Indiana Tribüne, Volume 4, Number 263, Indianapolis, Marion County, 4 June 1882 — Page 2

Der JanaltKcr.

"SiVZ 'N iwti Abtheilung tn von Vtldul SRöUfiAuf n. (7. Fortsetzung.) Bciin ich angele, habe ich keine Lust TM Äeden, sprach er achselzuckend, und i.isusi stunde, in welcher die Makrelen '&v?f, Slanke (5isen beißen, kommt nicht 2: Tage. J ob die unvernünftigen Fische gezzZc ZU solcher Stunde sich viel um ein -r Worte kümmerten, die hier oben gewerden, rief Arne lustig aus, ist d'r's zu beschwer!, die Lippen 3zZzuiantei zu thun, kann'S dir nicht zu sein, mx anzuhören. Ist'S doch eine -'Wach, ba ein junges Blut wie du, W dcn, alle Tage der Bart hervorbrechen sich gebärdet wie Jemand, dem's bereits zu schwer geworden. 3 sagt dir, daß es mir nicht zu if.ßnzz geworden? fragte er, ohne sich in Tj&p Beschäftigung stören zu lassen. mache einen andern glauben, fuhr "jzt Leiter fort, denn deine paar Jahre zrz;x dich nicht schwerer drücken, als die drei Wassc-tropfen hier auf meiHemdärm:!. Aber ich will dir sa,302, uxi dir fehlt : dicEinsamkeit macht's, axiä daß du auf diesem Felsen sitzest, wie tz 5?ctten daran geschmiedet, anstatt dich !Hber zu rudern in guter Leute GesellIf'iiU diesem und jenem zuzutrinken und zutrinken zu lassen, oder deine Füße 33 üntm flinken Nundtanze zu heben Äazu bist du alt genug kenne dich -323 schon an drei, vier Jahre ja, -?IvTntar, trotz deiner Jugend bist du ver3ü.i7ok ein Holzhäher im Frühling und Ti&iast dich dessen vor den Leuten. Ver'ätEExit, Gunnar, ich möchte das Mädchen kennen lernen, auf dessen Angel du gebissen hast ! Sicher ein feines 'WTJ. Renn mir's, Gunnar, und fehlt isar&ci Muth, ihm dein Leid zu klagen, ich's ihm zuraunen : der Gunnar Üssrfsen zwischen den Schären hat ein Iif -aus dich ; lache ihm zu, damit ihm Äamm wächst, und willst du ihn feanc, machst du kein schlechtes Geschäft; 8C2 der Jörns legt Krone auf Krone für rEfci zurück und ein gut Stück Geld vertiSfflt der Gunnar selber mit seinem LotV!st du fertig? fragte Gunnar, als .323 eine Pause eintreten ließ. Vorläufig, Gunnar, wenigstens auf so 'iCfcsje, bis mir wieder etwas Neues ein- - IpSL . par deine Mühe, höhnte Gunnar, Arne bemerkte, wie das leicht erreg3gzz Blut des jungen Mannes ihm bis rsa&atzn Südwester hinaufstieg; war dir 3223!i gelegen, daß ich Unsinn hörte, liäxaschtest du mir nur den einfältigsten 'Sitsjungen zu schicken, der hätt's ebenso xt verstanden. Sagte mir das ein anderer, möchte er 3azx letzten Wort kopfüber in's Wasser .Qdgttollt sein, erwiderte Arne mit zell verrauchendem Zorn, von dir aber Pre ich noch Schlimmeres, ohne daß es zpz$ wild macht. Hab dich gern wegen 4dae Querkopfes ; und bin ich auch so cut 111 . :x. vjc .1-- Oisjti .

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cxnjc jiöijoieu ueu c?iyuicu yiuuuiu Vhrst. Verdammt, das soll dir einer nrK-- rK-r t( a I ..(..Ulll . Wer von Kindesbeinen auf dem Ge--Mst lebte, muß es endlich lernen, ant7TS2?tete Gunnar um vieles milder, als '3itt die Anerkennung seiner Gewandtund seines sichern Auges ihn versöhnBchr gestimmt. Äccht so, Gunnar, und wenn ich dir " Lf-1f mnrtehtS Ufrtiif finlf rtffif'S mir - V ItlUllUV UM4V V.V, V f , zht besser, als jedem andern, der dich JxHinex steifen Bö nur einmal vor dem 'St?uerrad stehen sah, während derMann - Rasier demselben auf deine Fingerzeichen "vjfcs: Speichen drehte, als ob's ein Uhr'Zxil wäre. Wie ich bedauernd aber auch ' tttfczxt, daß du hier lebst wie eine Aufier rzh der .Schale, anstatt dich unter fröhliche te zu mischen. Ich lebe, wie mir's gefällt; oder fragte weshalb du, ein Mann, der auf fX3.tn eigenen Planken stehen könnte, sich 5rra Dienst auf einer elenden Jagd hergreben hat? Für mich wär's freilich i'Achts, in einem alten Backtrog wie eine .Älwalle umherzuschaukeln, anstatt einher'zziegen. Und einem Manne wie dem zu dienen, wäre ebenfalls nicht vatsß) rnemem Geschmack. 'Pah, Gunnar, er zahlt pünktlich und Än guten Wochenlohn obenein ! Bahtx nimmt erdasGeld dazu? VielVjtäSftraxS ehrlicher Arbeit? Ich hörte von uggelhandel reden. Lzs schert's mich, so lange ich selber 35 ehrlich verdiene ? rief Arne lachend . c&iLZ. und so lieb, wie mancher andere, ist .rr5 der Listad ebenfalls, sogar noch lierJxi. Gin ehrlicher Mann besitzt eine HeimfcZl, warf Gunnar wie beiläufig ein, ich - zz.t ihm nicht; hat mir zwar nie ein ' zugefügt, aber in feinen Augen liegt 17X213 vvuies. Gerade weil er keine feste Heimstätte ZfrJeXl, zieh ich ihm jeden anderen vor, erTi5xtz Arne sorglos, seine Heimstätte ist Si: Jacht, und in dem kleinen Kajütennrn schlafe ich umsonst bester, als in eivZMl Kosthause, wo ich das bischen Ruhe tSjamr bezahlen mup. Uno dann, Gun itct, wollt' ich wie du beständig auf der ?jdfa Scholle bleibe:!, wie eine verankerte 'Wze, möcht' ich ebenso menschenfeindlich Miden wie du, btiü die Leute mit Finxezn aus mich weisen. Nein, Gunnar, &2 lob' ich. mir die Abwechslung. Heute Ä2 diesemFjord, morgen in emcm andern; 5aXb zwischen den Schären, bald draufreilich, die Jacht eignet sich nicht ictes Wetter dc?S eine Mal eine ' icht Better, daS andere Mal gedörrte Mche Hrrah. Gunnar '.Heute wechsle ü-if einen Liebesblick mit dem schönsten .tWdchen in Lärdal?örne, den nächsten Snnta tvi.y. ich tuit der flinksten Jigzi'Azq:: in Fjittlm'.d bei Gott, ich fe"uc nic!-,t mit unser::! guten KöniOs mt-X-Lm rcr ist gewlp cm glücklicher 3Qinn. Und ich tausche nicht mit dir, versetzte

