Indiana Tribüne, Volume 4, Number 270, Indianapolis, Marion County, 11 June 1882 — Page 3
Aer veryangnißvosse ZFeQer.
Von n. ho. Tm Jegliches hat seine Zeit-, sagt der velse Salomo. Der Herr Rechnungsrevisor Schürlein sagt das auch, aber noch mehr : u hat sich den goldenen Spruch zugleich zur praktischen Lebens regel gemacht, während der erleuchtete König in Israel nun, die Geschichte kennt man ja. Ein Breguet'scher Chronometer kann seinen Tageslaus nicht pünklicher voll ziehen, als Herr Schnürlein dies thut. Punkt Fünf im Sommer, Punkt Sechs im Winter steht er auf. Punkt Acht er scheint er auf dem Büreau,Punkt Zwölf legt er die Feder hin, wenn es sich eben trifft, mitten in einer Ziffer, um zu Tische zu gehen, Punkt Zwei steht er wieder vor seinen Büchern und so geht es fort nach dem Tacte desChronometers bis Abends Punkt Zehn, um welche Zeit er zu Bette geht. Der Hausmeister sieht ihn allemal nach Hause kommen, wenn er das Thor schließt, aber er muß Herrn Schnürlein gratis eine geruhsame Nacht wünschen; einen Sperrscchser hat er von dem pünktlichen Rechnungsrevisor noch nie gesehen, und wenn er es ja da-, eine oder andere Mal versuchte, dem Laufe der Zeit etliche Minuten vorzugreifen und srüher zu schließen, so lautete ihn der unerbittliche Chronometermann heraus und lohnte ihn für seine Mühe mit einem kräftigen Beweis unter Berufung auf seine unfehlbare Taschenuhr. Besagte Taschenuhr ist ein höchst solides Möbel, das schon seines Alters hal ber Ehrfurcht beanspruchen darf eine Spindeluhr in stolz gewölbtemTombackgehäuse, die Herr Schnürlein in seinen jungen Jahren als Firmgeschenk erhalten und seither als treuen Berather und un zertrennlichen Begleiter durchs Leben mit sich gesührt hatte. Einmal es ist schon manches Jahr her nannte der Rechnungsrevisor noch ein zweites Ex emplar von Zeitmesser sein eigen. Es war das ein ganz gemöhnlicherSchwarzWälder Wecker mit blumigem Zifferblatt, dlankmeffingenerStellscheibe und schrilltönendem Lautwerk. Herr Schnürlein hatte dieses Stück als Gewinn von einer Wohlthätigkeits'Tombola mit heimge bracht, und obgleich er bei seinem wun derbar fein ausgebildeten Zeitsinn und als glücklicher Bescher einer so kostbaren Taschenuhr des lärmenden Mahners nicht im mindesten bedürfte, so wurde dieser nichtsdestoweniger dem hausräthlichen Inventar einverleibt ja sogar in s Betried gesetzt. Herr Schnürlein war ' nämlich auf den sublimen Gedanken versallen, besagten Wecker mit Beihilfe der unvergleichlichen Spindeluhr zu einem , brauchbaren und verläßlichen Zeitmesser zu erziehen". Meine Alte so cal culirte er könnte doch einmal dasAus . putzen nöthig haben, und dann wäre solch' ein wohldrezsirtes Ersatzstück ganz gut am Platze. Zudem ist ja meine Alte im Grunde genommen auch nichts Ande res, als eine ganz gewöhnliche Spindel uhr, wenigstens der Herkunft nach, und was ist aus ihr unter meiner Obhut und Anleitung geworden ! Warum sollte sich aus diesem ordinären Wecker durch die Macht des guten Beispieles nicht auch mit der Z?it etwas Ordentliches machen lassen? Uhren sind wie Kinder; ein scharfe? Blick und eine guteHand können etwas Tüchtiges cus ihr.en machen, auch wenn sie nicht gerade von den besten El Uxn sind ! 3o calculirtc, wie gesagt, Herr Schnürlein und ging mit Eifer und Beharlllchkcit an sein erzieherisches Werk. Und es gelang ihm in der That, seinem Wecker durch unausgesetzte Beobachtung und Nachhilfe die Tugend derVerlaßlich keit in ziemlich hohem Grade bcizubrin gen. Eine einzig: Unart war demBur schen schlechterdings nicht abzugewöhnen: er ging richtig, aber er weckte falsch. Einmal ging er um eine halbe, das andere Mal um eine Viertelstunde vor der, durch die Stellscheibe'vorgezeichnetenZeit los immer aber .aeschah dies zu früh. Älle Bemühungen desSchnürlein, seinem Zögling diese Unart abzugewöhnen, wa -ren, vergeblich. Endlich war's derRechnungsrevisor müde, sich von dem widerspänstizen .Brater" tagtäglich aus seinem legitimen Morgenschlummer empor scheuchen zu lassen ; zz löste das Gewicht des unverbesserlichen Läutewerkes aus und verurtheilte den pflichtvergessenen Wecker dazu, hinfort die stumme Rolle ei ner ganz gewohnlichen Tiktak-Uhr nicd -rigster Ordnung zuspielen. Aber .ein Jegliche hat seine Zeit" nd auch der Wecker des Herrn Schnür lein chatte seine Zeit, wo er wieder zu vollen Ehren kommen sollte. In einem entserntenLandstädtchen lebte nämlich ein ehemaliger Llmtsgenosse des Rechnungsrevisors im wohlverdienten Ruhestand?. Herr Bändel so hieß der Mann war in vielen Stücken ein würdiger Pendant zu Herrn Schnürlein. Pedantisch genau, wie dieser, besaß auch .Herr Bändel eine Taschen, uhr, die er für unfehlbar hielt, und da dieselbe niemals die'gleiche Zeitzeigte.wie die Uhr Necht Schnürleirs,so kam es öf ter zu recht lebhaften Erörterungen zwischen den Beiden. Jeder wollte, daß seine Uhr behalte.' Wie viel haben Sie ? Zehn Minuten bis Zwölf." Bei mir fehlen nur noch acht." Ihre Uhr geht eben wieder einmal unrichtig." 