Indiana Tribüne, Volume 4, Number 238, Indianapolis, Marion County, 10 May 1882 — Page 2
Knslana Srwutte f fW Fögliche- und Ssnntagsausgaöe. Office: tt2S. DclawareStr. IKDtercd ns soeond-clas matter fit the t03tosficc .it Indianapolis, Indiana. Abonnements'Prcifc : Tägliche Ausgabe. 12 Cts. per Woche. ConntagZauSgabe. . . . . ; . . 6 Cts. perNummer. Leide zusammen 15 CtZ. pcr.Woche. Daö Taflblatt erscheint jeden Nachmit. tag um 24 Uhr. Die SonnwgSanigabe erscheint des Morgens. Tribune PnMishing Company. Indianapolis, Ind., 10. Mai 1882. Zwanzig Jahre unter den 3 Mannn In dem kleinen Dorfe St. Eharleö Zn : rr i smi . I tTf SW r-w umona cunty, jjünn., woynt eme Frau Ruth A. Barber. Dieselbe war in erstet Ehe mit einem Manne Namens Camp' verheirathet, welcher während des Bürgerkrieges bei Pittsburg Landing den oo zur's Vaterland starb, cttne Familie, bestehend aus seiner Frau und mehreren Zimoern, lebte damals in Waupaca .Countn in Wisconsin. Dort ereignete c3 sich im Jahre 1SG2, dafc ein? verlnder, ein nave, namens rton Morcll Camp, welcher in seinem vierten Lebensjahre stand, emcs Tageö plötzlich verscywano. -can gerne iyn zuieizr am User des Flusses spielen seyen, und da v . v . r 4. I man ole.cavpe oes .cnaoen au ocm Flusse treibend fand, so nahm man an, derMeine sei ertrunken. Seine Leiche ließ sich übrigens, trotz der eifrigsten Nach sor,cyungen, mcni nnoen. wt mmuz zwei eile icooq caran, van iyr Voyncyen ertrunken sei, und die Mutterliebe hielt ln lyr oie yossnung roacy, 005 iyr ver.
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lorener , fcievung ucy eines ages wlcoer vom 20. April. Soll es da einem Büreinstellen würde. " aer der Ver. Staaten nicht anast und
In der Nähe ihrer Wohnung lagerte zu jener Zett eine Bande Pottawatomic es. w v ... . 1 1 ' cn rr r? . I m m nvianer, vcren auplilng ica ana sie, v . t . . . , I oic 'lullcr, scyon wieocryoil geoeien hatte, ihm den Knaben gegen eme Entscyaoigung zu uderla sen, oa er eine grohe Zuneigung zu ihm gefaßt hatte. Frau Camp war deshalb der Ansicht, dak der, Knabe von den Indianern entführt worden sei. Da Lager derselben und.seiye Umgebung wurden daher aus das Genaueste durchsucht, ohne daß je. doch der Knabe gefunden worden wäre, etzt gelangte auch die Mutter zu der nuqr, oan iyr Voyncyen erirunien sei ooer au eme anoere Welie seinen 00 gefunden habe. Bald darauf heirathete sie ihren jetzigen Gatten, NamcnS Barber und zog von Waupaca County in Wisconsin nach .ihrem jetzigen Wohnsitze in Minnesota. Ihre Kinder aus erster Ehe wuchsen inzwischen heran, und eins derselben, James W Camp, ließ sich zu loyaiion in Wisconsin nieoer. . ,Dort erschien dieser Tage eine herumziehende Jndiancrbande, unter welcher sich tm Mann befand, welcher sich von oen ueorigen ourcy seine yeue yauisaroe auszeicyncie uno oel nayererBelracylung erkennen llev, dan er kem Indianer war. e . cm i r ameg! v.amp yorie von viesem weieii nolaner'. rnrere ine im ur denselben und suchte Näheres über seine rr r r . 1 ergangenycll zu ersayren. sleule icy oavet yerau, oan oer Mann aelau. fig englisch sprach, und daß er in seiner .iruye,icn ugcno seinen Liiern von n. sv v e ' m. ' r. .dianern geraubt worden sei. Er hatte selber wiederholt Erkundigungen nach seinen Eltern angestellt, ohne jedoch m Erfahrung bringen zu können, wo dieskiven woynien ooer wer te cicn. Ver r . . . . . l. r I Zeit, die er in seinem elterlichen Hause verlebte, erinnerte er sich nur sehr un-
deutlich, doch war es ihm erinnerlich.daß blicken muß. Eine Nation, die im Frieseine Eltern und Geschwister ihn Mo- den friedliche Zwecke versolat. verliert