5innar. einen Fisch mit solcher Gewalt tzz den Eimer werfend, daß er, anstatt noch . spriuaer. .equngslos liegen blieb, Qrtrj1 i -ästest er wieder einem seiner zle meine, Heezesblicke aus der lusti- - fast ungeduldig indemoUtihnisch fJ5L??J!? lSlH' piWtät

mit anderer Leute Mädchen und tanze mit ihnen, bis sie dich eines Tages mit durchstochenem Halse zum nächsten Pfarrer tragen. Zum Stechen gehören zwei, spöttelte Arne übermüthig, einer, der das Messer führt und sein kurzklingigcs spitzes Mcsser aus der Scheide ziehend, nahm cr.cs kunstgerecht in die Hand, den Daumennagel in die äußerste der drei, dem starken Rücken eingescilten Kerben Icqend und einer, der sich stechen läßt. Handelt es sich hingegen um einen ehrlichen Spännabälte,) so, bin ich der Mann dazu, gleichviel, ob soweit, soweit oder soweit, und jedesmal glitt der Daumcnnagel in eine andere Kerbe, dadurch die verschiedenen landesüblichen Bedingungen der streitbaren Burschen veranschaulichend. Gunnar zuckte höhnisch die Achseln. Ich könnt' dir gram werden mit deinem . Greisenwerden, fuhr Arne gereizt fort, und eine starke Zumuthung ist's, daß ein Bursche, dem's Haar erst um's Kinn wachsen soll, mit einem herzhaften Manne umgeht wie mit einem Kettenhunde. Weil du selbst aus blöden Augen schaust, hob Gunnar boshaft an; er wollte noö) etwas hinzufügen, und zweifelhaft erschien es, ob es ihm nicht dennoch gelungen wäre, Arne in einer Weise zu reizen und seine Geduld zu erschöpfn, daß ihr Beisammensein in einen ernsten Streit ausartete, als von der andern Seite des Felswalls ein scharfer Pfiff herübertöntc. Bin gleich dort ! antwortete Arne, indem er cmporsprang, dann reichte crGunnar die Hand. Dieser war eben im Begriff, die Angel mit neuem Köder zu versehen. Absichtlich ging er dabei ungeschickt zu Werke, sodaß Arne eine Weile mit der ansgestreckten Hand stehen blieb. Hol' dich der Teufel ! rief dieser endlich in aufwallendem Zorn aus; beobachteten

