Indiana Tribüne, Volume 4, Number 269, Indianapolis, Marion County, 10 June 1882 — Page 2

T

In nans Hribüne. FSg Zche- und Ssnntsgssnsgave.

Ofsic: 62 S. DclawareStr. jLot- ,Z seccnd-class matter at the lc 'cIIjcc at Indianapolis, lndiana.J AdonnementsPrcise : TNgliö ?lu?gabe 12 Cts. per Woche. Sen! ausgäbe ö Cts. perNnmmer. Veide, sammen IS Ct?. per Woche. t3T Da Tacchlatt erscheint jeden Nachmit. taa 2 ULr. TAe. Sciuntcwsaukaabe n - X, 7 " erscheir deS Morgens. Tribune Publishing Company. Jndia-apoUS, Ind., 10. Juni 1682. Dk.- Ver. Staaten und Irland NiZ l weil wir überall mit denselben . überei .stimmen, sondern weil es interessant ist, ein. englisches kompetentes Blatt über die Stellung der Ver. Staaten zu ihren sich in Irland aushaltenden wirklichen oder angeblichen Bürgern zu vernehmen, fassen wir die Ansichten der neuesten London Times" in Folgendem zusammen. Aus der dem Kongresse vorgelegten Correspondenz zwischen Herrn Frelinghüysen und Herrn Lowcll 'ergiebt sich die prinzipielle Verschiedenheit in Aussassung der Stellung der in Irland befindlichen amerizanischen Bürger zwischen den merilanijchen Staatsmännern und unserer Regierung, speciell Lord Granville. Unsere Negierung ging von Ansang an von der Ansicht aus, daß sie gezwungen sei, solche Ausländer besonders streng zu überwachen, welche als geborene Irlän der unter dem Schutze 'eine ausländischen Bürgerrechtes in ihr Geburtsland zurückkehren und hier diesen Schutz zu allerhand Auslchnung gegen die Gesetze ft & Jf A ftiA Sl A C f linpviUl4li;ui j IjlUUUK, llll Angehöriger einer srcmdcnNation irgend welche andere Behandlung, irgend welchen anderen gesetzlichen Schutz erwarten und verlangen könne, als die eigenen Staats-Angehörigen. Der .amerikanische Staatssekretär stimmt dem im Prinzipe und in gewöhnlichen Zcitläustcn" zu, glaubt aber, daß es in solchcnFällen, in denen die versassungsmästigen Rechte und Freiheiten der Jrländ'er ausgehoben, beschränkt oder dem Bcdünken der Regierung anheim gestellt werden, die Pflicht der auswärtigen Regierungen sei, ihre Bürger gegen Anwendung derart! per Ausnahmemaßregeln zu schütze. Demgemäß wurde HerrLowell, wie dies allgemein bekannt ist, instruirt, die Frei lassung von 5 oder 6 verdächtigen Ame rikanern zu verlangen. Es war bekannt, daß der Gesandte weiter ermächtigt war, den Freigelassenen je -10 einzuhändigen, um ihnen hierdurch die Rückkehr in die Ver. Staaten zu ermöglichen. Der hnmrtTir &.1reinr rtrtrstr ta(rf .ittrtf nlfi vumiiiii)v wnviiit vi tk vvttuiiyiti uv Vorbedingung der Freilassung das Ver sprechen sofortiger Rückkehr nach Ame rika. Herr Lowcll konnte und wollte hieraus nicht eingehen und bemerkte, daß von jenem Versprechen zwar die Auszahhing der 40, nicht aber die Freilassung abhängig zu machen, letztere vielmehr bedingungslos zu verfügen sei. Die Angelegenheit ist in der Hauptsache erle digt, doch müssen wir noch aus Folgen des ausmerkjam machen. In vielen Fällen besolgen die Isländer die Gewohnheit, sich in den Ver. Staaten na turalisiren zu lassen und dann nach Jr land zurückzukehren, um bier unter dem Deckmantel des auswärtigen Bürgerrechts um so wirksamer die englische Herrschast untcrminiren zu können. So befinden sich unter den verhafteten .Verdächtigen" John McCormick, der allerdings in den Ver. Staaten das Bürgerrecht erworben haoen mag, aber seit achtzehn Jahren ohne Unterbrechung in Irland lebt ; dasselbe ist bei einem O'Mahony der Fall und wir können nicht einsehen, warum irgend ein Land derartige geborene Jrländer und natii ralisirte Amerikanermit besondererRück sicht