Indiana Tribüne, Volume 4, Number 235, Indianapolis, Marion County, 7 May 1882 — Page 7
Aas HiechnungsöuG t Lausfrau.
(3ul der Wiener deutschen Zeitun,.) Die Cltchsindung bewegt Jedermanns Brust, daß wir in einer ernsten und schvermüthigen Zeit leben. Die Star ken und Selbftvertrauenden freuen sich des ernsten Zuges und meinen, dieMen fchen mühen sich ad, um auf Erden ein wohnliches Dasein für Alle zu erarbeiten, weil sie den Glauben an daö Jenseits zu verlieren beginnen ; die Schwachen sät) len die menschliche Ohnmacht und meinen, fcie Welt liege im Argen. Die Zeit ni.Achen Wirkens und Schaffens sei gekommen, sagen die Einen; die Zeit, wo der Hauch der Poesie die Menschen erfreute, sei dahin, klagen die Andern. Und so viel ist gewiß : wenn Jemand ei nen Blick in da? Treiben der Geister vor wenig mehr als einem halben Jahrhun dert wirft, so muthet ihn. der poetische Duft, der AlleS umflorte, wunderbar an, und die Brust wird ihm weit, wenn er sich nahe fühlt den sonnig verklärten idealen Höhen, auf welchen die Besten jener Zeit sich im Leben und Dichten zusammen fanden. Und das läßt sich wieder nicht iestreiten, daß der dunkle Drang, der heute unsern Sinn gefangen hält, sich den Massen des Elends und der Noth zuwendet und die harte Ungleichheit der Gesellschaft zu mildern sucht. Wir sind von der idealen Höhe Herabgefliegen in die Schichten Derer, die denWeg zu uns nicht finden können. Wir reichen ihnen in die Tiefe ihres Unglücks, ihrer Befchränktheit und Kaumgeborenheit" die Hand und wollen Führer zu einem künftigen bessern Los sein. Ist Jemand, der leugnete, daß dies der unbewußte Zug der Gegenwart, die klare Aufgabe der Zukunst ist ? Ich glaube nicht, und es ist auch überflüssig darauf hinzuweisen, wenn es nicht zurRechtfertigung des Folgenden dienen und mirJndemnität für den spröden Stoss verschaffen sollte. Wenn wir die Aufgabe unserer Zeit darin wider gespiegelt finden, werden wir der Be Pachtung der Erscheinungen eine freudi gere Aufmerksamkeit zuwenden. ES würde mir gewiß keine Leserin ver zeihen, die eben das Wirthschaftsbuch ihre Hauswesens aus der Hand gelegt hat und erholungsbedürftig nach derZeitung greift, wenn ich freventlich ihre Auf merksamkeit wieder dem Rechnunsbuche zuwende. Wenn ich ihr aber an der Hand ernster Männer zeigen werde, daß sie Unrecht gethan, ihrRechenbuch nur als Rechenbuch zu betrachten; wenn sie erkennen wird, daß sie eine ganze Welt darin übersehen hat, als sie gemeint, so ein Haushaltungsbuch sei zwar sehr nützlich, aber im Grunde doch gar nicht in ieressant: vielleicht wird mir dann die begehrte Verzeihung werden. Seit dem Jahre 1853, in welchem der erste toternationale statistische Congreß in Brüssel fifi mit den SauZhaltunaS-Budgets der arbeitenden Classen beschäftigte, hat sich die Aufmerksamkeit der Socialpolitiker wiederholt der Betrachtung des HauswesenS der verschiedenen GesellschaftS claffen zugewendet. Duepetiau: in Belgien, Engel in Preußen, W. Riehl in Baiern. M. Wright in Boston haben sich theils demagogisch, theils statistisch mit der Untersuchung der Budgets derHausHaltungen, namentlich der arbeitenden Classen, beschäftigt. Im October1879 hat die in Berlin tagende Conferenz der statistischen Bureaux deutscher Städte eine dauernde Beobachtung der Ausga- . beN'BudgetS derArbeiterclassen geschlossen. Die Frucht derselben liegt bis jetzt noch in statistischen Fachschriften zerstreut. Eines ist nun gewiß. Ein geordnetes Hauswesen bedarf einer geordnetenBuchführung. Man mag die FamUie auf ' fassen.' wie man will, als für sich existirendeS Leben oder als Moment des gro ßen gesellschaftlichen Ganzen, man wird zugeben, daß daS Glück des häuslichen Lebens, das Wohl derFamilie, die geistige und körperliche Gesundheit auf der Ordnung deS Haushaltes beruhen. Und im Wohlstand des Einzelnen liegt der des Ganzen. Die große Bedeutung, welche die Regelung des Familienhaushalte und die strenge Ordnung deösel den für den. individuellen Hausstand hat, wurde daher auch allezeit anerkannt und vielfach zum Gegenstande zum Theile sehr anregend geschriebener Schriften gemacht. Die jüngste mir bekannte stammt aus den siebziger-Jahren und ist vom Pariser Gemeinderath H Leneveux ge schrieben. Sie betitelt sich Le budget du foyer (Das Budgetdes Hauses"). ES ist vom dem GedsnkQ beherrscht, daß man die Größe der Nation in dem Wohl sein deS Einzelnen suchen müsse, und die hohe Bedeutung, die der Haushalt der Familie hat, wird mit den Worten charakterisirt: DaS Budget der Familie ist im Meinen ein Bild jenes der Ge meinde. wie dies seinerseits der TvpuS für das Budaet des Staates ist. Aber das bedeutendste der drei ist nicht das an Ziffern relchste, tnoem Die yauplausgaben der Stdt und der Nation, so enorm sie auch erscheinen mögen, doch nur daö Resultat einer minimalen Ausgabe auf dem Budget der