Indiana Tribüne, Volume 4, Number 263, Indianapolis, Marion County, 4 June 1882 — Page 3
Fräulein -5otie's rotye Flase. " .Ein seltsamer . Fall, ein höchst seltsamer Fall, Fräulein Lotte sagte Doktor Wendelstein' und legte den Finger an den hervorragendsten Theil seines Gesichtes. Doktor Wendelstein faß in seinem Studirzimmer, darin es gar ge müthlich aussah : -Den Raum durchzog ein mystisch Dusten. Halb Blumendust, halb Rauchtabak." Die helle- Julisonne schaute dabei durch'S Fenster, und der Doktor nikte ihr freundlich zu. Ihm gegenüber hatte 'sich eine junge Dame gesetzt und schaute ihn halb bittend, halb vorwurfsvoll an. Lotte Arnold war in schlechter Laune, das konnte ihr niemand übel nehmen, einer von den bösen Geistern, wie sie sich auch jetzt manchmal auf derWelt herum treiben, hatte ihr einen Streich gespielt. Lotte war vor acht Tagen mit einer dunkclrothen Nase erwacht. Nun bringt zwar die Nacht Manches mit sich, und es lautet ganz poetisch, wenn wir lesen: Hebe? Nacht, über Nacht kommt still das Leid-; besteht aber das Leid in einer rothen Nase, so mußt Du zugeben, liebe Leserin, daß etwas von der Poesie ver schwindet. Wie war Lotte zu dieser Veränderung ihres sonst so hübschen, lieben Gesicht chens gekommen? Ja, das war eine Frage, die sie selbst vergebens zu lösen trachtete. Sie hatte sich am Vorabend ihres Geburtstages zur Ruhe niedergtlegt, mit dem erfrischenden Bewußtsein, daß sie morgen ein Vierteljahrhundert zurückgelegt haben würde, daß sie wohl auch im neuen Jahr der Hauspudel und die beneidenswerthe Schwester von sieben eben nicht allzu liebenswürdigen Geschwistern bleiben werde, mit dem etwas deprimirenden Gedanken, daß ihr bis jetzt noch kein Werther erschienen sei, obwohl sie manche Aehnlichkeit mit Goethes berühmter Lotte zu haben glaubte und auch das Brod gut zu schneiden verstand. Die Gescywister waren bei solchen Scenen canz von selbst & la Kaulbach gruppirt Aber ach ! Lotte mußte die Erfahrung machen, daß die Werther" in unseren realistischen Leiten spärlich gesäet sind und sich lieber eine Lotte mit tüchtigem Geldbeutel suchen, als eine, die mit siebenGeschwistern gesegnet. Nun, Lotte hatte sich in ihr Schicksal ergeben und war am Morgen des Geburtstages mit dem löblichen Vorsatz erwacht, ihr Herz heiter und fröhlich zu erhalten, ihre Geschwister zu angenehmen Gliedern der Gesellschast heranzubilden (es wäre das sreilich eher eine Arbeit für den Sisyphus gewesen) und ihren Eltern eine tüchtige Stütze zu sein. i Mitten in diesen liebenswürdigen Ge danken wurde sie durch ein eigenthümliches Jucken und Brennen in der Nase unterbrochen; sie kratzte ein wenig den unglücklichen Artikel ; das Jucken wurde heftiger; sie erhob sich, sie trat cn den Spiegel o Götter ! auf ihrer Nase schimmerte es wie Morgenröthe kommenden Glückes. Und diese Morgenröthe .verblaßte aller sofort angewandten Am schlage nicht. Draußen polterten die lieblichen .Sieben": Lotte, mache, daß Du fertig wirst, wir wollen Dir gratu liren. Die arme Lotte kleidete sich rasch an und öffnete die Thüre; da stand auch schon die Mutter, aber. der Glückwunsch erstarb, ihr auf den Lippen. Kind, wie siehst Du aus! Was hast Du denn mit deiner Nase angestellt .Weiß ich's, i:a:a'? sagte Lotte ärgerlich, ist -.ihcscheinlich so ein extra Geburtstags geschenkt O nein flüsterte Wilhelm, der zwölfjährige Bengel, dem blonden Eugen zu. ich hab schone lange .bemerkt, daß Lotte so ein kleines Schnapsslüschchen mit sich ins Schlaf -Zimmer nimmt." Sie sollte sich wirk .lich ein Futteral über ihre Nase machen lassen," gab Eugen zurück. .Ach was, habt ihr noch nie eine entzündete Nase gesehen ?" sagte die vierzehnjährige Marie, die als das sanfteste Exemplar der Familie Arnold zurDiakonissie bestimmt war, ..tröste Dich, Lottchen, geht -wohl bald vorüber." Aber der Jammer war eben, daß .es" ' nicht bald vorüber ging, trotzdem man energisch Salben auslegte ja, alle Äiöthe, die sonst in den Wangen LottenS geleuchtet, schien sich jetzt in du; Nasen -spitze. vers hoben zu haben und glänzte Ha.in.ewigem Sonnenschnn. Wirklich, der älteste Schnapsbruder hätte stolz ans solch eine Nase sein können. Die arme Lotte wagte sich nicht mehr zum chausechinauZ, seitdem ihr eine Markt -srau nachgerufen : So jung und schon o tief itt's Fläschchen geschaut!" heute dbtx hatt: die Verzweiflung sie zum "Doktor getrieben. E? war ein seltsamer Arzt der Doktor Wendelstein. S müssen mir helfen, sagte Lotte und sah $n flehend an. 