Indiana Tribüne, Volume 4, Number 242, Indianapolis, Marion County, 14 May 1882 — Page 2
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s!! in MellM,en N 0.11,, (4. itortfcfeun Unnötlrio Mübe. mitmnru . r- V r , ""'Hit ilUiCU Hfi", ob ich Ursache habe, die Einsam. - ? ht 1 11 r V.. r .uuu., .uu üU CU)jt am j,cpcn -SMtN. . Unb doch scheint es nicht einsam hierzu ?.b.n?W mid öu meinen Blauvensaenossen b nnnn Ä,.ihn'N ungestört das Mrm. -i vrilliern W?.?WK SWm.g d.r.ganzm 7T'' iluy.Ul er,m yaner ullt da 2Bcrt, und bem b ..... mm. Sto. Brnd d. K M?gen rn eurem ShaU sink tnm m , 7" ! IVVIIIU UIVIU uw vernünftige Menschen für irdisch 'Morene heil ae i flimmn ' w JS!feÄb beibringen. -V V ' IDeiac 0cm we präch mit TVVTIW ftl - :r r . ,r 7 TITv c,ür3mP gesoigl war und .iTÄTI r,Pm erUlt.-i t!. 'c V? y-. ..... m9h uawvnuuiiuc fürchtete, nicht ahnend, daß derselbe mit Uf rjviAit.. r . . m -Z ' . . - " liuniii rn tnnpr nAKifefH imm m Znt unvcrsohnllchkelt zur Hau trug, um dadurck seiner nnnef.m, gtkn Abreise erhöhte Wahrscheinlichkeit niuijcn. 3cnrn rief einige Worte nach dem &tmt hinüber unb Karen fuhr zu ihm jon : s wird wohl lange torn, bevor wir einander wieder benen äJ- Sollten Sie indessen über kurz oder s. r . f. . . J mei.es wieder, berühren, so ZcrgesZen Sie nicht, daß in demselben Znd wohnt, der Ihnen recht freundli- ' -i'4 F? . ( 1 I viuuuiigcn nacylragi. Jerim ihr die Hand zum Aufsitzen Ts neigte sie sich flüchtig über ihn .hin, ihren Reitrock ordnend. Die Vcrab?ung' gilt, flüsterte sie leise wie ein - -2ach, ich komme früher als es ursprüngLch meine Absicht gewesen. Leben Sie wohl. Miß Karen, sprach .32131 laui. rrinrnfn um hi WiHrtnfij? jsein Feucrstelle kalt; dann ebenfalls während Brandvold sich in den Wetttel sckwana : Wir sieben in's KeZübt. Rauch am Tage, Feuer bei 9!acht - -'üft J . . ? . C uns zusammen, uno wleoerum rksr: Grüßen Sie Ihre Nichte, das zige Kind, von bem alten Fallensteller. Eine lange Strecke legten sie schweigenb SMck. Was soll ich davon denken, hob er ÄZfter an, daß du nach einem anstrengen 2fcoi Tagesmarsch noch die Neigung zu ei323 nächtlichen Spazierritt fühlst, dich P$clx mit Leuten in Verbindung setzest, ..lAtf 4.A IrnntivlH f t M C)f t t V t iimIam uiuyiw i( wumtiyiu uiiuymuiy uiiici bzzi Galgen gestanden haben, durch ihre Tugesetzlichkeit hundertmal den Strang verdienten ? Ich wiederhole, wie du, sehne auch ich ich nach dem Verkehr mit Glaubensgerossen. Die Gelegenheit dazu wird mir . selten geboten, um ängstlich wählerisch än zu dürfen. Deine Glaubensgenossen, versetzte -Zrandvold spöttisch, versiel aber sofort izzieder in sein finsteres Wesen, ich rathe wohlmeinend, vermeide den Verkehr Txtit 2tuttn, welche deinen Aufenthalt am Salzsee in Frage stellen. Dieser Jerim - Ist ein erbitterter Feind der Mormonen, m. c
lucr zu uiijcmi uciiiiicu icyir ii jci3 ' TrrT iinJpr stftnh
' m-m m &u M . . aakAMAM --AftMrfk A t v v Groß-Elk, der ihrer Heimkehr geharrt 25&, nahm die Pferde in Empfang. -Qkiner sprach ein Wort, weder der Utah, ?L)ch'' Karen oder Brandvold. Stumm Tkknnten sich auch die beiden letzteren von .nander, indem jeder jejo Lager auf.chte. Helga schlief. " Sie ahnte nicht, . aß überhaupt , tfa Störung in dem uje fratwnden hatte, noch weniger, 21 ihrsnes Wohl unb Wehe Verant2?'UNi or?Tn ftmfn t j V V V V Slter, arglos war daher auch ihrMor--Sjanifc. als sie einiae Stunden sväter 7r . v . v n . cm .1 eioen oegegneie. z ouueren vollen .suf des Vaters Stirn befremdeten sie .-sucht. Sie hatte ihn kaum je anders ge Hhen. Wider Karen's Erwarten erklärte brandvold, noch zur sclbigcnStunde nach Zbci Salzseestadt aufbrechen zu wollen. Scheidend küßte er in dcr Hausthjr -5Jlga. Aus baldiges Wiedersehen, fügte er ?pig hinzu, indem er seinen Weg über 2bk Stufen in's Freie hinaus nahm. Eiletzten Gruß rief er er nach der Haust.z hinüber, und sein Pferd herumwerVftrib, eilte er in scharfem Trabe dem JorXren zu. Karen blickte ihm eine Weile nach. H?ir Antlitz wurde dabei starrer und ver?Mossener. Langsam kehrte sie sich dem Hause zu. .hr Blick siel auf Helga, die einen großen Jttigen Hund liebkoste, und wie ein -Strahl der Freude glitt es über ihr Antindem sie aus sie zuschritt. Was dein Vater mir anvertraute, das - sollen wir heute noch nicht besprechen, sie liebreich an, ihr das über dieStirn -Zunkene Haar sanft zurückstreichend, -f?jr 9sit3innfif mnsl Xu X5ttn vv hivhi) Ilut4 UlllVt VVIItVIl Weblingssachen treffen, vorzugsweise unter s!chcn. welche du täglichst gebrauchst. 2Wir können in jeder Stunde darauf geifcit sein, abreisen zu müssen. Eine Abwechselung in unserem Leben, rnlroortcte Helga sorglos, nun,' meine ÄJswahl ist nicht sonderlich groß ; in ei . M Viertelstunde ist alles beisammen. 