Indiana Tribüne, Volume 4, Number 264, Indianapolis, Marion County, 5 June 1882 — Page 2
Indicmä Hribüne. FöglZHs- und Sonntagsansgaöe.
Ofsicc: 2S. DelawareStr. JEatered as eccond-clasa matter at the i'ostcfiice at Indianapolis, Indiana. AbonncmeniS-Preise : Tägliche Ausgabe 12 Cts. PerLoche. EonntagSauSgabe 6 Ctö. vermumme?. Beide zusammen, 15 Cts. per Woche. ST Das Taablatt erscheint jeden Nachmit. tag um 24 Uhr. D!e ConntagöanSgabe erscheint deS Morgens. - Tribuna Pnblisliing Company. Indianapolis, Ind., 5. Juni 1882. Qln ntntt S6;windtl. Vor etwa? länger als zwanzig Iah ren zwang das Ver. Staaten Panzer schiff .Monitor: daö NebellenschiffMer riyac" bei Hanpton- Roads' sich behufs der Reparatur der Beschädigungen, die ta in dem Gefechte halten hatte, in den Hasen zurückzuziehen. Der.Merrimac wurde wieder hergestellt, später aber, als , die Eonsöderirten Norfolk nicht halten ' konnten, von diesen in dicLust gesprengt. Das Verhalten der Mannschaft dcS Monitor" war bei dem Nencontre mit dem Merrimac ein auSgczeichncteS ge Wesen, der Congrcß votirte ihm dcnDank der Nation, und der damalige Kapitän des Thurmschisses, damals im Range eines ersten Lieutenants stehend, ist jetzt Admiral. Jetzt, nach zwanzig Jahren, ist der .Autrag in dem Kongresse eingeFracht worden, den Offizieren und der Mannschaft des .Monitor" die Summe von $200,000 zu bewilligen und der Senat hat diesem Antrage bereits zugestimmt. In dem Antrage ist als aus 'ein Präceden auf die den Offizieren und der.Mannschaft des..Kearseage" für Zerstörung der .Alabama" bewilligten $190,000, und aus daö Gesetz Bezug ge nommen, Kelches für die Zerstörung feindlicher . Fahrzeuge im Kriege . die Gewahr besonderer Gratifikationen vorschreibt. Nun hüt aber der Kongreß seiner Zeit ' die dem .Kearseage" bewilligte (Sratipiio11 wesentlich höher normirt, als das Gesetz gestattete, ferner handelt es sich nicht um eine Zerstörung des .Merrimac" durch den .Monitor" und endlich sollte das ganze Gesetz zehnmal eher abgeschafft, als auf Fälle wider Recht' und Gerechtigkeit ausgedehnt wer den, die -nicht unter dasselbe gehören. Die von dem erwähnten Gesetze vorge schrieben: Gratifikationen erinnern an die sogenannten, Privat-Kreuzern im KricgSsalle gewährten, Prisengelder, und Senator Logan bemerkte während der Verhandlung 'der Angelegenheit sehr richtige daß . die Armee vxi größerem Rechte den .Betrag des von ihr dem Feinde zerstörten Eigenthums als eine ihr zustehende Gratifikation verlangen könne, als die Osfiziere und Mannschaf ten des Monitor"-für die Vertrei bung dcS .Merrimae dessen Werth. x Ein Theaterskandal in Belgrad. Bei Gelegenheit der Aufführung deö französischen Stückes .Rabagas" von Sardou, kam es am 11. Mai in Belgrad zu einer großen Demonstration, welche noch manche verhängnißvolle Folgen nach sich ziehen dürste. Trotzdem gegen die Aufführung deö Stückes sich eine große Opposition zeigte, gelang es doch, dessen Vorstellung durchzusetzen. Der Andrang des Publikums in'S Theater war ein enormer. Alle höheren und mittleren Lehranstalten, Druckereien und Werkstatten der Stadt waren stark vertreten. Aber auch die höheren adclzgen Gesellschaftsklassen fanden sich ein. Gleich zu Beginn des ersten Actes, als der Schauspieler im Dialoge erklärte, .wenn der Fürst nicht brav sei, werde ihn das Volk wegjagen", erdröhnte von allen Seiten srenktijcher, demonstrativer Applaus. Und als bald hierauf im Dialoge das Volk cn canaille" tractirt wurde, ging der Skandal los. Gellende Pfiffe, Eri ctis, Geheul und .Gequüke,- betäubende Klappern mit sogenannten Ratschen ertönten aus dem Parterre und von den Gallerien, ja sogar aus einigen Logen. Eirnge anwesende Gendarmen drangen in's Parterre ein und machten Miene, einige Excedenten sestzunehmeu. .HinaüS mit der Polizei !" schrie man von allen Seiten. Als jedoch Einige aus dem Publikum handgreiflich wurden, zog die Polizei vom Leder und hieb aus die Exredenten los, doch Mit flacher Klinge. Der Anblick der blanken Waffen steigerte den Lärm zur Raserei. Frauen fielen mOhnmacht und wurden weggetragen. Patriotische Anndea an daö Publikum wurden versucht. Unterdeffen sammelte sich eine große lärmende Menschenmaffe vor dem Theater an, cie eine immer drohendere al tung annahm. Steine flogen gegen die Tyealer-atzave uno zerschlugen einige Fenster. Alle Equipagen wurden mit Uharufen begrüßt und mit Steinwürfen tractnt. 