Indiana Tribüne, Volume 4, Number 249, Indianapolis, Marion County, 21 May 1882 — Page 4
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V ' XU CD Gregor ' jSein; w de? Ueberschrift darf man VftTl Frfcnn hl ffet,fc:Al j .'H vijuiujlv ÜCCXU -hen, sonst bringt man fiel) muthwillig Ujön vornherein um die fieser. Am Fenster des Salons, der an Ele'MNZ mchtS'zu wünschen übrig ließ, ftsnd ein großer, schlanker Mann; inJxm er halb den ttoZzs wandte, so daß ?5I?N Gesicht und den dunMu Vollbart sehen konnte, sagte er: Du bleibst also bei Deinem Entschluß, uit titcht nach L. zu folgen?" ? Diese Worte galten seiner jungen Mu, welche, ihr etwa dreijähriges Fähnchen auf den Armen wiegend, am mutzn noe oes Llmmers stand. Auch war groß und schlank, aber blond pnd hatte momentan das Rotb der rWung auf den Wangen ; ihre ernsten r-.7ii fn4 I fi i r r ir KtUtt"' äcjicie ue vou lnvrunfciacr Liebe aus das mit dunkeln Locken Umrahmte reizende Kindergesicht, das ELab,!d des Vaters, t .Ja", antwortete sie mit ruhig feger Wlmme. Er trommelte mit den Fingern aus Fensterscheibe; nach einer Weile - . rro..:i v-t . cm ,. -cücißi xju, vais Jüciuc vciLuttI. nur zu folgen, e,n cyeldungS&IUUU Ijlü .Ja", klana es lurfick. r-y in neu Und wenn ick nun dielen 6frund OZcht unbenutzt vorübergehen ließe", er, m scheinbar glelchglltlgem ' " w . i ne, im mun aencficn, van oic eeueL.chen Fesieln mich nachgerade zu drücken spinnen. '.l? bringen sie den Tod ich jsZsP TVrfi r sivi iitt.4 ttr. i" T - ut VkillV ItllU U J .ncnl"' Der Ton, mit dfm sie es rief, . die s!5Zekpung, die aiiz zcdcm Worte wle bt Hilfeschrei herausk!ag, veranlaßte cr, ja)neu uizuwenocn. oic dasKind vom Ar w Herabgclassen ; - r -v- r-i u rf" äs iicr zum nenuer iihc oegann einGespräch mitem Papagei), der mit schnarrender stimme rief: Hüte Dich, S&ilz Dich!" - Der bleiche Mann schlug die Arme ?-a:inanber und mit gerunzelter SUrne flaute er schneidend: Ich glaube. Du Wdest Dir ein, daö Du durch meine 'Schuld ein unglückliches Dasein führst. J36) hielt, was ich versprach. Du aber chast mich getäuscht. Du gabst vor, mich &2 lieben statt dessen liebtest Du, 'tfa soll ich nennen' meinen ReichÄlzum oder jenen Mann, dem Du das ''Ecld zuwendest, das Du mir abschmei.iN?" ' Kein Wort weiter!" sagte sie, sich i?olz ausrichtend und mit stammenden fugen. Jedes fernere Wort der Wereioigung meinerseits wäre eine DeÄnüthigung." ! Diese Entrüstung ist die bequemste Sprache für ein? Schuldige," sagte er lohne Hohn. I D kannst mich nicht mehr beleidiöen." erwiederte sie, sichzurRuhe $wmzend. .Man fühlt sich nur da beleidigt, po man Achtung empfindet Du hast pte meinige verscherzt, seitDu mir Ehrssvsigkcit und Untreue vorgeworfen und SeitDu gegen Walther in perfider Weise t'intriauirtest." Weib! unterbrach er sie, die 'Hände ballend. Sie erbebte und trat weiter zurück QtW flüsterte sie, Deine EcgenQart nimmt mir den Athem." - geht," erwiderte er leichthin, doch Paul geht mit mir." Ein Laut des Schreckens drang aus hrem Munde und im nächsten AugenMd hatte sie das Kind an sich gepreßt. f V Wll UV I V V V W4 Willst Du mit mir fortfahren, 'Paul? Du weißt, in dem schönen Wa--..zcn mit den weißen Pscrden?" Ach ja!" ries das Kind frohlockend Md wollte zu ihm eilen. , Nimmermehr!" schrie die junge rau auf. Der Kleine sah erschrocken öald die Mama, bald den Papa an, Äann begann er zu weinen. Die junge Frau sagte mit dem süßesten Ton, der .'ch? zu Gebote stand: Paul, mein gesiebtes Kind, willst Du mich allein laslcn1 Wer soll mich lieb haben?" Der Mann lachte kurz auf und der Kleine fragte : Fährst Du nicht auch .rnit?.Rein, mein Herzenskind, ich gehe v o - rrs . . . vci. : jr. T- II ' s iiii irr.t nn i Jki rt.t. 'tnn nnncr uin. 2Jii lourucii inirn Hcnge, vielleicht niemals wiedersehen, :z?enn Du jetzt nicht mit mir gehst und - willst Du, daß ich Tag und Nacht mir 9I?finn tintf) niiStorine?" Nein, ach nein, meine liebe Mama, izch bleibe bei Dir Papa hat ja die Merde und den Onlel und die Groß2ama, da braucht er mich ja nicht! 3&cht wahr, Papa, Du meinst doch, daß A mit Mama acfceii muü?" wf - j - r v ..Thue was Du willst!" sagte er und Pieß das erschrockene Kind zurück. Es f OT . . .V f , V. (11 f! U. ! 4-39 ui iyiüum lury ijuiuc jtiu lüuituAntlit; in deren Kleiderfalten. Zu seiner Frau gewendet sagte der - Waun : Die Sache ist also entschieden ; -ch qche allein nach L. und werde von '.33?t aus die Scheidung beantragen. - TLZohiu wirst Du Dich vorläufig wen- ' "CCil ! Wohin anders a(5 zu meiner MutiCT." 'Jizdoch dc.3 geht mich nichts an. werde tro-jdem in frcigckige? Weise , t -4.r'.i e - c1 rM T5CT it m iririrrkhstTtl! -m, VDrtrnrsjcÜtJN Zone; er aber xtcts?:;r seine Vctiz ccvoit. Sorge für Isis s.czte sie bcöcud, ich werde kür nnö selbst forqe.k." Dui" liich:Uccv. Willst Du für -SVrnr.Csi ans r-cr Öfaschhic nähcii oder Farben reiben?" . ' ..si;t itt's grnuz!" ümte sie, dicht v. ... l.crc:nircicr.d,nd mit ginhenden iSiidcn ihn verächtlich ansehend. Einen Cement teacgncieii sich ihre 'Tilgen; er d)ivA dir einen nieder und ituitpni genjlcr zurück. Sie lic!t sich mühsam an eincrSiuhlHihnc ausrecht, die ?üße vcrsaatcn ihr cn Dienst, sie konnte das Zimmer viuia,: seriellen.