'G:wiß, gewiß." meinte der Doktor. totnn auch der Fall ein ganz eigenthüm liche? ist Apropos, Fräulein Lotte. "haben Sie .meine Goldfische gesehen? Noch icht ? -O dann kommen Sie doch? Sehen sie einmal, das rst mein, neues Aquarium. Das sind meine Goldsisch lein. Ich hab: eine befördere Vorliebe für Fische, Fräulein Lotte ich habe schon umfassende Fischstudäen gemacht. Denken Sie, neulich las lch sgar von einem redenden Fisch, der, ols ihn der Ficher tödten wollte, so kläglich bat, so rührende Töne ausstieß, daß der Mann es nicht über's Herz brachte, den Fisch um's Leben zu bringen, sondern ihn wie der in's Wasser warf." Ich glaube 5 ihnen, Herr Doktz?, aber meine Nase " Ach ja, ixt hätte ich beinache vttgessen und die Nase ist dsch so ein wichtiger Theil im menschlichen An gesicht. Ich hätte mich am liebsten in me'iscr Jugend auf Nasenstudien verlegt. Sehen 3it, Fräulein Litte, es ist merk würdig, aber alle geistvsllen Menschen haben große Nasen. Denken Sie an Schiller, Lavater, an Friedrich denGro ßen Ich bin ganz stolz, wenn ich an meinen Ernst denke; der Bursche hat einen Berg im Gesicht na, Fräulein Lotte, der Lehrer sagt auch immer: Deine Nase, mein Sohn, berechtigt zu den schönsten Hoffnungen !"" Aber die meine, Herr Doktor," warf Lotte fast unaeduldia ein; ich wollte gern
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etwas kleiner wäre " Ja die Ihre' hätte sie beinahe vergessen ! Hm, hm, a propos, leiden Sie an den Äu gen, Fräulein Lottt?" . O nein, Herr Doktor, die sind im besten Zustand 1" Wirklich? DaS thut mir leid, sehr leid, denn sehen Sie, ich hätte Ihnen ein Mittelchen für die Augen verschrie! ben. welches indirekt auch auf die Nase gewirkt hätte . . . .na, da müssen - wir's eben gehen lassen.- . Der Doktor hatte sich erhoben.Sonst ist Alles wohl zu Hause ? Nun das freut mich, denn die Gesundtheit ist das kost bTrsteGut des Menschen. ... Apropos, haben Sie den Hufeland darüöer fpre chen hören?" Nein," sagte Lotte, indem sie sich auch erhob und mit ver zweiflung-voller Geberde die Thürklinke erfaßte, .hab' auch keine Zeit dazu .... Betreffs meiner Nuse...." Recht viel Bcwegun g, Fräulein Lotte," sagte der Doktor und reichte ihr die Hand. Hsseland meint" Aber er sprach nur zu sich selbst, denn Lotte war ver schwunden. Ich hätte Ihnen ein Mittelchen für die Nase verschrieben," murmelte dieselbe zornig, als sie die Treppe hinabstieg, wennSieAngenleidend gewesen wären!" Haha! ein Prachtexemplar von einem Doktor! Mama muß ihn abdanken.... Das Sprechzimmer war auch ganz leer hahaha!" Und Lotte lachte wider Willen Am Nachmittag, als sie voll düsterer Nasengedanken bei der Arbeit saß, trat ihr Bruder in das Zimmer. Lotte," rief er, wenn Du Lust hast. Deine rei zende Mädchennase los zu werden, so höre ! Ich las hier im kleinen Brieskasten eines Journals: Nasenröthe kann dadurch vertrieben werden, daß man sich durch die Hand eines geschickten Arztes Einschnitte in die Nasenflügel machen läßt; drch diese ganz schmerz lose Operation trocknen die überfüllten Blutgefäßchen aus, und die Nase erhält wieder ihr gutesAussehen." Na, Lotte, wag' es einmal ; drunten in der Wein straße wohnt ein Nasendoktor ; er ist erst hierhergekommen; vertrau' Dich ihm an. Schlimmer kann's nicht mehr wer den und schließlich : Gab es einen Friedrich mit der gebissenen Wange", warum sollte es nicht geben Lotte mit den zerschlitzten Nasenflügeln?" Er war ein loser Bursche, der Bruder Lot tens ! Ein tugendhastes Weib ist besser denn viel Geld und köstliche Perlen," las Jungfrau Barbara. Doktor Werther .hörte zu und nickte bedächtig. Seit zwei Jahren waren diese Worte sein alltäglicher Morgensegen gewesen, immer hatte Jungfrau Barbara über die Bibel weg nach dem Bruder geschielt, immer hatte der mit dem Kopse genickt, immer hatte Barbara leise gefragt .-Noch nicht gesunden?" und immer hatte sie die. unheimliche Antwort erhalten :Noch nicht." Warum lag ihr denn so viel daran, den Bruder unter den Pantoffel zu bringen ? Jungfrau Barbara war ganz all gemach in die Jahre gekommen, wo man zu seuszen ansängt Ach Gott, nur noch einen Wittling !" Und solch ein.Wittling" hatte sich der.Jungsrau in der letzten Zeit genaht, und in ihren Herzen blühte leise eine sanste herbstliche Liebe. Und sie dachte, es sei doch hüb scher, sein eigen Heim zu haben, als die Arbeitsstube des Bruders aufzuräumen, wo ihr auf allen Gesimsen große Wachs nasen entgegenstarrten, denn Werther war Nasendoktor, und das sollten die Leute sehen. Er war nebenbei auch ein Wagnerianer vom reinsten Wasser und hatte den angeblichen Komponisten da durch zu ehren gesucht, daß er seine ver schiedenen Nasen mit dem Namen der Wagnerischen Opernheldinnen getauft hatte. Da prangte eine stolze Elsa" neben einer holden Senta".; da blüht ein Evchen" neben einer Elisabeth", und es. klang gar komisch, wenn der Doktor rief: Staube mir meine Senta sorgfältig ab ! Stelle die Elsa wieder an ihren Watz!" Es hätte sogar Dich gerührt, großer