5Du fragst mich nicht, wohin ? forschte ''-Zaren mit heimlicher Spannuna. '! Ich bleibe, wo du bleibst, hieü es eben ' sorglos zurück, und Arm in Arm beL2ben sie sich wieder in's Haus. Bald darauf waren sie emsig beschäs,5?gt, mehrere kleine Kosser zu packen, wie - solche sich zum Verladen auf Sättel eigZN. 15. HaxZler. Im Jianse des Apsfleks. )as aiiv des Apostels Dowlas er sich in einer der Hauptstraßen der JC" ä X 4 .P y a!m tM..!.!'. A T7UijciiUüi. wui cm uiiliungreiu)es Gebäude, welches je nach der Vergröe uzng seiner Familie verschiedene Anbau icn eilten hatte. Der Abend war hereingebrochen ; stil "lür wurden die Straßen und seltener die - erleuchteten Fenster, als Brandvold sich Öernic näherte. Brandvold klopfte an die nächste Fen- ' 2z ch t xh t . "Alsbald erhob sich Dowlas, der so lan mit mehreren vor ihm liegenden Bü äkzn und Listen beschäftigt gewesen, und , , -- s , , ,r. v v , je :
utkrnte oen a)ancnipcnocnocn vyiim
Ah, Sie sind es, mein theurer Bruder in dem Herrn, hob er an, sobald er das Fenster geöffnet hatte und Brandvold erkannte, was verschafft mir so spät die Freude Ihres Besuches ? Ich komme von der Farm, antwortete dieser erregt, Ernstes habe ich mit Ihnen zn besprechen und Ihren Rath zu erbitten. Aber ungestört müssen wir sein. Treten Sie näher, unterbrach Dowlas ihn lebhafter, dieser Raum ist geheiligt ; ohne meine Aufforderung wagt Niemand dessen Schwelle zu überschreiten. Indem Brandvold sich entfernte, schloß er das Fenster, und gleich darauf hieß er den Eintretenden in der Thür mit einem Händedruck willkommen. Also wichtige Nachrichten ? fragte er, nachdem sie an dem Tische einander gegenüber Platz genommen hatten, und vorsichtig hing er wieder den Schirm über die Lampe. Wichtig für mich und meine Tochter, versetzte Brandvold düster, also in nächster Reihe auch für denjenigen, welchem deren Seelenheil anvertraut werden soll. Unser gemeinschaftlicher Besuch draußen empsiehlt sich leider nicht; dagegen bin ich zu der Ueberzeugung gelangt, daß wir wohlthun, die Ceremonie des Ansiegelns (Verheirathung) zu beschleunigen. Ueber Dowlas' Antlitz flog ein unheimliches Lächeln; dann bemerkte er im Geschäststone : Ich habe bereits solche Einrichtungen getroffen, daß sie jeden Tag einziehen kann. Sie erhält ihre besonderenGemächer, wodurch es ihr erleichtert wird, sich an die neue Ordnung der Dinge zu gewöhnen. Bin ich doch der Tochter meines ältesten und treuesten Freundes erhöhte Rücksichten schuldig. Aber welche Umstände machen diese Angelegenheit plötzlich so dringlich? Ich glaube Ursache zu haben, den Einfluß meiner Schwägerin zu fürchten, verfetzte Brandvold. Hätten Sie meinen Rath, sich ihrer zu entledigen, früher befolgt, so stände alles anders. Eine einzige Heidin stiftet in unserer Gemeinde mehr Unheil, als hundert Neubekehrte wieder auszugleichen vermögen. Was ich bereitwillig anerkenne, erwi-
derte Brandvold. Ich beobachtete sie nämlich im geheimen Verkehr mit einem alten Jäger, demselben, welchen sie im vorigen Jahre durch den Gewaltritt vor dem Galgen bewahrte. Der treibt sich wieder in unserer Nachbarschaft umher ? fragte Dowlas emporfahrend. Ich sprach um selber, und überraschen sollt's mich kaum, wenn er und seine Geoffen Karen die Mittel zur Flucht böten. erwiderte Brandvold. Das wäre die bequemste Art, sie los zu werden, versetzte Dowlas, und gespannt beobachtete er Brandvold. Aber die Möglichkeit der wenn auch nur mittelbaren Anklagen gegen uns wegen Vergewaltigung meiner Tochter? Wer wem, ob sieben Mmour: t er reicht, meinte Dowlas kalt, es war überHaupt ein Unglück, daß wir uns damals mit der Hinrichtung nicht beeilten. Es wäre die einfachste Art gewesen, die mißliche Angelegenheit mit der Karawane zum Abschluß zu bringen, zugleich aber allen weiteren, namentlich in neuerer Zeit mit großem Eifer betriebenen Nachforschungen von Seiten unserer Feinde, die nicht nur pemllch sind, sondern auch geeignet, unsern guten Ruf zu schädigen. den Boden zu entziehen. Und daß dieser Jerim und seine Genoffen dem Maffenmorde nicht fern standen, unterliegt für mich heute keinem Zweifel mehr. Aber der geheirnnchvolle Brief ? Humbug, lieber Brandvold. Wir sind genarrt worden, und wenn ich damals für Einstellung des Verfahrens stimmte, so geschah es in der erklärlichen Befürchtung, daß wirklich einige der unsrigen im .blinden Glaubenseifer sich zu einer unklugen Handlung hätten hinreißen laffen. Die Sache noch emmal auszuwärmen, mochte ich jetzt nicht mehr empfehlen. Es sei i. r ri.r... o vri.!jt- j. oenn, ottje ge1.e9io1.en xanoureuncr malten sich eines neuen Verbrechens, etwa eines Mädchenraubes schuldig, in welchem Falle es selbstverständlich keine Gnade für sie gäbe. Wenn Karen freiwillig mit ihnen zieht, ist's kein Raub. Und ich bin überzeugt, sie wartet nur auf den Zeitpunkt, in welchem