Familie sind." Der Inhalt der geforderten Ordnung ist stets der gleiche. Man möge Einnahmer und Ausgaben insGleichgewicht bringen. Die Ausgaben werden bestimmt durch die menschlichen Bedürfnisse, welche stetig und gleichmüßig sind für die verschiede nen Gesellschastsschichten. ' Die allgemeinen Rubriken lauten: Oesfentliche Abgaben, Wohnung, Möbel, Nahrung, Kleidung, Feuerung und Licht, Bildung und Unterricht, Gesundheitspflege, Ber sicherungen, Vergnügungen, unbestimmte Ausgaben. Die Einnahms Rubriken sind natürlich, individuell verschieden. WaS nun von jedem JamilienhauShalt in seinem Jnteresie gefordert wird ist Folgendes : Ein Voranschlag, das ist die Vertheilung der zu gewärtigenden Einnahmen an die diversen Bedürfnisse ; die Durchführung dieses Voranschlages, indem täglich die Einnahmen und Ausgaden systematisch aufgeschrieben oder wie der Kausmann sagt, gebucht- werden und darauf geachtet wird, daß dasPräliminare nicht überschritten wird. Dazu bedarf es nun wöchentlicher oder doch monatlicher Abschlüsse, damit man sich überzeugen könne, wie viel die einzelnen AuSgabS-Rubriken für sich in Anspruch
genommen haben, und welche Aenderun aen etwa vorzunehmen seien. Am Ende
eines teden Jahres habe ein Inventars . ? I zu liegen, oas nun vergnazen mir oen vorjährigen, die Vermehrung oder VerMinderung des Fami!ienVermögenS zeigt. Der Werth dieser- Schrift, wie der Werth aller allgemeinen Betrachtungen über etwas so Individuelles, wie die Ordnung der Hauswirthschast, liegt nur darin, daß sie in dem Leser das Bewußtsein von der Nothwendigkeit irgend einer Ordnung wecken und ihm alle Momente, welche auf die nothwendige und daher in Rechnung zu ziehende Veranderuvg feiner Wirthschaft einwirken kön nen, in allen möglichen Beleuchtungen vor Augen führen : das ist der erziehende Werth, welcher in solchen Schriften steckt. Sie haben aber wenn sie sich 'von der in Theorien verschwimmenden Allgemein heit abwenden und in die thatsächlichen Verhältnisse des Lebens vertiefen, einen nicht geringern Werth für die Gesetzgeber, für den Staatsmann. Ein berühmter staatswissenschastlicher Schriftsteller hat den Satz ausgesprochen, daß dieStaatswirthschaft das in Ziffern ausgedrückte, in Geld und Werth berechnete Bewußtsein der Staatsverwaltung sei. Und was ist die Wirthschaft der Familie Anderes, als ein in Gulden und Kreuzern dargestelltesBild des physischen und geistigen Lebens der Menschen, welche die je Familie bilden? Wir entnehmen einem Aussatz von Paul Dehn in den .An nalen des Deutschen Reiches" folgende Stelle : EinenEinblick in dieHaushal tungsbudgets gewisser Arbeiterclassen. gewann die Oeffenttichkeit durch den Um standdaßMitteJuni1880 unter den ober-, schlesischen Arbeitern zu Lichterfelde bei Berlin der Flecktypus ausbrach. Das Budget der Leute durchlies damals die Tagespresse; es war nur zu einfach; sie verausgabten täglich 20 Pfennig für Brot und Häring und den ganzen übri gen Theil ihrer Einnahmen für Branntwein, da sie für ihr gemeinschaftliches, ungelüstetes, erstickendes Nachtlager auf Stroh nichts zu zahlen hatten." Wenn das Staats-Budget das Bewußtsein der Staatsverwaltung genannt ttivd, verdienen die ArbeiterBudgets nicht das Gewissen der Staatsverwaltung genannt zu werden ? Es mag für einen großen Staatsmann nichts Lehrreicheres geben, als solche Haus stands-Budgets. Er mag in den Kreuzern undPsennkgen, mit denen da gerech net wird, dankenöwerthe Aufgaben für die Verwaltung erblicken. Es wird allgemein, auf Grundlage zahlreicherHaushaltungS'Budgets angenommen, daß wir bei 55 Percent für die Ernährung, 15 Percent für dleWohnung, den Rest für fonstige Bedürfnisse ver wenden. Abweichungen von diesem Mittelmaß werden durch hundert verschiedene Umstände bestimmt. Aber in gcknz verschiedener Welse bei einem großen und bei einem niedern Einkommen. Wir entnehmen z. B. dem erwähnten Aufsatz von Dehn, welcher verschiedene Einkommen von 25.000 Thaler Die Wohnung nur 8 Percent, bei einem Ein kommen von 2000 Thaler 15 'Percent und bei 300 Thaler 19 Percent verzehrt. Mehl und Brot mmmt, dieselbe Nel hensolge beibehalten, 1.3, 3.8 und 17.3 Percent deS Einkommens in Anspruch. Gewöhnliches Fleisch 4.7, 10.6 und 15 Percent. Engel hat gjoe und umfas sende Untersuchungen bezüglich des Verhältnisses der Ausgaben für Nahrung überhaupt angestellt und die Erfahrung gemacht, daß die Ausgaben für die Nah rung bei geringem Einkommen immer einen größern Percentsatz beanspruchen, als bei einem etwas HSHern. Nach seinen Untersuchungen stellt sich dieReihe so: Wenn das gesammte jährliche Einkommen einer Familie 160 Mark beträgt, so nehmen die Ausgaben für die Nahrung davon in in Anspruch : 72.96 Percent, bei einem Einkommen von 240 Mark 71.43 Per cent, bei 320 Mark 70.11 Percent, bei 400 Mark 68.85 Percent, bei 800 Mark 64 Percent, bei 1200 Mark 