behandeln sollte. .In solchen Fällen halten wir es mindestens sür die Pflicht der amerikanischen Regierung, zwischen seinen eingeborenen und Adoptivbürgern um deßwillen einen Unter schied zu machen, weil bei den letzteren die Absicht, einer befreundeten Regierung um so leichter schaden zu können, klar aus der Hand liegt. Den in den Ver. Staaten naturalisirten Jrländern wird ihr ursprüngliches Vaterland stets offen stehen, sie sollen aber ihre im Auslande erworbenen Rechte nicht dazu mißbrauchen dürfen, den öffentlichen Frieden ungestrast zu stören. In Zeiten ernstlicher Gefahr für die Sicherheit eines Gemeinwesens sollte der befreundete Staat alle von dem ersteren zu seiner Sicherheit ergriffenen Mittel höchst ruckilchtsvoll beurtheilen und sicher hat Großbritannien in Betreff seines Vorgehens gegen die Jrisch-Amcrikaner den Ver. Staaten nicht den mindesten Grund zu Unzufriedenheit gegeben. Vor einem Jahre ungefähr lenkte Lord Granville die Aufmerksamkeit des ame rikanischcn Gesandten auf O'Donovan Rossa's niederträchtiges Gebühren, der in seiner Zeitung in nichtswürdigster Weise den Meuchelmord predigte. Herr Lowell erwiderte.: er habe der Sache bereits seine Aufmerksamkeit geschenkt. könne aber keinen Weg entdecken, auf , welchem man gerichtlich gegen Roffa einschreiten könne. Wir sind der An sicht, daß sich die Verhaftung und Pro zessirung Roffa's auch nach amerikani schern Gesetze sehr wohl hätte rechtfertigen laffen. Die furchtbare That im Phönix-Park hat gezeigt, wohin der aufgestachelte Wahnsinn cickr kleinen Partei sührt und Leute, wie Roffa, sind nicht nur eitel daraus, sür diesen Meuchelmord mit veranZwortlich gehalten zu werden, sie sind es in der Tbat wirklich. i

UeverProdu?ttsN ,

Stliles überall und uls Ursache :ber meisten wird wenigstens von den :Aröeitgebern die Ucder-Produktion" zum Sündenbock gemacht. Das ist denn freilich ein Sündcnbock, der sich überall hineingedrängt hat, der keineswegs auf die Eisen-, Stahl-, Kohlen- odcrBaumWollindustrie oder auf einige Dutzend weitere Gewerbzwelge beschränkt ist. Die ganze Welt leidet in jeder einzelnen Branche an Ucbcrproduktion, und es giebt in dieser Beziehung zwischen unmittelbarer und mittelbarer Produktion kemen Unterschied. Zur letzteren gehö rcn Aerzte, Advokaten, Bankiers, Agenten, Sensale, Mäkler, Prediger, Sterne" der dramatischen Kunst und der Minis. Selbst Leute, deren Thätigkeit das ccntradictatorische Gegentheil jeder Produktion zu. sein scheint, werden überproducirt, man braucht nur die Tramps auf den Landstraßen und die Bummler cn den Straßenecken der Städte ln's Auge zu saften, um sich zu überzeugen. Ja sogar an Politikern findet eine Ue berproduktion statt, in jedem Flecken und Weller giebt es zehnmal mehr, als nötbia und wünschenwcrth, und ihre Zahl wächst mit der Größe der Städte in geo metrischer Progression. Aus Seiten der bessern Hölste der Menschheit wird zu viel producirt, nicht sowohl von imsern braven und fleißigen Frauen, als vielmehr von alten und jungen ehrwürdigen Damen, die in Versammlungen sür Temperenz, Gesetz und Ordnung" sich breit machen. Und sehen wir die Wunder von Ueberproduktion, welche unsere Legislaturen liesern ! Hochweise Gesetze, die sich nimmer erschöpfen und leeren, als ob jedes derselben eine noch weisere Rachkommenschast und bcutut schlienltch die Slntfluth herbelsuhren wollte. Die Ueberproduktion ist die Quelle alles Uebels, der gegenüber die schlechte Ernte des Vorjahres, die zwe:selhasten Aussichten des Frühjahrs, die geminderte Skauskraft des In- uno Auslandes und die mit den Lcbensmitteln getriebene