Meister ! , Warum Werther noch mcht'seine Lotte gesunden, da er doch alle Tage die Vor züge eines tngendhasten Weibes zu hören bekam ? Er hatte sich einfach noch nicht darnach umgesehen ; auch war er meist still und schüchtern in Damengesellschaft, und es war ihm viel vohler daheim rn seinem Nasenmuseum. Freilich dann und wann ergriff ein namenloses -Seh nen des Jünglings Herz" aber seine Lotte hatte er, noch nicht gefunden ! Der Doktor Werther war eben im Anschauen seiner Zukunstsmusiknasen versunken gewesen. Es klopft. Herein!" rief er zeistreut. Die Thüre wurde zö gernd, schüchtern geöffnet ; ein junges Mädchen stand .auf der Schwelle. Mit waL kann ich Ihnen dienen?" fragte der Nasendoktor, indem er in Verlegenheit mit.der Hand durch'S Haar fuhr, daß drohend zu Berg stand. Lotte's angst licher Blick streifte die verschiedenen Sentas und Evchen, die ihr in impo nirendzr Majestät entgegenstarrten ; es wurde .ihr doch seltsam zu Muthe, der Doktor sah so ganz anders aus, als sie ihn sich .gedacht, so hübsch so blühend und trotz der himmelanftrebenden Haare so freundlich. Lotte war sonst nicht langsam mit der Zunge, .aber dies mal zog sie statt aller Worte ein Zettelchen aus der Tasche und überreichte es dem Doktor. Er las bedächtig : Nasenröthe kann dadurch verhütet werden, daß man sich durch die Hand eines .geschickten Arztes Einschnitte in die Nasenügel machen läßt; durch diese ganz schmerzlose Operation trock nen die überfüllten Blutgefißchen aus, und die Nase erhält wied ihr gutes Aussehn." .U den Mund des Dok tors zuckte es eigenthümlich ; eber er ve zwang sich und sih Lotten ernsthaft an. Wer sagt Jhnen daß ich ein geschickter Arzt bin?" Auf dse interessante Frage wuvte Lotte keine Antwort. Und Sie wollen sich also die Nase ausschneiden lassen ?" Dieses Wort wirkte elrktri firend aus die arme Lotte. Ja Herr Doktor," sagte sie, wenn mir das helfen kann, mein kleines Ungethüm los zu werden. Ich glaube wirklich nicht, daß es Eitelkeit ist," fügte Lotte ernst hinzu, die mich zu Ihnen führt oder es ist zu entschuldigende Eitelkeit. Ich will,"
sagte sie mit Thränen in den lugen,
nicht das Ziel des Spottes meiner Ge schwister sein, für die ich doch. . . :" Sie bracht ab ihre Nase särbte sich imMit gefühl tiefer. Na," meinte der Doktor gutmüthig, ehe wir das Messer in die Hand nehmen, erlauben Sie mir die se böse Nase zu untersuchen." : ' Und er führte Lotte an das Fenster,, heb ihr weiches, rundest Kinn, ein wenig in die Höhe und besah sich ernsthast den rothen Kobold. Trösten Sie sich," sagte' er lächelnd, "es ist nichts als eine Entzündung, die durch allzu große Trockenheit in der Nase entstand. Ich will Ihnen ein Mittel aufschreiben, und vielleicht bemühen Sie sich nach ein paar Tagen wieder her; geschnitten wird da vorder Hand nichts. Darf ich um JhrenNamen bitten, mein Fräulein?" Und wieder zuckte es um den Mund des Arztes, als Lotte ihren Namen genannt. Hm, hm meinte er : '.Also Sie heißen Lotte! Ich heiße Werther, Fräulein Lotte!" und nun sah der Doktor wirklich schelmisch aus : AlsoJhre Geschwister ärgern Sie manchmal ? Wie viel sind es denn ?" Sieben," sagte Lotte und konnte gar nicht begreifen, warum der Doktor so fröhlich ries : Stimmt! Stimmt aus fallend !" Aber sie erzählte ihm doch von den bösen Sieben und vertraute ihm an, daß sie ganz im Geheimen ge kommen sei, weil man sie sonst ausge lacht, und Werther stellte ihr seine Wagnernase vor, und Lotte lachte herzlich darüber. O mein Gott! da schlägt es 10 Uhr! Wie habeich mich verspätet' Was wird Mama denken!" Also rief die arme Lotte nach Verlauf einer halben Stunde entsetzt. Rasch sprang sie auf. Der Doktor nahm ihre Hand, eine niedliche, sammetweiche Hand trotz aller Arbeiten. I," sagte er, ich bin ein alter Sün der, sonst hätte ich Sie nicht so lange hingehalten ; nehmen Sie Ihre Arznei, und nach drei Tagen kommen Sie wie der." Meinen Sie denn, daß es nöthig sei. Herr Doktor ?" stammelte Lotte. Der Doktor machte ganz zor nige Augen. Nöthig? Natürlich ist es nöthig, daß Sie kommen!" wieder holte er, als die junge Dame schon auf der Straße war. Ein allerliebstes Mädchen ! Und die rothe Nase wird fc gehen ! Und Lotte, Lotte also heißt die hübsche Kleine ? Und hat siebenGeschwi ster ? Und ich heiße Werther !" Am anderen Morgen, als die liebliche Barbara zu lesen begann : Ein tugend hastes Weib" u. f. w., nickteWerther nicht nur bedächtig, sondern fröhlich, und stieß so eigenthümlicheTöne aus, daß ihn Bar bara erstaunt betrachtete. Ich glaube gar. Du spottest über dieses Kapitel!" meinte sie entrüstet. Ich spotten! Was denkst Du.Barbara; freu'Dich, alteSeele; Deine Herrschaft hier hat bald ein Ende erreicht!" Und der Doktor verließ lachend das Zimmer.