Zu? Dcin Uno oi'iS innöc klueuz ,05e:i, Dn so II st mit nicht ein zweites Mal hnrn tonne:!, ich sei ein Geizhals.
Nach einer kleinen'Vanle beaann:
. Nimm also Paul mit, bis bis Du eine neue Ehe eingehst, dann gehört das Kind mir, ohne Widerrede und ob es will oder nicht." Sie suchte nach Worten, aber keinS fand den Weg aus dem Herzen zu den Lippen; sie ranz nurverzwciflungZvoll die Hände. War das der Mann, den sie so hoch geschätzt, so heiß geliebt, wie nie Einer geschätzt und o?l:ebt wurde? Wo hatte sie die Augen gehabt, war ste bei Sinnen gewesen, als sie nnter den Vielen gerade ihn gewählt, weil er ihr der Beste, Edelste, Begehrcnswertheste schien? .Das Weitere", fügte e? kalt und gleichgiltig hinzu, machen wir am bestcn brieflich mit Hilfe des Advokaten ab. Um Eines nur ersuche ich Dich: Dn hast unsere Trauungsacten in VerWahrung, es wäre mir. liebwenn Du ste gleich holen wolltest' was geschehen soll, möge bald geschehen. Auch die Briefe, die ich Dlr im Lause de? Jahre schrieb und die keinen Werth mehr für Dich haben können, erbitte ich mir zurück. Ohne ein Wort zu entgegnen, verliek sie den Salon. Paul, der von der Wichtigkeit der Untcrhaltung nichts ahnte, weil er fast nichts davon verstand, hatte ftch, wie alle Kinder, schnell wieder beruhigt, war zum Papagey gelaufen und nes: Ich fahre fort, leb wohl!" Leb wohl,leb wohl !Komm wieder ! schrie der Vogel. ..Lok das Thier! sagte mißmuthig der Vater. Komm her, Paul, was hast Du da IN der Hand?" Es steckte in Mama's Kleidertasche hier hast Du', es ist nur Papier.Robert nahm einen ries aus des Kindes Hand. DaZ Couvcrt war noch nicht verschlossen, die Adresse lautete: An Fräulein Mariha Bernott." Ob er den Brief las, lesen durste? Martha war die beste Freundin seiner Frau,dcr Brief, er hatte ihn fast mechanisch aus dem Umschlag gezogen war lang, der Inhalt könnte ihm vielleicht manches Räthsel lösen, ihm Aufschluß geben über seine Zweifel war es denn ein Brief neuesten Datums? Er schlug die Bogen auseinander und las: Theuerste Martha ! - JrgendwolaZich einmal,daßeincFrau nicht immer unbegrenztes Vertrauen in den Edelmuth ihres Mannes scken dürfe; die feiner organisirte, selbstlosereMturdes Weioes mussedcmManne stets ein Räthsel bleiben; er werde oft Etwas tadeln, was ste in der besten Abficht, mit den mühevollsten Opfern vollbracht. Zu dem seien die besten Ehemänner selbstzüchtlg und wenn nicht Eifersucht, so sei Selbstsucht das Motiv. daß sie keine anderen Götter neben sich dulden wollten, selbst nicht das eigene Kind. Martha, Du kennst mich von der Zeit an, wo wir noch mit Puppenund Bilderbüchern unsere Zelt aussullten. Du kennst seit jener Zeit auch Walther Merken?. Du weißt, daß ich an dem armen Waisenknaben stets wie n M t f n eme i?qwei!er gehangen, mir mi Manches versagend, für ihn gesorgt,wo lch nur gekonnt, trotzdem er Dir die schönsten Blumen und Schmetterlinge brachte. Dir allein die kleinen, selbftgemalten Ander schenkte, von denen lch, ach wie gern! auch eines besessen hätte. Ich gönnte Dir aber Alles, fand csvollp Mtrri. n w v kommen lelvnveriianoua), oak er nnr an Dich dachte und Dich erfreute. Ich glaube, es ist ihm damals nie eingcfal-. len, daß eines seiner Bilder mich beglücken könnte. Ich habe Grund zu glauben, daß er damals zu bescheiden war, daß lhm der Muth fehlte, mir etwas anzubieten, weil er mich damals so hoch über sich stehend glaubte. Ich bitte Dich was ist mir vererbter Adel und unverdienter Wohlstand? Hellte ist Walther ein Anderer mir gegenüber: er hat nicht nur an Selbstvertrauen gewonnen, er verachtet wie ich die Vorurtheile dvr vornehmen Gesellschaft und wir stehen in einem recht angeuehmen Verhältniß. Vor meiner Berhcirathung konnte ich nur vcrhältnißmaßig wenig für ihn thun; jcht habeich, Dank dem Reichthum meines Mannes, mehr Mittel zur Verfügung und Watther schämt sich auch durchaus nicht, Unterstützungen von uns anzunehmen; er weiß, daß die Kunst dabei gewinnt er malt furchtbarste!