Zeugen, daß ein Kind meine Hand verschmäht, würd' ich dlr's auf eine gröbere Art heimzahlen. Kannst du nicht warten, bis ich meine Hände frei habe? fragte Gunnar. Dir fehlt so sicher einer dcr sünfSinne, wie ich nicht weiß, weshalb ich mir so viele Dummheiten von dir gefallen lasse, versetzte Arne, seinen Zorn bcmeisternd. wirst's so weit bringen, daß ich beim nächsten Wiedersehn dir den Rücken kehre, und eine lustige Melodie vor sich hinsingend, begann er den Felswall zu erstgen. w Am Hafenbecken wurde Arne von Listad schon erwartet. Ohne Säumen sprang er in die Jacht und gleich darauf glitt das der Luftströmung nur wenig zugänzliche Segel empor. Erst als dieses befestigt war und vor einzelnen unstät abirrenden Windstößen zu flattern begann, folgte Listad ihm nach. Es bleibt bei der Verabredung ? rief Jörns dem Schiffer zu, als dieser gemeinschaftlich mit Arne das schwerfällige Fahrzeug mittels langer Bootshaken rückwärts aus der Bucht schob. Mem Wort i so sicher wie der Fels, auf welchem Ihre Hütte steht, antwortete Listad. Gleich darauf füllte der Wind das Segel. Arne faß wieder amSteuer, wahrend Llstad sich aus dem Vorderdeck gemächlich niederließ, wo die Taue zum Stellen des Segels sich im Bereich seiner Hand befanden. Ein Teuselsjunge, dieser Gunnar, brach Listad nach einer längeren Pause das Schweigen, als dre Jacht lhren?plegel dem Angler zuschwang, hängen will lch, wenn in dem nicht anderes Blut steckt. als das eines Schärenkindes ! Er soll des Jörns Schwcsterlohn sein. antwortete Arne sorglos. So sagen die Leute, versetzte Listad. Und doch läßt sich's denken, meinte Arne, Viele halten dafür, sei vom Stavanger heraufgekommen, nachdem seine ältern das Jettliche gesegnet, und von dem Jörns an Kindesstatt angenommen worden. Ich wollte ihn selber darüber reden machenallein der ist verschlossen wie ein Grab. Es steckt fremdes Blut drin, wiederholte Listad, der Henker sah jemals solch Burschchen sich gebärden wie ein Alter, dem's Leben überdrüssig geworden. Wer jahraus jahrein aus emer Schareninsel haust, muß das Leben satt kriegen, warf Arne em, die Jacht voll rn den Wind drehend. Dann schwiegen beide Männer. XVI. Capitel. Die Wänderinnen. Die klare Sonne eines lieölichenSommermorgens spiegelte sich glitzernd in dem ewigen Gletscherreich des Jotungcbirges. Südlich von Eidsbugaren, auf einem von dem kleinen Gehöft aus ansteigenden, etwa achthundert Fuß hohen Bergkamm, gegen den erkältenden Luftzug durch einen Granitzacken geschützt und die Blicke auf das gewaltige Panorama der Jotunsjel dene gerichtet, saßen an jenem sonnigen Morgen Karen und Helga. Bei ihnen befand sich ew Mann, welcher sie von Bergen aus begleitet hatte und dem erhaltencn Auftrage gemäß sie auf einem Umwege nach dem Lärdalsef und an diesem hinunter nach dem Sognefjord führen sollte. Nach nächtlicher Rast in Eidsbugaren hatten sie Reitpferde und Gepäck auf einem bequemen Wege um den Bergkämm hcrumgcfchickt, um nach einem letzten ungehemmten Blick aus den mächtigen Gebirgszug, südlich abwärts steigend, erst am Tyin-Sce mit ihnen zusammenzutreffen. Der Führer, ein nicht mehr ganz junger Mann mit einer verschmitzten Physiognomie, von welcher man nicht wußte, ob sie Vertrauen erwecke ode? zur Vorsicht mahne, saß hinter ihnen auf dem Felsen und beobachtete sie mit Blicken, welche ihnen, wären sie denselben bcgegnet, vielleicht Scheu eingeflößt hätteu.Namentlich suchten seine Augen immer wieder ein dunkelgrünes, stark gearbeitetes Lcdcrfutteral, welches, anscheinend ein Opernglas enthaltend, an einem starken Riemen von Karcns linker Schulter aus deren rechte Hüste niedcrhing. Ein andcrcZ Fvttcral, jenem zum VcwechZcln ähnlich, trug Helga auf der linken eite. Im Ucörigcn mochte der Mann sie wenig kümmern. Er war ihnen von Brandvold selber empfohlen worden und hatte sich bisher stets als höflich, zuvorkommend und mit allen Wegen sehr vertraut erwiesen. Ein Jahr war dahingegangm, seitw) teniute, normeglicyer .grocuamrii0" Atm die Gegner mutet eines Riemen zusammen bei votl

zeiiZL! wkiöllZ. f4 :- V.'

dem sie in Brandvolds Begleitung das Salzseethal verließen. Ein langes, langes Jahr, und doch erschien es ihnen als ein nach Tagen zu berechnender Zeiträum. Dem von Kacen ausgesprochenen Wunsche der Ueberlandrcise hatte Brandvold kein Hinderniß entgegengestellt. Der Vorschlag war ihm sogar willkommen, weil er durch seine Begleiterinnen in seinein Verkehr mit den aus allen Richtungen herbeieilenden Missionärm gestört worden wäre und er aeradc von diesem Verkehr einen seinen Wünschen zuwiderlaufenden Einfluß auf Helga befürchtete. Karens Gewissenhaftigkeit galt, ihm dagegen als Bürgschaft, daß sie seine Tochter wenigstens nicht unmittelbar - dem Mormoncnthum gänzlich entfremde. Dieser Vereinbarung gemäß sollte es der wechselnden Umgebung und den Reisczufälligkciten allein anheimgegeben bleiben, nach dieser oder jener Richtung hin auf das jugendliche Gemüth einzuwirken, die daraus hervorgehende. Entschcidung aber von beiden Seiten anerkannt werden. Karen glaubte ohne Bcsorgnissc aus solche Bedingungen einge-. hcn zu dürfen, wogegen Brandvold' darin augenscheinlich nur einen für ihn aus den veränderten Verhältnissen entspringenden Zwange nachgab. Er war sich eben bcwußt, daß mit dem Ueberschrcitcn der Grenze des Sal;scc'hales in religiöser Beziehung .die unumschränkte Gewalt übcr seine Tochter ihr Ende erreichte und die Erfüllung seiner von zügellosem Fanatismus getragenen Hoffnungen allein von nicht zu berechnenden Ereignissen abhängig war. So schlug der Glaube an die Krast des Talismans, des Familienschmuckes seiner verstorbenen Frau, allmählich immcr ticser Wurzel, bis er schließlich zu der Ueberzeugung gelangte, daß Helga's Scheu vor ihm nur daraus zurückzuführen sei, daß Karen den Schatz in ihrem Besitz hielt. Dieser seltsame Wahn erhielt noch festere Grundlagen, als Karen in New Vork ihm die Aushändigung desSchmukkes verweigerte. Sogar einen Anblick desselben gestattete sie weder ihm noch Helga, sich darauf berufend, daß letzterer Anrecht an denselben mehr als Zweifelhaft. Seine Vorstellungen, daß der Familienschatz in seinen Händen sicherer aufgehoben sei, beantwortete sie, indem sie nach Maßgabe eines Opernglases ein festes, verschließbares Futteral anfertigen ließ, in welchem der Schmuck sammt Behälter seinen Platz fa.d. Ein ähnliches Futteral mit Opernglas erhielt Helga, um dadurch gewissermaßen den Werth ihres eigenen vor sremden Augen zu verheimlichen. Die Ansprüche, welcheBrandvold an das vermeintlich auf Helga vererbte Vermögen .erhob, hatten keinen, besseren Erfolg. Hier wie dort scheiterten

