Indiana Tribüne, Volume 4, Number 296, Indianapolis, Marion County, 9 July 1882 — Page 3
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Serettet und bezähmt. t3U$ einet aZren Begebenheit von GlifeCTttion.)
Krachend flog die Thür in'S Schloß, und der junge Äann, der so eilig durch den Vorgarten auf die Straße trat, ohne sich ein einziges Mal umzusehen, mochte wohl nicht gar zu höflich da drinnen der abschiedet worden sein, das ersah man an seinem aufgeregten Wesen, an seinem trüben, hoffnungslosen Gesichte. Es war ein hübscher, stattlicher Junge mit hohen Reitstieseln und einer Jockeykappe, den linken Arm jedoch trug er in eine? Schlinge. Im Hause drinnen ' polterte und stampfte der reiche Wirthschaftsbesitzer Hallwig, daß Sultan, der große Hos Hund,: mit eingeklemmtem Schweife sich hinter die Stiege verkroch und die HauS katze erschreckt in großen Sprüngen durch die Hinterthür aus den Hos eilte. .Hat der Schlingel nichts Eiligeres zu thun, als in den ersten vierzehnTagen feine Urlaube sich in unsere Agnes zu verlieben. Und die Keckheit ! Da traut er sich her und hält an um das Mädel, als venn'S mir eine Ehre sein müßt' ! . . . Na, wart nur. Du Nichtsnutz, ein mal noch komm' mir bei meiner Thür herein, ich brech' Dir auch am andern Arm die Knochen entzwei, geht das Einrichten und Auscurieren .dann doch in einem hin l" . Durch diehalbosseneStubenthür steckte nun die Frau des Hauses den Kopf: .Aber Mann, Alter sei doch ruhig und komm nicht so ganz aus Rand und Band!', .Ja, venn's nach Deinem Sinn ginge, sollten ihm's vohl gar geben das Mädl, dem . Hungerleider, dem dem . .Geh' doch, Alter, so arg ist's ja doch nicht !" ereiferte sich Frau Hallwig,indem sie ihren aufgeregten Mann beim Jop peuzipsel ; mischte und in die Stube zerrte. .Nicht so arg? Nicht so arg? Du bist wohl gar im Einverständniß mit den jungen Leuten, hm? Denn das Mdel hat drum gewußt, dasür ' laß ich ie den HalS abschneiden! ... - . ,Na, da sieht matt's halt, daß ihr Mannsleute eigentlich -doch gar keine Augen im Kopse habt ! Die Zwei hahin sich von Klein auf gern gehabt, und ich mein' halt, derMoritz hatnurdestentvegen die Landwirthschast studirt, damit er ein Metier hat, vaS Dir paßt und mit dem er Dir kommen darf." .Und da meint er vielleicht, ich brauch' einen gelehrten Inspektor für meine Wirthschaft der Dalk der ! .Jetzt ist er derweil nur grästicherReitbub' oder Stallaufseher, und da kommt er daher, mich um meine Tochter zu bitten mich? .Aber jetzt ist vom Heirathen noch gar keine Rede, und der Moritz - wird vorwärts kommen, verlaß Dich darauf ! Er hat was Tüchtiges gelernt, und der Graf hält viel auf ihn." .Woher weißt Du denn das, Alte he? Das ist ja eine ganze Verschwörung gegen mich aber ich sag' Dir's, daraus wird nichts, ich werde euch einen Riegel vorschieben, ich ". lind der ausgeregte Mann ging mit großen Schritten in der Stube auf und ab, mit den Armen heftig agirend und zuweilen einzelne Worte hervorstoßend. .Drei Uionai yal er Urlaub,der Ernl lodrie, nicht V frug er aus einmal, dlcht vor seinem Weibe stehen bleibend. .Ja, bis Neujahr 's wird schon so lanae sein. Gut, dernikil geht das Mädel nach Wien. Heut' schreib' ich noch an meine Schwester, sie soll mir das verrückte Ding in ante Obhut nehmen, bis dem Mosie seine Knochen wieder angeheilt sind l" Moritz erfuhr gar bald von der Man regel, welche der alte Hallwig getroffen, um da Mädchen ihm aus den Augen zu bringen. Seufzend fugte er sich in das Unabänderliche. Frau Rostna hatte Recht gehabt : er und Agnes hatten sich gerne gehabt von Kindesbeinen an, und cr konnte sich ein Leben ohne das geliebte Mädchen gar nicht denken. Moritz hatte, nachdem er die land wirthschc:ftllche Schule absolvirt, auf den Gutern des Grafen H. Dienste genom wen. Ein junger Juchswallach wilde licr aiiung, oen er jur oen jungen n r? r c Grafen zuritt, hatte ihn m den Sand gestreckt, und dabei war er fo unglücklich . gegen eine Planke gefallen, daß er sich den linken Arm gebrochen. Daraus er hielt er einen dreimonatlichen Urlaub und zugleich seme Ernennung zum Unter Inspektor. Jetzt glaubte der lugend liche Feuergeist, es wagen zu dürfen, mit dem Vater der Agnes ein Wörtchen zu reden. Der Gehalt, den er als Unter Inspektor erhielt, war wohl klein, aber. er hatte freie Wohnung und em so reich liche Deputat von Lebensmitteln, daß bequem mehrere Personen davon leben konnten. Die Abfertiaunq, die er von dem al ten Hallwig erhalten hatte, war indeß so derb, dan seme Honnung für die An kunft eine äußerst geringe war. Geld, Geld, und nur Geld! warum besaß er es nicht ! Warum hatten Andere davon solchen Ueberfluß, und er er hatte gar kems ? ! Er mußte warten, blS Zei und Umstände seiner