Indiana Tribüne, Volume 4, Number 249, Indianapolis, Marion County, 21 May 1882 — Page 2
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Der MmtiKcr. vSS5Iun0 n Atthkilur.g.n von V.,iln Sköllhüus.n. (5. Fortsetzung.) tl Ö?bcrei1 Seite der Thiere. 3 ftclUe euch rufen, um mit ihm zu Wrechen. Mir antivortete er nicht (fr -fragte 'ich Jerim. . Ss welkn wir seine Zeit verlieren, -Mlschied Jenm nunmehr, und feinem S?ne folgend, eilte er in Martin Be'nZung nach der Stelle hii:ber, aus der ö deiden Eingeboren:! so dicht neben dititcn Manne , standen, daß auf ersten Blick decn Gestalt von den Neigen nicht zu trennen icai. . Ich bin gekommen, Sie i warnen, ann der Fremde. Sind Sie nicht
czjczi .vni, )c iwdL, auver den b:iden LZnen, ZchwcrKÄ einer von ihnen die -twc onne nntcraehen scben. . crnunzllg gczproch:n, lci Gott. Doch TnSie so bcsorat sind um uns. sn hm üaiL??l fit? fionr i . . " j UuZ der Stelle aufzubrechen, iedock an oem 0qen- ach knnaufzugchen, fcsCmn den Weg durch'cj Gebira einzur . .. i 'MJgen so und so viel Taae künaer in der i yr j y y J j -ihr tt Halsbrcchens zu schweben ? Traum Sie meinen Worten nicht, so TiXtn ht ttfifnen ,,k i(r kx,,tz,t t,,r;.4 I Msiderke der fremde I " jvywi uns yi -yiiuyt UIUU, j JStz T?ufc! traue Ihnen. Noch nie VJrl? ich von einem jungen Wolf, welcher Tjiz SUoenheerde vor seinen Verwandten Mrute. Sie sind B!ori".one, und Art nicht von Art. So befolgen Sie meinen Rath also :Ät? Müßte ich dreh ein arr sein, um auf 'sdlche elende Angel zu beißen. Sk müssen den Weg übcr's Gebirge ?LZch?agen, versetzte der 9cormone drin"Nndcr, es lag sogar ein flehender Ausörnr! in seiner Stimme. Wer nicht :Msaa mit dem Wege bekannt ist, smdct nicht zwischen den Felstrümmern auf Ux massiven Gestein. Ich selbst will vS fuhren In eine Sackgasse, um wie die Hammel 3 Stall einesSchlächterS einer nach dem kÄern abgethan zu werden, fiel Jerim Attisch lachend ein. Ich könnt's beweisen, o, ich könnt's -ZR'.nenttär beweisen, daß ich es gut mit ihnen meine, dennoch eS wäre ein ar53erlQf?pen. Genügt es nicht, daß :-jch mein Leben zehnfach auf's Spiel P! Beweise, junger Mann, nur einen kleiMKZk Äcizeis verlange ich. Der Mormone seufzte tief auf. Er schien mit sich selbst im Kampfe zu liegen. 'LdNch sprach er fast tonlos : Die kostStee Minuten verrinnen Sind Sie Mrieden, wenn Miß Karen für mich kurgt? ill fragt sich, wie die Bürgschaft lautet. . So bitten Sie die Dame, sich hierher .Z2 bemühen aber schleunigst in einer Stunde müssen Sie alle weit von hier Stt schiäst noch ; aber ich werde Sie -ZI ihr führen, sprach Jcrim, indem er mit die Richtung nach dem Lager einZchlus. Schweigend legten sie die Strecke bis rcx die Nähe des Lagers zurück. Ans Jerim's leise'Berührung erhob sich Äa:cn Zosort, und ebenso bereitwillig jfrtfgtt sie ihm an den Bach hinunter. 'äante lkaren, redete der junge Mann :f$t in vertraulicher Weise an, ich befinde :!ch hen e in einer anderen Lage, als an .jenem Morgen, an welchem ich Abschied dsn Ihnen nahm. Ändrew, versetzte Laren mit schmerzli5chrm Erstaunen, was führt Sie höchc?? &t sind mit unseren Feinden gekommen Sie möchten Helga in die Gewalt ih.5 Vaters Sie sprechen nicht im Ernst, Miö Kazttn, antwortete Andrew wie beschwörend, ören Sie mich zu Ende, und wie Ihr Urtheil dann auch lauten möge, ich will cht dagegen murren. Ja, ich habe mich IZZreu und Helgas Vafolgern angeschlossen, und wenn jemand weiß, was .'ich dazll bewog, so sind Sie es. Ich 'that damit vielleicht den lekten Schritt a3 meinem elterlichen Hause, 'jedoch ohne Idie Erwartung, dadurch irgend nem anÄmn zur Last zu fallen. Zurück kann nicht mehr, es sei d?rni über die Leichen 'Ä?nMenschcn, welc ich zu retten wünsche. Js, Miß Karen, Sie atte leben in einer 'Zurchtbaren Gefahr. Ein Entkommen ist !i2Ar möglich, wenn Sie ohne eine Minute Zeitverlust sich zum Ausbruch rüsten und 'uiner Führung anvertrauen. Und nun. !an!e Karen, bet bec Erinnerung an das, MlS Zwischen uns beiden als unverbrüchZ?cheS Geheimniß schwebt, beschwöre ich Sie. entscheiden Sie, ob ich ??!ßtrauen Ät?rd!ene. Entscheiden Sie, ob eine MögLchkeit denkbar ist, daß ich an Ihnen oder ckga Verrath üben lonnle. Jzril. wandte Karen sich hastig an 3&s:n, wie um ihre schmerzliche Bewegung mi verl:eim!ichen, der jun.eMann ist mein . Zi , . -w . it . . i :i. atgiayrigertstenno; nzm veriraucicy imiy n.Iu3ö!ii:gv an, mich und meine Richte. J-zji bürge für seine Treue mi! meinem .bcn, mit dem des drüben arglos schlumBernden Kinde?. Und so vertrauen auch Sie ihm, Jerim; liegt e? in seiner Macht, MS den femdilchen ach'tettungcn y. 'erUziehcn, so geschieht ts. Aerl crea Sie seine Sekunde mehr, rr? Andrew mit uuv:rlet"':!..lcr Angst. Vlux bis zum eisten Grauen tc$ Tages iltibt Ihren Zeit, dai?n aber müssen Sie tu sein. Den ureinkn .äfies der Männer Mng es bal, d-s lehte (!:päckstück und ÄaZ le.e Tc.cr nach Ner obern Abstufung 33 schasse::. Unt.'cüi.t van zuvorkomTKinbeif Händen, üer.n:den auch Karen sni Helf.ci verhäliniß'näß'g leicht den Ichronen Ausstieg. Un) weiter gi:g es snfi w'e'ocr in oer ailcr: !:iscoidnnng ml rün S.ritleu durch eine Art Ihilte :ach dcii wcsilichcn Abhängen des ergjoches herum. Dott fand der für 'geübtes Auge erkennbare Pfad seine ITcrlfeVontj auf; dem äußersten Stande et . rchorizontal sortlausenden, jedoch nur ."ruiz vorspringenden Gesteinschicht, der. 't L.id:nklichen Zeiten nur von stark geErnten Argalis betreten, insoweit erhöhte Sicherheit bot, als nunmehr ein ganzer Gebirgsrücken zwischen den Flüchtlingen w.. 5' .-5 ' .! tltll -WJVMJVI WM . . ' ,,.