reu nannten. Farnes iii5. Uarnt aes langte jetzt zu der Ueberzeugung, daß der weiße Indianer" Niemand als sein verlorener Bruder sei. zumal da zwei Narben in dem Gesichte jenes ihn in sei. nem Glauben be tarkten. ames W. Camp benachrichtigte sofort seineMutter, und diese hatte nichts Eiligeres zu thun, -1 r r c cn -. ms sill) naq oyailon zu oegeoen, wo r. . .e w . : r. iic uu ucn iiu m vim roujcn Indianer' ihren verlorenen Sohn er rannte. Vie egegnung oer altenrau . m v , mit ihrem wiedergefundenen Sohne, der zu emem stattlichen jungen Manne her angewachsen ist, aber ganz und gar die vltten und das Benehmen der Indianer angenommen yar, war eme ruyrenoe und tief ergreifende Scene. So sauer es dem ungc..u .nr llurvr, Iloon ,. nen indianischen e ayrten loszureißen und dem bis dahin geführten Leben zu Sr' o niiujiDjj er iinj oo, zu ir .iixi.r. nj. v-x. ,einen ngeyoriacn uno n oas eoen oer civmsirlen Avell zuruazuleyren. iw M Versöhnung ? - In den politischen Kreisen RomS legt man auch den Besuchen des Königs von Württemberg und des Prinzen Heinrich von Dreuien insoweit eine aewiste volitische Bedeutung bei, daß man hiemit das bestandene Vururtbeil . iderleat glaubt, daß ein Rom besuchender frem der Monarch, wenn er sowohl den König v cr . ri . r jt ais oen Pap i oeiucyen woule, naca einer ' ' '. . . . ' - oder der anderen Sei e b n ver, oken und in irgendwelcher Weife verletzen würde. eineAnnahme, die übrigens schon ' das Zwischen Könia und Vavst delZebendc. durch vol t ckeDMerenzen nicht aelrübte J I . - ' . . '. '1 persönlich freundliche Verhältniß ausschließ'. Man nimmt in' Äom allge. l . y P mein an, daß nun das Eis gebrochen und dem dualistischen Charakter Rom's, .der 5auvtstadt des Köniareiches Italien 'und 'deS Papstthums' der Residenz des Kön ns und des Vavstcs. durch den Be such anderer fremder Monarchen gleich sam die osficielle Weihe verliehen werden würde, was nicht nur im Interesse Jta liens, sondern auch in jenem des Papst
thums sehr zu wünschen roäre und auf die künstigen Beziehungen zwischen Qui rinal und dem Vatican einen großen und wohlthätigen Einstuß üben werde. Wir möchten diese ' Erwartungen allerdings a!S sehr optimistisch be-zeichnen.
TaS Nlttgtveater rav. DaS Massengrab, welches die v:e len Opfer des Ningtheater BrandeS birgt, soll nicht ein einfacher Grabcshügel bleiben,' sondern mit Blumen und Sträuchern geziert werden. Bisher war diese Eultur'deS Massengrabes aus dem Grunde unmöglich, als fast allwochcntlich Erhumirungen und AgnoScirungen sta'.taesundcn haben. Erst .Ende der vorigen Woche wurde noch die Person? Identität einer Frau nach einem Strci sen ihres Kleides festgestellt, zu welchem ihre Angehörigen einen ganz passenden Theil beigebracht hatten. Jetzt wlro nicht nur an die Arbeit zur Ausschmückung des Grabes geschritten, sondern es werden auch bereits die Vorarbeiten zur 'A,kstt?lliln dcsMlZliumentes ausaesübrt. wclchcs für spätere Zeiten noch dieStätte . ' . . , . . -n . r kennzcnl.nen loll, nn welker oie uviT S Dc; md?r 1831 ruhen. Die Kriegsbereitschaft . .Die Ver. Staaten von Nordamelika bcn sich .wr Waffe entäußert, ihre 5B0rte sind machtlos; seines Volkes Ideal ist der ewige Friede, weil dieser nidit3 kostet." Ein reizender Srcmm" in der avan Weekln Mail rnfinlt. ie das , Schiff .öuascai" im Jahre 184 das militärisch schlecht beschützte SanFrancisco bombardirt und gezwun qen habe, ihm eine Contribution von 10 . .7 . M ll onen Dollars 11I be,ablen.' EtwaS derartiges ist kein Traum, es ist bei dem elenden Wehrzustande der Ver. Staaten jede Stunde möglich. Da steht es um Deutschland doch besser, das'tragt das Sckwert an se ner Linken' So ungefähr, nur etwas weitläufiger. ist zu lesen in der AugSb. AUg. Ztg.hanae werden ? Wir alauben docd nickt. 4- J MW Jedem Bürger brennt die Röthe dn - . . v Scham aus den Wangen, wenn er daran . - . i - .. . oenlt, waS Nichtswürdigkeit und Ge meinheit aus unserer einst mächtigen Flotte gemacht haben. Aber mehr noch als der erbärmliche Zustand der letzteren erregt die Thatsache unsere Entrüstung, daß vteleMilllonen nur dazu ausgegeben wurden. Schufte au bereichern und die Flotte zu verschlechtern. Der Congreß ist daran, die desfallsiaen Verbaltnisse zu verbessern und er wird sich endlich doch zu der Energie aufraffen, daß er es fertig brmgt, die rüuberi chen und verbrechen chen vünde auö der Recon struktion der Flotte fernzuhalten. So erbärmlich aber es auch in diesem Zweige unserer Verwaltungf aussieht, so irrt der Verfasser des erwähnten Artikels doch ganz bedeutend, wenn er glaubt. dan iraend