60.75 Percent, bei 2400 Mark 56.90 Percent. Das weitere Resultat der Untersuchung zeigte eine stetige Abnahme der Ausgaben für die Geistes-, Gesundheitspflegesicherungen u. s. w. Nach den Untersuchungen Ducpetiau über den Haushalt belgischer Arbeiter ergab sich, daß von der Gesammtheit der Einnahmen ausgegeben wurden sür physische Erhaltung 96.58 Percent, sür die übrigen Le benszwecke 3.42 Percent. Eine Untersuchung der Qualität der Nahrung ergab per Kopf und Jahr 210.5 Kilos Brot und 9.5 Kilos Fleisch. M. Wright, Direktor des Bureau for statistics of labor in Boston, prüfte 397 ArbeiterHaushaltungen im Staate Massachusetts und kam hier zu demselben von Engel und Ducpetiaux in Deutschland und Belgien conflatirten Verhältnisse. ES betrugen danach die Ausgaben sür physische Erhaltung 95.95 Percent, für die übrigen Bedürfnisse 4.05 Percent. Die angesührten Untersuchungen er strecken sich zum großen Theile nur aus die arbeitenden Classen. Hier hat sich blöher das größte Material gefunden, und es besteht kein Zweifel, daß in man chen Staaten Ernst damit gemacht wird. die Resultate dieser Untersuchungen als leitende Genchtspunlte für die Verwal tung des Steuerwesens und des socialen Lebens zu betrachten. Eine segensreiche Aufgabe wäre es aber nun, die Hausbaltunas'Budaets verschiedener Classen, verschiedener Oertlichkeiten der Kenntniß tüchtiger Statistiker zuzuführen. Engel nimmt nicht mit Unrecht an, daß für aleicbe Einkommenaroßen derselben Ge sellschastsschichte ein ordentlich geführtes Rechnungsbuch typisch sei und daher di; w 2 AUl leuung einiger ounoeri Illlloneil in ' ait einem laaie genüge, um kui vcjuumu bild der Lebensverhältnisse zu ermögli chen. Da die menschlien Bedürfnisse ja sehr stationär und gleichmäßig sind, ist eine solche Annahme wohl begründet. Menschen desselben B'ldungs'Niveaus werden bei gleichem Einkommen ungefähr die gleichen Ausgaben machen. Eine Schwierigkeit bei der Vergleichung verschiedener FamilieN'Haushaltungen ist die, daß mc.n ja nie dieselbe Einheit hat. Hier hat man 500 fl. Einkommen und drei Fa:nilien-Mitglieder, hier wieder ein Einkoimen von 1500 fl und vier Familiene:iossen, da 800 fl. Einnahme und zwei Personen, u. s. w.,
und die Personen stets verschiedenen Al terS und Geschlechts, also verschieden in ihrer ComsumtionSsahigkeit. Wie soll man bestimmen und messen, um wie viel die eine Familie schlimmer oder besser da ran ist als die andere. Hier hat nun Engel einen sinnreichen Gedanken. Er reducirt die FamilienMitglieder auf Einheiten. Ein Kind von unter bis zu 10 Jahren ist gleich 1 Einheit, ein Kind von über 10 bis 14 bei Mödchen, bis 15 Jahren bei Knaben gleich 1.25 Einheiten, eine männliche Person von über. 15 Jahren gleich 2 Einheiten, eine weibliche Person dieses Alters gleich 1.5 Einheiten. 'Das bedeutet, daß daS, was ein bis zu 10 Jahren altes Kind consumirt, gleich einer Einheit gesetzt wird. Der bedeutend größere Verbrauch der übrigen Familien-Mitglieder erfordert natürlich mehr Einheiten. DEun auch noch die Verschiedenheiten dcr'"(9e schlecht? berücksichtigt werden müssen, ergeben sich dann obige Verhältnißzahlen. Kennt man nun die Familien-Mitglie-der, so kann man berechnen, aus wie viel Einheiten dieselben bestehen, und hierauf im Haushalte Einnahmen und Ausgaben auf die Einheit reduciren, durch eine einfache Division. Besteht eine Familie zum Beispiel aus Vater, Mutter und zwei Kindern über fünfzehn Jahren, so haben wir hier 2 1.5, und zweimal 1. 2;, also im Ganzen 6 Einheiten. Gibt d iese Familie für ihre Wohnung 300 fl. aus, so kommen aus die Einheit für Wohnung 60 fl. DieWohnungsAusgäbe einer andern Familie in gleicher Weise reducirt auf die Einheit ermöglicht einen ganz exacten Vergleich der Woh nungsverhältnisse der beiden Familien. Würden diese patistischenUntersuchungen sich nun über eine große Anzahl von Haushaltungs'Budgets ausdehnen und eine möglichste Zergliederung der Einnahms und AusgadsRubriken uach den verschiedenen ihnen zu Grunde liegenden Verhältnissen vornehmen, so wäre es da durch möglich gemacht, gleichwie die Meteorologen die klimatischen Verhältnisse messen, das sociale Klima", wie Engel sich ausdrückt, zu einer bestimmten Zeit in einer bestimmten Gegend zu messen und dadurch eine sichere Grundlage für unsere socialen Ausgaben zu gewinnen. Die Aussührung dieses Gedankens dürfen wir nun nicht, wie wir es nur zu sehr bei allen ins Große gehenden Din-