12 apilkl. ?i klseagaffc. Im Laufe des Tages machte sich im Charakter der Umbung der Reisenden kaum eine Aenderung bemerkbar. Wohin sie blickten, überall nacktes, sonnendurchzlühtcs Gestein, überall ein Chaos wild zerrissener Schluchten, Spalten, Trümmcrfclöcr und 'durch Berstür a,c schaffcner GcröllanhäufunJc::.' Selten war ihnen eine kurze Aussicht aus das in bläulichem Neoelouit iciur.uir,-.ieade
Salzsccthal und einen Theil der den sonnigen Himmel zurückstrahlenden Wasser fläche gestattet. So verstrich der Tag. Die Nacht verbrachten die Reisenden da, wo sie sich bei Einbruch der Dunkelhcit gerade befanden, ii-ib die aufgehende Sonne traf sie bereits wieder in Bette gung. Blieben sie auch an diesem Tage ungestört, so durften sie hosfcn, die E:nigrantenstraßc zu erreichen, wo einer beschleumgten Flucht nicktö mehr im Wege stand. Als ein Glück priesen sie es. nadi ZurzemMarsche in cincThalscnkung hinab
zu gelangen, durch welche ein schmaler wit Euch sieht, wißt Ihr selbst am BeBach sich dem Salzseethale zuschlüngeltc. . sten ! l V . C r l V- ii i I rr r , . . r v
Stunde auf Stunde, ohne Untcrbre chung verfolgte die Karawane wieder ihreit Weg. Die Thiere athmeten schwer, die Meninkn sckwieaen. SelMi die i'iht sten Naturen empfanden die 51irf unn der i . , - J w auf dem beschwerlichen Wege an sie gestellten Ansorderungel?. Heiß brannte SJ ...k V,: OiTW.. :-v viv WUillll UU UU3 IIUUll VyCtilil illlUVl, welches wiederum die eingesogenc Hike ausströmte. Endlich tauchte in der Ferne, von einzelnenBodencrheöungcn aus leicht erkennbar, der bläuliche Schatten auf, welcher den Einschnitt bezeichnete, in welchem der Bärenfluß durchZ Gebira brach. Endlich aber, endlich war die letzteHöhe erreicht, von welcher man in das grüne schmale Thal des WrenflusZes hinabsah. Die Ncisenden hielcen unwillkürlich an. Vor ihnen senkte sich der zerklüftete Abhang bald stufenweise, bald schroff, bald zugänglicher. Erdbeben schienen daselbst die Erdrinde erschüttert und Bergstürze verursacht zu haben. Nach weitcrcmVorgehcn befand man sich plöhlich in einer Gasse, die dadurch gebildct war, daß ein mächtiges Felsstück, ursprünglich mit der Abstufung zusammenhängend, einst bei einer Erderschütterung sich losgelöst hatte, jedoch seiner gewaltigen Größenverhaltnisfe wegen nur wenige Schritte abwärts geglitten war. Durch einen Blick überzeugte sichJerim, daß Andrew, bereits aus dem andernEnde der über zwanzig Schritte langen Gasse angekommen, keine Miene machte, dieselbe zu verlassen, sondern ihn zu erwarten schien. Einen zweiten Blick sandte er an dem Felsen vorbei über den sich demThale zuscnkcnden öden Abhang, und heiter kehrte er sich Karen und Helga zu, welche. sich gegenseitig unterstützend, eben auf der steilen Bahn zu ihm herunterschlüpsten. Gewonnen ! nes er aus ; denn der Weg, welchen wir jeht vor uns haben, ist selbst sür einen Damcnsuß nicht zu rauh. Dann rief er zu den Gefährten, die sich mit dcrHcerde noch oben außerhalb semes Gcnchtskrclscs befanden : Flink herunter mit den Thieren! Gebt ihnen eincchlag mit auf den Weg und sie machen eine Schlittenfahrt trotz des verwegensten Schulbuben der Bereinigten Staaten. Karen und Helga voranschrcitend, trat er in die Gasse ein. Andrew war eben im Begriff, dieselbe aus der andern Seite zu verlassen, um die gangbarste Richtung über den sich noch etwa dreihundert Fuß über die Thalsohle erhebenden und mit Geröllblöcken bedecktcn Abhang auszuspähen, als er zurück taumelte und, wie um sich vor dem Umsinken zu bewahren, mit dem Rücken sich an den Felsen lehnte. Zugleich kehrte er Jerim sein todtbleichesAntlitz zu, mit dem unzweideutigen Ausdruck des Enilenens ein abwehrendes Zeichen gebend. Gleich daraus befand Jerim sich an seiner Seite, doch bevor er noch fragte, flüsterte Andrew ihm mit bebenden Lippen zu : Sie sind da Wer ist da? suhr Jerim ihn heftig an. Ich errath's nur hieß es kaum verständlich, einen Büchsenlaus bemerkte ich keine zweihundert Ellen von hscr Zum Teufel, Mann, fiel Jerim hestig ein, jedoch keinen Augenblick seincGcistcs gegenwart verlierend, wo ein Büchsenlauf ist, sind deren mehrere hat .man Sie bemerkt? Ich weiß es nicht, antwortete Andrew, es ist meine Schuld nicht. Sie können unmöglich lange hier sein wären wir nur früher aufgebrochen glauben Sie Alles, nur nicht, daß ich eiu Berräthcr Ruhig, unterbrach Jerim ihn wieder, , und sein Gesicht versteinerte sich gleichsam, indem cr die drohende Gefahr erwog Miß Karen, treten Sie mit Ihrer Nichte an die Rückwand, da, in die Aushöhlung es ist nichts, nur ein kleincrZwischcnsall. Martin, hierher, luge um die Ecke, und wenn sich irgendwo ein Kopf zeigt, dann beweise, daß du au5) eine Büchse zu hantiren verstehst, und sich dem Eingänge zukehrend, wo Pserdc und Maulthiere, von Groß-Elk, seit und den Siour getrieben, sich drängten, frug cr : Sind die Thiere lzcrein Alles herein, antwortete