Indiana Tribüne, Volume 4, Number 270, Indianapolis, Marion County, 11 June 1882 — Page 5
Drittes YreiS-Feuilleton.
-Vpo Iltis". Vs, ftatb sittz. r' Mot!, : .Im Schooße fest Sötte,. Verehrte? Freund ! Fernab virn Wege des Weltverkehrs, im südlichen Theil des Atlantlschen OceanZ schreibe ich Ihnen beute auf einsamer Vcrginsel, wo ich der siebenundachtzigst: Bevoh xik bin und der achtundachtzigste wohl sobald nicht ankommen wird, und ich thäi: besser dielleicht, hier zu bleiben und ein beschauliches Einsiedlerleben zu führen, a!Z aus drr Gemeinschaft seliger Götter, die ich vor wenigen Tagen verlassen, wieder in da- Varbarenthuin Europas zurückzukehren, das meine Be richte verlachen wird. Ach, Hütten Sie einmal exn Fuß in da? Ceelenschiff gesetzt, einmal vom ambrosischen Tisch gegenen und, wie ich, roenisljen einen Blick in das intelligible Paradies geworfen! Sie würden gleich mir zwischen stolzer Wonne und unstillbarer Sehnsucht uach dem Unerreichbaren schwanken. Doch Ihnen mit Ihrem zeitlichen Bewußtsein muß man ja in historischer Ordnung erzählen, wenn Sie hören sollen. Der-Einladung Lord Lytton's folgend, hatte .ich, wie Sie wissen, die Archäologie für einige Monate beurlaubt und mich ganz der Reiselaune unseres generösen Freundes anvertraut. Wir schwammen auf seiner DampfJacht .Moonshine" unter der Obhut des wackeren Capitain Clyr.ch bei prächtigem Wetter in dem einsamen, selten besuchten südlichen Theile des Atlantic. Am .11. December 1881. Mittags um 12 Uhr, als wir unter 27 Grad 34' w. -Länge (von Greenwich) und 39 Grad 5C südlicher Breite uns gerade zum Frühsiüc? setzen wollten, wurde uns die Mhe von Eisbergen gemeldet. Bald 'tauchten nicht nur einzelne helle Massen fondern eine meilenlange, , hohe, weiß'glänzende Mauer vor unseren Blicken aus das seltsame Phänomen mußte untersucht werden. Während sich. der .Moonshine" in sicherer Entfernung hielt, ruderten vier kräftige Matrosen 'den Arzt des Schiffes. Mr. Gilwald, :mo mich nach den glitzernden Kolossen hin. Jenaher wir dem Gebirge kamen, umsomehr bemerkten wir zu un'serem Erstaunen, daß wir es gar nicht mit schwimmenden Eismassen, sondern . mit dem steilen Felsenrande einer Insel 7 zu thun hatten. Ein tief eingeschnittner Fjord eröffnete unserem Boote eine ' Einfahrt, und es gelang uns, einen passenden Platz zum Anlegen zu finden. Und nun überzeugten wir uns zu un- : serer Ueberraschung, daß das vermeintliche Eis niches Anderes war als eine Felsenwand von riesigen KalkspathKrystallen, die cllerdings aus der Ferne mit ihren Resiexen im Sonnenlichte Eisbergen täuschend ähnlich sahen. Es war dies jedenfalls der Grund, weshalb an dieser Meeresstelle auf der Karte zwar die Beobachtung von Eis- . bergen, aber nichts von einer Insel verzeichnet war. Ich begann die Felswand, deren Höhe etwa 100 Meter bel t: r f. ii v- v!. irec inuujic, -uuiuuiuutaiewi, uu uic ; vorspringenden Krystalle das Unter- . nehmen nicht sehr schwierig machten. Kaum hatte ich den oberen Rand erreicht und einen Blick hinüber gewor- - fen, als ich wie öezaubert stehen blieb, ., unfähig vor Erstaunen und Bewunderung, mich zu rühren. Die Felswand fiel, einem Riesenwalle ähnlich, zuerst ''steil ad, dann aber ging sie in ein hürtelisreti iViff 1rrS sir im fiTttfipn Wt)t-' V ViUtWV V.VVf V W 14 fr V4Vfr den Grün eines reichen Pflanzenschmuckes prangend, sich allinälig zu einer stillen Meeresbucht herabsenkte. Hinter der Bucht erhoben sich neue Hügel, aus denen zwischen dem Grün der Lorbeerund Olivenbäume die glänzend weißen Häuser und Paläste einer ausgedehnten Stadt aufstiegen Alles überragt von ipnrm 9nrthrfvrr hpr 9sfrntinlt3. tnii MkM t v V w ww r m f er einst die Stadt der Pallas Athene geschmückt hatte. Auf diesem entzückenden landschastllchenHintergrund spielte sich das regste Leben ab; auf dcm Meere Fahrzeuge von seltsamer Gestalt und ' Menschn, die übn das Wasser zu huschen schienen, -am User eine zahlreiche ' Menge i: lebhafler Belegung, ciber in .Trachten und Formen, wie ich f.: noch ,me beobcchtet. Nach -den ersten Auenblicken regungslosen Hinstcrrens suchte ich. mich zu besinnen. M:inen Gefährten zuzurufen getraute ich mich nicht, weil ich noch gar nicht an die Wirklichkeit des Geschehenen glaubte. Wie sollte 'Uese bunte Welt, die einer seiis entschieden an das griechische ?Alterxhum meinte, andererseits aber trie-der-inen uubeschreiblichen, mit nichts vergleichbar: Eindruck des Märchenhasten machte, wie sollte diese Welt in die Qede des atlantischen Oceans kommen? Während ich, solcher Frage nachhängnid, auf das seltsame Treiben zu meinen Füßen harrte, mochte ich wohl langsam auf dem Felsenwall scrtgegan.gen sein, denn il) befand mich plölich öor ein zwar steilen, jedoch zangba--?en Treppe, welche von der Hthe nach den Hügiln hinabführte. Jet. begann uch doch xl zweifele, ob ich mich ohne rnqnc Gewährten in. dieses unbe5annte Reich wagen sollte, nber ehe ich noch mit mir einig wurde, tauchte ein Einwohner des Landes or mir auf, der mich durch e;ne Handleweauna einlud, die Stufen hinabzusteigen. Dieser Aufforderung anußte ich Folge leistcn warum, das Hätte ich nicht angeben können, über dk: Einladung war zwingend wie der Wiuk der Gottheit. 