meine Tochter von ihr genommen wird, um sich ihnen anzuschließen und im Osten ihre Zunge gegen uns spielen zu lassen. Wenn ich von Mädchenraub sprach, hatte ich am wenigsten Ihre Schwägerin ... ä 4 - " 1 V - im Äuge, verfeme owias ocoacyug, oagegen ist die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß sie ihren schwerwiegenden Einfluß auf Ihre Tochter dazu benutzt, sie mit fortzuführen Brandvold sprang empor. Nimmermehr, rief er leidenschaftlich aus, so pflichtvergessen kann meine Tochter nicht sein ! Keine Ucbcreiluna, mein theurer Bruder, crmahnte Dowlas, denn Sie wiffen nicht, ob die zwischen Ihrer Schwägerin und 5Unm getroffenen Verabredungen bei klugem Handeln nicht dennoch das Mittel bieten, allen bösartigen eroacytigungen mit einem Schlage ein Ende zu machen. I werde keine ruhige Stunde haben. bevor ich meine Tochter in Sicherheit r n k? 5. ' : . weiß, Ipracq er wm vor IM) l)ln, wie . . rf.n.r n C ! eine D0c nynung lauer es auj meinem Gemüth. Er öffnete die Thür, als Dowlas ihn noch einmal zurückhielt. In demselben Augenblick glitt ein Schatten, der aus der Außenseite so lang dicht an die Thür gelehnt gestanden hatte, auf die Veranda hinaus, blieb aber wiederum steh? v so bald die gedämpste Stimme des Apostels aus dem geöffneten Zimmer zu ihm herausdrang. - Ihr Weg führt am Hause Billots vorbei ; klopseu Sie bei ihm an und bringen Sie ihm meinen Gruß, er möchte sich fofort hieher bemühen. Ich hätte Drmgendes mit ihm zu verabreden. Noch ein kräftiger Händedruck und die Thür schloß sich zwischen beiden. Als Brandvold aus die Straße hinaustrat, schritt Andrew, der aus entgegengesetzter Richtuna zu. kommen schien. bei ihm vorüber. Einen ' kurzen Gruß wechselten sie miteinander und jeder ging seines Weges. Brandvold geneigten Hauptes, wie bedrückt von einer schweren
Last. Andrew, sein Antlitz trotzig zum Mond erhebend. ' Dasselbe war erschreckend bleich und so entstellt, als hätte es der Verwesung preisgegeben werden sollen. In dem Zeiträume weniger Monate war es um viele Jahre gealtert. Was er aber, in seinem Argwohn Brandvold heimlich folgend, eben an des Apostels Thür erlauschte, das hatte ihm das Gepräge einer unsäglichen Verbitterung, eines wilden Hasses verliehen. Ich soll ihren Seelenfriedeii nicht stören, heißt es dort, entwand es sich leise den knirschenden Zähnen, mir soll sie nicht angehören, weil ich keinMormone bin, um hier dem Mormonenapostel gewaltsam ausgeliesert zu werden ! Ob sie's ahnt ? Er lachte gehässig in die Nacht hinaus, daß er sich vor der eigenen Stimme entsete. Flüchtig spähte er um sich, und löte einen wilden . Genuß darin suchend, fuhr er fort, seine Gedanken gleichsam zischend in Worte zu kleiden : Sie soll es wenigstens erfahren ; ich selber will ihr verrathen, was ihr droht ! Um diese Zeit trat Billot bei demApostel ein. Eine beunruhigende Kunde habe ich empfangen, eröffnete der Apostel sofort das Gespräch. Jerim und seine Genossen sind wieder in der Nachbarschaft aufgetaucht und es
unterliegt keinem Zweifel, daß sie für die Regierung der Vereinigten Staaten Spionendienste verrichten. Eine schlauere Gesellschaft hätte sie nicht wählen können denn der Tenfel steckt in diesen verindiancrten Schuften, aber auch schwerlich eine willigere, weil einzelne von ihnen nicht vergessen haben, daß sie mit der Schlinge um den Hals unter dem, Querbalken standen. Hab's vorher gesagt, antwortete Billot mit seinem unveränderlichenGrinsen, welches nur denjenigen nicht beleidigte, der ihn genauer kannte, wurde ich nicht gestört, so hingen sie, bevor Brandvold den Brief halb zu Ende gelesen hatte. Der Schrejber desselben scheint übrigensWort gehalten zu haben. Der Teufel traue ihm. Sollen sich doch wieder Eommissäre aus dem Wege hieher befinden. Er sann einige Secunden nach und fragte kurz : Haben Sie Ihre Leute alle beisammen? So ziemlich. Einige befinden sich zur Zeit am Utah-See. Schade drum. Doch im Falle dcr Noth könnten einige Dutzend Bürger aufgeboten werden. Da ist zum Bespiel der junge Andrew ; der kennt jeden Schlupfwinke! im Gebirge. Was auch geschehen soll, vorläufig möcht ich's mit meinen Daniten allein versuchen, erklärte Billot, und mit einem teuflischen Grinsen fügte er hinzu : Die sind treu wie Stahl; ein unsicherer Kunde würde, in unserer Gesellschaft nicht alt werden. Sind Sie in der Lage, bald aufbrechen zu können? Sie müssen sich indessen für alle Fälle auf mindestens eine Woche ausrüsten. Einige Stunden Zeit gehören immerhin dazu ; allein vor Tagesanbruch können wir fort sein. ' Gut. Den Propheten mit hineinzuziehen, ist überflüssig. Seine Bedenken und die hat er stets , mit der Regierung der Vereinigten Staaten in Zwiespalt zu gerathen, verzögern nur die Angelegenheit, und nachher, ist's zu spät. Sie kennen die Lage von