20 Personen wurden verwundet. ' Eine romantische Legiölaiurvlll. Der New Norker Legislatur ist dieser . Tdge von HerrnFarrar aus Onandaga, einem Mitglied des Repräsentanten hauses, eine Bill unterbreitet - worden, " errx nach velyer oic zwljwen Äjani Zwar ratb und Emma A. Sawyer abaeschlos sene Ebe für null und nichtig erklärt werden soll.-. Der Eheroman, in velchen die beiden genannten Personen die 5iaudtversonen sind, ist ein ebenso seltsamer, wie kurzer EmsaJSawyer und Daniel Walralh'wuchsen mit einander zu Ehittenango, N. I., aus. Sie besuchten mit einander die Schule und blieben auck naö Nlaüf der Schuljahre zu einander in einun freundschaftlichen Verhältniffe, obgleich Em'SMutter
es nicht gern sah, daß Walrath semer ehemaligen Schulsreundin alle mögli
chen Aufmerksamkeiten erzeigte, (iincs Abends, als Emma allein yx ciu"e war. kam er zu ihr und wußte t zu übereben, mit chm zu dem ersten besten Geistlichen zu gehen und sich ihm anrauen zu lassen. Wle Trauung wurde ohne irgend welche Hindernisse vollzogen. Walrath begleitete dann ferne junge Gattin nach ihrem elterlichen Hause zurück und sagt: ihr, als sie sich trennten, es sei rathsam, daß sie vorläufig nichts davon verlauten laffe, daß sie sich mit ihm habe trauen lasten. Fcruer bemerkte er, er würde sie in den nächsten Tagen nicht besuchen können, da er eine Reise nach Syracuse machen müsse. Seit jenem Abend hat Emma nichts mehr von ihrem Gatten gesehen, noch gehört. Derselbe war ein junger Mann von ruhigem Temperament, und führte ein zurückgezogenes Leben. Die verlassene r.ii! n . t.t :.t . lange aiiin ii eine jeue unjuysuje Erscheinung ; sie ist jetzt einundzwanzig Jahre alt und wohnt in est'roy. Da sie seitens der Gerichte keine vollständige Scheidung erlangn. kann, so hat sie sich nunmehr um eine solche durch Herrn Farrar an die Legislatur des Staates New .jork gewandt. Die Hetzen in Rußland. (PeterSb. Corr. Ux Riln. Ztg." 19. Kai. Durch ganz Europa geht ein Schrei der Entrüstung über die mittelalterliche Scheußlichkeit der russischen Greuel, vor denen die Juden nach allen Wcltgegcnden auseinanderstieben. Wir Deutsche haben besondern Grund, mit banger Sorge diese Bewegung zu verfolgen; denn eö ist nur zu wahrscheinlich, daß die Fluty, welche jetzt über den Juden zusammenschlägt, sich im wcitcrn Verlaus gegen unsere Landsleute in Rußland wenden wird. Der volkstümliche Haß gegen die Deutschen hat ähnliche, wenn auch mcht dieselben Ursachen, wie jener gegen die Juden. Jedes große Culturvolk strömt nach ewigen Naturgesetzen den Ueberschuß seiner Kraft nach der . n orr ? v n i ctiic ocs geringsten Ä)iocrslanoes aus. So überschwemmt seit Jahrhunderten das deutsche Volk das Reich der Rurik mit seinen Söhnen. Beide Theile, der Empfangende und Lernende wieder Gcbende, befinden sich vortrefflich dabei; das russische Volk wurde durch diese Pioniere der Cultur seiner tatarischen Barbarei entrmen. Aber Mit unausweichbarcr Nothwendigkeit kommt eine Zeit, wo das ausstrebende Volk die Fremdlinge los sein möchte r es möchte selbst die jungen Kräfte gen und fühlt, daß es doch im Wetteifer mit den stärkerenFremden noch nicht, siegen kann. Da verlangen die Msssen nach Schutz gegen den überlegenen Deutschen, damit sie Zeit finden, ihre Kräste zu derjenigen Höhe zu entwickeln, die ihnen gestattet, im Kampfe mit gleichen Wagen zu bestehen. Regierungen können eine solche Bewegung des Volksgeistes fördern oder