Indiana Tribüne, Volume 4, Number 239, Indianapolis, Marion County, 11 May 1882 — Page 2

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Sndicnm Triöune. FSgriche- und Sonn!agsansgaöe.

Ofsics: LSS.DclawarcTtr Enteretl as ßeeon(l-cIas3 matter at the fostoßlee at Indianapolis, lndiana.J AbonnementLPreise : Tägliche ZluZgaie 12 CtS. per Woche. SonntagsauSgabe 6 CtS. perNumme?. Veide zusammen 15 Ctk. per Woche. Das Tagblatt scheint jeden Nachmit. tüg UM 2 Uhr. Dle Conckagöauigab, erscheint deS Morgens. Tribnne Publishing Company. JndiLnapcliZ, Ind., II. Mai 1682. iEU MsrmaeL?NsslonÄ?: Aus der Conferen;' welche Zcdeö tc!6e Jahr in Salt Lake City behalten wird, ''werden die Mormonen-Missionäre er nannt, und daher erklärt es sich, daß viele Mormonen und Mormoninnen diesen Conferenzen mit großer Besorgnis und Angst entgegensehen, denn es ist eine schwere Pflichtaufgabe für sie, Angehö rige und Heimath zu verlassen und aus mehrere Jahre in die Fremde zu ziehen, um sich Verfolgungen und Belästigun gen aller Art nuLzusetzen, Ein Jeder, der auf diesen Consercnzen zum Mission när für das Ausland ernannt wird, muß sich der Ernennung stillschw 'iend fügen; er darf keinen Protest gcgc. icsclve ein legen, sondern hat nichts Anderes zu thun, als sein Bündel zu schnüren, und die Reife sofort anzutreten. Sklbstver standlich werden die Missionäre in der Rege! nur aus den tüchtigsten Leuten er wählt, denn gerade die mormonischePro sclytenmacherei, mag sie sich auch na i! jr e i-ri- cn --rr. . mcnnicg aus oic uniciicn Diisuanen erstrecken,' verlangt eine große Gewandt heit und Schlauheit. Ader hinsichtlich der Ernennung der Missionäre spielen auch Licbesangelegenheiten nicht selten eine große Rolle. Steht zum Beispiel ein jüngerer Mann den Liedeswerbungen eines Bischofs . oder eines anderen mor monischcn Würdenträgers im Wege, so wird für dielen die'Aabn dadurch frei gemacht, daß der Andere auf die Vcran lassung seines einflußreichen Rivalen als Missionär in'3 Ausland gesandt wird, um sür die Kirche" Proselyten zu ma chen, welche iym fein xxtvpts ut immer raubt oder doch . lange Zeit von ihm trennt. So war auch auf der lehten halbjährlichen Eonferenz, welche zu Salt Loke City stattfand, zum Missionar sür Eng ''land ein junger Mann ernannt worden, welcher erst seit einem Jahr verheirathet und vor einigen Monaten von seiner Frau mit einem Kinde beschenkt worden war. Als er die Ernennung erhalten .hatte, nahm er sich, gegen alles Herkom ! men und alle Regeln, die Freiheit, auf feine Familienverhältnisie hinweisend, gegen die Ernennung zu Protestiren. Die einzige Antwort, die man ihm gab, lautete dahin, daß es noch viele andere Frauen gebe, und daß er nichts Besseres lthun könne, als eine zweite Frau neh--wen, welche seiner ersten während seiner Abwesenheit Gesellschaft leisten könne. rv . i ß 9 ; mu oiqcm:üqcaeioc leyrie er naaaujc zurück und setzte seine Frau von der ih nen bevorstehenden Trennung in Kennt niß. Die junge Gattin wurde von die ser Nachricht aus das Tiefste getrossen; dieselbe war sür sie ein Stich in's Herz, und seitdem ihr Gatte vor Kurzem seine ) susfinSnl Ct f V .viiji wuvit uvtt VUi, iuy un Unglückliche in einem der Verzweiflung ähnlichen Zustande. . Das ist das Elend, welches der Mor ä. w" P (W m ' rf . Monismus uver eme Anyangcr vringl. Wahrend man in dem vorliegendenFalle '. rrk Vpi liwfrt ((Htn X3 aRI SlWifleiden fühlen muß, verhält sich dieSache, soweit sie den Missionär selber betrisst, doch anders. Es ist seine eigeneSchuld, ) daß er sich und seine . junge Familie in eine solche traurige Lage gebracht hat. Denn daß der Mormonismus für ihn, der zu den einsichtsvolleren Anhängern desselben gehört, Ueberzeugnngssache sei, läßt sich doch kaum.annehmen. Und ge rade der Umstand daß er das Lebens .a.lück.der.Seinigen,und fein eigenes in .einer solchenWelsedcm plumpcstenhum -bug unterordnet," muß aus den jungen Mlisilinär in lebr icklkcktes 9M werUft . . mJ l. &i lUiltlLII tllllllll 11 I n llLllltlL r , w- - w www y w m " sen. Der Nkgenfall. Das Census.Bulletin No. 171, ver -saßt von Henry Gannett, zeigt recht au genfällig,. wie .sehr