Indiana Tribüne, Volume 4, Number 249, Indianapolis, Marion County, 21 May 1882 — Page 7

Hygieinische ZZriefe.

i .. . ?on Ikm rrattischen Ärjte.) 23q5 istKrankheit? -Der zu? sinnlichen Wahrnehuiung- gebrachte regelOidrige Verlauf organischerVorgänge im menschltchen Körper. Diese Erklärung ist die dem Standpunkte des Laien entsprechendste; denn sür ihn existirt eine Kranklzeit nur dann, wenn sie sich deut lich zeigt. Die nicht deutlich ah rnehmbaren, nicht fühlbaren Störungen im Getriebe der menschlichen Organe bleiben Ersterem, so ost sie auch sür den Arzt bereits den Stempel der Krankheit tra gen, fremd und lcidcr nur zu häusig, trotz ihrer Erkenntniß, gegenstandslos. Bevor im menschlichen Organismus schmerzhafte Störungen zur Geltung kommen, sind denselben bereits schmerz lose Unregelmäßigkeiten in der Blutvertbeilung den Mangel acuter öußercr Verletzungen vorausgesetzt voraus gegangen, welche als erste Ursachen des Entzündungszustandes, der Quelle des Schmerzes, zu betrachten sind, und wir werden in einem der späteren Briefe Gelegenheit finden, hierüber uns eingehender zu verbreiten. Vorläufig genügt ks, festzustellen, daß jedes Schmerzgefühl derÄuödruck abnormerOrganthätigkeit ist und daß die Nichtachtung desselben jederzeit oder wenigstens in den allermeisten Fällen eine theilweise Vergrößerung des Entzündungsgebietes im Gesolge hat. Es liegt nun im menschlichen Wesen, sich über die organischen Vorgänge im Körper eigenartig Vorstellungen zu bil den und sich t nach dem Grade der individuellen Begabung oder Ausbildung, über Ursachen und Verlauf eines Krankheitsfalles ein ganz bestimmtes, in den meisten Fällen falsches Urtheil zu verschaffen. Dieser Umstand und das Gefühl berechtigter Theilnahme am Unglück Anderer, wird dann die Veranlassung zu einem selbstständigen Eingreisen in den Krankheitdverlauf,welches nur zu häusig zu sehr entgegengcsetztenResultaten sührt. Die vielverbreitete Annahme, daß auch der Nichtarzt in der Lage sei, sogenannte kleine Leiden zu beseitigen, läßt in den meisten Familien die Hülfe des Medi zinerS so lange überflüssig erscheinen, bis jene Selbsthülfe sich werthlos zeigt, bis die anfangs geringe Abnormität einzelner Organfunktionen sich zur Entzündungskrankheit zugespitzt hat. Dttse dem praktischen Arzte so vielfach begegnende' Thatsache wird noch in sehr häusigen Fällen zur Quelle lang ausgedehnter Krankheitssteigerung, sobald statt des wissenschaftlich gebildeten Mediziners Kurpfuscher aller Art dazwischen treten und ihre fast immer aus die Leichtgläubigkeit der Masse berechneten Heilmethoden zur Anwendung gelangen lassen. Das5kurpwscherthum ist ein demAdep tenwesen früherer Zeiten entsprungenes Gewerbe, dessen Vertrieb in mit, größtenthcilS stark entwickelter Unverfrorenheit geübter Praxis gipfelt, durch Geheimhalten der angewendeten Mittel die Glaubensseligkeit des ungebildeten Laien zu erhöhen. Leider sind es häusig die Aerzte selbst, welche, ohne es zu wollen diesem Krebsschaden der Menschheit dadurch vielfach Vorschub leisten, daß sie Heilmittel, deren Zusammensetzung sie nicht kennen, deren Wirkungsweise ihnen aber bekannt geworden, als solche in die Neihe ihrer medizinischen Verordnung gen aufnehmen. Außerdem dient die Art und Weise, in welcher die deutsche Medizin ihre Nezepte zur Hand des Publikums bringt, nicht dazu, sie eineS, wenn auch unge -rechtfertigten Verdachtes des Geheimmitteltreibens völlig zu entkleiden. Dnn so lange dem Leidenden ärztliche Ver Ordnungen in lateinischer Sprache zur Verfügung gestellt werden, hat die Arz nei für ihn keine andere Geltung als die eines Geheimmittels. Der Kranke ist be rechtigt, zu erwarten, daß ihm die Bekanntjchast mit den für seine Heilung bestimmten Mitteln nicht vorenthalten bleibe. So lange dies nicht geschieht, so lange sie nicht in' jede? Beziehung wie die Franzosen und Italiener in ihrer Landessprache von den Aerzten berathen erden, erscheint dem Laien das Gebah en der Letzteren als ein Geheimvesen, das in keiner Weise dazu angethan ist, das Vertrauen des Publikums, welches über die Fortschritte der Therapie und Pathyologie ununterrichtet bleibt, zu erHöhen oder zu befestigen. Nicht alle Kranlheitsformen äußern sich in solcher Weise, daß sie dem Lei senden oder dessen Umgebung in deutlich ausgebildeter Form zu Tage treten. Die sogenannten innern Leiden mit ihren ost weitverzweigten Krankheitsheerden bleiden, zumal