Indiana Tribüne, Volume 4, Number 242, Indianapolis, Marion County, 14 May 1882 — Page 4
matt einen Schristftesser " ... macht. . .. . lin literarischet NZrchen von Emil Peschkan. err'von RothenfelS, b Besitzer des JSYrtnnt-n iffufirirtn ff.i-x.Af.ii.D
. "7 " ; V . ' -tuuujcuüiaiic& ..Die Posaune", saß in dem luxuriös gestatteten Salon, der sein Arbeitsgramer bildete, und blies die blauenRin ?ljntx H.?a?nah mit gehobenem .bstbewubtlem m die Luft. Es gab -ucht bald ttubct cinenGeschäftsmann, gleich ihm im Großen wie imKleinen .zxt sein Ziel aus dem Auge verlor das -Csar letzt sein Gedanke, fintt r dnA &t erst ein Packermädchcn gehörig aus. .iqoncn, wett sie ein Stück Packpapier moauage emcr Sendung von ezcnsionZbuchern zerrissen hatte. Z setzte ihr auseinander, daß man dieses Papier carn vräckt ntm ffm t V 7J) VV jlHHI Hl en benutzen könne, und daß es so ei M -Äerth von circa zwanzig Pfennigen 'rasentire; summire mau aber die rlhc aller im Jahre eingehenden und Weder zu verwendenden Packpapiere, so .schalte man cinenBetrag, der gewiß grösei, als jener des Gehalts, den sie, die Aarkerin, in einem Jahre bekomme. 'Dann drohte er dem weinenden Mädchen ch mit Entlassung, wenn sich der Fall rederholen sollte, und gebot ihr endlich, Tücher an ihre Arbeit zu gehen. Jetzt lehnte er sich in seinen Fauteuil jzrüi und überließ sich behaglich demGeMZse des Gefühls der Zufriedenheit mit '4 selbst. Dabei schweiften seine Blicke ö die kostspieligen Möbel des Ge'achs, üb:r die feinen Smyrna-Teppi 'che, das eichene Getäfel, die Meisterwermoderner Maler, welche die Wände jrnückten, und endlich durch die hohen "Ssnster hinaus in den Hofraum, der Mischlosien wurde von den aewaltiaen Fabrikgebäuden, in deren einzelnenStock fcitttn man überall die regste Thätigkeit "y "'1111 IVilllll. -J U 3 Uilt saht Geschick, sein Unternehmungsgeist, ;sdne Arbeitskraft geschaffen. Daß er "T. nhm?!ini fnn4i TS n S 17 ? Yi r.H .rset Das Gluck zu nennen vergaß, war uÄrlich, denn er war stolz darauf, es ' je r- rw eigene .yailgieil von ncinen AN i"cgcn bis zum Millionär gebracht zu ÄaLen, und behauptete, dabei von dem " ?fls!nnnnlrt föTitrf rnifit msir firtiTtt '' , D"""""" nf .t.vy vkmt' acl worden zu sein, als irgend ein ant ; jf iersiia)er. Aus seinen Gedanken wurde er plötz rch aufgeschreckt, als sich die 'Verbin Mzsthure zwischen dem Salon und .Äun Nachbargemache öffnete. Herr ' AfM f V A CrtMf XäÄ Kft8 'CMUUlIWi Vifc f;4VV ?y V X v ?:s kleines graues Männchen mit einem -.TNZgesprochenen Jntrigantengesicht, trat . - t t i w r tv t . . jui uuo meioeie, oas y xuager yice . -t w r .' r ? v r?su jVzi ij;z niaie nur ieiic rnii oem 'Köpfe, und Herr Grämler ließ nun den ..ngemeioeien ein, um gieica oaraus TT rr n . r. v z'eio zu oerzqn?incen. ' Lüzthenfcls betrachtete den sich ehriTsrchtsvolI verbeugenden Mann einen .. -w tr rjt ? v a t x. uugenolia G)wc;geno in zenem ourcuringenden Blicke, mit dem er stets die Seelen das heißt, was er unter See m verstand der Menschen zu ergrünc: luchte. Maye? war als commi uvaur in oicict elien unoern " ! .T . &. fliA. I herumgekommen, hatte verbraucht, was er verdiente, und lebte nun, da er bereits seit Engerer Zeit ohne Stellung war, in t" v r? m rr rv r '?:yr oursiigen erJailNii,en. n iner i e . ii. . . p ...... yr I . sden. Herr ramler, 'em Juaend?nd Mayer's, hatte ix.it dem Ehes eine
'oig raanoie er ven an yerrn prämier uuege: Belchranlen sle ich aus Ja iu der Hoffnung, in dem großenEwblis- miliengeschichten, historische Sachen und .nent irgend eine Beschäftigung zu solche, die außerhalb des deutschen Zoll
lang dauernde Besprechung gehabt, trifft dann den äußeren Zuschnitt, naund der(5rfolS er'ft'lben war, daßMayer mentlich auch denNaum, worüberSie von
z demVeeger der Posaune" berusen ..'.ie beißen Mayer?" begannRothen die Unterhaltung. ,Ja wohl ; Karl Jakob Mayer." Nnd hab'en keine Beschäftigung? Gegenwärtig allerdings Nicht. Hat Ihnen Herr Grämler augedeu Z&L was Sie versuchen könnten?" . - n . r ... Ja, aber q zweine, oap icg lMVian'&z sein werde " Sie zweiseln warum ?" ,Jch bin kein Schriftsteller habe zxxt auch nur einen Versuch gemacht." -Herr von Rothenfels strich seinen vauschwarzen Schnurrbart in die Länge lirCb sagte mit einem wegwerfenden La.chrln z .Schriststeller bah ! DaS werebn Sie schon lernen." Dazu muß man doch wohl auch das 7-7l)thige Talent besitzen." .Jn.gewiffem Sinne, ja. Ein wenig Erfindung muß man haben, plaudern man können ; aber das sind EigenZchasten, die Ihnen als eoniiuis voy--iigeur gewiß nicht sehlen. Mit den so genannten Schriftstellern von HauS aus IvX das eine böseSache. Sie bilden sich, I5tt weiß was, aus ihr sogenanntesTaCcvA ein und produziren, wie's diesem be!2ebt, und nicht, wie's dem Publikum be- ' &&t. Was aber das Publikum will, - IkS wissen wir am besten glauben mir das ?" Herr von Rothenfels ?Ai sein vis-a-vis mit einer Miene an, - . . - r t ' V V .v iit uutuaen lOien : mir. oem errn Rothenfels, der oaouraz zum llUiitzäz geworden ist, daß er den Geschmack Publikums immer zu treffen ver nd. ' " Herr Mayer beeilte sich zu erwidern : ir naiürlick alaube iÄ " V . - . a w nrYI'tfV ff v-""M' ' . , . ' flur. schen Sie", suhr der Chef fort, scinen Besuch erst jetzt mit einer Handr'Av.n einladend. Vlak iu nehmen, -IN ir von Schriftstellern in Ihrem Sinne des -üjones vclvmmen, ijx unict . .... ' n Änanaenehnien und zeitraubenden 5iämp?en durchzusem sind. So ein Mensch l. ;t einer Bcüarrlickkeit daraus -ÄkNssen daß der Max die Elfe und nicht diDore kncgt, als müßte er sie selber 'irathcn Aber das Publikum will die 2nr, ,'nd z?e.in wrr's bei derElse lassen, sc-lieren wir vielleicht ein paar Tausend Äöo::' cnten. Was wir brauchen, das Ist" Waare nach unserem Programm; sie leisten kann der ist unTrr Mann : wer nicht, der kann meinetäcöben ein Schiller oder ein Goethe sein, 5:ic nükt er Nichts. Wir haben denn ve'rsucht, Leute heranzuziehen, die unserem Programm schreiben, und stets aealückt. während :u. 'TÄ ffWH Xn Nets