33 kaun auch das Gefühl, da ich hatte, als ich gegn meine kurz vorher gehegte Absicht nur unbedingt und doch willig dem Unbekauuten nachgab, mit nichts Anderem vergleichen, als mit der Stimme des Gewissens, das uns zu einer Handlung treibt ohne Wahl, es mag unsere Reflezion sagen, was sie will. Der Bewohner des Landes, der einen leichten Mantel von einem goldglänzenden Stoffe über einem dichtanliegenden Untergewand trug, war von kleiner Statur, aber edler Haltung, eine Waffe konnte ich an ihm nicht bemerken: stolzen Ganges schritt er vor-, an, während ich. gleichwie im Traume, machtlos ihm nachwandelte. Als wir an das Ufer der Meeresbucht gelangt
waren, wendete er sich nach mir um (daß ich ihm gefolgt war, Men er mit absoluter Sicherhett zu wijscn, denn er hatte sich während des hn Minuten langen Weges nicht um mich beküm mert) uud richtete eine Frage an mich. Die Sprache klang mir ,m ersten Augenblick fremd, und ich Hütte ihn vielleicht nicht verstanden, wenn nicht der hellenische Gesammtcharakter uuserer Umgebung plötzlich den Gedanken in mir hätte aufleuchten lassen: Das ist griechisch. Und als er seine Frage wiederholte, verstand ich sie auch, nur die ungewohnte Aussprache hatte mich stufig gemacht. Er fragte mich, aus welchem Lande ich stamme und wie ich auf diese Insel gekommen sei, auch ob ich wüßte, welche ladt vor meinen Augen läge. Es schien mir, daß er wohl keine Antwort auf seine Frage erwartete, sondern, daß er sie nur gestellt hatte, um sich von meinem Barbarenthum zu überzeugen; denn als ich nach bestem Vermögen in classischem Griechisch, freilich in ihm offenbar besremdlicher, aber doch verständliche Anssprache ihm Antwort gab, nahmen seine Vttenen den Ausdruck freudigen Erstaunens an. Er. wurde plölich freundlich, reichte mir die Hand und sagte: Willkommen in Apoikis, wer du auch seist; die Sprache der Hellenen bewahrt dir die Freiheit." Darauf nahm er vom Uferrande ein Paar eigenthümlich geformte Schuhe, die er mir reichte, während er ein gleiches Paar an seinen Füßen befestigte und damit aufs Wasser hinaustrat, als sei es festes Land. Ich stand natürlich höchst verdutzt da, unwizzend, was ich beginnen sollte, etwa wie ein Fcuerländer, dem man ein Opernglas reicht mit der Bitte, sich zu bedienen. Der Apoikier lächelte und erklärte mir den Gebrauch der Antihydors, wie er die Schuhe nannte. Ich muß gestehen, daß ich ihn nicht ganz verstand, und ich kam mir immer mehr barbarisch diesem civilistrten Helenen gegenüber vor. Doch ersah ich soviel, daß die Sohlen die aus verschiedenen Metallstreisen bestanden,bei der Berührung mit dem Wasser danelbe unter lebhaften Aufbrausen so stark zersetzten, daß ein Einsinken unmöglich wurde. Ich faßte Muth, legte die Antihydors an und bewegte mich, von meinem Führer gestutzt, zu Fuße über das Wasser, nicht ohne Bangen und Beschämung ob meiner Unkenntniß. Ach, mein Stolz cuf die europäische Cultur des neunzehnten Jahrhunderts sollte bald noch tief.ganz tief sinken. Ich sah jetzt, daß gleich uns viele Andere über das Wasser gemüthlich fortschritten, ich sah aber zugleich in ihren Händen Instrumente, und ringS um mich, auf dem Wasser, an den Ufern und an den Häusern Vorrichtungen aller Art, die mir gänzlich fremd waren. Ein Wilder, der eine unserer europäischen Hauptstädte
