Indiana Tribüne, Volume 4, Number 290, Indianapolis, Marion County, 2 July 1882 — Page 3

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I cnlssoyene Kompagnon. AuZ den erinnerten ine PolZzeibamten 'von Ji. Skauriee. Eines Morgens hatte ich kaum mein Bureau betreten erzählt Mr. D., ein ror Kurzem zu London verstorbenes angesehenes Mitglied der Geheimpolizei, in den von ihm hinterlassenen Auszeichnungen als mir schon gemeldet wurde. cafc mich ein Herr in dringenden Ange legant gekleideten Manne aeaenüber. der sich auaenscheinlich in sehr großer Aufregung befand. Er stellte sich als Theilhaber dc? mir dem Namen nach wohlbekannten Firma Bridgeby & Barton" vor und berichtete mir nach wenigen einleitenden Worten in abgebrochenen Sätzen, daß sein Compagnon, Mr. Barton, am Tage zuvor unter Mitnahmc des Kaffenbestandes . plötzlich und unvermuthet das Weite gesucht habe.' Ich bin zu Grunde gerichtet schloß er, .wenn es Ihnen nicht gelingt, den Menschen cinzufanaen und ihm seinen Raub abzunehmen." .Fassung, Mr. Bridgeby sagte ich und klspfte dem jungen Manne, der sich den Schweiß von dem blaffen, verstörten Gesicht mischte, beruhigend aus dieSchul ter. .Seien Sie versichert, daß ich mein Bestes thun n?de, Ihnen zu ihrem Rechte zu verhelfen. Berichten Sie aber deshalb vor allen Dingen, was mir in der Angelegenheit zu wissen Noth thut." Leider kann ich Ihnen kaum einen Fingerzeig geben, William Barton, mein Compagnon, genoß mein größtes Vertrauen. Er spielte nicht, trank nicht, hatte keineLiebfchaft, war kurzum ein in jeder Hinsicht streng solider Mensch so -wenigstens glaubte ich bis jetzt bestimmt. Um so niederschmetternder traf mich heute Morgen die kurze Mittheilung aus diesem Zettel" Mr. Bridgeby reichte mir mit diesen Worten ein Blatt Papier hin .welchen ich bei Eröffnung desComptoirs aus meinem Pulte fand, und das Resultat, welches ich darauf bei Untersuchung des Geldschranks entdeckte." Ich las auf dem Blatt Papier folgende wenige Worte : .Mr. Bridgeby. Die Ueberzeugung, dak unser Compaanieaeschäft niemals Prosperiren wird, veranlaßt mich, mein Gluck allem an einem anderen Orte zu versuchen und zu dem Behufe den sich in der Kasse befindenden Betrag mit mir zu nehmen. Lohnt der Erfolg meine Bemühungen, , so werdr ich prompt mit Jhnen abrechnen. Vorläufig Lebewohl. Barton. Nachschrift : Sagen Sie meiner Mutter, daß ich ihr binnen Kurzem schreiben werde." .Wie viel nahm er mit?" erkundigte ich mich. Ganz genau sechstausendfünfhundertzweiundfiedenzig Pfund", stöhnte mein Klient. .Dieser Schritt traf Sie also ganz unerwartet, oder besaßen Sie doch das eine oder andere Anzeichen, daß er über kurz oder lang denselben begehen werde?" .Nicht das geringste. Ich mußte gestern Morgen eine kleine Reise antreten und entfernte mich so sorglos wie immer, in der Ueberzeugung, daß er dem Geschäste während' meiner Abwesenheit in gewohnte: gewissenhafter Weise vorflehen werde. Als ich gestern fpät in der . Nacht zurüZkeh.'te, nahm ich mir deshalb auch nicht einmal die Mühe, unser Gefchäftslokal aufzuschließen und nachzufehen, ob sich auch Alles in Ordnung befinde. Hätte ich es gethan, fo würde ich freilich denZ:ttel früher entdeckt und Sie um so eher zur Verfolgung des Diebes aufgeboten haben." .5)cgen Sie vielleicht eincVermuthung, wohin er sich gewandt?" "Nicht die entfernteste." .hm, so will ich einmal seine Mutter aufsuchen und von dieser etwas zu ersahren trachtend Mr. Bridgeby wischte sich abermals den Schweiß von der Stirn. .Die arme Mrs. Barton !" sagte er sehr bewegt. Müssen Sie denn durch, aus zu derselben hin? Sie erregen sie jedenfalls unnöthiger Weise, da auch sie wohl nicht das Geringste auszusagen in der Lage sein dürste." .Man kann nicht wissen", meinte ich. .Vielleicht ist die Bemerkung dort aus dem Zettel gerade absichtlich gemacht." Damit verabschiedete ich mich, um mich zu der Betreffenden zu begeben. Unterwegs dachte ich begreiflicher Weise engestrengt über diese Sache nach und fand sie, je mehr ich sie erwog, um so seltsa : mer. Ich kannte die Verhältnisse der Firma Bridacby und Barton schon von früher ganz genau, wie solche überhaupt in der Stadt kein Geheimniß waren, und wußte daher ebensowohl, daß die Schilderung, welche mir Mr. Bridgeby von seinem Compagnon gegeben, aus voller Wahrheit berubte. wie auch, daß dieser Mr. Bridgeby selbst gerade das Gegeniheil von Mr. Barton, nämlich ein durchaus arbeitöschzuer, liederlicher junger Herr war. Wenn sich demzufolge das Entgegengesetztz ereignet, das heißt, Mr. Bridgeb? mit dem Gelde entsiohen wäre, so würde mir das viel natürlicher erschienen sein. Freilich, Barton mochte es satt bekommen haben, sich frr seinen unthätigen Associe zu plagen und daher statt einer langwierigen, .streng geschäflichen Auseinandersetzung diesen kürzeren Weg, sich denselben vom Halse zu schasfen, vsrgezoaen haben, immerhin war aber dieser Weg ein illegaler und deshalb schwer mit den streng rechtlichen Grundsätzen, die man bisher an Barton rühmte, zu vereinbaren. Andererseits lag jedoch der mir von Mr. Bridgeby gezeigte Zettel vor. Derselbe erklärte allerdings in sehr bündiger Weise dasVorgefallene. Nun, die Folge mußte ja Licht in die Sache bringen ; es. galt vor allen Dingen, die Spuren des Entflöhenen aufzufinden. Mrs. Barton bewohnte ein außerhalb Ut Stadt, mitten in einem Blumen garten gelegenes allerliebstes Häuschen. Es schaute fo still und friedlich aus im Glänze der Morgensonne, das weißeGe bäude mit der grünen Thür und den gleichfarbigen Fensterladen, daß ich mir der schmerzlichen Folgen meineSBesuches