in dem Maße, als sie zu chro nischen Krankheiten werden, ost vielbedeutsame Räthsel, zu deren Lösung und Beseitigung außer denjenigen Heilkünstlern, welche mit direkt gebotenen Medikamenten ihre Kunst an den Kranken versuchen, noch in scheinbar gefahrloser Weise die Einschaltung sogenannter fym Pathetischer Kuren vielfach beliebt wird. Diese Heilmethode, die in ihrer einsachsten Jorm mit dem sogenanntenVersprechen eines Uebels beginnt, sindet ihreu H5üevunkt in dem Somnadulismus und ccr. mit dessen Hilfe ausgeführten Ku:en. U üb:: diese Heilmethode entsprechenden Ausschluß zu erlangen, muß zunächst hervorgehoben werden, daß der Glaube an die Existenz geheimer, feelischerHeilkräste sich in allen Schichten der Bevölkerung verbreitet sindet. Selbst 'den höchsten Gesellschaftskreisen Angehörende scheuten sich nicht, an der Seite verkommener Gestalten sich der Wunderstatte zuzuwenden, wo eine Somnambule ihr unheimliches Gewerbe trieb. Ein einziger Fall vollbrachter Heilung ge nügte, den Nus der Gesuchten und Äegehrten über alles-Lob zu erheben, aber von den Vielen, die ungeheilt von dannen zogen, schwieg die geschäftige Fama. Es ist zu konstatiren, daß in den meisien Fällen, in welchen die Wissenschaft sondirend in den Wirkungskreis des Somnambulismus trat, sich derselbe als ein großerBetrug entpuppte, was selbstverständlich nicht abhielt, in dem Falle, in welchem zugleich hierarchischesJntereffe sich an die Wunderstätte knüpfte, dem Ereigniß Kapellen zu bauen, und das

Ganze in ein Geldgeschäft bedenlichster

Art zu verwandeln. Anderseits darf nicht verschwiegen werden, daß mit erhöhter Nervosität beaabte Organismen sich sehr häufig in seelische Verstimmungen versetzen oder mit Leichtigkeit versetzen lassen, wie sie bei dem sogenannten Pagnetisiren durch zwangsweise Nervenüberreizung zurGeltung kommen. Solche allezeit krankhaste Zustände smdc wo sie wirklich existiren, niemals dazu angethan, höhere geistige Thätigkeiten zu verrichten, und was hierüber in dem Publikum verbrei tet ist, läßt sich entweder auf einen einfachen Betrug oder aus Uebertreibungen zurückführen. Die Heilung von Krankheitsformen irgend welcher Art ist durch die Thätig keit der sympathetischen Kuren jederzeit nur indirekt bewerkstelligt worden. Es summiren sich durch irgend welche äußeren Einflüsse während der Wanderung zu -dem Heilspender oder während des Verweilens bei demselben eine Reihe von mechanischen oder physischen Eindrücken, welche zufälliger Weise hinreichten, das Leiden des Heilsuchenden zu mildern oder zu heben. Da aber ein solches Zusammenwirken von Zusälligkeiten nur in höchst seltenen Fällen zur Ausführung kommt, so ist hierin gleichzeitig derGrund zu finden, warum die Zahl durch sympathetische Kuren wirklich Geheilter eine so verschwindend kleine ist und in allen Fällen bleibt. Mit der Gesundheitspflege als solcher hat dieSympathie alsHeilmethode nichts zu schaffen. Die Praxis der Ersteren besteht vielmehr in. dem fleißigen Ueben strengen Beobachtens des Menschens in seine" Lebensweise und in seinem täglichenVerkehr mit Anderen. Die Aufgabe des Arztes, wenn er alsBeirath einerFamilie fungirt, ist es daher, nicht zu warten, bis der Eintritt von Krankheitsformen bestimmter Art bereits erfolgt ist, sondern dem Ersteren rechtzeitig entgegen zu wirken durch geeignete Vorschriften und Belehrungen über die Einhaltung der harmonischen Wechselbeziehungen zwischen Arbeit, Ernährung und in der Lebensweise seinerKlienten. An demArzte ist es. Unzuträglichkeiten in der Art der Kostwahl und Kostbereitung, in der Pflege des Körpers und Geistes während der den Letzteren zuertheilten Arbeit, in der Benutzung der Wohn-, Schlaf- oder Arbeitsräume zu rügen und für deren Beseitigung rechtzeitig Sorge zu tragen. Da aber der Arzt nicht in allen Jällen Herr der seiner Hülse anvertrauten Organismen ist, so ist und bleibt die Ausgabe der Letzteren, seinen Rath in der Beobachtung und Pflege einer normalen Lebensweise thunlichst zu unterstützen. Der geträumte Schatz. Da ist neulich in Köln eine wunderbare Geschichte passirt. Der Moses Hirsch wohnt in einem kleinen Gaßchen im zweiten Stock, in einem ganz schmalen Häuschen, und ist ein armer Teufel, der sich nur kümmerlich vom Schacher nährt. Springt er eines Morgens wie toll aus dem Bette und in der Stube herum, und wie seine Frau gar nicht weiß, was mit ihm ist und schon in aller Herzensangst sürchtet, er