hemmen. aber sie m'S Leben zu. rufen vermögen sie nicht. Der Deutschenhaß ist also einfach .ezneNarnrerscheinung,' an der Menschen, ichl'sondÄliaviel zü.7ändern vermögen rntf dem gegenüber Sittenrjchterer vöm. Standpunkte der Privatmorali- von. einem ziemlich kurz angebundenen Aüffaffungövermögen zeugt. ES ' handelt sich' hier um einen naturnothwendigen völkerphysiologifchenVoraana ; : wie em aclunder, lebenssrischer Organismus l gegen äußere Störungen e trr i r.tt. .ctVi o ... es x.r 5 i t . je seines voyivennocns ausrviagi, o aucu die' Völker," wenn sie nicht geradezu froschblütig 'und temperamentlos sind oder aber durch den furchtbaren Druck eines gewaltigen Polizei-Apparats in ihren natürlichen Regungen beengt werden ; ein dritter Hinderungsgrund kann beiden Russen gar nicht m Betracht kommen : bei den westlichen Völkern ist nämlich die fortschrittlich-manchesterliche Anschauung, welche die Menschen als unbedwgt gleich ausfaßt und nur Einzelmenschen, keine Raffen kennt, vielfach zum Vorurtheu breiter Massen geworden und hält so das Volk von der natürlichen Reaction zurück. Aehnttche, aber etwas anders geartete Ursachen liegen dem russischen Judenhaß zu Grunde. Btt dem Deutschen ist es die harrnornsch entwickelte Ueberlegenheit deS Culturträgers, die das Ruffenthum zur Welt reizt; bei den Juden entflammt die einseitig hervorgetriebene Ueberlegenheit auf dem Gebiete deS Handels die grausamen Triebe der Maffen. Man kann sich von der Anschauung unserer jüdischen Mitbürger aus nur schwer eine Vorstellung von den russischen Provincialjuden ma chen, die nach allgemeinem Urtheil nicht gerade zu den Zierden der menschlichen Gesellschaft gehören. ÄelchcS aber auch die Gründe fein mögen, die Vorgänge der letzten Zeit laffen in dem Menschenfreunde leider nicht das Vertrauen auskommen, da die entsetzliche Bewegung, deren Zeugen wir sind, in absehbarer Zukunst für immer unterdrückt werden wird. US China und Korea. Der Nck durL Bildnna und 5!ntelligenz auszeichnende Chinese BoungWing ist von seinem bisherigen AufenthaltsnrU ftnnrt. (Tnnn.. rrnrfi kbina v y v V V ' " rrrrflst. um hnr hnTiln m wkrkm. bah den chmesischenStudenten gestattet roird, v. or - r i i n j W in vie iücr. raan mruujuuytcu uuu f tr rfir ßfStn tnlfhr anfzunebmen. 99 w w Ct ... r . . cm . .. ' V 1 . V . um z. vor. 'DLon. rouroe er vun viui Vittkönigvon Liangyu, LiHungChang, . r ... . . . .j n t? Emninnnpn : nr lenikre 111 tut die ddii ZZung Wing . nachzufucheade Erlaubniß, sein Einfluß inLelutg ig abet in Folge mehrkaSer Jntriauen seiner Geaner sehr gesunken. , Am 19. April starb Ehang's amt.L . cr , .. ... . erv v.., ..v 4Mv. vw.t vn v w v... müssen den Verlust ihrer Mütter zwei Jahre hindurch in strengster Zurückgezogenheit ' betrauern. Durch kaiserliche Nf?s,1rtiitM kslim ritei strtff ni,s f tttthit iiriiTTPT iTnn iisnTTTr nnn ivinrin 'nnnnr m-mm-mwwm - w m j , Tage abgekürzt- werden, Chang hat hierum nachgesucht aber seine Feinde bieten Alleö aus, 'eine abfällige Bescheii c-cx...c:seA. f& i r 4 VUNg i((V(i5Uuyivu un5 iyntu hl8 (rt.m kbana'8 EinNun döllia und sür immer vernichtet, Jbtnn tit ihm bis
zum 19. April 1881 ausgeoruttrttc thätigkeit werden seine Gegner zu seinen: Sturze ausbeuten. Einkn mächtigen Bundesgenossen ha! Wing in b:m cr";er. Selretär im Departement dcAuSwar tigen in Peking, C5)in Lau Pin, früherem chinesischen Gesandten in Washington. Wing ist daher nach Pekirg weite? gereist. AuS Korea wi:d gemeldet, dß rrn dort dem EintttZ'en ' dcZ Com:nodore Shufeldt mit großer Spannung cntlcgensicht. Der König steh! zauste zwei Parteien, deren eine das Land dcn Ausländern öffnen, deren andere dasselbe hermetisch versch'offcn haücn ill. Ä!an glaubt, die RegierunJ werde sich für die Zulaffnng von AuLländern entscheiden und einer Anzahl römisch-katholischer Missionäre söll sch?n in nächster Zeit gcstattet werden, ire Missionsthätigkeit in Korea zu beginnen.