Kit. Gut, Bursche, so besehe den Eingang mit Grcß-Eik und den Sunir; und sorgt dafür, das; keine Fliege in eure Schußlinie austancht. oder die Hunde klettern nach oben i;"0 weisen uns ein paar Fuhren Steine auf den Kops. Zwei von Euch mögen cineu Lasso um die Thiere ziehen und sie außerdem zusammcnücln, damit sie nicht durchbrechen. Nun jagen Sie mir, begann cr, Andre:v s Antlik scharf beobachtend, ist es nicht möglich, daß JhrcAugen zU täuschit .i. Nein, nein, ich täuschte Mich nicht, untcrbrach Andrew ihn mit ficbcrhastcr Hast. Ich sah einen Büchsenlanf; ich hätte ihn schwerlich beachtet, wäre cr nicht zurückgczogen worden; die Bewegung scsscltc meinen Blick Ein Glück, daß wir in diesen Winkel gelangten, crllärtcJerim nchig, denn eine Weile halten wir aus, und müßten wir das lckte Thier dran geben. Und schließlich mißfällt's auch wohlJhrcn Glaubensgenossen, sich einzeln fortschießen zu lassen, und das nur, um einem halben Dutzend ehrlicher Menschen den Weg aus dem Wasatsch-Gebirge abzuschneiden. . Entschlossen und die Büchse schußfertig i3 bcidc Hä::d:::, trat c: so ttcii hinter
dein Felsen hervor, daß er einen Theil des Abhanges zu überblicken rcrmcchic.
Zurück, um dc Allmächtigen willen, zurück ! rief Andrew ihm entsetzt zu. Zurück, Sie sind des Todes ! "V j weiß, was ich thue, antwortete der alte Fallensteller ' ingrimmig Aber ararvobnitch ftoqen seine Blicke über jeden größeren Geröllblock hin, hinter welchen. ein Van? verborgen sein konnte. cartin. pas; auf, und wo sich ein ae!?obcner j Arm cigt. da gieb ihm die Helle. Tann i schallte seine Stimme laut in das Thal ! hinunter : Wenn Ihr glaubt, wir müßtcn aus unserem cowfortabeln r1ckc heraus lonimen, bevor der lchte Pferdeknochen abgenagt ist, so gebe ich keinen Strohhalm um Eucrn gesunden ?.'!enschcnverstand ! Und wer Lust hat. einen Blick um diesen gesegneten Stein herumzuwerfen, der mag zusehen, wie weit er kommt. Doch, wcßhaib sollen wir uns gegenseitig die Halse brechen ? hat einer von uns etwas dcaanacn, can er verdientet Ich denke, nein. Und wie es v r laumic, wie einer nniwori yarreno. Doch das sich vor ihm senkendeTrümmerseld blieb in lautloser Stille liegen, und Jcrim fuhr fort : Wir wandeln auf einem gerechten Wege und wer ndcrZ behauptet, lügt in seinen Hals hinein. Denn von Mädchcnraub ist so lange keine edc, wie das Madchen freiwillig unsern Schutz suchte und unter demselben bleiben will. Das hindert indessen nicht, um größeres Unglück zu verhüten, mit Euch zu unterhandeln. Schickt einen der Eurigen hier herein; ist es derVatcr, um so besser. Der mag das Kind in unserer Gegenwart bcfragen, das heißt, ohne es zu bedrohen. ob es umkehren oder . mit uns öjtlich zic hen will. Was Miß Brandvold aber für gut findet, das soll gelten, und ohne Harm gehen wir auseinander. Er ließ alsdann eine Pause einlraen, und wie zuvor blieb Alles öde und stumm. Und wieder rief er laut in's Thal hinab : Heilige nennt Ihr Euch, von Ehristenpftichten redet Ihr und scheut Euch nicht, zwei zarte Damen, deren jedes einzelne Haar mehr werth ist, alsEuer ganzer Salzsee, zu ängstigen und zu entsetzen, daß ihnen dös Leben versagen möchte ? Mit Euren Büchsen bedrohtJhr uns, un bekümmert, ob Eure Kugeln sich in zwei treue Frauenherzen vergraben? Wollt Ihr die Blutschuld aus Euch laden ? Er verstummte. In der Entfernung von kaum achtzig Ellen schien eine: der Geröllblöcke Leben zu gewinnen, und Jerim erkannte Brandvold, welcher, um seine Stimme vernehmbarer zu machen, aus den ihn eben noch schützenden Stein hinaufstieg und, durch die vor seine Seele hinbeschworenen Bilder erschüttert, ihm zurief : Ich will in ehrlicher Weise mit Ihnen unterhandeln, und diejenigen, die zu mir stehen in reinem Glauben an den Erlöser, unsern Herrn, fordere ich feierlich auf, nicht störend einzugreifen. Ich bin der Bater des Mädchens Sie gehört Dowlas, dem Apostel! ertönte eine andere, durchdringend scharfe Stimme, und hinter einem näheren Block erhob sich Billot, ihm ist sie in die Ehe zugesagt worden mit Wort und Handschlag, und ein solches Versprechen kann keine Macht unter dem Himmel lösen ! Ich bin der Vater, wiederholte Brandvold leidenschaftlich, und zurück trat der blinde Fanatismus in seiner Brust vor den allernatürlichsten und heiligsten Regungen, noch besitze ich ein unantastbares Anrecht an meirn Tochter. Als Vater spreche ich hier, und als Vater kann ich verlangen, in meinen Vorschlügen nicht unterbrochen zu werden. Ich will nicht, suhr er serner fort, daß meine Tochter Veranlassung zu tödtlichem Kampse sei. Mag sie sich von mir abgewandt haben, ich will Alles verzeihen und vergessen. Selbst auch dann, wenn sie entschloffen bleibt, den Osten oder die Heimath ihrer Mutter zu besuchen, will ich nicht, daß ihre Seele und ihr Gewissen durch Erinnreungen an furchtbare Ereigniße belastet werden. Und so bahne ich denn den Weg zum Frieden