sei übergeschnappt, erzählt er ihr, er hätte di, Nacht geträumt, daß er in seiner eigenen Stube einen Schatz finden würde. Die Frau meinte, es wäre Unsinn und nur ein Traum. Wenn er träumte, er könnte von einem Thurme hinunter fliegen und wollt's versuchen, bräch' er den Hals. Er sollte seinen Geschästen nach' gehen und auf den Schacher, das wäre der einzige Platz, wo er wirklich einen Schatz finden könnte, wenn auch nicht mit einem Male. Moses Hirsch ließ sich aber nicht abbringen. Er hatte schon ost geträumt, aber so lebhast noch nie im Leben, ging deßhalb heute nicht aus den Schacher, trotz dem Keifen nnd Bitten seiner Frau, und fing an, im Zimmer die Dielen aufzubrechen. Da fand er aber nichts, als Schutt und Staub, und renkte sich bald die Arme aus, in alle Winkel und Ecken hineinzugreifeir, und klopfte und häm inerte und machte einen Spektakel, daß die Leute von unten hinauf schickten, zu fragen, ob der Moses Hirsch ihnen das Haus über dem Kopfe zusammenbrechen wolle. Unglücklicher Weise hatte ihm der Traum nicht genau den Fleck angegeben, aber in der Stube war's, und wie die Frau Mittags müde und matt mit den paar verdienten Groschen zu Hause kam, und die Wirthschaft sah, die ihr Mann, indessen angerichtet hatte, schlug sie die Hände über dem Kops zusammen und weinte und schrie. Moses Hirsch war aber gerade dabei, die Wände zu visitiren. Unter den Dielen lag's nicht, also mußte eS in der Mauer stecken, denn da war'S. Die Mauer klang ober überall gleich und voll das war solider Stein bis an der einen Stelle Abraham und Jakob, wie von eiskaltem Wasser begossen, lief's ihm den ganzen Leib hinab an der einen Stelle klang's hohl da stak der Schatz. Kopsschüttelnd stand die Frau daneben und söaute ihm zu, als er ohnewei tercs den Kalk von der Wand herunter, brach, dc:; Mörtel herausbröckelte und in wenigen Minuten ein Loch in die Mauer gearbeitet hatte, in das er bequem mit der Hand hineinfahren konnte. Kaum hatte er den Arm aber hineingesteckt, als er seiner Frau hastig und vor Freude zitternd zuflüsterte, er sühle Holz. Das Loch mußte setzt etwas größer gebrochen werden, und 'es erforderte auch einige Schwierigkeit, ohne die Wand. total einzureißen, das Holz zu entfernen, was jedensalls der Teckel oder die Seitenwand der Truhe war. EnUch gelang auch dies. Moses Hirsch brachte glücklich ein kleines Loch hinein, grcß genug für feine Hand, griff hinein ur.d brachte seine Frau wäre vor Schre,! und Freude beinahe in die Knicc gesunken einen silbernen Löffel heraus.' '.Gott der Gerechte!" rief Hirsch mit unterdrückter Stimme und in wahrhast zitternder Hast do hast es was hob' ich gesagt V Und wieder griff er hinei und holte oft einen Löffel, und dann zwei silberne Gabel und dann

-noch drei Löffel und dann ein silbernes Salzfaß, und dann ein Paar große Münzen mit fremdem Gepräge, imGanzen etwa sechs silberne Eßlöffel, sechs Theelöffel, ein Salz- und ein Psefferfaß, einen Küchenlöffel, einen Fischlöffel, einen Zuckerstreuer Alles von Silber und die Münzen hervor. Weiter ließ sich für den Augenblick, und ohne d'as Loch zu erweitern. Nichts erreichen. Es kam auch Jemand, der zu Moses Hirsch wollte, und er mußte seine Arbeit unterbrechen, die er jedenfalls, wenn heute Abend Alles still und zu Bette gegangen war, fortzusetzen gedachte. Seine Frau schloß indessen den Schatz in die Kommode. Nachmittags poltern ein Paar Leute die dunkle Treppe herauf und pochen an Moses Hirschens Thür. Moses geht hin, und wie er ausmacht stehen zwei Polizeidiene: da, soffen ihn am Kragen und beschuldigen ihn, bei seinem Nachbar eingebrochen zu sein und sämmtliches Silderzeug gestohlen zn haben.' Moses Hirsch denkt im ersten Augenblicke, der Schlag rührte ihn. Er bei Jemand eingebrochen-er leugnet Steine und Beine. Einer der Leute hielt ihn und sührte ihn in die Stube, wo der Kalk noch überall am Boden liegt und das Loch in der Wand bündig genug spricht. In dek ersten Kommodenschieblade, die sie aufziehen, liegen auch schon die vermißten, angeblich durch Einbruch entwendeten Sachen, und der arme Teufel erfährt jetzt, daß er, anstatt einen Schatz zu heben, in den Wandschrank seines darüber mit Recht entrüsteten Nachbars gerathen sei. Moses Hirsch wurde abgeführt, sein Vertheidigungsgrund mit Achselzucken angehört, und er bekam 3 Monate Zeit, im Strashaus über seinen wunderbaren Traum, wie deffen traurige Entwicklung nachzudenken.