legenye:ten zu sprechen verlange. Ich li?ß ihn natürlich sosort hereinsühren und sah mich einem noch ziemlich Zungen.

bewußt, mit tiefem Bedauern die Klingel

zog. Ein Mädchen öffnete mit und suhrte mich zu der alten Dame. Aus den ersten Blick gewahrte ich, daß selbige von einer lebhaften Unruhe er füllt war. Sie sah sehr bleich aus, ihre Lippen zuckten nervös und ihre Hände zitterten. Als ich meinen Namen genannt, sagte sie bestürzt : 0 Gott, Jemand von der Polizei? WaS werde ich hören ? Vorläufig noch nichts, Madame meinte ich ernst, .zusörderst muß ich Sie vielmehr bitten, mir einige Fragen zu beantworten." Aber die Hände, flehend erhebend, Todesangst in den Zügen, rief sie : .Spannen Sie mich doch nicht so aus die Folter, erklären Sie es lieber gleich, wenn Sie etwas über das Schicksal meines Kindes zu melden haben ! Lebt er nicht mehr, mein theurer William ? O, diese Ungewißheit ist entsetzlich !" .Sollten Sie es denn noch nicht erfabren haben entgegnete ich, von diesem Ausbruche der Verzweiflung, der unmöglich erkünstelt sein konnte, ergriffen, daß Ihr Sohn unter Mitnahme einer großen Summe aus der Geschästskaffe die Flucht ergriffen hat ?" Sie schlug die Hände vor das Gesicht. .Allgütiger ! Daher wartete ich also die ganze Nacht vergeblich auf ihn ! Aber es ist ja nicht möglich, er, der bis jetzt die Ehrenhaftigkeit selbst war, kann das nicht begangen, feinen Namen auf diese Weise nicht mitSchimps bedeckt, seine alteMut ter nicht so rücksichtslos verlosten haben !" Ich zuckte schweigend die Achseln : Die Beweise sind gegen ihn, Modame! Sein Compagnon fand einen Zettel auf seinem Pulte, worin Ihr Sohn ihm dicNbsicht,seinGlück an einem andern Orte zu versuchen,mittheilt und ihn ferner ersucht, Sie totsten zu lassen, daß er Jy nen nächster Tage schreiben werde." .Der Zettel ist gefälscht!" rief die Lady mlt blitzenden Augen. .Eine kühne Behauptung, Madame. .Die ich dennoch zu vertreten bereit bin! Nein, nein, mein Willy ist kein Dieb, ist nicht im Stande, so ohneGruß und Wort von ferner alten Mutter, die er so sehr liebt, fortzugehen ! GuterGott, wenn ihm nur kein Unglück geschah, lein Verbrechen an ihm verübt wurde ! Ich halte diesen Mr. Bndgeby zu Allem ja hig !" Und MrS. Borton brach in einen heftlgen Thranenstrom aus. Ich muß gestehen, daß mich ihreWorte und ihr Schmerz lebhaft bewegten. Ein Polizeimann soll sich' war vor allen Dingen hüten, seine Meinung uuf solche Weise beeinflussen zu lassen, hier aber trafen biz eben gehörten Aeußerungen so scbr mit einem Verbackte, der sick imGe Heimen in tflr gebildet, zusammen, daß ich selbige nicht unbeachtet lassen konnte. Fassen Sie sich,Madame," sagte ich; .die Sache fall nach jeder Richtung hin auf das Sorgfältigste untersucht werden. Beantworten Sie rnir zu dem Ende noch einige Fragen. Sie nickte zustimmend. .Wann sahen Sie Ihren Sohn zu letzt?.Gestern 'Nachmiltaa beim Diners .Fanden Sie ihn bei dieser Gelegenhelt m irgend eine: Wezse verändert ?" Nein." .Aeußerte er, als er entfernte, auch nichts darüber, wohin er sich begeben wolle r Nein, Sir 'Er verabschiedete sich von mir wie gewöhnlich und ging dann fort. Ich nahm stillst hweigend an, daß er entweder seinen Club, oder nochmals sem Bureau aufsuchen werde." .Und seitdem haben: Sie gar keine Nachrichten von ihm V .Nicht die geringste, Sir. Ich vcr brachte die Zeit ttomilf Uhr gestern Abend, was stets der längste Termin seines Ausbleibens ist, bis jetzt in der größten Unruhe und tvarr gerade, alsSle erschienen, im Begriff, r .ach seinem Br reau zu fahren, um dort, Erkundigungen einzuziehen. O, gnä! nger Gstt," und sie brach abermals m kramphaktcJ Schluchzen aus, was i nag mit meinem Kmde, memem William, geschehen tmV Ich suchte sie nach Kr asten zu beruhigen, obgleich ich das, was ich vorschützte, selbst nicht glaubte. Zu gleich Versprach ich ihr baldige Nachrichten und entfernte mich dann, um zu Mr. Tridgeby zurückzukehren. Meine Absicht war, dort den vonVarton angeblich zurückgelccssenen Zettel, sowie andere Briefe son seiner Hand, die sich jedenfalls luch.kor finden mußten, aus unverfänglich- Weise m meinen Be sitz zu bringen unö dcmn die Schriften sorgfältiq mi! eincuder u vergleichen. Mr. Bridgeby mpfctg mich anscheinend ziemlich gefaßt, oo4 glaubte ich eine lebhafte Spannung in 'seinen Blicken zu entdecken. Sein Gesicht mit den hage ren, gelblichen, verlebten. Zügen und den stechenden, lies in den hlen liegenden Augen ar überhaupt &in sonderlich Vertrauen erweckendes. .Die avme Frau wußte in' der That nichts," sagte ich ruhig, .in war zudem durch meine Nachrichten so niedergedrückt, daß ich es verzog, sie wieder zu verlassen. Uebrigens sie! mir auch unterwegs ein ganz einfaches Mittel, des Entflohenen habhast zu werden, ein .Welches ?" fragte er rafch. .Er ist noch in Neuling aus derVe? brccherlaufbahn lächelte ich, .sonst würde er Sie in dem bewußten Zettel nicht beauftragt haben, seiner Mutter zu melden, daß er ihr in einigen Tagen schreiben werde. Begreiflicher Weise wird nun die Polizei was sie aller dings auch sonst gethan haben würde alle an Mrs. Barton in de: Folge on kommenden Briese erst recht mitBeschlag belegen und von Amtswegen öffnen .Richtig", meinte er, .das war sehr unvorsichtig von ihm." .Er bemerkte doch in dem Zettel ausdrücklich, daß er ihr schreiben, nicht im allgmeineren Sinne nur Nachrichten zu kommen lassen werde ?" .Nein, daß er ihr schreiben werde." Wo haben Sie das Papier? Lasten Sie es mich doch noch einmal in Augenschein nehmen." ,Das Papier V erwiederte er etwas verlegen. .), das habe ich unglücklicher weise verbrannt."