ßig an seinen historischen Bildern, die einst Aussehen erregen müssen uudste, die Kunst, liebe Martha, ist seine erste Geliebte; er hat aber noch eine zweite. Du weißt es, aber sie ordnet sich bewundernd der ersten gern unter. Walther's Name ist einer der angefehensten in den hiesigen Kunstkreisen,und mit Recht ; er verkehrt in den ersten Familien hier und ich bin stolz darauf.ihn von vornherein, da er noch unbekannt war, protegirt zu haben. Mein Mann neckte mich anfangs wegen meines taiblc für ihn, doch feit einigerZeit, denke Dir, regt sich wie foll ich sagen? die Eifersucht oder Selbstsucht. Er denkt, daß er dabei an Empfindungen zu kürz kommt. Willst, kannst Du es glauben? Ich habe noch bis vor Kurzem gedacht daß ich mich täusche aber das Unglück ist da mein Mann mißtraut mir nicht nur.er ist von meinerTrenlosigkeit überzeugt. Ich habe mich einmal und mit warmen Worten vertheidigt vergebens! Ein zweites Mal hielt ich es bis jetzt unter meiner Würde. Walther hat hier eine gute Position in Aussicht der Einfluß meines Manneö entzieht sie ihm ich bin außer mir (will Dir nachher sagen weshalb): ich machte Robert Vorwürfe er wurde hestig, ungerecht, abscheulich! Ich kann Dir unmöglich wiederholen, was er Alles gesaqt; er hat ja selbst nicht daran qcalanbt, kann nicht daran geglaubt haben und ich verzieh ihm im Stillen. Die letzten Monate aber waren unerträglich sür mich mein Mann hat mich sörmlich gemartert. Wenn Walther sich melden ließ, so verließ Robert das Haus. Ich wußte am Ende nicht mehr, womit den Letzteren ul entschuldigen. Die Wahrheit: Roberts Eifersucht, konnte ich Walther doch unmöglich mittheilen. Da kam ;ich aus den vielleicht unglücklichen Ge-
danken, mich und Paul zu Roberts Geburtstag von Walther malen zu lassen. Damit war Roberts Abwesenheit ja entschuldigt, denn arglos gab ich Walter dle Stunden an, wo wir am ungestörlsten sein würden, zugleich aber der Dienerschaft auch die Weisung, mir die Ankunft meines Gatten sofort zu melden und m verhindern, daß er uns störe. Eln neuer Diener hatte sich b dieser Gelegenheit tölpelhaft benommen kurz, mein Gatte, bereits von Eifersucht gequält, will eines TägeS ins Zimmer stürzen, wo Walther, Paul und ich unS befinden. Ich öffne nicht und weise ihn scherzend von der Thüre. Er wird zornig, ich suche ihn zu beschwichtigen und gehe allein hinaus, um ihn völlig zu beruhigen. Er aber kennt sich nicht vor Zorn und ist wenig vorsichtig in der Wahl seiner Worte. Walther, der Alles hört, merkt natürlich, um waS eS sich handelt, folgt mir, nnd nun gab es eine Scene, die mir o peinlich war, wie nie eine in meinem Leben. Walther blieb vollkommen ruhig und wies Roberts Forderung zum Duell lächelnd, aber energisch zurück.
Er gab mir scheidend die Hand, indem j er me Hoffnung auSsprach, daß sich möglichst bald ÄlleS erklären und das schöne FreundschaftSverhältniß zwischen uns wieder hergestellt werden möge. Ich versuchte eS. meinen Mann zu überzeugen, daß er in einem ungeheuren Irrthum befangen sei, allerdings ohne ihm schlagende Beweise zu geben. Er sollte meinen Worten glauben hatte ich ihm doch nie Veranlassung gegeben, mich für eins Lügnerin zu halten. War es Sünde, einen armen, talentvollen Maler, der noch dazu mein Jugendfreund war. zu unterstützen? Nein, es war Pflicht. Ich war so stolz und so froh, daß ich ihm helfen konnte. Mein Mann ließ sich nicht beschwichtigen; mir fiel das Wort ein: Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eiser jucht, was Leiden schafft. Sieh, ich hätte Robert in mein Zimmer führen und ihm das fast fertige Bild zeigen können, mit dem er überrascht werden sollte ich war zu stolz dazu eines solchen Beweises mußte es nicht bedürfen. Ich hätte Robert sagen können: Walther liebt Martha und sie liebt ihn wieder, ihr Glück will ich begründen helfen, indem ich ihn untcrstütze. für ihn werbe und petitionire ich brachte es nicht übcrdie Lippen. Sei mir nicht böse, daß ich Euer Geheimniß mit so prosaischer Obcrflächlichkeit erwähne ich. weiß es längst, wie ihr aneinander hängt und Euch zu Liebe will ich meinen Stolz von mir werfen, will morgen meinem Manne Alles sagen, was mich rechtfertigen muß, obwohl er mich seit Wochen behandelt, wie eine Dirne. Vielleicht kommt Robert zur Besinnung verzeihen will ich ihm gern, denn er fehlt am Ende doch nur aus Liebe zu mir. Hoffentlich kommen für uns die glücklichen Tage der Vergangenheit wieder, lch sehne mlch danach so sehr ich bin krank vor Schmerz; ich würde ein Leben, wie ich es führe, nicht lange ertragen. Ich weiß auch, daß ich Robert noch Mit denelben Jnnlgkelt wie sonst liebe, aber wenn er vor mich hintritt, so kalt und glcichglltlg, hart und ungerecht, dann ist mir, als stünde ein Fremder, ein böser Mensch vor mir. Ich mußte Dir dlese lange Belchte ablegen daS fernere Schweigen .hätte mir die Brust gesprengt Doch genug von mn. Walter muß um jeden Preis die Stelle haben, er hat ir sicher auch schon darauf bezügliche Hoffnungen ge macht. Ich sende diesen Bries ab, damit ich nicht, wie ich es bisher gethan, die Unterredung mit meinem Manne länger verschiebe; ich weiß. Du