' Haben Dir, Petr, Deine Kinder und die Frau nicht leid gethan, als Du trankst?" Hast wohl die Avdotjka auch geschlagen, wenn Du trunken warst, s'ist ja bei Euch hier so der Brauch?" . Geschlagen? Geschlagen habeich sie nun wohl, aber selten, eben nur dann, wenn ich gar lange trunken war", entgegnete Petr und zog wieder die Augenbrauen zusammen, und daß sie mit den Kindern, meiner Sündhaftigkeit wegen, verkömmt und unglücklich ist, daß das väterliche Erbe so Stück für Stück abgetrennt wird oder zu Grunde geht, eben das hat mich dazu gebracht, daß ich noch böser" getrunken habe." ;Jhita4", ein Aulbes? nist den 5?toetm.

' Petr war vollkommen genesen. DaS Unglück, daS ihm zugestoßen, hatte ei nen segensreichen Einfluß auf ihn qe habt: Er hatte das Trinken gänzlich aufgegeben und sich mit Energie, ich möchte fast sagen, mit Verzweiflung an den Kamps um die Existenz seines Hofes gemacht. Er galt wiederum für einen der vernünftigsten und thätigsten Arbeiter im Dorf. Nicht wenig erstaunt .war ich, als ich einmal zur Zeit, wo die Feldarbeiten u. f. w. schon ganz beendet und die Zeit der Arbeitsstille, die für den Bauer ihre gefährlichen Seiten hat, eingetreten war, den Petr mit einem Haufen allzu lebhafter Bauern sich meiner Wohnung nähean sah. Die Gruppe schien aus dem Eaback" u kommen und blieb vor. meinem Fenster stehen. Petr trennte sich von ihr ab und trat zu mir ein. , Nun, Bratez (Brüderchen,, eine übliche Anrede) waö ist Dir wieder passirt?" . fragte ich streng, indem ich wohl bemerkte, daß er etwas angetrunken war. Pstr machte einen tiefen Bückling, bis zur Erde", wie die Russen sagen, und begann: Bin gekommen von Ew. Gnaden Abschied zu nehmen und Ihnen für all' die Güte ." Was schwatzst Du da, Petr? Ach glaube Du hast getrunken; wohin willst Du!" Auf die Wolga, unter die B u rlacki" Aber mein Lieber, wie kommst Du auf diesen Gedanken gerade jetzt, wo Deine Wirthschaft wieder auszuleben beginnt!" Pstr machte ein Gesicht, als ob er zu gleicher Zeit weinen und lachen, wehmüthig und übermüthig sein wollte. Nun,Barin, das geht nicht mehr mit der Wirthschast,S'ist nicht mehr möglich daß ich mich aus den Händen des Herodes befreie." Aber wo bleibt denn Deine Frau Mit den Kindern?!" Avdotja geht zum Gutsbesitzer Sa fonoff in den Dienst als Stubenmädchen, soll ein guter Bärin, sein, gottesfürchtlg, soll keinem was zu Leide thun. Die Kind darf sie auch mitnehmen." Nun, ist'S denn gut, daß Du fie verläßt?" Sollen wir denn uns Beide d e Schlinge um den Hals werfen?" fragte er bitter. Und die alte Mutter, nimmt sie der Gutsbesitzer auch?" Die geht nach Jerusalem." Nach Jerusalem l Sie kann sich ja kaum schleppen und Du willst sie pilgern lassen!" Petr schaute mich erstaunt an. Nein, Barin!", suchte er zu entgegnen: da unternimmt sie . eine heilige Sache. Sie wollte immer zum Grabe Christi wallfahrten. Und wenn sie auch auf dem Wege stirbt, so ist das ein seeliger Tod. ES sind aber noch äkiere Leute dorthin gekommen. Ich aber," fuhr er sich ermannend fort: ich werde als Burlack" oder Arbeiter Geld erwerben u. schon zurückkehren. Dann werde ich daö väterliche Erbe zurückkaufen, es soll nicht unter fremden Leuten verloren gehen, dann werde ich Avdotja