ßunöeri Fällen kaum einmal zu brauchen die unterhaltend warcn, und )o unter ib dann meist nur mit großen Abände- nahm es der Herr Obersteuerrath, seinem ..n die au tuir wieder unter höchst öalina Kapitel für Kapital in kurzen
mißglückt sind. Am besten und gefügigsten sind uns da die Frauenzimmer, und Sie finden deshalb aucso viele Novellen u. dgl. von Autoren, deren Taufname nur durch den Anfangsbuchstaben angedeutet ist. Aber weibliche Personen haben selten viel gesehen und beschränken sich deshalb meist ausFamiliengeschichten. Wir brauchen aber auch, so zu sagen, etwas Exotisches, und dazu wären Siegerade der Mann. Sie kennen ja ganz Europa, auch Rußland und die Türkei Ja wohl; ich habe sogr Kleinasien bereist und bin einmal in Indien gewesen." Nun sehen Sie, das ist ia prächtig.
Wenn Sie den Schauplatz einerGeschichte in recht entfernte Länder verlegen, so hat das zwei Vorzüge, Erstens haben Sie von vornherein den Reiz größerer Neuheit für sich, und zweitens sind Sie sicher, zu Hause Niemandem weh zu thun, auch wenn Sie etwas derber ins Zeug gehen. Der Aussatz in Kleinasien genirt uns weniger, als die Blattern im Hause, und wenn Sie eine Rumänin etwas hochgeschürzt -schildern, so ist das ganz etwas Anderes, als wennSie eine Deutsche nicht tugendhast und häuslich sein lassen. Aber das führt mich wieder auf unser Programm. Sie gehen am besten zu Werke, wenn Sie irgend eine Fabel ersinnen und dieselbe dann aus den Kopf stellen; Sie . erzählen nicht gemächlich, der natürlichenReihensolge nach' sondern stellen womöglich daö Hintere voran und verwickeln dann das Ganze nach Kräf ten. Spannung nur Spannung das isydie Hauptsache, und die zu erzielen, verstehen eben unsere deutschen' Romanciers durchaus nicht. 'Ich habe deshalb auch in neuerer Zeit die beliebten Bearbeitungen .nach demEnglischen" verwendet, die auch den Vortheil haben, daß sie bedeutend billiger sind. Also Nr. 1 : Möglichste Spannung. Nr. 2 : Kurz und bündig erzählen, rasch das heißt natürlich im Zickzack aus daö Ziel losgehen. Aber nur keineEmpsindeleien und dergleichen Schabernack, kein sogenanntes Vertiefen, keine Gedankenspäne, keine langweiligenBeschreibungen! Sehen Sie sich diese Art Literatur an wer liest denn ! Wieviel Exemplare setzen Sie ab ? Wir vollen weniger erhoben und desto mehr gelesen sein !" wie Schiller oderGoethe sagt. Nr. 3: Arbeiten Sie womöglich immer auf ein gutes Ende hin .' Nur keine Tragik ! Die Schufte bestrafen und die Guten belohnen, das erfreut und erquickt. N. 4 : Dezent, höchst dezent ! Eine Hauptregell Sie dülfen deshalb mich persönlich nicht inVerdacht haben ich bin über so Etwas hinaus. Aber wir haben nun einmal arg viel Tartuffes, und, abgesehen davon, die Posaune- ist ja ein Jamilienblatt. Nr. 5 : Niemandem zu nahe treten! Lassen Sie sich's ja nicht einfallen, ironische Anspielungen zu machen, oder irgend eine Erscheinung unseres Lebens satyrisch zu beleuchten ! Bedenken Sie, daß Alle, die Sie getroffen haben, nun Ihre Feinde, die Feinde des Blattes sind, und wenn ich nur sünf solcher Feinde annehme, so bedeutet das einen Abgang von hundert Abonnenten. , rm . . 2)arum oreuen Sie oen Mantel oer christlichen Barmherzigkeit über Alles, und gehen Sie den sogenannten großen Fragen,sozialenProblemen, oder wie das - . - Zeugs yelen mag, org am aus dem Xi . ' rZ . "r . ' - aebietes spielen, dann werden immer willkommen sein ! Nr. 6 bememem N:dakteur noch nähere Auskunst erhalten werden. Unsere kleinen Sachen muffen 6 bis 8 Spalten haben, größere Novellen bringen wir mit 18 bis 20 Spalten, die großen Romane aber müssen mindestens hundert Spalten zäh len, weil ein solcher Röman immer einen beträchtlichen Theil des Jahres hindurch lausen muß, damit nicht zu viele, die mit . rt nt . . ? , k oer nen Kummer aoonniri yaoen, icuon beiden folgenden wieder abspringen So viel also für heute ! Ich will Sie dann meinem Redakteur, Herrn Obersteuerrath von Witzig, vorstellen, derSie noch näher instruiren wird. Das Erste wird sein, daß Sie sich hinsetzen und aus gut Glück ein paar Geschichten schreiben, Sie können ja vorher noch etliche Bände der Posaune" lesen, um sich in unsere Manier gleich hineinzufinden. Man wird dann sehen, wo es sehlt, und in welcher Richtung man Sie schulen muß. Bis dahin lassen Sie sich täglich zwei Mark an meiner Kaffe ausbezahlen !" Herr von Rothensels hatte seinen Scharssinn auch in dem Falle mit Karl Jakob Mayer bewiesen, und er ist deshalb auf diese seine Entdeckung" nicht wenig stolz. Herr Mayer ist unter dem Pseudonym Karl von Herrenberg heute die Hauptstütze der Posaune", und wenn er eine Zeit lang schweigt, dann erhält die Redaktion gar hänsig einen Brief von einer schönen Leserin" mit der r t. t .ll. .!.. Aniraae. oo oenn nlazi uaio roicoer ein Roman von ihrem Lieblingsschriststcller komme. Es war keine leichte Arbeit für Mayer gewesen, sich in daS ihm fremde Handwerk hineinzufinden. Aber er hatte den Willen, etwas zu verdienen, und sah bald ejn, daß es gar nicht schwer ist. so zu lügen, wie es derMenge gefällt. Seine ersten Erzählungen waren geradezu schauderhaft aewescn. und man konnte nicht daran denken, sie abzudrucken t .ii. ot. r.