harrst auf den Schluß, dle Entscheidung! Das ist ein Sporn, der Stumme reden macht. Delne treue Alice. Robert war zu Ende, er hatte die Zeilen fast verschlungen; wie Schuppen fiel es von fernen Augen ein Ge fühl derSchaam kam über lhn,er konnte im Augenblick seiner Iran nicht gegenübertreten. Er überließ Pau! der Aufsicht einer Dienerin und eilte in sein Zlmmer. Wie hatte er sich vor seiner Frau erniedrigt! Wie weit hatte eine Leidenschaft, wie die Eifersucht, ihn geführt! Alice war schuldlos, wie Desdemona, er aber hatte gerast wle Othello. Heute früh war sie zu ihm gekommen, sanft und freundlich wie vor- Monaten und hatte ihn vertraulich um eine Unterredung gebeten er hatte sie brüsk abgewiesen, er habe keine Zeit. Darauf hatte sie den Arm um ihn geschlungen: Robert", hatte sie leise gesagt, ich bitte Dich, Dein Weib". Ich habe kein Weib mehr," hatte er, sie zurückstoßend, gerufen. Gehe zu Deinem Geliebten!" Darauf hatte sie schnell sein Zimmer verlassen. ' Dann war eS wie Reue über ihn gekommen, er fühlte, daß er zu weit gegangen fei. Wenn sie sich nun rechtfertigen könnte! Wenn sie unschuldig wäre ! Er hatte sie einst so lieb gehabt, er liebte sie ja noch, nur zu sehr, weshalb hatte er sich denn sonst so eisersüchtig gezeigt? Er war im Begriff gewesen, ihr nachzueilen, als ein Brief die Nachricht von seiner Versetzung nach L. ka!. Diese Neuigkeit hatte einen neuen Ecdankcngang in ibm wachgerufen: er malte sich die nächste Zukunft aus eine lachende Zukunft mit Weib und Kind. Angenehm erregt hatte er in's Zim mer seiner Nrau eilen wollen er fand sie schon im Saloon gelehnt, an die Schulter vou Walther Mertens. Das war zu viel! Ich fand eine Ohnmächtige," hatte der yjlaicx ge aat oas erliart woni Alles. Ich gehe und überlasse die Kranke ihrem Gatten." Walther vnließ das Zimmer; Ror i r . . or:.,.' n oeri eriaijie ane uua iuic iuu ci j serner Klammer:
Jetzt rede! - ES muß klar werden zwischen uns ich will an Deine Un schuld glauben vcrtheidigeDich!" Mit einem Ruck hatte ste ihre Hand losgerissen und, sich doch aufrichtend, damit nach der Thür gewiesen. Er hatte sich wieder gefaßt' und in mildcrem Tone gesprochen. Gut denn! ich will Dich bitten, zu reden es kann noch AllcS wieder gut werden." ES ist zu spät" hatte sie tonlos gesagt. Rein ich liebe Dich noch". Aber ich habe aufgehört Dich zu lieben." Da hatte feine Eitelkeit oder war eS fein Herz gewesen? einen Stachel gefühlt seine Eifersucht begann wic der zu wühlen, aber die Frau, die bisder demüthig Alles ertrug, nicht mit seinen Waffen gekümpft hatte und ihn nun plötzlich von sich stieß, sie fchien ihm liedenö- und begchrenswerther als je. Ich habe soeben die Nachricht meiner Versetzung nach L. bekommen," hatte er ruhig, in fast freundlichem Tone gesagt.
Kein Laut war von lhren Lippen gekommen. Ich sagte Dir, daß lch nach L. versetzt sei." Wa5 kümmert das mich?" Run, ich denke, das kann Dir nur lieb sein; Du hast ja viele Freunde dort." Ich? Ich bleibe hier." Wieder jckt, nachdem erden Brief gelesen, begriff cr's freilich nicht, wie er sie hatte für schuldig halten können war die Eifersucht sür einen Moment in ihm aufgekocht. Vermuthlich wcg:n Herrn Walther Mertcns". Vielleicht!" hatte sie erwiedert. Da war Paul hcreinaestürmt und hatte sich in die Arme seiner Mama gebangen. Beide Gatten hatten dabei Zelt gefunden, sich zu beruhigen und dann war d:c Eingangs der Geschichte erzählte Unterredung gefolgt, die damit endete, daß Alice ging,, um die Trauungspaplcre zu holen. Robert lien letzt noch einmal die Worte, so weit er sich daran erinnern konnte im Geiste vorüberziehen, und je weiter ihn seine Gedanken trugen, desto mehr schämte er sich vor sich selbst und vor seiner Frau. Die junge Frau war gegangen, um die gewünschten Papiere zu holen. Wle lm Traume betrat sie lhr Zimmer ste mußte sich niedersetzen, die Kräfte versagten ihr von Neuem; ste preßte die Hände an ihre hämmernden Schläfe, an ihr hoch klopfendes Herz sie konnte nichts mehr denken als: Wie habe ich lhn geliebt und wie hat er mir'ö gelohnt! Schmerz und Zorn rangen um dle Oberhand hätte sie nur ein Unrecht begangen, ach, hätte sie nur! Sie wäre ihm ja gerne zu Füßen gefallen und Hütte ihn um Verzeihung gebeten aber sie war so unschuldig sie war keinen Schritt vom Wege der Tugend abgewichen. Es war klar, sie hatte sich getäuscht. als sie ihn für den besten aller Männer gehalten und sie war eine Närrin gewesen, daß sie sich an ih geklammert mit allen Fibern, allen Gedanken er war ein niedriger Charakter, wie hätte er sonst