.Verbrannt ? Sind Sie des Teufels ?

Das einzige Beweisstück worin er sich schuldig bekennt, verbrannt?" ' .Leider. Ich zündete mir vorym eme Cigarre an und benutzte dazu in der Aufregung; in welche' mich diese fatale Geschichte versetzt, den vewukten Zettel. Nun, Sie haben ihn ja vorhin gesehen, wlsten also zum Gluck, was er enthalt i" Dabtt suchte sem Blick scheu den melnigen, um sich jedoch sosort wieder zu Boden zu senken. .Jetzt weiß ich allerdings Be cheld dachte ich im Stillen, entgegnete aber bann laut : .Freilich kenne ich den Inhalt, doch war der Zettel noch sü? eine ändere Ge- i legenhelt von Nöthen ; bedenken Sie, welch' ein Beweismittel er vor Gericht, wenn wir die Schuldigen einsangen, abgegeben hätte. Alles Leugnen würde da nichts gefruchtet haben. Nun, das Unglück ist einmal gefchehen,und so müs fen wir ohne den Zettel zurecht zu kom men suchen. Fanden Sie vielleicht während meiner Abwesenheit noch irgend ein Faktum, welches uns bei der Verfolgung nützen könnte?" .Leider nicht." .Nun, dann werde ich mich jetzt zu dem Bahnhof begeben, nm dort bei den Beamten, von denen möglicherweise einige den Flüchtling kennen, nachzufragen, ob sie vielleicht beobachteten, welche Richtung er nahm. In dem Falle wer de ich gleich der Spur folgen und em pfehle mich Ihnen daher vorläufig für ennge Tage." Lasten Sie Mich, bltte. Nicht zu lange auf Nachrichten warten." .Gewiß nicht," rief ich und entfernte mich, um dann jedoch, statt zum Bahn hcfe alsbald zu unsererStation zu eilen, dort meine Wahrnehmungen mitzuthei len und einige meiner College zu ersuchen, Bridgeby's HauS im Geheimen zu beobachten, ihm,-wenn er solches ver laste, zu folgen und ebenso die Personen, die etwa dort verkehrten, auf das Sorg samsie im Auge zu behalten. Ich selbst durste mich natürlich im Lause des Ta ges nicht in der Gegend blicken lassen, verfehlte jedoch nicht, sobald es dunkel war, mich an Ort und Stelle cinzusinden Bridgeby's Haus gegenüber lag eine Schenke. Hier hatten sich meine College während des Tages installirt und berichteten nun aus mein Befragen, daß der Betreffende seine Wohnung nicht verkästen, überhaupt keine ausfällige Per son in derselben verkehrt habe. Da das betreffende Gebäude, wie ich mich insor mirt hatte, aus der Rückseite nur einen kleinen, von hohen Mauern umgebenen Hos besaß, so brauchte ich von dieser Seite eine Flucht oder irgend einen auf fälligen Besuch nicht in Betracht zu ziehen. Uebrigens hatte ich auch so ziemlich darauf gerechnet, daß sich während des Tages nichts v.on Belang ereignen werde, hoffte dagegen von der Dunkelheit ein günstigeres Ergebniß. Demzufolge übernahm ich jetzt mit einem anderen Beamten die Wache,wah rend ich die übrigen entließ. Dieselben sollten uns, falls wir bis drei Uhr Nachts nicht zurückkehrten, alsdann wie der ablösen. Es war gegen neun Uhr Abends, als ich mich dem bewußten Hause gegenüber ausstellte, während mein College in der Strafe auf und ab patrouilllrte. Plötzlich sah ich aber, wie Brooks, der andere Detektive, sich in den Schatten einer Thür drückte und dann behutsam einer Gestalt folgte, die langsam daher geschlendert kam. Alsbald trug ich ebenfalls Sorge,mich so zu postuen, daß mich der Nahende nicht zu bemerken vermochte, eine Bor sicht, welche sich als sehr angebracht er wies, da der Betreffende, welcher jetzt vor Bndgeby's Haus stille stand, sich. bevor er die Klinge! zog, nach allen Richtungen hin sorgfältig umschaute. Erst nachdem er eine Weile in dem Gebäude verschwunden , war, schlich Brooks auf mich zu, um mir zuzuflü stern : Es war Troddles." Ich konnte einen 'Nuf der Genugthu ung nicht unterdrücken. Der Genannte gehörte zu den berüchtigsten Subjekten der Stadt und wurde seit längerer Zeit vonuns, als eines Raubmordes drmgend verdächtig, gesucht. Nsch Verständigung mit meinen Cl legen lief derselbe alsbald zur Station, Z um Succurs herbeizuholen, während ich Br'.dgebys HauS ' weiter observirte. Die Hilfe, aus drei Polizeimännern bestehend, war mit Brooks in etwa zehn Minuten zur Stelle und wurden von mir jzn geebneten Blaken untergebracht. Kurze Zeit darauf ösfncte sich auch die Tlhure d:s bewußten Hauses abermals, und der, welcher cs sevljw betreten, vcr li:ß dasselbe wieder. Die drci Jolizeimänn und ich folg ten ihm vorsichtig, währe.id Brooks zur Bewachung von Brldgeb.y Z HauS zu rückblieb. An einem entlegenen O'rte angckom men, sprang ich dann plök.lich vor und legte TroddeS mit dem W.?rten Einen Augenblick, .mein Bursche z mochte em Wort mit Er.ch reden die 'Hand aus die Schulter. Der Betreffende, eine riesig: Gestalt, suhr zrsammen, erblickte ind!sten kaum meine Begleiter, als er auch -mit einem nächtigen Satze zu entwischen -.dersuchte. Ich Ä?cr aber darauf vorbereitet, klammerie mich in in demselben Momente an ihm fest und ließ mich einige Schritte von ihm ssrtreißen, so daß memc Col legen Zeit gewannen, mir zu Hilfe zu kommen. Ein wilder Kamps entspann sich, bo gelang es uns endlich, den Strolch zu Bodrn zu werfen, zu fesseln und zur Station zu bringen, wo wir alsbald eine Durchsuchung seiner Person vornahmen und dabei in fernen Taschen zweihundert Dollars in Gold entdeckten. Nun, mein Junge," fragte ich, woher habt Ihr denn das viele Geld?" Das kümmert Euch nicht knurrte er. Ohne Zweifel empfingt ihr es von Mr. Bridgeby dafür, daß ihr dcstm Compagnon Barton bei Seite räumtet?" Troddles fuhr heftig erschreckt zusam men, gab aber keine Antwort. Ich will Euch mal was sagen fuhr ich fort; los kommt ihr nicht, darauf dürst Ihr Euch verlosten ; Euer Ein Verständniß mit Bridgeby ist zu klar er-