fluchwürdige ' Spekulation kaum erwähnt werden. Sclbstverständ lich . wird diese Spekulation schließlich ihre eigenen Erzeuger fressen, aber diese haben bis zu ihrem endlichen verdienten Bankerotte unendlich viel- böses angerietet Lclchkttvcrbrnttung. Garibaldi's letztmillige Anordnung, seine Leiche zu verbrennen, welche tech nischer Schwierigkeiten wegen bis aus Weiteres verschoben worden ist, entstammt sicher der Ueberzeugung des axo ßen Mannes, daß die Cremation eine unabweisbare Forderung unserer Zeit ist und mit jedem Jahre mehr wird. Garlbaldl. hat über die Einheit und Größe seines Vaterlandes rn: deffen Ge deihen nach jeder anderen Richtung hin vergeffen. Die Aufgaben einer Eorrektion der Tiber und der Entsumpsun der Romagna beweisen, welche richtige Erkenntniß von der Wlchtlarcn sanitärcr Fragen Garibaldi.hatte. Mag ihm nun auch als dem Bewohner eines Landes, auf deffen Boden Generationen und Generationen nach einander und oft in in wunderbarer Weise dicht an einander aewohnt haben, die Nothwendigkeit der Leichenverbrettnung besonders einleuchtend gewesen sem, so genügt eö doch, da ran zu erinnern, daßBeaconssield sicher des guten Beispiels wegen die Ver. brennung seiner Leiche anordnete, und daß Gambetta eines der ersten Mitglle der Pariser Gesellschast für Cremation war. In den Ver. Staaten ist im Allgemei nen ein gleiches Bedürsniß nicht vorhan den, und doch muß auch hier jeder zugestehen, daß schon zetzt die Fnedhöse Greenwood und Calvary in Brooklyn, N. Y., mit ihren dichtbesiedelten Wohnhausern in unmittelbarster Nähe, daß der Woodlawn Friedhof, den New Z)ork selbst einzufassen beginnt, Befürchtungen sür die nächste Zukunft erregen müffen. In New Orleans gestattet daö Erdreich nicht, die Leichen ausreichend tief zu bestatten; die letzteren werden daher rn1 oberirdischen Grabgewölben ausbewahrt. Aus diesen verbreiten sich schon jetztAuS dünstungen, derenBeseitigung ohne prin cipielle Aenderung der Bestattungsmethode nicht möglich ist. So ist es auch bei uns schon ganz an der Zeit, daß Vorurtheil und Sentimentalität einer vernünftigen Neuerung weichen. Die Rücksicht aus die öffentliche Gesundheit fordert dies, Bedenken der Justiz können durch vernünftige Gesetze gegenstandslos gemacht werden, die Kirche hat im Gro ßen und Ganzen ihren principiellen Wi verstand aufgegeben, und die Empfind samkeit hat niemals in irgend einer Frage weniger Berechtigung, minderen Grund zu unverständiger Opposition gehabt, als in dieser. Garibaldi's sterbliche 'Ueberreste sind zur Zelt noch in einer Grust aus Ea prcra beigesetzt, aber schon die von ihm getroffene Bestimmung beweist, daß er noch Mit seiner Leiche der Menschheit zu dien;, ein Vorurtheil beseitigen zu hel sen beabsichtigte. Unsere früheste Seldeninduflrie. Die letzte von dem Censuöbureau veröffentlichte Monographie ist die Wm. C. Wyckoss's über die Scidenindustrie der Ver. Staaten. ES ist dies die auS sührllchste Schrist, welche bisher über diesen Gegenstand veröffentlicht worden ist. Es heißt da u. A. : Es wurden schon in den Jahren von 1731 bis 1755 251.Psund Rohseide aus Nord-und Sud-larollna nach England expornrt, nachdem man zuerst in Virginien mit der Seidenraupenzucht begonnen hatte. Von Süd-Carolina- aus kam dieselbe nach Louisiana, und der bekannte John Law von der Mississippi-Compagnie gab daselbst zu dem Anpflanzen der ersten Maulbeerbaume Veranlaffung. Wann kam die Seidenindustrie auch nach Geor gia, und schon im Jahre-1835 nahm Gouverneur Oglethorpe acht Pfund Seide mit mach England und machte sie der Königin Caroline zum Geschenk.