Wie man das Talent anfeuern rnufc. . In einem Wiener Theaterbries erzählt Emil Granichstädten folgende allerliebste Couliffengeschichte : Fräulein N. N., eine junge Schauspielerin, besaß ein vielversprechendes Talent zur sentrmentalen Liebhaberin ; dabei war sie trefflich erzogen und ein vernünstigesMädchen, das nicht die geringste Neigung zeigte, sich in den Schlamm der Lcidenschast, oder in den Strudel der Ausgelassenheit zu stür zen. Das war gewiß schön von ihr, allein dafür war auch ihre Luise in K bale und Liebe" matt, wie die berühmte Limonade des fünften Acts. Alles, was sie that und sprach, war richtig, war gefühlvoll und zart, aber das war auch Alles so zahm, wie eine Geßner'sche Idylle. Der Regiffeur des Theaters, der nebenbei den Wurm spielte und mit vielerMühe den Poltron Ferdinand auf ein raisonables Gebrüll reducirt hatte, war schlechterdings in Verzweiflung, wie er die sanfte Luise auf diesen Brausekopf und auf diese alte Furie stimmen sollte, welche die Lady Milfort keifte. DerNegisfeur war ein vernünftiger'. Mann, ein ernster Künstler undPracticuS genug, um zu .sehen, däß das beachtenswertheTalent des jungen Mädchens sichtlich unter ihrem sittsamen,' zurückhaltenden Wesen litt. Was sollte er aber thun ? Nicht di? ge ringste Spur von einer unglücklichen Liebe war bei ihr zu erkunden, mit der man sie hätte argern können. Alle seineGrobheit pralle wehrlos an der hingebenden Sanftmuth Louisens ab. DasFräulein wollte nun einmal nicht wild werden, und ohne jede Wildheit war ja doch die Scene mit der Milford nicht denkbar. Sie hatte den besten Willen und kannte seinen Kummer, deshalb that sie ihr Möglichstes, aber dieses Möglichste war in seinen Augen gar nichts. Es war Nachmittags vor der Generalprobe; die Mama war ausgegangen, und das Fräulein allein zu Hause, da erscheint sichtlich vergnügt der Regisseur. Jch hab's Fräulein, Sie werden die Luise herrlich spielen." JD, das ist schön, also sagen Sie mir das Mittel Sogleich. Bitte, stellen Sie sich hier an den Thürpfosten. So." Was machen Sie denn ?" Ich binde Sie a, Fraulein." Aber Sie halten mich doch sür einen ehrlichen Menschen V O Ja, aber " .Dann folgen Sie ; jetzt bitte ich um J5re linke Hand, die binden wir an die Thürklinke und die rechte binden wir an den Tisch." Das ij: aber doch sonderbar!" Das Fräulein war festgebunden um den Leib und an beiden Händen. Jetzt sagen Sie einmal Ah lauter so." Damit war ihr ein 5ebel in den Mund prakticirt. Und nun sing Wurm an zu 'hohnlachen und spottete über das stolze Gänschen, das ihm neulich den ehrlichsten Kuß verweigerte. Er verlangte den Kuß nicht mehr, aber er werde sich rächen. Nun zieht Wurm grinsend eine Reitpeitsche hervor und läßt sie durch die Luft aus des Mädchens festgebundeneHand niedersausen, ein-, zwei-, dreimal die Aermste tobt und weint nun noch ein viertes, fünftes und sechstes Mal. Da reißt das gepeinigte Mädchen mit verzweifelter Kraft die Schnur durch und den Knebel aus dem Mund, stürzt sie auf den Wüthcrich wie rafend los und ruft : Elender, sind Sie verrückt ? Hilfe. Hilfe ! Der Schurke schlägt ein wehrloses Mädchen !" Ein siebenter, wuchtiger Hieb trifft ihre zarte. gefchivoUcne Hand. Die sanfte Luise ergreift eine Scheere und packt den Gkgncr bei der Gurgel: Hinaus, oder ich morde Dich. So, Fräulein, ich habe Röcht bchal ten. Das ist der Ton. in dem Sie Ihre Luise spielen müssen. Jetzt prügeln Sie mich wiedcr, dann machen wirBeide kalte Umschläge und morgen werdenSic zehnmal hervorgerufen." Die Künstlerin segnet noch heute die sieben Hiebe mit der 'Reitpeitsche, durch die sie zum großen Ton der Lcidenschast gekommen ist. In irgend welcher Art muß Jede die sieben Peitschenhiebe erhalten. Wohl der, bei der sie sruchten! Schöne, wohllautende Verse sind die M5,k btr &ttt. .

Ein grob beginnendes aber sehr fein endendes Zeugenverhör in Thüringen.

Amtmann : NuSpickcl, Er soll jetzt über die in . erst unlängst vorgefallene Schlägerei alsZeuge vernommen werden. Nicht' Er aber seine Auslagen so ein, daß E: sie erforderlichen Falles eidlich erhärten kann. An welchem Tage siel die Schlägerei vor ?" Nuspickel : Am heil'gcn Abend vor'm Schweinemarkt" A. : Was ist das sür eine Antwort ? Er Esel !" N. : Esel ? Na, da sind mer ja gar verwandt !" A. : Was ? Wie so ?" N. : Ich bin ä Mensch, Sie doch och, un wenn ich ä Esel bin, da sind Sie och ener un zwar ä viel größerer als ich, denn Sie sind ja viel mehr, als unsereins." A. : Wie kann Er so impertinent sein !" N. : Mer lernt's ja von Ihm." A. : Was unte, sängt Er sich, mich Er zu nennen !" N. : Mer heißt ja den lieben Gott Du, unJhr wollt ja immer mehr sein als Andere.