mit den Kindern zurücknehmen. . . ." .. Aber Bratez, waS willst Du Dir einbilden!? Du weißt doch wohl selbst, daß die Fabrikarbeiter und Burlacki" wenig verdienen und selbst das, waS sie verdienen, sofort vertrinken. Wirst Du etwa waS anderes thun? Du bist ja auch nicht besonders stark der Wodka (Schnaps) gegenüber." Petr senkte das Haupt. Nun", sagte er: ich komme aber doch zurück .... ich werde schon zurückkehren, erinnern Sie sich nur, Barin, an mein Wort. Ich werde dem Vrowkin,diesem Götzen, schon zeigen, daß man auch ohne ihn auskommen kann. ..." Das klingt Alles ganz hüsch, aber überlege Dir die Sache doch zuerst." Seien Sie ruhig, Barin", unterbrach er mick scheinbar gekränkt: hab' schon der Gemeinde Wodka gestellt, damit sie mir den Paß ausschreibe, hab' die Geräthe schon verkauft. Das Vergangene ist nicht zurückzuführen, ich komm aber gewiß zurück." Nochmals beugte er sich tief, küßte meine Hand und verließ eilig das Zimmer. An der Hausthür erwarteten ihn seine ungeduldigen Freunde, um ihm im Kabak" daö letzte Geleite zu geben. Seit Jahren steht nun das große Haus der Bondarenko unbewohnt. Vor die sechs Fenster sind Bretter genagelt. Das Haus sieht noch trauriger und verfallener als früher aus. Der Wirth ist auf die Wolga gegangen", sagen die Bauern, wenn man nach dem Besitzer dieses verlassenen Haufes frägt. ) Sllrlsck Arbeiter ans Itn 55 arte.

V Hisch. CS gibt Dinge, über die wir unS mcht gehönge Rechenschaft geben können und Manches, das vor der Kritik vernünftiger Menschen kaum bestehen kann, halten wir für zulässig. Ich meine hier nicht die Untugenden, die fast Jeder an stch hat und die ihm als sein Liebstes an'S Oerz gewachsen sind, sondern weniger wichtige Dinge im täglichen Leben, die uns gefallen, sich aber doch mcht gut vertheidigen lassen. Es iftnoch einigermaßen verständlich, wenn wir nicht mögen, daß auf unserem Schreibtisch, der ost mit Büchern, Schriften und Zeitungen so bestapelt ist, daß in der Mitte nur noch ein geringer Raum für daS Papier übrig bleibt, Ordnung gemacht werde; denn in diefer Unordnnng liegt für uns ein Sy stem, und wir wissen in ihr ganz gut Bescheid: was ich aber weniger begrei fen kann, ist die Vorliebe für die Un ordnuna, die nach vollendeter Mahlzeit auf einer Tafel herrscht. . Mit der l Gewissenhaftigkeit eines Menschen, der sich mcht leicht etwas hingehen läßt, habe ich oft den Gründen dieses WohlgefallenS nachgeforscht, bin aber noch nicht daraus gekommen. Schwerlich gibt eS einen größeren

Unterschied als in der Stimmung nri schen Anfang und Ende eines ÄastmahlS. Sehen Sie nur die Leute an, wenn Sie kommen. Vor Tisch stehen sie kühl da, verneigen sich mit hungriger

Miene, wissen kaum, was sie reden sollen, und wenn es dann zu Bemerkungen über Abwesende kommt, so zeichnet nch der Witz dabei Nicht rmmer durch Harmlosigkeit aus. Hie und da findet man sogar, daß vor dem Speisen sich die Männer und Frauen sondern und so ihre Gespräche mit einander führen.' Man sollte die Zeit zwischenAnkunft der Gäste und dem Beginn des Mahles so firn wie iramd möglich machen, denn viele von ihnen kommen in der That hungrig zu Tisch; zumal m Wien. In anderen großen Städteu ist den Leuten der guten