so niedrig von ihr denken können? Sie schlug dle Hände vor s Gesicht, sie rang nach Thräneu aber ihre Augen blieben trocken. Ach, wo waren die Zeiten hin, da ste IN giuailcuer Pkuierleil neoenelnanoer hergingen und er jeden Wunsch aus ihren Augen zu lesen bemüht war; sie nnr immer die kostbarsten Geschenke abzuwehren. Nur Eins erbat sie stets von ihm: Viel Geld. Heute hatte er ihr das zum . Vorwurf gemacht. Sie j! y. ... i f. V ... gab so gern heimlich, ohne daß ne dle Absenden ahnten, Jenen, welche keinen Muth hatten, zu betteln und lieber hungern und frieren. Ihr Mann verlangte selten oder nie Rechenschaft über die Summen, die er ihr gab. Einmal, als er fragte, weil sie verhältmäßig viel verlangte, hatte sie für Walther gefordcrt. Trok aller Bemühungen bekam derselbe anfangs keine einträgliche Arbelt und sie wollte mcht, daß er, der Künstler, sich zum Handwerker erniedrige und Handlangerdienste verrichte. Ihr Mann war andererAnsicht darüber. er behauptete, Arbeit, welche es auch :mmer sei, erniedrige keinen jungen Mann sie aber nahm warm Partei für ihren 4. i. IWI tfteunD uno umscymelcyelle lyrenMann, bat, nannte ihn dann lm scherz ernen Geizhals, bis er ihr das Geld mit dem Bemerken hinwarf, sie möge ihre Freigebigkeit nicht überneiben. Der Ton, m dem er das sagte,- verjtlmmte ste, ste hätte daS Geld am liesten verweigert, aber eS war ja nicht für sie und eS wurde dringend nöthig gebraucht, sie wußte Walther ohne zedeS Exlstenzmlttel und so nahm sie die Summe. Seitdem aber hatte Walther nie Etwas von ihr erhalten. Sie hatte vollständig den Muth verloren, Etwas von ihrem Mann zu erbitten, sie hatte kei.n Zutrauen mehr zu ihm. Sie brach in Thränen aus ste wute, ste wurde die Tauschung nicht überleben, die ihr Mann ihr bereitet. Sie begann dle Papiere zu suchen. Da lag der Trauschein sorgfältig eingeschlossen und umhüllt, da lagen seine Briefe mit ticbcvoller Hand geordnet und mlt bunten Bandern umfchlungen. Sie begann darin zu blättern zu lesen ein Blatt nach dem anderen und Thränen strömten über ihre Wangen. Diese Briefe erhält er nie zurück niemals!" sagte sie zu sich selbst; ste sollen mir eine köullche Erinnerung fein an die schönste Zeit meines Lebens, sie wcrdcil mein einziger Trost sein." Paul ach Paul wie konnte ich ihn vergessen! Das Kind soll mich für Alles entschädigen ich brauche es ja niemals von mir zu geben ich halte mlch an dle Worte semeS VaterS: bls bis" Sie konnte eS nicht auSdenken. Dann fiel ihr ein, das sie wohl um des KtndeS willen nicht verschweigeu
dürfe, was fle rechtfertigen vüe, d& sie eS zur Scheidung nicht kommm las- , sen dürfe.' Wie wollte sie einst diese That vor dem Kinde rechtfertigen? Sie sann nach und nahm Robert's Bild in die Hand, das ihr stets lieb und theuer gewesen doch sie raffte sich auf: Robert liebt mich nicht mehr, und damit ist meine Macht zu Ende ich will nicht weich werden, eS ist zu spät jetzt ist AlleS zwischen unö vorbei. Wie gut, daß ich den Brief an Martha noch nicht abgesandt." Fast unwillkürlich griff sie nach ihrer Tasche, in der sie den Brief glaubte. Er war nicht da. Sie begann in ihrem Zimmer zu suchen vergebens! Sie betrat den Salon auch dort . war er nicht zu finden. Ihr Mann und Paul hatten den Salon verlassen. Voll Unruhe ging sie hin und her endlich überschritt sie dieSchwelle zu ihreSManneS Zimmer. Er stand am Schreib tisch mit dem Rücken gegen sie. Hier bringe ich die gewünschten Dokumente", sagte sie zaghaft. Er rührte sich nicht. Sie schritt langsam näher, und als sie die Papiere niederlegte, sah sie den vermißten Brief in ihres Mannes Hand. Die Augen der beiden Gatten begegneten sich auch in den seinigen standen Thränen. Wer war's, der zuerst die Hand des Anderen nahm? Zuerst seinen Arm um den Hals des Anderen schlang? Es war ein stummes, inniges Versöhnen, ein glückliches Wiederstnden nach langer, schmerzlicher Trennung. Robert reichte seiner Frau zwei Blätter. Alice IaS: Martha Bernott, Walther MertcnS, Vki'.cbtk. Das andere Blatt enthielt die Worte : Herr Walther Mcrtcns. vom Begin: des nächsti:lJahrcs Professor der Kunst. Akademie zu D., erhält für sine speziellen Verdienste ein Ehrengeschenk von 300Mar! zu einer Reise nach Italien." Da klopfte es an die Thüre. Darf ich herein?" Jawohl, du kleiner Taschendieb!" Paul wunderte sich gewiß nicht wenig über die Fülle von zärtlichen Namen und Liebkosungen, die ihm von den Eltern jetzt zu Theil wurden. Er ahnte nicht, daß sich ein Drama abgespielt, in dem er eine Wichte Rolle inne gehabt: die Rolle des Versöhners.