.o Zunahme unserer N;t5fu!)r. Das SchahJi.'itZdcparteL'.ent lai dieser Ta?.e statistische Mittheilungen derössentllcht, üvl welchen aus daSDeuüich ste ersichtlich ist, welche gewaltige Fort schritte unser Anssuhrgcschäst in den letzten zwanzig Jahren gemach! hat. Nach diesen Angaben wurden im Jahre 1800 nicht mehr als 4,155,15:5 Äushcl Weizen crvortirt, während die Ausfuhr desselben Artikels im Jahre 18SI die Höhe von 150,505,477 Bushcl erreichte. Die lchtjährige Weizcnausfuhr wurde ütamen Der Ervort von Weizenmehl hat sich seit dem Jahre 18C0 vl?n 2,G11,50C Barrels bis zum Jahre lsSl aus 7,Ö45,78si Barrels gesteigert. Im Jahre 1LL1 detruji der Maisrxvort 10. 7 8.244 Bushcl. 1881 dagegen !)l.!)08.175 Bu shcl. D:c Ausfuhr von cinhelmischcr Rohbaumwolle hat sich von Z):3,&37,413 Pfund imJahre 1872 aus 2,1'.)0.028,722 Pfund im Jahre 1681 gesteigert. Im Jahre 180:! vclles sich der Werth der ausgeführten verarbeiteten Baumwolle aus $2,ÜCG,4H, dagegen im Jahre 1881 auf $13,571,387. De? Export von Schafwolle wuchs seit dem Jhrc 1802 von 1,480,341 Pfund biL 1881 auf 5,578,989 Pfund an, während in dem ledtgenanntenJahre 289,385.247 Pfund für den einheimischen Verbrauch zurückbehalten wurden, welcher Äerbraucy sich im Jabre 1802 auf nicht mehr alö 130.41,720 Pfund belicf. Schlich'ich geht aus jenen 'Mittheilungen noch hervor, dan sick der Tonnenachalt der in unfercn Häfen ankommenden amerikanischen und sremdcnvchisse seit dem zayre ILöl von 4,167,481 bis zum Jahre 1881 auf 15,630,541 Tonnen vergröbert hat. Ehen von Ausländer::. Eine höchst wichtige Entscheidung bat soeben daL Obirgmt des Staates Illinois abgegeben. Ein Mann, der nie daS- amerikanische Bürgerrecht crlcnat hat, verheiratete sich vor 30 Jahren mit einem Mädchen, das er auf der Rückreise aus seinem alten Vatcrlande, Württembcrg, kennen gelernt batte, in New Aork. Beide ließen sich in Chicago, wo der Mann schon vor seiner Reise nach Deutschland ausgedehnten Grundbesitz erworben hatte, nieder. Mit dem Em porblühcn Chicago's wurde der Mann zum . Millionär. Vor ungefähr zehn Jahren ging er mit seiner Gattin nach Württemberg zurück, die Ehe wurde unglücklich und von den Württemberg Gerihten ans dem Grunde getrennt, weil sie ohne specielle Erlaubnis des Kö nigs von Württemberg abgeschlossen, mithin nichtig sei. Die geschiedene Frau ging nach Chicago zurück, der Mann heirathete anderwcit, starb vor ungefähr zwei Jahren und hatte seine: zweiten Frau sein ganzes Vermögen testamentarisch vermacht. .Der größte Theil deS selben b. steht in dem Grundbcsihe in Chicago, der von einem Agenten des Verstorbenen verwaltet wurde. Die geschicdcne Frau focht das Testament an und behauptcte,sie sei diccinzizcFrau, die rechtsgültig mit demErblasscr verheirathet gewesen sei. Ihre Ehe sei in New ZZork und in Gcmäfheit der dortigen Gesetze abgeschlossen, worden, und lediglich die letzteren, nicht aber diejenigen des Königrcichs Württemberg seien bei Bcurthcilung der Gültigkeit der Ehe maßgcbend. Die Scheidung fei nichtig und die. Ehe der zweiten Frau ungültig. Die geschiedene Frau hatte auf Herausgabe des von ihrem Ehemanne hinterlassenen Grundbesitzes in Chicago geklagt. DaS.Odergcricht hat die Klage abgewiesen und motirirt die Entscheidung im Wesentlichen, wie folgt : Im Allgcmci nen sind für die Beurtheilung jedes Vertrags die Gesetze des OrtcS maßgebend, an dem dieser abgeschlossen wurde, und der nach diesen Gesetzen gültig abgeschlössen? Vertrag wird auch im AuSlande respektirt. Ausgenommen hiervon sind solche Fälle, in denen die Gcsetzecs Auslandes ganz bestimmte Vorschriften ihren LandcL-Angehörigcn gegenüber enthalten, von deren Beachtung sie die Gültigkeit ycwifscr Verträge abhängig machen. Die Ehe der Klägerin mit dem Erblasser war in New Jork und innerhalb der Ver. Staaten zweifelsohne gültig. Als der Verstorbene in Württcmberg auf Ehescheidung klagte, hatte er mit seiner Frau mehrere Jahre dort gelebt , und Grundbesitz erworben, hierdurch aber den Gerichtsstand des Domicils begründet. Da er im juristischen Sinne des Wortes nie aus Württcmberg ausgewandert ist, so war für ihn daö württembergifchc Gesetz auch hinsichtlich seiner im Auslande abgeschlossn nen Ehe maßgebend, und das Gericht in Württemberg war für dieCcheidung competent. War er aber gültig geschieden, so konnte er'auch gültig zur zweiten Ehe schreiten, und die Klägerin mußte daher abgewiesen werden, obgleich sie nach amerikanischen Gesetzen nie ausgehört hat, die gesetzliche Ehefrau des Erdlafscrs zu sein.
jedoch noch von dcijenlgcu des vorletzten JahreS übertroffen ; dieselbe dclicf sich uämlick aus 15.252.705 BuibelWeittn.