- f . r . . i nver er ganc ciocin zu wrunoc gaciji, Notizen vorzuschreiben, und der Schüler füllte dann dieses Gerippd wieder aus. Dabei ttiate sich, dan Mauer aus dem Schatz dessen, was er gesehen hatte, eine M,:ffe Details heraufzuholen wußte, um damit seinen Äoman zu schmücken und ihm so den Schein des Lebens zu verleihm. In kaum einem Jahre war Maver seinem Lehrer entwachsen und vermochte schon selbstständig zu schreiben. Nun produzirte erRoman auf Roman,und bald erschienen die ersten seier WnrlV in Buchsorm. , . Weniges zwar doch ems hat der Tod mit der Sonne gemeinsam : Fest und lange den Blick auf ihn zu r ckten ist chwer.
tote uns
Die ovvenjagd. Man weiß'nicht rechts soll man Jagd' oder Fang sagen, beide Bezeichnungen kann man als richtiginsehen, denn jene Thiere werden geschossen oder erschlagen, wie es, den Jägern gerade paßt. Es existiren ea. 20 verschiedene Arten von Seehunden, aber nur fünf werden in der arktischen Region und Newsoundland von den Jägern verfolgt. . Die Bewohner der letztgenannten Insel, die
diese Thiere besser als die Engländer kennen, geben ihnen i nach ihrem Alter verschiedene Namen, indeß eignen sich für den Fang nur fünf Arten. Der SeeHund, welcher seine Nahrung im Meere sindet, wird zu den meerbewohnenden Säugethieren gezählt. - Er verbringt seine Nächte und einen Theil des Tages theils auf dem Festlands, theils auf dem Eise, das während des Winters und des Frühjahrs das nördliche Meer, bedeckt. Die Eskimos und die Seehundsänger tödten auch eine goße Menge dieser Thiere im Wasser, aber das ist doch nur eine kleine Anzahl im Verhältniß des generellen Fangs ; denn den Seehund, während er schwimmt, zu tödten, ist ein gewagtes Unternehmen in Folge der unglaublichen Schnelle, mit der dieseThiere untertauchen; man schießt sie aber in großer Menge auf den schwimmenden Eisschollen, und noch öfter werden sie mit dem Stock erschlagen, den die Fischer bei sich führen ; ein Hieb auf die Nase tödtet sie. , Der Seehund legt sich stets an den V l (. rr r i . nano oes mts ooer oer sjerfnung, m die er sich während des Winters zurückzieht, um nach Gefallen unterzutauchen und sich seine Nahrung zu suchen, oder sich eiligst im Fall der Gefahr in Sicherheit zu bringen; dieAnkunft einerFischerbarke macht sie augenblicklich fliehen,wenn die Mutterliebe sie nicht zurückhält, denn sie verlassen ihre Klemen nicht eher, als bis sie der Tod unvermeidlich bedroht. Der junge Seehund ist bei seinerGeburt mit einem dichten weißen Pelz bedeckt, der' später verschwindet und in's Graue übergeht; seine Leber ist von enormem Umfang und mit Oel überfüllt ; er vermag erst nach vierzehn oder zwanzig Tagen iVs Waffer zu gehen. Das macht die jungen Thiere zur leichten Beute der Fischer,deren Ladung stets eine große Menge dieser weißentzäute mit sich führt. Der Seehund wandert auch aus und bewohnt die Küsten von Newfoundland, so lanve er dort in der Nähe Eisfelder sindet; hört das auf, so zieht er nachGrönland, Labrador, derHudsonsbai und den anderen Polargegenden. Er ist für jene fernen Strandbewohner ein großer Wohlthäter, denn er spendet ihnen Nahrung, Kleidung, Licht, Feuerung und Bedachung ihrer Wohnung. . In Newfoundland. ist der Stocksischfang das vortheilhasteste Gewerbe, aber gleich nach diesem kommt der Seehundfang; die Wohlfahrt der Kolonie hängt größtentheils vom Erfolg des Frühjahrfangs ab. Nach den neuesten' statistischen Angaben sind circa 350 Schiffe von allen Größen für diesen Fang armirt, und während der sechs Wochen des Maffacres tödtet man 200,000500,000 Seehunde. Das Oel, das man von ihnen gewinnt, repräsentirt einen Werth von 4 5 Millionen Franks. Jede Haut wird mindestens mit 2 FrcS. 50 E. bezahlt, und in einem Jahre werden oft bis zu 875,000 Stück nach England gebracht. Die Fischer, die dieses beschwerliche Handwerk aus den Eisfeldern, die sich alljährlich auf Labrador bilden, betretben, haben specielle Vortheile vor denen, die dasselbe Metier in Grönland ausüben, da die Ersteren durch die Nähe des Hasens von Newsoundhnd im Stande ? 4. . . r tf.!.. I uno, oori iyle scyisssiaoung äugenblicklich flott zu machen und sofort mit den entladenen Schiffen zu einem zweilen üange zuruaieyren zu rönnen, w schottischen Fahrzeuge, die in kleiner . r, . " rr . I Anzahl auf den Seehundsang nach der 3iei Zean oe cayen gegen inoe ebruar von Dundee aussahren, haben ihr Aenoezvous m oer Meerenge von rea
in 'Syeiiano, aus oer !yeoe oer Illvi bus umgeben, und die verschiedenartigLerwick. Ihre Ankunft in jenen Ge- ntn Zabeln sind über sie in Umlauf ae-
t W . W . - . tlll. . V . M. genoen l : ein sreuolges reigniv ,ur vie m mr vT t ST . . .