ein feindlicher Anariff uns so außerordentlich we.hrloö finden würde. Und ietzt chon von allem Raubrit tertbume so weit entkernt, dak trok un serer binfälliaen Marine es Niemand wagen darf, heimlich ein Kriegsschiff mit dem Austrage hierher zu schicken, zechn Millionen Dollars zu requiriren. Und sollte ein Seeräuber einen derartigen ... Versuch wagen, so wür.de er schnell ge nua erfadren. wes en amerikan cbe Euer, aic fäbia ist. Unser Volk bat dies im ' V ' letzten 'Kriege bewiesen und ist in der alückl chen Laae. n cdt kr easbere se n müssen ' um die Culturausaabe deö I" .. ... Friedens anstreben uny.sördern zu kön nen. Die meisten europäischen Staaten wissen, was ihre'Krieasbercitschast kostet. und das .Schwert an der Linken" ehrt den cinnlnen tavferen Träaer. aber nur " . ' t . " n Ausnabme. und Notbküllen d e Na tion. die in ibrer örderuna der 9todu strie ihre höchste nationale Aufaabe er V . . auck h erdur n M u r Mm G m und kriegerische Männlichkeit, sondern, indem der Friede an der Besserung der uliände des Volkes smattt. mackt er daö letztere nach und nach intelligenter. alückl cker. nelünder. krstia,r mh ? cher. So sehr die. bei uns herrschende Korruption unser Volk schändet, so frißt . L 1 . . ' le doch Nicht ln der Wem an seinem ävi r - . V Illlarle, wie oer vewannete rieoe an demieniaen der meisten europäischen " Völker. Der Telegraph zwischen Deutschland . UNS Amerika, Am 23. Avril wurde die erste direkte Telegraphenverbindung zwischenAmerika und Deutschland dem Betriebe über aen. Die Resörderuna der teleara paschen Corresvondem mischen den ae ..... . nannten Ländern geschah bisher auf dem un erluttcken Weae n mden nack I I " I ' r -" " Lowestoft an der Ostküste Enalands.von dort aus der. oberirdischen Linie durch England, sodann unterseeisch durch den St. Georaskanal - und demnächst wieder oberirdisch durch Irland biS Valentm, demAnschlußpunkte der transatlantischen ikavel. orlan wiro vleselve lediglich unterseeisch von Emden biSValentia und von dort .bis Amerika '. erfolgen. Aus Grund emeS Vertrages zvl chen dem Reichspostamt und der Verewigten Te legraphenGesellschast ist von der letzte ..SFA.n .Tts.iR.s sCmk.w ..mV rrn uyt vuish is uu lv . " U, r n. sn alentta an oer in men u ic an ööu Seemeilen langes direktes icadU gelegt worden, yterourq, sowie ourcy An mietbuna eines der von Valentia aus aedendeNi transallann qen. ave: vis - . . ....Mv vt. zum Jahre 1900 ist eine unmittelbare telegraphische Verbindung Deutschlands , . n ft , .f.!.?ri Mit Amerika yergesttllk. ttsesm ii fett unge ähr. sieben Jadren erstrept worden. . Im Jahre 1875, söurde-von dem ReichLpostamt anfänglich die Legung ei neS eigenen abelS znn aenoer deutschen und der amerikanischen Küste, entweder durch den ikanal La Manche oder oder halb der Nordküste Schottlands geplant. j Wie ikosten eines solchen ikadelS wurden
etwa 2o Millionen Mark betragen ha
ben. Damals wurden nur ca 30,000 Depeschen gewechselt, eine Zahl, die sich inzwischen allerdings verful'.ssacht hat. Immerhin schienen jene Aalagekostcn diesem Verkehr gegenüber zu erheblich. Es wurde deshalb die Lequng eines Kabels bis Valentia und dieAnpachtuna eines der vorhandenen ozeanischcn Kabel vorgezogen und von dem Reichspostamt ein bezüglicher Vertrag mit der Vereinigten dcutschcnTelegraphcngcsellschast im vergangenen Sommer abgeschlossen. Durch die neue , direkte Verbindung ist ein schnellerer und zuverlässigerer Ver kehr, als der seitherige, geschossen wor den, welcher dcn Preis der Telegramme zwischen beiden Ländern ermäßigen und für Ucbcrmittclung wichtiger Rachrich tcn an die Presse in nächster Zukunft hoffentlich bedeutsamer weiden wird, als er vom Eröffnungstage bis j tzt gcwesen ist. AstronouiischkS. Mercur war seit d. I.MaiAbends ficht bar und trat am 2. mit der Sonne in Conjunktion. Er folgt jltzt der Bahn der Venus, mit welcher er am 30. Mai in Conjunktion tritt. Schon am 4. ds. MtS. trat Mercur mit Saturn und Neptun in Conjunktion. Am 13. wird Mcrcur mit Jupiter in Conjunktion treten. Während der zweiten Hälfte dieses und der ersten Hülste des nächsten