Im Jahre 1725 machte in Pennly! vanien John Logan die Penn'sche Jamilie uus den großen Vortheil der Seidenraupenzucht aufmerksam und einige Jahre später wurde dieselbe von der englischen Regierung, welche den Manusacturen in den Colonien einenHcmmschuh anzulegen trachtete, in jeder Weise degüüstigt. Bcrijamin Franklin und John Hughes schenkten derselben gleichfalls ein reges Interesse, ebenso diePtzilosophical Society" von Philadelphia. Benjamin Franklin schrieb während seines Aufenthaltes in London an seine Freunde in Amerika wiederholt über das Anpflanzen und die Pflege dcrMaulbeerbäume, und im Jahre 1770 wurde in Philadelphia eine Anstalt errichtet, in welcher schon in dem genannten Jahre die Faden von 2.3 0 Pfund Eocons abgewickelt wurden. Namentlich wird einer Frau Susannah Wrighl Crwähnung gethan, welche aus den Seidcnfäden, die sie von den von ihr gezüchteten Cocons gewann, ein Stück Seidenzeug von G0 Mrds vebte, aus welchem eine Robe sür die Königin Charlotte angesertigt wurde. Durch den NcvolutiouSkrieg und die demselben vorausgehende feindliche Haltung des Mutterlandes den Colonie'n gegenüber wurde die Seidenindustrie Pennsylvanien's langeZeit unterbrochen und erst im Jahre 1793 wurde dieselbe in bescheidener Weise wieder begonnen. Im Jahre 1825 wurde der heimischen Seidenindustrie vom Congrcß zum ersten Male irgend welche Ausmerksamkeit geschenkt. In Pennsylvanien wurden bald daraus sechs Aktiencompagnien gegründet, welche in großem Maßstabe die Seidenindustrie betreiben sollten. Die-

selben fallirten jedoch sehr bald, und als im Jahre 1811 die weißen Maulbeerbäume in Folge einer Krankheit überall in den Äer. Staaten abstarben. da war es vorläusig mit der Seidenraupenzucht und der Seidcnindustrie zu Ende. Ueber das Wiederaufleben derselben in den letzten zwanzig Jahren ist bereits früher wiederholt berichtet worden, wobei zugleich darauf hingewiesen wurde, daß die Ver. Staaten sich immer mehr der Zeit nähern, in welcher sie Hinsichtlich ihres Scidenbcdarss von der alten Welt unabhängig sein werden. Die Bundesregierung und die Eisenbahnen. Die Bundesregierung befindet sich den Eisenbahnen gegenüber in einer' sehr üblen Lage. Ein Congreßcomite hat sich seit vier bis fünf Monaten mit den Land Grants' der Eisenbahnen beschästigt. es hat selbZ!vcrständlich festgestellt, daß dle Eisenbahnen die in Frage kommenden Ländereien in Besitz genommen haben, ohne jedoch den Bedmgun gungen, unter welche, sie ihre Freibriese erhielten, nachgekommen zu sein. Fer ner ist aber auch das Comite zu der Einsicht gelangt,, daß sich gegen die Eisenbahnen nichts unternehmen laßt um sie zu zwingen, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Und das scheint immer der Fall zu sein, wenn es sich um eine Uebervoriheilung der Bundesregierung durch große Korporationen handelt. So hat das erwähnte Comite zum Beispiel constatirt, daß die Kansas - Pacisic - Eisen dahncompagnie seit sieben Jahren der Bundesregierung dieZahlung vonPIOO.000 vorcnthält. Das würde aber einem andern Gläubiger gegenüber, als der Bundesregierung, gar nicht möglich sein, ohne daß seitens desselben Alles aufgeboten würde, um in den Besitz seines Geldes oder entsprechender Aequtvalente zu kommen. Die genannte Compagnie bat aber die Zahlung nicht gemacht, weil sie es sür vollständig überflüssig halt, sich Patente sür Ländereien ausstellen zu lassen, die sie längst im Besitze hat, die sie zum Theil bereits an Ansiedler verkaust oder aus die sie Geld ausgenommen hat. Aber sie begnügt sich nicht allein damit, das der Bundesregierung schuldige Geld nicht zu bezahlen, sondern es kommt ihr auch nicht im Entserntcsten in den Sinn, sür die Ländercien Steuern an den Staat Kansas zu entrichten. Dabei gewinnt aber nicht nur die Eisenbahncompagnie, sondern auch derjenige, welcher Land von ihr kaust. Und diesem gegenüber muß sich die Bundesregierung mit ihrem Congreß, ihrer Executive, ihrem Justiz departement und ihr; Auditor sür Eiscnbahn Angelegenheiten vollständig passiv verhalten. Sie muß sich betrugen lassen, wie das kein Individuum und leine Aktien - Gesellschast thun würde. Das Comite ist bei der Untersuchung dieser Angelegenheit zu der Einsicht ge langt, daß die Thurman'sche Bill diesen Fall und andere ähnliche Fälle nicht berührt, und empfiehlt daher eine solche Amendirung der Bill, daß die Eisenbahnen zur Abtragung aller ihrer Schulden an die Bundesregierung gezwungen wer den können: Halle, 25. Mai. Gestern verschied nach kurzem Krankenlager der Geh. Bergrath a. D. Hr. Ferdinand Ebers im 8. Lebensjahre. Der Verblichene war in weiten Kreisen bekannt. Die Spiritus se Händler und Wirthe .in Boston und Umgegend haben eine Gesellschaft gegründet, um ihre Interessen u wahren und ihrem Geschöstszweiß ine ebenso geachtete Stellung zu vttschassen, wie sie die am meisten begünstigten Geschäftszweige be sitzen." Pliil. Kappaport. NcchtSattwalt, 95 Sst Masfiingtou Str., Zimmer 12 und 18. IadlanapsliS, Jnd

Tcr Mai in Texas.