0, bitte sebr, ich wollte das von der Ihrigen sagen !" MeineUhr und falsch gehen ? Lächerlich " Aber erlauben Sie, Sie werden doch nicht be Häupten wollen, daß meine Uhr" Ich behaupte gar nichts, ich weiß' nur, daß es jetzt eben Zwölf schlägt. Guten Appetit l" So ging es fast taglich ; die beiden Amtscollegen kamen und gingen niemals zur gleichen Zeit, ihre Lebens wege waren durch ihre Uhren von ein ander getrennt. Nichtsdestoweniger ach teten sich die Beiden gegenseitig hoch als pünktliche Männer. Nur aus ihre beiderseitigen Uhren hatten sie einen un auslöschlichtn Haß geworfen. Herr Bändel besaß ein hübsches Ver mögen, aber keine Erben. Der Gedan U, daß sein schönes, durch sirengen Ord nungösinn und berechnende Sparsamkeit zu einem ganz ansehnlichen Capitälchen angewachsenes Geld nach seinem Tode in fremde,verschleuderischeHände kommen 'sollte, verursachte ihm manche böseStun
de, manche schlaflose Nacht.. Von wohl thätigen Instituten wollte er schon gar! nichts wissen; denn er sah, wie groß trotz des ungeheuren Ueberflusies an solchen Instituten das Elend der Welt war und zog aus dieser Thatsache den Schluß, daß diese ofsiciellen Organe der Menschenliebe zwar viel Geld verschlingen, aber blutwenig dafür leisten. Mit viel Mühe und Scharfsinn hatte er sich end lich ein Testament zusammenspeculirt, das ihm die bestmögliche Gewähr für ei ne seinen Wünschen und Absichten entsprechende Verwendung seines Nachlas ses zu bieten schien, dabei aber leider sie dies eben in der Natur derSache lag sehr verwickelt und schwierig auszu
fuhren war. Dle emeFrage war gelöst, eine andere, ebenso schwierige, tauchte aus: wen sollte Bändel mit der Testa mentsvollstreckung betrauen ? Das war eine Ausgabe, zu deren Lösung eS eines ebenso kundigen als gewissenhaftenSach Walters bedürfte. Nach langem Hin und Hersinnen verfiel Herr Bändel aus seinen alten College Schnürlein. Ja, das war der richtige Mann ; aber nun erhob sich eine dritte Frage. War es nicht grausam, diesen Mann, der selbst ohne Vermögen war, mit der undankba ren Ausgabe zu beschweren, Geld anAn dere auszutheilen ? Ein hübsches Legat mußte Schnürlein für seine Mühewal tung haben, das stand fest; aber wie groß mußte dieses bemessen werden, um den Testamentsvollstrecker genügend zu entschädigen, die Scheelsucht gegenüber reichlicher bedachter Erben von seinem Herzen fernzuhalten und dem Erblasser selbst ein ungeschmälert freundliches und dankbares Andenken, seiner letzten Wil lensanordnung eine pietätvolle Würd! gung zu sichern ? Und wie groß durste dieses Legat sein, um den Werth der übrigen Vermächtnisse nicht allzu sehr zu schmälern, den ganzen, mühevoll erson nenen und durchgeführten Plan des Te stators nicht in seinen wesentlichsten Grundlagen zu erschüttern ? Das wa ren lauter Erwägungen, die dem alten Manne erschrecklich viel Kopfzerbrechen verursachten und ihn zu keinem endiltigen Entschlüsse kommen ließen. Eines schönen Tages pochte aber Freund Hein an Bändel's Thüre und ersuchte denMann, der sich mit der steten Sorge um das, was nach seinem Tode geschehen sollte, das ganze Leben verbit tert hatte, sich mit seinen Entschließungen zu beeilen. In der Bedrängniß zeigt sich meist am leichtesten ein Ausweg, so auch diesmal: Bändel beschloß, allenBe denken ein rasches Ende zu machen, in dem er Schnürlein für den Rest seines Lebens den Nutzgenuß des ganzen Vermögens zudachte, wogegen nach Schnür lein's Tcdc die Vertheilung dcrErbschaft nach dem ursprünglichenPlane stattfinden sollte. So war Allem abgeholfen. Ein Telegramm lud denNevisor an dasSter bebett des altenCollegen behufs endgilti ger Feststellung der Angelegenheit. Man kann sich denken, welch' ein mächtiger Sturm von Gefühlen und Gedan ken aufSchnürlein eindrang, als erBän del'Z Telegramm erhielt. Doch war sein Erstes, nach der bekannten Spindel uhr zu sehen. Sieben Uhr dreiund dreißig Minuten, sagte er sich selbst. Der Abendzug i bereits paMt, der Fruhzug geht um drei Uhr sunsundvlerzig Minu ten ab ich fahre mit dem Jrühzug. Für einen Mann, der gewöhnt ist, im Sommer Punkt Fünf,.rm Winter Punkt Sechs aufzusteher., war lt Abfahrtszclt des Morqenzuges eine sclche Ausnabme von der Reg?l und rechtfertigte es wohl. daijauchHerra)nurleln von semerStun dencintheilunz abzuweichen entschlossen war. Sollte er aber di ganze Nacht opfern, um die Absahrtszeit nicht zu versäumen? Wozu? Er chatte ja seinen Wecker! Derselbe ging zwar, wie be kannt, mit unerschütterlicher Beharrlich leit immer zu früh los aber das war im gegebenenFalle keinNachtheil, sondern