die Dichtigkeit der Bevölkerung von der Regenmenge ab hängt. Da wo der jährliche Negensall weniger als 10 Zoll beträgt, lebten im Eensusjahre uur 151,304 Seelen, was 0 0 Seelen auf die englische Quadrat meile ausmacht, oder eine Zunahme von 0.3 seit 1870, und was 0.31 Prozent der ganzen Bevölkerung der Vcr. Staaten ausmacht. Bei 10 Zoll Regen im Jahre konnten 319,43S Seelen, ider 0.62 Pr. der Bevölkerung leben ; bei 1520 Zoll schon 537,323 Men chcn, oder 1.07 Pr.; , bei 2025 Zoll schon 829.310 Menfchen, oder 1.05 Pro.;.; bei 2530 Zoll ? schon 1.179.130 Seelen, oder 2 35 Pr.; bei 3035 Zoll schon 4.993.330 See len, oder 9.9 Pr.; bei 3540 Zoll so aar 10,057.170 Seelen oder 20.05 Pr.; bei 40-45 Zoll 11,357.292 Seelen, oder 22.05 Pr.; bei 45-50 Zoll 12, 754.479 Seelen oder 25.43 Prozent. Von da aber beginnt das Zuviel. Bei 5055 Zoll Regen können nur 4.311. 502 Seelen, oder 8.00 Pr. der Bevölke .rung leben; . bei 55 60 Zoll vollends " blos 2.813,866 oder 5.61 Proz., und bei 60 Zoll und darüber nur 855,680 See len oder 1.70 Prozent.

NuS ein ntifemit. Die Fanatiker, welche in Wien die in Berlin so schändlich betrie bene Judenhetze wiederholen, wollen, kommen dort schlecht an. Eine interessante Episode ereignete sich bei ei ner Commissionö-Tagsatzung beim Bagatellgericht in Handelssachen im Wiener Justizpalaste. Ein ConfectionSgeschüst, welches einen Psaidler wegen einer For derung klagte, hatte als Vertreter seinen Buchhalter zum Gericht geschickt. Als die beiden Parteien vor den Richter kamen, gab der Pfaidler ganz ruhig die merkwürdige Erklärung ab, offenbar um den Proceß zu verzögern : Mit so einem Judenbuben' verhandle -ich nicht." -In tiefster Entrüstung erhob sich hieraus der Richter, Adjunct Hye, und donnerte die

em Anll emlten oic Worte ZU : Mem Herr, wenn Sie es noch einmal wagen, die gegnerische Partei in solcher Weise zu beleidigen, werde ich wissen.was meine Pflicht ist. Als intelligenter Mann soll ten Sle sich schämen, eme solche Aeude rung zu thun, denn vor dem Gesetze sind alle'Eonsesiionen. gleich.- : Das Publikum, welches, wie bei CommissionsTag satzungen Üblich, sehr zahlreich anwesend war, zollte diesen Worten i de3 Richters , w . ni r rt ' j ledyailen eiiau. t , : ' Der Schurke Hswgate. In der WashinatonerLuft liegt etwaS Demoralisirendes, und daher erklärt es sich denn auch', daß sich die 'öffentliche Meinung daselbst Gunsten eines Mannes wie Capt. Howgate künd thun kann. Es erinnert dieses an Die Sen timentalität," welche ' ein nicht geringer Theil des Publikums grobenVerdrechern gegenüber an den Tag legt,- wie es zum Beispiel im Falle Jesse JameS', Gui teau'sChastine Cox' und änderer .be rühmtet Verbrecher geschah. Man wird sich auch Ma,or Hodge's - erinnern, des Zahlmeisters, welcher Negierungsgelder im Betrage .von emer. halben Million stahl, vor em Kriegsgericht gestellt - und aus Fort Mchenry in einem bequem eingerichteten Bibliothekzimmer gefangen gehalten 'wurde. ' Er wurde'auf Für spräche hochgestellter" guter Freunde-be-kanntlich sehr bald begnadigt und kehrte nach der Vundish'aüptpadt zurück,?! um daselbst dieselbe Rolle ' zu " spielen ' wie r tV mt 4 1 fruyer, eye er.als ervreqer vciannl wurde.-.'".. 1 '-;t;.:,::-h. Der Howgate'sche Fall ist, soweit die Sympathie des Publikums in Betracht kommt noch ausfälliger: oder 'anstößiger. Es ist nicht' 'lm'Gerinasten' daran ü zweifeln daß Howate,wäre er inWash' ington geblieben . und vroze sirt worden. vor Ablauf zweier Jahre .seines Straf termtns begnadigt sem wurde. - Er stahl nur ein .Drittel des Betrages,' welchen Hod'ge unterschlug, aber er war in ande rer Beziehung ein weit niederträchtigerer tterl. Als er aus der Bundeshaüpt stadt verschwand, hieß eS : Nun, How gatt war von ieher ein schlauerMemch.. Es ist doch schön, daß er auf diese cm v .. . A .' in , . . . Ir vaoou ß'iommcn i rs-. yI" fentlich wird er sich -nicht erwischen lafsen!"u. f. w. -- Diese - Sympathie wi?d - man aller dings erst dann verstehen,, wenn man bedenkt, oab yowgate einen: nicht gertngen Theil des von ihm gestohlenen Gel, des namentlich .solchen Leuten zu Gute kommen liefe, welche die