Btandvold's Farm? So genau, wie die meines eigenenHauses. Wohlan, an dem Bach, nicht weit vom Gebirge, campirt Jerim mit seinen Leuten Es handelt sich nicht darum, die Jäger zu vertreiben, sondern vorläufig nur zu beobachten und emen Zeitpunkt zu wahlen, welcher sie gänzlich in unsere Gewalt liefert. Es unterliegt nämlich keinem Zweifel, daß Brandvold's Schwägerin und dessen Tochter unter dem Schutze dieser Landstreicher zu entfliehen beabsichtigen. In diesem Vorhaben dürfen sie unter keiner Bedingung gestört werden. Wenn es sich machen ließe, müßte man ihuen sogar Vorschub leisten. Sind sie aber so weit gelangt, daß ihr Verfahren als gewaltsame Entführung oder vielmehr als Raub einer Minderjährigen bedeutet werden kann, nun dann wissen Sie, was zu thun ist. um auch nach anderer Richtung hin uns den Rücken frei zu halten ; schließlich macht man in jedem Lande kurzcn Prozeß mit Spionen. Und die beiden Frauenzimmer? Selbstverständlich führen Sie Brandvold's Tochter ihrem Vater oder doch besser mir zu. Und die andere? Dowlas sann eine Weile und antwortete ausweichend : Die kümmert mich nicht. Sie ist überhaupt eine sehr gesährliche Person ; ich fürchte sogar, sie steht der gehcimnißvollen Briesangelegenheit nicht fern. Ich verstehe, ich verstehe, erwiderte Alllot tückisch grinsend. I. Caplter ?er Avschked von der Aar. Die Sonne war dem Wahsatchgebirge entstiegen. In Milliarden von Thautropfen spiegelte sie ihr verschlafenes rothliches Antlitz. 'Weithin dehnten sich noch die Schatten von Brandvold's Farm aus, um allmählich, wie die Horner einer Schnecke, eingezogen zu werden. Die Planken, welche für gewöhnlich den Hof geschlossen hielten, waren aus ihren Haften entfernt worden, umie Pferde hineinzulassen, die jetzt gesattelt vor dem Hause standen. Zwei trugen Damensättel, wogegen die beiden andern mit kleinen Reisekossern, gefüllten Säcken und einer Anzahl Decken beladen waren. Karen und Helga kamen ebenfalls in Rcisckleidern ans dem Hause. Noch war Helga im UnLaren über das Ziel und Zweck dieser schnellen Abreise gelassen. Endlich raffte sich Karen zu einem Entschlusse auf. Was würdest du sagen, Helga, wenn wir, anstatt nach der Salzscestadt zu reiten, wohin du berufen worden, uns östlich wendeten? Der alte Jerim und seine Gefährten wären gewiß gern bereit, uns an den Missouri zu begleiten. Die Idee ist reizend sie stockte und sah befremdet in Karen's Augen. In ihrem Geiste schien es zu tagen, schienen die seitsamen Umstände, unter welchen Karen die Vorbereitungen zur Reise getroffen hatte, plötzlich eine andere Bedeutung zu gewinnen. Es ist dein Ernst, sprach sie nach
kurzem Sinnen, und wie tief ihre Erregung, das bekundete der jähe Wechsel ihrer Farbe, der Ausdruck eines dumpfen Verständnisses, welcher aus ihren Augen schüchtern hervorlugte. Es ist dein Ernst,
wiederholte sie dringender, wir sind zur . : r . t. v:. cm.ri. ri.i i neic vurui vic ouue gemjiei ja, jcgl ist's mir klar ; es haben Ereignisse stattgefunden ich soll meinen Vater nicht wiedersehen Du sollst ihn wiedersehen, siel Karen ein, uno ihr Athem verkürzte sich angesichts der nunmehr dicht vor ihr liegenden Entscheidung, du magst ihn heute noch wiedersehen, wenn du es wünschest ; Groß-Elk soll dich zu ihm führen, während ich von hier aus mich dahin wende, wohin es mich mit tausend heiligen Banden zieht. Helga sprang empor. Zum ersten Mal in ihrem Leben wich der Ausdruck holder Kindlichkeit von ihrem lieblichen Antlitz, und flüchtig prägte sich statt dessen um ihre Lippen jener eigenthümliche Zua von ! Entschlossenheit aus, welcher Karen in so ! hohem Grade eigen war. Ohne mich wolltest du fort ? rief sie klagend aus. Tante Karen, wie du mich erschreckst So ziehe mit, theures Kind; ich rechnete sogar auf deine Begleitung, wünschte aber, die Entscheidung in deine Hand zu legen. Dem Vater Lebewohl sagen ? erwiderte Helga sichtbar verwirrt und vergeblich nach einer Lösung des räthselhasten Vorschlages suchend. Um von ihm mit Gewalt zurückgehtten zu werden ? Tante Karen ! Was heißt dies Alles ? Du sprichst heute so ganz anders, als in früheren Tagen, da du mich lehrtest, meinen Vater zu lieben und zu ehren ! Bevor Karen eine Antwort gesunden hatte, stürmte ein junger Indianer auf den Hof. Jemand kommend ! rief er aus. Je- . mand zuPferde ein Mann, ein Pferd! Karen erbleichte todtllch und sank wie erschöpft zurück. Zu spät, zu spät, flüsterte sie entsetzt; als wären ihre Augen der Sehkraft beraubt gewesen, starrte sie Helga nach, die flüchtigen Schrittes nach der Einsriedigung hinübereilte und die Treppe erstieg. Und sie gewahrte von ihrem erhöhten Standpunkte aus in der That einen Reiter, welcher sich der Farm bereits bis aus einige Hundert Schritte genähert hatte, und durchaus keine Eile zu haben schien, sein