- A. (klingelt, zu dem eintretenden Amtsdiener) : Bringe Er den unverschämten Bengel drei Tage in das Gefängniß !" N. : .Das is mer gerade recht, da werd mer doch frei - von Ihm." A. (zu dem Amtsdiener) : Marsch mit dem Flegel ! Da geh' Sie wohl mit. Nä, nä, b'eiie Sie nur da ! Ich weiß den Weg allene. Gott behüte mich vor Seiner Gesellschaft! Aber daß Sie mich sort läßt, das ist das Gescheidt'ste, was Sie, seitdem Er hier ist, macht." Nuspickel schritt sogleich lachend, gravitätisch und die Hände aus den Rücken patschend, znr Thür hinaus. Der Amtmann war außer sich, sprang wüthend auf und wollte den groben Bauer zur Bestrafung zurück rufen, besann sich aber eines Besseren, indem er wohl sühlte, daß er durch seine Fragen und Benehmen den Bauer zu den Antworten provocirt, ja durch deffen Bestrafung seine Amtsbesugniffe in hohem Grade überschritten und gemißbraucht hatte,verbot dem Amtsdiener, gegen Niemanden von dem Vorfalle etwas zu äußern, und wurde von nun an der humanste aller Amtmänner. Des andern Tages brachte der gutmüthige Nuspickel demHerrn Amtmann zuSühne des über ihn gestern gehabten Aergers, eine fette Gans mit den Worten : "Nu, die werd' Sie doch mch'och, wie mich gestern, 'nausschmeißen wolle ?" Der Herr Amtmann . reichte lächelnd dem Bauer die Hand mit den Worten: .Herr Nuspickel, Sie gefallen mir außerordentlich!" Nuspickel? Und Sie mir och !" M i r)a m. Bon Ernst Harmening, dem Äersaffcr des MathiasOverstolz", ist ein poetisches Lied erschienen, welches er als ein hohes Lied der Liebe" bezeichnet. Die Rose von Saron, sür welche König Salomo schwärmte, ist die Heldin der Dichtung, und Harmening hat mit kühncrPhantasie das ausgeführt, was der Sänger des biblischen hohen Liedes andeutet. König Salomo liebt im reisen Alter Mirjam, die Rose von Saron. DaS Herz dieses schönen Kindes aber gehört ihrem Jugendgespielen, dem bräunlichen Azim. Der König will sich des jugendlichen Rivalen entledigen, da enthüllt ein Zusall die Thatsache, daß Azim einer der vielen Söhne des galanten Königs ist. Salomo ist weise genug, in letzter Stunde einzusehen, daß die Rose , von Saron nicht für ihn erblüht sei, und so vereinigt er den wiedergelun denen Sohn mit der schönen Mirjam. Um diese einfache Erfindung ranken sich dustige Blüthen lyrische? Poesie. Ernst Harmening besitzt eine kräftige Phanta sie und beherrscht die Form. Seine Liebeslieder zeigen das gluthvolle Colorit des Orients und zuweilen erinnert er im Stil an Bodenstedt. Hier ein Beispiel: Ich sah am Weinstock Trauben hangen. Ich sah sie reisen mit Verlangen, Ich mostete der Reben Blut, . Und kostete des Weines Gluth Da überkam mich die Berauschung, Und eine Stunde Seligkeit War ich zu opfern allbereit. Um solches Augenblicks Enttäuschung. Ich schaute Mirjam's Rosenwangen, Ich sah die Lippen schwellend prangen. Ich rüstete der Liebe Muth Und lüftete nach ihrer Gluth Da überkam die Berauschung, Und alle Weinesseligkeit War ich zu opfern allbereit - Um eines einz'gen Kusses Täuschung. Verzweiflungsverse eines Fräuleins bei der dreißigsten Geburtstags seier : Ich stickt' es gern aus jeden Kleiderstich Für alle Augen klar und leserlich. Ich grüb' es gern in Eisen und Stein, Auf meinem Schuh- und Stiefelabsatz ein, Auf Tanz- und Speisekarten möcht ich's schreiben : Ich will nicht ewig alte Jungfer bleiben !" Ich trüg' es als Berloque an jedem . Knopf. Ich wickelt's ein in jedem falschen Zopf. Ich möcht es transpiriren immersort Und athmen aus bei jedem Wort, Und jedem Junggesellen, möcht ich's schreiben : Dein ist mein Herz, willst Du Dich nicht beweiben?" Gnomen. Viel sind aus Erden der Wege: sie sühren alle zum Himmel, Läßt sich der Wanderer nur führen von höherer Hnd. Eine Blumc ist irdisches Glück, auf Dornen entsprossen; Oft, eh' die Knospe noch brich, wird sie vom Mehlthau zerstört. Selbstsucht ist ein steinernes Herz mit eisernen Klammern; Würde der Stein auch erweicht, hielt' doch das Eisen ihn sest. Selbstbeherrschung ist von aller Erzie i hung die Krone ; Wer sie als Kind nicht gelernt, bleibt zeitlebens ein Knecht.

Elektrische Funken

Die menschliche Vernunft gleicht dem faulen Esel, die Leidenschaft dem muthigen Rosse. Hat das Roß den Karren in den Koth gefahren, dann kommt der Esel hinter drein und demonstnrt mit Philosophenmiene, daß das nicht hätte geschehen sollen, dann wäre es anders i gekommen. Besuche sind gleich dem Regen, da wir ihrer leicht überdrüssig werden, wenn sie täglich kommen, sie aber herbeisehnen, ! wenn sie ausbleiben. Es gibt Menschen, die darin dem Kalk ' gleichen, daß sie nicht eher zischen oder ' laut werden, bis sie begossen werden. Das Herz einer galantenDame gleicht einer Rose, jeder Liebhaber erhält ein Blatt, uud ihrem Gatten bleiben die Dornen. Der Ruhm gleicht einem Kreise im Wasser. Er wird immer weiter und ; weiter, bis er sich zuletzt selbst vernichtet. Junge Leute, die dem Alten huldigen, sind wie der Epheu, der sich um die Eiche windet: ohne diese ehrwürdige Stütze würde er auf dem Boden kriechen müssen. Menschen, die ohne alle