scme Bemühungen an den gerichtlich beglaubigtcn Urkunden, welche Karen ihm zur Einsicht vorlegte. Der gleichsam unter der Asche in verzehrender Gluth wirkende Fanatismus loderte wieder hell empor, als Brandvold die Berichte der Missionäre vernahm, welche von den glücklichsten. Erfolgen zu erzählen wußten und eine reiche Ladung Neubekehrter in -Aussicht stellten. Um so schmerzlicher erschien ihm dafür, seine Tochter vielleicht nnter den Heiden zurücklassen zu müssen, und die wildesten Pläne kreuzten sich in seinem Geiste, sein Haus' und seine Familie vor einer derartigen Schmach zu bewahren. In den seinen Anschauungen huldigenden Missionären fand er die treucsten Werkzeuge zur Ausführung seiner geheimen Absichten, und es bedürfte daher nur der Aufforderung, daß einzelne sich an Karcns und Hlga's Fersen hefteten und sie auf Schritt und Tritt überwachten. Die nächste Ausgabe sollte sein, auszukundschaften, ob Karen sich einen Verstoß gegen die getroffene Vereinbarung zu Schulden kommen lasse. Geschah das, so hielt auch er sich für seiner Vervflichtungen entbunden. Von mesem allem ahnten Karen und Helga nichts. Im Gegentheil, eine gewiffe Dankbarkeit beseelte sie für die Bereitwilligkeit, mit welcher Brandvold nicht nur mit der Landreise sich einverstanden erklärte, sondern ihnen dieselbe auch nach besten Krästen erleichterte. Und so saßen sie denn da in ihren dunkelgrauen Reisekleidern, den festen Lederschuhen und mit den. hellgrauen, von blauen Schleiern umwundenen Jilzhüten, als ob .das Leben jetzt keine trüben Schattenseiten mehr für sie gehabt habe. Am Salzsee hätten wir die Gebirge nicht so sorglos durchstreifen dürfen, brach Helga endlich das Schwelgen. Weil hier, trotz der spärlichen Bevölkerung geordnete Verhältniffe herrschen, erklärte Karen, Reisende, welche den Beschwerden gewachsen sind, selbst Frauen, denen nicht die Mittel zu Gebote stehen wie uns, mögen hier so sicher und furchtlos wandern, wie in den Straßen von Bergen oder New Nork. Den anstrengenosten Theil unserer Reise hätten wir mit dem Ersteigen dieses Berges überwunden, fuhr Helga fort, ohne ihre Aufmerksamkeit von dem Panorama abzuziehen. Den anstrengendsten Theil, gab Karen zu, denn von jetzt ab geht es wieder thalwärts, und nach dieser Probefahrt mögen wir uns getrost als Mitglieder bei dem diese Wildniffe erschließenden Touristenverein melden. Helga lachte herzlich. Um uns, wohin wir in diesem Lande kommen, durch die verliehene Medaille, wie die Freimaurer, unter Brüdern und Schwestern ausweisen zu können, bemerkte sie darauf. Und für den Jahresbeitrag alle damit verbundenen Vortheile und Erleichterungen in Anspruch zu nehmen, fügte Karen hinzu. Ob unser Frennd Olaf zu den Mitgliedern des Vereins zählt? fragte Helga plötzlich, zu Karen ausschauend. Wohl schwerlich, antwortete diese rul)ig, er ist eine jener Naturen, welche ErIcichtmingcn am wenigsten suchen, sie sogar verschmähen. Immerhin bleibt es auffallend, daß e? keinen einzigen Brief beantwortete. Wer weiß, wie das Schicksal ihn herumgeworfen hat. Er ist vielleicht gar nicht jiach Europa zurückgekehrt. " . Wenigstens machte er keinen Gel rauch von dem Credit, welchen ich ihm in' New iorr eronneie.

Aber die Herren besuchte er. . ' J 1 , - t

Nur um meinen Brief.abzugeben. Vier Monate später erschien er wieder, um seine bevorstehende Reise nach Norwegen anzulündigen und Grüße an uns zu hinter lassen. Du entsinnst dich, sie meinten, er habe diese Zeit benutzt, .um sich, anscheinend mit schwerer Arbeit, das Ueberfahrtsgcld zu verdienen. Und doch brauchte er nur dic Hand nach dem Erforderlichen auszustrecken, tönte es wie ein Vorwurs von Helga's Lippen. Hätte dir das etwa besser an ihm gefallen? Helga sann ein Weilchen nach. Nein, antwortete sie daraus lebhaft, gerade sein Stolz gefällt mir. Zwei Jahre sind eine lange Zeit; er mag uns vergessen haben, bemerkte Karen wie beiläufig, doch streifte ihr Blick bcsorgnißvoll das holde Antlitz. Nimmermehr traue ich ihm das zu, versetzte Helga, und ihre Wangen erglühten von dem Eifer, mit welchem sie Olaf v?rtrat, seine Worte klangen zu ausrichtig, und in seinen ?lugen stand geschrieben wie ernst er es meinte. Nein, weit eher glaube ich, daß er Norwegen nicht erreicht hat. Er mag ein Sklave der Verhältnisse geworden sein und daher scheuen, die eingeschlummert Beziehungen wieder anzuknüpfen. Sie sind nicht eingeschlummert, erwidcrte Helga, noch immer erregt, konnten nicht einschlummern, so lange er rcgclmäßig Nachricht von uns erhält. Von Bergen aus schriebst du noch einmal an ihn ? .Um ihn darauf vorzubereiten, daß, wenn unscrWcg an seiner Heimstätte vorüberführen sollte, wir vielleicht auf ein Stündchen bei ihm vorsprechen würden, gab Karen zu. Ich hätte ihn gebeten, uns Zuversichtlich zu erwarten. Und besuchen müssen wir ihn, wenn auch nur, um endlich Ver-