gen gewohnt sind, vom Staate erwar ten. Jeder Einzelne kann seinScherflein beitragen. Oder besier würde ich sagen, jede Einzelne, denn schließlich sind es doch die Hausfrauen, welchen die Mühe der Buchführung im Haushalte übertragen ist. Wenn sich ein Centralpunkt zur Sammlung und Verwerthung von Haushaltungsbüchern gebildet haben wird, dann werden unsere Hausfrauen Diejenigen sein, an welche die Bitte ergeht, das Unternehmen durch (natürlich anonyme) Preiögebung ihrerRechnungS bücher zu unterstützen. Und wenn die Hausfrau sieht, welch' hohe Bedeutung ihren Rechnungsbüchern zukommt, nicht bloß für ihre Wirthschaft, fondern für die Lösung jener großen wlrthschastuchen Fragen, über die der Mann bisher vor ihr nur manchmal geheimnißvoll ein großes Wort gelassen ausspricht, dann wird canqes wieoer gut weroen, was unsere Zeit schlecht gemacht hat. Die Frau wird vielleicht wieder finden, daß ihreStellung im Hause als Hausfrau, das heißt als Hüterin der Ordnung im Haushalte, doch keine so verachtenswerthe ist, wie die Emancipationszeit meint, und die Kla gen werden vielleicht verschwinden, die man manchmal Hort, daß die Frau für all' die S oi gen und Plackereien, die ihre häuslichen Aufgaben erfordern, so geringen Dank ernte. Aie 5itte. Die Sitte ist das zum Willen der Individuen gewordene Recht. Ein Wille, dessen Inhalt das Recht ist, will mcht dieses oder jenes besondere Recht als besonderes, sondern als Recht oder als Dasein der Freiheit überhaupt ; er ist ein williges, freies Anerkennen anderer Personen, ein der Gewalt eigenwilliger Interessen entrissenes, selbstbewußtes und vervünstigeö Benehmen des Mefchen gegen andere seines Gleichen. Dieses Benehmen kann nicht gegen Alle dasselbe sein, da nicht alle Personen eine gleiche Vernunft haben ; einige unter ihnen vergessen sich und willen daS Unrecht, andere lieben daS Recht und erknnen es an. Gegen den Ungerechten hat der sittliche Mensch sein Recht zu vertheidigen, und der Wille, welcher von der Nothwendigkeit und Vernünstigkeit dieser Vertheidignng durchdrungen ist, ist die Tapferkeit, wel ehe sich energisch durch die That ausspricht und die wahre Giltigkelt des Rechts gegen daS Unrecht durchsetzt. Wie der Mensch nun auf diese Weise Achtung erzwingt, wo sie verweigert wird, so ist er auch bereit, das Recht und die Freiheit Desjenigen anzuerkennen, welcher ihn als frei anerkennt und also selbst wirklich Person ist. Diese Bereitwilligkeit drückt sich in der wirklichen Anerkennung des Rechts als ein Dasein der Ehre und der rechtlichen Gesinnung, als Ehrlichkeit und Rechtschaffenheit auS. Die echte Tapferkeit ist rechtschaffen, denn sie will däS, was recht ist; und die Rechtschaffenheit ist tapfer, denn sie dringt durch ihr eigenes Wesen auf eine unbedingte Anerkennung, Tapferkeit und Rechtschaffenheit sind die Tugenden der Person, welche rechtlich gesinnt ist, und pel len ihr Verhältniß zu anderen Personen, als freien Individuen, dar. Dieses ihr Verhältniß zu Anderen wird indeß noch mniger und würdiger, wenn die Anderen nicht blos frei, sondern ebenfalls sittlich sind und selbst die Vernunft wollen; denn dann entfleht eine wirkliche sittliche Beziehung unter den Individuen, die Sitte wird wirklich. Die Art und Weise, wie Menschen in der Sitte vereinigt werden, wollen wir hier betrachten. Die Person als solche erkennt andere Personen an, betrachtet die Freiheit der selben als echte, durch sich bestehende und schlechterdings unadhängiae Realität. Aber sie ehrt die Freiheit nur so, wie diese existirt, denn nur die existirende Freiheit-kann von ihr erkannt werden. Nun ist die Freiheit des Individuums in der Svhäre des Rechts blos vereinzelt in ' der Individualität der Person, in den
Interessen und besonderen Zwecken, welche dieselbe verfolgt, gegenwärtig. Also besteht das Wesentliche der rechtlichen Anerkennung in einem Anerkennen individueller Willensacte, Und da da 5 Individuelle gerade dadurch geehrt wird, daß eö als das, was es ist,, als Jndivi duelles gilt und durch keine ungerechten Eingriffe gestört wird, so ist daS Ane? kennen der Personen als solche nichts Andere, als ein ausschließendes Verhalten derselben in Beziehung aus Alles, was zu ihrer Besonderheit zu rechnen ist. Die Personen ehren sich, indem sie sich ausschließen und sich nicht um einander bekümmern; keine sorgt für die andere, und jede verlangt, daß die Uebrigen sie in dem, waS sie will und thut, ruhig ihren Gang gehen lasten. Aber sobald die Personen sich als sittliche. Individuen erkennen, ändert sich ihr gegenseitiges Verhalten durchaus; denn nun sieht die Person, daß die andere nicht diesen oder jenen besonderen Zweck als solchen.im Auge hat, sondern daß sie in diesem Zwecke nur das Allge meine, die Vernunft, will.' Hiermit er kennt sie; daß die andere nichts will, als Dasjenige, was ihr eigener Wille ist, nämlich die Freiheit, daß also der Wille der anderen mit den ihrigen nicht nur an sich, sondern auch in seinem Gegenstände, oder in seinem Dasein, identisch ist. Die sittlichen Individuen erkennen, daß sie nur scheinbar von einander ver schieden, aber in dem, waS das Wahre und Wesentliche ist, in dem Inhalte ihres Willens, schlechterdings eins sind. , Dieser Inhalt ist nicht ein besonderer Zweck, sondern, wie gesagt, die Vernunft selbst. Und da der Wille, welcher die Vernunft will, nicht von ihr unterschieden, sondern selbst die Vernunft ist, so fehlen die Personen, als sittliche Individuen, sich als eine Person. Es ist gleichgiltig, ob sie sich auf diese oder jene Weise als eine Person erkennen. Wenn der Wille des Menschen redlicher und sittlicher Wille ist, so wird er sich in dem, was der Mensch thut, als das, was er ist, zuverlässig ausdrücken und zu erkennen sein. Mit dieser Erkenntniß fällt die Schei dewand, welche die Personen als Jndividuen von einander getrennt hielt, vor ihren Blicken nieder; 'sie haben nicht nöthig, auf ein Anerkennen ihrer Frei-