Ziel zu erreichen. Nur der Andrew ist's, rief sie nach der Bank zurück, endlich läßt er sich wieder blicken. Was ihn wohl herführt? Und einer natürlichen Regung der Neugierde nachgebend, stieg sie uf der anderen Seite der Treppe bis auf die vorletzte Stufe hinunter, wo sie den nunmehr schnell Nahenden erwartete. Karen saß noch immer auf der Bank. Sie wußte nicht, sollte sie Andrew's Besuch als einen glücklichen Zufall preisen, oder als einen Wink des Geschicks, in der Ausführung ' ihres kühnen Planes nicht weiter zu gehen, beklagen. Es fehlte ihr die Kraft, sich zu erheben und Helga zu zugesellen. Nicht einmal einen Gruß vermochte sie hinüberzurufen, als Andrew neben der Treppe vom Pferde stieg und Helga nach alter Weise die Hand reichte. Aber ihre Augen schienen sich zu vergrößern, indem sie das, was die Stimmen ihr nicht zutrugen, aus Mienen und Gebcrden herauszulesen trachtete. Andrew, ist das alles wahr? tönte endlich Helga's Stimme laut zu ihr herüber. So wahr wie das Sonnenlicht, Helga, Gott soll mir helfen ! antwortete Andrew, indem er fein Haupt entblößte und die rechte Hand zum Schwur erhob. Da ricüete Helga sich selbstbewußt empor. Ich glaube dir, Andrew, sprach sie, des jungen Mannes Hand drückend,' und langsam begab sie sich über die Treppe in den Hof hinein. Ihr Blick siel auf Karen. Was jich auf deren Antlitz ausprägte, verstand sie, begriff das Entsetzliche der Lage, in welcher dieselbe sich so lange ihr gegenüber befunden hatte. Tante' Karen, sprach sie, sobald sie 'or derB ank eingetroffen war, und aus ihrem lieblichen, jetzt heftig gerötheten Antlitz zuckte es, als hätte sie in lautes Weinen ausbrechen wollen, Tante Karen, jetzt erst sehe ich ein, wie du mir die Mutter ersetzt hast. Zu dir gehöre ich, zu dir stehe ich, so lange ich lebe ! Wo du bleibst, bleibe auch ich ! Wohin du gchen magst, ich folge dir ! Dann breitete sie ihre Arme weit aus, und Karen umschlingend, weinte sie an deren Herzen bitterlich. Fort jetzt, Tante Koren, wandte Helga sich gleichsam fieberhaft an diese, sort aus diesem Thale, bevor es zu spät ist! Nur fort, fort ! Bald darauf befanden sie sich zwischcn zwei in das Thal hineinragenden Bergabhängen; und als sie die Stelle erreichten, auf welcher dieselben eine enge Schlugt bildend beinahe zusarnmenstießen, Gcröllanhäufungen und Steintrümmer sie vielfach in ihrem Vordringen hinderten, trat ihnen plötzlich Jerim entgegen. Gott sei Dank, die junge Lady ist mitgekommen, sprach er nach der ersten Begrüßung, an Karen's Seite Helga voraus den Weg in die Schlucht hinein sortsetzend, ich hatte schon mein Bedenken, ob's gelingen würde. Es ist gelungen, antwortete Karen erleichterten Herzens, bis hieher flüchteten wir ungefährdet. Karen's Blicke fielen aus Helga, die neben ihr auf einer Decke schlummerte. Bange mochte sie fragen, wie oft in nächster Zeit es ihr vergönnt sein werde, sich ungestört der Ruhe hinzugeben. ' Das Geräusch flüchtiger schritte lenkte ihre Aufmerksamkeit nach dem nahen Au-gan-ge des Thales hinüber. Sie erkannte den jungen Halbindiäner. Seine Bewe gungen waren eilfertiger, als es sonst Sitte unter den Eingeborenen, wenn nicht dringende Umstände sie treiben. Jerim und Martin hatten sich erhoben und sahen gespannt - seinem Eintreffen entgegen. Ernst lauschten sie daraus seinem mit fast klangloser Stimme ertheilten Bericht. Nachdem er geendigt, folgte eine kurze Berathung, dann eilten Kit, ein junger Sioux, und Jerim in die Schlucht zurück, wogegen Martin, Groß-Elk und die beiden andern Sioux alle Gepäckstücke zur
I schleunigen Verladung zu ordnen began-
nen. Im Vorbeigehen trat Jerim vor Karen hin. Ich hatte gehofft, bis gegen Abend hier verweilen zu können, um bei dem hellen Mondschein die kühleren Nachtstunden zur Reise zu benutzen So ist Gefahr im Anzüge? fragte Karen ängstlich. Ich will mich überzeugen, antwortete Jerim, des Kit Augen nehmen es fteilich mit denen eines Geiers auf ; behauptet der etwas, so mag eine ehrliche Christenseele immerhin das Abendmahl drauf nehmen. Was könnte es sein, das uns schon jetzt bedroht ? forschte Karen leise weiter. Möchte Sie nicht überdrüssig beunru higen, erwiderte Jerim, will zuvor mit meinen eigenen Augen sehen. Nur so viel : draußen im Thale ist nicht alles wie es sein sollte. Das Kind lassen Sie vorläusig ungestört schlafen, Sie aber raffen Ihren ganzen Muth zusammen; gebrauchen Sie ihn nicht, ist's um so besser, und sich abkehrend, folgte er den voraufgegangenen Gefährten, Karen in einem schwer zu schildernden Zustande tiefer Besorgniß zurücklassend. Als Jerim später in dem Lager eintraf, herrschte daselbst reges Leben. Die Sachen waren bereits zum Verpacken hergerichtet worden, die Thiere standen ausgezäumt und gesattelt da, so daß er nur das Zeichen zum Verladen zu geben brauchte. Helga war längst erwacht. Wie Karen, so beobachtete sie mit heimlicher Besorgn'.