betritt, kann vor allen Erfindungen der ! Neuzeit mcht dummer stehen, als ich vor dem Kunstwerke von Apoikis. Doch über diese Äeußerlichkeiten muß ich Jhnen ein andermal näher berichten. Mein Führer bog aus einer Straße auf einen weiten Platz ein, als plötzlich aus hzm uns umgebenden Gemühl'von Menschen ein Mann, in ähnlicher Kleidung wie mein Begleiter, hcrvorstürzte und mir ungestüm, um den Hals fiel. Egbert", rief er auf deutsch, wie kommst du nach Apoikis?" Mein Führer trat nicht ohne Ehrerbietung vor dem Herangekommcnen zurück.während ich mich kurze Zeit besinnen mußte,wen ich vor mir habe, denn das ungewohnte Eostüm befremdete mich. Dcnn erkannte ich zu meiner freudigsten Ueberraschung nun rathen Sie unseren lieben .Studienfreund Philandrös, mit dem wir im Sommer 1&72 so herzerhebende Stunden in Heidelberg verlebten. .Jetzt war ich geborgen. Philandros erklärte sich zu meinem Gastfreund er ist hier eine höchst sngesehene Persönlichkeit und führte mich in sein Haus. Meine stürmischen Fragen beantwortete unser Freund mit seinem stillen, olympischen Lächeln daö Sie , an ihm kennen. Mit der ZeiN, sagte er soll du erfahren, so viel du du vermagst; nur halte dich maßvoll, willst du besahen. Wir sind nicht tüit ihr an die 'sinnliche Welt der Erschein nung.gebundcn, doch merke ich, daß du augenblicklich'von einemchhänomenalen Hunger gequa.lt wirst." Er stellte mich seiner Gattin vor, -ner graziösen,:: VioletAnd Gold gegekleideten Dame, die ich in dem Verdacht habe, daß sie bei meinem Anblicke das Lachen nur mit Mühe unterdrückte. In der Tbat mochte mein Erstaunen I über meine Umgebung bwi7ken, daß tch noch emfältlgcr aussah, als ich bin. Sie führte mich indeß durch einen freundlichen Wink in ein weites Gemach, das als .Speisekammer, Küche und Eßzimmer zugleich diente. ..Bei uns giebt t keine Bedienung" sagte sie, Jeder bereist seine Ncchrung selbst". Eine zweite Handbewegung wies mich af die Vorräthe an den Wanden hin, die ich nicht kannte, auf die Gerüthe, deren Gebrauch ich .nicht verstand ich zuckte die Achseln, und Frau Lissara lächelte nun wirklich., .nur ein klein wenig, aber 'ich sah es doch. Philandrös nahm einige Früchte und Jleisstücke, legte sie in eine Schak und goß eine Flüssigkeit darüber, die er Tiazetton nannte, und Berührung mit derselben vollbrachte in einer halben Minute die Wirkung eines trefflichen Bratosens. Vor mir stand ein garnirtes Filet, dessen Genuß mir nicht nur vorzüglich mundete, sondern auch meine Seele in eine erhöhte Stimmung versetzte, mich von jeder Müdig5eit befreite uud mir die Lust erweckte, einige der schwierigsten philosophischen Probleme zu lösen, wie man bei uns eta zum Nachtisch Nüsse knackt. Frau Lissara fragte mich, was die eurspäischen Damen für Ansichten über die Identität deS ethischen und logischen Noumenons hätten, uud ob meineFrau die TranSscendenz oder die Immanenz deS Gefühles vorzöge; und sie schlug die Hände zusammen, als ich ihr sagte, daß bei uns weder Ethik noch Logik in der Mädchenerziehung eine Rolle spiel, ien. Auch mcht im Leben?" fragte
sie. Ihr Gatte ersparte mir die Ver- j legenheit der Antwort, indem er sich bereit erklärte, mir einige Aufhellung über die Verhältnisse von ApoikiS zu geben. WaS ich von seinen AuSfüh rnngen verstand, kann ich Ihnen nur ganz kurz skizziren, soweit eS überhaupt im Rahmen unserer Begriffe möglich ist. Nach der Hinrichtung des Sokrates (399 vor Christi) verließ bekanntlich eine Anzahl seiner persönlichen Freunde, Gesinnungsgenossen und Schüler Athen. Gleich ihrem Meister erkannten sie,, nachdem der naive Glaube an die Unerschütterlichkeit der Volkssitte einmal gestört war,daß nicht dasZurückgehen auf das Alte, sondern nur die ErNeuerung der Sitte von Innen heraus zu helfen vermöge, daß aus dem Eingehen in das Bewußtsein deS Einzelnen und die Berechtigung der freien persönlichen Ueberzeugung der Fortschritt von engherziger nationaler Starrheit zu edlem Menschenthum geschehen mün?. In der Absicht, an noch unbesiedelter Küste, sei es in Spanien oder in Afrika, ein selbstständiges Staatswesen zu gründen, welches nach den Grundsätzen ihrer Erkenntniß verwaltet, sich vollständig frei entwickeln sollte, rüstete ein begütertes Bruderpaar, Ehairephon und ChairekrateS, von Megara aus, wohin sie sich, wie bekanntlich auch Platon, zunächst begeben hatten, eine Anzahl von Schiffen, die mit Allem versehen wurden, was zur Gründung einer Eolonie gehörte. Jedoch sollte diese Ansiedelung sich möglichst unabhängig stellen und nur ans ihre eigene Kraft bauen. Ein eigenthümliches Geschick wollte es, daß hier in der That die Pflanzstätte eines neuen Menschenthums gelegt wurde, denn nachdem die Expedition die Rhede von Megara verlassen hatte, hat kein Mensch mehr aus dem Erdenrund eine Kunde von ihr erhalten; die Ausgewanderten selbst und ihre Nachkammen sind von jedem Verkehr und Einslujje anderer Menschen und Völker abgejchnitten gewesen. Ich bin der Erste, dem es gestattet ist, Kunde von jenen erhabenen Wesen nach Europa zu bringen, auf das sie mitleidig herabsehen. DurchStürme über die Säule desHerkuleZ hinausgetrieben, wurde die Expedition nach wochcnlangen Gefahren bis an jene Felseninsel verschlagen, wo heute Apoikis steht. Hier fanden sie Rettung. Der Fjord, in