Wenn wir uns unseres nassen und kühlen, ja oftmals kalten diesjährigen Wonnemonats erinnern, berührt uns wahrhast wohlthuend, was die Fr, Pr." in San Antonio über den Mai inTexas zu berichten hat : Selten hat uns ein Mai in Texas angenehmeres Wette? in Texas gebracht, als der diesjährige, gleich angenehm für den Ackerbauer, wie für die Bewohner der Städte. Mit Ausnahme weniger heißer Tage, an denen das Barometer i;:r 90 Grad hinauflief, war die Temperatur frisch und kühl, behaglich im höchsten Grade, und die Nächte zeichneten sich ganz besonders durch ihre Kühle aus. Dabei regnete . a . O i c . es vvii cu gu Jeii, uno in einzelnen Gegenden sielen tüchtige Schauer. Immer mehr kommt die Thatsache zur Anerkennung, daß die Ernteaussichten glänzend sind. Der Weizen ist zum Theil schon geeinter, und der Ertraa ist besser, als man noch vor kurzer Zeit annahm. i t mehr Weizen in TcxaZ gesät worden, als in früheren Jahren, und hoffentlich wird bald die Zeit kommen, wo wir Weizen exportiren können. statt ihn importiren zu müssen. Baumwolle und Welschkorn stehen herrlich." Dorn Jnlanve. New N o r k'S neueProduc tenbörse, deren Grundstein am 7. d. Mts. gelegt worden ist, wird einer der colossalsten Handelspaläste der ganzen Welt werden. Die Baukosten sind aus $3,000,000 veranschlagt und werden von den 3000Börsen-Mitgliedern durch Aktien von ie $1000 ausgebracht. Eine sehr glaubwürdige Geschichte wird von Nichmond, Va., ge meldet. Der Rcv. John Jasper daselbst, der bekannte Heilige, der sich die Sonne um die Erde bewegen läßt, hat unter anderen mißrathenen farbigen Strolchen, auch einen Schuler, der hart näckig lügt. Neulich war dieser davonge lausen und entschuldigte dies wiederum mit einer offenbaren Unwahrheit. Der farbige Herzenskünder sagte ihm: er lüge doch wieder, aber der Bcngel antwartete : Wenn er diesmal lüge, solle ihn Gott aus der Stelle stumm machen." Im nächsten Augenblicke war der Junge stumm. Man sollte den farbigen Pastor gegen die Sternpostdiebe und anderes Gesinde! loslagen, wenn die Gesellschast bei jeder Lüge stumm wird, so wäre dies eine außerordentliche Wohlthat. Die Untersuchung der unglaublich gemeinen Behandlung der Auswanderer aus dem niederländischen Dampser Nemesis" möge sein Name sür die Gesellschaft zur Wahrheit werden sördert immer entsetzlichere Details zu Tage. Ein gcwiffer Wegtee hatte mit Gattin und zwei Kindern das Schiff in Amsterdam in. ausgezeichneter Ge sundheit betreten. Kurz nach der Abfahrt wurden die Kinder in Folge des ihnen verabreichten fauligen Wassers krank. Mit dem sterbenden jüngste Kinde in den Armen eilte die Frau durch das Schiff und flehte um den Beistand des Arztes. Dieser saß in seiner Kabine und hatte angeordnet, daß er nicht gestört sein wolle. Jetzt sind beide Kinder todt, und die Frau liegt wegen Mangels an Pflege 'And in Folge der verdorbenen Nahrungsmittel krank auf Ward's Js land darnieder. 20 Menschenleben wur den bis jetzt aus dem Schiffe gemordet. Der Chefarzt Dr. Tuttle in dem Ein-wanderer-Hospital sagte aus, daß er einen kläglicheren Zustand der Passagiere noch' in keinem Schiffe angetroffen habe. Und dies alles nach einer kurzen und, was das Wetter anlangt, günstigen Fahrt ! Das Con greß-Co m ite für Drucksachen empfiehlt, für den Gebrauchs der Herren Repräsentanten 1000 Zkarten der Ver. Staaten anfertigen zu laffen. Das macht auf jeden der Herren ungefähr 30 Stück und scheint auf den ersten Blick ein wenig viel. Aber freilich, wie der Lehre? sich minder begabten Schülern gegenüber damit hilft, daß er ihnen Buchstaben, welche . dieselben sich nicht einprägen können schließlich in riesigen Dimensionen vorführt, so ist es vielleicht die Ansicht des Comite, diese Karten überall anbringen zu lassen, wo nur Reprösentanten verkehren, also ganz abger ... o. k. OI ) jenen von ver Vigungsyaue n oen jic ftaurationen und Corridoren des Capitols, über jeder Badewanne, neben je dem Barbierstuhl, in den Schlafzimmern der Volksvertreter und namentlich auch an jenen discret verschwiegenen Plätzen, wo schon