ß die Vorkehrungen, welche auf die dringliche Nothwendigkeit eines beschleunigten Aufbruches hindeuteten, mochte andererseits der Gleichmuth der Männer ihnen immerhin eine gewisse Beruhigung gewähren. Erst in der letzten Minute, als Groß-Elk ihnen die gesattelten Pserde zuführte, trat Jerim noch einmal zu ihnen. Es ist, wie ich dachte, erklärte er anscheinend sorglos auf Karen's in ihren Augen sich offenbarende Frage, eine gute Anzahl Mormonen besindet sich aus unse rer Spur, und beeilen wir uns nicht, so begrüßen sie uns hier in dem Thalwinkel, bevor wir uns dessen versehen. Der Zug war schnell geordnet. Martin übernahm die Führung. Die Büchse auf der linken Schulter, den langen Re-serve-Ladestock, der beim Feuer zugleich zurRast diente, in der rechtenHand, betrat er das Bett des hier nur noch spärlich aus einer engen Schlucht ihm entgegenrieselnden Baches. Ihm auf dem Fuße folgten telga und Karen. Hinter diesen schritt roß-Elk einhrr, sein geladenes Pferd am Zügel führend, welchem die andernThiere, mittels der Lassos vereinigt, in langer Reihe folgten, von den beiden Sioux überwacht. Jerim beschloß den Zug. 10. Capitel. ?ic Aanllen. Kit und der junge Sioux hatten um diese Zeit den Geröllhügel verlassen. Zwischen den Felstrümmern schlichen sie umher, die langst von der Sommergluth aetödteten und gedörrten langhalmigen Grasbüschel dicht oberhalb der Wurzel abschneidend und in armdicke Fackeln zusammenschnürend. Nachdem jeder deren etwa ein Dutzend angefertigt hatte, kehrten sie ihre Aufmerksamkeit den Versolgern wieder zu. Die Staubwolke auf der Landstraße bog eben in den, nach der Farm abbiegenden Weg ein, infolge dessen sie zwei Reiter zu unterscheiden vermochten. Die anderen Reiter, deren Zahl noch immer zweifelhaft, befanden sich in der Entfernung einer guten halben Stunde gerade vor einer tiefen Einbuchtung der Artimisia - Ebene in das Gebirge. Kit und sein brauner Genosse wechselten einige Worte des Einverständnisses, dann beluden sie sich mit ihren Fackeln, worauf sie dem Bach fo weit stromabwärts folgten, bis sie die volle Wirkung der durch das Thal fegenden Brise empfanden. Dort setzten sie eine Fackel in Brand und nachdem sie dieselbe auf einer Stelle niedergelegt hatten, auf welcher die Flammen ausreichende Nahrung fanden, zündeten sie neue Fackeln, mit welchen sie sich von einander trennten. Abwärts eilte Kit. während der Sioux dem Gebirge zuschritt, beide von dreißig zu dreißig Schritten immer neue Brände erzeugend, und als sie endlich in der Nähe des Geröllhügels wieder zusammentrafen, da hatten sie die Genugthuung, thalwärts einige zwanzig Rauchsäulen emporsteigen zu sehen, welche mit wachsender Schnelligkeit von dem Winde am Fuße des Gebirges hin nördlich und westlich getrieben wurden. Die auf der Landstraße eingetroffenen Reiter hatten ihre Pferde augenscheinlich in Galopp gesetzt, denn größer wurde die Staubwolke und mit erhöhter Schnelligkeit näherte sich dieselbe der Farm. Endlich stiegen sie ab, worauf jeder sein Thier hin- und herführte, als ob er etwas Das ist Jerim's Werk, eiferte Billot zähneknirschend, indem er gemeinschaftlich mit den Genossen nach dürren Grashalmen suchte, um eine Stätte zu ihrer Aufnähme leer zu brennen und sich so eine rettende Insel in dem sie bedrohenden Feuermcere zu schaffen. Ein höhnisches Lachen, in welchem sich wilde Todesverachtung offenbarte, stieß er aus, indem er sich den trotzig dreinschauenden Genossen zukehrte. 5)erum mit den Pserden zwischen die beiden Feuer ! Pünktlich wurden Billot's Befehle ausgeführt. Der Selbsterhaltungstrieb war bei allen erwacht. Ein Theil der Mannschaft überwachte die Pferde, die schauchernd und mit emporgerichteten Schweifen sich den kräftigen Armen mit Gewalt zu entziehen trachteten und nur die ein;ige Rettung kannten, der Schnelligkeit ihrer Huse zu vertrauen, eine Flucht, die gleichbedeutend mit ihrem Verderben geWesen wäre. Endlich mäßigte sich die H'e. Vorbei zog der glühende Odem, vorbei brauste der wilde Flammenstrom. Statt gegen ätzenden schwarzen Rauch hatte man nur noch gegen weißlichen Dampf und staubende Aschentheile zu kämpfen; aber einer längeren Rast bedürfte es, bevor an die Fortsetzung der Reise gedacht werden konnte. Wenn Kit meinte, durch das Feuer Zeit zu einem größeren Vorsprung zu gewinnen, so hatte er sich nicht in seinen ErWartungen getäuscht. Denn über eine Stunde dauerte es, bevor die Pferde wie-