welchen auch unser Boot eingefahren war, windet sich weiterhin rückwärts und bildet das versteckte Binncnmehr, an dessen blühenden Ufern die Stadt Apoikis ge gründet wurde. Das Land im Jnneren der Insel, sobald man die hohen Kclkspathmauern, die sie umgeben, überstiegen hatte, erwies sich als außer ordentlich fruchtbar, das Klima milde und angenehm. Ein Bevölkerung von 7000 bis 8000 Seelen findet hier reichliche Nahrung, bei sehr, geringer Arbeit. Ein: größere Zahl vonEinwohlern aber, hat Apoikis niemals erreicht. Denn, wie mein Gastfreund sagte, das 'Glück eineö Volkes besteht nicht in der möglichst großen Menge von einzelnen Centren deS Bewußtseins, sondern in der intensiven und gleichmäßigen Concentration des Bewußtseins in jedem einzelnen Individuum. Als ich ihn fragte, ob denn Apoikis nie an Uebervölkerung leiten könne, da lächelte er und sprach: Das kann ich dir schwer erklären. Wenn du die ganze EntWicklung unseres Culturstandes kenntest und d'c Äzfe unserer sittlichen WeltauffaffunFzu bcgreif:n vcrmöchtest, dann würdest du einsehen, daß deine Frage zu jenen unberechtigten gehört, wie z. B.: warum die Welt existirt, ob die Seele im Gehirn sitzt, oder ob die Tugend blau oder . grün ist". Erzähle nur unsere Geschichte weiter", warf Frau Lissara e'm. AIS wir hierher kamen", fuhr PhilandroS fort, Schüler des Solrates und Freunde des Platon,-mit den Versen des Sovhokles auf.den Lippen und dorten Augen die Erinnerung an die Bilder des Phidias,,'ir: Herzen die Lehren des weisesten der Menschen, als wir hier
ein sorgenloses Leben fanden, da bilde1 wir eine lleins, aber glückliche Ecmeinde philosophischer Seelen, und frei von jeder Nöthizung, c:ßeren Gefahren entgegenzutreten, richteten wir alle Kraft aus die harmonische Aus--stattung unserss psychischem Lebens, -heiterer Sinnlichkeit. Z:i volle .Jahrtausende .öersiossen, ohne daß ein L'egel am HsriSonte von Apcikis auf.getaucht, wäre. .In dieser Zeit haben wir unter Bedingungen, wi: sie die :menschenerfullze .Erde keinem Volke bieten kann, eine? ungestörter, fort--schreitenden Entwickelung uns,erfreut. Was wir indessen erreichten, das könnt tfsCiVLit und mmmer gewinnen, auch wenn eure Cultur im gleichen Maße, tvienn dem letzten Jahrhundert, noch ein paar Jahrtausende emstorsiiege. denn ihr steht auf ganz anderen ölstorischen Grundlagen als wir. Hunderte 'von Millionen wollen glül!lich werden, dazu müßt ihrerst das Leben in mühseligem Kampfe erstreiten und dann in hundert Millionen Herzen das Gefühl maßvoller Bescheidung werten; das letztere könnt ihr vielleicht erreichen durch eine Religion, welche die Gemfcther fortreißt. Aber leben müßt ihr doch. Und wie i h r aesteUt seid, se i kann die Linderung des äußeren Elelt-' , des auch nur erreicht werden durch äußere Arbnt, und darum geht alle eure Cultur nur auf Machtentwickelung der Menschheit. Sie muß darausgehen, weil ihr das Leben nicht anders zu bezwingen vermögt. Die unsere aber verachtet und kann verachten die gemessene Höhe, auf welche der Mensch durch Bezwingung der äußeren Kräfte der Natur gelangen kann. Denn sie hat erreicht die Tiefe, in welcher das Bewußtsein die Wett der Crfahrugen gestaltet und in welcher ihr alle's Andere von selbst zufällt. Ihr seht nur das Zifferblatt der großen Weltenuhr uno studirt den Gang der Zeiger. Wir aber blicken in das Räderwerk und auf die treibende Feder, die wir selbst sind, und verstehen das Werk zu rücken. Euch trifft damit kein Vorwurf, ihr konntet nicht anders vorwärtsschreiten,
denn wo ihr es versuchtet, die Welt zu verachten und das Glück aus dem Innern zu gewinnen, da riß euch immer die hungernde Masse in den Zwang der Wirklichkeit, ehe ihr mit dem Bewußtsein der Gesammtheit in das Jdealreich zu dringen vermochtet. Ihr ' konntet die äußere Macht nicht entbehren. Um sie zu gewinnen, mußtet ihr die Natur, die ihr verachten wolltet, wieder .in eure Rechnung aufnehmen: ihr mußtet beobachten und sammeln, und nur durch Erfahrung könnt ihr die Kenntniß gewinnen, die euch mächtig macht. Und darin müßt ihr fortfahren, ihr habt kein anderes Mittel, denn euer Denken ist nicht anders fähig, die Welt zu .'er kennen. Sie ist euch nur zugänglich in Raum und Zeit und Nothwendigkeit, und so müßt ihr gehorchen. Wir aber bedurften zwei Jahrtausende lang nichts von der Natur, als was sie uns von selbst schenkte. Hier gab es keine darbende und unwissende