Monats erstrahlt er in hellstem Glänze. Man er blickt ihn am Abend östlich von dem Punkte, an welchem die Sonne unter dem Horizont verschwunden ist. Die Erde, die Sonne und Saturn standen am G. März in der hier jbeo bachteten Reihenfolge in einer geraden Linie. Seitdem ist Saturn nur noch des Morgens sichtbar. Neptun befand sich am 6. Mai mit der Sonne in Con junktion, bei welcher Gelegenheit die Erde, die Sonne, Saturn und Neptun eine nahezu gerade Linie bildeten. Nep. tun ist für den Nest des Monats nur des Morgens sichtbar. Jupiter ist bis zum 30. ds. Mts. des Abends sichtbar, an welch letztgenanntem Tage er um 3 Uhr Morgens mit derSonne in Conjunktion ritt. Mars ist wahrend des ganzen gegenwärtigen Monats Abendstern und geht um 12 Uhr 45 Min. Morgens un- , r . n v w ' r . o er. viuco uranus 1 1 wayrenv uiqcs Monats am Abend sichtbar. Venus ist zur Zeit bis ungefähr 9Uhr Abends sichtbar und gegen Ende de Monats bis 9 Ubr 30 Min. Am 17. d3. Mts.. um .7 Uhr24 Mm. Abends, findet das seltene astronomische Ereigniß statt, daß der Mond gerade über Jupiter weaaebt und ibn eine Zeit lana dem Blicke entzieht. ',,.', 1 Die Jndenverfolgung in Balta. Die während der Osterfelertage In Südrußland neuerlich zum Ausdruche gekommenen Excesse deö raubgierigen städtischen und ländlichen Pöbels gegen die jüdische Bevölkerung scheinen den bisher vorliegenden Berichten zufolge am ärgsten m der im GouvernementPo dolien gelegenen Handelsstadt Balta'ae wesen zu sein, welche eine jüdische Be völkeruna von mehr als 20,000 Seelen hat. Der Wiener N. Fr. Preffe vom 22. April geht nun eine ausführliche und authentische Darstellung der Vorgänge in Balta vor, die auf dem Berichte der von Odeffa zur Unterstüutzng und Hul seleiflung nach Balta entsendeten Dele amen berudt. Aus Odes a vom 15. v. M. wird der N. Fr. Presse nämlich ae schrieben: Ich halte eS für meine billicle Pflicht, die grausamen Verfolgungen der Juden, die. während der Osterfeiertage Haupt sächlich in Balta, Dubostar, Okno, Hotzeliewo und mehreren anderen Orten stattgesunden haben, zur allgemeinen Kenntniß zu bringen, da allen russischen Zeltungen, mit Ausnahme deö Reaie rungs Boten" (rrawiielstwcnny Westnik), verboten ist, über du Kra walle zu berichten, der .Regierungsbote aber nicht. den hundertsten Theil der un menschlichen Gräuelthaten mittheilt und überdies die Juden verle umdet ; da ser ner reine VrlvatDevesche bieruber von dem russischen Telegraphenamte besör dert wird, ohne daß der Inhalt, dersel ben gründlich geändert würde. Dlenstag den 11. v. M. um 3 Uhr Nachts langte folgende Depesche von Balta' hier an:, :Mlr hungern schick uns Brod.- Bis 8 Uhr Morgens wa, ren schon-1000 Rubel gesammelt und 100 Pud Brod in Wagen i geladen und Mittwoch Abends waren die Delegirten bereits in Balta. - Hunderte jüdischer Familien mit einer Menge kleiner Kin der lagerten aus der Eisenbahnstation. Daö Elend war gräßlich. Zitternd vor Schrecken und Kälte, hungrig, verwirrt, die Kleider in Fetzen sahen die Armen eher Gespenstern als Menschen gleich. In ihrer unbeschreiblichen Angst verga ßen sie an Essen und Trinken und verlo ren auch das Bedürfniß dazu; gehetzt und verfolgt kamen sie zur Station, um Obdach zu suchen - und hatten nur einen Gedanken, hegten nur einen Wunsch : in Sicherheit zu kommen," sich unter barmherzen Menschen- zu 1 fühlen. Leider Äber?onntk'ihr- Wünsch' bis heute och icht in Erfülluna,.7gehen,- da Alle ausgeplusderr waren und nicht nur kein eiseeld,' sondern nicht einmal trockenes Orod hatten. -. . . j "- Seit drei Tagen hatten diese Unglück lichen nichts gegessen. Da saß eme arme Mutter, einen Säugling aus dem Arme und umringt von noch vier kleinen Kin dern, welche der Mutter laut ihren Hunger klagten. Daneben eine andere Mutter, welche eines ihrer Kindet' ver mißte und verzweiselt sich die Haare rauste. Die Männer bleich wie Ge spensterdas Auge gedankenlos starrend, das Haar und der Bart zerzaust. Viele verwundet. Alle verzweiselt. Einen unheimlichen, abstoßenden Anblick bot die Stadt. Es schien, als habe daselbst ein barbarischer Feind oder eine mörderische Pest gehaust, so völlig aus gestorben schien sie. Aus den Straßen Hausen von Asche und Ueberreste von