heit zn dringen, wo diese Anerkennung nicht mehr verweigert, sondern willig gegeben wird. Da das Dasein der Persönlichkeit die Individualität ist, so erhält auch diese, wenn die Geister unter sich einig sind, eine höhere Würde, als sie früher gehabt hat; denn m dieser Individualität gerade wird die Persönlichkeit anerkannt und geehrt, und das wiffen dle Individuen. Während sie als Personen von einander getrennt hielten, um ihr Recht, ihre Ehre unver letzt zu bewahren, treten sie nun m der Gewißheit von der Realität und der all gemein anerkannten Würde ihres Geist es ohne Mißtrauen einander näher und verbinden sich gegenseitig zu freien, gefelligen Verhältniffen. Die Gesellig, leit ist der eigentliche Begriff der Mim..L l cyen Beziehungen, jic fingen ver Vernunft führt die an sich getrennten Individuen zur Einheit emes geselligen Lebens. Im geselligen Leben interessiren sich die Personen sür einander als vernünftige Wesen und als Individuen. Waren !ie nur vernünftig und nicht Individuen, 0 würden sie nicht vereinzelt neben einander, sondern unmittelbar eine Vernunft sein ; da sie aber Individuen sind und Individualität in besonderen Willexsacten ausgedrückt und von Andern ver nommen wird, so erscheint auch ihre Geselligkezt als ein besonderes, immer hervortretendes und immer wieder, verschwindendes Benehmen ihrer Vernunft, als ein wechselseitiges, ewig sich erneuerndes Bekanntwerden und ' Anziehen. Sie theilen sich mit, waS sie denken und wollen, und sie 'finden, daß sie darin ganz übereinstimmen. Sie blicken auf ihre Handlungen und bemerken, daß die Weise ihres Thuns im Wesentlichen keine verschiedene ist. Ihre ganze Individualität wird tönen aus diese Weise gegenseitig zu einem verständlichen, durchsichtigen Dasein, worin sie die Wirklichkeit des vernünftigen Willens rein und völlig ungetrübt Z anschauen. So vergeht die Einsamkeit, welche die Person als abgeschloffeneK Individuum fühlen muß, und indem ihr Wille mit dem Willen anderer Personen zusammenfällt, tritt auch ein gemeinschaftliches, freieres Leben unter den Menschen ein. Das System der Sitte erscheint als ein System' sittlicher Beziehungen unter den Menschen. Nachdem die Personen als freie Wesen einig sind, müssen sie es auch als Individuen sein, da die Freiheit der Individualität gerade gegenwärtig und zu erkennen ist. . Diese unmittelbare Einheit vernünftiger Jndividuen ist die gegenseitige Zuneigung derselben, die Liebe und Gegenliebe. Die Zuneigung ist durchaus individuell. Zweitens spricht sich die Rechtlichkeit der Person in ihrem Thun ausund erweckt in Anderen die Ueberzeugung von dem rechtlichen Willen der Person, das Vertrauen. Der sittliche Mensch hegt gegen Andere, weil sie Menschen sind. Zu trauen, setzt die Rechtschaffenheit derselben voraus und scheut sich .darum nicht, sich in seinen Geschäften in einen gegenfeitigen Verkehr mit ihnen einzulassen. Die Rechtschaffenheit des Individuums giebt Allen daS Ihrige, oder das Recht als Recht. So spricht sie dieses nicht blos in einer besonderen That wirklich aus, sondern bestimmt durch ein allge meines Urtheil die Giltigkeit des Rechts als vernünftig und nothwendig überHaupt. Sie sekt das Recht fest und giebt zu erkennen, daß sie es nicht nur . r , r mm, mal nur uoi, onoern oa& ne es um seinetwillen, und nur um seinetwillen, anerkennt; diese Gesinnung ist die Gerechtigkeit. Die Gerechtigkeit ist selbst ganz objectiv und allgemun gütig, wah rend die Rechtschaffenheit noch' ein subjectiveö Benehmen des Individuums darstellt. Daher sordert die Gerechtiqkeit sür ihre Aussprüche eine unbedingte Anerkennung, leidet keinen besonderen widersprechenden Willen neben sich und zwingt die Individuen alle durch die Kraft der Vernunft zur freien Vereh rung und , Unterwerfung,' zum Gehör sam. Also wechselseitige Zuneigung der Individuen, Recht.schaffenheit und Zu
trauen in besonderen Geschäften, Gerechtigkeit und allgemeiner Gehorsam sind die drei Stufen deS gebildeten, sittlichenLebens. Sie sind das Band, welches die Menschen, insofern sie daö Rechte lieben, zufammenhält, die Basis, auf welcher die wirklichen sittlichen Verhältnisse beruhen. (Bad. Schulz.)