Menge, keine habgierige und übermüthige Gesellschaft, keine Herren und Sclaven, sondern nur eine bescheidene Anzahl gleichmäßig harmonisch durchgebildeter, sich selbst beschränkender Menschen. Wir bedurften keiner Theilung der Arbeit und keiner Fachkenntnisse, wir begnügten uns mit dem, was Jeder verstehen konnte. Und so kamen wir auf einem ganz anderen Wege als ihr zur Cultur, die ihr hier seht, und zu den Erfindungen und Bequemlichkeiten, die ihr nicht kennt. Jetzt freilich seht ihr hier Prachtbauten und tausenderlei Verfeinerungen, aber' Jeder macht nur freiwillig, was er gerade kann und will, und wir sind jetzt so weit in der Cultur deS Bewußtseins, daß Jeder den Gesammt-Zusammen-hang und stch selbst begreift, daß Pflicht und Wunsch in des Apoikiers Seele nicht mehr getrennt bestehen. Wir sind' nicht Sclaven der Sitte, wie die NaturVölker, nicht Herren der äußeren Natur, wie die gesitteten 5!ationcn Europa's, wir sind nur Herren von uns selbst, Herren unseres Willens, Herren des Bewußtseins überhaupt, und darum sind wir frei. Uns stört keine Sorge um darbende Völker, noch um eigennützige Tyrannen, wir haben keine Gesehe, den Jeder trägt das Gesetz in sich selbst. Wer haben keine Naturwissenschaft und. keine Industrie in eurem Sinne, wir brauchen der Natur keine Geheimniße abzulauschen und ihre Kräfte nicht in unseren Dienst zu zwingen. Die Entwicklung unsere? Geistes, frei von dem Druck der europäischen Millionen, ging einen anderen Weg. Be; uns folgte auf Platon kein AristoteleS, keine Scholastik, kein Dogmatismus, so brauchten wir keinen Newton, keinen Darwin. Wir hatten keine Römerherrschaft, keine Völkerwanderung, kein Feudalsystem, so brauchten wir keine Revolution. Zu der Zeit, da Achaja römische Provinz wurde, da lehrte man bei uns, was euch Kant und Schiller offenbarten. Als die christli chen Märtyrer in den Gärten Nero's brannten, da- emancipirte sich unser Denken von den Schranken der Sinnlichkeit und lernte seine Bedingungen im Absoluten kennen. Als, in euren Klosterschulcn die spärlichen Reste der Neuplatouikcr studirr wurden, da hatte man bei uns die Metaphysik als empirische Wissenschaft begründet. Und während .eure Mctahysiker sich luftige Wolkenbauten im unbeschränkten Reich der Träume errichtet, da hatten wir die inneren Wesensbedingungen des Bewußtseins erfaßt und das Geheimniß der Schöpferkraft uns angeeignet. Was ihr nun mejjcnd und wägend und rechnend cn Entdeckungen und Erfindungen der Natur abringt, das schaffen wir, nachdem sich .unser Verstand aus seinen Fesseln befreit und in Intuitivkraft gewandelt hat, aus unserem eigenen Selbst in freier Wahl. In unserer Welt besteht ti:n Gegensatz von Zwang und Freiheit. Wollen, Sollen und Können sind nicht mehr getrennt. Und das haben wir errungen durch die alleinige Pflegendes wollenden, fühlenden und denkenden Bewußtseins. Ihr konntet es nicht, denn ihr mußtet Vö!ker ernähren und Kriege führen. In den. äußeren Formen haben wir die Ueberlieferungen rnserer Vorfahren festgehalten, so weit sie uns passend -schienen; schönere haben wir bci euch nirgends gesunden. Seit den letzten beiden Jahrhunderten, in denen, wenn auch selten, 'sich hie und da Schiffe in unseren Gewässern zeigten, haben wir uns auch um die Geschichte der übrigen Menschheit, bekümmert. Wir senden alle zehn Jahre einen Erwählten nach Europa, d:eZeiwerhältnr.sse zu studiren Ich war htt Letzte, der drüben war C,'nd dabei lernten wir uns kennen. Wir verfchweigen die Existenz unseres Sraates, denn -wir würden nicht verstcnden werden .und wollen nicht gem sein." Und fürchtet ihr nicht", fragte ich, ,,da Europäer euch entdecken, daß sie eure leine Insel in Besitz nehmen und eure Freiheit unterdrücken?' Mein Freund lächelte wieder. Ich sehe", sagte.er, du hast unscr Wesen noch immer icht begriffen. Ich frage dich, konntest du dem Winke des Apoikers widerstehen, der dich zur Stadt führte? So wenig, als der Ehrliche das Nnrecht zu wollen vermcz. Dein (Ve-fährten-haben wir aufgegriffen, das Schiff vorläusig weggenommen um zum Vergnügen der Einwohner, welche mt Stadt nicht verlassen, ihnen die sremden Baröaren zu zeigen. Wir wer' den wollen, daß deinen Gefährten jcde Erinnerung au dieses Land verschwindet; Keiner wicd im Stande fein, zu erzählen, daß c: unsere Insel gesehen. Du allein magstne Ausnahme machen. Du bist nicht GefLUgener, sondern Gastfreund. Dich soll nichts binden; aber ich sage dir im vorsus, daß dir Niemand glauben wird. Aber auch dies möge sein; last' die Kriegsflotte Englands vor unserer Jusel auffahren; lass' oie Armeen Europas auf unseren KalkspathwäUen stehen wir werden wollen, und kraft des Zusammen alles Bewußtseins im Absoliüen werden die Commandirenden keinen anderen Befehl auszusprechett vermögen als den des Rückzuges."