P e t r o l i u m-
Das Petroleum ist schon sei! längere: Zeit das am meisten verbreitete LeuchtMaterial. Es hat sich in allen Ländern der Welt eingebürgert und, wenigstens bki allen civilisirtcn Völkern, aLc übrigen zu Lcuchtzwecken benutzten Oele verdrängt. Man lernte es gerade zu der Zeit als ein vortreffliches Lcuchtül kennen, als die Walsische und das von ihnen gewonnene Ocl immer rarer wurden, und acccptirte es bereitwilligst als ein vortreffliches Snbstitut. Ob aber daö Petroleum, dort wo cS bi3 jetzt zum größten Theile gewonnen wurde, in Pennfylvanicn und in einzelnen Theilen des Staates New Jork, unerschöpflich sein wird, das ist eine Frage, die bereits häusig besprochen worden ist. Ein Fachmann, Hr. H. E. Wrigley. behauptet sogar, daß die meisten Petrolcumquellcn in Pennsylvanien und New Z)ork in vier Jahren aufhören wurden, zu fließen. Diese Behauptung klingt nun zwar etwas unwahrscheinlich, aber gleichwohl stützt sie sich aus Lerechnunaen. Hr. Wrigley ist der Ansicht, daß es in den beiden genannten Staaten noch et wa elf Quadratmeilcn giebt, hinsichtlich welcher man mit Bestimmtheit auf Petroleum rechnen darf, und ferner ein Gebiet von 370 Quadratmeilcn, in welchcm sich aller Wahrscheinlichkeit nach Petroleum sindct. Bis jetzt hat man in den eigentlichen Oclrcgioncn auf einem Areal von 54 Quadcatmeilcn 108,000,000 Barrels Pctrolcnm gewonnen, und nach dtesem Ergebniß wurde man von jenen elf Quadratmeilcn ungefähr 22,000,000 Barrels gewinnen. Sollten nun selbst aus dem Gebiete von 370 Quadratmeilcn, über dessen Ergicbigkcit man noch nichts Bestimmtes weiß, 74,000,000 Barrels Oel producirt werden können, wie es hinsichtlich ähn - lichcn Terrains der Fall war, so würde das im Ganzen 96,000,000 Barrels ergeben. Diese Quantität wurde aber. da sich der gegenwärtige jährliche Bedarf auf 25,000,000 Barrels stellt, in 4Jahren verbraucht und damit wurden auch die Pctroleumqucllen in den genannten beiden Staaten m mindestens vier Iahren erschöpft sein. Sollten aber inzwischen leme neuen Quellen entdeckt werden, so muß der Preis des Petroleums um so höher steigen, je näher man dem Ende tener vletiahrigen Perlode kommt. Aber es wird bekanntlich nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird, und oft haben die Gelehrten, ganz abgesehen von Mutter Shipton, etwas herausgcrechnet. das sich niemals verwirklicht hat. Sollten auch m der That alle Petroleumquellen der Welt verslegen,dcnn aus diejcnigcn der ProvinzHannover darf man, nach den bis jetzt gemachten Erfahrung gen, kein allzu großes Vertrauen fetzen. so ist unZ doch cm Trost geblieben, und das ist das elektrische Licht, welches, im Falle daß es mit dem Petroleum plötzlich zu Ende ginge. Mit Nlcsenschritten die Welt erobern würde. In einem Saale d e s V ö rsengebäudcs in Wien wurde die konsti tuirende Versammlung des Comites für die in den Monaten September und Oktober d. I. m Wien stattfindende Elektricität - Ausstellung abgehalten. In Verhinderung des Präsidenten Grafcn Hans Wilczek, der feine Abwesenheit durch eine im Interesse der Polar-Expe-dition unternommene Reise brieflich entschuldigte, übernahm Baron Erlange? den Vorsitz. Ueber die bisher bereits geschehenen Schritte wurde mitgetheilt, dafc daö Handelsministerium die Ueberlassung der Rotunde für die Ausstellung bewilligt und sich, ebenso wie das Kriegsministcrium durch Delegirte vertreten läßt; daß die fremden Regierungen in ofsicieller Weije zur Theilnahme eingeladen werden; daß die zollfreie Ein- und Ausfuhr der Ausstellung?Gegenstände, sowie der Patentschutz für dieselben zugesagt wurde. In Deutschland, Frankreich und Holland haben sich bereits zahlreiche Lokalcomitcs gebildet, und sowohl in diesen Ländern als auch in Amerika, in England, Belgien und Oesterreich haben die bedeutendsten Firmen die Beschickung der Ausstellung zucsagt. . Von? Jnlande. In den sieben südlichen Staaten: Gcorgia, Alabama, Tenncssec, Mississippi, Louisiana und den beiocn Carolina's wurden im vorigen Jahre 361,000 Neue Spindeln