Rücksicht leben, ähneln den Ruderknechten, die dahin den Rücken kehren, wohin sie steuern. Lange und große Titel gleichen den Vergrößerungsgläsern; der gebildete Mann kennt ihre Construktion und ihren Werth, aber die große Menge gafft mit Staunen darein. Die Köpfe der Männer und die Herzen der Frauen sind wie die Uhren: keine geht der andern gleich. Gleichwohl richtet sich ein Jeder nach seiner eigenen. Die Verleumder und Bomben machen allemal erst einen weiten Bogen, ehe sie treffen und zermalmen. Die Weiber sind im Haushalte fast dasselbe, was das Porzellan ist : Beide gleichen sich an Schönheit, an Malerei, wohl auch an Brauchbarkeit, auf jeden Fall aber an Kostbarkeit und Zerbrechlichkeit. Unser Leben gleicht einem Schachspiel: ist das Leben der Menschen zu Ende, so kommen alle Figuren, Könige. Königinnen. Laufer, Thürme, Springer und Bauern Alle in einen Sack. Viele Menschen gelangen zu einer gewiffen Höhe wie die Schornsteinfeger, sie kriechen durch dunkle und garstige Kanäle und machen sich schwarz. Manche Schriftsteller und Dichter sind den Spinnen ähnlich. Sie hassen einander wie diese und würden, wenn sie könnten, einander auch auffreffeiz wie diese. Das wahrste Wort in allen Schriften ist das Wörtchen vielleicht. Die gewöhnlichen Menschen. sind die Nullen zu der Eins eines großen Mannes. Die Zähne des Vienschen sind die ost unbeachteten, aber untrüglichen Kraftund Gesundheitsmeffer. Die Geschichte ist eine rückwärts gehende Prophezeiung. Eine höchst originelle Antwort hat kürzlich ein Berliner Fabrikant, der viel Geld, doch wenigZeit übrig hat, erhalten. Derselbe erließ am 2. April d. I. in der Voff. Ztg." folgende Annonce : Ein Mann, noch in den bestenJahren, Und auch mit Mittetn wohl verseh'n. Wünscht, um den Hausstand besser zu bewahren, -Jn'S Heiligthum der Ehe einzugehen. Mägdlein wie Wittwen werden d'rum gebeten Wenn Geist sie haben und auch heit'ren Sinn Zu tragen schnell, (es ist nicht mehr von Nöthen) Ein Brjeflcin nach derVoff'schenZeitung hin. (H. 63.) Diese Aufforderung sührte dem poetischen Heirathskandidaten nicht weniger als 92 Briefe zu, von denen 84 Antwor ten in mehr oder weniger schwungvollen Reimen gegeben wurden. Aus allen Theilen der Welt strömten die Episteln her und haben dem Inserenten wenn auch unseres Wissens bis jetzt nicht eine Frau, so doch manche heitere Stunde verschafft. Die Krone derselben gebührt aber ohne Zweifel der folgenden Ant wort, welche uns im Original vorliegt und wohl werth ist, zur allgemeinen Kenntniß zu gelangen : Zwar nicht auf ganz direktem Wege, Kam heut' uns zu Gesicht Durch eine andere Zeitung erst Ihr reizendes Gedicht ; Doch hindert nns dies keineswegs Zu antworten noch jetzt, Wir konnten nicht die Ersten fein, D'rum kommen wir zuletzt. Schier 19 Jahre sind wir alt. Sind Zwillingsschwestern gar. Die Eine die hat dunkles. Die Andere blondes Haar. Wir haben Mittelgröße, Sind schlank, von schöner Figur. Und uns're Händ und Füße Sieht man durch Brillen nur. Wie wir nun schon erwähnet, Sind wir ein Zwillingspaar, Doch, nimmt Sie dies auch Wunder, Verschieden ganz und gar. Die Eine liebt die Häuslichkeit, Macht einen Ball gern mit. Die And're liest für's Leben gern Und tanzet keinen Schritt. Die Erste musikalisch ist. Spielt gern und gut Klavier, Die Zweite thut das weniger. Treibt Sprachen mehr dafür. Skat lernten wir vor Kurzem Und spielen's ganz brillant ! Wir reizen, wimmeln, drücken, , Doch das ist ja bekannt. Mkin Herr, in jeder Hinsicht Ganz icidylikc wir sind. Und praktisch ausgebildet . Wie selten man es sind't. Doch würden nur zusammen. Sonst aber nie wir frei'n. Auch müßten beide Gatten Einander ähnlich sein. Da Sie nun, wie uns scheinet. Ein ganz charmanter Mann, So schaffen Sie den Zwilling Für unZ Zwillinge an !" DU Unzertrennlichen," poste restante F. (Berl. Volksztg.)

Te Ncchte wtU i l

WaS ich für en Scl).'. möcht'' Ja, wisset Ihr Leut !' I mag net an Jeda, Will ain, der mi freut : A Schuster ist z'traurig, A Schneider ist z'leicht, A Mcnger ist z'blutig, A Brauknecht isi z'feucht; A Weber ist z'mager, A Schmied ist mir z'rauh, A Gärtner ist bucklig, A Färber ist blau ; Bei'm Sattler ist's schmierig, Bei'm Bäcker ist's mir z'warm, A Bauer ist mir z'knickig, ' A Söldner ist z'arm ; A Spengler, a Maurer, Die fallet vom Dach. A Fuhrmann vom Waga,' A Müller in'n Bach? Dös Hobla, des Fcila, Dös stand i nit aus, D'rum gang i koim Schreiner, Koim Schloffer in's Haus, Und mueß ich gleich warta. Bis zwanzga i bi, I nimm nit en Jeda, De Rechte will i! Aas der alten Zeit. Wer unsere beliebten Rebuffe für eine geist reiche Errungenschaft der Gegenwart hält,muß sich sehr beschämt fühlen, wenn ihm bewiesen wird, daß diese Erfindung aus dem 15. Jahrhundert stammt, wenn gleich sie in der ersten Zeit nicht die Be stimmung des Räthsels hatte, dagegen im 16. und 17. Jahrhundert