mancher große Gedanke geboren und vergeffen worden ist. Aus diese Weise könnte man es vielleicht in nicht zu langer Zeit erreichen, daß kein Nepräsentant mehr glaubt, ein Jndianerausstand im fernenWesten könne in ein paar Tagen, von Sheridan's Hauptquartier Chicago aus unterdrückt werden. Vor der historischen Gesellschast" in New York wurde dieser Tage die Behauptung debattirt, daß nicht Thomas Jefferson, sondem John Dickinson der Vcrsaffer der Unabhängigkeits'Erklärung sei. Beide Männer gehörten dem Comite an, dem der Entwurf der Erkläruug übertragen war und in Jcsserson's Memoiren von ihm 1821 im 77. Jahre seines Lebens begonnen findet sich folgende Stelle : Mein Entwurs einer Erklärung über die Gründe, die uns veranlaßten, zu den Waffen zu greisen, war Freund Dickinson zu schroff. Er hoffte noch immer aus eine Aussöhnung mit dem Mutterlande und wir baten ihn, cineErllarung, die seiner Auffassung entspräche, zu entwerscn. Dickinson arbeitete hierauf eine ganz neue Erklärung aus, die von der meinigen nur die letzten Ü Paragraphen adoptirtc. Wir waren mit dieser Erkläruug einverstanden und berichteten solche an den Cougreß." Von anderer Seite wird diese Darstellung Jefferson 's einem Irrthume, der aus diffcn damals geschwächtem Gedächtnisse beruht, zugeschrieben. Das Oligiual der Erklärung

ist von Dickinson' Hanv gqa)ri'eoeu die historische Gesellschast bemüht sich, weiteres Material für b'n Richtigkeit der einen oder der andern Ansicht zu sammeln. Mehrere unserer HauptEisenbahnlinien beabsichtigen dem Vernehmen nach, cine Anzahl guter Biichcr in den PassoierLagen zn freier Benutzung der Neijenden anbringen zu laffen. Es wäre dies ein Verdienst, nur sollte damit gleichzeitig die Fcrnhaltung der fliegenden Buchhändler" verbunden werden. Man braucht hier zu Lande leine sehr großen Reisen gemacht zu haben, um zu wlffcn, welchen Schund von Literalur diese zudringliche Mcnschcnklaffe dem Publikum bietet. Manche Gesellschaften, sowie . manche anständige Condukteure dulden zwar nicht, daß mit diesen obscönen Schund ganz offenkundig Handel getrieben wird, aber Jung-Amerika" braucht nur einen solchen Bummler von Büchcrver käufer verständnißinnig anzublinzeln, um umgehend zu erhalten, was so ein jung-amerikanischcs Herz begehrt. und das ist vom Gemeinen das Gemeinste. Eine fernere Wohlthat wäre es, wenn die Direktionen auch noch denjenigen Bummlern das Betreten der Züge ver bieten würden, die mit ordinärem, ost schädlichem Candy und schwindelhaftem PreisCandy Handel treiben, sast auS nahmslos jungen, krüstigen Männern. Den tugendhasten Tempe renzlcrn ist ein neuer Ersatz sür den bösen Alkohol geworden. Nitro-Gtycerin ist zwar das furchtbarste in Anwendung kommende Explosions-Mittel, das furchtbarste bekannte .bekanntlich nicht entsernt, aber in' kleinen Dosen wirkt es beiuhigend und niederschlagend, in größeren Gaben berauschend. Somit verfügen die edlen Temperenzler zur Zeit Über Opium.Morphium, Chloralhydrat, Haschisch und Nitro-Glycerin, und während ein Abstinenzmann sich mit letzterem berauscht, kann er es dem Sünder, der ein Glas Wein oder Bier trinkt, unter den Stuhl, legen und so. die Menschheit von einem Scheusal befreien. Ein großes Unglück e reignete sich dieser Tage in Scotland, Dak. Die Frau des Kuhhirten Stolt versuchte, als die Kuhheerde hereinkam, den Bullen von der Heerde zu trennen und ihn in seinen Stall zu bringen, als derselbe sich wüthend aus die Frau stürzte, und dieselbe mit seinen Hörnern hoch in die Lust schleuderte. Die Unglückliche fiel besinnungslos zur Erde und die Bestie perfekte die bedauerns-