Gesellschaft die Zeit des Mahles gemeinschaftlich; sie liegt so zwischen Fünf und Sechs und da bleibt Jeder, wenn er eingeladen wird, bei seiner Gewohnheit und Einihetlung des Tages. In Wien ist dies nicht der Fall; da schwankt die Speisegunde zwischen 2 und 6 Uhr, und wer da gewohnt ist, um 6 Uhr zu speisen und schon für 2 Uhr eingeladen wird, oder umgekehrt, muß sich bequemen und förmlich darauf vorbereiten. Ich werde sogar zuweilen bei angesehenen Leuten von gutem Geschmack zu einem großen Diner um 1 Uhr gebeten und muß, wenn ich um diese frübe Stunde auch nur einen Bissen anrühren soll, das Frühstück unterlassen, komme in Folge dessen um 1 Uhr ganz flau zu Tisch. Änderen die gewohnt find, ganz früh zu speisen und in einer Gesellschaft er spät was bekommen, ergeht es in iyrer Art ähnlich. In Wim scheint eS unmöglich, eine bestimmte Speisestunde einzuführen; darin lassen stch die Wiener nichts vorschreiben und darin liegt mit ein Grund, weshalb bei uns keine Tabl d'hote zu Stande kommt. Cö ist schon oft versucht worden, aber nie dabei geblieben. Im Naxden, nam. in Scandinavien und Rußland, weiß man der Flauheit vor dem Male dadurch vorzubeugei, daß man den Gästen in einem Nebenzimmer zuvor einen Imbiß auftischt, den sie stehend zu sich nehmen, Jeder nach seinem Bedarf. Ein solcher Imbiß stumpft den jähen Hunger ab. der zu dem schädlichen Schnellessen bei Beginn der Mahlzeit geneigt macht, und schärft sogar die Cßlust durch seine Beschaffenheit,denn er besteht aus kleinen, kalten, etwas scharfen oder salzigen Speisen, die in Krystallschüsseln aufgetragen find, wie Sardinen, norwegischen Anchovis, Oliven, Neunaugen von Bremen, Caviar auf sehr klein zugeschnittenen gerösteten Semmelscheiden, Radieschen in Rothwein, gesottenen Trüffeln, scharfer Käse, geräuchertem Aal, der, in heißes Wasser getaucht, von der Haut befreit, gepfeffert und stückweise in Papier abgeröstet, mit Citronensaft beträufelt ist; auch etwas Zunge, Schinken und feine Würste, Häringssalat und kalte Haselhühner, geräucherter Lachs, kleine Fischpasteten, kalte Forellen uno Strandkrebse, ausgemacht auf Buttcrscheiben. Beim Imbiß machen sich Austern, scheint mir, nicht gut aufgetischt, sondern besser, wenn sie auf Mahagoniplatten herumgereicht werdeu. Hat man von diesen Dingen ein wenig genommen, so mag man dem Oeffnen der Thür des Speisesaales mit größerer Ruhe entgegensehen. Eadlich wird sie geöffnet, und da bietet sich zumeist ein ganz vorzüglicher Anblick. Die schöne Tafel ! Auf dem hellen Tischtuch, das noch die großen quadratischen Bruchfalten zeigt, sind die Teller hingereiht, daneben ein kleines Arsenal von allerlei Messern und Gabeln und grünen und weißen Gläsern; in passenden Entfernungen Caraffen mit dem tiefrothen Portwein und Sherry, die schlanken Rheinweinflaschen und die gedrungenen, doch in ihrer Gestalt schön geformten Flaschen des französischen Nothweins ; dann auf schlanken Ständern die krystallenen Schalen voll Orangen, Trauben und Birnen in Mandeln gebettet, und in der Mitte der Tasel, umgeben von Schüsseln mit eingesottenen Früchten, ein Prachtgefäß mit einer Fülle von Blumen. Dieses Gesäß muß ebenfalls einen schlanken Ständer habep und koch genug sein, daß