.bürgtes über ihn zu erfahren. Plötzlich wies Karen aus euienWanocrer, welcher auf dem Kamme des Bergrückens sich ihnen langsam näherte und seine ungctheilte Aufmerksamkeit dem Jotungebirge zuwandte. Da ist er wieder, sprach sie überrascht, schon das vierte oder fünfte Mal, daß wir ihm begegnen. Als ob er mit uns dasselbe Ziel verfolgte, fügte Helga hinzu, vielleicht ein Künstler oder Naturforscher. Oder Jemand, der, gleich uns von Wanderlust getrieben, seine Genüsse in der Bewunderung einer wildromantischen Natur sucht. Ich liebe nicht solche furchtbar ernste Physiognomiken, versetzte Helga munter, sie erinnern mich an Personen in der Salzseestadt. Beide sahen wieder nach dem Gebirge hinüber, bemerkten also nicht, daß der hinter ihnen aus dem Felszacken sitzende Führer den Fremden mit der Hand begrüßte, jedoch ohne von diesem einen Gegengruß zu erhalten, dann aber mit seinem Stäbe in der Richtung nach dem Tyin-Sce hinüberwies und zugleich die Bewegung des Ruderns nachahmte. Der Fremde schien dies ebenfalls nicht zu beachten, sondern verfolgte seinen Weg mit derselben überlegenden Ruhe weiter. In der Nähe Karen's und Helgas eingetroffen, blieb er stehen, und als diese sich ihm zukehrten, grünte er höflich. Ein eigenthümliches Lächcn spielte dabei um seine Lippen, als hätte die wiederholte Bcaeanuna ihn ergötzt. Einen langen ' Blick warf er noch um sich, und wiederum grüßend schritt er davon. Den Fuhrer beachtete er nicht ; erst als er in dessen Nähe an dem Fclszacken vorübcrkam und derselbe mit seinem Stäbe heimlich auf das an Karens Seite hängende Futteral wies, nickte er kaum bemerkbar, worauf sich langsam entfernte und nach einigen Minuten in einer abwärts führenden Rinne verschwand. Karen und Helga hatten sich erhoben und zu den Alpenstöcken gegriffen, für ihren Begleiter ein Zeichen, den Felszacken zu verlassen und sich ihnen zur Verfügung zu stellen. Wohin wir uns wenden mögen, überall treffen wir diesen einsamen Wanderer, redete Karen ihn an. Habe mich gewundert, antwortete der Führer nachlässig, aber ich denke, es wird das letzte Mal gewesen sein; er müßte denn nach Sognesjord hinunter wollen. Damit war er vergeffen. Auf einen Wink Karen's schritt der Führer wieder voraus. In südlicher Richtung abwärts steigend, befanden sie sich nach kurzer Zeit auf einem nackten, mit Gesteinstrümmern bedeckten massiven Felsabhange, auf welchem die beiden Wanderinnen, jeder Aussicht durch ringsum ansteigende Hügel beraubt, sich in den wildestenTheil desWahsatschgebirges versetzt hätten wähnen können. Erst als nach halbstündiger, anstrengender Wanderung durch muldenförmige, gräue Senkungen ihr bisheriger, sich durch nichts auszeichnender Weg feine Fortsetzung in einem wirklichen Pfade fand, der aus einem schroffen, mit grünem und silbergrauen Moose bedecktem AbHange hinlief, athmeten sie wieder fröhlich auf. Entzückt schwelgten die Blicke in einem tief gelegenen, grünen Thale. Ein Bach wand sich durch dasselbe einem umfangreichen See zu, der, von bizarren Felsformationen eingerahmt, sich weithin nach Süden erstreckte. Hart am Rande des glänzenden Wafferspiegels entdeckten sie ein einsames Gehöft, das der Führer als die Station bezeichnete, auf welcher die Reitpferde wieder mit einem Boot vertauscht werden müßten. XVII. Kapitel. Die Schneidemühle. Von der Südspitze des Tyin-Sees gelangt man nach Ueberwindung eines wilden Gcbirgspaffes in drei bis vier Stunden nach dem Oertchen Nystuen, von wo aus eine Kunststraße am Lardalsclf bis zum Sognefjord hinunterführt und auf cin:r Entfernung von etwa fünf deutschen Meilen, also bis zumMceressplcgel hinab sich über 4000 Fuß erstreckt. rr ! c-r . . Tk . c . iiinc mamge Mgeiireae unieryalv oer vierhundertjährigen seltsamen Holzkirche von Borgund lag eine jener Schneidemühlen, in deren Stillstand und Zerfall sich am deutlichsten die sinnlose Bewirthschastung der zu derselben gehörigen Waldungen offenbarte. Ein dumpfer Schlag ertönte hinter einem der den )ofraum einschließenden Schuppen. Gleich darauf trat in die