Ich mochte wohl ein sehr dummes Gesicht zu diesen Worten machen, denn mein Freund fuhr fort: Ich sehe wohl, du kannst das Gesagte nicht fassen. ES ist dies ebenso, als wolltest du einem Jndianerstamm klar machen, daß v nie die weißen Männer aus Amerika vertreiben könne, weil die moralische Macht der Civilisation die Besetzung jenes Erdtheils unumgänglich erzwingt. Du kannst ihn nur überzeugen durch die Physische Macht, indem du auf die Zahl der Kanonen und Gewehre hinweist. Du bist uns gegenüber in dem unzureichenden Fassungsvermögen deS Indianers, so will ich auck deine Sprache reden. Wenige Minuten genügen, um unsere Insel mit einem Strome freien Aetherö zu umziehen. KetnKörper kann diesen Strom durchdringen, in Atome aufgelöst, wird er fortgewirbelt werden. Granate und Panzerschiffverfchwindeninihm wieder strohHalm in der Flamme." Ich schwieg. DaS Mahl war zu Ende. Mein Freund führte mich durch die Stadt. Was ich staunend sah und erlebte, muß ich ein andermal erzählen, wie die Fahrt auf dem Seelenschiff, die psychische Schaukel, das Begriffsspiel und zahlloses Andere. Im Hafen sah ich das große submarine Eilschiff, welches alle zehn Jahre unter der Oberfläche des Wassers nach Europa fährt. Die treibende Kraft ist auch hier die chemische Zersetzung des Wassers, diese selbst aber wird durch Aetherströme bewirkt: der nähere MechamSmuS ist mir nicht bekannt. Zu Fahrten in der Nähe der Insel werden dreireihige Ruderboote gebraucht, die genau nach dem Muster der athenischen Trieren gebaut sind. -- r: --- - A-r-Man betreibt diese RuderfaWzz M
einen 'port. Aiann juyrl? nncy mein Freund in das Haus, m welchem meini gefangenen Geföbrten untergebrqct waren. Man hatte es europäisch ein-' gerichtet, aber die elne Seite offen ge lassen, dort standen die Apoikier ifl. dichten Schaaren und amüsirten sich über unsere Leute, wie wir un über die Feuerländer im Zoologischen Garten amüsirt hatte.. Und ebenso ver?. blüfft und verständnislos wie jene Wilde waren hier die Europäer. Lord Lytton las in einer alten Nummer des Standard", Eapitain Clynch trank Grogg, Dr. Gilwald mikroskopirte ein hier gefangenes, unbekanntes Jnsect. Ein Apoikier warf ihm ein kleines Rohr zu, Gilwald hielt es vor das Auge und an das Ohr, und da er nichts damit anzufangen wußte, warf er es fort unter dem Gelächter der Apoikier. Es war ein Nonmcnalrohr, das, auf den Nacken gelegt, die NaumVorstellung aufhebt und das intelligible All-Eins mpsinden läßt. Die Abschiedsstunde nahte. Lord Lytton wollte nach seiner Entlassung seine Reise nach dem südlichen Eismeer sortser.en, ich aber bat. meine schnelle Rückreise nach Europa zu ermöglichen. Man lud mich ein, circc Triere zu besteigen, schlank und schön, wie sie schmuckerkein Nauarch in des Perikles Zeit aus dem Piräus geführt hat. Sie hieß der Odysseus" und trug das Bild des Dulders als Parasemeire am Vordertheil, in lebensvoller Schönheit in Holz geschnit. ' So mochte der verschlagene Mann auf der meerumflossenen Ogygia, dem Eilande der Kalypfe, gesessen haben, wenn er, die Äugten mit der Hand beschattend, sehnsüchtig über das Meer hinausblickte und die unnahbare Ferne suchte. Und wie die Phäeken den Odysseus an Jthakas Strand, so setzten mich die Apoikier schlafend auf Tristan da Eunhas Küste aus und legten ihre Gastgeschenke neben mich : einen goldenen Syllogismusbecher mit Urtheilswürfeln und die am Feuer der Götterinsel versengten Flügel meiner Psyche. Uls ich erwachte, standen zwei nach Thran duftende Walfischjäger vor mir und versetzten mich durch einen Schluck aus der Rumflasche in die Welt der Sinne zurück, in welcher Sie wehmüthig grüßt Ihr R. Ehbert. Gast in einer Restauration: Kellner, ich möchte etwas Fisck haben!" Kellner: Was für welchen, vielleicht Blaufisch Gast: .Ist mir gleichgiltig ich bin farbenblind." Sitting Bull, der berühmte Häuptling, sagte neulich zu einem Berichterstatter : Ist es nicht unverantwortlich, daß unsere Vorväter nichteine 'Anti-Europäer-Bill' angenommen haben, wir säßen jetzt noch auf unserem Erbe im Lande unserer Väter." Eine neue .,Spitzen-Königin" ist die kürzlich in England vermählte Prinzessin Helene, jetzige Fürstin von Waldeck. Dieselbe trug auf ihrem Brautkleide allein Spitzen im Werthe von 20.000 Pfund Sterling, d. h. L100,000, wie sagt doch der alte FeldwebelSturwedel in der,'Spitzenkönigin".: Möchte ick man blos wissen, wo die Eainaille det ville Geld her hat?" Bei einem Mordprozeß inDurango, Eel., erschien plötzlich der angeblich Gemordete. Die Jury hatte sich nicht einigen können und erschien gerade im Saale um dies zu melden, als dasFactum bekannt würd?, daß der Todte wieder auferstanden sei. Man kann sich den Stolz der zwei oder dreiGefchworenen denken,- welche für Freisprechung gestimmt hatten, interessant ist es daß die Anwälte für den Angeklagten ihre Vertheidigung auf die Wahnsinns5heone ausgebaut hatten. Torontb V eine sehr 'moralische Stadt, und als neulich die Nentz'schen Blondes" dort erschienen, jene Äünstlerinnengesellschaft. deren Hauptforce in gut sitzenden Tricots und einigen nicht ganz tteideutigen Liedern besteht, ließ der Mayor die Bilder der Damen, welche der Anzeige-Agent in dj Schaufenstern der Lüden u.f.w. hatte aufhängen . lassen, consisciren. Dies war natürlich die beste Ankündigung für die Gesellschaft und alle Welt ging hin, lyn zu sehen, ob die Schaustellung wirklich so unmoralisch war. GrA wird bsricktet. dak selkst hi HUrrtn Herren sehr befnedlgj heimkehrten. . j
VranzöstsiJt oyesseidungovramen. ( Im ttllV
Bekanntlich ist in der Deputirten Kammer zu Paris die Ehescheidung? Vorlage angenommen worden. All' die jungen, soeben aus der Pension entlas senen Damen, die von egoistischen Eltern wider ihren Willen an abgelebte Män ner verheirathet worden sind, brauchen jetzt nicht mehr zu dem gewaltsamen und nicht immer gefahrlosen Mittel des Ehe bruchs ihre Zuflucht zu nehmen, sondern können aus dem sicheren Wege der Schei dung zur Lösung des unleidlichen Ver haltnisseS gelangen. Das ist nur zu loben. Aber was soll aus den armen jetzt lebenden Dichtern Frankreichs werden, die nun schon seit Dezennien in dem Ehebruche eine nie versiegende Quelle zur Erzielung hochdramatischer Effekte fanden? Hunger, Elend und Armuth ist ihr LooS. Denn abgesehen davon, daß sie keine neuen Stücke mehr schreiben können, werden auch die alten nicht mehr ausgeführt werden, denn der jungen Frau mit dem traurigen Schicksale, die soeben jam mernd auf der Bühne die Ehe kaput machen will, wird das ganze Parquet wie aus einem Munde zurufen : .Laß Dich doch scheiden und heirathe Demen ge Mühten Wshftrttifi ' Will .f tvtiw Die französischen Dichter werden da Her aus andere Mittel sinnen müssen, um das dramatische Interesse an ihren Schöpfungen neu zu beleben. Wir sind der Meinung, daß es ihnen nicht schwer fallen dürfte, nachdem sie sich so lange mit dem ehelichen Leben beschäftigt haben, auch der neuen Ehescheidung pikante, effektvolle und packende Momente abzu gewinnen. Also frisch an's Werk. Der Ehebruch ist todt, es lebe die Ehescheidung ! Wir erlauben uns, in Folgendem den geehrten Herren Dichtern Frankreichs und solchen, die es werden wollen, den Entwurf zu einem Drama dieser Art zu geben, und bemerken, daß mir die Bear beitung deffelben nur gegen Honorar und Tantiemen gestatten. Unbefugte Benutzung wird strasrechtklch verfolgt. Ekalrelle " oder Geschieden werden thut weh! Sitten-Drama in S Akten. 1. Akt. ,Elai?ette sitzt am zweiten Tage nach ihrer Hochzeit auf dem Sopha. Sie strahlt vor Glück, denn der Mann, den sie geheiratyet hat, ist reich, jung und hübsch und liebt sie grenzenlos ; sie- ihn auch. Er ist ausgegangen und wird erst nach einer Stunde zurückkehren. Die Zofe tritt em und meldet Herrn Wuver dier. Dieser hat der Madame Elairette, die vor ihrer Vermählung non ihren Eltern sehr kurz gehalten wurde, öfter kleine Summen geliehen, die sie ihm heute zurückgeben will. Gerührt reicht sie ihm beim Abschiede die Hand, die er krästig schüttelt. In diesem Moment kehrt Ar thur, ihr Gemahl, zurück. Er sieht den Händedruck, schreit laut : Betrogen, betrogen " und stürzt mit dem Ruse : Scheiden lassen !" aus dem Zimmer, seine Gemahlin, die ihn beruhigen will, grob von sich stoßend. Elairette sinkt ohnmächtig zu Boden. Der Vorhang fällt. 2. Akt. . (Spielt 2 Jahre später.) Elairette ist wirklich geschieden, ha aber nach Ablauf der gesetzlichen Zeit einen jungen Advokaten mit einem großen Einkommen geheirathet. Beide Ehegat ten lieben sich un-ndlich. Alsred ist aus dem Gericht, wo er einen versuchtenGat tenmördcr aus Eisersucht zu vertheidigen hat. Elairette ist all:in und liest. Die Hintere Thür öffnet sich leise. Ein jun ger Mann mit markirten Zügen steckt den Kops herein und fragt: Alle Sa chen V Elairette, die noch zwei alte Röcke von ihrem ersten Gatten besitzt, giebt ihm diese in der überströmenden Freude ih res neuen Glückes ganz umsonst. Der junge Mann küßt ihr die Hand. Plötzlich tritt Alfred to's Zimmer und sieht .Alles.