. r. ...?' . ??'?....!'.. . .
Indianer uno gieor iynen eiegenyeii, sich einige frohe Festtage daraus zu machen. Bald aber.verlaffen die Fahrzeuge , r . v . ?t- i i..?.. r . . jr oer 5)i)tt oie gcnanesinicin ; naru wenig Stunden versinkt die Küste am ernen Horizont; sie ehen nichts mehr als oie Vlpsei oer Zeilen inmitten eines - l yri. P 1. ..... .. 'll... .!. dicken Nebels, die Fahrzüge eilen dem Zismeere zu. Je weiter sie vorwärts dringen, desto mehr hört daS Schwanken und Rollen des Schiffes auf. Das Meer wird, je nachdem der Kältegrad intensiver wird, ruhiger; das Fahrzeug ttm myl meyr lief ein, oie urcyen, vie es zieht, läßt auch die weißen Wellenkämme verschwinden. Auf der ebenen .. t n je. r fr ! q r je - r .so t k .?. laaze zeigen lug einzeln? isjuucn ais Vorboten der großen schneebedecktenEis felder, auf denen di -Fischer eine gute rnie au uuujui uv cn. cul vmu zeigen ncy oie schwarzen 'iseeazwaiven V mt . m v . 9 . . t und zene besondere Art weißer Seemöven, die unermüdlich den Fahrzeugen folaen. Emlae Taae. oft au nur einige Stunden später gelangen die Fi scher an jene 5)aufen von Eisschollen, die eine unvasiudare Grenze in derRichluna oes noropois viioen. as 'ceer i m ... . cm ist ganz still, und so weit das Auge reicht, sieht man nicht als jene unbe-
grenzten Eitseldcr. nur hin und wieder Es giebt eine große Maffe von Naturdurch kleine EiZböel unterbrochen, die stosfen, welche vor einem halben Jahr-
sich da und dort aufgestaut haben und in 1.0 ... . v . dieser Zayn-zeil woyi viS zum P0i ylNreichen. Tort nun suchen die Fischer unter den 5aufen der Eisschollen durch einen buchtig ausgehöhlten Kanal, wo das Wasser srei geblieben und sich inmittcn dieser schneebedeckten Eisfläche wie ein schwarzes Band hinzieht, cinzudrin aen. Diese schmalen Kanäle sind aber sehr gefährlich ; denn in dieser Jahres zeit erweitern sie lich mitunter ganz plötzlich, und em Sturm kann sie wieder .,,, r v t i rr" n UM Mittel l icyneu anoranaenoer iö sckollen versckliesen. die das ffabrzeua dann in ihrer Wutb. trotz seiner starken Eisenbeklcidung an den äußersten Enden, trok seiner dovvclten Eichenwände wie ein erbärmliches Spielzeug zermalmen. An den Orten, wo der Mng in Angriff genommen wird, herrscht große Kälte vor, selbst bei stiller Lust. DaS den Mundvorrath der Jäger bildende Ochsenfleifch ist so hart gefroren, daß
es einem Stück Holz gleicht, und derKoch kann. die TageSportion deffelben sich nur absägen. Das Bier gesriert zu Eisbrei, auch der Wein, sogar der feurige Sherry gefriert in wenigen Minuten, wenn er frei steht. Die Mannschaft läuft, ob wohl sehr warm angezogen und selbst das Gesicht bis auf Augen und Nasenlöcher bedeckt, hin und her, um das Blut in Eirkulatiou zu erhalten. 'Dennoch zeigt sich an Bord keine Entmuthigung, wie man annehmen sollte; jeder Einzelne ist bei dem Gewinn des Unternehmens betheiligt, und das persönliche Jntereffe erhält die Geister lebendig; jeden Augenblick können die Seehundsheerden erscheinen, eö ist das der Moment der größten Spannung. In diesem Breitengrade und zu dieser Jahreszeit, wo der Fang betrieben wird, bleibt es drei bis vier Monate hindurch Tag. Oft scheint es ein langes, vergebliches Warten zu sein ; die Fischer denken dann mit Schrecken daran, ohne Beute heimkehren zu müffen; sei es, daß sich kein Seehund zeigt, sei es, daß die Züge in zu großer Ferne vorübergingen, um ihrer habhaft zu werden. Da plötzlich, wenn oft der Muth der Harrenden schon ganz gesunken ist, läßt sich ein den Fischern wohlbekanntes Miauen hören; es ist das Geschrei der jun gen Seehunde; sofort ist Alles in Bewegung und steht aus der Lauer, denn es zeigen sich auf einmal taufende dieser Thie.re auf dem Eise und an allenSeiten der Schiffe. Augenblicklich wird, nach einem schnell beendeten Frühstück, die blutige Jagd unternommen. Ein Theil der Männer ist mit Stöcken bewaffnet, die eine starke Eisenspitze haben ; Andere mit langen großen Messern, noch Andere haben Schießgewehre, der Rest der Mannschast vertheilt sich in den im Eise befestigten Fahrzeugen, um die Körper der getödteten Thiere zu empfangen, am Bord des Hauptschiffes ist nur. der Kapitän und der Koch. Das Maffacre währt den ganzenTag, es ist kaum durch das Mittagbrot unterbrachen; am nächsten Morgen ist die glänzend weiße, mit Schnee bedeckte Eisfläche mit Blut wie mit einem Purpurmantel überdeckt und. mit den Fellen alter und junger Seehunde-bestreut. Sobald ein Seehund getödtet, naht ein mit scharfem Messer bewaffneter Mann, zieht ihm das Fell ab und nimmt dieLeber heraus. Da3 ist das Werk weniger Minuten und oftmals, wenn das Unglücksthier nur halb getödtet, zieht man ihm in grausamster Weise das Fell bei lebendigem Leibe ab. ' . Die Häute werden in Haufen aus dem Eise zusammengelegt, von wo die kleinen Fahrzeuge sie holen und zum Hauptschiff