Thür des erwähnten Hauses eine hochgcwachsen, jedoch schon dem Grcisenalter angehörende Frau, deren hageres, schakfcs Gesicht im Gegensatz zu dem das graue Haar zusammenhaltenden weißen Kopstuch aus gelblichem Wachs künstlich geformt zu sein schien. Als sei der Schlag ein Ruf für sie gewejen, begab die Greisin sich sestenSchrittcs um den Schuppen herum, wobei sie scharf nach dem nächsten, wohl änderthalb tausend Fuß hohen Plateau hinausspähte. Dort oben eine Person zn erkennen, schien bei der Entfernung kaum möglich; trotzdem flog es wie Befriedigung über ihre harten Züge, als wäre sie von der Anwesenheit Jemandes in der schwindelnden Höhe überzeugt gewesen. Und wiederum crsolgte das dumpfe Geräusch, indem ein von grünem Reisig zusammengehaltenes Bund Heu mit großer Heftigkeit gegen ein anderes flog, welches bereits vor einem mit Prellbalken versehenen Gerüst raschelnd niedergesunken war. Die Greisin sah wieder nach oben. Ihre Blicke solgtcn einem straff gespannten Draht von der Stärke eines guten Gänsekiels, welcher in der Höhe von einigen hundert Fuß verschwand, aber augcnschcinlich an einer Stelle des Plateaurandes befestigt war, von welchem aus man einst die abgeholzten' Stämme hinuntcrgeworsen hatte. Da sie sich von oben beobachtet wußte, sie also kein Nachsenden anderer, auf diesem in wilden Gebirgsgegenden üblichen Wege blidschncll nnd daher gefährlich cinherschicßcnden Bündels zu befürchten hatte, begann sie rüstig die bereits eingeiroffencn von den durch die Reibung erhitzten kunstlos angefertigten Holzknebeln zu lösen, zu öffnen und in den nahen Schuppen zu tragen. Schönes, trockenes Heu, sprach sie, wie sich selbst bcglückwünschend,und dustig wie die Kräuter in einer Apotheke. Giebt das keine Milch im Winter, weiß ich nicht, was ich unserm Schecken bieten soll. Im Eiser der Arbeit schwieg sie ein Weilchen. Sie hatte eben den letzten Arm voll des gedörrten Futters beseitigt, als ein neuer Schlag sie belehrte, daß ein drittes Bund eingetroffen sei. Das nenn' ich Fleiß, murmelte sie wieder vor sich hin, .wie in dem Selbstgespräch eine Unterbrechung ihrer Einsamkeit suchend, armer Junge, wo dein Vater und deine Großmutter mit zwei Dutzend Paar guter Arme die Arbeit nicht bewältigten, da sinkest du jetzt kaum Beschäftigung für dich allein ! Ärmer Junge, und wie eine tiefe Klage offenbarte es sich in ihrer gedämpften Stimme, Schätze wolltest du herbeiholen, um die feuchten Hallen wieder zu erleuchten und zu erwärmen auf dem halben Wege nach dem Goldlande kehrtest du um, und ärmer, als du ortgingst, bist du heimgekehrt ! Und solch chöner, kraftvoller Bursche, in einer gro;en' Stadt hätte er sein Glück sicherlich gemacht. Sie war wieder vor das Prellgerüst getreten. Im Begriff, das Bund von dem Draht zu lösen, bemerkte sie einen Zettel, welcher hinter einen' der das Heu umschlingenden Zweige geklemmt war. Behutsam zog sie ihn hervor, und die Blicke aus die mit Blcifcder geschriebenen Worte senkend, las sie mit einiger Mühe laut : Barbro, mehr Heu ist nicht trocken, ich komme jetzt hinunter. Hast du eine frische Lachsforelle, ist mir's lieb. Sollten unterdessen Fremde eintreffen, ss gieb mir ein Zeichen magst dies Papier als Signal mit einem Dorn aus den Prellfahl besten, damit ich's weiß.Wer möchte uns noch besuchen ? suhr Barbro fort, gewohnheitsmäßig ihre Gedanken vornehmlich in Worte kleidend; armer Junge, bist ein Sonderling geworden von deiner stclzenStirn bis hinab auf deine Fußsohlen. Hm, Besuch in unserm Hause ! Hab's vorhergesehen, daß die Goldreise seinen Frohsinn trüben würde; armer, armer Olaf; die Nixen haben dein Glück heimlich in die Buchten des Elss hinabgetragen, als du noch in der Wiege schlummertest ! Die greise Barbro saß in dem zurKüche hergerichteten Flurraum neben dem Feuerherd. Ihre Aufmerksamkeit theilte sie zwischen den warm zu haltenden Speisen und der sich unter ihren hageren Händen drehenden Spindel. Sie sang dazu. Es war eine eigenthümliche Melodie, welche sie dem draußen vorbeischäumenden Elf abgelauscht zu haben schien. Und die Worte ? Die erinnerten an längst vergangcne Zeiten. Auf der Schneidemühle war sie aufgewachsen als elternloseWaise, war sie emporgeblüht zur viclumworbenen Jungfrau ; auf der Schneidemühle hatte sie sich v'erheirathet mit dem Sägemeister, hatte sie Wittwentrauer angelegt und war sie darauf die Pflegerindes einzigeySohnes des Mühlenbesitzers geworden, nachdem deffen Mutter sich gleich nach seiner Geburt in's Grab gelegt hatte. Sie hatte das Kind geliebt, als sei es ihr eigenes, hatte den unbändigen Knaben überwacht auf seinen Ausflügen in die nahen Schluchten, auf seinen Schulwegen, bis der heranwachsende Jüngling ihr ob der bangen Sorge zürnte, nicht länger wie ein Kind behandelt sein wollte. Blutenden Herzens sah sie ihren Liebling scheiden, der in fernen großen Städten seine Kenntniffe bereichern und sich zu einem höheren Berufe vorbereiten wollte. Denn daß die Sägemühle und vor allen Dingen die zu derselben gehörenden Forsten der Jahre mindestens fünfzig bedürften, um ihren Mann wieder zu ernähren, das wußte Olaf's Vater so genau wie diejenigen, welche beobachteten, daß die unter den Sägen hervorgleitenden Bretter immer schmaler wurden, zuletzt so schmal, daß sich kaum noch ein Käuser zu denselben fand. Zu einem höheren Berufe war der junge Olaf bestimmt worden, aber man unterschätzte seine Anhänglichkeie an die prachtvolle Felscnhcimath, die ihm den Auscnthalt in volkreichen Städten ' verleidete, ihn immer wieder nach dem Lärda! zurücktrieb, wo er von dem Vater mit strengen Stirnrunzeln, von der getreuen Barbro dagegen ganz heimlich mit Freudenthränen begrüßt wurde. Und so kam er einstmals heim, da hatte des Vaters Stirn sich geglättet; statt der bedrohlichen Zornessalten ruhte es wie unendlicher Frieden auf seinem bleichen, eingefallenen starren Antlitz. Als er aber folgenden Tages in die Erde aesenkt