An einem Fariser FVotogra-?yen-Atekier. Der Englische Dramaturg Mr. G. R. Sims schreibt unter den Namen Dago et im .Phot. News Sieb oabe stets eine aroke Abnelanna gegen daö Photographirrwerden gehabt. Wie oft schon habe ich nicht einen wackeren Anlauf genommen und mich in Wichs geworfen, vor dem Spiegel em aewmnendes Lächeln eingeübt und mir fast den Hals verrenkt in dem Bestreben, die imponirendste Seite meines Gesichts herauszufinden. Dann, nachdem ich meine Nerven aestählt und in einem Kampfe mit meiner Cravatte, welche eine obstinateNeigung,heraufzurutschen,hatte, als Sieger hervorging, faßte ich den desperaten Entschluß, dem Photographen . und seinem gefürchteten Jnstrumente kühn ins Auge zu blicken ; leider um damit zu enden, daß ich an der Thür von meiner alten Zaghaftigkeit überfallen ward. Ich kann mein Gefühl nur mit der Furcht vergleichen, welche ich als Schuljunge stets hatte, wenn ich zum Zahnarzt ging, um mir einen Zahn ausziehen zu lassen, und voll Angst und Zagen die Klingel ergriff. Endlich jedoch bemeisterte ich meine Furcht. Eines Tages während ich auf den Boulevards flarnrte, entschloß ich mich zum Photographiren. Ich stieg die zwei Treppen eines feinen Hauses auf dem Boulevard des Capucines zum Künstler hinan, griff nach der Glocke und läutete. Es war die Energie der Verzweiflung. Ich wußte, hätte ich nur ei nen Augenblick gezögert, so hatte ich mich zur schmählichen. Flucht gewandt. Ehe ich mich von der Ueberraschung erholte. welche meine Kühnheit mir verursachte, sah ich mich in ein pompös ausgestaltetes Appartement bineincomvlimentirt. Ein wunderschönes männliches Wesen schmeichelte mir von der Thürschwelle ln und zwitscherte so süß in mich hinein. wie eine junge, zärtliche Mutter, welche ihren Erstgebornen laufen lehrt. Die ses Wesen war so höflich, so zart, so ermuthigend, daß ich, nachdem ich Bitte, Monsieur, ich möchte photographirt werden" qestammelt hatte, mich ordentlich tapfer und muthig fühlte und mit Vertrauen für ein neues Experiment präpa rlrte. ES war a'ich ein neues Experiment ! Oh ! Photographie, wohin bist du ge kommen ! Von dieser Stunde an habe ich allen Glauben in die Portraits von Celebritäten verloren. Ich selbst bin so überschwänglich schön durch dieMani pulationen eines, französischen modernen Kunstlers ausgefallen, daß ich fast den ganzen Tag abforbirt in Träumerei über diesem, meinem sogenannten Vortrait sitze. Ich habe zu diesem Bilde gesessen; aber bin ich eö? Kann ich es nur sein ? Kommt naher heran zu mir. Freude meiner Jugend. Genügte Leser, schwören Sie mem Geheimnik nie zu verrathen, und ich erzähle Ihnen, wie es gemacht wurde. DiePhotographie ist jetzt populär in allen ihren Formen und so tief eingedrungen in das allgemeine Interesse, daß ich überzeugt bin, ein Blick hinter die Coulissen eines modernen Lichtbildners, hätte bald gesagt Schön färberö im Portraitfache dürfte willkommen fem. Hier ist unsere Conversation mit Handlung" wie sie thatsächlich stattfand : Scene-: Em vhot.igraphischeS AteHer in Paris. (ElnOpfer wird entdeckt,welcheS höchst unbequem in einem hochlehnigen Stuhle sitzt ; fein Kopf ist eingeschraubt, und seine Augen stieren, der schrecklichen Dinge harrend, die da kommen sollen, in die glitzernde Tiefe desJnstrumentes.) Operateur: Einen Augenblick; Monsieur's Bart wird zu dunkel erschei nen. Alphonso, erwas Puder in den Bart von Monsieur. (Assistent gibt etwas Puder an Bart und Haar des Opfers.) Opfer: Aber bitte, hören Sie 'mal. mein Haar ist nicht weiß. Operateur, Ah, Pardon, Monsieur, das wird ganz exquisit herauskammen. Alphonso, bringen Sie gefälligst die Nase von Monsieur etwas besser heraus. Monsieur hat eine exquisite Nase. (Assistent schattirt die Nase von beiden . . 4 or'.p. v enen mir einem injei.) Opfer: Aber wirklich, ich Operateur (sieht durch die Came ra auf daöOpser) Excellent ! Monsieur'S Augenbrauen sind etwas zu hell für ein gutes Portrait. Alphonso, etwas mehr rwt ? cm . r ' Augenorauen ui conneur. (Assistent macht mehr Augenbrauen mit Etwas in einem Papier, welches wie ein Stengel Lakritzen aussieht.) Opfer: Mein Herr, ich unterwerfe mich dem nicht, ich mag nicht angemalt sein. Ich, Operateur: Etwas Farbe auf Monsieurs Wangen. Opfer: Herr! Halten Sie mich für einen Clown ? Ich bin ein englischer Journa Operateur: Ah, bitte, bleiben Sie so, Monsieur, diese Pose ist excellent, distinguirt. Die Animation ist das Ideal der Perfection. O p f er (fürchtet sich irgend welche Be wegung zu machen, weil er glaubt, jeden Augenblick wird exponirt) : Bin ich schon aufgenommen? Operateur: Nein, Monsieur.Ah der Ausdruck noch etwas freundlicher. Opfer: Ich mag nicht grinsen. Thue es auch sonst nickt. O p e r a t e u r : Ah Monsieur M113 nicht die linke Augenbraue in die Höh: ziehen. O p s er: Die linke Augenbraue ziehe ich aber stets in die Höie. Der große englische Carricaturist Mr.Alsred Bryan hat Operateur: Pardon, Monsieur. Sie sitzen nicht zu einer Carricarur. Ah, so. Es ist sehr hübsch in Haltung, Äarmant im Ausdruc? so, lächeln Sie mich an. Sehr schön. Ich fange an 1 1 . .