man unter der Schale hindurch die angenehme Persönlichkeit, die Einem gegenüber sitzt, gut sehen kann. Wie Arillat-Savarin darüber denkt, weiß ich den Augenblick nicht, aber der Freiherr von Rumohr empfiehlt, für den Haupitheil des Mahles nur geruchlose Blumen in die Base zu geben, und erst zum Nachtisch sie gegen eine andere mit wohlriechenden auszuwechseln. Dies ist ganz vernünftig, denn der Geruch von Blumen verträgt sich schlecht mit. dem von Fisch, von Braten und Gemüse, was Jeder wohl schon erfahren hat, der bei Tisch neben eine mit Wohlgerüchen besprenkelte Dame zu sitzen kam. Die Damen sollten erst beim Nachtisch. die Flacons hervorziehen, denn zu den Torten und dem Obst passen Wohlgerüche, wie auch die der Blumen sehr gut, während sie bei der Suppe sogar die Eßlust schmälern können, was doch jammerschade wäre. Es ist merkwürdig, was für eine tiefe Stille bei derSuppe zu herrschen Pflegt. Man hört nur das Gelöffel, und es ist, als schwebte der schweigende SuppenEngel durch das Zimmer. Die Gäste sind blos mit sich selber beschäftigt, werfen nur von Zelt zu Zeit einen Blick voll Verehrung auf die HauSfrau und diese sieht . mit Behagen, wie ihre Gäste löffeln ohne Lob der Suppe; denn das Schweigen ist deren größtes Lob. Wird der Fisch herumgereicht, so ist cs auch noch ziemlich still, aber es wagen sich doch schon schüchterne Ausrufe hervor. O Gott, dieser Steinbutt!" Wie schneeweiß sein Fleisch ist!" Und wie zart es sich blättert!" Und diese himmlische Sauce!" Ich finde eS ganz in Ordnung, wenn im Beginn eines Mahles selbst von geistvollen Leuten vornehmlich über . da 5 Essen gesprochen wird und nicht über die Tagesereignisse, übe? die neuesten

Bücker von Bedeutung und über die Fehler der Abwesenden. Dazu ist Zeit genug, wsnn daö Roastbeef kommt.

In guter Gesellschaft geht daö Schnavelwetzen erst bei Ankunft dieses ausgezeichneten Stückes an. ES ist aber auch erne Wunderbolle Erscheinung; breit und mächtig, mit schroffen Abhängen wie daS Vorgebirge von Gibraltar liegt eS da auf der langen Schussel mit doppeltem Boden, deren unterer den Saft aufnimmt. Aus dem Anschnitt riefelt dieser - klare, braumothe Saft : herab, schöner als die Bäche des Libanon, und stimmt das Gemüth zu traulichem Wohlwollen. Der Wein thut auch das Seinige dazu, aber daö Roast beef wirkt die Hauptsache. Darum glaube ich, daß diese herrliche, immer wieder neue Erscheinung, an der man sich niemals müde steht, unter anen Umständen auf der Tafel selbst tranchirt werden sollte, am liebsten von der Hausfrau, wenn sie kann. Die Fasanen oder die Steinhühner möen meinetwegen zerstückelt herumgereicht werden; man kostet ja so nur davon. Das Roastbeef ist vielleicht daö vornehmste Geschöpf, daö die in ihren tiefsten Triebkräften unerforschliche Natur nächst dem Menschen, der eS ißt, zu Stande gebracht hat ein Sein eigener Art, hervorgewandelt aus dem Schooß der Schöpfung in brauner Pracht und klobiger Gestalt. . Wenn die', saftiae Offenbarung des Roastbeefs den Gästen inne geworden ist, bleibt das übrige Essen nur noch ein Naschen, ein Spiel, und dieZunge, vom Schlucken schon ein wenig ermüdet, wird frei für ihre andere Aufgabe als Behelf nun Sprechen. ES iftdoch