öffentliche Mei nung machen. Er hielt sich eine Jacht und eine Maitresfe, ohne daß er sich da durch dem öffentlichen Tadel ausgesetzt ge ehen hätte.. Sem Verhalten seiner' Familie gegenüber war -besonders ver ächtlich.' - Während er' seine Gaitin beinahe nöthigte, ihren Unterhalt selbst zu verdienen, Überschütteteer seineMaitr'esse Nellie Burrill geradezu mit Geld, j Er richtete für diese eine elegante Wohnung in der dreizehnten Straße em, und j oft konnte man die beiden miteinander pro meniren oder, spazieren fahren sehen. Jetzt bewohnt seine Gattin das Haus geineinsam mit einer, erwachsenen Töch ter, die soeben vonVaffar" zurückgekehrt ist.' Howgate's Gattin macht einen sehr günstigen Eindruck, den einer hSuö lichen. mütterlichen und wirklich gebildet ten Dame. Außerdem ist sie viel hub' scher, a!S die Maitresse ihres Gatten, an welchem sie sowohl, wie ihre Tochter,! mit großer Treue hingen, selbst . dann noch, als sein Verbrechen längst enthüllt wär, und als er im Gesängniß tagtäglich'von Nellie Burril besucht wurde.. . Diese brachte ihm die schönsten Blumenkörbe, welche er, ihres Inhaltes beraubt, - mit auffallender Fürsorglichkeit seiner Gat tin bringen ließ. Andere Frauen wür den es nicht ertragen haben, in dieser Weise die Liebe ihreö Gatten mit einer Anderen zu theilen, aber Frau Howgate scheint von Ansang an sich darein gesun den zu haben. Nellie Burrill, von ieher seine Vertraute, war ihm zu seinerFlucht behülflich und weiß auch jetzt sehr wohl. wo er sich aufhält. ; , Waldbrände. . Die Zerstörungen kleinerer Holzbe stände, die auch in diesem' Frühjahre so zahlreich auS dem Osten, und namentlich von Long Island gemeldet werden, find ledialick die ffolae der Nacklälsia keit, deren die amerikanischen Farmer. in vi.r... ' r. i r. ju t x..rt! L. 1jl.lt ot uiii iHiii iyaiuiy uuiujcn. .i Deutlckland kommen Waldbrände' leb selten vor und .'dies lat lediglich darin i . .r. . P V T m ' " i i , leinen Vruno, oav ver Bauer, oer. auq nur einen ganz klcinen Holzbkstaod eig net. diesen in Ordnuna bältuma'ebro ebene Stämme abkäbrt. den UntcrwuckS und Gebülck auLbolU. Laub und, Streu entweder entfernt, für ' die Slälle oder ven. ompollyaufeu . benutzt, t ooer : Durch sein in denWald aetriebenes Vieb in den Boden trampeln läßt. Hier kafsen die Farmer wachsen va6 wächst und Ziegen was licat und ibr'c Qolzbestände werden hierdurch zu wahrhastigen (Zunderbüch t T if i .v -rjc. n.A.i'.it. jcn. inicqc no cngiicjc xanoipirig die hier sich nlederlaNen. bleiben im An fange der guten heimischen Sitte treu, ff mt m VW . . C

ver?auen aver rafft) ver nvolenz oer

hiesigen Farmer. .'eFrere .

t?:t unsere Landwi?!he mit um so grö ßcrem Rechte, als alle die- Arbeiten, die dem Walde zum Seqen gereichen und dem Verluste von Tausenden vorbeugen, gerade im Winter 'am - zweckmäßigsten vorgenommen werden, der auch hier ausreichende Zeit zu solchen Arbeiten bietet. Daß das angegebene Verfahren gegen Katastrophen im Urwalde, in den noch immer ausgedehnten Holzdeflättden des Westens nicht schützt, ist scldstvcrständ lich aber die am häusigstcn vorkommenden Waldbrände sind diejenigen, wcl chen die räumlich ' beschränkten. Wälder zum Opfer fallen. Diese Verluste sum miren sich durch ihre Häufigkeit cbensalls zu Millionen auf und sie könnten mit leichter Muhe vermieden werdend Tic (xtkrankuugm cx dcr Triözi.li: nosiö. von welchen, wie schon vor cinicr Zeit mUnetheilt wurde, zu Whltehall in der Nähe von Philadelphia eine größere Anzahl l Personen und '.namentlich die deutsche Familie Lutz heimgesucht wurde, scheinen im Allgemeinen doch einen beneren Verlaus.zu nehmen, als man An fangs befürchtete. . . Allerdings sind zwei Angehörige iener Familie an der Trichi nosis gestorben, aber die.Uebrigen schcinen sich aus dem Wege der Genesung zu besindcn, obgleich sie nach dem, Urtheile des Arztes noch nicht aller Gefahr über höben sind. ;,H?nr Lutz, das Haupt der erkrankten Familie, dessen Züfland'Anfangs der bedenklichste war, . erklärte selbst, daß ersich in den letzten Tagen bedeutend wohler sühle.. Der Zustand des jüngsten Sohnes, eines von Natur chwächlichen indes, lädt bis