an. Ich selbst will sie sragen. Roch ist sie meine Tochter, noch habe ich mein heiliges Anrecht an sie nicht eingebüßz. Sie soll entscheiden, sie allein, und zwar nicht beeinflußt durch Furcht, sondern nach ihrem eigenen, freien Willen. Wie dann aber ihre Antwort lauten mag : .die Männer, welchen sie sich vertrauensvoll anschloß, sie sollen ungehindert von bannen ziehen, um da, wohin sie sich wenden, für die Gerechtigkeitsliebe der Heiligen des jüngstenTages zu zeugen. Und Dowlas. derApostel, einer unserer geachtetsten und weisesten Vertreter und Lehrer, wie wird er darüber urtheilen, daß Sie selber eine Anzahl Verbrecher der gerechten Strafe entziehen, die schon im vorigen Jahre an ihnen hätte vollzogen werden müssen? fragte Billot, sich Brandvold zukehrend. Ein Weilchen verstrich, bevor Brandvold über die zu ertheilende Antwort schlüssig geworden. Kaum aber öffnete er den Mund, was Billot als Zeichen galt, daß Jerim den versöhnlichen Worten seine Aufmerksam keit zuwende, als die Büchse an seine Schulter flog und -sich fast gleichzeitig entlud. So will ich der Gerechtigkeit vorgreifen ud ein Ende mit dem Emigranten -mörder machen ! gellte er durch den sich in der stillen Athmosphäre nur langsam verflüchtigenden Pulverdampf seiner Kugel nach; dann verschwand er hinter dem Stein, wie die zehn oder zwölf Köpfe, welche nach verschiedenen Richtungen hin sich über die als Deckung dienendeilBlöcke erhoben hatten. Doch um den alten Fallensteller zu überlisten, hätte es größerer Gewandheit bedurst. Mit dem Emporstiegen der BüHse und dem Abdrücken siel die Bewegung Jerims zusammen, welcher sich der Gasse zu niedergeworsen hatte und sast in demselben Augenblicke hinter dem Felsen verschwand, in welchem die Kugel über ihn hinweg gegen die Rückwand schlug, daß die Bleijplitter rings umher flogen. Karen und Helga, welchen ihrenFreund hinstürzen sahen, stießen einen Ruf des Entsetzens aus, eilten aber sogleich aus . n t. n . Wi iqn zu. eiga m lyrer z.oocsangn mome IrS? huM? um ihres Vaters Hülse
anzurufen, a!5 Jcrim, der sich lachender-l-od, ihr incnrie.
Nicht in Freie, meine liebe, junge Ladr, riet er ernst, indem cr deren Hand crgriss, nii;t Sache zarter Weiber ist's, sich vor die Mündungen einiger Dutzend Gcweh-.e hinzustellen. Sie sehen,' ich bin u".rcrle7.t, mag Billot, dieser vielfache Mörder, es immerhin gut genng mit mir in. Sinne gehab! haben und cr wies aus den strahlcnartig o.'.'.slauscndc: runden Blcisiecken an der Fe'-wand. Mcin Vater soll, cr wird vermitteln, sie, .Helga ein, wahrend Thränen ihren Augen cntsnirztcu, seine Liebe zu mir Es wäre gnade die unrechte Zeit, untcrbrach Jcrim sie bedächtig, nein, jetzt nicht, wenigstens nicht, bevor wir ihnen dieZäbnc gezeigt haben, oder sie glauben, unser Pulrcr sei feucht geworden. Nicht d3ch, nahm Karen jetzt in ihrer rnhigcn, entschlossenen Weise das Wort, nicht, wenn es irgend umgangen werden kann. Nein, ncin, vcrsclttc Jerim kopsschüttclnd, aber treten Sie zurück Sie hindern uns hie? augenblicklich herrscht keine Gcsahr gehen Sie, gehen Sie, und saust dränate er sie von dem Ausgange ,ort. ic da draußen bcdürscn der Zcil. um miteinander vx berathen. und all mälig wird der gesundcMcnschcriverstand sich bei ihnen Bahr! brechen. Die Kugel verzeihe ich den Schurken, denn vorbei ist vorbei, gleichviel, ob einen Fingcr breit oder eine halbe Meile. Zum zweiten Mal begeht cr nicht solchcDummhat, denn der Martin und die Sioux verstehen keinen Spaß Andrew's Stimme störte ihn in seinem Bestreben, die beiden Damen zu bcruhigen, und als cr t:ch nach iym umichrtc, sah er ihn im Freien stehen. Bis dahin hatte cr sich nicht von der Stelle gerührt gehabt. Die zwischen Jcrim, Brandvold und Billot gewechselten Worte und der darauf folgende chuß schienen ihn vollständig der Besinnung beraubt zu haben. Ausdruckslos starrte er auf Helga, als dieselbe gcmcmschaftlich Mit Karen von zcrim m den Hintergrund der durch die Thiere bcengten Gasse zurückgeführt wurde. Erst des alten Jägers Bcruhigungsgrunde oclebten ihn wieder. Er begriff, daß jeder fernere Versuch der Vereinbarung von Seiten der Flüchtlinge von dem wüthenden Billot mit einer Kugel beantwortet werden wurde. Nur einige Sekunden schwankte r, und seine Büchse an die Wand lehnend, verließ er an Martin vorbei festen Schrittes den Schutz des Felsens. Und wiederum wahrte es einigesekuuden, bis er Worte sand. Das Bewußtsein, von semenGlaubensgcnoffcn für einen Abtrünnigen und Verrathcr gehalten zu werden, lahmte ihm die Zunge. cln Antlitz hatte emc fahle Farbe angenommen. Nur mit Mühe hielt er sich aufrecht. Fest ruhten seine Blicke auf Brandvold, der noch immer auf dem Geröllblocke stand. Die Köpfe, die hier und da austauchten und ihm bekannte und vertraute Physiognomiken zeigten, beachtete er nicht. Es war, als hätte er trotz der Entfernung den Ausdruck dcsVorwurfs aus den ihn mit stummem