Lotte hatte sich bittereVorwürfe gemacht. so lange bei dem fremdenDoktor geblieben zu sein. Nein, sie hatte kein Recht mehr, ihren alten Wendelstein eine Plauder tasche zu nennen. Und wie würde sich Doktor Werther über sie moquiren. Mo q uiren! nein, er hatte ja sa gut ausgesehen, so kelengut. Und mit rühren dem Vertrauen nahm sie am Abend des Doktors Arznei ein. Si: wußte nicht. daß er lm Laufe des Tages sich auf mehr oder weniger diskrete Weise .viel Gutes von ihr hatte erzählen lassen ; sie wußte nicht, dr& Die rothe vlat lhr zum Glück verhelfen werde. Als Lotte am andern Tag erwachte suhlte sie wieder ein sanftes Ruhren in ihrer Nase;; sie stillte das leise Sehnen dieses nützlichen Organs durch ern fri sches Schnupftuch, das für alle Fälle auf Kissen lag. Dann stand sie auf. Ihre Nase war nur noch zart rosa angehaucht. Nach drei Tagen pünktlich um 9 Uhr klopfte es wieder an des Doktors Stube, und wieder stand eine junge Dame auf der Schwelle semer Thüre, noch zaghas ter als das erste Mal, und doch leuchte ten die braunen Augen so hell auf die Nase war schneeweiß! Bitte nehmen Sie Platz lM sagte der Doktor; aber Lotte blieb stehen. Nein," antwortete sie verwirrt, ich danke Jhneu, aber es ist gar nicht nöthig, das ich Sie aufhalte.. Sehen Sie, meine Nase ist . Gottlob! annehmbar; ich danke Ahnen herzlich und bitte Sie nur noch, mir die ; Rechnung .... Der Doktor zog sie ad ohne Umstände ur Zimmer, und Lstte mußte ihm ihre Nase ganz m der Nähe zelgen. Lachend melnte sie, warum in aller Welt sie denn so eine Nase bekommen habe. Ihr. sei ganz bang gewesen. Und der Doktor sagte, er wisse wohl, warum; - die rothe Nase habe, nur den Weg zu großer Freude bahnen sollen., Dann beugte er sich tief herab Senta, Evchen und Elsa schau ten den Doktor vernichtend an er hatte Lotte geküßt ! Am andern Tag, als Lotte den Kin dern eben das Brod schnitt, (sie hatten sich wieder, I, la Kaulbach gruppirt), stand Werther unter der Thüre, Goethe hätte seine Freude - daran gehabt. Lotte brauchte nicht zu fürchten, krank zu wer den, und Werther hatte keine Lust, sich zu erschießen. Nach einem halben Jahr war die Hochzeit, und .lustig ging's her. Es wurde auch ein Toast auf rothe' Nasen ausgebracht, der jedem Schnapsbruder Ehre gemacht hätte ; aber Lotte meinte: Nur so ganz zu verdammen sind sie nicht; ich habe mit meiner das große Loos gezogen!" Das große 2oo ?" rief ich erstaunt. Ja," sagte Lotte und wies auf Werther; mein Mann ist das große Loos, das ich gezogen!" Was ist P o litik? ES geht Eer bei Regenwetter mit aufgespanntem Schirm über die Straße. Unterwegs trifft ihn ein Freund, der den Regenschirm vergessen hat und hangt sich, um den Segen des Regenschirmes mit zu genießen, an seinen rechten Arm. Die Folge davon ist, daß Beide naß werden. Was machen? Lenkt der Regen schirminhaber. Er winkt einen andern ebenfalls regenschirmlosen Freund, nimmt ihn an seine linke Seite und hält nunmehr den Schirm wieder gerade über seinen Kops. So spaziert er im Trocknen, während die beiden .Freunde unter der Regen tranfe gehen. Und das ist Politik.
Die Mschiedspredigt.
9u8 den Memoiren eineZ Dorsschuliisteri. Wenn Jemand diese Überschrift liest, so wird er' vielleicht denken : Nun, ein Dorfschulmeister, der wtrd auch wohl etwas Rechtes erlebt haben und es ist wahr, so Mancher, der dieses edlen Am tes zu warten hat, daS seinen Lohn im Himmel hat, aber nicht aus Erden, kann wohl seinen Lebenslauf zusammenfassen in das Verslein : Er lebte, nahm ein Weib und starb." EtwaS Anderes war das aber mit meinem Großvater, Gott aehab ihn selig, der war, was ma so zu sagen pflegt, ein Original und einPracht exemplar emes Dorfchulmelsters, der noch kein Denkmal bekommen, aber wohl verdient, daß ich dieses oder jenes Stück lein aus seinem gar reichen Leben zu fer nerem Gedächtniß der Nachwelt über' liefere. Sein erstes Verdienst war, daß er dem Sprößling eines gar hohen und gelehrtenHerrn das ABC, sowie einige lateinische Phrasen und Conjugationen beigebracht. Derohalben ist er dann der Schulmeisterstelle zu Borendorf würdig befunden worden und hat da ein reiches Leben gelebt und sein nerviger Arm ist daselbst lange der Schrecken aller Schul buben gewesen. Oftmals habe ich als wohlbestellter Gymnasiast gute Tage bei ihm verlebt, besonders wenn meine Cen suren nicht so gut ausgefallen waren, um einen Empfehlungsbrief an meinen strengen Herrn Papa abzugeben, wo er dann gewöhnlich die Mittelsperson ma chen mußte. Einen Tag der Osterserien, wo auch meine Censuren mich zunächst zu ihm geführt, werde ich nie vergessen. Als ich in seinem Reiche einzog, begeg neten mir die Schulbuben, die mich alle gern leiden mochten, weil ich manchen lustigen Streich mit ihnen ausgesührt ; kein einziger hatte ein verweintes Gesicht, ein Zeichen, daß meines Großvaters Baculus heute geruht, und lachend riefen mir mehrere zu, daß der Alte heute ganz gut bei Laune gewesen. EilcndenSchrit tes strebte ich dem kleinen Schulhause zu, und wie mir die Jungens richtig pro phezeiht, schaute er noch heiterer als ge wöhnlich, denn ein Grillensänger war er überhaupt nicht, mir