jetzt nichts zu wünschen übrig. vf , . Frau Coady,. deren Gatte an der Tri chlnosis gestorben , ist, befindet sich seit einigen Tagen wieder schlechter, nachdem sich ihr Zustand vorher bedeutend gebes sert 'zu-haben schien. . Der. sie bchandelnde Arzt hegt nur wenig Hoffnung für sie, zumal da eme Untcrleibsentzun dung hinzugetreten' ist, welche, wie der Arzt el klärt, eme Folge der Trichmous ist. Die arme Frau hat für ihre Pflege Niemand'anders,"als ihre zwölfjährige Tochter, und entbehrt namentlich der ge eigneten Krankenkost. .' ' " j ... .Der Leichnam ihreS Gatten wurde einer. sehr gründlichen Untersuchung unterwörsen -Man schnitt.zwanzig Stücke Fleisch . aus ' verschiedenen Theilen des Körpers heraus," und '.während verschie dene derselben von Trichinen wlmmel ten,war kein einzige? ganz frei von den selben,', welche sich zum . größten Theile schon eingekapselt hatten.' Dagegen war dies hinsichtlich'.'der Trichinen welche man 'im. Magen' des , Verstorbenen in grökter Menge fand, nicht der Fall. , j linier den Tungusen. ; Wahrscheinlich IvSre De ' Long 'und seinen.- zehn Gefährten ' noch rechtzeitig Hülse geworden wenn die Eingeborenen den dringenden Bittin sowohl Noro'S und Nindermann'S. als später Melvllle'S ünd Dännenhauer'S,' iese "Männer' in der ' sofortigen Nachforschung "nach De Löng's und i Chipp's' Mannschaften ! zu unterstützen,' nachgekommen wären oder hätten- nachkommen' können. ! Die Ein geborenen haben sich so. benommen,, daß man-- nicht art ihrem guten Willen zwei feln darf, sondern die von ihnen behaüptete Unmöglichkeit der Ausführung m der damaligen.Jahreszeit zugeben muß. Von diesem Standpunkte aus betrachtet haben die nachstehenden Schilderungen doppeltes Interesse, m denen wir Dannenhauer redend einsühren.'' - Den ersten drei Tungusen, mit denen wir, nach, unserer Landung in dem seich ten und schlammigen ,NebenAuLflusfe der. Lena am 17.' Sept. zusammentrafen, machten wir durch Pantomimen begreis lich, daß wir essen und schlafen möchten. Dieselben brachten , uns nach dem Bor gebirge . Borchaya, . wiesen uns hier i einer aeräumiaen und leidlich erhaltmer, Hütte Quartier an, rösteten hier Fische, von denen sie uns die besten Stücke gaben und' den Rest' selbst verzehrten. Dann . begab sich der älteste von ihnen, Earänie' hinweg und ließ seinen jugend lichen ". Sohn .und einen, erkrankten Ge sährten . bei uns "zurück. .-;; j : . Auf Anordnung Melville's'wurde.das Boot zur Weiterreise fertig gemacht, ich forderte den Tungusen auf, uns zu be gleiten, dieser erwiderte aber äugen fcheinlich unwillig , Sock, Sock wa3 wie wir bald lernten, Wein, nein bedeu i et ' ' ' ' ' ' ' :" ,: '- ' ! ... ' Nachdem wir in dem Boote bis gegen Abend ; flußaufwärts . gerudert waren, zwang unS'daS entgegentreibende und sich schnell 'neubildende Eis, sowie die Leichtigkeit US Wassers, das Boot, an daLand zu ziehennd wir fanden nach unendlichen ' Schwierigkeiten - den Weg nach dem letzten Nachtquartiere zurück. Die Matrosen'Bartlett und Wilson,'die recognoscirt : hatten - kamen mit ' einem ältlichen Eingeborenen zurück, .'der uns sehr freundlich begrüßte und Melville, der kaum mehr sich ausrecht erhalten konnte, in den Arm nahm Und nach der Hütte geleitete. Dort fanden wir! noch mehrere Tungusen ;-als diese sahen, daß oir mehrere Möven, die Ncwccmb erlegt hatte, braten, wollten,, warfen sie. diese ins Feuer und -brachten kunö-Rennthler fleisch.? Mövenfleisch ist- allerdings em entsetzliches Nahrungsmittel, aber wie oft Varen.vir, froh, daß wir welches hat ten. Der Alte war Wassili Koolgiyork, eine Art Häuptling der Tungusen, den Eatanie ersucht hatte, unS aufzusuchen. Am nächsten. Morgen, gingen wir: nach unserem Boote, wohin sich die Tungusen in )drei, kleinen Booten ebenfalls bega ben,5 und, lpir; setzte d!e jReisein der Weise "fört,"daß die'Eingebörenen vor ausführen, mit ihren Doppelrudern daS Fahrwasser sondirteu und uns hierdurch vor. Untiefen ?. bewahrten ' Die Nächte verbrachten wir in unseren Schlafsäcken am Lande, und unsere Freunde theilten ihren ' Fischvorrath mit uns Nach süns Tagen erreichten wir ein Dorf in der