eher ein Vorzug. Herr Sc)nurleln konn te wenigstens m:i mathematischerSicher heii darauf zählen, daß er die Zeit des Aufsteheüs nicht verschlaffen werde. Mit gewohnt:? Pünktlichkeit erledigte Herr Schnürlein den Rest seiner Tages Ordnung, begab -sich auch, da seine NeiseVorbereitungen nicht viel Zeit in An spruch nahmen, nicht vor d gewohnten Stunde nach Hause und schickte sich nun an, seinen Wecker in Stand zu setzen. Er hatte das Gewicht des Läutwerkes seinerzeit gewiß an einem sehr zweckma ßigen Orte aufbewahrt, aber, wie das ja oft so geht, das Persteck xoaz so scharfsinnig und vortrefflich gewählt, daß er es jetzt selbst nicht mehr aufzufinden ver mochte. Nach langem vergeblichen Hinund Hersuchen dachte Herr Schnürlein endlich als praktischer Mann: Wozu noch lange suchen und mir dic kostbare Zeit vom Schlaf abbrechen ? rFinde ich das Gewicht nicht, so thut die Papier scheere den gleichen Dienst ! Gesagt, gethan ; die Papierscheere würd an das Kettchen des Läutwertes gehängt und Herr Schnürlein begc.1b sich beruhigt zu Bette. Mittlerweile war es -aber doch -t Uhr geworden. Herr Schnürlein, der sonst wahrend des Entkleidens zweimal und nach dem Lichtauslöschen noch einmal zu gähnen, dann aber sofort in Morpheus' Arme zu sinken pflegte, konnte diesmal den Schlaf nicht finden. Kein Wunder! Der Gedanke, präsumtivcr Erbe eines hübschen Vermögens zu sein, hat für einen Beamten der unteren Diätenklassen genug aufregende Kraft, um selbst einen Schnürlein aus dem gewohnten Gleichmuth zu bringen. Die Ansprüche des Revisors an das Lebm waren zwar von jeher so bescheiden, daß sein Gehalt zur Befriedigung derselben stets hingereicht hatte; allein die Brust eines jeden Men schen birgt einePand'orabiichse vsnWün schen und Bedürfnissen in sich, und wehe, wenn einmal die erwachsende Begehrlich, keit den Deckel derselben gelüfttt hat! Vor Schnürlein's Phantasie gaukelten allerlei verführerische Zukunftsprojecte und ließen ihn nicht zur Ruhe kommen. So erinnerte er sich unter Anderem, daß Herr Bändel bereits zur Zeit seiner Ac tivität glücklicher Besitzer einer schweren goldenenErb.'ktte war. Diese mußte sich aller Wahrscheinlichkeit nach im Nachlasse des alten Collegen vorfinden und schon diePietät fürdenErblasser gebotSchnür lein, dieseKette inhinkunst seiner gelieb ten Spindeluhr als Appendix einzuver-
leiben. ' Von der verhaßten Uhr Bändel'S sagte die Pietät Schnürlein's al lerdlngS nichts. Er beschäftigte sich viel . . - ? f ' . l c rx !
meyr ausiqlleßna) mir oer juroicciycu Frage, in welcher Weise .sich wohl die Harmonie zwischen der goldenen Kette und der tombackenen Uhr werde herstellen lassen und da kam ihm der kühneGe danke, das TombackgHSuse der Kette zu Ehren im Feuer vergolden zu laen. Man sieht, Herr Schnürlein war sehr aufgeregt ! Dle nahe Thurmuhr schlug halb zwois Uhr. Schnürlein wurde durch die in die nachtliche Stille seine? KammerlemS so mächtig und felerllch herelnklmgenoen Töne aus seiner goldenenTräumerei ge . 00 4 1 i. weckt, yaio Zwois um oteic hatte er noch nie gewacht ! Und nur noch vierthalb Stunden bis zum Aufste hen ! Schade um den gewohnten guten Schlaf, wie empfindlich wird sich erst am nächsten Morgen der erlittene Abbruch geltend machen ! Ob der Wecker auch richtig geht? Welch' verhängnißvollc Folgen könnte es haben, wenn der schlich te Schwarzwälder diesmal den Dienst versagte ! Der Gedanke siel Herrn Schnürlein mit solcher Wucht auss Herz, daß er sofort Licht machte, um nach dem Wecker zu sehen. Alles war in schönster Ordnung, aber jetzt siel das Auge des Revisors auf das stellvertretendeGewicht des Läutwerkes, die Papierscheere. Sie j kam ihm auf einmal zu leicht vor. Es j wird doch besser sein, dachte er, noch ir- j gend eine Kleinigkeit an die Kette zu hängen, das Läutwerk könnte sonst am Ende gar nicht in Gang kommen ! Ein kleiner Briefbeschwerer aus Ala baster, mit einer Handhabe von Bronze, ein werthes Andenken aus alter Bergan genheit, ward nach reislicher Erwägung als das geeignetste Supplementgewicht erkannt: Herr Schnürlein befestigte das zierliche Stück an der Kette des Läut Werkes und legte sich sodann auf's Ohr, um nun endgiltig den Schlaf der Ge rechten zu schlasen. Aber alsdann wirbelte ein neuer be unruhigender Gedanke gleich einer Schaumblase aus der Tiefe seiner erreg ten Seele zur Oberfläche des bewußten Geisteslebens empor : der zarte Brief beschwerer konnte beim Ablaufen des Gewichtes Schaden nehmen. Nach aber maliger reiflicher Ueberlegung wurde infolge dieses begründeten Bedenkens anstatt des gefährdeten Cabinetstückes der Stieselknecht an die Kette gelegt. Es schlug Zwölf. Das abenteuerliche Bild des an den Wecker gehängten, so ungleichartigen Paares beschästigte die Phantasie dcsNevisors in lebhasterWeise. Die