Erstaunen betrachtenden Augen gefürchtet. Nur von Brandvold, dem Vatcr Helga's, glaubte cr verstanden zu werden. Ihr Männer und Anhänger der heiligen Lehren des Mormonenthums ! rief er endlich mit schnell an Festigkeit gewinnender Stimme aus. Die Ihr mich kennt, die Ihr wißt, daß ich unserem Glauben treu ergeben, in Freud und Leid zu unserer Gemeinde halte, hört jetzt auf Jemand, der so viel jünger als Ihr, aber besser als jeder andere erfuhr, daß in der Verfolgung der hinter diesem Stein verborgenen Menschen das Recht nicht aus unserer Seite steht! Fahre fort, Andrew ! munterte Brandvold ihn auf, als cr, wie um neuen Muth zu schöpfen, zögerte. Ich würde Ihnen rathen, auf der Hut zu sein, raunte Jerim ihm zu, der gleich nach Beginn seiner Rede in den Ausgang neben Martin hingctreten war. Hört nicht auf den Verräther ! brüllte Billot, indem er aussprang. denn cr fürchtete den vermittelnden Einfluß des jungen Mannes auf die Genossen; wer den Feinden des Staates Descret dient, ist selber unser größter Feind! Er ist werth, mit Schmach und Schande ausgestoßen, mit der Peitsche von dannen getrieben zu werden ! Andrew's Antlitz röthetc sich bei diesen Schmähungen, und zuversichtlicher, sogar heraussordernd wurde selncHaltung. Bevor er aber das Wort wieder nahm, tönten die Stimmen Anderer zu ihm heraus, die augenscheinlich auf seine Seite traten,, und theils aus Menschlichkeit, theils aus Klugheit Blutvergießen zu verhindern wünschten. Laßt ihn aussprcchen! hieß es hier; dcr Andrew ist ein ehrlicherBursche ! 'dort. Er hat unser Bestes im Auge, oder cr wäre nicht so eifrig bedacht, einen Kampf zu hintertreiben, der von den Heiden sobald die Kunde sie erreichte, unfehlbar zu unserem Nachtheil ausgebeutet werden würde, sügte Brandvold hinzu. Ein Vcrräthcr, ein Abtrünniger ist cr ! sehne Billot wuthschäumend dazwischen, er verdient den Galgen sammt seinen neuen Brüdern, die er unter den Heiden suchte! Behandelt ihn, wie er's verdient! riefen iV v.iit siNnt Hinweis ! ff r f t iiTTTi Interesse Vertretenden. V t V t 4VVt-IV41. VMIIVU Zurück, Mann ! wiederholte i rrtm dringender seine Warnung. Der Teufel v) steckt in dem Billot und seincnAnhangern. Zurück und lassen Sie die Leute zuvor die Frage unter sich schlichten. Andrew beachtete die Warnung nicht. Wer mich einen Verbrecher nennt, hob cr mit eigenthümlicher, feierlicher Würde an, der mag zusehen, daß er selber nicht zum Verrathe? gestempelt werde. Denn der größte Verrath an unserer Gemeinde ist, durch gesetzwidrige Handlungen, durch Raub un) Mord das Fortbestehen des Staates Descret in Frage zu stellen. Er holte tief Athem ; heUcBcgcisterung leuchtete aus seinen Angcn und höher hob sich seine Brust, indem cr fortfuhr : Ein Abtrünniger soll ich sein, weil ich aus die Seite der Unschuld trete ? Ein Abtrünniger, weil ich den freien Willen eines Menschen höher schätze, als die hinter seinem Rücken getroffenen Vereinbagrunzen ? Ein Abtrünniger, weil ich jede
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Gelegenheit vermeiden möchte, daß die Regierung der Vereinigten Staaten gegen uns einschreite? Weil ich hindern möchte, daß dck Verdacht der Ermordung jener unglücklichen Emigranten durch neue gesetzwidrige Handlungen bis zur Ueberzcugung geschärft werde? Recht so, Andrew ! ertönten wieder Stimmen von dem Abhänge herauf, und es hatte den Anschein, als ob der Wunsch nach einer friedlichen Lösung immer mehr festen Boden gewinne. Rede weiter, Andrew ! ES liegt L inn in seinen Worten ! Er hat vernünftigere Ansichten als mancher Alte ! ' Billot sah um sich. Er schäumte vor Wuth, denn die Zahl seiner Anhänger verringerte sich äugenscheinlich. Seltener wurden die Rufe: Bcnäthtr und nieder mit dem Abtrünnigen ! Und ie, Billot, fuhr Andrew schnell wieder fort, um den bisher errungenen Erfolg zu befestigen, überlegen Sie doch, ob es für manches Vergangene in Ihrem Leben nicht vorteilhafter wäre, wenn Sie, anstatt wissentlich Unschuldige Hund von einem Verräther! brüllte Billot, um Andrew das nächste, ihm verhängnißvoll erscheinende Wortabzuschnciden. Du willst als Ankläger gegen mich austreten ! Wohl gar meine Person mit dem Gemetzel in Verbindung bringen ? Zum Tcuscl mit dem Verräther, dem Abtrönnigen Die Büchse flog wieder empor und bcvor jemand die Bewegung sür mehr als eine Drohung hielt, knallte der Schuß abermals nach dem Eingang der Gaffe hinüber. Jcrim vernahm jenen unbeschreiblichen, dumpfen Schlag, wie er ihn so oft kennen lernte, wenn er seine Büchse aus Wild abfeuerte. Er sah, wie Andrew nach der linken Seite griff, sich vornüber neigte, in dieser 5)altuna binter den Felsen schritt und dort auf die Kniee sank. (j Noch m- derselben tzsclunoe stand elim auf der Stelle, welche Andrew eben verlaffen hatte. Ein Blick belehrte ihn, daß nach Billot's unvorhergesehener That es sich wie Erstarrung aus die Gemüther der