Werbung günstiger wurden. Wie lange wurde wohl das kauern ? Und wurde Agnes damit em verstanden sein würde auch sie auf ihn warten, viele,' viele Jahre vielleicht oder? - Diese Gedanken -trieben ihm daS Blu zu Kopse, er rannte in dem kleinenStüb chen hin und her, und seine alte, halb blinde Mutter fragte wiederholt ganz verwundert und angstlich : .Aber, ueber Moril), wos hast Du denn nur?' Agnes befand sich also in Wien, und ihre Tante, eine liebenswürdige Frau in , e 1 1 k ??. r.i - t i guien lucrgaiimiicn, war seyr erfreu übe? diesen Besuch, sowie über das Ver trauen, welches der Bruder ihr in dieser Angelegenheit entgegen gebracht hatte. indem er das Mädchen in solch kritischer Zeit ihrer Obhut anvertraut. Sie stat tete auch sehr fleißig Bericht ab über ihr und Agnes tägliches Leben und Treiben und sprach die zuversichtliche Hoffnung aus, daß sie dem jungen Madchen die dumme Liebe schon auZ dem Kopfe trei den werde. .Besonders fleißig schrieb t vr.ii Bruder, .gehen wir wi Thea
er. Ich habe Abonnementskarten ge
nommen in's Ringtheater, weilunS das : am nächsten ist, und ich wegen der Ver I kaltung nicht weit gehen mag, wenn ich ganz erhitzt aus dem Theater kommt." Agnes ichneb seltener, aber doch zu weilen. Auch pe schilderte recht animirt das Leben in der großen Stadt, die vie en Unterhaltungen und Zerstreuungen, welche die Tante' ihr zu verschaffen ht muht sei u. f. w. Am '9. Dezember war der Mutter Geburtstag. Schon in der Morgenfrühe brachte' der Postbote einen Brief von Agnes. ' Sie gratulirte der Mutter in herzlicher Weise und schrieb dann weiter : .Es.ist eben jetzt die Zeit, wo Du in den Nachmittag-Segen gehst, - geliebte Mutter !.. Wie gerne würde ich Dich be gleiten! Es. ist überhaupt alles anders hier in Wien, man. nimmt sich zu gar nichts rechtschaffen Zeit, und besonders das Kirchengehen läuft nur so nebenbei mit, und wenn man nur so halbwegs in eine Mese hineinkommt, wo dann oben drein die Leute 'auch immer ab und zu gehen, so hat man auch garnicht die rechte Andacht und Sammlung. - Es ist mir hier gar niemals so andächtig und feierlich um's Herz, als wenn ich daheim in's Hochamt gehe. Heute Abend gehen wir wahrscheinlich wieder in'S Theater; eS soll emneueS, sehr schönes Stuck gegeben werden und .die Tante sreut sich schon sehr darauf. Ich selbst freue mich mit der Tante und wegen ihr, denn ihre Lustigkeit und Heiterkeit ist wirklich an steckend. Aber im Grunde möchte ich doch viel lieber daheim sein und in unse rer trauten, warmen. Stube, sitzen, bei Euch, ihr lieben Eltern. . ,. .Sie hat Helmweh, die Agnes. sagte Frau Rosina, und reichte ihrem Gatten den Brief. .Na, ja, drei Wochen noch, dann zieht der Mosje ab!" brummte dieser und ging hinaus. Die Nachmittagspost, oder, eigentlich der m der Nahe vorbei brausende Eisen bahnzug bringt täglich die Morgenblät ter von Wien herauf. Auch der alte Hauwig ' erwartet täglich mit Ungeduld seine Zeitung, besonders letzt zur Win terszeit, wo es draußen in. der Wirth schuft nicht so viel zu schaffen giebt. .Heute eme Beilage, '6 war doch ge stern schon Feiertag," sagte er bei sich. als er an-diesem Tage das ungewohn lich dicke Päckchen in Händen hielt. Er riß die Schleife herab und setzte sich be quem auf das alte Ledersopha, um die Neuigkeiteu aus der Residenz zu studi ren. Vom nicht lange, lo entnel das Schreckensblatt seinen Händen; zuerst stieß er einen heisern, unartikulirten Schrei aus, dann sank er mit dem Ver zweiflungsrufe: .Jesus Maria, unsere Agnes!" kraftlos zusammen. . Zu Tode erschrocken eilte die Frau aus der Küche heibei: .Um Gotteswil len, Mann, was gibt es V rief sie angst voll. ' , .Da da m stöhnte der alte Mann und deutete aus die am Boden verstreuten Zeitungsblätter, .das Ring theater ist abgebrannt mit fast allenLeu ten, die dann waren o und Agnes und die Schwester waren auch dYm ! Nun drohte auch die alte Frau zu sammenzubrechen. Sie wankte, hielt sich an der Sophalehne und tastete mit der einen Hand unsicher nach dem Unglücks blatte. Sie konnte aber nichts lesen, denn, die Buchstaben tanzten vor ihren Augen. Und ich, ich habe sie hinabgeschickt nach Wien, ich om Schuld an ihrem Tode!" jammerte der alte. Mann, und überließ sich den leidenschaftlichsten Schmerzensausbrüchen; er zerrauste sich das Haar und weinte, wie ein lleiues Kind. Wie alle heftigen und leidenschaftli chen Menschen war er, wie früher in seinem Zorne, so auch jetzt in sei nem Schmerze und in seinen Seldstvor würfen maßlos, und die gute Frau, wel cher selbst die Kniee bebten und dieZähne in namenloser Angst und Pein ausem anderschlugen, hatte nun auch noch den aufgeregten Mann zu trösten und zu be ruhigen. Vielleicht ist's doch nicht so, das