das heuti ge wirkliche Bilderräthsel vielfach geübt wurde. Was jene ersten Anfänge be trifft, so ist auf die Sitte der englischen Geistlichen im 15. Jahrhundert hinzu weisen, welche, weil sie die Berechtigung, Wappen zu führen, nicht besaßen, an Stelle derselben sich des Rebus zu be dienen liebten. So sindet sich z. B. auf einem Glasgemälde in der Lady-Ehapel des Domes in Gloucester der Name des Abtes Thomas Compton um 1480 durch das Bild eines Kammes (c0iub) und die daneben geschriebenen Minusceln ton ausgedrückt und aus einem Fenster zu Lullingstown in Kcnt der Name des Sir John Peche (1522) durch das Bild einer Pstrsisch (peach) mit dem darüber gesetzten Buchstaben e (ccr acccntuirt ausgesprochen werden muß). Ueber da? wirkliche BildcrrätHsel äußert sich der Nürnberger dc Sunde iu seiner Stega nographie Steganolegia lzwischcn 1019 1624), nachdem er von den egyptischen Hieroglyphen gesprochen hat. jolgcndcrmaßen : Diesen Aegypticrn nun nach pflegen auch die Franzosen, (Wdicn Watschen?) n:,d bisweilen die Tku'.sch-r ' in simpsiichen rn;:nc:i und sprüch:rö:tern Hzerogluphtca ;u ezebrauchen aber nit nach der Ärt und G?schicklichlci! der alten, indem eine jetje gemalte cöcr cc rissen e Fign? für jich seirst ohne' Geheimnuß zu v:zsteh?n. is zum (?re;:ipcl : wann die deutschen Ritter ihren Frouwen zu verstehen geben wollen: Wann sich z:rcy Herzen ich:id:. Müssen vier anoen ijarcfc weinen schrieben sie erstlich W a n s i ch, nach diesem mahlten sie zwey Heifc u.-.d schrieben m i; s.s en, nach diesem mahlten sie vier Augen und schrieben !et!ich d r o b w e inen. Jedoch ist dieses sehr kindisch und lächerlich gegen der alten linis: und hieroglyphica y.i rechnen. E i n i n t e r e s s a t c s K u n stblatt, das namcntz. den Kennern der Schiller- und GoetheLiteratur von Werth ist, wurde soeben durch den Lichtdruck vervielfältigt. Es ist die groß? SepiaZeichnung Hektor's Abschicdvon I. A. Nahl. dem ehemaligen Direktor der Malec Akademie zu Kassel, wcl che Schiller in Kleinere prosaische Schriften" mit folgenden Worten be schrieben hat : Hektor hebt denAstyanax mit einem heiteren Blick des Vertrauenö zu den Göttern empor. Adromache, eine schöne Gestalt, im Geist der Antike gezeichnet, lehnt sich an die rechte Seite des Helden, auf ihm, ls ihrem Gotte, scheint sie zu ruhen, lein Ausdruck des Schmerzes.entstellt ihre reinenZüge. Zur Linken Hektars, in weiterem Abstände don ihm, und durch den Helm, der aus dem Boden lieg,t von ihm geschieden, kniet die Wärterin, das heitere Gebet des Helden mit einem schmerzvollen Flehen aus tiefer, geängsteter Brust begleitend. Auf sie, als die niedrigere Natur, hat der weise Künstler die ganze Schale der Lei' denschaft.ausgegossen, die er für diese Scene bereit hielt, aber in ihrem Affekt ist nichts Unwürdiges, es ist nur dasHef tige der Inbrunst, was ihn bezeichnet. DieHandlung geschieht unter dem Thore, dessen edle Architektur würdig zum Gan zen stimmt. Hinter der Amme öffnet sich dasselbe in einem schönen, freien Bogen, man sieht den Wagen Hektor's, derFührer halt die Pferde an, ein Krieger ist näher getreten und setzt die Hauptscene mit der Handlung des Hintergrundes in Verbindung." Das Urtheil Goethe's in den Propyläen" über das Bild ist, wie das Schiller's, ein sehr vortheilhastes. . Wie wichtig die Kochkunst für Damen ist, war kürzlich in einem geselltgenKreise das Thema einerKonversation. Dabei bemerkte eine ältere Frau, d'.e, wie alle Anwesenden wußten, seit ?:chr als einem Vierteljahrhundert in glück licher Ehe lebt und deshalb gepriesen wurde. Ich habe das nur der Kochkunst zu verdanken; denn als ich jung und schön war, gewann ich zwar dadurch das Herz meines Gatten ; jetzt aber, da ich alt bin, habe ich längst seinen Magen gewonnen." Wie Welt und, Leben, von verschiedenen Standpunkten aus betrachtet, sich doch recht verschieden aus nehmen. Ein Bettler in Paris von altem Bettlerade! abstammend, in welcher diese goldeneProsession nebst einem Sitze an der Kirchthü? von' St. Sulpice schon viele Generationen forterbte bricht dem ersten Kinde, welches sein Weib ihm schenkt, den Fuß, die ganze Ausbildung, welche er ihm sür seinen Beruf zu Theil werden !äßt. Als er dem zweiten später den Arm brechen will und seine grau Einsprach: dagegen erhebt, antwortete der Vatcr griesgrä mig: Wenn er denn absolut ein Hungerleider werden soll, mag er seine gesunden Gliedmaßen behalten ! '.,

Das OvervundtSgerkHi. ist nicht die vom Senate angenommene Bill, welche ein Appellationstribu. nal m neun Eircuits- schassen und so unserem obersten Gerichtshofe einen Theil der ihn überbürdenden Geschaftslast ab' nehmen w.ll, nich bcr md f das Verze,chnlßderl200unkrledigtknRechtsAngelegenheltkn, welche Ende voriger Woche die Herren Richter i3 die äußerste Agung versetzte, sondern etwas Un. fll ilVlm w Praccdenz--,,D Mltgliedcr unseres höchsten unal w.sscn, was sie sich ihren