zahlreichen, hinter den Gerollblöcken austauchenden Mormonen gelegt hatte. Aber auch Billot, auf seinem gallichtcn, häßlichenGcsicht das gewöhnliche teuflische Grinsen, stierte aus ihn hin, wie seinen Augen nicht trauend. Er lebte bisher offenbar der Ueberzeugung, seinen verhaßtesten Feind erschoffen zu haben, und nun sah cr ihn dennoch wieder vor sich. Nur einen verschwindend kurzen Zeitraum dauerte die Schwüle aus dem Abhang und hinter dem Felsen. Dann aber, als Billot zu dem Bewußtsein seiner gcfährlichen Lage gelangte, und um derselben zu entrinnen, sich niederwarf, entlud sich Jerim's Büchse. Anstatt ' die begonnene Bewegung auszuführen, ließ Billot sein Gewehr fallen. Hoch warf cr die Arme empor, und auf dicFüße springend, schlug cr rückwärts zu Boden. Die für feine Brust bestimmte Kugel war ihm durch den Hals gedrungen. Jcrim aber stand bereits wieder hinter dem Felsen und lud bedächtig seine Büchse, denn das Wuthgeschrei, welches Billot's Anhänger jetzt erhoben, belehrte ihn, daß die feindlichen Gesinnunacu unter den Mormoncu wieder überwiegend waren und man in mich- j stcr Zeit einen Angriff zu erwarten habe, den zu vermitteln selbst Brandvold's Einfluß nicht mehr ausreichte. Laßt keinen heran, rief cr den die Ausgänge bewachenden Geführten zu. Greift nicht an, spart Eucre Kugeln und feuert nur ak'. Antwort, wenn sie's zu toll treiben ; denn noch mögen sie sich besinnen ! Er trat vor Andrew hin, der mitten in der Gaffe zusammengebrochen war, sich noch auf dem Rücken gewälzt hatte und dann so still dalag, als wäre der letzte Athemzug ausgehaucht gewesen. Neben ihm knieten Helga und Karen; selbst Bil-, der Abgeschiedener, beschworen sie ihn entsetzt, die Augen auszuschlagen, nur einen Laut von sich zu geben, zu sagen, wo er Schmerz empsinde, wie ihm geholfen werden könne. Andrew antwortete nicht. Karen, in ihren großen ernsten Augen heiliges Mitleid, hatte die Hand auf sein Herz gelegt. Kaum bemerkbar hob und senkte sich seine Brust. Sein Gestcht war blutleer; um seine Lippen ruhte schmerzliches Lächeln. Retten Sie ihn, flehte Karen, zu dem neben ihm stehenden alten Jäger emporschauend, cr dars nicht sterben mit seinem treuen Gemüthe. Schaffen Sie ihn hinunter in's ,Thal, an den Fluß nicht ein T:opfen Wasser steht uns hier zu Ecbot ! Hören Sie, wie sie draußen toben? entgegnete Jcrim sinstcr; und doch bestrafte ich den Mörder, den Mörder dieses armen, rechtschaffenen Burschen nur früh genug, um nicht noch andere von den unscrigen von seiner Büchse fallen zu sehen. Nein, mit dem Hinuntcrschaffen ist's nichts. Ich kenne solche .Schüsse, die seitlings durch die Brust gehen. Es ist vorbei mit ihm, und ich will sroh sein, wenn die da draußen sich mit dem bereits vcrgosscnenBlutc begnügen, das über ihre eigenen Häupter kommen mag. In diesem Augenblicke sprang Helga, die so lange sprachlos vor Jammer und Entsetzen Andrew's Hand gehalten hatte, empor. Sie war des Blutes ansichtig geworden, welches als schmales Bächlein auf dem massiven Gestein unter dem Sterbenden hervorricselte. Es darf kein neuer Mord begangen werden, rics sie verzweislungsvol! aus, oder ich will das erste Opfrr sein ! und bevor jemand sie zu hindern vermochte, eilte sie ans der Gasse und um den Felsen herum, aus dessen anderen Seite sie den nunmehr belebten Abhang bis zum Thalc hinunter übersehen konnte. Kvmm her zu mir, meine Tochter, rikf Brandvold ihr zu, sobald er sie erblickte. Zu mir gehörst Du, 'an die Seite Deines Vaters ! 'Er machte eine Bewegung auf sie zu, als Helga die Arme abwehrend erhob. Ich komme nicht zu Menschen, die einen Mord begangen haben, sprach sie klagend. Hinter diesem Felsen liegt Andrew im sterben, und soll noch jemand durch Mörderhand fallen, so. will. ich es sein. Vor meine Freunde will ich mich hinstellen, vor diejenigen, die mich bisher beschützten, um mit meinem Körper die für sie bestimmten Kugeln in Empsang zu nehmen! Beim Anblick des jungen Mädchens,
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daö in der wilden Verzweiflung noch immer ein Bild bezaubernder Jugendschönheit und Anmuth war, schienen die hochgehenden Wogen der heftig erregten Leidenschaften sich wieder zu ebnen. Schweigen trat ein, während die sinstcrcn 'Männer, die Büchse in der Faust, nur auf das erste Signal harrten, um hinter den Steinen zu verschwinden und die Feindseligkeiten zu erneuern. Helga, rief Brandvold dieser beschwörend zu, denn die in ihrer Haltung sich ausprägende Entschlossenheit, die cr bisher in dem sich lieblich entwickelnden fanstmüthigcn Kinde nie gesucht hätte, flößte ihm die ernstesten Besorgnissen ein. Helga, bei der Erinnerung an Deine todte Mutter fordere ichDich auf. Dich mir zuzugesellen ! Komm hierher, ich will Dich an einen sichern Ort begleiten Nimmermehr, siel Helga schmcrzersüllt ein, wie Tante Karen und unsere Freunde mich beschützten, so will ich sie jetzt wieder