Gräßliche vielleicht wurden sie doch gerettet, vielleicht doch ach, wenn sie sich den Inhalt des heute früh erhalte nen Briefes in's Gedächtniß rief, wie konnte sie da noch hosten ? " .O Gott, strafe uns nicht fo hart. flüsterte sie und strich mit linder Hand ihrem zusammengebrochenen Mann die wirren Haare aus der Stirn. Da schlug Sultan draußen an, und nach raschem Klopfen trat ein Mann in die Stube, ein großes viereckiges Schrei ben in den Händen üaltend. .Herr Johann Hallwig, ein Tele gramm rapportirte der Bote gleichmü thig. .Bitte zu unterschreiben Zustel lungsgebühr ist dreißig Kreuzer." Die Frau erbrach mit zitternder Hand die Depe che. .O. Gott sei tausend Mal gelobt und gepriesen !" entrang es sich im nächsten Augenblicke ihren bebenden Lippen. .Seid ohne Sorgen, wir sind Alle wohl!" lautete die Depesche, und unter zeichnet war .Agnes". . Die zweigten Leute sielen sich in die Arme vor, Wonne, vor Freude, vor Glück. .Meinst Du doch, daß sie uns nich anplauscht mit diesem Telegramm, Mut' ter? Meinst Du doch, daß es wahr ist ? .Aber wer sollte denn telegraphieren, wenn sie todt wäre ? Und, wer wüßte dann wohl auch, daß wir so sehn uchtlg auf eine Nachricht warten, wenn nicht das Kind V .Ach ja. Du hast recht! Ich bin ganz schwachsinnig, mußt schon ein wenig Ge duld mit mir haben. O, mein Gott, Du hast mir Deine strafende Hand gezeigt für meinen Stolz, meinen Eigensinn und meine Geldgier !" .Ich bitte, Herr Hallwig, der Schein ist noch nicht unterschrieben", mahnte der Bote schüchtern. .Ja, ja, und die Gebühr einen Gul den, Mutter, einen Gulden gieb ihm!" Gleich am andern Morgen ging ein Telegramm nach Wien ab, des In Halts: .Komme sogleich heim. Wir sind nicht ruhig, bis wir Dich leibhaftig, vor
uns sehen. Vielleicht kommt Tante auch
mit." Und wenige Tage später kamen in der That die zwei Frauen mit demFrüh zuge von Wien heraus und athmeten erst erleichtert aus, als -sie die kleine Bahn tation verließen, well sie nun wenigstens aus der unmittelbaren Nähe des Schre ckenö und Jammers waren, welche die ganze Koiserstadt in jenen Tagen er ullte. Eine, alte Bekannte war zurTante aus Besuch gekommen an jenem Unglücks äbende, und so lange hatten die Freun binnen geplaudert, bis es richtig zu spät geworden, zum Anziehen inS Theater. ..Wir gehen halt em andermal", hatte die Tante wie tröstend zu Agnes gesagt. als sie, nachdem sie ihrem Gast das Ge leite bis zur Teeppe gegebenes Wohn zimmer zurückkehrte. ; Da- ertönte das Traaraaah :" der Feuerwehr, und ein Laufen und Rennen entstand aus der Straße und ein Getöse und ein Lärm, als sollte der jüngste Tag angehen. Erschrocken schauten sie aus dem Fen ster, und da sahen sie die rothen, gelben und blauen Flammen wie Raketen in die Lust fliegen, und immer größer und breiter züngelten die feurigen Garben zum Himmel empor. - .Das ist das Theater," sagten sie fast gleichzeitig, und das Blut stockte in ihren Adern. - Dies Alles erzählten sie den horchen den Eltern in der ersten Viertelstunde ihrer Ankunst, und die Wintersonne de leuchtete freundlich die traute Menschen gruppe in der einfachen Bauernstube. Als die erste Wledersehenssreude vor über war, ergriff Hallwig die Hand sei ner Tochter und sagte : .Agnes, wenn uns das furchtbare Unglück getroffen hätte, daß Du bei diesem Theaterbrande zu Grund gegangen waiest ich hatt' nimmer leben mögen, denn ich hätt' mir immer vorwerfen müssen, daß ich an Deinem Tode die Schuld trage!" .Aber, Vatcr, wie kannst Du nur so reden," beschwichtigte das Mädchen, und ein leises Roth flog über ihr liebliches Gesicht. .Danken wir dem lieben Gott und meinem Schutzengel, und freuen wir uns recht aufrichtig und von Herzen, daß wir wieder beisammen sind !" .Du weichst mir auö, Kmd ! sagte der Alte kopfschüttelnd, .aber ich . will doch davon reden. Sage mir einmal ganz ausrichtig, meinst Du denn wirk lich, daß Du den Monz so gern haben kannst, und daß eS Dich nicht einmal gereuen wird, wenn Du ihn heirathest?" .Vater ich ich " stotterte AgneS und das feine Gesichtchen wurde immer röther und röther. .Rede ganz aufrichtig so von der Leber weg, wie Du mit Deiner Mutter reden wurdest, ich bin ja kem Tyrann, ich habe mir Alles überlegt, ich " .O Vater, Du könntest emwilli gen ?" jauchzte Agnes und im Nu schlang sie ihre Arme um den Hals des alten Mannes und herzte und rußte ihn unter Thränen. Wer hätte das gedacht ! Moriz ge wiß am allerwenigsten, denn er schüttelte immer und immer wieder den Kopf und meinte, es müßte partout ein Irrthum sein, als ihm die Botschaft zukam, er möge sich ehestens in Hallwlg's Hause einftnden. Hingehen mußte er aber doch, selbst sür den Fall, als der Alte ihm neue Grobheiten zugedacht hatte. Wie