(DaS Opfer spielt während 40' Seeunden Marmorstatue und weiß nicht sicher, ob auf seinem Gesicht idiotisches Grinsen oder unterdrückte Wuth ausgeprägt ist.) Operateur: Danke, sehr gut.. Opfer: Gott sei Dank. (Schüttelt sich wie ein Pudel, welcher aus dem Wasser kommt, dehnt die Muskeln aus, athmet tief auf und stürzt die Stiegen hinab auf die Straße.) Eine V olks m eng e a uf- d er Straße; Ah, seht dort den verrückten Kerl 5 Ein Engländer mit Mehl im Bar te, schwarz gemalter Nase und roth angestrichenen Wangen. Halloh ! kommt her, seht ! Opfer: Grundgütiger Himmel.Jch habe vergessen mein Portrait abzuwa schen. (Springt in einen geschlossenen Fiaker und fährt im schnellsten Tempo nach dem Hotel. Wahr, jedes Wort wahr, mes amis. Die Photographie jedoch ist eine Compensation für alle die Torturen, welche ich. ausstehen mußte. Sie sieht mir zwar nicht ähnlich, sondern ist jas Portrait irgend eines vollkommenen Wesens, dessen Nase, Mund und Gesichtsausdruck künstlich fabricirt ward, um den besten Eindruck zu machen. Oh, Photographie, du solltest der Jnnbegriff alles Wahren sein, wohin bist du gekommen..
Liede nd Narryeit bei sechs - eurspäifchen Nationen. Der Eugländer liebt am Weibe Ernst und Würde ; der Russe Geist und Schönheit; der Italiener die Hingebung ; der Spanier verzehrende Gluth; der Franzose feines Benehmen; der Deutsche die Häuslichkeit. Der verliebte Engländer in der Verzweiflung trinkt Punsck; der Russe Branntwein; Italiener und Spanier trinken Gift ; der Franzose trinkt Champagner, und der Deutsche Rheinwein. Der Engländer reis't auS Liebe ; der Russe kämpft aus Liebe ; Italiener und Spanier singen aus Liebe; Franzosen tanzen, und Deutschetrinken und schmausen aus Liebe. Aus unglücklicher Liebe oder aus Eifer sucht werden Engländer den Spleen bekommen und sich erhängen oder ersäufen ; Russen sich duellinn oder prügeln ; Italiener und Spanler sich erdolchen; die Franzosen sich wieder ver lieben, und Deutsche hypochondrisch werden. Engländer achten, Russen schmücken, Italiener und Spanier bewachen, Franzosen vergöttern, und Deutsche besingen die Geliebte. Der Engländer ist philosophisch, der Russe ist natürlich, Italiener und Spanier sind rasend, der Franzose ist galant,, und der Deutsche ist poetisch verlieft. Der englische Narr ist originell nd genial, der russische ist derb, der italie Nische ist fein, der spanische ist gravitätisch, der französische ist galant, und der deutsche Narr ist gelehrt. Die Hauptquelle der Narrheit deS Engländers ist Regierungseinfluß; die des RussenNatürlichkeit ; die des Italieners das dolce far niente ; die deS Spaniers Adelstolz; die des Franzosen WeltHerrschaft ; die des Deutschen Ueber schwenglichkeit. Der englische Narr philosophirt ; der russische tobt 5 der italienische spielt Intriguen ; der spanische macht Donquichotterien ;. der französische Windbeuteleien, und der deutsche Affenftreiche. Der englische Narr wird bewundert, der russische geprügelt, der italienische belacht, der spanische gefürchtet, der französische bemitleidet, der deutsche eingesperrt. Schulhumor. In einem Gymnasium wurde als Thema zu einem lateinischen Aufsatz gegeben : Schilderung der Gefühle beim Besteigen eines hohen Berges." Viele lieferten weit ausgesponnene poetische Herzensergüsse. Einer aber hatte zur Darstellung des Gegenstandes nur drei Worte gebraucht, sein Aussatz lautete: Utinam essern supra !" (Wenn ich nur schon droben wäre !) Unter lebhafter Heiterkeit deS Professors und der Schüler wurde diesem die Palme zuerkannt. Herrn Adolf Gottlieb Meyer aus Leipzig. Dresden, Jan. 26. Logis.'. 3. Service 1. 1 Diner 3. 1 Flasche St. Julien 3. 1 Souper 3. Tl. 38. Meyer : .Aber was ist denn daö? Für einen Tag Mk. 38 ? Oberkellner : Ach, verzeihen Sie, ich habe aus Versehen das Datum bin,uaddirt Men. er : Na, addiren Sie nur nächstens nicht 4 ' emmat oie Jahreszahl hinzu r Die Abrichtung d e'r T y l e e. Wie Darwin erklärt, beruht der Erfolg von AbrichtunaSversu chen allein auf der Aufmerksamkeit", welche daS abzurichtende Thier seinem Lehrer schenkt, indem das unaufmerksame, flatterhafte nur geringen Erfolg verspricht. Er erzählt als Beleg hierfür folgenden Fall : Ein Mann, der Affen abrichtete. Pflegte die gewöhnlichsten Arten von der Zoologischen Gesellschaft in London zum Preise von fünf Pfd. St das Stück zu kaufen, erbot sich m,. die doppelte Summe zu zahlen, wem, ihm erlaubt sei, drei oder Diu:, derselben einige Tage bei sich zu behagn, um einen auszuwählen. Auf die Frage, wie es möglich sei, daß er schon bald sehe, ob ein Affe sich als ein guter Sqüler herausbilden werde, antwortete er, daß Alles von der Fähigkeit, aufzumerken. abhänge. Würde die Anfrrksamkeit des Affen, während er mit ihm svräche und ihm irgend- etwas erkläre, leicht abgezogen, f es durch eine Fliege an der Wand oder irgend ewen anderen unbedeutenden Gegenstand, so sei alle Mühe vergebens. Bersuche er, einen unausmerksamen Affen durch Strafe heranzu;nhen, so lverde er bösartig. Andererseits meinte er. daß ein Affe, welcher sich aufmerksam zeig?, immer abgerichtet verdm lönne. Naive Frage. Gast. Kellnerin 1 Ist das a Som? merbier V Kellnerin. Nein, warum V Gast. .Weil'S halt so warm ist." ,
Lluö dem Worden. it lheilweifkr Benutzun deS nsfischen Gkhtim.nchiö.