umfang reiche Last an dem dünnen, schwachen Drahtkettcheu, beunruhigte ihn einigermaßen; zudem lag die Befürchtung nahe, daß dieses schwerfällige Anhängsel mit seinen ungeschlachten, nach allen Seiten hin starrenden Formen beim Ablaufen des Weckers leicht an ein Hinderniß stoßen und dadurch im Lause gehemmt wer den könnte ; damit wäre aber die beab sichtigie Wirkung vielleicht ganz vereitelt worden. Schnürlein zog dieses neue und gewiß ebenfalls nicht unbegründete Bedenken abermals in reifliche Erwägung und enthob schließlich den Stiefel knecht wieder der ihm zugedachten Mission in der mit neugestärkt Zuversicht erwachten Hoffnung, die Papierscheere werde" ien von ihr verlangten Dienst auch ohne anderweitige Unterstützung leisten können. Dies geschah etwa um halb ein Uhr. Um ein ilnr wurde oann :n itoiqe weltere? Erwägungen der immerhin nicht qanz zuverlässigen Paplericheere noch ein Schlüsselbund beigefügt. Am halbZwei erinnerte sich jedoch Herr Schnurlein glücklicherweise noch rechtzeitig daran. dav besagter Schlusselsund irnt zu den unentbehrlichsten Reise-Utensilien gehöre, da er nebst dem Haus- undWohnungs, auch den Nachtsackschlüssel in sich schloß; m . I rf1 . UM dielen wichtigen cciievegletter ?S nicht zu vergessen, nahm ihn der Revisor ueber wieder gleich an s'.ch ; die Papierscheere war nun wieder auf sich selbst an gewiesen, undHerr Schnürlein fand, daß r " p 4. es io aucy am auerveuen t, wie oenn uveroauvt die er un lxeoanlen immer die escheidtesten sind. Das war die erste Erwägung m dieser aufgeregten Nacht, welche auf des Revisors Gemüth die be ruhigendeWirkung inniaerUeberzeugung ausübte, schade nur, daö diese Wirkung nicht anhielt. Herr Schnürlein fand gegen zwei Uhr zu seiner Beschämung, daß seine Befürchtungen des Schlüsse! bundes im Grunde genommen ohne alle Berechtigung waren, da er za den Woh nungs und den Hausschlüssel unmög lich vergessen konnte,weil er beider bedurf te, um ÄUs dem Hause hinauszukommen. Er war bereits halb und halb entschlossen, das Schlüsselbund neuerdings an den Wecker zu hängen, da dasselbe, wenn auch Nicht nuhen, so doch unmöglich schaden konnte da fuhr es ihm wie ein BliMrahl höhere? Erleuchtung durch den Kopf, daß das so schwer vermißte Weckergewicht ganz einfach zu oberst auf dem Schwarzwälder selbst lag. Herr Schnürlein war ein viel zu großer Fa natiker derOrdnung, als daß er nicht so fort mit beiden Füßen zugleich aus dem Bette gesprungen wäre, um dem Wecker zu seinem legitimen Gewicht zu verhelfen. Es schlug halb Drei. Noch eine halbe Stunde! Diese' wenigstens wollte Herr Schnürlein im festen Vertrauen auf seinen nunmehr vollständig rehabilitirten Wecker gemüth lich verduseln. Er steckte sich so recht be haglich hin, da schnurrte und klapperte ÄNd rasselte es plölich der Wecker hitte sich's natürlich auch diesmal nicht nehmen lassen, nach alter Gewohnheit zu früh loszugehen. Herr Schnürlein verschwor sich hoch und theuer, in feinem ganzen Leben kei nen Wecke? zu benuhen. Nun war aller dings auch leiner mehr nöthig. Der entsetzliche Lärm des eigensinnigen Un holdes hatte dem Revisor den letztenRest von Schlaf aus den Nerven gejagt, und in einer halben Stunde mußte er ja doch aus den Federn. Ermattet und frö stelnd harrte er diesem unerquicklichen Augenblicke entgegen. Die ganze Lust an der Erbschaft war ihm vergangen. Welche Plackerei! Statt einer ruhig verbrachten Nacht nichts als Aufregun gen, quälende Zweifel, peinigendeshin und Herschwanken zwischen der Furcht
vor dem Unzulänglichen und derBesorg. niß desGuten zu viel zu thun. Fürwahr,' es wäre besser gewesen, auf den Schlaf bis zur Abfabrt des Zuges von vornhe rein zu verzichten und das Versäumte dann lieber während der Fahrt nachzu holen. Da schmiegt man sich so recht be haglich in die weichgepolsterte Ecke' des Sitzes oder streckt sich gar bequem derLän ge nach auf denselben hin und läßt sich von dem sanft schaukelnden Waggon allgemach und unvermerkt in den Schlaf
wiegen. Ah, das ist ein Hochgenuß nach schlaflos durchwachter Nacht ! Im mer dumpfer wird das eintönige Ge cäusch der Räder, immer sanfter das Rütteln und Schütteln; schläfrig blinzt die halbbeschattete Lampe von der Decke nieder, trübe Lichter und tiefe Schatten schwanken dort oben in seltsamen Umrissen durcheinander und an den leise klirrenden Fensterscheiben huscht da und dort ein jäher Lichtstreifen vorüber, die Laterne eines Bahnwärters oder ei Funke aus dem Schornstein der Loco motive. Der Zug hält an, man merkt es nicht ; der Tag graut, die Fenster färben sich in helleren Tinten, man achtet's nicht. Bleischwer liegt die Ermü dung in allen Gliedern, im Gehirn, man läßt sich stoßen, rütteln .... und schläft ruhig weiter. Als Herr Schnürlein erwachte, fand er sich leider nicht