beschützen, ich beschwöre es bei der Erinncrung an meine arme todte Mutter. Ein Unschuldiger wurde bereits gemordet, und so mag ich denn die nächste sein, welche durch die Hände derjenigen stirbt, welche Du Freunde nennst. Versuche nicht, hierher zu kommen, und sie trat so weit seitwärts, daß sie den Eingang in die Gaffe zum Theil mit ihrem Körper deckte, hier bleibe ich stehen ; mit keinem andern geheich von dannen, als mit Menschen, die mich dahin führen, wo ich niemand mehr zu fürchten habe. Da richtete Billot, welchen mehrere Daniten umstanden, sich plötzlich in eine sitzende Stellung empor. Ein:n wuthflammenden Blick warf er um sich und das tückische Grinsen trat wieder ans seine entstellten Züge. Heilige des jüngsten Tages, rief er mit letzter, schwindender Kraft aus, derMann, dem ich den Tod geschworen hatte, ist mein Meister geworden! Ich habe Euch nichts zu hinterlassen, als meine Rache ! ' Dieser Jerim ist der unversöhnlichste Feind unserer geheiligten Religion und jedes einzelnen Pfeilers derselben! Entledigt Ihr Euch seiner sticht, entkommt auch nur einer seiner Genossen, so fällt die Verantwortlichkeit dasür schwer auf Euer Haupt zurück ! Man wird meinen Tod benutzen, um mich und andere anzuklagen denkt an Euern Eid denkt an Eucre Frauen uud Kinder nieder mit den verfluchten Heiden schont keinen ein Vcrräthcr büßte das ist mein Trost Vcrrä'therinncn nieder mit allem Seine Stimme erstickte ; rothcrSchaum bildete sich vor seinem Mundc und entseelt sank er zurück. Bei diesem gräßlichen Anblicke und den von giftigem Haß getragenen Ausrcizungen verlor Helga die Fassung. Sie schwankte dem Felsen zu; .anstatt aber in die Gaffe einzutreten, stützte sie sich außerhalb derselben auf das Gl stein. Denn ihr entging nicht, daß nach den letzten Worten des sterbenden. Daniten sich zwei Parteien bildeten, deren eine untcr Brandvold's Einfluß eine Vermittlung anzubahnen strebte, wogegen die Anhänger Billot's, auch wohl seine Mitschuld!gen, um jeden Preis die Vernichtung der Flüchtlinge herbcizusühren trachteten. 13. Kapitel. Die BoUchast. Noch waren die Blicke Helga's in crsterbendem Glanz auf die Mormonen gerichtet, als sie vom Thale heraus den durchdringenden Ruf: Halt! Haltet ein! zu vernehmen meinte. Dann fühlte sie sich umschlungen, und unfähig zu jedem Widerstände, duldete sie,' daß sie von Karen und Jerim in die Gasse zurückgeführt wurde. Das war .ein kühnes Wagniß, sprach Jcrim in seiner rauhen Weise, denn der Teufel traue den erbitterten Menschen Haltet ein ! schallte es deutlicher von unten heraus ; zugleich glaubte Jerim den Hufschlag eines auf Leben und Tod getricbcnen Pferdes zu unterscheiden. Einen Blick ticscn Mitleiden warf er aus den wie schon leblos daliegenden jungen Mann, zu dessen beiden Seiten Karen und Helga niedcrknieten, dann begab cr sich zu Martin zurück. Derselbe über raschle ihn mit der Kunde, daß ein Reiter herbeieile, und die Mormonen, an der SpitzeBrandvold, zusammengetreten seien, um eine offenbar wichtige Nachricht in Empfang zu nehmen. . Sie verließen die Gasse und erblickten in der That einen Reiter aus schaumbedecktem Pferde, welcher Brandvold einen versiegelten Brief überreichte. Unserer Viere sind zu derselbenStunde auf verschiedcnenWcgen ausgeritten, um zu Euch zu stoßen, berichtete der Bote. Ein schwarzes Verhängnis; schwebt über dem Staate Deseret kein Schuß darf mehr abgefeuert werden Er bemerkte den todten Daniten-Ehef. Wenigstens einer ist aus dem Wege, fuhr cr bestürzt fort. Hoffentlich sind die Flüchtlinge unversehrt geblieben doch lest lest nur Brandvold hatte den Brief geöffnet. (Fortsetzung folgt.) Gerichts Scene. Amtmann : Wie kann Er sich un terstehcn, bei anderen Leuten zu sagen, daß Er gut bei mir stünde Schmuelc: Gnädiger Herr Amtmann, dös is rich tig, denn wenn i.bei Ihnen Morgens früh um sieben Uhr schon vor Ihrer Amtsstube stehe, fleh' i aber Abends um sieben Uhr a no dort. Steh' i nit gut bei Ihnen?- - Zw eifel. Jetzt habe ich schon zum zehnten Male die Mordgeschichte von demGreisler, wo der sich und seine drei Kinder geschlachtet hat, gelesen, und weiß noch immer nicht, hat er zuerst die Kinder und dann sich, oder zuerst sich und dann die Kinder ermordet V . An einem P e n s i o n s t i s ch e. Direktor: Wer jetzt die meisten Kartoffeln ißt. bekommt nachher das größte Stück Fleisch." (Lautlose Stille, die Knaben effen mit einer wahren To deSverachtung.) Wer von Euch hat sich nun satt gegessen V Alle : Ich, ich, ich!2 Direktor : Dann braucht Ihr auch kein Fleisch, vollen'S auf morgen ausheben '