tranöportiren. Sobald an einem Ort die Jagd vollendet ist, fahren die Fischer fort, um ein neues Feld ihies Mordens auszusuchen. Der Eiser, den die Seehundsänge? in der Verfolgung der Thiere entwickeln, ist so groß, daß sie die eigene Gefahr, in die sie sich begeben, nicht beachten; denn oft sind die Eisschollen so eng aneinander gepreßt, daß em Durchkommen unmöglich erscheint, und doch wird eö mit höchster Anstrengung durchgesetzt; irgend einen Gewinn aufzugeben, und ginge eö auch an'S eigene Leben, scheint ihnen unmöglich ! Diese rücksichtslose Vertilgung aber hat die Raffe schon sehr dezimirt, und verringern sich die Heerden dieser Thiere von Jahr zu Jahr; selbst in den südlichen Polarmeeren ist schon eine Abnähme des FangeS zu konstztiren, ob-
gleich die Robbenjagd daselbst erst 1810 durch Nordamcrikaner begann. Im 5abre 1866 brackte ein nordisckes Lastschiff die abnorme Summe von 22,000 ' 1 ... ...... Seehunden, die in neun Tagen getödtet wurden, heim. Der Antheil jedes Mischers ist alsdann ein sebr bedeutender; aber es ist nicht immer so und hat in dem letzten Jahrzehnt bedeutend nachae- ' - ' . ... '- ' . . lassen, außerdem ist es ein gefährliches. rohes und blutiges Handwerk. Die Sage früherer Tage hat die Thiere e'.b st mit einem poeti chen Nim m mm m, - . m setzt worden. Sie waren die Sirenen II . . und Tritonen der klassischen Vorzeit-und die Seemöncke und Sceiunasrauen des Mittelalters. Sie zählen aber auch I . . . ' . heute noch zu den durchaus intelligenten Tbieren. erweisen Ti& in der Gefanaensgst äbmbar. aelebria und dankbar - ' " 'V . . gegen ihren Herrn. Eine qanz be on dere Eigenschaft ist die, daß sie von musikalischen Tönen angenehm berührt werden, was man bei keinem anderen Säugethier auch nur annähernd gesun den hat. ' Ihre großen runden Äugen baben einen wunderbar kluaen. ia men- ' m schenähnlichen Ausdruck, daß man wohl begreifen kann, wie man diese Thiere in der Vorzeit in den Bereich der Fabel . t, ' verweben konnte. Naiurwissenstyaft in der Industrie. Von Tr. 8. Bernftcin. Zu den Fortschritten, welche die Wis senschast in der Industrie hervorruft, gehört nicht blos die leichtere Methode mit der sie den gewerblichen Zwecken dlrekt dient, sondern auch zugleich die VerI . ic ! . r. n.:a vt.: L..iC(.r. iverlyung vimi ui uuyiu lücuyiüici Naturstoffe. Hierdurch hebt die Wien schast den Wohlstand der Nation. hundert unbenutzt in der Erde lagen, I ' jci . ti, ... : . r: . ... .:i.,: rocii man man rouxc, wz ic zu nugu chen Produkten verwandelt werden können. Ja, noch gegenwärtig schlummern unter der Oberfläche unseres Erdbodens gewaltig maffenhaste Stoffe, die keine Verwendung Mden und als mutiger Schutt betrachtet werden. So z. B. gelang es der Wisienschast nachzuweisen, daß man aus gewiffen Erden, Steinen und Salzen sehr merkwürdige Metalle gewinnen kann, die- ihren Grundstoff ausmachen und deren Verwendung und Verwerthung gewiß noch einmal einen Theil des Nationalreichthums bilden wird. Kalium, Natrium, Calcium sind Metalle von höchst interessanten, wunderbaren Eigenschasten. die man meist nur m oen aoorarorien oer yemiier zu einzelnen Zwecken verwendet und die darum nur in sehr spärlichem Grade gewerblich produzirt werden, obwohl man im Stande wäre, sie in gewaltigen Mas-
sen herzustellen, weiY man eine gute Verwendung derselben Kennen lernte. Die Grundstoffe sind in so ungeheuren Lagern vorhanden, dß man sie als .Abraum-Mineralien" bezeichnet, die man froh ist los zu werderr.um für nutzbare Mineralien den i Pla'zu gewinnen. Vor mehreren Jahre war auch Magnesium ein fast nutzloses Metall, bis man dahinter kam," daß eö ein prachtvolles Licht beim Verbrennen ausstrahlt und für gewisse Zwecke, wie z. B. in der Photographie, gut verwendet werden kann. Ein anderes leichtes Metall, das Alluminium, wurde erst vor noch nicht dreißig Jahren bräuchbar von der Wissenschaft hergestellt,' während e3 bis dahin als ganz werthlos galt. Nickel hat man in gleicher Weise nicht zu schätzen gewußt, bis man es als haltbares Münzmetall kennen lernte, und durch die Vernicklungskunst seinen Werth zu schätzen weiß. Vor etwa 40 Jahren war sogar Zink nur von geringem Gebrauch, weil man nicht wußte, wie man es löten könnte ; jetzt ist sein Werth durch die wiffenschaftliche Behandlung des Metalls und durch die uäheren Kenntniffe seiner Verwendung außerordentlich gestiegen. Ja, wenn man die Reihe der chemischen Elemente überblickt, so sindet man, daß von den mehr als sechzig Urstoffen etwa nur zwanzig eine reichhaltige Nutzbarkeit gewonnen haben und noch viel in der Wisienschast geschehen muß, um der Welt mit den anderen Urstoffen dienstbar. zu werden.' In viel höherem Grade gilt dies gar noch von der organischen- Chemie, welche aus werthlosen Dingen wahre Schätze zu produziren lehrte. Wir brauchen' nur an den Steinkohlentheer zu erinnernder