durch das offene Fenster entgegen. Selbst die gewöhnliche Frage nach den Censuren unterblieb und freundlicher alse ward ich von seiner gehärteten Hand in die Wangen gezwickt. Wie erstaunte ich aber erst, als er mich mein Ränzel abthun und ein wenig war ten hieß und dann mit einer Flasche und Weingläsern zurückkam. Ich dachte erst, ich hätte mich im Datum geirrt und hätte vergessen, ihm meinen gewöhnlichen Geburtstagsglückwunsch zu überreichen, er aber lachte mich tüchtig aus, als ich ihm dies gestand und forderte mich auf, zu trinken, indem er aus einem Schubfach seiner Kommode ein Stück Torte hervorlangte, dem ich auch aus einmaliaes Auffordern mit Appetit zusprach. Auf meine weiteren Fragen fagte er mir nur. daß Beides der gnädige Herr vom Gute ihm geschickt, wie aber dies Alles zusammenhing, habe ich erst spater er fahren. Eine Reihe von Jahren später, saßen wir nämlich wieder ein Mal bei meinem Großvater zusammen, es war der Gutsherr, der Herr Psarrcr, derHerr Amtmann, der Doktor und der Förster des Ortes ; es war ein festlicher Tag, denn eben hatte ich mem MistifchesExa men zur unaussprechlichen Freude mti neS Großpapa mit Nro. 1 bestanden, der er jedoch durch cm gutes Glas Punsch einen passenden Ausdruck verlieh. Das edle Naß hatte die Zungen gelost; Jeder gab eme Geschichte aus lemem Leben zum Besten, auch mein Großvater hatte schon manchen heiteren Schwank erzählt. da forderte ihn der Gutsherr auf, doch noch die Geschichte von seiner Abschieds predigt zum Besten zu aeben. Ab schicdspredigt?" so fragt man vielleicht. und auch ich war nicht wenig erstaunt, aber man wird auch aus nachfolgender Geschichte nur wieder sehen, wie es zwi schen Himmel und Erde so manche Dinae giebt, von denen wir uns mit unserem Alltagsverstande nichts träumen lassen und elsayren, wie auch em Tchulmeljter zu einer Abschiedspredigt kommen kann. Um aber auf besagte Abschiedspredigt zu kommen, so räusperte sich mein Großvater, rückte seine B.ille zurecht, und be gann : ES war einer von jenen Sonn tagen, wo es, wie der Herr Oberförster sagt, zu unsreundllch war, um m die Kirche zu gehen, aber zum Jagdwetter noch nicht kalt genug, und deshalb hatte der gnädige Herr eine Scatparthie zu-sammengetrommelt;-ich hatte eben ein Eichelsolo mit sechs Matadoren in der Hand, als ich noch eben zur rechten Zeit höre, daß sie ausläuten, wobei mir zu gleich einsiel, daß der Herr Pfarrer auf getragen, heute Nachmittag zu lesen". Schwer fiel es mir auf das Herz, daß ich dies Mal nicht die Predigt mir ein studirt hatte, die ich abzulesen hatte, was ich sonst so gewissenhaft that und mit so viel Ersolg, daß die Leute ostmals nachher mir sagten, ich hätte einen Auswurf (Aussprache, Vortrag), so gut und noch besser als der Pfarrer selbst. Diesmal aber ging ich unvorbereitet an's Werk, ja ich hatte mir noch nicht einmal nur ohnehin eine Predigt angesehen. Ich ergriff ein Predigtbuch, was mir der Herr Pfarrer geliehen, lese den voranstehenden Text und Alles ging Anfangs ganz gut, aber, o Himmel, wie erschrak ich, als ich plötzlich merkte, daß ich in eine Abschiedspredigt gerathen war, in der ein Prediger zu rechtsertigen sucht, daß er wegen einer ihm angetragenen besseren Stelle seine Gemeinde verlassen will und ihr feierlich Valet sagt. Ich las zuerst weiter, aber immer mehr ging die Sache auf's eigentliche Tema los, ich zitterte, stockte, räuSperte mich, hielt es endlich aber doch für das Beste, weiter zu lesen, weil der Bauer auf nichts so strenge hält, als daß es in einer Fuhre weg" geht. Stammelnd brachte ich endlich meine Predigt zuEnde und stand, als die Kirche aus war, noch zitternd wie ein Espenlaub in der Kirche, um erst alle Leute nach Hause zu lassen, damit ja Niemand mich sähe ; endlich, als ich die Lust rein glaubte, schloß ich die Kirche zu, und steuerte im Sturmschritt auf meine Wohnung zu, aber, o Himmel, wie erschrak ich, als auf dem Platze, wo öfter nach der Kirche derSchultheiß feine Bekanntmachungen zu thun pflegte, eine
zahlreiche Menge Menschen versammelt stand. 'Ueber Niemand , anders, als mich konnte natürlich gesprochen werden; ich blieb stehen, zauderte und beschloß schon, aus einem Umwege, nach meiner Wohnung zu eilen, als der Schuttheiß mit dem GemeindeAeltesten geraden Weges auf inich zukam. Ich machte Stand und nun nahm der Schultheiß das Wort und begann : Verehrter Herr Schullehrer ! Sie haben bereits eine Reihe .von Iah ren an unseren Buben gewirkt und schon manchen Rangen gezogen, haben bisher treu und gewissenhast in unserem Orte Ihr Amt verwaltet, aber (ich wurde feu erroth vor Scham, denn es war wirklich das erste Mal, daß mir ein so fataler