verwundert schaute er aber drein. als der Vater seiner Auserwählten ihm entgegen kam bis aus den Flur, ihm die Hand reichte und sagte : .Ich hab' Ihnen neulich weh gethan. Herr Wekl, lassen totrS vergangen und vergessen sein, und kommen Sie herein! Und als er nun hinein kam in die trauliche Stube, wen sah er da? .Vor Allcm seine Agnes,' und sie machte ein solch' strahlendes . Gesicht, daß er nicht mehr lm Zweifel sein konnte, wie viel dle Uhr geschlagen habe. Auch die Mutter war anwesend und nickte ihm freundlich zu, und die fremde Frau dort in d:n städtischen Kleidern, das war gewiß die Tante auö Wien, und die musterte ihn so ausmerksam, als wolle sie selber ein Auge auf ihn haben. In ganz feierlichem Tone hub nun der alte Hallwig zu reden an : .Weil uns der liebe Gltt so gnädig gewesen und unser Kind beschützt und bewahrt hat vor einem schrecklichen, grau samen Tode, so so nun und weil ihr euch halt gern habt, und ich meine. daß ihr glücklich Miteinander sem wer det, so so " Er stockte wieder ein wenig in seiner Rede, aber die jungen Leute warteten denn das Weitere nicht ab, sondern machten sich den Schluß sel ber zurecht, indem sie sich in die Arme flogen. .Amen !" sagte die Mutter mit dank erfülltem, freudigen Blick. .Nun ist doch noch Alles gut geworden ! . .Ein nettes Paar !" lächelte dieTante. .Ich werde euch die Hochzeit ausrichten. Kinder!" Das Hannover' sche ZSendland und seine ZZewoyner. Lon uguft SttttU Von der östlichen Grenze der Provinz Hannover zieht sich von der Elbe und der Altmark umschlossen in einer Länge von etwa 45 Kilometer em langsam breiter werdender Landstrich in der Richtung aus die Lüneburger Heide hin, welcher schon seit langen Zeiten bei Einheimischen und Fremden unter dem Namen .daS Wend land" bekannt gewesenist. Dieses Dreieck umfaßt die zu den Aemtern Lüchow und Dannenberg zusammengeworfenen srü heren Aemter Lüchow, Schnackenburg, Wuströk, Elenze, Bergen a. d. Dumme, Dannenberg und Hitzacker, sowie daö adelige Gericht Gartow. Die Bewohner dieser Gegend, ein kräftiges Bolk, sind Nachkommen emes Zweiges deS mächtigen obotritischen Hauptstammes, welcher mit den Wllzen, den Ukern, den Sorben und denLusitzern daS Volk der Wenden bildete. Das erste historische Licht, welches auf die Wenden, deren Ursprung m em tiefes Dunkel gehüllt ist, fällt, zeigt uns diesen Stamm in drei Hauptzweigen, bestehend aus den eigentlichen Wenden, den Sla ven und den Anten, von denen die ersten
an den nördlichen Grenzen Deutschlands,
die zweiten an der oberen Weichsel, die. dritten zwischen der Weichsel und den Dnieper hausten. Nicht lange jedoch hielten sich dieselben in ihr?n Grenzen auf, denn ihre ' Slke waren schwankend, ihr Stand wandelbar . und m buntem Durcheinander wurden sie von anderen Stämmen, welche sich neben und zwischen sie drängten, in die durch ' äußere Resolutionen veranlaßte allgemeine Strömung mit hineingeritten. Nach dieser Bewegung ließen sie sich zuerst wieder in den Gegenden des nordöstlichen Deutschlands,- deren Bewohner weiter gegen den Süden vorgedrungen waren, nieder. Der Einsall der Hunnen-in Europa, sowie die nach Attila'S Tode erfolgte Auflösung des hunnischen Reiches gab Anstoß zu neuen Bewegungen, und in Folge eines abermaligen Stoßes astati scher Völker wurde em Theil der Wenden in den Norden Deutschlands zurück gedrängt, während em anderer Theil durch die Feindseligkeiten der Franken in seinem. Vordringen gehemmt wurde. In Anlaß aller dieser wechselnden Einwirkungen wurden bald nicht nur deutsche, sondern auch sinnische, scthische und griechische Länder von Schaaren des Wend?nvolkes überschwemmt, welche überall bald kleinere, bald größcreStaa ten von kürzerer und längerer Dauer bildeten. Ein solcher Rest des obotriti schen Volksstammes hat sich bis heute m dem oben beschriebenen Landstriche der LnnddrosteiLüneburg erhalten und führte noch bis in die Mitte des 13. Jahrhun dertö nach der Lage der Gegend den Namen Polaben (Lade Elbe und Po anwohnend). Die Sprache der Wenden hat sich hier unter der Bevölkerung' verhältnißmäßig lange erhalten ; denn während in anderen Ländertheilen, in welchen sich ein Schwärm dieses Schlages niedergelassen hatte, mit derAusrottuug derselben schon im dreißigjährigen Kriege nicht ohne Er folg begonnen wurde, konnte man in dem Lande der Polaben noch in der letzten Hälfte des 18. Jahrhunderts wendlfch sprechen hören, bis die Beamten unaus hörlich daran arbeiteten, die Sprache so herabzusetzen, daß sich die Leute, um nicht lächerlich zu erscheinen, derselben gar nicht mehr bedienten, und hierdurch der beabsichtigte Untergang herbeigesührt ward. Einige Ethnologen versuchten, tieser in die dunklen Gänge der Sprache- einzubringen, fanden