beiläufig gesagt, recht beachtungswerth, daß die Natur unsern wertvollsten und beliebtesten Organen fast stets zweierlei Pflichten so heterogener Art gegeben hat. Ob die Zunge znm Trinken nöthig ist, hat noch Keiner ergründet; die Meisten find der Anficht, daß Gaumen und Gurgel dazu vollständig genügen; aber bei einem Gastmahle sich ohne Zunge einsinken, möchte doch den Meisten Übel bekommen; denn wie soll er schlucken, die Abwesenden durchhecheln und Witze von stch geben ? )ch glaube, daß man ohne Zunge nicht einmal seine besten Frennde auslachen kann. Nach dem Geflügel schießt daS Lachen über den Tisch, und muntere Bemerkungen fliegen hin und her. Die Gäste sind mit sich selbst so gut wie fertig und haben eS nur noch mit einander zu thun, trinken sich zu und stoßen an. Ich finde das Anstoßen eigentlich unbequem; da cS aber eine alte deutsche Sitte tft,kann man sich davon nicht auöschließen.Wenn eS aber geschieht, sollte eS nur mit bestimmten Gläsern, geschehen, die alle auS einerlei Tonart klingen, das gibt eine schöne Harmonie und vermehrt die Heiterkeit. Auch daS Licht ist von großem Einfluß au das Gemüth. Gagmahle sollten nie bei Tage stattfinden, auSgenommen im Sommer, ausgenommen vielleicht im Sommer in ewem sehr hellen Gartensaal oder auf einer dreiten Veranda, an der sich wilder Wein und Gaisblatt aufranken. Im Winter, der eigentlichen Zeit für gesellige Mahle, fällt meistens spärliches Licht durch die Fenster in den Speisesaal, läßt die eine Reihe der Gäste in Schatten, so daß ihr GesichtsauSdruck von den Gegenübersitzenden nicht gut wahr genommen werden kann, was bei diesen ein Gefühl der Unsicherheit und des Mißbehagens erweckt. Diese Wirkung des Lichtes ist auch der Grund, weShalb die frühe Tageszeit zu Speisen weniger gut sich eignet, als wie die späte. Es kommt immer Vergnügen und tiefes Wohlgefühl in eine Gesellschaft, wenn die Lampen über der Tafel angezündet werden. Je heller sie leuchten, desto besser. Der warme goldige Ton ihres Lichtes läßt Alles glanzvoller scheinen und seine Farben besser zeigen; das Krystall, die Orangen; die Torten, der Wein im Glase und selbst die Gäste leuchten fröhlicher. Aber va wird man der Unordnung, die auf der früher so regelrecht, so symmetrisch gedeckten Tafel eingetreten ist, gewahr, von allem Geräth ist nur noch die Blumenvase in der Mitte auf ihrem Platz; die Gläser mit Resten von Wein sind willkürlich durcheinandergestellt, auf dem schönen Tischtuch liegen Mandelschalen und Brocken von Brod, und oft sind sogar einige Flecken von rothem Wein darauf; die Teller sind verschwunden, statt ihrer sind Aschbecher da, auf denen die Cigarre abgestreift wird. Man kann nicht sagen, daß die Tafel jetzt einen schönen .Anblick biete; aber diese Unordnung, dieses Durcheinander wecken eine Behaglichkeit, von der ich eben keine Rechenschaft geben kann. Ist es, weil all' das schöne Geräth uns zulieb seine Schuldigkeit gethan, oder ist es, weil die Tafel, di früher so fuukelneu und blank war nun eine Geschichte hinter sich hat, die uns anheimelt? Ich . weiß es nicht. Aber so öiel kann ich sagen, daß jetzt der Augenblick gekommen ist,, wo man gar nicht wieder aufstehen, vielmehr ruhig beim Glase verweilen