wiesen, da wir Euch vorhin in sein Haus gehen und auch wieder aus dem selben heraus treten sahen. Bekennt also offenherzig, was . Ihr mit Barton angefangen habt ' Er wars mir einen wüthenden Blick zu und murrte : Der Teufel hole Euch und Barton, ich weiß von nichts ! ' Nun, dann hab' ich nichts mehr mit Euch zu schaffen; der Attorney wird Euch schon gesprächig machen Ich ließ den verstockten Gesellen in eine Zelle schaffen und beschloß, auch ohne sein Geständniß Mr. Bridgeby zu verhaften, zumal ich hoffte, das derselbe

sich im ersten Schrecken zu ctnct Unvor sichtigkeit hinreißen lasten wurde. Brooks hatte. Niemanden das Haus Verlusten sehen, M. Bridgeby mußte sich daher noch in demselben besinden. Ich kungelte und ersuchte den mir öffnenden farbigen Burjchen, mich sei nem Herrn zn melden. Nach wenigen Minuten kam der Bote zurück, um mich zu dem Betreffenden zu führen. Brooks wartete inzwischen im Vorzimmer. Mr. Bridgeby empsing mich :m Schlafrock und sah etwas fastungslos aus. Er suchte das jedoch nach Kräften zu verdecken, indem er verwundert rief: . Wie, sind Sie noch hier? Ich glaubte Sie schon weit entfernt auf der Spur Bartons l" Es bedürfte meiner Abreise nicht," versetzte ich ernst. Ah!" meß er hervor, wahrend sem Gesicht, wie ich bei dem 'hellen Gaslicht bemerkte, jäh die Farbe wechselte. Ich durste ihn, wenn ich ein Nesultat erzielen wollte, nicht zu sich kommen lassen und fragte daher kurzweg : Kennen Sie emen gewmen Trod dies V Er wankte und griff, um nicht zu fallen, krampfhaft nach einer Stullehne.' Trodd Troddles?" stammelte er. Er befindet sich in unserer 'Gewalt suhr ich rasch fort, .und zusolge seines Geständnisses verhafte ich Sie,Bridgeby, hiermit als den Anstifter zu dem Alten tat gegen Ihren Compagnon Damned !" knirschte er und riß blitz schnell einen Revolver aus seiner Tasche. Ehe er denselben aber auf mich zu richten vermochte, fiel ich ihm in den Arm. Doch nicht früh genug, um den Schuß verhindern zu können. Die Waffe entlud sich, den Weg der Kugel aber lenkte eme höhere Hanö. Bridgeby taumelte, in den Hals ge troffen, fchwer röchelnd zu Boden. Im selbigen Momente stürzte Brooks in's Zimmer und beugte sich, mit raschem Blicke das Borgefallene ersastend, und da r einige wundärztliche Kenntniste besaß, alsbald zu dem heftig Blutenden Nieder. Jn zehn Minuten eine Leiche," mur melte er nach kurzer Untersuchung. Bridgeby mußte ihn verstanden haben; sem Auge verrieth eine heftige Seelen angst. Wenn Sie Ihr Verbrechen bekennen wollen, bevor Sie vor emem höherem Richter stehen sagte ich mahncud zu ihm, so benutzen Sie dazu die wenigen Minuten, die Ihnen noch zu leben ver gönnt sind." Er nickte bejahend. Die Verwundung erschwerte ihm das Sprachen. Während ich nun den Farbigen beauf tragte, so schnell wie möglich einen Arz herbeizurufen, legten Brooks und ich Bridgeby behutsam auf das im Zimmer stehende Sopha, und als Ersterer mi einigen aus dem Schlafgemach herber geholten Tüchern ihm einen nothdürfti gen Verband angelegt hatte, setzte ich mich, um sein Geständniß zu erlangen an seme Seite und fragte : - ,Sie wollten durch Varton's Tod Ihre Vermögenslage verbestern und erkauften daher Troddles, ihn zu ermor den? Bridgeby nickte, und ich fuhr fort,: Dadurch, daß Sie die Polizei fst aufforderten, seine Spur zu verso'. hofften Sie wohl jeden Verdacht von sich abzulenken. Er nickte abermals. Wo ist denn das Geld, welches Ihr Compagnon angeblich Mitgenommen hab-n sollte V Bridgeby deutete auf seinen Sekre tär . ' .Troddles übersiel also wahrschein lich den unglücklichen Barton und ermordete ihn forfchte ich weiter ; wann und wo wurde das Verbrechen verübt?" Bridgeby verfuchte zu antworten, konnte aber kaum noch einen hörbaren Laut hervorbringen und erst als ich mein Ohr. dicht an seinen Mund hielt, vernahm. ich die abgebrochenen Worte : Gestern Kbend alter Steinbruch " Am alten Steinbruch tödtete er ihn und stürzte die Leiche wohl hinab ?" Bridgeby nickte wiederum. Weshalb hat Sie Troddles vorhin ausgesucht V fragte ich. Das Erscheinen dcstclben in Ihrer Wohnung fchien Ihnen wohl bei Tage zu auffällig, und fo hatten Sie mit ihm verabredet, das er sich Abends zur Empfangnahme des Geldes bei Ihnen einsinken sollte?" Bridgeby vermochte kaum noch, diefe Vermuthung zu bekräftigen man sah, daß der letzte Moment herannahte, und sein ALcheln wurde immer surchtbarer. Wie viel-zahlten Sie ihm?" Er hob zwei Finger auf, da er nicht mehr nicken konnte. Zweihundert Dollars?" Doch er vermochte nicht mehr ein Zeichen von sich zu geben, der Todeskampf trat ein, und in dem -Momente, als der herbeigerufene Arzt kam, hatte Bridgeby bereits seinen Geist aufge geben. Sein von mir und Brooks vorgenommenes und sofort zu Protokoll gegebe nes Geständniß genügte übrigens, Troddleö zu verderben. Der Mörder erlitt den Tod durch den Strang und gestand in der letzten Minute reuig seine Schuld. Die sterblichen Ueberreste des Unglücklichen Barton wurden n dem von Bridgeby angegebenen Orte gefunden und von der trostlosen Mter der Erde überliefert. Auch das Geld, welches die entsetzliche That veranlaßt hatte, entdeckte, man an dem bewußten Platze. Mrs. Barton überwies einen großen Theil degelbul milden Stiftungen.

Ihre eigenen StrafvöUstrclkcr,

Jedermann war erschüttert durch die Nachricht, daß man Mr. Norris todt ge unden. Mr. NorrlS war allgemein oeiebt und er war der Allerletzte, den man einer so verzweifelten That wie eines Selbstmordes für fähig hielt. Er war fröhlichen Gemüthes und seine Vermö gensverhältniste wurden als günstig U rächtet. Semen Freunden war er warm zugethan und sür seine Tochter, die schon m, zarten Alter mutterlos geworden. kannte seine Hingebung keine Grenzen. An dem Morgen, an dem wir ihr! todt in seinem Geschäftszimmer fanden, war das. allgemeine Urtheil,' daß die gräßlche Wunde, die ,yn des Lebens beraubt. das Werk eines Mörders sei; aber eine Erklärung, die m einem auf dem Tische gelegenen Briefe, dessen Handschrift von allen Freunden des Mr. Norris als die seinige erkannt wurde, enthalten war, widersprach dieser Annahme. Geldverlegenheiten sagte oasSchrelben, sühren mich zu diesem Schritt. Ich schulde Mr. Belschaw $20,000, die er mir zu verschiedenen Malen vorgestreckt, und wofür er die Schuldscheine in HcM den hat. Er hat mir soeben mitgetheilt. daß unvorhergesehne Umstände ihn zwingen, auf sofortiger Rückzahlung zu bestehen. Ich habe nicht die Mittel, ihn zu befriedigen, felbst wenn ich Alles opfere und zum Bettler werde. Es giebt noch einen Ausweg und den wähle ich mem Leben zu enden; was ich hinterlasse, diene zur Tilgung meiner Schulden, soweit es reicht Diese Erklärung mußte ieden Zweifel nehmen, der über derTodesart geschwebt; aber zu dem Schrecken über das tragische Ereigniß gesellte sich die Ueberraschuna, das Erstaunen. Es schien unbegreiflich. daß em Mann wie Mr. Norris seme Tochter, die er fo zärtlich geliebt, den harten . Prüfungen überlassen konnte. denen er felbst die Stirne zu bieten nicht den Muth be aß. Und dann, wie kam er dazu, der erste Advokat des Bezirks, Mit seiner lucratl den Praxis und ohne verschwenderische Neigungen, so viel Geld zu leihen und wohin hatte er es gebracht? Das waren Fragen auf JedermannsZunge, undNle