aber ihre Mühe mit nur geringen und durchweg unbenutzbar ren Ersolgen gekrönt. So sammelte ein Pastor Henning in Wustrow aus dem Munde eines benachbarten alten Bauern einzelne Worte, die aber durch unrichtige Schreibart ganz entstellt wurden. Von besserem Resultat waren die im Jahre 1698 angestellten Erhebungen des In spektors Pfessinger zuLüneburg, wodurch sich feststellen ließ, daß die Mundart in vielen Theilen den Formen des Polni schen gleichkam, sonst aber viele unaufgeklärte Eigenheiten hatte, t Dementsprechend ist auch die Sagen welt des Wendlandes nicht so reich, wi: man es wohl bei einem so viel umherge worfenen Volke sonst zu , finden pflegt. Versallene Burgschlösser, au welche sich leicht Sagen verschiedenster Art anknü psen, wird der Fremde in dem Wend lande nur sehr vereinzelt finden, Ruinen alter Klöster hat das Wendland gar nicht aufzuweisen und im Volke von Mund zu Mund erhaltene Denkmale alter Zeit sind mit der Ausrottung der wendischen Sprache zu Grabe getragen. Die wenigen, recht märchenhaft zusammenge sponnenen Erzählungen, welche die Tra dltlon uns erhalten hat, knupsen sich an alureretgniiie irgend welajer Art an und. werden heute noch vom gemeinen Manne sür nicht unwahrscheinlich gehalten. Hier erhebt sich in öderHaide ein mäch tiger GranitbloS, in dessen unmittelba rer Nähe einige andere größere und kleinere' Felssteine zerstreut umherliegen. Die Sage erzählt, es sei hier einBraut zug versteinert, welcher wegen einer La sterung den Zorn der Götter auf sich ge laden habe, und noch vor nicht langen Jahren soll dem Stein bei angestellten Sprengversuchen Blut entströmt sein. Dort ragt nahe an der Altmärkischen Grenze ein noch größerer Stein auf t nein kleinen Abhänge empor, welcher ringsherum von Moos umwachsen ist und durch die Einflüsse der Witterung schon stark gelitten hat. Dieser erzahlt uns von einem wendischen Schäfer, wel cher, von Liebe zu einem Sachsenmädchen enbrannt, infolge der Ueberredung eines Klausners seinen altenGötterglau ben aufgab und sich der christlichen Reli gi?n zuwandte. Da plötzlicy entriß der Groll der verkannten Götter dem Treu lofen seine Heerde, und in wilder Wuth' darüber erschlug dieser den ehrwürdigen Klausner, welcher ihn von seinem Glau ben abwendig gemacht hatte. Von die sem Augenblicke an raste der Schäfer unstat und flüchtig umher, bis er in der Nähe des Steines von einem Unwetter ereilt in einem Erdspalt verschwand. An den Gebrauch des heidnischenWen den, wie er seine Eltern aus der Welt schafft, wenn sie schwach und alt gewor den und außer Stand sind, den Arbeiten und Mühen des irdischen Lebens sich noch zu unterziehen, erinnert uns ein an der Lüchow Dannenberger Landstraße gelegene alter Eichenwald, welcher un ter dem Namen .das Jammerholz" in der Umgebung bekannt ist. Der Wende sah in ieser Greuelthat, welche aus die verschiedenste Art, wie durch einen Sturz vom Felsen, durch Niederstrecken mit der Streitaxt, durch Erdrosselung, ja durch Begraben des lebendigen Körpers auSge führt wurde, kein Verbrechen, sondern hielt dieses für seine Pflicht; ja die auf Pietät basirte Sitte ging soweit, daß sich derjenige glücklich pries, der im Alter oder in der Krankheit von den Händen eines tapfern ManneS in'S Jenseits be fördert wurde. Feste, welche auch heute noch denWen den Gelegenheit geben, sich in ihren alt hergebrachten Sitten hervorzuthun, sind die Hochzeiten. Drei bis vier Tage lang dauern die Festlichkeiten, welche mit ei nem imposanten Zuge, dem Kirchgange, eingeleitet werden. Den Brautzug er öffnet ein MustkcorpS, welchem - das in wendischer Art geschmückte Brautpaar folgt. Die Braut trägt mit' stolzemÄe-
wußtsein die hohe glänzende Krone auf dem Haupte, von. der Bänder in großer Menge herabhängen, so daß kaum das
frische Gesicht derselben erkennbar ist. Ihr Anzug ist reich und fast überladen m auffallenden Farben, unter denen be sonders das Blau, Roth und Lila in die Augen fällt.- - . ' ' ' Der Bräutigam ist einfacher gekleidet. Seine Fegkleiduna besteht ' in ' einem dunklen Anzüge, Reihen von Immergrün schmückenden Rock und dieKopsbedeckung. Dem Brautpaare folgen die Brautjungfern in festlicher' Tracht, und . an diese schließen sich die übrigen Geladenen an. Die Zahl der geladenen Personen, be läuft sich bei großen Hochzeiten wohl auf 200 .bis 300, und das ganze Dorf hat. an solchen Tagen daS beste Gewand an gelegt. Viele Ortsnamen weisen noch darauf hin, daß wir uns in den Sitzender alten Wenden befinden, und ein großer Theil der Dörser, besonders des alten Amtes Lychow, des - KerneS , des Wendlandes, legt noch em unverfälschtes Zeugniß von der den Vorfahren der jetzigen Be völkerung eigenthümlichen Bauart , ab. Sobald der