möchte. Nur die Damen müßten sick erheben, weil sie in diese Unordnung nicht passen und weil die Männer nie so herzlich lachen, als wenn die Damen weg sind, denn in deren Gegenwart ist doch ein schallendes Gelächter nicht passend. Aber die Schicklichkeit fordert bei uns. daß man sich mit ihnen von der Tafel erhebe, und dann hat das größte Vergnügen ein Ende. 1 9t Meine M n t t e r." Ich habe einen Knaben von acht Jahren,' in dessen Schulaufgaben ich schon deswegen gelegentlich einen Blick werfen weil ick Veranlassuna zu haben glaube, den Jungen nicht eben für ein Geme zu halten. Man wird begreifen, dak ick aus diesem Grunde einen dovpelten Schreck bekam, als ich in dem fiefr. welckeS die vrimitiven Aussatz Uebungen des Knaben enthält, eine Aufgabe fand, an die ich gar nicht recht c 1 1 r . i. r i.t..iri! giauocn müqjic, o BclüUu,.i' uvcuuuiu

gend schien mir das Verlangen deS Leh rerS. DieseAufgabe bestand in nur ;wei Worten, und doch hatte ich die Em pflndullg, als könnte eS dem Kleinen nie und nimmer gelingen, . mit seinen acht Sommern auch nur zu ahnen, was in diesem Falle von ihm erwartet wurde.

Ich habe mich in dieser Annahme getäuscht, und mußte nachträglich dem Lehrer sowohl, wie dem Schüler zugestehen, daß ich Beiden schweres Unrecht gethan hatte. Natürlich war die Befrieoigung, mit der mich die Erkenntniß dieses Unrechts erfüllte, im Falle meines eigenen Fleisches und BluteS die größere, wie sehr ich andererseitS auch den Lehrer, dafür zu bewundern hatte, daß er be: der Stellung feiner kühnen Aufgabe auf etwas gerechnet hatte, was ich ganz und gar außer Acht gelassen: auf die Jndivldu alität der Anschauung, von welcher er daS erste und hauptsächlichste Wort seitenS semer jungen Schuler erwartete, als er ihnen das Thema Meine Mutter" gab. . Meine Mutter!" Es genügte mir, die halbe Seite zu überstiegen, welche mein . Junge darüber , geschrieben, um mich ordentlich stolz auf ihn zu machen. So naiv und absichtslos, so einfach und echt hatte er dargestellt, waö seine Mutter ihm sei, was sie für ihn thue und wie er an sie glaube, an fie, wie an kein Wesen auf der Welt sonst! - Die Schlußwendung allein deckte mit ihrer unbeschreiblichen Ml fchung von Welträthsel lösendem Instinkt und himmlischer Unverschämtheit noch einmal den ganzen Grund. Sie lautete : Meine Mutter ist mir noch hunderttausend Mal mehr gut, wie ich ihr sein kann!" Ich weiß nicht, wie oft ich DaS vor mich hin wiederholte. Es rührte mich, es imponirte mir, eS reizte mich. Ja, eS reifte mich und zwang mir zuletzt sogar d Feder selbst in die Hand. Ich wollte etwas AehnlicheS finden, wie DaS, von dem hier mein achtjähriger KrauSkopf gefunden worden war. Da fing ich an, aber, wie matt war Das! Ich mußte elementarere Worte finden, und ich fand sie, ich schrieb mich in'S Feuer hinein, von allen Seiten drangen die Bilder, die klangvollen Sätze, die rhapsodischen Figuren aus mich ein, und zuletzt, zuletzt lag eö auf dem Papier da, wie eine niedergemähte kreuz und quer gefallene Ernte von Halmen, deren jeder em goldeneS Wort für und über daS einzige Meine Mutter" sein wollte. Mütter find, ja,waS sind sie denn? undefinirbare Wesen, lebende Räthsel, wandelnde Mährchen! Mütter