Münchener Landesverrath. Der Baron Emil Freiherr Kreittmayr - Offenstehen ist dasür in ganz München bekannt, daß er das Pulver nicht erfunden hat. Obwohl ein Enkel des berühmten baierischen Gesetzgebers, dem König Ludwig I. ein Denkmal auf dem Prornenadepplatz errichtet hat, besitzt der Herr Baron wenig Respekt vor den Gesetzen. Schon einmal streifte er das Zuchthaus mit dem Aermel, es war dies damals, als sein vertrauter Frennd, der unter dem Namen .Brillantensepperl" bekannte Buchhändler Joses Wurm, auf den Namen von Ossicieren Wechsel fälschte und eine Erpressung an einem Chevauxlegerslieutenant beging. Wurm wanderte auf sieben Jahre in's ZuchtHaus und sitzt zur Zeit in St. Georgen bei Bayreuth, während Baron Kreittmayr dem gleichen Schicksale nur dadurch entging, daß fein Vater die falschen Wechsel einlöste und dann zerriß, um das Beweismaterial aus der Welt zu schasftn. Der Präsident des Strassenats am Landgericht München I bemerkte damals in der Verhandlung gegen Wurm zu dem als unbeeidigten Zeugen erscheinenden Baron Kreittmay:: Wrn Ihr Vater nicht die Wechsel an sich gebracht und vernichtet hätte, so stünden Sie jetzt nicht als Zeuge, sondern als Angeklagter hier ; allein quoll non estin acto, non est in rnundo !" Der Baron ging zwar frei aus, wurde aber der Charge eines Reservelieutenants ver lustig und zum Gemeinen degradirt. Sein Vater starb darauf aus Gram,unv als dann der Baron Emil nach seinem Geschmacke heirathete, wurde er von der Familie unter Curatel gestellt. Seither lebte er äußerlich zwar elegant, in derl That aber m bescheidenen Verhältnlffen mit seiner Gemahlin in einer Miethwohnung in der Gewürzmühlstraße. Seit einigen Wochen sie! es auf, daß der Herr Baron zweispännig aussuhr. Er war allen Bummlern als ein täglicher Pflastertreter der Maximiliansstraße bekannt und man wunderte sich daher, daß er plötzlich in den Besitz einer Equipage gelangt war. Während der Herr Baron mit dem nöthigen Air in der Calesche saß und von da aus herablassend seine zahlreichen Freunde grüßte, folgte ihm unerkannt das still beobachtende Auge der Polizeideteetivs. Baron Emil v. Kreittmayr - Offenstetten besaß einen großen Bekanntenkreis noch von der Zeit her, da er in der Redaktion der Südd. Presse" als Mitarbeiter thätig gewesen war. Unter seinen Bekannten zählte er namentlich auch Ossiziere in und außer Dienst. In den letzten Wochen verkehrt er indeß ausschließlich mit einem fremden Offizier, dem man es auf den ersten Blick ansah, daß er ein Franzose war. Der französische Ossieier, Marquis de Grouillers, zeigte noble Pafnonen und war stets von feiner Gemahlin begleitet, die jedoch nur seine Maitresse war. Vor zwei Wochen kam Baron jfrnü mayr zu dem ihm gut bekannten Lieute nant a. D. Jleischmann, demselben der durch die Stechaffaire mit dem Juden Obernaier im Börsencase in letzter Zeit weiterhin veiannt, geworden ist, uns ver traute lhm an, daß er sich ein Capital von 30,000 M. verdienen könnte, wenn er ihm den Mobilmachungsplan von 1882 und Pläne der Festungen Jngol--stadt und Ulm verschaffen würde. Fleifchmann meinte, das ließe sich durch bekannte Offiziere beschaffen, doch müsse es vorsichtig und langsam geschehen, auch wünsche er eine schriftliche "Garantie dafür, daßer bei Ablieferung der Plane wirklich die versprochene Summe erhalte. Der Baron war hoch erfreut über das Entgegenkommen Fleifchmann's und versprach ihm, genügende Sicherheit zu bieten. Kaum hatte er den Lieutenant Fleischmann verlassen, so ging dieser zur Militärbehörde, um von der Sache An
zeige zu erstatten und' dann auf deren Geheiß zur Polizei, mlt der er verabre. dete, ''die Sache sortzuspinnen, um lit Beweise sür den beabflchtigten Errath an Frankreich beizubringen. Die Poli.