in einer weichgepolsterten Coupee-Ecke, sondern in seinem Bette, und der Wecker an der Wand schwenkte frisch und lustig wie immer seinen Pen del, als ob gar nichts geschehen wäre. Diesmal zeigte er aber aus Sechs die gewöhnliche Stunde deS Erwachens deS pünktlichen Revisors. Herr Schnurlem reiste zwar mit dem nächsten Zuge ab, doch fand er Herrn Bändel nicht mehr unter den Lebenden und das verwickelte Testament des alten Collegen wurde ohneSchnürlem'sMühe waltung oder sonstige Antheilnahme seiner ursprünglichen Fassung gemäß vollstreckt. Die unvergleichliche Spin deluhr ist Nicht im Feuer vergoldet wor den, und auch die goldeneErbskette wur de ihr nicht zu Theil. Dasür ist sie aber seither die einzige Gefährtin ihres Herrn und Meisters geblieben. Was aus dem verhängnißvollen Wec ker geworden, weiß Niemand. Aas englische Staatssiegel. Von Ferdinand Rosst. Unter den mannigfachen Gegenstän den, welche in reicherAnzahl den Schreib fekretär des Lordkanzlers von Großbri tannien und Irland bedecken, fällt Demjenigen, welcher zu dieser geweihten Stätte den sehr schwer zu erlangenden Zutritt erhält, ein Kästchen auf, welches etwa acht Quadratzoll groß, mit Leder überzogen und reich verziert das konlg liche Wappen trägt. Außerdem ist es mit einem kunstvollen Schlosse versehen, und dieser sorgfältige Verschluß und rel che Schmuck deutet aus einen werthvollen Inhalt. Und das ist in der That der Fall. Diese Vorsichtsmaßregel gilt dem könig lichen Siegel, dem großen Siegel" von England. Es besteht aus zwei kleinen Silberplatten, Topfdeckeln ähnlich. Die eme enthält d'e gravute Devise des Königreichs, umgeben von den Kar dinal Tugenden die andere trägt die Abbildung der Königin Viktoria, hoch zu Roß, begleitet von einem Pa gen. An den bloßen Besitz dieser beiden Sil berplatten, ohne daß es einer Bestäti gung durch' Dokumente bedürfte, knüpft sich eine Reihe hoher Aemter und Wür den. Der Großsiegelbewahrer ist der oberste Richter des Kanzleigcrichtshofes, der glückliche Empfänger eines Jahresgehalts von 300,000 Mark. Außerdem ist er Inhaber emes hohen ttirchenpatro nats, und die Verleihung des Groß siegelbewahrer Amtes ist eine Person liche Ehre, das Votum des höchsten Vertrauens, welches em britischer Re aent einem seiner Vasallen geben kann. denn ihm wird dadurch fast jede Macht zur Verfügung gestellt, welche an diejenige der Majestät heranreicht. In Aussehen und Form gleicht das durch diese Matrize geprägte Stempel einer mit Butter bestrichenen Brodscheibe. Es hängt an allen Akten, welche den Unterthanen des königlichen Britanniens kund werden. Sobald em Schriftstück mit diesem SiegelZversehen, ist es giltig, unwiderruflich giltig. Roch weiter geht des Siegelhüters Macht. Alle Vorrechte, welche der Majestät durch das Gesetz verliehen und durch Gewohnheit zugestanden, sind auch zum Gebrauch des Kanzlers durch den Besitz der Matrize aus ihn übergegangen. Deshalb ist es mehr als ein Scherz, wenn das Volk ihn den .Bewahrer des königlichen Gewissens" nennt. Ja wenn man sich die ungeheure Wichtigkeit die ses Instruments vor Augen führt, so kann man nur staunen, daß der Mo narch es überhaupt aus eigenen Händen läßt. Das älteste der Siegel ist ziemlich roh. Es besteht aus einem Stückchen Blei an silberner Schnur. Befestigt ist es am Freibrief des frommen Eduard. Die spä teren sind von Wachs. Wilhelm der Eroberer wandte zuerst das grüne Wachs an. Diese Farbe wird heute noch bei Do kumenten, welche für unbegrenzte Dauer giltig sind, gebraucht, z. B. bei Freibriefen, Pairspatenten Gnadenakten :c., sonst dominirt das gelbe Wachs. ' Stowe berichtet, daß der Normanne Wilhelm eine seltsame Art des Sie gelns besaß: er drückte einen seiner kö niglichen Zähne in das Wachs ab.. Je denfalls eine ebenso originelle wie einfa che Art! An das Siegel hing sich der Aberglaube des alten Englands, welches sei nem Regenten nur Gerechtigkeit und Gnade zutraute, und dem Stempel seines hohen Willens ehrfurchtsvolle Anbetung zollte. Wie sollte man es sich sonst erklären, daß ein neun' Monate altes Kind, Hein rich VI., von feiner Amme zum Präsidi um der Rathsversammlungen getragen wurde und, nachdem man das mas sive Reichssiegel in seinen Schooß ge legt, die kleinen Hättde darüber falten mußte, um es kraft seiner königlichen
Berührung zu heiligen und zu bestäti gen. Erst dann erhielt es. der Archi var und wurde durch dessen Besitz mit al len Befugnissen des Monarchen beklei det. ' Man könnte über die Naivetät des 15. Jahrhunderts lachen, wenn nicht vier hundert Jahre spater eine ebensolcheFarce aufgeführt worden wäre. Als nämlich Georg III. durch Krankheit verhindert war, die Bill zu bestätigen, welche seinen Sohn zum Regenten bestellte, stand der