Fall paslirte) nun wollen Sie uns doch verlassen. Da Ihre Abschiedspredigt unö gezeigt hat, wie schwer es Ihnen wird, uns zu verlassen, da Ihre ungeh;ure Rührung uns erkennen ließ, wie - s ff - seyr sie an uns gegangen, o yaoen rou gedacht: nun', was der Herr Schulmeister auf der neuen Stelle mehr vaommfr. daS könnt Ihr ihm am Ende auch noch geben; und so haben denn vorläufig die Gemeindevorsteher beschlossen, Ihnen eine jährliche Zulage von zwanzig Gul den auf Lebzeiten zu verwiegen, was die nächste Gemeindeversammlung,, wie ich von der allgemeinen Stlmmug weiß, gerne bestätigen wird." Ich versuchte Einiges zu sprechen und beginnend mit einem Danke, die Sache einigermaßen aufzuklären, aber ich kam nicht zum Wort. .Einer nach dem Andern trat herzu und schüttelte mir freundlich die & m c c W Y yano uno io vucD'5 oenn oaoei. ten blieb, und die zwanzig Gulden jährlich blieben mir auch und die Leute haben sie mir später auch gegönnt, als sie den wahren Zusammenhang der Sache er suhren So erzählte mein Großvater und mir ging es nun auf, wie eine Gas laterne, was mir bisher noch dunkel ge wesen. Der Satten morder. Er ist Großgrundbesitzer aber nicht von Geburt, sondern aus Liebe, d. h. aus Liebe zum Großgrundbesitzer heira thete er sie. Sie- war nämlich eine Wittwe in den sogenannten bestenJah ren- und er war der Ansicht, daß diese besten Jahre ihm wohl die Aussicht er öffneten, nicht lange in den Banden der Ehe lieaen zu munen, sondern so bald als möglich als froher Wittwer sich ihres Beptzes Großgrundbesitzes zu er freuen. Außerdem war sie vor derHoch zeit recht hinfällig. Aber, wie es der Zufall oft schon will, sie erholte nch und ihre Reconvaleseenz machte so rapide Fortschritte, daß er, der mittlerweile in einen Vertretungskörper gewählt'worden war, gar nicht die Zeit fand, an das Wohl des Vaterlandes zu denken, was übrigens dem bezüglichen Vaterlande, welches an dergleichen gewöhnt zu sein scheint, nuht beionders schadete. , Er hielt täglich einen stillen Monolog wie Franz Movr über die Schneide ' ÖT r am Bchen ohne daß sie n desvtrasgeletzes kitzeln vriit4v A n Mittel, welche dieParagraphen zu Lebensfädenabkürzungen verwendet werden könnten. Nach langem Sinnen kam er endlich aus eine Idee, derenAus sührung ihm für seine Zwecke am geeig netsten schien. , Sein Schlafzimmer stieß an das sei ner Frau. Er hatte das früher sehr an stößig gefunden, jetzt freute er sich da rüber. Von hier aus konnte er die Nerven seines Weibes langsam tödten, ein Mensch mit langsam getödteten Nerven lebt nicht lange. .,. .Eines schönenAbends nahm er W erste Lektion. Er lernte nämlich Elarinette blasen. Er blies bis zum frühen Morgen, unbe kümmert um die Zornesruse seinerFrau. Sie schalt ihn verrückt; er antwortete mchts, sondern betrachtete ne stumm. Sie war blässer als gewöhnlich, denn sie hatte dle ganze Nacht kem Auge zugethan. Sie jammert: über ihre Nerven. Er triumphirte. Am dritten Abend jammerte sie nicht mehr, auch am vierten und fünften blieb es still in ihrem Schlafzimmer. Auf den Zehen schlich er in dasselbe. Entsetzlich Z Sie schlief sanft und ein zartes Rosa breitete sich über ihre ältli chen Wangen. . Und am andern Morgen sprach sie begeistert, von seiner Clarinett-Bläserei, und versicherte, daß sie gar nicht mehr einschlafen könnte, wenn er nicht blasen würde, so sehr habe sie sich in der kurzen Zeit daran. gewöhnt. .ES thut mir leid, meine Liebe erwiderte- er, aber es wird Dir dieses, Vergnügen nicht lange zu Theil werden, ich gebe die Elarinette auf, ich denke ein anderes Instrument zu wählen." Welches" ? frug sie neugierig. .Ich weiß es noch nichts war die trok kene Antwort. Er dachte lange nach :. endlich kam er aus daS Waldhorn. Er blies die ganze Nacht. Die Wirkungen waren jedoch dieselben, wie bei der Elarinette. Ver wünschungen unb blasses Aussehen nach der ersten Nacht, dann sand die Frau Gefallen an dem Spiel und behauptete, sie schlase vorzüglich dabei. Er kochte vor Wuth. Zwei Tage lang kam er gar nicht nach Hause. Am dritten, gegen Abend, -schritt er mit wil den Blicken dem Hause zu. Hinter ihm ein Dienstmann, der einen schweren, länglichen, mit einem schwarzen Tuche verhängten Gegenstand trug. Beide schleppten den Gegenstand in das Zim mer des Großgrundbesitzers, das. niie wir wissen, an das Schlafzimmer seiner Fr ,u stieß. Der Dicnstmann zog mit düsterer Miene das schwarze Tuck hinweg und stumm rückten Beide den Gegenstand an die Wand. Es war ein schwarzer Sarg. Adieu !" sagte düster der Dienst mann und ging. Der Mörder blieb allein. Er warf einen Blick gräßlichen Triumphes auf die Thür, hinter welcher seine Frau, die früh zu Bett ging, im ersten Schlummer lag, dann trat er auf den Sarg zu und hob dessen Deckel em por. . Lag da. nicht schon Jemand darin? Richtig! E:''e Posaune, wie sie kein Hauptboist einer Militörkapelle größer und stärker ersinnen kann. Er nahm daS NervenmordJnstrument und setzte es an. Schauerliche Töne erschütterten die Wände. Die Thür sprang auf und schauder
hast anzusehen stand sein Opser im tief sten Negligee da, grauliche Flüche aus stoßend; er blieö ruhig weiter; Kämme. Bürsten, Gläser, Alles, waö ihre Hand in der Schnelligkeit erreichte, flog ihm zu. Geschützt durch die Posaune faß er.hinter derselben und spielte ungestört weiter. . ;-!'.'' ; Sie wankte und fiel in Ohnmacht. Er hörte trotzdem nicht auf zu blasen. Am ' andern Moigen verließ sie ihr Zimmer nicht, sie ließ ihr Essen auf das selbe bringen und hatte ausdrücklich seine Besuche verbeten. Abends sing er wie der zu blasen an und blies bis zumMor . ' m - .