I wurde, da weinte Olaf gemeinschaftlich

mit der alten Barbro so bitterlich, wie n?e 'zuvor in seinem Leben. Weiter sann und grübelte die alteFrau zu dem Knistern der rothglimmendenHolzkohlen auf dem Feuerherd, über welchen ein den Keffel tragender langhalsiger bcrußter Drachenkopf sia? hinneigte, zu dem Schnurren der Spindel, zu dem Zischen des siedenden Waffers. Das Singen war ihr leid geworden. Und wenn sie damals mit Olaf weinte, so hatte sie dopvelte Ursache gehabt. Sie weinte um die Todten, welchen sie ein Mcnschenaltcr hindurch treu gedient, sie weinte, weil die Herrlichkeit mit d?r Mühle so jäh ihr Ende erreicht hatte. Olas's Vater hatte es ja oft genug gesackt, wenn die Holzfäller kaum noch geeignete Stämme' zu finden wußten, daß er seinem Sohne Beffercs hinterlaffe, als einen verwüsteten Wald, daß es ihn nicht gereue, den letzten Baum für dessen Ausbildung hinzugeben, und daß der Vorrath nicht länger auszuhalten brauche, als er selbst lebe. So hatte Olas's Vater gesprochen, und als er zum ewigen Frieden eingegangen war, da kostete es Mühe, den Arbeitcrn ihren rückständigen Lohn auszuzahlen, die dann ihres Weges zogen. Seitdem stand das Mühlrad, verrosteten die Sägen. Die Gebäude vermorschten um so schneller, weit seit Jahren bereits die Mittel gefehlt hatten, sie in gutem Zustände zu erhalten. Ach, das war eine traurige Zeit! So vorwurfsvoll klang das Rauschen des Stromes wie. damals, und damals wie heute, weil es nicht mehr von dem lustigen Schnarren ber Sägen begleitet wurde, weil es ihm genommen war, mit dem Mühlrad freundschaftlich zu verkehren und zu tändeln, bis er es eines Tages zornig aus seiner Lage schleuderte, um es hinfort nur noch höhnisch mit clenden Wasscrgarben zu übergießen. Tiefer neigte Barbro ihr Haupt. Alle waren gegangen, nur sie und der Lärdalself konnten sich von der alten Heimftätte nicht trennen. Denn Olaf weilte nur zeitweise bei ihr, und sie wäre die letzte gewesen, ihm zu rathen, sich ein crnstes Ziel zu stecken, anstatt mit der Büchse die Gebirge zu durchstreifen und seine Zeit zwischen Jagd und Fischfang zu theilen. tr' cv . r jr i . rr jl

i innen oerium unicruuuin er moy!, neu den Wissenschaften wieder hinzugeben, allein bei diesem Versuch hatte es sein Bewenden. Nach mehrmonatlichcm Aufenthalt in einer größeren Stadt kehrte er heim, und mit sich brachte er den abcnteuetlichen Plan, in Calisornien die Mittel zur Neugeburt des Erbes seiner Väter zu suchen. Er ging. Um ihn weinte und schluchzte in tiesen Tönen der Elf, der ihn wohl tausendmal gebadet und seine Glieder gekräftigt hatte. Barbro's Augen blieben dagegen trocken. Lange, lange erhielt sie keine Nachtricht: und als sie es beinahe aufgegeben hatte, jemals von ihm zu hören, da trat er eines Tages plötzlich vor sie hin, und ihr zuschwörend, nunmehr Fenug von der Welt gesehen zu haben, um sich fortan bei Haferbrot, Milch und Fischen in der Gesellschaft seiner alten Pflegerin glücklich zu fühlen. Ja, er war zurückgekehrt, aber wie? Aeußerlich gealtert wie im Geiste. DaS Lachen hatte auch er nunmehr verlernt; doch das kümmerte sie nicht, wenn sie ihn nur wieder bei sich sah, ihn pflegen konnte und ihm dienen, wie in den guten alten Zeiten. So grübelte die alte Barbro, und ihre Gedanken paßten sich gleichsam an das wilde Tosen des unbändigen Elss, deffen Sprache sie im Lause vieler Jahre meinte erlernt zu haben. Stunden waren verrönnen, dcrAbend längst hereingebrochen, und noch immer saß sie neben den., FeuerHerde.' Da klopfte es an das kleine Jenster, um Herein ! schallte es gedämpft. Barbro, bist du allein ? Allein, Olaf, antwortete die Greipn, indem sie sich schnell erhob und nach einem Kienspan griff, um die Lampe anzuzünden, wer soll mich besuchen hier ? Komm .herein, Olaf, in zehn Minuten stehen die Fische vor dir. Sie hatte denKienspahn nachBenutzung zur Seite gelegt, als die Hausthür sich öffnete und Olaf sie freundlich be,grüte. Hungert meinen armen jungen Herrn ? Durstet ihn ? fragte sie zärtlich, alles ist vorbereitet ; die zartesten Forellen wählte ich aus; ihr Fleisch wird gar in wenigen Minuten. Nun ja, Barbro, antwortete Olaf gutmüthig und die zärtliche Aufmerksamkeit der alten Frau als etwas seit frühester Kindheit Gewohntes hinnehmend, nach dem Klettern und Arbeiten müßten meine Glieder von Stahl sein, sollten sie das nicht fühlen. Gute Barbro, rief Olaf lachend aus, indem er Platz nahm und sogleich den ihm sorgfältig vorgelegten Speisen zuzusprechen begann, du bist die einzige, die es versteht, mir die Grillen zu vertreiben. Bevor du die unselige Reise antratest, damals warst du so munter wie ein Schneehuhn an einem schönen Sommertage. Dir ist in dem fremden Lande ein Leid angethan worden, daß du so verän dert bist. Wenn ich's nur wüßte! Und was sollte die Frage, ob ich allein sei, und die Schrift, ich möchte dir's kundgeben, wenn Besuch eingetroffen sei? So hast du gesprochen an die zehnmal in den letzten zehn Tagen, als ob du Jemand erwartetest, und bis jetzt hat sich noch Keiner blicken lasten. (Fortsetzung folgt.) Klage eines Lebemannes. Folgendes Gespräch fand neulich zwischen zwei Elegants statt: Was fehlt Dir denn eigentlich heute? Du kommst mir ganz niedergeschlagen vor." Ach, alter Freund, ich bin sehr mißgestimmt, ich habe eineSchaar vonGläubigern,die mich unablässig quälen. Diese, verwünschten. Schulden !" ,So ? BistDu eine große Summe schuldig V Nein, aber viele kleine, und Du weißt ja, die Schulden sind wie die Kinder -r je kleiner sie sind, desto mehr schreien sie und belästigen uns." Die vorsichtige Köchin. Sag' einmal, Luise, was hat denn dieser Feuerwehrmann in deiner Küche zu suchen?" Na, da? ist aber park. Madamchen ! Erst erzählen Sie mir alle Tage, daß Sie sich so vor dem Feuer fürchten, und dann reden Sie, wenn ich Vorsichtsmaßregeln treffe !"

s AuS meinem Trutz'LchSnktn-OttH-tH Rlchc.d echmidt'Sabaniö.