verschiedenen Waaren; Federn bedeckten das Pflaster wie ein frischgefaUener Schnee : wohin das Auge nur blickic, überall Trümmer von Möbeln, Hauöe
äthcn, Ge äs.cn; sogar eiserne Bcttcn und kilpscrne Samowars warcu von der oüthknden und zügellosen Mcnnc in Stücke gebrochen worden. Die Däuser, welche Juden gehörten, sind thür- und ensterlose Ruinen, die inneren Räume, 'erwüstet, die Dielen der Fußböden aufgerissen, die Tapeten zusetzt. In manchen Häusern wurden sogar Steine auö den Mauern gerissen und Dächer abge (W. I. m ragen. :ucii oiejcr augemelnen iyervüslung und Zerstörung begnüate sich jedoch der vollqetrunkene Pöbel noch nicht. Frauen und Mädchen wurde vor den Augen ihrer Männer und Väter, die schwerverwundct und sterbend in ihrem Blute lagen, Gewalt angethan. Ueber den Verlauf der blutigen Hebe selbst cl snhrcn die Delegirten aus Odessa Folgendes : Am Ostermontag Morgens rf f " . . M rv r uoelsici eine sazaar von Bauern, Vuvcn und Stadtbewohnern die jüdischen Häu ser in jenem Stadtthcile, welches der türkische" genannt wird, und schlua mit Steinen die Fensterscheiben ein. Die Schaar vergrößerte sich iwmcr mehr und wurde immer aggressiver, so daß die Juden endlich gezwungen waren, sich zu vertheidigen. Es entstand ein Kampf, und es gelang den Juden, die Menge zu vertreiben, woraus sie sich schnell zurückzogen. Die Polizei, die während des Angriffes der Masse auf die Juden nicht gethan hatte, rückte jetzt aus, überfiel die Juden und nrretirte Viele, wobei sie er klärte, daß die Juden sich nicht zu ver theidigcn haben. Selbstverständlich wur de dadurch die Masse zu einem neuen Uebersalle ermuthigt. Die Delegirten aus Odessa sahen während ihres Aufenthaltes ;n Balka, als sie sich eben bei Gericht befanden. selbst als Augenzeugen, wie zwei be trunkene Bauern eine jüdische Familie abzuschlachten drohten ; die Bauern wur den zwar daran aehin irt, entkamen aber ungestraft. Keine einzige jüdische Familie wurde bei der Plünderung verschont; 3500 Familien ' leiden jetzt in Balta Hunger und sind von Angst ersullt, d& man sie ausschlachten" werde. Blö gestern fand man iu ooie uno vi Verwundete. Der bis jetzt verursachte Schaden beträgt circa zwei Millionen Rubel. Minder arg waren die Excesse gegen die Juden in Hotzeliewo, Dubostar.Okno. ! Der Berliner Provinzial Corrcspon denz vom 53. April gehen Berichte aus Balta vom 18. April zu, welche die schreckliche Hetze in einem noch schlimmeren Lichte erscheinen lassen. Demnach hat die Hetze vomOstermontag bis zumFrcitag gedauert und eist dann machte das Einwirken einer starken Abtheilung des Militärs dem Rauben, Sengen und Morden ein Ende. Es ist constatirt, daß etwa vierzig der Unglücklichen theils gemordet, theils lebend in die Flammen der brennenden Häuser geworfen worden sind; an 300 Personen, darunter viele Weiber und Kinder, liegen schwer ver mundet darnieder, eine große Zahl der Verwundeten wurde in den Spitälern von Odesia untergebracht. Täglich langen Waggons mit Lebcnsmitteln auö Odessa hier an, allein die Unglücklichen, für die diefe Sendungen bestimmt sind, irren obdachlos in der Umgebung der Stadt, dem gräßlichsten Elende üderlicfert, umher und sind nur schwer zur Rückkehr in die Stadt zu bewegen. Auch auö anderen Ortschaften des Gouverne ments langen tief betrübende Nachrichten über grausige Judenhetzcn ein ; man er zählt, daß in Latysszew von 80 Juden häufcrn nur noch 10existiren; 70 derselben sollen niedergebrannt und der Erde gleichgemacht worden sein." Ein anderer Bericht meldet : .Als die aus ProLknrow rcquirirten- Soldaten am zweiten Tage anlangten, nahm das Zerstören und Plündern nur noch zu, da ja der Pöbel weiß, daß das Militär mit gebundenen Händen erscheint und von seinen Massen unter keiner Bedingung Gebrauch machen darf. Erst der Gou verneur konnte am Mittwoch auf einige Zeit Ruhe schassen.Vom Inlande. Chi cag o ist der a rößte Brct? terMarkt der ganzen Welt. D. gesägten Bretter, die im vorige Jahre dort ankamen, reichen