Fremde die benachbarten Bewohner '.sächsischer Abstammung ver lassen hat und das erste Dorf des Wen denlandeö betritt, bemerkt er sogleich die plötzliche'- Veränderung der Bauart. Während derselbe dort zwischen einer sich zu beiden Seiten der Straße strecken den Häuserreihe entlang gewandert ist, süljrt 'ihn hier die Straße auf einen freien großen Platz. In der Form ei nes Ringes ist dieser von den gleichartig gebauten bunt ' bemalten Wohnhäusern umgeben, so daß das ganze Bild einen recht angenehmen und freundlichen Ein druck macht. In dem Bau der Gebäude weicht auch der jetzige Wendländer nicht viel von den Gewohnheiten feiner Ahnen ab, sondern hält, alle Neuerungen' von der, Hand weifend, zähe an den von die sen überlieserten Eigenheiten fest, sosern er nicht durch bau oder feuerpolizeiliche Vorschriften daran verhindert wird."Wie demselben überhaupt Malereien in den fchroffsten" und buntesten Farben auf's Höchste imponiren, so legt er auch aus das äußere' Aussehen seines Gebäudes großes Gewicht, und der Eine, sucht den Andern in dieser Beziehung zu übetref sen. . Einen Brauch, wie dieser vereinzelt auch wohl in sonstigen Gegenden vor kommt, findet man im Wendlande über all. Vor der Breite eines jeden Gebäu deS der Dörfer prangt in buntenLettern, theils kunstvoll geschnitzt, theils mit vie len Verzierungen gemalt, ein nicht selten von dem Hausbesitzer oder dem Hand werker verfaßter Vers, der daher be greiflicher Weise häusig Wörter ündRei nie der originellsten Art in sich faßt. Der Inhalt der Verse ist theils dem Ackerbau entnommen, theils hat derselbe auf Feuersbrünste Bezug, -wie- diese in jener Gegend nicht allzu selten entstehen. Ein Probestück ersterer Art ist solgender über Stallthüren angebrachter Spruch : Wenn ich des Morgens früh aufsteh' Und dann in meinen Pserdestall geh', Verri.br ich mein Gebet zu Gott Und spanne meine Pferde an Und ackere wie ein Ackersmann. während uns ein Beispiel letzterer Art diese Worte geben : Wehe dem, der sein Haus verbrennt Und vorher es nicht rich't bedenkt, Zu dem wird Jesus sagen z Ich habe Dich noch nie erkannt, Du. hast ja Haus und Hof verbrannt. Wie wird es Dir ergehen ! Andere, welche eine derartige poetische Begabung nicht auszuweisen haben, benutzen als Widmung Gesänge oder Vi bmprüche, wie denn besonders häusta die Worte Em und Ausgang segne Gott :c." von ihrem hohen itze über den Thüren der Pferde und Kuhställe aus das ausgetriebene und wieder einzig Hende-Vieh hinabblicken. Kommt es einmal vor, daß die Widmung zu groß ist, um. vor einem Gebäude Naum zu finden, so wird aus das Gebäude emes Nachbarn übergesprungen oder, wo dieses nicht angängig ist, in der Mitte eines Wortes abgebrochen. Die Giebel älterer Gebäude zieren noch häufig zwei verkreuzte wendische Pferde köpfe, welche von dem Storche zur Be Nutzung beim Bau seiner lustigen Woh nung mit Vorliebe ausgesucht werden. Die Bedachung der Gebäude ist noch vorwiegend aus Stroh oder Schuf aus geführt, und alle Vortheile anderer Da chungsarten vermögen auch jetzt noch mcht die Bewohner zur Aufgabe dieles zlvar gefahrvollen, aber auch mit vielem Nutzen verbundenen Schirmes zu, über reden. '" ' '.: Nicht ohne Interesse ist eine genauere Besichtigung eines wendischen Hauses, welches in der Regel zugleich, Wohnge bäude, Viehhaus, Scheune'und Speicher ist. hinter und nebeneinem jeden Ge HL ?rheben sich gewöhnlich mächtige Eit welche uns in ihrer rauschenden Sprache das zu erzählen versuchen, , was menschliche Zungen nicht aufbewahrt ha ben, so daß ei.r wendisches Dorf aus der. Ferne gesehen emer Eichenwaldung, un ter deren Schutze sich die menschlicheren siedlungen erheben, gleich erscheint. Der Grund und Boden des Wendlan des besteht aus Lehm, Moor, Sand, Haide und Marsch. Das Lehm und Sandland ist vorwiegend und auch in allen Gegenden, wo es sich findet, sehr gut. Mooriges Ackerland trifft man auf der Oberfläche weniger, als unter den Marschen, und der Haideboden tritt in vereinzelten Fällen nur in den höher be legenen Gegenden aus. Das in dem Jnundationsgebiete der Elbe und deren Nebenflüssen belegene Land hält durch lässigen, oftmals mit Sand gemischten Marschboden, welcher sür die Wiesencul tur recht günstig ist. Um die Nachtheile des noch immer nicht verschwundenen alten Wirtschaftssystems auszuwiegen, ist die sorgfältigste Bearbeitung des Lan des nothwendig, wobei in günstigen Jahren oft ausgezeichnete Erfolge erzielt werden. Mit dem Gemüsebau beschäftigen sich die Bewohner des Städtchens Wustrow und dessen Umgebung vornehmlich. Hauptsächlich werden von diesen Rüben und alle Kohlarten gebaut, womit die benachbarten Märkte fast sämmtlich versorgt werden. Der einstmals im Wend