mand vermochte eine Erklärung zu finden. Stephen Belschaw reichte seine Förde rung bei dem gerechlich ernannten HinterlastenschastSverwalter ein. Dieselbe belies sich, Zinsen eingerechnet, beinahe auf die Summe, die Norris in seinem Schreiben erwähnt hatte, die übrigen Schulden waren unbedeutend. Nachdem die Mäste zuGeld gemacht war,stellte sich heraus, daß nach Tilgnng der Ansprüche Seitens der Gläubiger nichts mehr übrig bleibe. Mildred Norris, hochstnnig, wie ste war, sah ihrer ernsten Zukunft entschlossen ins Antlitz. Zuerst hatte ste sich frei, lich ihrem Schmerze hingegeben, aber als die Zeit ihn gemildert, sah sie sich nach einer Stellung um, um, nunmehr auf sich felbst angewiesen, ihr Brod zu verdienen. Mr.Belfchaw war ein Junggeselle von ungcwissemAlter,gentil im Auftreten und von einnehmenden Manieren. Wo er ge wesen,bevor er vor ungefähr einemJahre aus den Platz gekommen, wußteNiemand genau, und er war darüber c-ch nicht mittheilsam. Er war aber ein Mann, der das Zeugniß seiner Achtungswürdigkett im Gesichte trug, und er hatte sich allentbalben Freunde erworben worunter euch Mr. Norris. So lange ihr Vater qelebt, hatte Mr. Belschaw, obgleich er Mildred stets aufmerksam begegnet war, nie gewagt, über die Artigkeiten hinauszugehen, welche zwischen Herren und Damen gebräuchlich sind, die sich gelegentlich zusammensin den. Aber i'.$t, nachdem sie eine Waise und Verlassene geworden, interessirte er sich plötzlich mehr sür ste. Nach Kurzem be ihr seine H?nd an, und das war hübsch von ihm, sagten die Leute, indem sie MildredL veränderte Lage erwogen. Aber diese lehnte die Ehre ab und ohne Dank; sie hatte Stephan Belschaw nie leiden mögen; die Wahrheit zu ge stehen, war es Albert Forth, den sie gut leiden konnte. Der war aber fort, sein Glück zu machen, und wartete der Zeit, wo er vor Mr. Norris treten könnte, um die Tochter zu verlangen, stolzen Haup tes und ohne Scham wenigstens mit nicht mehr, als es die Gelegenheit ersor derte. Es war mehr als ein Jahr nach dem traurigen Ereigniß, das wir erzählt, als ein junger Mann den Abendzug zu L. verließ. Set)' ich recht ! Bist Du es, Al bert ?" rief ein älterer. Herr', der seine Hand ergriff. Albert Forth er war es erwiderte kurz die Begrüßung' Ich bin lange aus dem Bereiche der Posten und Zeitungen gewesen sagte er, nachdem die ersten Willkommensworte gewechselt wären, und nur' zufällig hörte ich jüngst von Mr. Norris Tode. Was ist auö Mildred geworden?" . Als er den Ort erfahren,' wo sie eine Stellung als Lehrerin gefunden, wandte er sich rasch um zum Billetschalter ; aber er war geschloffen. Vor morgen geht kein Zug mehr sagte der ältere Herr. Du mußt mein Gast sein, heute Nacht, Albert. Komm', wir nehmen Deinen Lieblingsweg längs des Klippenhangs." Albert nahm die Einladung an; er nahm den Arm seines Freundes, desselben Mannes, der mit der Schlichtung der Norris'schen Hinterlastenschaft betraut gewesen und beide verfolgten ihren Weg. DerMond war in vollem Glänze. Nur die Seite des Pfades, die sich dicht neben dem Abhänge hinzog, war beschattet von dunklem Gestrüpp. Still sagte Albert Gefährte stehen bleibend und dann denselben in den Schatten ziehend, als er plötzlich in ge ringer Entfernung den Laut von Stim men hörte. Und sie sahen und hörten Folgendes : Zwei Männer standen in vollemLichte auf dem Rande eines Ftsenvorsprunges. Der Eine war Stephan Belshaw, , der gerade den Andern fragte : Warum hast Du diese Begegnung gesucht, Richard Thorr.c?". Du weißt, warum Sprich offen ' - ,