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Donaldfon der kühne Springer. Robert Donaldson ist ein Sohn des schottischen Hochlandes. Er hält sich zur Zeit in New ZZorkauf, uo er durch seine kühnen Sprünge, die er von verschiedenea Brückm ausgeführt hat, allgemeines Aufsehen erregt. Er ist bereits verschiedene Male von der. High Bridge und McComb's Dam Bridge in den HarlemRiver hinabgesprungcn, ohne sich dabei auch nur die geringste Verletzung zuzuziehen. Dieser Tage hatte er sich nun auch anheischig gemacht, von der. Eafl-Rivcr-Brücke hinabzufpringen, und es wurden sofort zahlreiche hohe Wetten in Bezug auf dieses kühne Unternehmen gemacht. Donaldson hotte sich für den verwegenen Sprung sorgfältig vorbereitet, war bereits verschiedene Male über die letztge nannte Brücke gegangen, um sich mit dem Schauplatze der auszuführenden Heldenthat" bekannt u machen. Da kam der sür dieselbe festgesetzte Tag heran. Nur eine kleine Anzahl ausgl wählte? Sports" war davon bcnachrichtigt worden, zu welcher Stunde Donaldson an die Aussührung des Wagnisses schreiten würde, aber die Sache war auf irgend eine Weise nicht nur auf der New Yorker, sondern, auch auf derBrooklyner Seite ruchbar geworden, was zur Folge hatte, daß beide Ufer in der Nähe der Brücke mit einer großen Menschenmenge besetzt waren.' Aller Blicke waren nach der Brücke emporgerichtet, und auf dem Flusse crschienen verschiedene Fabrzeugc, auf wel chen sich eine Anzahl Schaulustiger be fand, während ein kleineres, von vier Personen bemanntes Boot wollene De ckcn, Erfrischungsmittel und Anderes, Alles für Donaldson bestimmt, enthielt. Die Insassen dieses Bootes schauten mit Zeichen höchster Spannung zur Brücke hil.auf, wobei der sturmartige Wind ihre Gesichter röthcte und ihre Augen mit Wasser füllte. Da erschienen am Ostende der Brücke die Gestalten dreier Manner. Einer derselben, welcher Nie mand anders als Donaldson war, ent lcdigte sich schleunigst seines Ulsters, so w:e seiner Beinkleider , und erschien mit einem wollenen Hemd und eine? Badehose,, sowie leichten Schuhen bekleidet vor den Augen der in eine große Aufregung gerathenden Menge. Er eilte nach der Mitte der Brücke zu, wobei cr den Kovs .nam varn keu?n mußte, um gegen den orkanartigen Wind ankommen zu können. Da gab einer der vier in dem kleinen Boote befindlichen Männer mit einem Tuche verabredetcrmaßen ein Zeichen, daß der Fluß in der Nähe der Brücke von Schiffen frei sei. Schnell schritt Donaldson nach dem äußersten. Rande der Brücke. Der Sturm war in diesem Augenblicke so heftig, daß Donaldson durchaus nicht im Stande war, die für den Sprung erforderliche zusammengekauerte Haltung ein zunehmen. Er wußte, daß, wenn cr den Sprung ausführte, er in Folge des Wüthen des Sturmes sich überschlagen und daß das mit seinem Tode glcichbedeu ter.d sein würde. Da streckte cr plöUich die Hände in die Höhe, winkte den'aus den Booten und am Uf:r befindlichen zu und sprang nicht von der 133 Fuß hohvi Brücke hinab, sondern schritt nach der Miite der Brücke zurück, die er gleich darauf mit feinen beiden Begleitern verließ, um den Sprung ein asd?r Mal auszuführen. Guter Rath. In Lieb' hat sie mir ihr Herz geschenkt; Die Wonnethräne mein Auge tränkt; Wem soll ich meinGlück nun vertrauend Ruf' du es zu den Sternen hinauf. Hinab zu des Bächleins raschem Lauf, 5inein in die Wälder und Auen. Laß singen dir's von den Vogelein, Laß dusten es aus den Blümlcin fein. Laß von den Bienlein es summen : Der hüpfenden Grille sag' es an. Es quack' es der Frosch, 'so laut tc tarnt. Und der Bär im Wald mag es brummen. Und rauschen soll es das grüne Meer, Und brausen mög' cs im Sturm daher Auf des Donners rollendem Wagen. Nur schweig' vor'm Manne, als kluger Wicht, Denn sieh', was Glück ist, versteht er nicht. Sonst, wußt' er's wohl stumm zu er tragen ! Die treuen Kameraden. . Galanteriewaarenladen. Handlungs commiö (zum jüngsten der fünf eingetretenen Fräulein) : Mit was kann ich dienen ?" Ich danke, ich begleite blos meine Freundin hier." Also, was ist Ihnen gefällig ? 0, mir eben nichts, ich bin nur wegen meiner Cousine mithercingckom men." Also, mit was kann ich Jbncn die nen ?" Bitte, bemühen .Sie sich nicht, ich bin blos mit meiner Tante hergegangen." Also, meine Gnädige, was wäre ae fällig?" Mir gerade nrts. ich bab? nur meine Schwiegermutter herges'lhrt, sie mnehie nrn' lnn3 nnf.ivHrt ItIV -f W V. .V. HM. jH t. V I . Also, was befehlen Euer Gnaden?Sie, ich möcht' acrn' ein PaarHaar nadeln kaufen. Germania an Amerika. Mit dir dircct verbunden über Emden, Reich' ich dir freundschaftlich die Hand: Es helfe dieses neue Band Daß wir einander nie entfremden. Eine billige Art Statisten zu bckommen, hat cin österreichischer Theater dircctc? im Jahre 179 angewandt. Unter einem Theaterzettel, aus welchen das Spieß'schc Rittcrschauspiel Ritter Adelungen und Klara von Hohencichen angekündigt wurde, war wörtlich zu lesen : Wer im dritten Akte auf dem Theater einen Reisigen macht, kann den vierten umsonst sehen !" Unterschied. Ein französier Schriftsteller hat einen Unterschied zwi schen den Armen und Reichen gefunden. Die Armen," sagt er, essen, um zu leben; die Reichen dagegen essen, um trinken."