SÄ"' r?.'?' Würde, schuldig cuil cv -7 !Nl crnr. Am Zrcitaa NoSmZi,. n.n. . OH t ;-'-t"'m itUlC UlU r 11 laä bcm Schlüsse der Sitz, nng en Rcchtsanwalt Lynn aus Allen ' I, "VfV ber nächsten Tage in Sacken der Lebenöv'rs'ctcrunas. Mschaft .Phonir- 5Ä Itcr ::nd Genomen die lewre Partei zu vertreten hatte. Herr 'tjn ist ein langer, knochiger Mann u.d crsckien die Feder sträubt sich, das Entsluichl zu ulrl stI""sii und Hals, binde Und dabei hatte der sürchterliche Mcnjch einen ungewöhnlich lgen und rf'b,Q5.nitt5nicrnÖpftC Oberhemd liefe ein rothes Jlanellhemd tten und das letztere drängte sich auch anstatt vorschriftmäßiger, weißer Manschetten, aus den Rockürneln Die Borstellungsttremonie war kurz und Herr Lynn wurde zum Plaidouer cm nächsten Morgen zugelassen. Kaum hatte Hr. Lynn das Zimmcr verlassen da :rat das schmerzlich belegte Colle gtum in die Erörterung der Frage, ob man es nicht als möglich und denkbar annehmen könne, daß der Adv nn aus Allen Co. Kan. morgen in der nam. llchcn Verfassung vor den Schranken des Tribunals erscheinen werde. Richter Gray hat dieselbe Frage sch?n einmal als Präsident des Obergerichts des Staates Massachusetts mit vielem Tacte behandelt und auf seinen Rath wurde beschlossen, Hrn. Lynn, wenn er morgm ohne Kragen und ohne Binde erscheinen würde, liebreich auf diesen Verstoß gegen die Etikette aufmerksam zu machen. Die von den Herren Richtern gcsürch. tete Sitzung kam heran und unmittelbar vor dem Ausrufe der Sache erschien Hr. Lynn mit einem College in dem Ge richtssaale. Das Fürchterliche war zur Thatsache geworden kein Kragen, keine Binde, rothwollene Manschetten. Der Clcrk des Gerichts winkte Lynn's Collegen in sein Bureau, und machte ihn auf die respectwidrige Garderobe seincsPartner's aufmerksam. Ja, das ist ein schwieriger Fall, rcplicirte der College, Lynn ist halsleidcnd und sein Arzt hat ihm empfohlen, nie Kragen oder Binde zu tragen." Erleichtert athmete der Präsident des Obcrbundesgerichts bei dieser Kunde auf, Gesundheitsrücksichten, das wäret was anderes, da blieb die Würde des Tribunals auch ohne Kragen und Binde gewahrt. Die Verhandlung begann und Lynn bewies sich zls scharssinnigcr Advokat, der nur dadurch einige bedenkliche Ver stoße sich zu Schulden kommen ließ, daß er zu nahe an das hohe Collegium her antrat und mit seinen langen Fingern vor demselben herumfuchtelte,als habe er gewöhnliche Geschworene vor sich. Die Amputation. Ein bitterböser Amtmann, der die Gerichts - Unterthanen seh? drangsalirte, brach den Fuß in so schlimmer Weise, daß er ihm abgenommen werden mußte. Ein Bauer kam in dringenden Angele enheiten an sein Schmerzenslager und ward von ihm mit derFrage empfangen: Was sagen denn die Leute zu meinem Unglücke?" Der Bauer schwieg verlegen. Nun, was ist's r fuhr der Amtmann ungeduldig auf, .immer heraus mit der Sprache!" Der Bauer (sich hinter den Obren kratzend). Ja, gestrenger Herr, die Leute die Leute sagen halt, der Fuß sei Ihnen zu kurz abgenommen worden." Der Amtmann: Wie was ? w hätte er denn sonst abgenommen werden sollen?" Der Bauer (eine Pantomime um den Hals herum machend) In der Gegend, meinen's." Wie man jenseits der VogesenGe schichte macht, sei hier mit einem kleinen neuesten Beispiel belegt. Im Januar 110b marschirte während dcrOklupation dcr Niederlande durch die französische Republik ein Regiment französischer Hu saren von Hartem nach Hclder, um diesen wichtigen Platz zu besetzen. Bei dieser Gelegenheit wurde auf Besehl der Bakwi'schjn Republik eine holländische Flottenabtheilung den Franzosen übergeben, ohne daß dabei von Eroberung ode? Gegenwehr die Rede war. Aus dem Umstände nun, daß hierbei 'einige Husaren über das Eis bis unter die ge schlossene.i Ecschüpforten geritten sein mögen, machte nun de? französische Na tiona!stolz eine Eroberung der hollän dischen Flotte durch die Husaren der Re publil" und im diesjährigen Pariser Salon stellt der Maler Delort ein Ge mälde aus, auf welchem die Scene, wie die Reiter die Flotte nehmen, sehr pittoresk dargestellt ist. Die französischen. Schriftsteller haben in diesem Falle so konstant dieGcschichtc gefälscht, daß selbst der englische Oberstlieutenant Dcnison ihrer Darstellung setzte. Originell wird de'r Vercin gegen Hausbcttcl in I.... bei Monheim in Schwaben gcüandhabt. Dort besagen die Statuten: Ein Handwerksbursche ohne gehörige Papicre"muß leer abduf tcn ; kann cr solche rorzeig -n, so erhält er, falls cr bayerischer Staatsbürger ist, 15 Reichspscnnige; erscheint cr aber in weniger festtäglichem Gewände,, so muß er mit 10 Pfg. vorlieb nehmen. Eia Prcuß," gleichviel ob nobel oder lumpig gekleidet, wird wit 5 Pfg. abgespeist. Ein Vereinsmitglied aber, welches gleich wohl einen Hanwerksburschen vor sei nem Hause .umschauen" läßt, muh die sen Frevel mit 50 Pfg. büßen.