berühmte Cambden an der Spitze einer Gelehrtenschaar und erklärte: Tas Staatssiegel ist der politische König" und vermittelst dieses politischen Königs wurde die Bill richtig durchgebracht, trotz der Regirung des leiblichen Königs. Und Cambden'sEntscheiduna gilt bis auf den' heutigen Tag, so daß es faktisch zwei Regenten in England giebt: die natürliche Königin und denpolitischen König, d. h. die silbernen Matrlzenplatten. Karl I. war sich der Wichtigkeit des Siegels schön bewußt, lange ehe der Cambdcn'sche Spruch gesällt war. Als ein Bote ihm das Siegel nach York brackte. kannte seine Freude keine Gren zen, denn er glaubte es der Gewalt des ! .t la u'C.!uC.TYav !r.BAii J Parlaments unytuiiycuucu. cici:; umt Nicht wemg bestürzt, als es entdeckte, daß das Emblem der Herrschast ihm durch die Finger geschlüpft war, denn nun konnten die Herren vom Parlament keinen Staatsalt vornehmen, noch den Posten eines verstorbenen Mitgliedes ausfüllen. Nach langem Berathen und -Abwarten entschlossen sie sich endlich, em neues Siegel für ihren Gebrauch anfertigen zu las sen. Dieser Entschluß war kühn, denn ! ein Statut Eduard des Dritten erklärte die Nachbildung des großen Siegels" für Hochverrath, aus dem der Tod durchs Beil stand. Wahrlich, das Parlament hätte schwer büßen müssen, yäre Karl I. Sieger geblieben. Damals gab es nur wenige Wappengießer, und erst nach langem Suchen fanden sie einen kühnen Graveur, Namens SvmondS, der für hundert PfundSterling das Sie gel nachbildete. - Erst als die Regierung auf festen Füßen stand, schaffte man das Facsimile ab und versertige ein neues Siegel ohne royalistische Abzeichen. Seit der Restauration gerieth das gro ße Siegel zweimal in Gefahr. Zuerst war es der furchtsame Jakob II., welcher, im Begriff, zu entfliehen, das Siegel in den Händen seiner Feinde zurückzulassen fürchtete. Er ließ es sich von dem bo sen" Kanzler Jessetys ausliefern und warf es während seiner Flucht in die Themse. Aber gleich dem Ring des Polykrates zog ein Fischer es mit seinem Netz hervor und es gelangte dennoch in die gesürchteten Hände des geheimen Raths. Da zweite Mal, 1784, wurde bei Lord Thurlow, dem damaligen Kanzler, ein Einbruch verübt, und unter anderen Werthsachen blieb auch das Reichssiegel spurlos verschwunden. Eme schnell be rufene geheime Rathssitzung beschloß die schnelle Herstellung emes neuen Emb lems, welches schon nach 30 Stunden in Lord Thurlow's Besitz war. Aber sein Kammerdiener Jeß behauptet, daß der Kanzler die folgenden acht Jahre bis zu semem Zurücktritt vom Amte, stets mit dem Siegel unter dem Kopfkissen chlle . Lord Eldon verlor das Siegel auf eme komische Welse. Durch Feuer alarm geweckt, riß er e5 an sich, stürmte in den Garten Und verscharrte es in einem Blumenbeete Am anderen Mor gen konnte er sich absolut nicht entsin nen, in welchem, denn", sagt er naiv in seinem Tagebuch, der Anblick eines halben Dutzend halbgekleidcter Zofen meiner Frau, welche ohne Rücksi5zt und Ahnung ihres reizenden Deshabille Wasser herbeischleppten, war jo dezau becnd, daß ich ganz verwirrt mein Ge dächtniß darüber verlor, obgleich mein König mir den Schatz von seinem Herzen weg gegeben." Und weiterhin heißt es: Man kann naj nichts Lächerlicheres denken, als mich und meine ganze Familie im Garten umherwühlend, bis wir endlich im entferntesten Gartenwinkel das Klemod fanden." Nach dem englischen Gesetz ist es Brauch, das alte Siegel erst dann zu zerstören, wenn das neue für den Ge brauch fertig, damit man nie ohne dasselbe ist. Früher waren die Siegel . !lM.o CT1 - . r irvy lyres großen einamens nur - vls 3 Zoll im Durchmesser ; jetzt ist es mit dem Reich gewachsen und erfordert den Dienst zweier geschickter Beamten : des Siegelmachers" und des .Wachswär mers". Jeder würde sich bei dem Ber such, allein zu siegeln, sicherlich die Fin ger verbrennen. Ein Allerweltskerl. Kennt Ihr den hochgeborenen Junker, Der in die höchsten Fenster schielt? Den lust'gen, leichten Flinkeflunker, Der allen Mädchen Küsse stiehlt? Er überrascht sie in den Betten Zu allerfrüh'ster Morgenstund', Und sucht sich weiche Lagerstätten Und küßt sie auf den Rosenmund. Er läßt sich fast wie häuslich nieder An ihrem blüthenweißen Bett, Beguckt die abgelösten Mieder Und legt sich quer auf's Blumenbrett. Sie fühlen's sonder Harm und Kummer, Wenn sie der Flattergeist umstrikt; Selbst wenn er sie im Morgenschlummer Ein wenig in die Augen zwickt. Erwachend schau'n sie ohne Beben Auf diesen feinen, blanken Mann, Und kleiden ohne Widerstreben In seiner Gegenwart sich an. Oft schließen lieblich weiße Hände Sogar das dunkele Rouleau, Und schlüpfen wonniglich behende Jn's warme Bettchen wieder froh. Er aber legt sich breit in's Fenster, Als wären alle Mädchen sein ! Doch glaubt nur ja nicht an Gespenster, Es lst der Junker Sonnenschein.