der im Stande waren, ihre Reiter zu tra gen. Auch dann noch bewegten sie sich einher, als wären sle an allen Gliedern gelähmt gewesen. Und so neigte sich die Sonne bereits dem Untergange zu, als Billot und seine Dniten die Stelle erreichten, auf welcher Kit und der Sioux den Brand angelegt hatten. Dort wurden sie von Brandvold erwartet. Derselbe hatte sich, durch Dowlas' Mittheilungen beunruhigt, in aller Frühe auf den Weg nach der Farm begeben. Seine Befürchtungen gewannen neue Nahrung, als er dem heimkehrenden Andrew begegnete und von ihm erfuhr, daß er Karen und Helga reisefertig verlaffen habe und sie ihm wohl bald folgen würden. Auf seinen Wunsch schloß Andrew sich ihm an. Beim Anblick dcr Daniten und ihrer versengten Pferde, beschlichen ihn die schwärzesten Ahnungen. - Sie sind fort! rief er Billot zu, der seinen Genoffen eine Strecke vorausritt. Das waren die einzigen Worte, welche er in seiner tiesen Erregung hervorzubringen vermochte. Als man in dem Thalwinkel, welchen die Flüchtlinge am Nachmittag verlassen hatten, sich für die Nacht einrichtete, zogen bereits abendliche Schatten durch die Schluchten. Das letzte Licht benutzte man daher, die Richtung auszukundschaften, in welcher man folgenden Tages die Verfolgung fortzusetzen haben würde. Die Husfpuren in dem Bache bildeten den Wegweiser. Nach einer kurzen Strecke hörten dieselben auf, wiederholten sich aber kaum erkennbar auf einem nach der Höhe hinaufführenden Pfade, der höch stens für Bergschaafe breit genug zu sein schien. 11. tzapitek. Snyrer. Vier Tage waren verstrichen, seitdem Karen und Helga sich der Gewalt Brandvold's entzogen hatten, vier Tage einer beschwerlichen Reise auf fast unzugängli chen Gebirgspfaden und burch wilb zerrissene Schluchten. Erschöpft nach einem beschwerlichen Tagesmarsch burch ben wildesten Theil des Wahsatschgebirges hatten die Flüchtlinge vor der Mündung einer von schroffen Wänden begrenzten engen Schlucht, aus welcher ihnen ein Bach entgegenrieselte, ihr Lager ausgeschlagen. Wir befinden uns hier am Ogden Bach, erklärte Jerim, zu Karen gewandt, die seinen Worten aufmerksam lauschte. Könnten wir diesem Bach aufwärts folgen, so würden wir bald g?nug in Fort Bridget und damit in Sicherheit sein. Die Gefahr, eingeholt zu werden, ist
immer noch nicht geschwunden ? fragte Karen gedampft. Mit dem Einholen hat's weniger zu be deuten als mit einem warmen Empfang auf irgend einer Stelle, die nicht viele fSf f . Ausaanae var, antwortete Jerlkn: ern Glück, daß der Kit sie belauschte, wir wären sonst an diesem Bache hinausgezogen und ihnen gerade in die Arme gdssiifen. Mit dem Hereinbrechen der Dunkelheit löschte man das Feuer gänzlich. Nur du Kohlenreste, deren Leuchtkraft nicht über die nächste Umgebung hinausreichte, erhielt man im Glimmen. Nur Martin und der dritte Sioux, welche die erste Wache übernahmen, waren noch munter. Es war um Mitternacht, als die tiefe Stille plötzlich durch das mißtrauische Grunzen eines der als Schildwachen vorgeschobenen Maulthiere unterbrochen wurde. Ihm antwortete das andere, welches sich gelagert hatte, jetzt aber emporsprang. Einige Minuten später führten Martin und sein Gefährte beide wie der in die Reihe der anderen Tmere zurück. Der Sioux blieb in deren Nähe, wogegen Martin nach dem Lager schlich. Behütsam am Back)e hinunterschleichend, traf er nach wenigen Schritten mit Jerim zusammen. Wo sind die andern? fragte Martin flüsternd. Groß-Elk ist in die Schlucht hinein, antwortete Jerim eben so vorsichtig, Kit und die Sioux sind an den Thalrändern herumgegangen. Sie kundschaften aus, von woher die Schurken kommen, und wie viele es ihrer sind. Vor Tagesanbruch wagen sie sich nicht heran, versetzte Martin, und bis dahin können wir fort sein. In diesem Augenölick stießen wieder mehrere Maulthiere den eigenthümlichen grunzenden Ton aus. Der Wind steht hieher, bemerkte Martin, sie können also noch weit sein.- Weiße sind's, gleichviel ob Mormonen oder sonst Jemand; wären's Eingeborene, so geberdeten die Thiere sich anders. Verdammt, das meinige wittert eine Rothhaut auf eine halbe Meile. Auf alle Fälle müsse wir Augen und Ohren bazu gebrauchen, wozu sie uns in ben Kopf geschraubt wurden, versetzte Jerim, nnd er hatte kaum geendigt, als Kit vor ihnen aus dem Schatte?! des Bachusers emportauchte. Bei Gott, Bursche, redete Jerim ihn sofort an, es sollte mich nicht überraschen, müßten wir noch in dieser Stunde fort. Noch in dieser Stunde, antwortete der Halbindianer zuversichtlich. Sie werden nicht so einfältig sein, mit dem Angriff vor Tagesanbruch zu begin nen, erklärte Martin, thun sie's dennoch, gebe ich kein Stückchen Kautabak für das Leben unserer Ladies. Verdammt, nur baran zu benken, ein paar Pfunb Blei über sie hinzuwechseln mit so viel Licht, daß man ein Maulthier nicht von einem Wegweiser unterscheiden kann! Einen haben wir, versetzte Kit, ich denke, es ist ein Kundschafter. Wo fingt ihr ihn ? forschte Jerim lebhast. Er lief uns in die Arme. Einen Versuch, sich zu verbergen, machte er nicht. Aufrecht ging er mit der Büchse auf der Schulter, wie ein ehrlicher Mann am hellen Tage. Habt ihr ihn gefesselt ? Zw. ei Sioux bewachen ihn. Entfliehen kann er nicht. Wo blieben sie ? . (Fortsetzung folgt.) Flegelei. Jch habe Euch schon oft gesagt: Ihr sollt keine Kirschkerne in die Schulstube werfen ! Das ist ja eine Flegelei, venn der Lehrer auf Kirschkerne tritt