NäZe des Flusses ; Massili führte zunäisi Melville und mich n einem Ein-

geborcnkn. Namens Spiridon, der uns Allen Nachtquartiere anwies. Wassili mußte hier zurückbleiben und unter Jüh rung zweier anderen Tungusen setzten wir die Neise fort. Gegen Mittag kamen wir in das Dorf Grcmorialocke, wurden von 12 Männern, Frauen und Kindern sehr herzlich aufgenommen, und hier stieß der erste Russe, der exilirte Z)ahem Kopcllofs zu uns. Derselbe rief uns ein herzliches Bravo" zu, von dem er glaubte, daji c5 im Englischen Will kommet bedeute. Ich hatte ein paar russische Worte gelernt und vonl?opellosf erfuhren wir zu unserem Entsetzen, daß wir, statt uns Bulun zu nähern, unö jetzt löTaf.ercisen von demselben entfernt befanden.. Wassili, unser Freund und Wohlthä ter. hatte den Auftrag erhalten,' uns zu dem Häuptlinge der Tungusen, Nicolai S!:agra zu bringen und versicherte uns außerdem, es würde nicht möglich gewe scn sein, von dem Orte, wo wir mit ihm zusammenträfen, direkt nach Bulun vor zubringen ; der Weg sei unpassirbar, cö gebe an demselben keincHüttcn und keine Nahrung und wir würden sämmtlich um gekommen sein, statt Bulun zu erreichen. Nicolai Shagra that alles, was er sür uns thun konnte, versah uns amMorgen mit sechzig Fischen und wir setzten die Reise so,t. Wieder zwang uns das in größcleu Massen denJluß herabtreibende öis, umzukehren. Wir landeten wieder bei dem Dorfe, aus dem wir aufgebro chen, zogen das Boot' an's Land und kamen zu Gabrillo Pashin in's Quar tier. Am nächsten Morgen hielt Mel ville eine Musterung der Mannschaft ab, fand bei allen Leuten mehr oder weniger ausgebildctenScorbut und war gezwun gen, einige Rasttage anzuordnen. Es wurde kälter, der Fluß bedeckte sich mit Eis und wir mußte warten, bis entwcder die Eiödccke des letzteren oder der reichlich fallende Schnee die Weiterreise zu Schlitten möglich machen würde. Hier suchte nns der russische Verbannte 5kus mah Jcremiah in c'. em Hundeschlitten aus, der nur neun Wcrstc von unserem Quartier wohnte und von uns gehört hatte. Dieser Mann wurde unser größter Wobltbäter. aab uns Mehl. Thee und ein junges Nennthier, brach, obgleich er als Ex.ilirter den ihm ' angewiesenen Wohnort ohne besonder Erlaubniß nicht verlassen durste, nach Bulun auf, kehrte von dort mit der Botschaft von Noros und Nindermann, die er getroffen hatte, und mit der Versicherung zurück, daß ein Kosackenhctmann von Bulu aus nach uns unterwegs sci. Melville ge lang es, den alten Wassili zu überreden, daß er sich mit ihm, mehreren Hand schütten und getrockneten Fischen auf die Suche nach den Leuten aus dem ersten Boote begebe und übertrug mir den Befehl, über den. Nest der Mannschaft. Nach Melville'S Abreise, am l.'Nov;, tras der ttosack Mictkereff Baishofs mit einem Schlitten mit Brod, Rennthier fleisch und Thee sür uns ein. ' Auf mein Ersuchen eilte dieser tüchtige und intelli gente Mann mit Bartlett, dem kräftigsten von uns, und einem Theile deöBor ratheS Melville nach. Am ,4. Nov. trafen 14 Schloten mit 200 Hunden für uns ein, wir reisten nach Bulun' ab und trafen in Kumak Surka Serai mit Mel ville zusammen. ' Der letztere befehligte mich, die Leute nach Buwn und von dort nach Z)akutzk zu bringen, während er selbst mil Noros und zwei Eingebore, nen seine Neise nach den Kameraden der beiden anderen Boote sortsctzte.' Mel Ville sowohl, als ich hatten während un seres gezwungenen Ausenthaltes in Gee morialocke trotz der Ncmoustrationen der Eingeborenen Versuche gemacht, dahin vorzudringen, wo wir DeLong und Ge fährten vermutheten, -hatten aber nach Tage langen Bemühungen unverrichte ter Sache zurückkehren muffen. w 5 Daß Dannenhauer und Gistlhrten in Petersburg, Melville bei den tttn De Loug und. Gefährten, clngeiivffcn flnd ist bekannt..' Heldenmuth und Energie haben gethan, was' zur Rettung der Kl meradcn irgend geschehen konnte ; daß Ehipp und Geführten noch am Leben sein sollten, ist höchst unwahrscheinlich. .,. i . i .'