fast bis zur Mitte unseres Jahrhunderts als lästiges . Nebenprodukt betrachtet wurde und jetzt zur Grundlage der großartigen Farben.Jndustrie geworden ist. Die Zahl der Errungenschaften auf diesem Gebiet ist eine fast unübersehbare, und waZ da uns noch weiter bevorsteht, läßt sich selbst von den Fachgelehrtesten noch gar nicht übersehen. In all dem liegt eine Quelle nationalerBerelcherung vor. Ja, es ist die Erfüllung des eigentlichen Menschenberufs, der sich die Herrschaft über die Natur in vollem Maße bemächtigen soll. Es ist auch nicht blos die materielle Bereicherung des Menschengeschlechts hiervon abhängig, sondern auch sein geistiges und leibliches Wohlergehen steht mit, all den Fortschritten der Wisienschast im engsten Zusammenhang. Wir haben nur nöthig, an das Chloroform und seine unschätzbaren Eigenschaften zu erinnern, um - es Jedermann einleuchtend zu machen, welches Schatzes wir uns erfreuen, seitdem wir die Dienste der Forschungen und der Entdeckungen der Naturwissenschasten zur Disposition haben.. In dieReihe dieser erfreulichenDienste der Wisienschast gehören nun auch die Errunge.nsch asten, durch welche .sich die Zucker-Jndustrie gehoben . hat. Zwei dieser neuesten Errungenschaften sind eö auch besonders, welche uns veranlassen, sie zum Gegenstande dieser unserer Be trachtungen zu machen. Wie bereits erwähnt, ist die Möglich keit von Zuckergenuß auch unserer armeren Bevölkerung zu erleichtern, eine Errungenschast, welche das deutsche Vater land fast ausschließlich seinen chemischen Forschern verdankt. Deutschland! ist die eigentliche Heimath der Kunst, aus einer an sich venig werthvollen Pflanze, der Runkelrübe, den Zuckerstoff zu ziehen. Die Natur, die uns nicht sonderlich mit den reichen Gaben der Pflanzenwelt be-
dacht, fand bei uns e'.nen Ersatz und eine reiche Concurrentin in der Kultur der Industrie, welche die Wissenschaft in ihren Dienst genommen. Es ist dies der echte Kulturkampf, den wir zu Ehren des Menschenwesens stets weiter zu pflegen und zu entwickeln haben. Die Helden, dieses Kulturkampfes sind Männer, die ein inneres Verständniß haben für die Wohlthaten desGeistes, der frei gebieten kann über die Kräfte, welche in den Naturstoffen verschlossen vor unserem Blick liegen. Die Förderer dieses Kampses verdienen ganz besonders unscreAchlung. Ja, es ist einer denkenden Nation nicht würdig, die Genüsse dieser. Kulturmänner sich anzueignen, ohne eS zu merken, und dessen eingedenk zu fein, was und wem sie dieselben zu danken haben.. Es ist wirklich wahr, daß Jedermann, der ein Stückchen Zucker genießt, auch die Pflicht hat, sich mindestens bewußt zu werden der großen geistigen Arbeiten, die nöthig waren, um ihm den Genuß ohne die Opfer zu ermöglichen, welche unsere Väter denselben bringen mußten. als der Zucker-nur em Produkt des fernen Auslandes war. Der Zuckergehalt unserer Runkelrübe befindet sich, vie bereits erwähnt, in dem wasserreichen Saft derselben, der sofort Sm n mt W T &. in Gayruna uveraeyen wuroe, wenn man ihn nicht vor einer natürlichen. Zersetzung bewahren könnte, lerbei.fplelt hauptsächlich die Kalkmilch eine Hauptrolle, welche man dem Saft beimischt und der die Säure des Saftes, an sich neht. Natürlich erfordert es de? weitere Verlauf der Fabrikation, daß man dieses Gemisch wiederum von Kalk befreien muß, um reineren Zuckersast zu. erhalten. Diese Operation wird durch. Einleiten von Kohlensäure bewirkt, duich welche der Kalk eine Art von Kreide wird, die zu Boden fällt und den Zuckerstoff im Wasser gelöst übrig läßt. Nunmehr gilt es, das Wasser zu entfernen, was durch Kochen geschieht. Wollte man indessen diesen Prozeß in gewöhnlicher Weise vollziehen, so würde derselbe durch den Verbrauch von Brennmaterial sehr kostsp.elig werden. Da lehrte denn die Wissenschaft, daß man dieses Auskochen des Wassers unter der Lustpumpe- mit wenig Brennmaterial zu Stande brm gen kann. Dadurch wird nun der Saft verdickt und bildet eine Art Syrup. in welcher noch viele nutzlose und störende Stoffe enthalten sind. Es muß wieder um eine einiJung. vorgenommen werden, die nur durch Jiltriren über Kno chenkohle erreicht wird. Wiederholtes Einkochen und weiteres Durchsickern der rwi r c tf r 0i r . ( our scvme neut dann den SVrup her, der bereits Krystalle enthält, : ' X. 'i -s. .. 7 vie uoel iiuuf ujuuii Operationen erfor dern, um zn einer festen Masse zu wer den. Nach dieser Operation gilt es der sehr . ' i l! fl V .0, ... . ... .. roi'jjHn nun,!, ven zwlsqen ocn ry
stallen noch immer vorhandenen Syrup ganz zu entfernen , und, womöglich, allen Zucker daraus zu gewinnen. Und diese Kunst ist eö, in welcher nicht blos ein großer' Fortschritt in neuester Zeit errungen, sondern auch zugleich ein bisher unbeachteter ' und .werthloser Naturstoff zu einem sehr werthvollen Stoff gemacht wurde. - : :' . Wiener Brief.