- Verrath! Rache! Scheidend keucht er wüthend hervor. ClairettenS Ohnmacht. Der Vorhang fallt. 3. Akt. (Spielt 4 Jahre später.) Die auss Neue geschiedene Elairette sitzt wiederum allein in dem Studirzim mer ihres neuen Gatten, eines Arztes mit umfangreicher Praxis, den sie rasend liebt. Ein armer Patient ihres Manne? tritt herein und bittet um Stundung des ärztlichen Honorars. Elairette verspricht ihm, bei ihrem Manne dahin zu wirken, daß ihm das Honorar ganz erlassen werde. Fußsall des Patienten. Un vermuthete Rückkehr des Doktors. Nacheschrei. Scheidegruß. Ohnmacht. Fal len des Vorhanges. v 4. Akt. (Spielt 6 Jahre später.) Elairette geschieden. Neue heiratb mit einem sehr gut situirten Rentier in den besten Jahren, dem ste innig zuge than ist. Augenblicklich ist er nicht zu Hause. Elairette daher allein mit'ihrer Freude. Plötzlich kommt er zurück mit mehreren Freunden.. Elairette eilt ihm freudig entgegen, drückt ihn stürmisch an die Brust und bedeckt ihn mit tausend Küssen. Zu svät aber bemerkt sie, daß sie sich in der Eile vergriffen und statt ihres Gatten aus Versehen einen seiner vielen mitbekommenen Freunde aelieb ! kos't hat. Der Rentier geräth in eine Mr rC 4 . 1 5 r(- ftf.,.: '1t Oft Z a lutiiunui üiuim. uiii ttruici ipccis will er die Entschuldigungen Elairettes gelten lassen, trotzdem sie den Stempel einer gewiffen Wahrscheinlichkeit an der Stirn tragen. Ich laste mich scheiden !" ruft der davonstürzende, unvernünftige Mann und thut es. Die Frau des von Elairette unschuldig geküßtenFremdlings läßt sich gleichfalls scheiden. Ohnmacht. Fallen des Vorbange?. 5. Akt. (Spielt 14 Tage später.) (Scene : Auf dem Pontneuf.) Elairette, die zum vierten Mal Ge schieden?, beschließt, ihrem Leben ein Ende zu machen. Sie klettert auf da, Geländer der Brücke und hält einen Monolog gegen die Ehescheidung. Mit demRufe : Nieder mit der Scheidung!" stürzt sie sich in den Fluß hinab. Der Vorhang fällt.
Ende,
,.. m
. cy er- v
" i"Nj ' -5 :' ) X ir , i . . . .) Si -
1 (tr) S )J
'T3 S" k ps . .
,v L v, ,1' :--WrT0:... rv-r V A lü-- )7 v Zri, K7K rW-:L lj - ? :'lf.l I.--ri-rit r, -ia)s.-V - '.;''.'- - ' . .v L-: -.-.! i t u'r , . . V. v . si f- je O- .- . '., ti ,XV rADE kiÄM l ttUiiJJLniLV i h Y '4$fh f.xv Alf r. M ftfr. IM MbGegen Unregelmäßigkeit? der Leber. (CZ (C ctcx i . Leber. ScTznzgast Du Zcojisschmcrzcn ? Leidest Du an AnverdauliclirZT' just Du unreines ilscl? '. rtt T f n n ii ivv 'Dr. August Königs Hamburger Tropfte Ein bewährtes Heilmittel Gegen KopMmeye t ?on sicherer Wirkung. Gegen AnnerkaulichkM unübertroffen. MAgenleideK von Tausenden erapsohlen Gegen Mitfuanfifjcite von Aerzten verordnet. Die Flasche Hamburger Tropfen stet 50 Ct5. oder fünf Flaschen zrZ Dollars, sind in allen deutschen Ap2ths ken zu haben, oder werden bei Beltellu gen im Betrage von $3.00, nach psang des Geldes, frei nach allen Th leu der Vereinigten Staaten vtlsar!.. Man adrcssire : A. Wogclcr & Co ' Baltimore c KiittfJtmt li; M'jf i ,vJ;.r w-v mL- MM fii .;-.i - - ui imm m M i lchM-VM ik MM, fi&ii -WM'l' h:iz$i2:l1 .11 . : i t .1 '-A U 5 c ,- ? , m'mmm y. - .i , , . - 5. ii : - 'tr?vr:,f Ein bekannntes, vorzügliches Mi!t gcgen Jifjcnrnutisnius, Reißen im Heficht, Hkieder-MtitzenA Arost0cu!'e's, Hkchl, KkFkNschvß, riuzwcy, Wartens BmndWttndezz, FerSanchungen, Steife Xs Huetschunge. rüyngcn, frische Wnökn und 5chr.i!lwurdcn Zlihttschmeyrn.., gefchwllcne AZrüste. :opsey, ' ZtückeuscüTkerzeu, Ausges,rnugez Kände. HckcnkscSmttzc Hl)ren7ri.' und alle Schmerzen, welche ein ä::: i ! X. . em-.i w - - - iicjc5 nlilttl venöthigen. , . Eine . Flasche St. Jasobs Oel ks 50 Cts.. (fünf Flaschen sür 52.0?, i jeder.Apotheke zu haben oder v-Ub lz Äestellung von nicht weniger clZ . frei nach allen Theilen ktzZtx. Stc versandt - Nan adressire : Cl. 0c-rlr: Cj Ca. . Ciintoir. EldL
r.r rrv
r i L r.
T f I I I JK II
mu.
IMÄw
ööffiwfe
" MMv ecJp c )M ' i iTv - '. ; r-Y f ' fj- ' .rt MV.. , ' I
J) -- ''V --w "VV v?; lv 'rH ' i nu ) iv ' aJp'' JJ'V X?A!t '
i.5Cilr.!c ::t:t:3c jat a...tr ;