gen. In den Paulen corcyte er. !in längs hörte er leises Wimmern, dann wurde Alles still. Sie lag wahrscheinlich wieder in Ohnmacht. Wenn diese Ohn machten ost wiederkehren so calculirte er kann sie's nicht lange aushalten und so blieb er dreizehn Nächte unermüdlich. In der vierzehnten Nacht, bevor er die Posaune zur Hand nahm, schwankte sie aus dem Zimmer und breitete die Arme aus. Und mit.dem Ausrufe : Du bist ein Engel, vergieb mir, daß ich Dich schalt!" flog sie an seine Brust. Ich weiß nun Alles , fuhr sie zärtlich fort, unser Arzt sagte es mir, er sagte, es ist zwar eine eigenthümliche und derbe Cur, aber untrüglich, wenn man sie so succes stve anwendet, wie Du; zuerst Wan nette, dann Waldhorn, und dann erst Posaune, und in der That, meine srü her so geschwächten Nerven sind jetzt so gestärkt, daß ich bet Kanonenschüssen ein schlasen könnte O, wie danke ich Dir, ich sühle mich so wohl, daß ich glaube, ich lebte noch hundert Jahre. . . Ach, und jede Stunde davon sei Dir zärtlich geweiht." Und sie küßte den armen Mörder lei denschastlich.. Jetzt wurde er ohnmäch tig und mußte zu Bett gebracht werden. Der Arzt erklärte, daß sich der Mann mit dem Blas'Jnstrument allzusehr an gestrengt habe. Es sei eine Lungenent zündung im Anzüge und da er noch jung sei, müsse man, auch wenn er momentan davonkomme, immer befürchten, daß die Lunge angegriffen bleibe. Armer Gat tenmörder!". ... Die Mutter im Sprichwort. Die Deutschen haben über die Würde einer' Mutter verschiedene ' herrliche Sprichwörter. Sie sagen : Mutter treu' wird täglich neu." Ist die Mutter noch so arm, gibt sie doch dem Kinde warm." Wer der Mutter nicht folgen will, wird endlich dem Gerichtsdiener folgen." Besser einen reichen Vater verlieren, als eine arme Mutter." Was der Mutter an's Herz geht, geht dem Vater nur an's Knie." Im Hindosta nischcii heißt es Mutter mein,' immer mein, möge reich oder arm sein." Der Venetianer sagt : Mutter.Mutter !Wer sie hat, rust sie, wer sie nicht hat, ver mißt sie.- Der Russe sagt: Das Ge bet der Mutter holt vom Meeresarund i herauf. Der Czeche und Lette sagen : Mutterhand ist weich, auch wenn sie faw.m Fast bei allen Völkern hat T man das sehr wahre Sprichwort: .Eme arme Mutter kann eher sieben Kinder ernähren, als sieben Kinder eine Mutter." Das Leiden der Mutter bezeichnet der Italiener in dem Sprichwort : Mutter will sagen : Martyrin !" Ueber den Ver lust der Mutter sagt ein Sprichwort der Russen : .Ohne die Mutter sind die Kinder verloren, wie die Biene ohne Königin." Wahrhaftig! Die Mütter dürfen stolz sein a?lf die Ehentitel, die ihnen in den Sprichwörtern der Völker gewidmet sind ! Ein eng lisches Blattbe richtet folgende heitere Begebenheit: Vor Kurzem stürzte ein ungewöhnlich erregter Herr in die Wohnung eines bekannten Arztes, ohne davon Kenntniß zu besitzen, daß der Mediziner sein Domizil gewech selt habe und ein weiblicher Doktor der Medizin mittlerweile eingezogen sei. Ist der Doktor zu Hause?" fragte der erregte Herr. . Jawohl," antwortete der Diener. . Ich. muß augenblicklich vorgelassen werden." Unmöglich, mein Herr !" ..Es ist eine dringende Sache!" .Bedaure, es geht nicht." Aber meine Frau sieht von Minute zu Minute einem sriudigen Ereigniß entgegen!" Der Doktor gleichfalls !" In Verlegenheit. ES zieht eben ein Bettler durch die Stadt in einem sast eleganten grauen Anzug mit gutem Hut und Schuhen, sowie schöner reiner Wäsche, der zum Schutz gegen die Sonne vorsichtigerweise einen HerrcnSonnen schirm bei sich führt. . Als er in einem Hause um eine Gabe bettelte und man sein nobles Erscheinen auffällig fand, meinte er: Kommt man zerrissen, so ist es nicht recht,und kommt man anständig,' ist es wieder nicht recht, man weih wirk, lich nicht mehr, wie man . es eigentlich machen soll!" Civil-und Criminal Justiz. Sagen Sie mir doch gesäll'gst, wo rin besteht denn eigentlich der Unter schied zwischen Civil ' und Criminal justiz?" Das ist ganz klar und einfach ; im Civilverfahren wird der Beklagte mit seinen Einreden ausgeschlossen, im Cri minal dagegen mit seinen Ausreden ein geschlossen.Die beste Kurm?thode. Wie behandeln Sie denn Ihre Pa tienten Herr Doktor, allopathisch oder homöopatisch .Grob behandle ich sie. und das hilft am besten.Die Fliege aus der Nase. Ich zog eine Flieg' aus dem Glase, lVknfft m5f TiMr;f,fm TO?. . Mlll V lWVUI, VIV4 f Sie flog wie undankbar! mir Sogleich direkt auf die Nase. -Ich warf ihr den Undank vor. Sie summte mir zu : Bist ein Thor ! Das 'Rauszieh'n galt nicht mir. ls galt nur Deinem Bier. Kriegslip. Wer flieht, kann wieder tVs Gefecht, Wer bleibt und fällt, . der kann eö necht ; Wer folglich läuft zu rechter Zeit. Ist in der Kriegskunst schon sehr weit !
yros.Nox pnd yaslor' . So a deitscher . Professor As a sürnehmer Mann, . Den a Pastor, a simpler,. Kaum anschbrecha kann. Nu gangen 3 mcl eini, -Do bitt' i holt schön, - Un lassen?, zum Teisi, Dös lange Geklöhn ! Der Wein steht am Fenster MitButtcrunKäs. Nu protzen's holt nieda Uss Dcro Gesäß. Den Wein dersenS trinken Der Käs is sor'n Fraß, Der Wein is sor'n Gaumen-,. Der Käs sor die Nas. Un die Köchin, die saubre,. Die g'sallt Jhna g'wiß. Hot armlanges Blondhar Wie a englische Miß.