. ; Heirathsanträge. . -' Wenn wr? heutzutage vzn den Gebräuchen lesm, die in vielen von der Cultur noch nicht genügend beleckten Ge birgsthälern und Hinterländern bei HeirathSwerbungen üblich sind und mit rührender Pietät in Ehren gehalten werden, so muthet un5 das wie eine längst vergessene Mythe an. Da reitet oder fährt der hochzeitlich geschmückte Werber, von d Jugend deA Dorfes begleittt in den Hof der Brautmutter ein, wird dort mit den landesüblichen Ceremonien' empfangen, überreicht oder empfängt Geschenke und - bringt dann in wohlgesetzter Rede seine Werbung vor, die mit Pflichtschuldiger Referenz feierlich beantwortet wird. Dann giebt' Freudenschieß?n und Festmahl, die Eltern vereinbaren die Hochzeitspacten, de? Tag der Eheschließung wird festgesetzt und die ganz? Gegend bereitet sich wochenlang vor, um daS festliche Ereigniß mit bäuerlichem Pomp und, aas Küche und Keller betrifft, mit ländlicher Ueberschwenglichkeit zu begehen. Wie weit sind wir Städter bereits von jenen durch Herkommen und Sitte festgesetzten Brauchen entfernt. Bei uns werden Chen in gewissen Kreisen nur noch durch daö Inserat vermittelt. Nach dem riesigen ÄussSwunge, den die betreffende Literatur in der neuesten Zeit genommen hat, muß man wenigstens annehmen, daß die meisten Ehen nicht mehr im Himmel, sondern im Wege der Jnseraten-BüreauS geschloffen werden. Unsere Zeit, die man mitRecht die materielle nennt, hat auch bezüglich der zartesten socialen Beziehungen den praktischen Weg beschulten und das nüchternste aller modernen VerkchrSmittel, das AuSbieten auf öffentlichem Markte, wird auch von denjenigen benutzt, die ihre Huldigung dem diskretesten Gotte der Alten darbringen wollen. Für einen alten Praktiker, der im Zeitungswefen einige Erfahrung erlangt hat, ist es interessant, den Nachweis zu sühren, welche Progressionen daS ve:mittelnde HeirathS-Jnserat von Jab- zu Jahr genommen hat. In den fünfziger Jahren war die gelbe Rose an der linken Brust" das Erkennungszeichen, mit dem sich der schüchterne Freier dem heißgeliebten Gegenstande seiner Wahlvorzustellen versuchte. . . ' Damals erregte die Dame mit' der Scheere", die ihren zahlreichen Bewerbern in dem Jnseratentheile eines vielgelesenen Blattes ankündigte, sie werde zu einer bestimmten Stünde-, am Neuen Markt in Wien mit einer Scheere an der Brüste erscheinen, : den Anlaß zu einer vollständigen Revolution. Tausende und Tausende von Neugierigen füllten zur festgesetzten Zeit den großen Platz und die anstoßenden Straßen und als die Dame wirklich mit dem versprächenen Erkennungszeichen erschien, wurde der Lärm so groß, daß Wachmänner zu Fuß und zu Pserde einschreiten mußten, um die aufgeregte Menge zu zerstreuen und die kühne Dame mit der Scheere in sichern Gewahrsam zu bringen.. Damals erfreute sich die österreichische Presse keiner gesetzlichen Zustände und die maßge bende Militärbehörde fand e- für angemessen, den Lebensfaden des Journals, in dem die Scheerendame den ersten Anlaß zu einem förmlichen Straßentumulte gegeben, mit der Scheere der Gewalt aus vierzehn Tage zu durchschneiden. Heute veröffentlichen die Tagesblätter Hunderte der verlockendsten Stelldicheins . ... .. r m . r r uno ykiralysanirage, oyne oan Puvilcum und Staatsanwalt sich weaen dieser bereits zur Gewohnheit gewordenen Allagsspeise uniers Leze-Menus besonders ereifern. Wien's Zeitungswesen marschirt: m Bezug aus Heirathsanträge an der Spitze der Civilisation. Weder Berlin, noch Paris haben es bis zur Stunde vermocht, ihm, den Rang streitig, zu machen. . In . der deutschen Hauptstadt herrscht noch immer die altbürgerliche Sitte, Verwandten und Freunden statt jeder besondern Meldung. von. dem Eintreten freudiger Familienereignisse durch das Inserat. Kunde zu geben. Dl Suche in den Jnseratenspalten. nach einem Bräutigam oder nach einer Braut gehört dort p den selteneren Vorkommnissen. Auch in den Inseraten der Pa riser Zeitungen, die im Texte sonst keine besonderen. Bewahrer von FamiliengeHeimnissen sind, sucht, man vergebens nach verlockenden Heuathsanträgen. Höchstens daß hin und wieder ein Vermittler rn refpectabel-ernster Welse sich dnn.IT. Publikum in geeignete Erinnerung bringt : Lmage8 riches (ancienne rnaison) Yeuve Grun, nombreuses relations, prompt reoiil rtt SUltdt. In Paris giebt es übrigens eine ei gene Zeitung füfc Heirathsvermittlungen : Alliance des Familles", oe reu Bureau sich in der Rue Milton.besindet und die ihre Kundschaft mit der Reserve und den. Finessen eines ernsten ttausmannes bedient. In Wien suchen Dienstmädchen und kleine Geschäftsleute verzugsweise auf dem Wege des Jnserats ibre kunstlaea Ebekalste2. aber auch Aerzte, Beamte, Ossiciere und Ea valiere von aro.em Adel und. kleinem Vermögen preisen aus diesem der Würde des Standes kaum entsprechenden Wege ihre persönlichen Vorzuge m markt schreierischer Weise an. Der Student, der Herz und Hand anbietet, wenn ihm eine vermöqcnde, wenn auch ültereDame zur Ablegung des Rigorosums oder zu einem angemessenen Darlehen verhilst. iit eine bedauerliche und zugleich wider liche Erscheinung. Minder betrübend ist die oriainelle Wittwe, die einen zweiten Mann nur dann beglücken will, wenn er ihrem Ersten" gleicht. In der kleinen Sammlung von Heiraths-Jnseraten, die wir uns seit längerer Zeit anlegten, sin den sich einige absonderliche Speciali täten" von Freiern vor. Da sigurirt der gut situirte Oberbeamte von unebener Erscheivung", dem die Cynsession