. Oom Inland:. - ' ' ; , . , ' . ' ' ' M arin c Os s iz ic r Norris (erzählt von DeLong einen Zug. welcher )ie Willenskrast dieses Mauncs beweist. Derselbe. hatte als. Ossizicr auf dem Kriegsschiffe ,St. Maly's- im Hasen zu Lissabon das Unglück, das Fußgelenk zu brechen. Der'-Arzt empfahl ihm die größte Ruhe, ' weil sonst die Ampu tation bes Fußes leicht nothwendig wer den könne. ' Der Ossizier beobachtete die Vorschriften deS ArzteS genau, ließ sich aber, wenn der Dienst an ihm wär in' seinem Krqnkenstuhle an Deck brmgen und versäumte trotz der - wü'thendsten Schmerzenden Dienst nicht sür ' eine Minute.' " . . Der offizielle Bericht des DollmetschcrS Karsorosky an den Gou verncur Padochenka 'über' die Namen derjenigen Eingeborenen, welche wegen ihrer Verdienste um., die Schiffbrüchigen derJeännette5 zu. Belohnungen em pföhlenmmden,'' hebt folgende .'hervor : Krolgiyork -öLer Wasili Cooliyäckdii, der ku-zohrige Wasili. der V!xulrte Kusmach Eremaojs oder Jeremiah, den Kpsaöen hetman'Mikaderess Baishoff,-Jwan An darsoff und Constantin Mahoploff, die Noros 'und Nindermann retteten,! Na pham'Kopeloss, Ferner xoerden die drei Tungusen, wclche'die ersten Berichte und das Gewehr De Long's auffanden und prompt an Melville beförderten, zur Belohnung . empfohlen ; ihre 'Ramen sind nicht bekannt. . - , : ' ' In der Bundeshauptstadt giebt es rem Geld, den im .Bundesge bfludr4 angestellten Heizern, Hülfsmar schöllen undScheuersrauen derenGehälter für den Apru zu bezahlen. In den ver schiedenen Bureaux. saßen. daher' Ende Xor. Woche die Beamten mit zuaeknöps tm Uederrööen und es herrsch Heulen

und Zaynellappern.

Die K o h len a rb ei t e r sind

einer besonderen Krankheit unterworfen, welche Anthrakosis genannt wird. Sie entsteht durch das cieliäbtmc Emathmen des an sich nicht scharsen, wohl aber mit der Zeit durch seine Schwere die Lunge so anfüllenden und belastenden Kohlen flaubes, daß dadurch Schwmdsucht em tritt. Wir sollten denken, daß der Ge brauch von Nespiratoren hiergegen auö reichenden Schutz.gewähren müßte, denn man lat bekanntlich inDeutschland durch die Anwendung dieser Lustsiebe selbst daS Arbeiten in den Noßhaarspinnereien fast ungesährllch gemacht; m den ge nannten Spinnereien werden diePferde haare aus Kuhschwänzen undSchweine borsten hergestellt und erstere rühren häufig von milzbrandigen Thieren her. Die Einathmung der deßsallsigen An fteckungsstofse hat früher schon häufige tödtllche Erkrankungen zulFolge gehabt. Die Leiche der vierzigjähriefen Rosa Rink wurde am 9. d. Mls. Abends in der Hausflur eines Tene menthauses in New Bork aufgefunden; die Nink rsar an den Blattern gestorben und der Polizei war, wie sich jetzt her ausstellt, bereits gegen Mittag Anzeige gemacht, eine Ambulance aber erst am Abend abgeschickt worden. Die Krank heit, welcher die Verstorbene erlag, ge hört zu der sehr selten vorkommenden Species der Blatternkrankheit hemorrhagic smal lpox ; am Körper der Erkrankten erscheinen Flecke, die große Aehnlichkeit mit den Todtenflecken der Leichen haben. j In Süd Carolina und Ge? orgia herrscht in Folge des schlechten Ertrages der letzljährigen Ernte ein sich immer mehr fühlbar machender Mangel an Reis. Falls dieser Artikel nicht aus dem Auslande importirt wird, müsien die Preises sehr" bald bedeutend in die Höhe gehen. - Dieser T a g e landeten 31 Touristen in San Francisco, welche im vorigen Oktober in einer Dampfvacht zu einer Reise um .die Welt von London aufgebrochen sind. Sie haben seither die bedeutendsten Hasen des mlttellün dischen Meeres und die Inseln des stillen Meeres besucht und gedenken die Reife in zehn Monaten zu vollenden. Unter den Reisenden befinden sich acht Damen und ; sämmtliche . haben . pro Person $2,t00 zur Bestreitung der Reisekosten eingezahlt. Ein kleines, aus tüchtigen Künstlern bestehendes. Orchester, eine ausgewählte Bibliothek und ausgezeich nete Köche bcsinden sich an Bord. ! In New.Y ortisind d ie Höl kenmaschinen an der Tages'Ordnung. Anfang dieser Woche explodiere vor der Wohnung der Clifford'schen Eheleutk, in welcher sich zahlreiche Gäste 'bei Musil und iTanz ,amüsirten, eine Dynamitpatrone,, durch welche die Jalousinen, Fenster. Rahmen und Tafein zer? splittert '! und in das Zimmer ge schleudert wurden. Mehrere- Personen wurden nicht unerheblich, wenn auch nicht