Ich weiß an des Eismeeres Borden, Zm Schatten der Birken versteckt. Ein Landchen hoch oben im Norden, Von keiner Kultur nzch beleckt Da wachst noch in buschigen Köpfen Krbabener Ur.nt?n.f. ri In weichselverflochtenen 5Zns,n . Ist noch manches And're versteckt. Hub Väterchen hat viele Taschen blinkendem Golde aefüllt turn Ein wenia ng darf Jeder d'us naschen, mer ist, der ihn drob schilt Und Keiner Und wie auf dem Felde der Ehre tnftto0tn4faM. ffr.. ' Mit uiiniivmim Viian gehn auch dem Langfinger.Heere Serrst ltttnrn1 " So Die VV. MVM.V vtllil. Der Admiral auf der Psponika Ihm folgt der besternte Schwärm Die Räthe auf eff" und auf oft" da': " Dahinter Pristaw und Gensdarm. Dann kommen im Städtchen die SchrnVl, Der Page im Kirchenornat. Die Männer, die Kinder, die We!K,r am::.i. v (m?i . v ., lvu X'llillUt MW -JJIVUU) uno V3010QI. Die Ehrlichkeit kann wohl bklllückkn, . - Pt f 4 v . 2) es seitens same uttur. Doch nimmermehr kann sie berücken Des Ostens urfrische Aatur. Und taucht mal zur goldenen Tiefe Zu kräftig hinab eine Hand, Dann rügt's im geheimen Archive Des Väterchens Rothpist am Rand. Dort steht es Jahrhunderte heiter. rri y. 1 . p c p . ..... eoucyi aus oemieivizen ttiea, Sie lefen's und stehlen dann veiter. Und weiter hat'S auch keinen Zsetf! (Ulk.) Alphabetische Verwarnung anSko veltss, allaS Kobel. Mensch, betrage Dich etwas nobel, ' Wenn Du wirklich stammst von Kobek Hall gefälligst Deinen Schnabel, Alarmir' nicht Draht und Xadel. Sonst denkt Jeder, nimm's nickt übel? Aus Dir spricht der Wodki-Xusbsl. Folgst Du nicht, hol' Dir der Deibel. 'unne aus der nie de Keibel. (Mk.) - - Frühlingssehnen. Lieutenant A.: Jslt1 mal. ampS . ich freue mir ungeheuer auf den ersten 'mai: Lieutenant B.: .So? eint Spazierritt vor. oder eine öandnarti- in Damengesellschaft ? ttutenant A.: ,Det nich, Jutesier, sondern meine Aprilgage ist bereits alle Urkundlicher Beleg. Richter : Diese Person hier bestreik, Sie überhauvt nur au kennen. ßi k.. Häupten, ihr geschiedener Ehemann zu kZ ttN.v. ra. . oceic yaoen KQXt Tut diese Behauptung beizubringen ? Arbeiter: Jo. sebr einfa fr derfe Se nor die Schmarre do an. mein opp ansehe, die stamme von ihrer Feuerzang ! - Im Amtseifer. Der Präsident des Gerichtshofes ver kündet in einer pikanten Ehescheidung?sache, welche die Eallerie des Gerichtssaales namentlich mit weiblichem Publi kum angefüllt hatte, den Beschluß de? Gerichts, daß die Oeffenttichkeit in dieser Sache, weil sie der Sittlichkeit Gefahr . drohe, ausgeschloffen sein solle. Da daS Publikum aber keine Anstalten macht, den Sitzungssaal zu räumen, giebt er dem Gerichtsdiener einen Wink, den Beschluß des Gerichts zur Ausführung zu bringen. Gerichtsdiener (mit Donnerstimme): Nu aber, Publikum, 'rauö die Sittlich, keit ist jetzt hier ausgeschlossen! Militärisches Schnadahüpfl. Ich sitz uoch lang beim Scat, Während im Schlummer Liegt schon der Kamerad Höherer Nummer. Holdrioh ! Selbsttäuschung. Sie: Der abgeschmackte, häßliche, widerwärtige, zudringliche Mensch ! Ich muß mein Fenster mit Blumenstöcken verstellen, damit der fade Geck nicht, immer K'rüberaafft Er : O selige Wonne, meine AuS dauer wird berrli ekrnnt l Die An-' aebUete gibt mir durcö dieBlumenfprache ihre: Gegenliebe, kund, ? Leicht geholfen. A: AvrovoS. a erNen Äiinaütaazachen wir den längst projektirten Aus fiug. B : Wenn'S aber regnet l A : Denn gehen wir vierzehn Taae. früher. Ein. neuer SchiQpsname. A : Sieh' da. mein lieber freund. . wie geht es Dir, was machst Du in Ehestand ? Darf man Dir nicht bald zu emem Punzen oder sznst etrzaZ gratultren ? Jetzt bist Du doch schsn nahezu ein (;zhr veryenathet ? B: Bis jetzt ist's noch nichts.... A : Was! Nichts ? Du Nihilist ! Fatale Voreiligkeit. Ein Geistlicher hat sür seinen verreisten Amtsbruder zu predigen gehabt und ist von der Frau des letzteren zu Tische eingeladen worden. Bei der Tasel entspinnt sich folgendes Gespräch: Pastor : Frau Pastorin, es wird Sie auch interessiren, daß meine Haushälterin, die Röse, nächstens heirathet. Pastorin : So ? Nun, dann seien Sie sroh, daß Sie dieses Weibsstück los wer den ! Wen heirathet sie denn ? Pastor: Nun,. mich!