'Moraen wird Norris' Maffenpfleger

jene Scheine bezahlen sagte Thorne, ich muß die Hülste haben : von oem Geld!" - '. " Aber ick babe Dick bereits bezahlt rief der Andere, .so viel als ich Dir ver. sprach , " - , . Nichts da; es war zu wemg. .Du fnNst bedenken." fubr Belshaw fort, daß ich den ganzen Plan entwars und daß ich die meiste Arbeit that. Du hast den alten Advokaten nur gehalten, daß er sich nicht wehren konnte, wayreno ick ibm den k)als durchschnitt. Es ist wahr. Du hast den Brief und die Scheine gefälscht und geschickt genug ; aber das war eine Spielerei gegen meinen Antheil an der Sache Ich bin nicht hergekommen, um zu disputiren, gab Thorne ärgerlich zurück, füge Dich meiner Forderung oder" Oder was V Oder ich sichere meinen eigenen Hals und bringe Deinen in die Schlinge Richard Thorne stand mit dem Rücken gegen den Hang. Da warf sich Belshaw mit seiner ganzen Wucht gegen ihn, er taumelte rückwärts über den Rand, aber im Fallen klammerte er sich an seines An greisers Arm und hinunter, hinunter, mehr als zweihundert Fuß tief stürzten sie zusammen. Die beiden Mörder hatten sich selbst gerichtet, und Albert Forth verlor schließlich die Aussicht, seine Uneigen nützlgkeit dadurch zu beweisen, daß er Mildred Norris auch ohne Heirathsgut heimführte. ' Zur Geschichte des NiefenS Nach dem Berichte des 51-olydoruS Virgilus wüthete zur Zeit Gregors des Großen im Jahre 591 n. Ehr. eine hef tiacEpidcmie deren Haupterscheinung ein heftiges Niesen gewesen sei. An dieser Krankheit stlen viele Per onen gestorben, und der Papst habe, um ihren Fortschritt zu hemmen, Gebete und Gelübde ange ordnet, aus denen die Sitte, beim Niesen Helf Gott!" zu sagen, abzuleiten sei. Aber schon bei den alten Griechen sindet sich dieser Gebrauchend bei der Entdeck ung Amerikas waren die Spanier nicht wenig überrascht, ihn in der neuen Welt vorzunnden. Die Rabbiner erzählen: Als Adam durch seinen Ungehorsam die Unsterblichteit verscherzt hatte, beschloß Iehova, leder Mensch solle einmal, und zwar kurz vor seinem Tode niesen. Nur der Erzvater Jakob habe es durch seinen unsträsUchen Lebenswandel dahin ge bracht, niesen zu dürfen, ohne zu stoben. und seitdem er beim ersten Niesen leben geblieben, haben Alle Wohl bekomm's" gerufen. Die griechische Mythe erzahlt. daß Prometheus icinenthönernenMen schengebilde, als dieses beim Einblasen des himmlischen Feuers in Folge der zum Gehirn steigenden Dunste geniest habe, voller Entzücken Möge es dir gegedeihlich sein zugerufen habe. Als die von oen schamlosen Freiern hart be drängte Penclope zu den Göltern um die Rückkehr ihres Gatten flehte, ni'.ste ihr Sohn Telemachus so herzhaft, daß das Dach des PalasteZ erzitterte, und die Mutter zweifelte nicht länger an ihre Wunfches Erfüllung. Ein altrömischer Elegant konnte seiner Angebeteten kein größeres Kompliment machen, als wenn er sagte feteanuit tibi Amor, fcern die Geburt einer jeden Sclzöneu bekste Eupido. Von den Peruanern wird beuchtet, das;, wenn der Kazike niest sammtllcheunterthanen durcy ein Signa benachrichtigt werden musten voa dem frohen EreigniN, um dqjelfo mit einem Wunsch für das Wohlergehen des ün en begrüßen, und Helvetius erzählt, daß wenn der König von Monomotava mese alle Hoflcute ebenfalls niesen müßten, welches den Eindruck mache, als ob der ganze Hof vom Schnupfen befalleu wäre. Die Anabaplisten und Quäckcr haben seit lange die beim Riefen dargebrachte Huldigung verpönt, und Zei Jahren hat der Codex feiner Sitte die selbe absolutlus seinen Vcsihcn ausge merzt. . Geistesgegenwart. Eine Dame, die ihren Nachbar verklagt hatte, erscheint zögernd vor vemRichter. Dieser blickt in die Acten und sagt : Sie führen Klage darüber, daß Sie Ihr Nachbar in Folge eines Streites geschlagen hat 1" .Ja, Herr Präsident, er schlug mich mit seinem Stocke auf. . . auf Die Dame stockte. Sckcn Sie sich gefälligst auf das fehlende Wort siel der Richter rasch ein. Juristisch e Logik. Zu e! nen Artikel des deutschen G:richt-vcr. fassungsgesetzcs gehen einem deutschen Blatte folgende Glosten zu: Feriens' chen sind solche Sachen, in welchen allein während der Gerichtsfcrien verhandelt wird. ' Fenensachen haben also keine Ferien und sind somit keineFeriensachen. Nichtferiensachen sind solche Sachen, in 'welchen während der Gerichtsfcrien nicht ' verhandelt wird. Folglich sind Ferienfachen keine Feriensachen und sind Nichtferien fachen Fenensachen. Das Beschlagen der Pserde mit Hufeisen soll sehr alt sein, denn man will bereits im HomerSpurcn davon finden. Xenophon erzahlt, daß asiatische Völker den Pferden Socken über die Füße zogen ; den Kamelen legte man auf großen Reifen und im Kriege hänfene Schuhe an. In späterer Zeit belegte man die Hufe der Maulthiere mit eisernen Platten, welche mit Riemen an den Fuß gebunden oder durch einen um gelegten Rand an den Huf genietet wur den. Die Maulthiere des Nero hatten silberne, die Mauleselinnen seiner Gemahlin Poppäa goldene Sohlen dieser Art. In den Gräbern der alten Deut schen und Wenden sind Hufeisen gefun den worden, deren Alter sich nicht bestim men laßt. Die ältesten erwiefznen sind aus dem Grabmal Childerich's zu Tournay, klein und dünn, ohne Griff und Auszug an den Stollencnden, mit kleinen Stollen und näher in der Mitte dcs Eisens befindlichen Nagellöchcrn. Als MarkgrafBonifaciuS von Toscana 1023 feine Braut einholte, hatten die Pferde stines Gefolges silberne Hufeisen, die mit silbernen Nägeln angeschlagen wa ren.