zei setzte sogleich ihre Detectives m Vewegung, um den Baron sowohl wie btn französischen OWer und auch den Llcutmant Kleischmann zu beobachten. Le terer wußte geschickt zu operiren. Baro Kreittmayr ist ein von Hause aus gutmüthiger, aber einsältiger Petitaristokrat, der plump in die Falle ging. Er venraute dem Lieutenant Fleischmann alles an. was er wußte: daß die fraN' zösische Regierung den Premierlieutenant de Grouillers nach München geschickt habe, um mittelst Bestechungen den Mobilmachungsplan pro .1882, die Stärke der baierischen Armee im Kriegssalle und FestungsplSne zu erlangen. ES winkte ein hoher Gewinn, und was liege daran, daß' man den Franzosen die Pläne verschaffe. Lieutenant Fleischmann brachte wirklich einen alten Mobil machungsplan, und bekanntlich aird jedes Jahr ein neuer ausgegeben, jedoch von den Regimentscommandeuren unter strengem Verschluß gehalten . alllekannte, aus dem Sulzbacher Kalender entnommene statistische Angaben über Baierns Heeresstärke, sowie einige c'.te Croquois über Felddienftübungen, die Kreittmayr für richtige und wichtige Pläne hielt und dem Lieutenant de Grouillers übergab. Mittlerweile hatte der Baron sich auch an einige active Lieutenants gewendet. Diese erfaßten jedoch die Situation nicht und erklärten, es sei ihnen nicht möglich, irgend einen Plan selbst zur Hand zu bekommen. Nur ein Infanterie Lieutenant schien sich Mühe geben zu wollen, dem Verlangen des Barons zu entsprechen. Infolge dessen ordnete de? Kriegsminister an, daß, um etwaiger Untreue im topographischen Bureau desGeneralstabes auf die Spur zu kommen, in ein!gen Bureaus des Kriegsministeriums falsche Vläne ausgelegt und insgeheim beobachtet werden solle, wer aus- und eingehe und ob etwa einPlan verschwinde. Drei Tage wurde diese Probe im Kriegsministcrium veranstaltet,und während dieser Zeit stand? drei Detektives theils unter dem Thore, theils im Gebäude auf der Spähe. Es fand sich, daß keiner der hingelegten Pläne berührt wurde, und man schritt nun zur Verhastung der bis jetzt bekanntenVerrather. Der Jnfanterielieutenant wurde, obwohl ihm nicht mehr als eine Unterlassung der Anzeige zur Last gelegt werden kann, in der Kaserne verhastet, .der französische Ossizier im Hotel und BaronKreittmayr in seiner Wohnung. Letzterer wurde in die Angerfrohnseste verbracht, der sranzösische Offizier in das Militärgefängniß am Karlsthor. Bei der in ihren Woh nungen vorgenommenen Haussuchung fanden sich die Beweisstücke, welche hinreichen, eine Anklage auf Landesverrath zu begründen. Das Verhalten des Lieutenants Fleischmann wird in Ossizierskreisen mit höchstem Lob bedacht. Baron Kreittmayr begreift dagegen nicht, wie man ihn wegen einer nach seiner Austastung harmlosen Sache in Hast behalten könne und hat Beschwerde gegen seineHasthaltung erhoben, ist aber damit abgewiesen worden. Das Gerücht, es seien an zehn und mehr Offiziere in die Kaserne geschickt und dort verhastet worden, ist gänzlich unbegrün det. Die Regierung der französischen Republik, für deren Friedensliebe die mißglückte Auskundschaftunz ein schlißmer Beweis ist, erscheint durch das Vorkommniß stark compromittirt. Der sranzösische Gesandte ist jedoch an derAssaire unbetheilwi. An die Festungsgouvernements sind auch über Baiern hinaus verschärfte Weisungen zurWachsamkeit ergangen. M ' Neues über Heinrich Heine enthält ein Büchlein der Nichte des Dichters, der Prinzeffin della Rocca der bekannten Tochter von Heine's Schwester welches jetzt in Wien erschienen ist. Ueber Heines vielumstrittene Memoiren spricht die Versafferin ziemlich betrübende Muthmaßungen aus. Sie ist der Anficht, daß Heinrich Heine eigentliche Memoiren gar nicht' hinterlaffen habe. Es sei nicht möglich, meinte dieselbe daß Heine seinen Freunden mitgetheilt, er habe Memoiren geschrieben ; möglich, daß er ein Packet Makulatur zusammen band und Meine Memoiren' darauf schrieb, um die Leute noch nach seinem Tode zu necken und irre zu führen. Es existirt auch, wie sie selbst zugiebt, ein kleines Heft, welches Heine Meine Memoiren" betitelt und das er m aller Eile zusammenschrieb,, als er mit dem großmüthigen Karl Heine wegen derLeibrente in Uneinigkeit gerieth. Er übergab die ses Heft seinem Frau und sagte ihr: Bewahre diese Blätter und gjeb pe nie aus den Händen ; denn sollte man dir je nach meinem Tode die Rente entziehen wollen, so drohe, ste zu veröffentlichen." Nach der Versicherung des-Brvvers de? Fürstin, dem als einzigemcErbe der nachgelaffenen Schriften des Dichters seiner Zeit auch dieses unbedeutende' Heft zufällt und der daffclbc gelesen hat, foll sein Jnhslr: keinerlei Interesse sür das Publikum- haben. Einstweilen hütet noch die Wittwe Heines das Manuskript und glaubt daran eisen Schatz zu bestJen. Eine Selbstbiographie sei ganz gewiß, nicht im Nachlaß des Dichters zu! vermuthen, der ernst zu feinem Bru.oer gesagt habe: Selbstbiographien gkeichen alten Weibern, die sich mit falschen Zähnen, künstlichen Haaren und geschminkten Wanken herausputzen i" Von der sranzöstfchen Penston Heines, die dem Dichter est unter schweren Veschuldigungcn zum Vorwurf gemacht wurde, berichtet seine Süchte : Der harte Beschluß des Bundestages schädigte Heine in seinen Erwerbsquellen ; die Ueberwerfung mit seinem Onkel Salomon Heine, sowie seine Krankheit brachten ihn in Geldnöthen. Die Hilfe seiner Mutter konnte und wollte er nicht inAn spruch nehmen, denn ste hatte ihm bereits große Opser gebracht und schon zurZeit, als er studirte. ihre Juwelen verkaust und ihm Theile des Ertrages von Zeit zu Zeit zukommen lassen. Seine peku-