hin, einen Weg mit einzölligen Brettern , in der Breite von 14 Fuß zu bedecken, ' der genau die Länge des ErdAcquatorS hat. Die im Jahre 1881 in Michigan, Wisconsin und Minnesota ' producirten Bretter würden ausreichen, diesem Wege um den Aequator eine Breite von fünfzig Fuß zu geben. ; Henry B e r ah, der bekannte New zlorkcr Thiersreund, wurde neulich von einem Fuhrmann, den er verhaften wollte, weil der Mann seinen Maulesel maltraitirte, durchgeprügelt, vnd zwar dermaßen, daß er nahezu das Bemußt sein verlor.. Der: Fuhrmann wurde bald darauf von der Polizei verhaftet und sieht jetzt feiner Proefsirnng entge aen. . Die von Henry Bergh gegen ihn erhobene Anklage lautet aus Thier- und Menschcnquülcrel. Margarethe Bethel in Phi ladelphia lebte seit länger als zwanzig Jahren von der Mildthätigkeit zaylrel cher Mitglieder der St. Marcus Epis coval'ttirche daselbst. Auch von ande ren Personen wußte .daL Frauenzimmer Gaben dadurch zu ergattern, daß sie klagte, man laste sie Hunger sterben. Dieser Tage' starb die Person und ihre Freunde und Wohlthäter' wareN nicht wenig erstaunt, als in das durstige Zim mer ein Sarg gebracht wurde, der $200 gekostet hatte und sie weiter erfuhren, . m r- c . ctt ' ' : t . ? rr ... t Daß iicD oic Per on cm uapuai von udc: $10,000 zufammengegaunert hatte daö ihrer einzigen Tochter zufällt. ' Die lebten W o r t e. die De Lonj sprach, und die von einem Ohren zeugen berichtet werden, richtete er anNo ros und Nindermann bei deren Abreise. Sie lauteten : Findet Ihr Wildpret,
bann sehet zu un zurück ; i)l vies niqt der Fall, dann sucht nach Kuma Surka vorzudringen und sendet Hülfe von
dort." Dann sprach der Capltan ein Gebet und die Abreisenden und Zurückbleibenden schüttelten sich die Hände. Als Noros dem Correspondenten Collins die Hand reichte, sagte dieser : Freund, denke an mich, wenn Du nach New Vrk kommst." Allen standen Thränen in den Augen, aber ein drei maligeö Hurreh bildete trotzdem den Schluß der ffAsclfendrn Scene. F r a ll D e L o n g hat die ganze Zeit daher der Rückkehr ihres Gatten mit größter Zuversicht entgegen gesehen. Selbst die Nachricht von dem Untergänge des Schiffes hatte nicht vermöcht, ihr Vertrauen zu erschüttern. Als sie die erste Kunde von der Katä strophe vernahm, las sie den Freunden, welche ihr dieselbe überbrachten, folgende stelle aus dem letzten Briefe ihres Gatteu aus SanFrancisco vor: In drei Jahren hoffe ich Dich wiederzusehen. Aber warte länger aus mich, warte, bis Du hörst, daß' ein wirkliches Unglück uns betroffen bat. Warte auf uns, wir kehren zurück.- An ihren Bruder William C. Botter in New Vork hatte Frau DcLong erst noch vor einigen Tagen ge schrieben, sie freue sich, daß sie so gesund und kräftig fei, so könne sie ihrem Gat ten doch die beste Pflege zu Theil werden lasten; sie werde dcmfclben bis nach St. Petersburg entgcgcnreisen. I Philadelphia i st e 8 allgemein üblich, am Keuchhusten leidende Kinder nach der Gasanstalt zubringen und dieselben dort, die aus den Gas reinigungs Reservoirs aufsteigenden Dünste einathlncn zu lassen. Diese Dünste enthalten Ammornac und Schwe cl und letztere Stoffen beseitigen die in den Athmungsorganen sich ansammelnden Auswurjstoffc. Die Aerzte empseh en das Mittel, selbstverständlich mit Beobachtung der erforderlichen Vorsicht, die Einathmung darf z. B. nur mit Unterbrechungen und nicht so lange fort gesetzt werden, daß Athmungsbeschwer den eintreten. Unter den 20si2 Einwände rern, die am Samstag in Castle Garden landeten, erregten einige Söhne des steinigen Arabiens in ihren blauenPan talons, den gestickten rothen Jacken und den rothen Fetzen besondere Aufmcrk samkeit. Die Wüstcnföbne blickten mit stoischem Glclchmuthe auf die Reuglerl gen, welche die fremdländischen Gesellen anstierten; das Mailüsterle", das am Samstag auch in New Vork wehte, schien ihnen nicht zu behagen und in ihnen wehmüthige Erinnerungen an ihre Palmen, ihre feurigen BerberNosfe- zu er wecken. Die edeln Araber werden am Broadway aus Jerusalem importirte Kreuze verkaufen, bis dle Polizei sie we aen Zudringlichkeit und Bettelei zusam