seiner Zi5ünstigen gleichgülk ist, wenn sie nur müUi eine entsprechende Rente versügt" bxtft ferner der .sehr anstänständige Auölauder, der ein junge.?,' sein gebildetes und solides Fräulein sannen lernen will, um sonderbarer Schw.ärmer ! die Sommrrabende mit ihr vergnügt zuzubringen da ist weiter die junge, geniale Blondine, die, des erbitterten Kampfes mt ihrem Schicksale müde, sich nach d?r wahren Freundschaft eines mögenden, wenn auch alten Herrn sehnt" und endlich auch Karlchen Mießnick spielt in den Heirathsanträgen eine Rolle als intelligenter Versasser .das Frl. mit 800 fl. baar und später noch 900 fi. in der Hoffnung, das sich mit einem sichergestelltenHerrn vcll Eharakter" zu verehelichen wünscht. Das Anti-Semitenthum' scheint' noch wenig Aussicht zu haben, nnterden Ehecsndidatinnen zahlreiche Anhängerinnen zu finden. .Eine Dame, katholisch-, mit Vermögen, wünscht sich mit einem Jsraeliten zu verehelichen", heißt es in unserer Sammlung. Die Dame ist übrigen? genügsam, denn sie fügt ihrn Inserat bescheiden die Bemerkung hinzu: .Im Nothfalle ist auch gemeinsamer Haushalt erwünscht" .für Fräuleins alle? Eonfefsionen und Standes lautet" ein ähnlicher Antrag, in dem ein hübscher,, jedoch vermögensloser Mann ei::e liebenswürdige, aber wohlhabend? Dzme ersucht, ihn zu heirathen, un sich ein glückliches Heim oder nach Belieben ein schönes Geschäft gründen zu können. Im großen Ganzen ist wenigstens die Thatsache erfreulich, daß der sogenannte mittlere Bürgerstand sich von der EheVermittlung durch daS Inserat fernhält. In diesen Kreisen hält man noch viel von den Bekanntschaften, die im Ball-, saal angeknüpft und in der Sommerfrische fortgeführt werden, bis das crlösende Ja von. maßgebenderSeite gesprochen ist. Nur hier und da begegnen wir einem leichtsinnigen Vormunde, der seine Mündel oder Pflegetochter wegen Mangels anderer Bekanntschaft auf dem Wege' der öffentlichen FeAbietung lcS -werden will. Dergleichen Fälle aber ' gehören, wie gesagt, zu den seltenen Ausnahmen. Bei gewissen Anträgen hört freilich der Spaß auf und man hätte Lust, auf die Proposition einzuge- -hen, nur um den Werber die Annehmlichkeit einer gut geschnalzten Reitpeitsche fühlen zu lassen. .Nur für reiche -Damen" betitelt sich ein schamloser Antrag : .Ein Herr, 35 Jahre alt, einst in glänzender Lebensstellung, sucht nach großen Verlusten eine reiche Dame, um durch ein neues Unternehmen seine Ver luste wieder zu ersetzen. Er verspricht dagegen selbst alteren Damen und solchen mit 'nicht makelloser Vergangenheit treue Freundschaft, eventuell Ehe." Bei Ehe fehlt die Bezeichnung .treue" daS Fehleu ist charakteristisch. Wer erinnert sich beim Lesen solcher Nichtswürdigkeiten nicht an Nestroy's klassische Bemer kung in der bekannten Posse .Umsonst": Gebens noch fünf Gulden d'rauf und ich unterschreibe, da ich Weib und Kinder . in Noth und Elend verlassen hab'." ; i Wie Su ntir, so ich dir."
In einem Omnibus der 6. Avenue in New Jork saß ein stattlicher älterer Herr und gab sich mit stiller Begeisterung dem Genusse einer Cigarre hin. Als der Omnibus, eine sogenannte .SmokingCar", an der 23. Straße angelangt war, stieg eine Dame ein. Dieselbe war sehr elegant gekleidet und mit Geschmeide aller Art dermaßen behängen, daß sie einem wandelnden Juwelenladen glich, . machte auch im Uebrigen den Eindruck, als 06 sie den fehlenden inneren Werth durch, äußeren Schmuck ersetzen müßte. Das Auffallendste an der Dame aber war ein' kleiner Köter, den sie wie ein Kind aus dem Arme trug und, nachdem sie in bzn Omnibus Platz genommen hatte, auf ihrem Schoße ruhen ließ. Der stattliche Raucher und Sie elegante - Hundeliebhaberin starrten einander an ; : er rauchte mit großem Eifer, und sie strelchelte.ihren Köter, und wahrend er.darüber nachdachte, wie man nur ein. solch' häßliches Thier liebkosen könne,. stellte sie Betrachtungen darüber an, wie höchst-unpassend es doch sei, die schöneFruhlmgsluft Mit Tabaksqualm zu vcrpesten. Um ihrem vis-a.-vi3 zu zeigen,, daß ihr der Tabaksrauch sehr unangenehm sec, begann sie zu husten und zu niesen aber er that, als bemerkte cr-eS Nicht. Sie erhob sich'daher von ihren Sitze- und öffnete em in der unmitteloaNähe des Rauchers befindliches Fenster. Er that, als kümmerte ih'e-.daS-nicht. im Geringsten,. und rauchte bthaalich weiter. Aber das war der Hunde-' llebhaberln denn dsch-zu viel; ne trak auf den Raucher zu. nahm ihm die Ci" garre aus dem Mnde und wars sie zurr Fenster hinaus. Der Mann rührte. sich nicht ; wie eine Statue saß er da,, ohne daß auch nur eine.seiner GesichtZniuskiln zuckte. Auch d:e Dame that,, als ob nichts vorgesalleii- wäre,- und fuhr szrt, ihren Hund zu liebkosen. AIS- aber die 14. Straße erreicht war, da crhori sich auch der Maiin von seinem Sitze,, bemächtigte sich, mit einem schnellen Griffe des Hundes und schleuderte daS hebende und winsekide Thier dur'ch das offene Fenster. Die elegante Dame Mischte laut auf, stürzte zum Omnibus hinaus und wurde nicht mehr gesche'. Der Mann aber zündete sich eine sr:sche Cigarre an und dachte : Wie d.a mir, sa ich dir."Schwarze A. uzen. Schwarze Augen, schwarze Äugen, Unergründlich tiefe Nacht!. Strahlen glänzend mir entgegen. Voll entzückend schöner Pracht. Schwarze Augen,, schwarze Augen, Strahlt mir nicht so glänzend zu! Ihr habt mir geraubt aus ewig Meines HerMS heil'ge Ruh'. Schwarze Augen, schwarze Augen,, Meine Qual und doch mein Glück !. Ach, ich kann nicht von euch wenden Den verlangend heißen Blick. Schwarze Augen, schwarze Augen, Rollet aus dem Becher rasch. Sorget, daß ich Achtz-Hn werfe, - Dreimal sechs, den höchsten Pasch l
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