Randglossen zur Segenwart. Von OttB Et,eift.
Am meisten erfinden zu allen Stunden Die nicht wissen, was Andere scho.i er funden. Ob einer geibelt, kinkelt, scheffelt, Ob hebelt, bebbelt oder pseffelt ; Ob Einer reutert, möllert, wernert. Ob schlegelt, körnert oder kernert ; Ob Einer schesert, geßnert, millert. Ob thümmelt, bürgert oder schillert ES ist all eins, wir sind ernüchtert : Er meint zu dichten und er dichter:. Ihr sagt : .Wer selbst nicht zu' dichten versteht. Hat auch zur Kritik kein Recht." ' Darf denn Einer, weil er nicht selber brät. Nie sagen : der Braten ist schlecht ? Es ist einmal so : Die Welt übersieht Manch' tüchtigen Mannes Wort und Lied, Das sie bis in die Sterne erhöhte, Stand' es bei Schiller oder Goethe. Gut erdacht, Aber es glaub's, wer will, Gut vollbracht Gleich sind Alle still. Wer nichts weiß, ist gut daran, Wenn er schweigen darf und kann. Traun ! Der ist unanständig, der nicht ansteht Zu reden, und mit jedem Wort doch an . steht. Das Elend mag Jeder dem Feinde gön nen : Nicht reden und doch nicht schweigen zu können.. Ein schlimmer Redner Gott sei'S ge klagt : Hat viel gesprochen und wenig gesagt. Warum von Zärtlichkeit Großvater über schäumt? Er holt am Enkel ein. ms er am Sohn versäumt. Verliere nicht die Zeit mit. solcher Fehler Rüge, Die schon die Zeit von selbst am Kinde nicht ertrüge. Dummheit hast Du nicht bezwungen. Wenn Du dumm schiltst den dummen Jungen. Was Du dem Kinde befohlen, sei ihm heilig : Drum aber befiehl nicht allzu eilig. Das eben haben die Großen erworben, Daß sie noch wachsen, wenn sie gestorben. Jncognito reisen wir alle ; Sag' einem srei. Wer er sei. Du erregst ihm die Galle. f V. ' Das ist die schnödeste Gesellschastspein: An einen hohlen Kopf gefeffelt sein. Mit dem man nicht allein und nicht zu Zwci'n. Nrin" ist ein Feind mit offenem Helm, Aber das Aber" ist ein Schelm. öwig blieb der Mann mir stumm. Was ich ihn auch frug. Ist tc klug, so war er dumm ; Ist er dumm, war's klug. Noch immer ist die Welt an dem : Sei Bildung noch so hoch geschraubt Bringt Einer was Dummes in ein System, So wird's geglaubt. Das ist des Menschen selbstische Lust, Des schnöden Verräthers: Heut' drückt er das Täubchen an seine Brust Und morgen brät er's. Haarklein beweist Dir der Pessimist, -Daß aus der Welt keine Freude ist, Hat aber seine helle Freude daran. Daß er eben dies Dir beweisen kann. Wer nur Vergang'nem lebt. Verfällt der Schwerntuth leicht ; Wer nur am Heut'gen klebt, Wird naseweis und selcht; Wer Künstigem allein Sich weiht, wird irrgelenkt; Der nur wird glücklich sein. Der alle Drei bedenkt. (Welt und Geist.") W I D Schlechte Bücher. Ein Pfarrer legte seinen Psarrkindern an's Herz, jene Bücher, die nur die Köpfe verwirren und das Herz verderben, zur Vernichtung einzuliefern. Ein gemüth licherBayer brachte am anderen Tage seiner und seiner Nachbarn Steuer bücher mit der Bemerkung, daß diese Büchlein ihnen am meisten Kopfzerbre chen machten. Ein Wucherer drängt nach erfolgtem Mobilisirungsbefehl. einen Ossizier, der ihm schuldet, ihm die Schuld sofort, noch vor dem Ausmarsch, zu be zahlen. Der Lieutenant sucht ihn noch auf einige Monate zu vertrösten, da er ja im Kriege doppelt Gage bekomme. Der Wucherer aber ruft : Nein, ich will nicht warten, hab'n se mir erst im letzten Krieg for 12,000 Gulden Ossiziere todt geschossen." Frau G e i st i n g e r wird sich demnächst mit Herrn Gustav Amberg, dem ehemaligen Direktor des New Z)or ker ThaliaTheaters und Arrangeur der Geistinger Tournee, vermählen. Die Künstlerin will zu diesem Zwecke zur Anglikanischen Kirche übertreten. Eine Saphir-Anekdote. Saphir, war ein starker Feinschmecker. Eines Tages war er zu Frau v. L.Le laden, die ihn sebr verebrte. aber einen frugalen Hausmannskosttisch führte. Er ! Ichnttt em cylezes lyncht, fazte aber nichts und aß wenia. Nam der Mabl zeit sagte die Hausfrau : .Wann wer den Sie mir wieder die Ebre erweisen. bei mir zu essen ?" .Gleich," antwor tete Saphu. 7 - -