menpackt und nach Gibraltar oder Mar seme zuruckspedlrt, wle es schon so man chen ihrer braunen Landsleute passirt ist. Ein aus be lehrten chines lschen Methodisten bcstehendesMusikcorps gab dieser Tage zum Besten ihrer ver r i. , ? äir rr scomoeien irrnc in i?,nicaa,o ein onern liches Concert. Die Musik war ohrzerreißend, die Neuheit der Sache hatte aber em so zahlreiches Auditorium an gezogen daß der Reinertrag sich aus $2G0 bclicf. Der einzige Negerm na tionalen Rcprüsentantenbauscs ist Lynch aus Mi si sippi. Zu Ansang des Ihiz gcs war derselbe noch Sklave und des Lesens bis zu seinem vlerzehntenLebcns jähre unkundig. Das Schrnben erlernte er erst, als er bereits 15 Jahre alt war. Mlt dem 23. Lebcnsjabre war er Sprc cher in dem Unterhause der Legislatur von Mississippi und wurde mit 25 Iah ren zum ersten Male in den Congrcß gewählt. Er ist jetzt 31 Jahre als Als er 17 Jahre alt war, stand er bei einem Photographen im Dienste und wurde von demselben in die Kunst des Photo graphirens emgesuhrt, . die er dann auch bald selbstständia betrieb. Seit dem Jahre 18G9 befaßte er sich eifrig mit der Politik, versäumte es aber nicht, zugleich für seme eigcnenAngelegenhetten zu sorgen, so daß er jetzt in der Nähe von Natchcz eine 180 Acres umsasscnde Farm besitzt.. ' Capitön Hates von de.r Barke Corderas, welcher nach 5täaiger Reise von Gabron, einer sranzösischen Niederlassung an der'Westküste von Afrika am 4. d. M. in. New York lancctc,' berichte! von einem Angriffe eingeborener Seeräuber auf einen unter fran zösischer Flagge segelnden Kutter. Der letztere wurde, während er den Fluß Gaboon hinauffuhr, Ende Februar d. I. von Piraten in zwei mit Geschützen ausgerüstetenBooten überfallen, geentert und überwältigt. Die gefesfelte Mann fchaft wurde an'sUfer gebracht.. Sobald die Nachricht hiervon die franz.' Colonie erreichte, sandte ' diese ein Schiff zur Verfolgung der Seeräuber aus, welches an einer Stelle auf dieselben stieß, an welcher der Camo in den Caboon fließt. Die Piraten landeten, wurden von den Franzosen verfolgt, und.hierbei wurden der französische Schiffsarzt getödtet und drei Seesoldaten schwer verwundet. Die Seeräuber zogen sich in die für Euro päer unzugänglichenWalder zurück. Hier können sie sie sich ein ganzes Jahr halten und von den im Ueberfluß vorhandenen Bananen und Früchten des Man gobaumes mangisea Indera leben. Die Franzofen brannten das von Eingeborenen bewobnte Dorf Ninga nieder. Wahrscheinlich haben die Piraten die in ihrer Gewalt befindlichen Gesungenen nach und nach getödtet und aufgefressen. riiil. Kappaport, NecktSanwalt, 95 Hst Washington Str., Zimmer 12 und 18.
Jndienapoli, Jnd
Vom Slnölanse. -Preis-Ausfchreibunqsür sociale Fragen. Vor zwei Jahren hat Her: Jsaa! Pcreire in Paris mehrere Preise ausgesetzt für das Studium socialer Fragen und insbesondere derjenigen, welche auf die Linderung des Pauperismus Bezug haben. Der Wetteifer war bedeutend. Beinahe sechshundert Denkschriften sind der Jury un terbreitct worden. Sie brauchte 'ein Jahr, um alle diese Werke zu prüfen und zu classisicren. Heute liegt daö Resultat ihrer Arbeiten vor: Für die erste Preis-, frage, betreffend die Mittel zur Linde rung des Pauperismus, wurde der eiste Preis von 10,000 Francs dem Advoka ten Louis Baron aus Cccilis bei Gens zuerkannt, der zweite PrciS von 5000 Francs den Herren Georges Vilain in
Paris, Sparkaste - Beamten Alvarcs m Paris, Adolf Coste und G. Mamoz iu Paris ; für die zweite Frage, daS beste System für den öffentlichen Unterricht aller Abstufungen zu finden, erhielten . den ersten Preis von 10.000 Francs der Pariser Univcrsitäts Professor M. G. Hippcau, den zweiten Preis von 5000 Francs Herr Albert Gaucheux, Steuerbeamter in Braine (Aisne), und ein Ungenannter. Jewish World" bringt einige interessante Details über die sozialen und religiösen Gebräuche der schwarzen Juden in Indien. Die Mehr heit derselben sind Eingeborene der Ma labar-Küste, wo sie, besonders in de? Stadt Kotschim, m beträchtlicher Anzahl wohnen. Sie gelten der Sage nach . sür Abkömmlinge jener Juden, dieKönig SaZomon