XU Sonnenfinfternitz

Zur Sonne kam in diesen Tagen Der blaße Mond hinauf und sing Mit schwerem Herzen an zu klagen, Wie's ihm jetzt gar so traurig ging : Ich sühl' es, wie mit vollem Rechte Man mir die alte Lieb' versagt . Und über meine kalten Nächte Besonders aus der Erde klagt. Kein Zecher grüßt mit trunkener Mienf Mich abendlich mit gold'nen Wein, Kein Liebender zur Mandolir.e CIA . . C i. -so . (.!. aui miuj uiö cuci -v n' i r.i !X. 0!aVm ein Nigrer pretfi Miy vlllu, .nun, V, m yn itin tTT?nnd" evuuut iiMii tiuiy, um wijv" ' - Die alte Jungfer hin und wieder, Die in dem Erkerstübchen wohnt. in in & in ifcr flirrt eilten. JM, M l4 illUI Ulhtf " r Und willst Du, hohe Gönnerin, Daß ich nicht vollends soll erkalten, z. . a . . ! . u n a f m. iiHtt uuyc ji; einen uvizril itn. Und laß in Deinen Feuerarmen Aus's Neu' mich schöpfen Kraft und Licht ! i. s - je C'- Si mrmt1 UHU CUIUIUI llUG) UCU JllUllU uwuvutv 9fr (l! d i .M AM A CT sft I aii wKiuti iiuyuuuuyv.u; . Die Sonne lauschte füll der Rede, Als sänne sie bedenklich nach. That auch zuerst ein wenig spröde. Dann aber lächelt' sie und sprach : n.GA sei! geschieht' ja doch m kyren. Die ganze Welt schaut uns ja zu. Würd' ich's dem alten Freund verwehren, Es könnt' ihn kosten seine Ruh'."" Und ihre Rötbe au verbeblen. Ein Wo'.kenschleier war zur Slell', Denn wenn sich zwei so gro'ne SeelenUmarmen, geht es nicht so schnell; Du aber, Freundin, die sich härmte. Weil stets die Abendlüste rauh. Sei ruhig: seit der Mond sich wärmte. Wird's in der Laube mild und lau. K. Ebersberge r. Semannskritik. Seekapitan : Kellner, was ist das? Kellner : Nun, Bouillon, Herr Kapi-' tän. : Kavitän : Na. das wein Gott, dann' bin ich von N:w Bork bis 5)amburg ni mmer Bouillon gefahren. Der Glücksvogei. Äwei Sacktraaer seben u gleicher Zeit! einen holländischen Käse aus der Straße C- M C4 11 fiAX a V.t( ii t icytii, w iv jiui vii uiiut uuiuu uuv . zerren stch herum. Tunncs : Da Kles eS Min. Pitter: Nä, HS es min. Tünnes: Ech han cm io iesch (erst). gesehen. Pitter : Komm her, wer welle em Sehle. -Tünnes: Nä. wer welle drom rohne (drum rathen). (Nimmt in eine Hanl Den Kase und in d:e andere emenStem.) So, Pitter, nu dri dech ens heröm (dreh mal he:um. Wai welst de han,der Stein oder der Kies ? Pitter : Der Kies. Tünnes: Q, Du GlückLvugel ! Pech. vieles Pech gibt'Z auf der Erden, Das ist Jedermann bekannt. Und gar manchem Menfchen hat es Auf den Nagel schon gebrannt; Doch das schlimmste: Wenn der Winfr uns Die Perück vom Haupte fegt, Und sie uns're? Heißgeliebten In die Suppenschüssel legt. GlockeundGlockner. Wahr bleibt wahr und recht bleibt rech Ohne Unterschied. . . - Oder klingt die Glocke schlecht. Weil ein Schujt sie zieht? Th. Vulplnus. Oberamtsrichterlich und Referendar. .Verzeihen Sie, Herr Qberamtsrich ter, daß ich Ihren Platz eingenommen: habe," sagte ausspringend der selten auf dem Bureau erscheinende, aber um so " öfter in der gegenüber liegenden Bier halle .zur goldenen Traube" sich aufhal tende Referendarius. Bleiben- Sie ganz ruhig, mein Lieber, ich gehe derwei len in die Traube- und nehme Jhrrn Platz ein," lautete die mit ironischem Lächeln gegebene Antwort. , .Regnei's?" rief der Oberamtsrichterdem Herrn Referendar zu, als derselbe nach wochenlanger Abwesenheit endlich einmal wieder in die Amtsstube trat .Nein," versetzte der Referendarius, wo rauf der Oberamtsrichte? fortfuhr: .Ich, glaubte,Sie wollten sich nur einmal hier, unterstellen !" Sophisten. Die Sophisten fragen nie, ' Ob die Wahrheit kund ist; Wenn du willst, beweisen sie. Daß ein Dreieck rund ist. A u s n a h m s f a l l. .Komm' 'mal her. Kleiner! Sag mir, gehst Tu auch schon zur Schule?" .Ja." .Kannst Du denn auch schon rechnen .Ja." Da hast Du ein Zehnpfennigstück kauf' Di? Aepfel dafür ! Wie viele wirst Du denn bekommen, wenn das Str.ck zwei Vfen nig' kostet?" -.Acht."-,Das istnichl . richtig." .Ja, ganz gewiß ich eih einen Obstler, bei dem, man acht für zehn Pfennig' bekommt!" r Feiner Wink. - ' Sie rücken immer weiter von mir weg, verehrte Cousine ist Ihnen meine ' Nähe unangenehm?" . .Nun ich dächte für einen e n t . fern ten Verwandten süßen Sie ltreits nahe genug bei mir !" ' Moderne D i e n ft b o t Der Herr Regierungsrath ha,,' in Uebereinstimmung mit sc;-r-Halste, seinem Dienstmädchen Lic'iökn'Urlaub für den Sonntag.Nachmitiaz gezeben, um einem Tanzvergnügen m der benachbarten Stadt, wo Lieschen?Bruder als Soldat in Garnison sieht, bkizuwohnen. Lieschen hat zwar strengt Weisung, Abends um 9 Ubr zmüazu. kehren, erhalten; u r.ini: aUx vM)i,.. wohl aber eine telegravhij 2c-X folgenden Inhalts : . rr .Regierungsrath X in V. ' mich vortrefflich, omme erst ci ' n .

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