in Tha tigkcit gesetzt ; dies bedeutet eine Vergrößcrung des in den Baumwoll-Spin-ncreien angelegten Capitals um $10, 000,000 und bringt die Zeit immer näher, in welcher unser Süden Baumwollstosse trotz höherer Arbeitslöhne ebenso dillig und gut herstellen wird, wie England. Lincoln's M'otivwar:Fin Gouvernement des Volkes durch und sür daö Volk." Arthur's Motiv lautet : Ein Gouvernement der Bosse durch und für die Bosie." (Wechseln.) I n der groß'enHalle des CoopcrJnstituts in New Bork indossirte Ende vor. Monats eine sehr zahlreiche Versammlung von Jrländcrn einstimmig das Verhalten der Herren Parncll und Dillon. Die. Halle war mit irischen Nationalflaggen weiß und grün und orangegelben Bannern deco rirt. AlL Ma yor harrison von Chicago mit $13(X) in der Tasche die Treppe des Rath - Hauses hinansticg, drängte sich ein Mann in auffallender Weise an ihn. Herr Harrison, in dem Glauben, es mit einem Taschendiebe zu thun zu haben, ergriff dcnFrcmden beim Arme, b:merkte aber zu seinem nicht geringen Schrecken, daß er e3 mit einem Blattcrnkrankcn zu thun hatte, welcher im Begriffe stand, sich nach dem Sanitätsdcpartcment zu begeben. Ein in derNäbevonNewark, N. I., wohnender Mann fand kürzlich ein $300 enthaltendes Portcmonnaie. Seine Frau bat ihn, ihr jetzt endlich den schon lange versprochenen
neuen Hut zu kaufen.' Davon wollt: aber der. Mann nichts wissen; seine Frau aber setzt: von dem von ihm gemachten Funde sämmtliche5!achbarinnen inKenntniß und veranlaßte auf diese Weife, ß ihr Gatte das Geld an seinen rech' .ß gen Eigenthümer zurückgeben muzte. Eini peinliche Scene wird nachträglich aus dem Weißen Hause berichtet. Der Präsident hatte im März den frühercnMinister.Hrn. Blaine, :achrere Senatoren und Freunde, sowie eine gleich große Anzahl Damen zu einem ausgesucht eleganten Souper um sich versammelt. Der Präsident und Herr Blaine waren in der besten Stimmung und die Unterhaltung höchst animirt. Der Präsident redete den früheren Staatssekretär dreimal kurz hintercinVtAV 9rr Vitll rt 1 . C.tW ssi. .9.!."
UllUll 1.1 11 ClJllllll . tyill WlilkiUl an, die beiden ersten Male erschien ein Wölkchen auf Herrn Blaine's Stirn, bei der dritten Wiederholung sagte er ruhig aber bestimmt : Herr Präsident, Sie würden mich zu groncm Danke verpflich ten, wenn Sie mir nicht den Titel eines Amtes bcilacn wollten, aus welchem Si? mich entlassen haben. Ich bin einfach : Hr. Blaine." Die erst nvch so muntele Gesellschaft saß, a!6 sei cinBlitz zu ihren Füßen eingeschlagen, der Präsidcnt wurde roth w:e ein Schulmädchcn und sprach etwas wic von Mißvci stand niß und nicht entlasse,, labcn-. Herr Blaine erwiderte bestimmt aber dennoch verbindlich : Jch.dilte sehr um Verzeihung, aber &u thaten es doch." Dann war er der erste, der dem Präsidenten uifllch war, ric Unterhaltung auf et s anderes zu lenkennnd den Zwie spalt vergessen zu machen. yon Den seit Dein B u r g e r-kri-ge gewählten Gouverncuren Maffachusclt(' hat kein einziger für die Union Ldafscn getragen. JnPittsbilrg ordnete ein Arzt die Ucbcrsüyrung eines Kindes, welches an den Hühncrpocken litt, in dem Glauben, eS liege eine Erkrankung an den Blattern vor. in das PcsthauS an. Dort zog sich aber daö Kind durch Ansteckung die wirklichen Blattern zu und starb an denselben.' Die Eltern wollen den Arzt auf Schadcncrsotz verklagen. Eine LondonerDrahtnach richt sagt, man sei in Berlin sehr erstaunt darüber, daß die amerikanische Regierung ebenfalls Zmegsschlfse nach den Nilmündungen geschickt habe, und die Deutschen seien über diese amerikanische Einmischung in europäische und orientalische Angelegenheiten unwillig. Der Kabeljunge hat sich vielleicht bei einigen Berliner Schusterjungen .darüber erkundigt, was sie zn diesem neuesten ?)ankccstrcichc sagen. Jeder etwas besser Unterrichtete in Berlin würde dem Kabeijungen gesagt haben, daß unsere Kriegsschiffe unmöglich zu etwas Anderem als zur Aufnahme amerikanischer Bürger, welche etwa aus Aegypten fliehen müffcn, bestimmt sein können; denn unsere Flotte