nach Indien gesendet, ' umElephanten sür ihn zu holen und in den Goldmmen zu arbeiten. Diefe Abkömm linge sind von den anderen Eingebore-, nen nicht zu unterscheiden. Sie kennen nur wenig Hebräisch, btt Sprache ist unter ihnen beinahe ausgestorben. Jetzt bedienen sie sich in ihren Schriften und Gebetbuchern der Hindusprache. Sie besitzen auch eine Art Bibel, die aber nicht gedruckt, sondern geschrieben ist. Von den religiösen Festtagen halten sie nur den Sabbath und Ostern, der Ver söhnungstag ist ihnen gänzlich unbe könnt. Auch bezüglich der Zubereitung ihrer Nahrung unterscheiden sie sich von anderen Juden, da ihre ursprünglichen . Sitten und Gebrauche durch eine dreitausendjährige Trennung von ihren Nellglonsgenoffen vielfach sich änderten. Sie leben ferner getrennt von den wei ßen Juden daselbst, da die Letzteren sie nicht als wirkliche Abkommen der jüdi. schen Race betrachten. - Hingegen rühmen sich die farbigen Juden des Besitzes von Freiheitsbricfen, dii sie von indi schen Herrschern erhielten,, so eineS sol. chen von König Tschandrackupta, der zur Zeit Alexander's des Großen lebte Sie, selbst nennen sich nicht Juden sondern .Söhne JsrattS-, und sie behaupten,' im ' Besitze einer Anzahl, heiliger Bücher, Autographen, zu sein, die von den Patriarchen geschrieben worden. Sie leben aber in großer Armuth, sind sehr un wiffend und verdienen ihren LebenSun terhalt durch Feldarbeit und Handwerk. Die Deutsch Zeitung in Wien, die unlängst der Hymne sür das deutsche Volk in Oesterreich von Joseph Winter einen Preis ertheilte, hatte eine zweite Bewerbung für eine singbare Me lobte zu dieser Hymne veranstaltet. ES stnd 1320 Composttivncn eingelaufen. Die Preisrichter haben aber keine Arbeit für prciSwürdig erkannt, fo'aß eineWiedercrholung der Preisausschreibung wahrscheinlich ist. Ermordung d erStiesmnttcr. In Pest ermordete am 18. Apr. der 22jährige Taglöhner Albert Wolf seine Stlesmutter. die Wascherm Ellsabeth Torma. Wolf wohnte mit feiner Stiefmutter als Afterpartei. Er wird von den Hausleuten "als stiller, arbeit samer Bulsche geschildert, der seinenVer dienst regelmäßig seiner Stiefmutter übergab. Der Ermordeten wird hinge gen lein gutes Leumunds-Zeugniß ausgestellt. Sie war unverträglich und ihrem Sticssohne gcgenitbcr geradezu tyrannisch. Ohne Ursache beschimpfte und schlug sie ihn wegen des kleinsten Fehlers, den er sich zu Schulden kommen ließ. Wolf kam Abends nach Hause und legte sich in de Küche zu Bette, da ihm seine Sticsmutter nicht erlaubte, imZimmer zu schlafen. ' Nach einer halben Stunde beilälifi kam auch seine Stief muttcr an und begann'sofolt den fchlasenden Wols zu drschiulpfen, wobei sie in so'.che Wulh geriety, das; sie ihn ohrfeigte, ibln das Hemd vom Leibe riv und lhn schließlich' aus dem .)ause jagen wollte. Wolf widasctzte sich, worauf die Sti' salutier ein neben dem Herde ge legcnes großes Veil aufhob und aeaen Wnls zuschlagen wollte. Nun ergnff er ihre H.nld und entriß idr das Beil. woraus sie in's Zimmer flüchtete. An der Thür cneichte er sie und versetzte ihr minder stumpfen Seile des Beils einen Hieb auf das Hinterhaupt. Die Frau fiel der Länge nach mit dem Gesichte zu Boden, worauf ihr Wolf noch zwei wei tcre Hiebe versetzte und sich wieder zu Bette legte. Ein Schloffer, welcher mit der Tsrma in einem Zimmern wohnte und bereits im Bette lag, erwachte auf den Lärm und war Zeuge der fchreckli chen Scene ; er sprang aus, doch war die Frau bereits todt, als er ihr zu Hilfe kam. ' ' ' ' 1 Ein auö Podwoloczyska der Wiener Fr. Preffe. zugekommener Bericht, der auf den - Aussagen ' von Flüchtlingen beruht, erzählt., folgende Episode welche 'die furchtbare Lage der Juden in Balta erkennen läßt : Dreißig oder vurztg; jüdische Frauen flüchteten mit ihren Kindern unter das Dach einer Betschule. .Mit verhaltenem Athem und eng zusammengedrückt lauschten sie den Vorgängen aus der Straße; da begann ein kleines Kind vorSchrecken zu weinen. Die Furcht,. dadurch 'verrathen. zu werden, verwandelte die Frauen in Megä ren, und sie würgten das Kind, welches die Mutter mehr todt als lebend den