werthe Frau derartig, daß die zur Nettung Hee:?ilten einen fast leblosen, schrecklich' n!''melten Körper im BUite schwimmend . .den. Dorn ?luiitii9f. Dichter v o n B e r u s n u d andere geistreiche Leute pflegen selbst in jenen exollido ernsten Versammlungen, denen das Monopol staatSmännischer Weisheit in Erbpacht eigen, den Parlamenten, bisweilen ein Späß chen zu machen. Also erhob sich auch dieser Tage der. Dichter Maurus Jokai im ungarischen - Abgeordnetenhause und erklärte: Ich-muß das geehrte HauS um Verzeihung bitten, daß ich neulich, als der Abgeordnete Gras Apponyi sprach, im Hause nicht anwesend war. Es ist ein Irrthum des stenographischen Berichtes, welcher-besagt : Moriz Jökai war damals nicht im Abgeordnetcnyause anwesend, und , der ganze heitere Irrthum ist aus die Stenogruphcn des Abgeordnctenhauscs zurückzuführen, welche aus der Bemerkung des Grafen Avponyi : Der Herr Abgeordnete schüttelt das Haupt", darauf schloffen, daß Jokai gegenwärtig sei. Nun hat aler der Schwiegersohn Jokai's, der Abgcvrd nete Alexander Hcgcdüs, per Prokuration das Haupt geschüttelt, und es wird schließlich vielleicht in das Protokoll gesetzt werden : Alexander Hegedüs schüttelt den Kops Jokai's." Der bekannte f r a n z ö s is ch e Aeronaut Gifford, der seinen unertiäglichen Schmerzen, von denen er be fallen, dadurch ein Ende machte, daß er seinen Tod durch Chloroform in rationeüer Weise herbeiführte, hat demStaate ein bedeutendes Legat mit dem Ersuchen zugewendet, mittels . desselben eine Anstalt zu gründen und zu erhalten, in wclcher unheilbar. Erkrankte und von uner träglichen Schmerzen Gefolterte unter ärztlicher Aussicht mit Uebereinstimmung, ihrer Familien den Tod suchen können. Einen leichten und schnellen Tod sucht man bekanntlich leidenden Thieren überall zu verschaffen, ob aber die heutige Menschheit bereits so vorgeschritten ist, daß sie dieses Princip auch aus die viel größeren Leiden der Menschen auszudehnen gestattet, ist leider noch sehr fragliche Die Wissenschaft der Medicin glaubt schon längst nicht mehr an den. alten Schwindel, daß, so lange der Athem aus und eingeht, Rettung, mögliche sei, sie weiß es, daß es Erkrankungen des Organismus giebt, welche dieMöglichkeit einer Heilung absolut ausschließen. Die. Polizei-Maßnah. men haben in Moskau eine Lage geschaffen, welche von dort kommende Personen als unerträglich schildern. Die Einwohner sind buchstäblich einer für den andern verantwortlich gemacht; die Geschäste liegen denn, auch ;dort ebenso wie hier völlig darnieder. Die hiesige Börse ist von russischen Werthpapieren, welche das Ausland zum Verkaufe hierhersendete, überschwemmt; den Zeitungen wurde verboten, über die Juden-' frage zu. schreiben, was den Gerüchten um so größeren Spielraum giebt. So wird versichert, die Polizei befürchte auch in der Residenz Exzesse, und im Innern des Neuen Marktes, wo viele jüdische Händler installirt sind, seien Kosaken postirt worden. ' Die Zahl der nach dem Auslande Abreisenden ist auffallend groß, und die Anzahl der leer flehenden Wohnungen steigt in entsprechendem Verhältnisse; es sollen deren gegen 15,000 sein.

Ami. Mai war der h undertjährige CeburtSta'g eines der popularsten Helden aus den Befreiungskriegen, des Freiherrn L. A. W. v. Lützow. Die Bedeutung des wackeren Kämpfers liegt mehr in dem, was cr gewollt und erstrebt, als waL cr erreichthat. Als er sich zuerst dcmUnternchmen anschloß und später das eigene nach ihm benannte Frcicorps bildete, da wr cr mit seinen Waffcngcnoffen Körner, Friesen, Jahr, u. A. der lebendigste Typus jener Manner und Jünglinge, welche die hcinestr Vaterlandsliebe, der brennendste haß gegen den srcmden Eroberer, die ticsste Beschämung über die Erniedrigung ihres Volkes in den Kamps trieb. Was die Lützowcr im Lansc des Krieges wirklich leisteten, entsprach nicht den Erwar tungcn, die sie selbst und Andere gehegt hatten; eigene und fremde Schuld'sow'ie die Launen desKriegsgliicks wirkten dazu mit. Aber ihr Muth, ihre patriotische Begeisterung, ihre sprichwörtlich gewordene Verwegenheit gegen einen" übermächtigen Feind, ihr Glück in kecken klei nen Strcifcreien zeichnet sie mit vollem Recht in der Erinnerung des Volkes vor allen Anderen aus, die' sich damals zu ähnlichen kleinen Corps zulammenfchlossen. Ein alter Lutzower" ist noch heute ein doppelt geehrter Veteran aus jener großen Zeit, und das schöne Körner'sche Gedicht von Lützow's wilder verwegener Jagd" gehört noch immer zu den verbreitetstcn