VmvrüyltssFernab liegt .dle'Residenz, Mit dem Volkögewühle Sei gegrüßt Du holder Lenz. Abgott der Gefühle ! Trunken vom Bzeist'rungStraÄS Liea' i& weicb im Grase. '
Blüthendust von Strauch und L Huldigt meiner Nase. Munter kreisen dort am Ba Myriaden Mücken, Möchte jede, jede, ach. Fest an's Herze' drücken. Schäflein, frierend nach der SZrZ-. Lagern um den Schafer, Und ein Forscher der Natur: Spießt gefang'ne Käfer. Auch das fromme Mullerthier Mit dm langen Ohren, " Hüpft vergnüglichem Revier -Fühlt sich neugeboren. Doch der Friede ringsumher Ist von kurzer Dauer, ' Ruchlos bringt das Militär Eif'gen Prosaschauer. Schmetternd gellet Ton um T2 Schrecken herrscht im Thal: Vierzig Trompeter der Garnisc Ueben die Hornsignale. Kindliche ffrage. In Mütters Zimmer drinner: Ein Kind im Bettlein steht Und mit tiefernsten Micner: Sagt es sein Morgcngeiet. Das Sonntagsglockengcläute -Schwebt über der ganzen Stad.. Und macht so Manchem Freuds. Der sonst keine Freude hat. Im Bettchen doch die Kleiner Wie bin ich den Glocken bös r. Sag' Mutter, mir das Ehe, Warum nur so viel Getcö l Glaubst Du, daß bei d:m (EkH-sr! Der liebe Gott versteht Hoch oben im blauen Himmz? 4 Ein Wort von meinem Seiet?" . M. Gewöhn h e i t s g e m ö Amtmann : Thomas, ich habe rufen lassen, damit Sie mir einmal fa -gen, wie Sie bei Ihren VeihAkiA? und Ihrer großen Famili? fcaztr I:rmen, sich mit 20 Mark für das 5.:zr?- - (T f vt f ,,k Siefer Pivf ini'l(ti,t JU liltiitU 4 r J J " -j "'"y - zumal Sie doch eine wöchentlich: Ito: stützung aus der Gemeinde te3!tjr. beziehen ? , Thomas : Es ist halt so'n föZztr Zweck, Herr Amtmann ! Und ienZ, ich wollt' die 20 Mark nicht baar dezuZ len, ich wollt' dafür sitzen". Ei nSch illercitat. Professor (dozirend) und ss rnF' an Geist und Inhalt sind die Werke ser er Dichtersürsten, daß es keine Sites tion im Leben geben wird, nicht einer ihrer weisen Sprüche aber gegossen paßte ; und sicher hat ZtttztcrIhnen es schon selbst erlebt, c tt esV , . - v gezwungene zorie georuü, 6i? az dieser Quelle in seinen Sprachschatz Äegegangen sind. Schüler (meldet sich, den LeZ?r7 M terbrechend). Uiri?f rtl" 5nss?sl' 1?T?T T?tyj & 1 v j j fc IVVIWVUVUVI .'U;t W. - pel, Sie erinnern sich soga tintu ozzr bestimmten Falles ? Rumpel: Ich kauste während deZ Respiriums Acpsel. Mayer sagts: Gieb mir einen ! und ich antwortete jriTell: Was ällt Di? ein?" Der gefahrl ichsie Platz.A. : Weißt Du, wo's am qefährlich sten ist aus der Gotthardbahn? B. : Ja, im großen Tunnel. A.: Nein, zwischen Zug und Schwr.(Schwitz), denn da gibt's regelmä?. Erkältungen. , Selbstgefühl. t ClLl. .: t . v VL!g, uöcr 0:? jQiclEr Wendunaeu. die der &trr?nA kommandirr, außer sich, will di: schaft einmal gehörig 'schneidig und donnert plötzlich: Strcni!- Di:sem unerwarteten Kommando ln?:? je doch nur Einzelne momentan F:!sv worübcr der Sergeant Klinaele.. euch außer sich gerath?nd, schreit :3ä2?köpfe! Merkt Euch, wenn d:? Lieutenant kommandirt, so Z:It d25srade so gut, als wenn ich Euch frca dire ! Berichtigter Irrthum Da heißt's immer: H:ut 2crgibt es keine Hexenvrozksse r.tp. 72ezt gefehlt ! Fangen Sie nur mit 3:r Schwiegermutter einen N?cht5str:i: e. da können Sie sich vom EchzT überzeugen." R echt empfehlend. Ich habe in der Zeitung zelese?,.hier eine Krankenwärterin -üL .Ja, die bin ich !" äcnr.en Sitnir nicht Adressen von früheren datier: 5?.angeben, wo ich midi über Sie und 21?: Leistungen erkundigen la7.n V .Aei. erkundigen können's Jbne nicht, diiKranken, die ich 'pflegt h', sind Eg'storb'n!" Rangordnung. Beim Souper erhält eine viel in Cp ficierskreisen verkehrende Dome zizzn jungen Assessor in Etoil zum TischQHXm 1! l n X 1 f . V um,, vic cwiniuigi Ziu, w.u wfc nem ihr bekannten Cavaüerieossic'?, s-lr ihr Herr auch Ossicier sei, und als l'z bejaht wird, frägt sie: IcsaHem?" Nein", versetzt dieser, Train-. .Train !" rust sie aus, o das IcnzÄ ja gleich nach Civil M a l i t'i ö s e Bcg rund ane. Was, Sie glaubendaß der Rz--j zienrath so viel V.rstand hat, r:nnGnädige ? Gewiß,. Herr' Baron. z'parja gensj desit vm