gefährlich' verletzt William Thornton, emüber der Familie Clisford. wohnen der, grämlicher und . verbifsener'Jungge selle, wurde unter dem. Verdachte der Thäterschaft verhastet, mußte aber wegen Mangels- an Beweis wieder freigelas sen werden. ', Die Meinuug der Nach barschäft ist jedoch so gegen -den Bur schen, daß dicser sich elne andere' Wdhnung gesucht hat. ,. ' ' ; In Philadelphia wurde ein jetzt zwölfjähriger Knabe von seinen El tern nach dem jetzt verstorbenen Dichter und Schriftsteller RalphWaldo Emerson genannte 'Als- Emerson das , erfuhr, sandte er , dem Kinde - für späteren Ge brauch eine Partie Bücher nebst ' einem Briefe, welcher jedoch erst' am fünfund zwanzigjährigen Geburtstage des jetzt Zwölfjährigen geöffnet werden soll.-! Einen. hübsch e n B ewei s von Schlauheit lieserte der-junge Caranie dem Lieutenant Dannenhauer. .Dieser mächte dem jungen' Tungusen verständlich, er .möchte wissen, wie weit! sie von Bulun lentsernt- seien ; .Caranie zeichnete den, Laus. ' des Nebenarmes der Lena in den, Sand, ging' ein ' paar Schritte, legte .sich' dann nieder ' und schnarchte, i Dies wiederholte- er' sieben Mal und der Ossizier entnahm, "daß sie sieben Tagereisen von Bulun entfernt seien' ' :': i ' ' ' I Dieser Tage wurde in y ard leyville, Pa., das Testament, des Farmers ThomaS Kangmacher ausgesunden, welches jedoch nicht zur Execution gelan gen kann, weil-der närrische Kauz schon seit zwei Jahren begraben ist. In 'dem letzten Willen ist bestimmt, daß die bei den Pserde den seinen Sarg enthalten den Wagen ziehen sollen,' welche durch ihr Durchgehen die Krankheit und hier durch den Tod des Testators verursacht hatten, daß sein ältester Sohn das Ge spann leiten! und ein Banner mit den Porträts von Longsellow, Brown von Richmond, dem gefleckten Hunde-; vom Stamme der CheyenneS und von Loo Choo' aus Cälisornien in der rechten Hand tragen sowie, daß endlich aus dem Friedhose" über seinem Sarge ein Ber. Staaten.Bond im 'Werthe von $100 feierlich verbrannt werden solle. , ' I n K a n s a s nimmt !d i e Schafzucht immer, größere Dimensionen an. Es gab dort im Jahre 1880 42?, 492 Schase, -im letzten 806.823 und in dem gegenwärtigen 1,500.000. : . Man benutzt jetzt in Cali fornia für. . GeschästSbriese nach! dem Osten -CouvertS mit anti chinesischen Mottos und Schlagwörtern in mattem Druck auf derRückseite. Die Couverts kosten nur eine unbedeutende Kleinigkeit mehr als gewöhnliche und werden deS halb stark verwendet.' Phil. Rappaport. , . . , ' i . ' ; . t . , - NecbtSanwalt, , : - , . , . ., ; ' ' - - ' . , . . Ast ?afywgion Str., Zimmer 12 und 18. Indianapolis, Jnd

Qom LlttSlanve. Ueber den Jrostschader

am Weinstock berichtet man dem Rhei.. Cour." : .Seit langen Zeiten batte der' Winzer nicht mit solch großen Hojsnun gen auf seine Weinberge geblickt, als in diesem Frühjahre. Die Wunden am Weinstocke, welche die enorme Kälte vor einigen Jahren geschlagen hatte, wäre? gröntentheuL ausgeheilt, reifes, gutes Holz war beim Schnitt in Menge vor Handen und es war kein Wunder, daß Ue Wemstöcke dieses Jahr besonders gut gedüngt und gepflegt worden sind, weil man eben über die Zeit der Winter-', sröste hinaus war und jedem einc gute 1882 Wemernte gesichert schien. Doch die Nächte vom 9. auf den 10. und vorn II. aus den 12. April haben diese Hofs-' nungcn sehr vermindert. Durch den ge linden Winter und namentlich durch die milde Witterung ,m Februar und März waren die Wemstöcke, namentlich die Sorten Klemberger und Oesterreich, schon sehr weit in der Entwicklung vor; nun sind diese jungen, zarten Triebe gröhtentheils erfroren. Die ganzeGrößi deS Schadens ist zur Zeit noch nicht ge' nau zu bestimmen, jedenfalls aber ist der Schaden sehr bedeutend. In den an der Wisper gelegenen Weinbergen sind die Kleinberger Reben, die in derVegetation wsit vorgeschritten waren, fast ganz er srorcn. Wenn man weiß, daß solche Wemstöcke meistens auf zwei Jahre er tragsunfähig sind, so kann man sich die Niedergeschlagenheit der armen Winzer denken. Die Schlußworte des Darwinschen Buches über die Abstam mung des Menschen lauten : .Uns be schüstigen hier nicht ' Hosfrmngen