Vom unfrommenWeinvirth. He, Mond.Wirth, Du alter Mischewein, Ich bin kein Prasser und Hetzer, Doch was Du unS heute schenktest ein, Ist schlimmer als Höllenkrätzer. Wohl glaub' ich, daß uns des WafferS Kraft Die Taufe offenbare : Doch ist kein 5)eide der Relensast, Du bist kein Missionare ! t Wohl weiß ich, es sei des Christen Pflicht, Den Glauben frei zu lehren. Doch soll man den Rüdesheimer nicht Zum Christenthum bekehren ! Jüngst sucht' ich vergebens den Herrn Curat Im Studiensaal und .Söller: Er hielt ein Rigorosum g'rad' Im kühlen Klostcrleller. Er prüfte gar ernstlich das edle Naß; Ich half ihm treulich proben Und mußte dabei jedes neue Faß Mehr als das vorige loben. Es floß manch' Dropsen stark und mild Und feurig bei Ja und Amen ! An jedem Spund ein zierlich' Schild Wies deutlich Art und Namen; Zeigt' auch genau des Alters Jahr, Den Ursprung aller Sorten : Das war eine Weinkarte wunderbar Find't sich nicht allerorten ! Doch da ich aus Deiner hier bestellt Eine Marke nach der andern. So mein' ich, in der verkehrten Welt Gradwegs herumzuwandern : Denn sag' mir an, wenn Dir's bewußt. Du schlimmer Zapf-Philister, Wie kommt der Pfarrer zur Weinkart' just. Und Du zum Taufregister?! Ein Lucullus -Mahl. Der etwas kurzsichtige Herr Professor hat einige Studenten zum Abendbrod ztt sich geladen. Professor : Aber, Lehmann, warum effen Sie denn gar nicht?" Lebmann: Es ist nichts mehr auf dem Teller Profeffor : Dann muß einer von dr. Herren eine Wurst zu viel gegessen ha ben l" Kein M 0 d e f ch r e ck e n. Das Austauchen der Krinoline am Horizont der Mode hat solche Damen, welche t das. enganliegende Kostüm als einen Triumph des guten Geschmackes betrachten, in nicht geringen Schrecken versetzt. Als beruhigende Nachricht können wir der verehrten Damenwelt aus sicherer Quelle die Mittheilung ma chen, daß, wenn wirklich die Krinoline wiederum zur Herrschast gelangen sollte, diese sich dem jetzigen Kostümschnitte vollständig anschließen wird, indem sie nämlich umgekehrt getragen werden muß. Wohl bekomm's! Ein Bataillon macht im Jeldzuge nach einem ermüdenden Marsche Halt zum Rendezvous. Die Lebensmittel sind au ßerordcntlich knapp geworden. Da sieht ein durch die lagernden Mannschaften schreitender Ofsizier seinen Burschen ein mit Fett beschmiertes Stück Brot mit Wohlbehagen verzehren. Das riecht jcr prächtig." schmunzelte der Ossizier, da könntest Du mir wohl ein Stückchen ablassen." .Zu Befehl, Herr Lieutenant," entgegnen der Bursche und überreichte dem Ossizier die Hälfte seines Brotes, wilches dieser sogleich mit vielem Appetit ißt. Wo hast Du denn das Fett her. Du Teufelskerl?" Aus der Büchse", entgegnete der Bursche, auS der ich die Hufe von dem Herrn Major seinem Pferd schmiere." Mißgriff. Dem Kutscher Peitschle bricht unter wegs.die Deichsel und er sagt deshalb zu feinem Pasiagier, dem Herrn Düstele: So, da steht jetzt der Ochs am Berge ! Herrn Düftele will diese Redensart gar nicht gefallen, und er ruft daher zor nig : Ja, und der Esel dazu !" Unliebe Bestätigung. Kapitän (der zum Herausbugsiren sei nes Schiffes aus dem Hasen einen Loot sen genommen) : Sagen Sie 'mal, ootje, sind Sie mit dem Fahrwaffer hier genau vertraut ?" Lootse : Na und ob, ich bugsire die Schiffe hier schon seit 30 Jahren ; ich kenne das Meer hier ganz genau, jeden Felsen, jeden Stein, jedes Riff."In diesem Augenblick ein Ruck und das Schiff sitzt auf einem Riff fest. Lootse : Sehen Sie, da haben wir gleich eins." Gedankenspäne. Die Schule des Lebens kennt keine Ferien. Manches Buch hat keinen Druckfehler, und doch ist es ein Fehler, daß es gedruckt worden ist. Es giebt keinen ärgeren Tauben als den, der nicht hören will. Das Schaffst ist ein überwundener Standpunkt, wenn' man geköpft ist. Offen. Aber, hören Sie, Herr Kollege, wie mögen Sie nur so schlechte Prozeffe an nehmen ?" Sehen Sie, ich habe so diel gute verloren, daß ich nicht mehr weiß, welche ich dann übcrhauvt annehmen sollte...." Urwüchsig. Alpenreisendcr: Ei, das sind ja schöne Edelweiß - Exemplare. Wo hast Tu denn die her, schönes Kind V Verkäuferin : .Eoi frisch mit der Poscht kommt." Schwer z u üben. General: Sag' mir, mein Sohn, könntest Du wohl in vollster Carriere einem feindlichen Infanteristen dcn Kops spalten?" Rekrut: Nein, Excellenz!' General: So? Warum denn nicht?Rekrut: ,Ei, des hawwe mir noch net geübt!"

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