8 Mirll ebenen. j " j ij M r Zählt zwanzig schon fast; Die dersenS halt anschaun V So lang's Jhna paßt. j Dann a deitscher Professor Hot a tiefes Gemüth, Doch ollzeit sor's Wahre Un Schöne erglüht. Die Mirzl ist schön, Un die Mirzl is wahr, Un die Grazien uis.aUcr Ihr goldiges Hiar. Un Sie dersens auch f:?g'n : . Wo bist dann holt her?" Un G'spaßerl auch moch'n, . Do freut sich's halt sehr. Nur Eins muß i bitt'n, Undössag'ibeiZcit'n: Dös Tätscheln un Kneifen, , Dös mög sie nöt lcid'n. Un dös Mieda umfafen. Dös is ihr fatal Na, nu gangens doch eini. Zum Teisi noch mal ! (Sch2!?.sModernesMittek. Herr Doktor, wcs halten Bit den neuen Pillen für mein NerrenlrrF? Das Mittel ist wohl jetzt sehr ea 3gue?V t ..Jawohl, meine Gnädigste; üi Sie müssen es sehr bald nehmen, I . r . . i . rv M i -1. . 1 Kam a & k 1 -gf ' ' t t :uu.-(..lt. V.. fl. 0T 1. Tr.rJS" nriinp jupumiiiri linu in urr jiriir: c-j..-. iiiuciyuiv uci uiui v3 .icuu.. Entstehens wirksam."" Entschuldigung. Ein Pfarrer begegnet zwei Sbuztr. und fragt den alteren, wer ih? föcsr:.habe ; da er keine Antwort erhält er die gleiche Frage an den jünge???-.' laut das Wort Gott" ruft. Pfarrer : Siehst Du, der KUn? schämt Dich ! Der Aeltere: Ja, das glaschon ! bei dem ist's auch nicht so her!" Ein psiffigerBader. n.; vnny tz.is., m v ; . 5.5.7 . jn uuuii wuyiuuuiit 4 1, uit stube Samswgs und Mittwochs ste!5 g füllt. Zu feinem großen Aergc? 7. ersehen,, deß sehr viele Kunden a fW C fVfk . & V . V ! ANvllll oer wartenden cin xoici 27' ! der verlassen und zu seinem Eoncurr ' ten gehen. Er sinnt auf em Mmel,te. zu verhindern, und es gelingt i5s,t:. er durch, eine spanische Wand ei.i V zimmer bildet und jeden EintretM t dort vom Gehilfen sofort elrfrljEVi laßt. Sächsisches Distichon. ! Ja, das iö längst Sie bekannt,, mir g mithllchen Sachsen sin helle! 1 tnrninX v!,k A.Vfc . O. VMV f V V V 4 V j,WUTfrfc4 tl weil er kee Sachse nich war l Selbst titulirt. Gast: Warum messen Sie k...t. mft.e -ff.:.. n c?.. viuic iui uucui muujca vsunn Sie doch zu zwei. Kellnern Ja freilich ! Aber dera Flegel ist ja heut' nicht glkomWen D er verliebte Dokto ....Wozu noch Worte, lieber 2s? tor? D! sil-fiiTjT hrr N, ksich aus ihren Blicken entnehmen. den. Augen liegt das Herz.) S?n r&vS.tT.iM V 0 rv r: . -. i . uUM4 uu3 yiik luyi ii wvorderen Brusthöhle zwischen derr und 6ten Rippe.--Vorbereitung. Eonsistorialrath : Nrni, Herr C?" didat, haben Sie sich schon recht fü? xamen vorbereitet V Eandldat ; X r ja, die H 0 s e n hab' ich schon, zStrz: noch keinen Frack." Recht schonend. Oberst: Ich habe da eben die Zricht erhalten, daß der Herr ftauplirr: Müller pensionirt worden ist. Da nr seine Beförderung zum Major ws.'-, bat, wird ihn die Nachricht seh? Uar.Zzxi. e f. . , ?- v . - . ijui auplmann iceyer, ie pr.u cui--ihm näher bekannt, suchen Si: ihm srÄ?.Pensionirung schonend mitzutheilen.Hauptmann Meyer: Snr wohl,.srxv Oberst, ich werde es ihm ,chsn:nd vz?& theilen." Auf der Straße trifft tz fcrr.: Hauptmann Müller. Er eilt auf ihr;.. und schreit : Du, Müller, ein V:r:rä nungsblatt ist gekommen. Einer bort ertt' Zwei ist pensionirt,! ch aber nicht Von Modeschneidern. Um der Kundschaft schnell zu dienen. Schassen die Schneider mit NähmaZZr - nen. Vor dem Laden die Muflerdocken . Sollen herein die Käufer locken. Auch in literis gibt es leide? Herren und Damen-Modeschneide?' " Schach Intermezzo.. - Zwei Herren sitzen vor einem &a:chaustische in eine chachparthie vf---. len. Ein Baner ein und nimm: 12 einem gegenüdersteendkn Tische P. Nach einer Pause sagt ein Spiele 5u dem Anderen : Schlagen Sie VoH Bauer da!- ' - ' ' . . ' Bauer (aufspringend) : 3er 1352 0r. tt3 Xl.in 7 T i
l" -ouuirn jiyiuiu 1 TZTIC Ench kommen, Ihr Fresse? !"
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