lande mit Erfolg betriebene Raps.bau
hat nachgelassen, und aüch'der schwung .7 u -J . , ' r at-.it volle Hlaqsvau, oem emi groser yeu der Bewohner seine.Wohlhabenheit ver dankt, hat keine Fortschritte gemacht. . . Von anderenHandelsgewächsen nimmt noch der Hopsen eine, hervorragende Stelluna em. der UrnlS im Wenolanoe selbst verbraucht, theils nach auswärts verkaust' wird. . v:? Den größten Theil deS WendlsndeS durchstießt in der Richtung .von Süden nach Norden die Jeetzel... Aus der. Alt mark kommend, tritt dieselbe etwa eine Stunde von Salzwedel entfernt m daS Lüneburgische und berührt zuerst -daS . -1. . f nr . . . v - Vlaolcyen ZUZUirow, nimmt vier . vie Dumme auf und durchschneidet -dann, .nachdem sie noch einige Feldmarken be wassert hat, vie Stadt Lüchow m mehi reren Armen. Mchdem! die Arme? sich unterhalb Lüchow wieder, vereinigt ha ben erreicht sie . nach , einem .durch viele Wiesen nch schlangelnden, etwa viermel ligen Laufe die Stadt .Dannenberg. Nach deren Verlassen berührt sie noch die Aecker mehrerer Ortschaften und' ergießt ich unterhalb Hltzacker m die Elbe. , Au ßerdem durchstießen noch, die Dumme, aus dem Brandenburgi chen " kommend, die in der Wtmark entspringende Seege, sowie eine Anzahl größerer und kleinerer Bäche das Land. - -. Sämmtliche Städte des Wendlandes sind Orte kleineren Umfanges; außer den bereits genannten sind noch.Bergen an der Dumme, Elenze und, Gartow zu erwähnen.,;. In letzterem Orte befindet sich einer der schönsten Privatgarten der Provinz, indem in' und ausländische Pflanzen vom größten Baume bis zum kleinsten Blattgewachse dem Auge eme mannigfache Abwechselung bieten. In der Verbenerung der Wege und Straßen ist das Wendland rüstig mit anderen Gegenden vorgeschritten. Auch ist der . . cry t jl . ' r " -1 - V . ooriige auer jegon ungewikirn, gciuuc auf diese seine besondere Sorgsalt zu verwenden, da-denselben Besörderungs Mittel anderer und neuerer Art nicht zu Gebote stehen. - Zwar hat man schon zu verschiedenen 'Malen den Bau eines Schienenweges durch oas Herz desWend landes 'geplant, aber jedesmal ist das Unternehmen an unvorhergesehenen Hm dernissen gescheitert. Ein nicht unbedeutender Verkehr er streckt sich auf die Wasserstraße der Jee tzel, welche bis zur altmärkifchen Stadt Salzwedel hinauf schiffbar :ist. Leider bietet diese jedoch dem Schiger so viele Schwierigkeiten, daß derselbe häufig bei dem leickt wechselnden Wasserstande ge. zwungen ist. Tage )ang vor Anker , zu liegen, um sein Ziel "erreichen zu können. Zur Abwendung dieser Uebelstände ist bereits seit langen Jahren, das Projekt emer Eorremon in's Auge gesaßt, tue! ches neuerdings seiner auch im Interesse der Landwirtschaft durchaus nothwen digen Verwirklichung wieder um einen Schritt näher getreten ist und voraus sichtlich nunmehr zur Aussührung gelan gen wird. Pharaildis. Von lötrhard von Amizntor. Umfangen vom zitternden Silberlicht Des Vollmonds träumen die Auen ; Nur der Eichwald findet den Schlummer nicht. Aus seinen Wipseln ein Stöhnen bricht, Und mit finster schattenden Brauen Schickt spähend den Blick er zum Hasel' strauch. Drin lebt es und webt- es wie Geister hauch Pharaildis ! Ein Weib hängt wie Schwaden im flü sternden Laub Und giebt den Schleier dem Winde; Dem Sänge der Elfen bleibt sie taub. Nicht sieht sie des Mondlichts- silbernen Staub Durch des Schmerzes blendende Binde; Die Thränen, die ihr die Reu' erpreßt, Bethauen des Strauches schwanles Ge äst. Pharaildis ! Einst war ihr schwellender Busen ent brannt Dem schönen, heiligen Manne ; Der hat ihr kühl den Rücken gewandt. Da hob sie in Schmach und Zorn die Hand Zum Fürsten, der bei der Kanne Halbtrunken saß, und flehte um's Haupt Des Thoren, der ihr die Ruhe geraubt. Pharaildis! , ; Bald lag das Haupt aus ehernem Rund; Sie wollte küssen das bleiche ; .Doch Odem ging aus dem zuckenden Mund, Er saßt sie wie Wirbel und hebt sie zur i Stund' Empor in die luftigen Reiche. Nun muß sie schweben, den Wolken ein - - Gast, Erst zur Mittnacht findet auf Erden sie Rast. Pharaildis ! So hockt ste erschöpft in der Hasel und netzt Mit blutigen Thränen die Blätter. Da, horch: ein Hahnenschrei! ent setzt Rafft sie den Schleier, der längst zr fetzt Von den Fahrten durchSturm und durch Wetter; Sie stürmt davon schon ist sie weit. Der Eichwald athmet wie besreit. Pharaildis! Am Morgen da.-a.if, da die Sonne lacht. Wie ist die Hasel gedunkelt ! Wie ward die grüne Blättcrpracht So blutroth in der einen Nacht ! Wie Spinngewebe funkelt Thaufeucht manch Schleierfetzen auch Wer färbte die Blätter und schmückte den Strauch ? Pharaildis. - Einfach. Professor : 'Wenn's mit dem Fabren nicht besser geht, so fahren wir besser, wenn wir gehen."
. Ooldkörner.