muß wohl oder übel von dem Prinzip ausgehen : thue mir nichts, ich thue Dir auch nichts. Einh undert deutsche Kohlenbcrgleute sind in Baltimore eingetrossen und sind, zu dem Zwecke importirt, um als Scabs" (Ratten) an Stelle der in den Marylande: Weichkohlen'Grubcn Ausstehenden verwendet zu werden. Die Behörden im Schatz amte geben öffentlich die Versicherung, daß nicht ein einziger Verein. Staaten Schuldschein, welchem nachgemacht worden, mehr in Umlauf ist, sondern daß man sie alle mit Beschlag belegt habe. Die Gründe, welche sie dufür angeben, lassen sich allerdings hören. Es ist z. B. kein einziger solcher Schuldschein unter den Millionen zur Einlösung angc öotenen zu entdecken gewesen. Es muß auffallen, mit welcher Schnelligkeit und. mit welchem Erfolge die Truppen unserer Schwcstcrrcpublik Mexico die San Carlos Indianer theils aufgerieben, theils nach Arizona zurückgetrieben haben. Sic habenHänptlinge wie Victorio und Nana gctödlct, die unsern Soldaten gegenüber gcscit schienen. D i e L e u t.e inSharonvillc, O., waren überrascht, als der 40jährige McBridc die 70jährige Wittwe Roffcr hcirathete. Als der Ehemann aber kürzlich mit dem Baarvcrmögen seiner lieben Frau im Betrage von $2,300 durchbranntc, legte sich die Ucbcrraschung schnell. Der Farmer George Bennett in Iowa wurde vor einem Jahre wegen Betrugs bei Ausführung eines Vertrags über eine bedeutende Hnfcrlicfcrung zu drei Jahren Zuchthaus verurtheilt; er versicherte, daß er gar nichts von einem derartigen Geschäfte wisse, noch daß er ein solches ausacsührt habe; eigenthümlich zusammentreffende Jndi cien überzeugten aber die. Geschworenen von seiner Schuld. Jetzt hat ein in eine andere Untersuchung verwickelter Farmer bekannt, daß er sich damals für Bcnnett ausgegeben und sich des diesem zur Last gelegten Betrug? schuldig gemacht habe. . Die sofort vorgenommenen Ermittelungen bestätigten diese Angaben und der Gouverneur hat Bcnnett begnadigt, sowie bei der Legislatur bcantragt, ihm für daö ausgestandene Strasjahr eine Entschädigung von $5000 zu bewilligen. In den Neuengland-Staa ten beschweren sich die Leihpallbesitzcr darüber, daß sie durch den immer weiter ausgedehnten Gebrauch des Telephons geschäftlich sehr geschädigt werden, da solche, welche früher Fuhrwerke gemiethet hätten, um geschäftliche Angelegenheiten zu besorgen, sich jetzt deS Telephons be dienten. PhiL Rappaport. NccbtSanwalt, 95 Ast Washington Str., Zi.nmer 12 und 18. JndlauapoliS, Jnd
Vom Auslande. Eine orientalische A nsicht über die Ehescheidung. Aus Konstantinopel wird geschrieben : Anläßlich der Annahme der Vorlage über die Ehe , scheidung seitens der französischen Deputirtcnlammcr, meint der Hakkikat, deß, sobald dieses Gesetz in Kraft trete, eine große Anzahl -Personen und selbst die höchstgestellten Persönlichkeiten sich dasselbe zu Nutzen, machen werden, und fügt dann hinzu 5 Dic übrigen curopäischen Nationen werden nicht zögern, daL Beispiel Frankreichs nachzuahmen ; denn die Unauflöslichkcit der ehelichen Bande hat sür die ganze Christenheit von jeher bedeutende Nachtheile gehabt. Wann werden denn endlich zur Ermäch-
tigung der Vielweiberei Vorschläge gemacht werden Denn, da die Verpttlchtuncz, mit einer einzigen Frau zu leben. der' Natur zuwider ist, ist sie eine der hauptsächllchsten Ursachen der Vcrdorbenhclt der Sitten. Eine arone A rbeiterversammlung von über 3000 Personen besucht, fand am 14. Mai iu Berlin in de? Brauerei Tiroli auf dem Krenzberge statt, um wegen Absendung einer Petl tion an den Reichstag behufs Einführung eines gesetzlich geregelten Normalarbeitstages und Abschaffung der ZuchtHausarbeit zu berathen. Nachdem der Referent, Vergolde? Ewald die vorgelegte Petition eingehend befürwortet, und der bekannte antisemitische Agitator, Dr. Henrici, unter theilweiscr Unruhe der Versammlung die Sympathie seines socialen RelchsverelnS mtt der Petition ausgesprochen hatte, nahmen die socialistischcn NcichstagsabgcordnctenFrohme und Hascnclevcr das Wort. Die Aussührungen dieser