sind gute Geister, die daS Vonecht genießen, auch außer der Geisterstunde auf Erden ul wirken. Mütter sind die wahren Priesterinnen der echten Liebe. Mütter haben keine Eltern, keine Gatten, keine Brüder Noch Schwestern. Die ganze Vetternschaft ist ihnen ein leerer Begriff; Mütter haben keine Freunde und find keineSMenschen Freund; sie haben keine, Leidenschaft und kennen keinen Wunsch, sie haben keinen Gott und fürchten keine Hölle, Mutter haben nur Kinder! Einer Mutter ist der Gemahl nichts Anderes, als der Vater ihrer Kinder. Ihren eigenen Erzeuger kennt sie nur als den Großpapa der Kleinen, ihre Schwester wird zur Tante, ihr Eoustn zum Onkel, ihre Nichte zur Cousine ihrer Kinder. Nah und fern, Groß und .Klein, Jung und Alt, und Keines von Beiden, von ihnen Allen nimmt die Mutter nur Notiz wegen ihrer Kinder. Sie lehnt sich gegen Gott und seine Heiligen auf, sie verletzt daS Gesetz, fie verstößt gegen Herkommen und Sitte, sie bricht mit der ganzen Gesellschaft nur um ihrer Kinder willen. Sie lebt, nicht doch ! sie wagt nicht zu leben um ihrer Kinder halber, und sie möchte doch auch eben dieser Kinder wegen nicht sterben. Und das Alles gilt nicht etwa nur von den sogenannten guten Müttern. ES giebt überhaupt keine anderen, als gute Mütter, von ihrem Standpunkte aus natürlich. Daß der Blumensreund nicht immer Gärtner, und noch weniger Botaniker ist, verhindert doch nicht, daß er seine Blumen leidenschaftlich liebt, daß er seinen Lieblingen vor lauter Zärtlichkeit ein Schutzdach baut, damit sie nicht unter den Sonnenstrahlen, oder gar dem Regen zu leiden haben ! Und so begreift es sich, daß eö Mütter giebt, die ihren Hans nicht regelmäßig zur Schule schicken, weil das seinen armen schwachen Kopf angreift; die ihr Gretchen nicht stricken lehren, weil diese Beschäftigung störend auf die Nerven wirken soll; die das Kind mit Niemanden verkehren las' fen, damit es sonst Keinen lieben lerne, als die Mutter! Es gibt aber auch Mütter, die mit heroischem Entschluß sich von ihrem Kinde trennen, weil sie darin deS Kindes Glück sehen. Ist eS nicht auch Mutterliebe, freilich eine gräßliche, verabscheuungswerthe Liebe, wenn die Mutter Hand an daS Leben ihres Kindes legt, weil sie eS nicht ernähren kann ? Der Vater, in solchem FLe, bringt sich selbst zum Opfer und überläßt das Kind dem Mitleide Fremder. Die Mutter rettet ihr Kind vom Elend und gibt sich selbst der verdienten Strafe Preis. . . . Die Mutter, als solche, ist daS holdeste! daö liebenSwürdigste, das heroischeste Geschöpf der Welt. Die Mutter ist die Liebe selbst." Ich überlese daS Geschriebene, und die Feder stnkt mir aus der Hand, nnd daS Herz in der Brust, es ist alles Stümperei gegen das eine schöne Wort eines Kindes, meines Kindes : Meine Mutter ist mir noch hunderttausendmal mehr gut, als ich ihr sein kann!" m m m Ein Berichterstatter in Cincinnati schrieb über ein Item, welches von der Flucht eines netten jungen ManneS handelt, nachdem er auf einen gesälsch. ten Chek hin, viel Geld erhalten hatte. Auf dem Wege zur Hölle" und schließt seinen Bericht mit den Worten und der Nachtzug entführte den Verbrecher nach d-m schönen Chicagy

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