Heilig ,st das Eigenthum, Ob es am Weg liegt, ob in Kassen D'nim, ist Einer noch so dumm. Mußt ihm seine Dummheit lassen. Im Spiel verliert man stets erkenne Dies als Natux.Nothwcndigkeit; Denn ob man Berge Eeld's gewänne vr T :cx v . . . . wiurcn iji oas vroicrc oic Jell. Wie schöner könnt' das Leben sich gestal" ' ... ... ten. Wenn Keiner ÜfirV w wv,.m (?rts vkl 44tlVllit Was Emer glaubt, mag er für sich U ! . . .. ... . 'llen. Man braucht von ihm nur, was er weiß. , Abendgedanken. Lieg' Abends ich am BergeZhang Und hör' der Bäume leises Rauschen, Hör' auf der Vögel Abendsang, Wie möcht' ich gern' mit ihnen tauschen. Mir ist ! o könnt ich saqen nur. Wie mich ergreist die süße Ruhe, cm ?ri .. i . ' duz i,i, ai9 yane vie Natur Sich angezogen Gummischuhe. Ein Langlebiger. .Sie. gestern bab' iß n?n,.5 " wi v j p A snaefanaen." .. Kin,n w.?.? j c . -yj (-( c i OM' xoit alt sind Sie denn .Ich bin vier zig Jahr" Haben's einen Advokaten? .Freilich !" Na dieDummheit .' ut c x v . : i . , ' . langi ver mil vierzig Jayren noch emen Prozeß an und nimmt noch einen Advo rv . . ? . . t . . . launi a, roic wouen Äle's denn er c : Om eoen s Rangordnung in T h ü ? i n-, .-. .' gen. i .Die Suppe ist vorüber. Der Bürgermeister lan das Glas klopfend, auf stehend und daö Glas erhebend) : Au das gnädigste Wohl unserer Dorch--iauaz tzrner Senator (stößt ihn.. sanst in die Rippen) : .Herr es. Eedatier, der dorchlauchtigste Först kimmt ja erst nach'm Rindfleefche!" Bauern.Loya lität. Schutzmann : Ich bitte, die Kovlbedeckung abzunehmen. Seine Durchlaucht der .regierende Fürst befinden sich in Theater." Bauer (schnell den Hut al nrn r, a .- neymenv): ji oic krau Durchlaucht auch im Theater Schutzmann : 3awohl." Bauer (zu der Bäuerin) : .Du, ' Nani, thu' schnell Dein Kopftüchl 'runter." Falsche Berechnung. rr rwi it.. vjin Alime, oen oie unaunu der At ten heruntergebracht hatte bis auf zwei Oberhemden, bezeichnete dieselben, um sich wenigstens nicht vor semerWäscherm zu blamiren,mit Nr. 11" und Nr. 12", und schickte die so gestempelten in die Wö che ! Wie erstaunt ist er aber, als nach einer halben Stunde die Waschfrau zornig rn's Zimmer tritt und ihm die Hemden mit denWorten hinwirkt : Wa5 ist wohl mein Dank dafür, daß ich Ihnen so lange gepumpt habe! Lasten Sie nur die beiden Hemden da waschen, wo Sie die zehn anderen haben waschen lasten !" Gute Antwort. In B. war die Zunahme von jungen Aerzten einst eine sehr große. .Wie viele Aerzte boben wir ietit bicr?" kraote Herr D. eines Abends den witziaeu Stadtrath S. .Heute Mittag waren es G2, wie viel es jetzt sind, kann ich nicht missen mar die Antwort. Probates Mittel. Frau Nachbarin, mohcr lommndenn, daß Ihr Mann jetzt so brav ist und nit einmal mehr betrunken aus. dem Wirthshaus kommt ? Schn's nur, wie der meinige daher wackelt, ham's denn was dagegen gebraucht?" en t ..)3 o (War.' ty.r.r O" ,utu" iayfjicr, ici uao' nreur Mann durch e ganz einfachs Mittel kurirt, ich laß ihm so viel Bier nach Hause hol'n, als er Durst hat, und derzeit iö er der ordentlichste Mensch von dcrWelt; er betrinkt sich in seinem eigenen HauS und schläst ganz in aller Still' seinen c...r. ..o u WlUUiy UU3. Klassisch. Auf die Drohung der vor dem Eng paß von Thermopyla gelagerten Perser, daß ihre Pfeile die Sonne 'verstnstern werden, hatten die Spartaner bekannt lich geantwortet : Desto bester, dann werden wir im Schatten kämpfen." Als nun gleich bei Beginn der Schlacht der Held Krinolaos von einem Pfeile getroffen wurde, wendete er stch an den ihsi zunächst stehenden Kampfgenossen mit. den Worten : Ich bitte Dich, zieh' mir den Schattenspender 'raus !" . Zarte Anspielung. . Anbeter : .Hier meine Theure nimm dies kleine Angebinde ! Fraulein : Ach ! Dein Bildniß ach, ' (Beliebter, Dich habe ich ja ohnedies aber noch kein goldenes Armband, mich an Dich gefesselt zu wisten." Erinnerungs-Objekt. ; Rector : Wir sehen aus dieser Schild derung. daß damals die Jagd ost sehr gefährlich war. Das ist auch jetzt noH der Fall. (Zu emem zuiunsngen, Forst studenten gewendet): Das glauben Sio . cm Ol ... . . i . woyi mazr, luiuuzn. uil, uiarlen nur, wenn Ihnen einmal im Walde ein wildes Schwein begegnet, dann denken Sie an mich !" ' - SonderbareLogik. Arzt: Jch habe Ihnen im Lause Jh rer Krantheit über 40 Visiten gemacht, und Sie entschädigen mich sür meine Mühe mit zwanzig Mark !" Geizhals : Ist das zu wenig? Sie müstcn nur bedenken, wenn ich nicht krank gewesen wäre, so hätten Sie g'ar nichts bekommen." - Zwei Wittwe ir, beide in' clwas zweiselvJstem Alter. riv in ei j ' r .,w - , - - nex Car stehen. - Endlich wuröe i.-ia leer, und die eine der Wittwen machte eine verbindliche Vorbeugung, und bat die andere, Platz zu nebmen; die ber ward ganz roth vor Acrger und ri?s : Nehmen Sie doch selbst P."ütz ; i5) bw. gerade z'o jung wie Sie!"
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