TitaniömuS. Ach, wie trübe, ach, wie traurig Liegt es rings auf allen Wegen! Alles öde! Selbst die Liebe. Sie versumpft bei solchem Regen. Brüllend schwingt die nasse Geißel Sturm und Wind aus West und Norden. Und der Hoffnuvg Morgenwolken Sind zu Straßenkoth geworden. Ach, Kathinka, theures Wesen, Länger kann ich's nicht ertragen. Dieses gottverworf'ne Wühlen, Dieses Nörgeln, dieses Nagen ! Dunstumfloss'ne Nachtgedanken, Bleich, in Armensünderblousen, Hüpfen grinsend aus den Neben Und zerstrampfen mir den Bufen. Wie ein Ahnen künst'ger Schmerzen Zuckt mir's schlängelud durch die Adern Und der Schädel brennt moralisch Mir von hunderttausend Katern. Gern mit ungeheurem Fluche Möcht' ich mich der Qual entledigen. Irgend welchen ruhigen Bürger Thatinjurienhast beschädigen. Wehe, wehe ! Hingestorben Ist die Zeit ber freien Hiebe.... Paragraphen, blutbeträufelt. Zähmen schroff bie trunknen Triebe. Nnr im Liebe barf ich klagen. Wie titanisch ich empsinde : Unb so zück' ich benn bie Feder, Und in Strömen fließt die Tinte! (Schalk.) Am Nabenfkein. Was raffelt so hohl dort am Rabenstein. Wo einst der Galgen gestanden ? Ist's modernder Sünder morsches Gedein. Dort baumelnd in Ketten und Banden? Sind's lebige Glieder, von Henkerssaust Mit gräßlichem Rad einst gebrochen ? Sind's, schwankend im Winde, der heulend braust. Am spukenden Galgen die Knochen ? Es klappert so hohl, es klappert so dürr : Zersprengten des Tartarus Pforten Die Sünder, und klappern im Windesgeschwirr Auf's neue ihr Sterbelied dorten ? Ach nein es sieden und brennen noch fort Die Sünder im höllischen Vfercbe.
Die nächtlichen Klapprer am spukigen Ort Sind christlich-oermanische Störche. (Schalk.) DerDichterFriedrlch von Log au verlor schon früh die beiden Eltern. In Folge besten nahm ihn der Herzog von Liegnitz und Brieg, Johann Christian, an seinen Hof, wo er dasAmt eines Pagen der Herzogin Dorothea Sibylla versah. Die letztere hatte den aufgeweckten Knaben, dem schon in sei nem zehnten Jahre die Musen sich auffallend hold zeigten, gern. Kein Wun der also, wenn der kleine Bursche es sich herausnahm, seine hohe Gönnerin unablässig mit dem Anliegen zu quälen, ihm ein Schwert zu kaufen, weil er um nichts schlechter sein wollte, als die Hosjunker. Zu seiner großen Freube wurde ihm benn auch, als er am Dorotheentage der Herzogin mit einer französischen Gratulation, die diese wohl gelungen fand, aufwartete, sein Wunsch ersüllt. Jetzt nun dünkte fick unser Knabe tin Ritter zu sein ; und da er in alten Historienbücheru gelesen hatte, daß die Ritter in der Minnenzeit schönen Frauen Verse gewidmet hatte, so kam er in der Unschuld seines Herzens aus den Ein fall, der Herzogin auch eine Dichtung zu widmen. Das Muster dazu nahm er aus den von ibm aelesenen Minnelie. dem. Man kann sich daher denken, wie vleseibe auSstel. Die Kühnheit bekam ihm indeß natürlich schlecht genug. DaS Schwert wurde ibm abaenommen. an deffen Stelle ihm eine geputzte Ruthe eingehändigt, und eine ernste, cindringlich? Strafrede ob feiner Narrheit blieb gleichfalls nicht aus. Dock waren der Herzog wie bie Herzogin so nachsichtig, ihm am Weibnacktsabenb beiielben JahreS das Schwert wieder einzuhändi gen. Damit war die Sache vergessen; denn der junae Vaae war ia niiA unn seiner Narrheit gründlich kurirt. Wie wobl später der reifere Mann und Dich ter, der wie Einer es meisterhast -ver-stand, die satirische Geißel über die Tyordetten der Welt zu sckvlnaen. über diesen Vorfall gedacht haben mag ! ? Schwurgerichts . Verhand lung. Behufs Identität eines Raubmörders sind verschiedene Zeugen vorgeladen. Richter (zu einer als Zeuain voraeladenen alten Frau) : W er groß Y Alte : Milcht sehr groß, so ziemlich in Ihrer Größe.' Richter : War sein Ausseben gut ?" Alte : .Nit a'rad be. sonders, so wie Sie ung'fähr Rich-
ter: $at er nicht geschielt?" Alte: A wenig schon, aber nit so stark wie Euer Gnad'n." NeueRechnungsweise. Wie lange bist Du mit Deiner Frau oerheirathet V 64 Jahre." .Wie ? 64 Jahre ? Das ist ja gar nicht möglich; wie alt bist Du denn? 57 Jahre." Und willst 64 Jahre verheirathet sein, alter Spaßvogel ?". 0 ja, Kriegsjahre zählen doppelt!" Meldung eines Unterosfiziers der Thorwache. Der Unterzeichnete meldet gehorsamst, baß heute Nacht vor bem Zeller-Thore eine Pallisabe aus Faulheit umfiel." Frage. Wird zugleich mit Gortschakoff auch Europa in ben Ruhestanb versetzt wer ben ? U. A. w. g. Alle Friebliebenben.