märe Verlegenheit war bald kein Geheimniß sür seine Fttunde, und die eifrigen Bemühungen derselben verschafften ihm denn von der frnzösilchen Regieruug 400 Francs monatlich, welche ihm bis 1848 ausbezahlt rourdtt, ohne daß Heine durch Annahme deiselbere die ge nngste Verpflichtung gegen die sranzöstZche Regierung eingegangen ist Ion Heine's Frau spricht dir Verfasscrin nicht im liebevollsten Tone. Sie berichtet über das eheliche Vcrbältniß in
den Krankheitsjshren dcö Dichters : Wenn Heine seiner Frau auch herzlich zügethan war, so tt. eS 'doch nur ein materielles Band, welches ihn an dir in ihrer Jugend so schöne Frau gesellt hatte. Ein geistiges Band konnte so heterogene Seelen nicht verbinden; naive Aeußerungen aus einem schöne Munde belächelt man, bei einer Matrove jedoch wirken sie verstimmend. Mathitt'e Heine überließ die Pflege ihr,5 Gatten fremden Händen, und blieb, allerdings aus den Wunsch des Kranken, sie möge sich amü siren, oft den ganzen ?az aus dem Hause. Sie konnte jejt schalten: und walten, wie sie wollte. Vorher von Heine wie in Kind auf jedem i hrer Schritte begleitet und behütet, emnzi pirte sie sich jetzt, und es war die Rt ihe an ihm, sich ihren Launen zu fügten. Sagte er etwa, was ihr nicht recht wz 'r, erhob sie gellend ihre Stimme ; un d schrie sie, so schrie ihr Papagei noch stär ker, wie früher ihr Kanarienvogel. Die ses unangenehme Duo verursachte dein ' Kranken schmerzhaste, nervöse Zuckun gen; um denselben zu entgehen, schwieg er zu Allem und geroährte Alles. ' Kam,' ste nach Hause, so trat sie geräuschvoll insein Zimmer, und ließ ihn nach eincrschQachen Liebkosung auf Neue allein.. Wie glücklich war er, als er endlich eine neue Vorleserin fand, Mouche od:r Margor, die mit ihrem sympathischen Wesen entzückend auf ihn einwirkte. Mathilde ward eisersüchtic nicht des Man nes wegen, der eine lebende Leiche war, sondern aus verlchter Eitelkeit, daß es außer ihr noch ein Wesen gebe, zu dem stch Heine hingezogen fühlte. Sie lic es derselben auch dadurch entgelten, daß ste fast gar nicht mit ihr sprach. Meine Mutter bewunderte hierbei Mouche's taktvolles Benehmen, die Madame Heine's unfreundliches Wesen nicht zu bemerken schien. Außer der gewöhnlichen Begrüßungssormel wechselte sie selten ein Wort mit ihr Ueber Heine's letzte Augenblicke giebt seine Wärterin Cathcrine Bourtois in einem Briese folgende Auskunst : Am 16. Februar es war ein Sonnabend zwischen 4 und 5 Uhr flüsterte er dreimal das Wort: Schreiben.- Ich verstand ihn nicht mehr, antwortete aber: Ja." Dann rief er: Papier Bleistift " Dies waren seine letzten Worte. Die Schwäche nahm zu, und d:r Bleistift entfiel seiner Hand Ich richtete ihn auf. Krampse stellten sich ein. Qual volle Pein malte sich in seinen Zügen, und der Todeskamps ging zu Ende. Heine behielt bis zum letzten Augmblick fein volles Bewußtsein , Vielleicht war es noch ein letztes, dem Tode abgerungenes Poetenwort, das Heinrich Heine aus der Schwelle einer anderen Welt mit dem Stifte niederschreiben wollte, welcher seiner erstarrenden Hand entsunken ist.Vor Kurzem wurde die Frage ausgeworsen, wem die Lust gehöre. Sie gehört ohne Zweifel dem Staat, über besten Gebiet sie sich befindet. Wenn nun der Staat seinen Bewohnern die Benutzung der Luft, insofern dieselbe zum Einathmen verwendet wird, abgabenfrei gestattet, so ist damit noch nicht gesagt, daß auch das stundenlange Umhergondeln in den oberen Luftschichten wie es jetzt an Sonn und Feiertagen von den Herren Opitz, Godard und anderen Luftfchisfern ausgeführt wird unentgeltlich stattfinden 'dürfe. Es scheinv. nicht unbillig, daß die Benutzung, resp. Befahrung der höheren Luftkreise miv einer Steuer belegt werde, die nach ei nem bestimmten Satz mit zunehmenderHöhe ebenfalls zunimmt. Da die Sache-, von unten aus, zumal wenn der Ballon in Wolken verschwindet, schuer zu controll'.ren ist, empfiehlt es sich, bei jeder Aufführt einen Controlbeamten, der milden nöthigen Instrumenten versehen ist, mitzuschicken. (Kladd.) Sin s sis che Ze j t un g e n be richten, daß die Slavischen Bauern. und Pöbelbenden, nachdem sie gegen die Juden, in Balte ausgetobt, hatten, sich sogar an Popen und Sichrrheitsbcamten vergriffen hab.. Wir müssen, sagen diese Blätter, davor zittern, daßdieHetze bald Iosgehe gegen Geistlichkeit, Polizei und Gutsbesitzer. Den Russischen Zei tungkn wäre die Angst erspart worden, wenn sie bisher ein wenig mehr sür Frei heit.und Ausklärung gesorgt, und sichdeL Dichterwortcs erinnert. hätten, dag man nicht erzittern solle vor den freienManne, wohl aber vor dem Slaven, wenn er die Kette, bricht.Aus den Papieren des Schu sters von Jspahan. Wem je ein Blick im Herzen zündet. ijDer ist ein Nar?, wenn er stch fchrcckt Was brtnnt denn ab i Das Doch zum höchsten Und d2Z nur, wenn's mit Stroh gedeckt. Die Gratulation zum Aran c t m t n t. Affilier i Was siebt ?n ?wnsl?n "H 1" rr 7 j f lieber Hausherr ? Darf ich bitten, her r, : . o eirujt'ajieicu : Hausherr : .Gratulire, Herr Baron, zu Ihrer Beförderung ; aus Ehre, ein schönes Avancement zum Hauptmann ; ich weiß nit, jetzt haben der Herr Haupt mann neunhundert Thaler, glaub' ich? rr ' v;iiio0r ... vii, oa m s 5?nen ja c;n eicyles, sür das Äimmercken da ;wöl? 3"H!rr ftMf ' 1 7 j - acht Thaler zu bezahlen. Es that' mir leio, lo em- prompien uarlieryerrn zu verlieren, aus Ehr', es ist wahr ! Ist der Tod auch ein dunkles Thor zur ewige?. Heimath : Durch die Nitzen des Sarges wirft ncch der Glaube sein Licht.