noch Befürchtungen, sondern nur die Wahr heit, so weit unser Verstand unS gestat tet, dieselbe auszusinden. Ich habe den Thatbestand dargelegt nach meinen besten Krästen; und wir müssen, wie -mir scheint, anerkennen, dafc der Mensch mit allen seinen edlen Eigenschaften, mit der Theilnahme, welche er empfindet, selbst mit dem Edelsten, mit jenem Wohlwol len, welches sich erstreck: nicht nur auf seine Nebenmenschen, sondern auch auf die niedrigste lebende Creatur, mit sei nem gotlähnlichen Jntcllect, welcher ein gedrungen ist in das Geheimniß der Be wegung und der Zusammensetzung des Sonnensystems daß der Mensch mit all diesen erhabenen Fähigkeiten dennoch in seinem körperlichen Rahmen den un auslöschbaren Stempel : feiner niederen Herkunst trägt . Stichhaltige Gegen gründe- konnten dieser Ansicht, mcht'ent gegengesiellt werden, und die Zeit ist lange vorbei, in welcher man solche Leh rcn' untersagt. Die ' Ueberzeugung von dem tiefen sittlichen , Werthe ' derselben tritt aber erst allmülig hervor. , ALmälig erst fühlt die Welt, wie gerade aus die ser. Lehre die Verpflichtung deS Einzel nen. hervorgeht, zur weiteren Vervoll kommnung und Veredlung seiner selbst und seiner Zeitgenossen je nach , seinen Fähigkeiten thätig zu sein, und wie ge rade der' Rückblick auf de.i bereits zurück gelegten Weg'dieHoffnung auf die Er reichuug immer höherer Stufen der Ge pttung stärkt. - , ' ', I n L i v o r n o i ft e S i n die sen Tagen zu einem wahren Ausruhr ge kommen und dies in Folge deS Umstan des, daß auf einer der Hauptstraßen eine Person von .einem Wagen der Pserde bahn übersahrcn wurde. Ohne daß ein Verschulden deS Fahrpersonals hätte nachgewiesen werden können, ja, entge gen der Versicherung einlger.Augenzeu gen, welche behaupteten, daß derVerunglückte sich selbst auf die Schienenge warfen habe, ließ die sich schnell ansam melnde Menge durch ihre Entrüstung über den Vorfall -sich soweit, fortreißen, selbst Justiz üben zu wollen; der Kut scher und der Conduteur dieses sowie eines inzwischen hinzugekommencn zwei ten Waggons konnten sich nur durch schleunige 'Flucht vor thällichen Miß Handlungen und vielleicht einem schlim meren Schicksal schützen. . Die beiden verlassenen Wagen wurden von dem wü lhendcn Pödcl umgestürzt, m,t Oel ur d Petloleum begossen und . in Brand ge fleckt. Eiue Scene unbeschreiblicher Aus regung und wilden LärmeS folgte. Da weder die Rathschläge und Bcschwörun gen der Vernünftigen, noch der mulhige Widerstand - der wenigen anwesenden Schutzleute Ersola ballen, so mußten Polizei uub Militälmannschasten her dcigeholt werden. AlS diese nach Ver lauf einer-Halden Slul.de. ron einem Polizei (5on,misjär grfühit. erschienen, wandle sich die Wulh der Menge gegen sie. Die Ausforderuug zum Äuseinan vergehen wurde durch tauice Geheul und Pfeifen beanlwoitt. ji, -es flogenSteine gegen die SichcihcllLmannfchaften. so daß diese, die ansang mit großer 'Mä ßigung und Geduld vorgingen, gcnü lhigt wurden, die W. sfcn zu gebrauchen. Erst als die. Soldaten blank gezogen hatten und die Polizci'Vgenten mit dem Revolver in der Hand vorgingen und mehrere Schüsse abgaben, gelang eS all mälig.:-die Straße'zu säubern. Auch die Feuerwehr hatte alleMühe, sich durch die Widerspenstige. Geschrei und Ver wünschungen ausstoßende Menge einen Weg zu bahnen, und es mußte ein Sol datencordon ' nm - die beiden lichterloh brennenden Fuhrwerke gezogen werden, bevor man die Löschardeit ermöglichen konnte; der-Tumult, welcher gegen 6 Uhr Abends begann, -währte mehrere Stunden. Erst 'um 11 Uhr kehrten die Soldaten in die Caserne zurück; mehrere Personen sind durch Steinwürfe und Hiebe verwundet worden. - - , r-, h - ... In der ungarischen Haupt stadt Pest befinden sich momentan nicht weniger .als. 186 Kommunslbeamte in solch schlimmen finanziellen .'.Verhältnis, sen, daß ihre .Gehälter von drängenden Gläubigern mit Beschlag belegt wurden; unter diesen' Beamten sind nicht weniger als 92 Lehrer.. .Unwillkürlich,-.schreibt ein dortiges Blatt, .muß' sich Jeder ndntt die .Frage aufdrängen : Haben wir es hier mit einem Ausnahmezustand zu thun, oder ist diese betrübende Er