beiden Herren ernteten großen Beifall; als aber Hr. Hasenclever die Aeußerung that, daß die jetzige Regierung die Forderungen der Arbeiter wohl kaum anerkennen würde, und diese Aeußerung durch einen Angriff gegen die Negierung bekräftigt?, erklärte der überwachende Polizci-Lieutcnant die Versammlung . aus Grund deS Sozialistengcfetzcs für aufgelöst. Unter Hochrufen auf die socialdemokratischen Abgeordneten ging man ausinander,während eine überaus starke' Polizcimacht draußen postirt war. Die Verminderung der Mitglieder des Bremer Senats ist schon mehrere Male in Anregung gebracht worden, aber der Senat selbst glaubte nicht daraus eingehen zu können, indem er anführte, die Geschäfte hätten sich seit Gründung des deutschen Reiches eher vermehrt als vermindert. Man ist jetzt anderer Ansicht. In der Sitzung der Bürgerschaft vom 15. Mai wurde beschlössen, die Verfaffung dahin zu ündern, daß der Senat künftig statt aus 18 aus 10 Mitgliedern bestehen foll, von denen 8 dem Juristen- und mindestens 4 dem Kausmannsstande angehören sollen. Die Zustimmung des Senats zu diesem Antrage scheint gesichert zu sein. Die elektrische Eisenfah dürste demnächst auch in die briti sche Metropole ihren Einzug halten. Es soll nämlich ein neuer Tunnel zwischen beidenThernseusern gebaut und die durch denselben fahrenden Züge elektrisch' ge trieben werden. Das Projekt -ist insosern von großer Bedeutung, als es den Londoner ad oculos demonstriren wird, wie sehr ihre unterirdischenBahnen -durch Aufgeben der Lokomotive und deren Ersetzung durch Elektrizität an Ant.ehmlichkeiten gewinnen würden. Dasdeutsche Reichögericht hat eine sür die Allgemeinheit wichtige Entscheidung gefällt. Ein Restau. rateur., in Berlin war vom dortigen Landgerichte zu dreiMonaten Gefängniß und 500 Mark Geldbuße vcrurtyeilt worden, weil er in feinem Restaurant die von den Gästen in den Gläsern übrig gelassenen Bumst? in einem Gesäße angejammcltlnd dieses abgestandene Bier sodann de, frisch verschenkten wieder beigcmischIVbatte, eine Manipulation, die der BclVfcnde auch in Bezug aus andere GctrV-c, wic W'in, Lqueure :c. sich erlaubt "hatte. Der Vcrurtheilte legte Revision ein und begründete die--selbe unrAndercm damit, es unterliege doch sehr dem Zweifel, ob man Bicr mit Aicr vclsäl'chcn könne. Das Reichsgericht hat die Revision vcrwo,fen, und angenommen, in dem Vermischen des Bieres mit abgestandenen Bicrresten, welche zum Theil verunreinigt waren, zum Zwecke rs Verkaufs als frisches Bier könne Oim Ncäusirrtlinm allerdings der Thatbestand der äl ich ung im Vinne de Nahrnngöulittclgrfctzes gesundcn werden. I n Stuttgart urli wegen Vergehens gcan die Siltlichkei der jung verherraldete Schulmann K. gcfänglich eingezogen. Im vorliegenden F.:Uc handelt cs sich um kaS kaum Il'jyrigc Töchterchcn eines FahndungSunlcrossiziers. Die sittlichen Verhältniffe der Residenz lasten überhaupt viel zu wünschen übrig. Eine heute statte habte Vcrhand nng bi offenen Thüren (dem Antrag dcS Vertheidigers um Ausschluß der Ocffcntlichkcit wurde nicht entsprochen) vor der hiesigen Strafkam mcr ließ gewisse Verhältnisse Stutt gart's in einem sehr trüben Lichte erscheinen. Es ist lcidcr ein offenes Gcheimniß, daß ein nicht geringerer Bruchtheil hicstgcr Einwohner auf Kosten der Stuttgarter Halbwelt" lebt, anstatt einem soliden Gewerbe nachzugehen. Die Details der fraglichen Verhandlung entziehen sich der Oeffentlichkrit. Soviel aber glauben wir doch anführen zu follen, daß die Sklavenarbeit in den Plantagen Südamerikas ein harmloses Vergnügcn genannt werden kann gegenüber den Ansprüchen, die ein derartiger Pa tron an seine Einmiethcrin stellt. Die Polizei entwick:lt einen lobenswerthen Eiscr in der Aufdeckung derartiger Existenzen. Je vorliegenden Falle wurde der Ehemann, ein hiesiger ttopgcber, wegen Kuppelei mit 2 Monaten, seine Frau mit 6 Wochen Gefängniß bestrast. PrinzKarl von Preußen ist ein leidenschaftlicher Raucher und man erzählt, daß er sich neuerdings ei'.ie Eigarrenfpitze schneiden ließ, welche, in