und populärsten vaterländischen Liedern., Die englische Sekte der Sdigmacher" feierte die Eröffnung ihrer neuen Congreßhalle und Hationalkajerne in Clapton bei London. Die Congreßhalle ist wie ein Circus gebaut, mit 10 Eingängen und 54 gemalten Fenstern versehen und faßt 4700 Personen. Auf dem von Mauern eingcschlossenen geräumigen Vorplatz können Drillttbunaen". Truppenbesichtigungen" und Versammlungen im großen Style abgehalten werden. Der rechte Flügel des Gebäudes dient als Kaferne" für Frauen, der linke als solche sür Männer, und sind beidcFlügel durch einen weiten Zwischenraum getrennt. Die Schulzimmcr, Speisesälc, Bureaux :c. liegen Parterre ; in den darunter liegenden Räumen sind die Küchen, Waschzimmer, Bäckerei, Exerciersäle ic. angebracht und im ersten Stock befinden sich Ächlaszimmer für Cadetten". Etwa 5000 Heilige" nahmen an der Eröffnungsfeier Theil, die in Gebeten, Hänbeklatschen. Schwenken von Taschcntüchern, tiesem Scuszcn, lau'.em Schluchzcn, Hattelujahrufen und dem Absingen von bekannten Seligmacher-Liedern nach Minstrel-Musikhalle-Melodien bestand. Ein 100 Mann starkes Orchester begleitete aus Blechinstrumenten die Gesänge der Heiligen", die ihre Religionsübungen von Zeit zu Zeit mit den Rusen Hallelujah" und Amen" würzten, welche jedesmal öon Trompetenstößen

begleitet wurden, die den größten Ent--husianus hervorriefen. Die Sekte vermeyrt sich übrigens mit Riesenschritten. Seit dem Jahre 1878 ist die Zahl der Corps" von 50 auf 301, der Ossi-ziere-von 88 aus 015, der Sprecheroder Prediger von 1036 auf 15,392 und der wöchentlichen Gottesdienste von 68 auf 5100 gestiegen. Wenn das so fort geht, schließt sich bald ganz England den Seligmachern an! Ein e B i t te a n den Himmelsvater". Aus dem Postamte Klagen surt wurde, am 16. Mai ein Brief mit folgender Adresse aufgegeben : An Hochwohlgeborcn Herrn Himmelsvater im Himmel ober Klagensurt." Da die Post leider noch nicht in der Lage ist, Briefe bis in den Himmel zu besördcrn, mußte das Schreiben als unbestellbar zurückgelegt wcrdeu. Die offenbar vonKindeshand geschricbeneBitte ist nachstehende: Verehrter Himmelsvater ! Haben Sie die Güte, die totale Sonnensinstcrniß von 3 Minuten aus 30 Minuten zu verlängern, daß man dieselbe doch ordentlich betrachten kann. Ich glaube, c wird Ihnen keine bc sonderen Schwierigkeiten bereiten, und rechne daher aus die Erfüllung meiner Bitte ! Eine Astronomin." Dcitlsche L 'kalnachrlchten. Main z, 24. Mai. Zwischen dem hiesigen Rechtsanwalt Dr. Scherzr und dem Gerichtsaccessistcn Bölkel sand gestcrn in dem Gcnscnheimcr Wald ein Pistolcnducll statt. Der Anwalt erhielt einen Schuß in den Oberschenkel, wäh--rend der Accesist unverletzt blieb. Anlaß zu diesem Zweikamps gab eine GerichtsVerhandlung, in welcher der betreffende Anwalt bei der Vertheidigung eines Klienten Bemerkungen fallen ließ, durch welche die in der Sitzung anwesenden Accessisten sich beleidigt glaubten. Wien, 25. Mai. Die ärztliche Untersuchung des Geisteszustandes Waschauer's ist beendet. Es heißt, daß der Geisteszustand Waschauer's festgestellt ist, was sich sowohl auf die Zeit der von ihm begangenen That als aus seinen gegenwärtigen Zustand bezieht. Man erzählt als bemerkenswcrth, daß Waschauer sich als vollkommen gesund ansieht und in diesem Wahne Irrsinns ansälle in der Zelle simulirt hat ein criminalistisch - psychiatrischer Vorgang, der übrigens nicht vereinzelt dasteht. Voraussichtlich wird Waschauer wegen Gemeingesährlichkcit einer Irrenanstalt übergeben werden. Daß sein vor Gericht abgelegtes Geständniß über die Ermordung der Ballogh aus Wahrheit beruht, ist durch die Erhebungen erhärtet. Aus An halt, 24. Mai. In Scßnitz ist der bisherige Sccrclär Thalwitzer aus Ballenstedt zum Bürgermeister der Stadt erwählt und hat, wie verlautet, schon die obrigkeitliche Bestätigung erhalten. Jn Köthen feierte am Mittwoch Rentier Wallerstein daö Fest der goldenen Hochzeit unter reger Theilnähme von Familienangehörigen und Freunden. Nachmittags fand die Einseanuna des Jubelpaares in dejse