Indiana Tribüne, Volume 4, Number 228, Indianapolis, Marion County, 30 April 1882 — Page 6

Sie I?Krzeynte.

.... Hkli4 Stschichte. - - . iClct Freitag bin ich also nicht abge ttfä. dätWt Samstag früV. batte ,Zn. ESufler vorgeschlagen, und so reiste ich MunIag früh. . Ich bin nicht abergläu bW, aber.wenn man bei UnglückZsällen voszoenn: aucracu und Borzeichen nachzuweisen, die .mit den Ursachen in geyeininißvollem Zusammenhange stehen. Ich bin, mt lch mir schmeicheln darf, ziemlich vorurtheilSloS, ebzwar ich auf 4k Lande lebe, doch, des mn& iA stehen, daß. wenn., man einmal in die . . p &taoi fayri, um ,em junges Blut etwaS imtü die lustige Welt des Garnrf& schäumen zu lassen, gewisse Vorstellungen Tf -- L m 4 M a . C . a 1 nrjuiqji uuunacncin IND. Ich reiste Samstag früh und war zu Mittag m der Stadt. DaK ick im si, dränge des Bahnhofes mit-'dem Rock knops an oer weißen Schnur eines -pompe funebre-3JlstnncJ bänaen ae. blieben, war mir. für den Augenblick überaus ärgerlich. Was hat dieser wmq aus cem . Bahnhose zu thun? Ein Bahnhof ist. keineLeichenhalle, au ßer, wenn mit. dem Zuge ein Todter cniownu, as, vle ,ch spater erfuhr, damals allerdings -der , Fall gewesen. JC 4m a ? & m r w jcj mu cincm,3.ooun aus oen fear eval gereist ! .Ich bin nickt aberalau bisch, aber den Knopf trennte ich mir m m n . cioinjnanouü) sofort vomIuche. 3 Hotel, nahm ich zwei gassenseitige fein mödlirte Zimmer; eö ist zwar auf eine besondere Häuslichkeit nicht zu rech, neu, wenn man dieWelt sehen will, aber voynen wlü man doch auch, man erhält Besuche, und selbst venn'S nur für den Friseur wäre stets daS Decorum, sage iy, gegen Jedermann stets das Deco ?um. In Be,ua aus Salonan,üae. die ick ir sofort verschaffen mußte, wies man Lila) m oas große Kleldermagazln zum .Uhu'. Ich bitte Sie ! Abergläubische eu:e mußte das Schlld schon in vor hinein zurückschrecken: ich ärgerte mich bloß über die Geschmacklosigkeit und vaytte em anoeres Geschäft. Theater, Museen Conzerte Fasten kost, nichts als Fastenkost. Tanzen, springen, rasen, leben ! Die Leute sind so zu sagen lebendig und wissen nicht, was leben heißt. MV den Elitebällen vollte ich den Anfang machen, abwärts geht's leicht und nach der Mahlzeit, bild, lich gesprochen, wo man etwas pikanten Käse liebt, nehn ich noch .etwa? Sperl oder Elysiun u. s. w. Am zweiten Tage erhielt ich Einladung in ein bekanntes HauS zum Diner. Ich bin' im Ganzen nicht für häusliche Cirkel hierher gekommen, derlei cultivirt man us dem Lande zur Genüge. Doch, ein mal kann man ja annehmen. In der Familie waren wie ich wußte ein paar hübsche Kinder von Achtzehn aufwärts. : Vortrefflich, da? weiht in die Gesellschaft, in die Verhaltnisse des diesjährigen Faschings ein. Man lernt das Terrain kennen, aus dem man siegen will und wird. - Ich schmückte mich mit einer Rosenknospe, die ich in's Knopfloch steckte, und begab mich HauS, in welches ich geladen war. Am EinMgSthor begegnete mir eine ylte Frau. Man braucht nicht abergläubisch zu sein, um von einer solchen Begegnung an der Stufe eines Hauses, ln welchem man sich unterhalten will, unangenehm berührt zu werden. Ich kehrte also um, fuhr noch ein paarStra ßen aus und ab, um dann das zweitemal in's Haus zu treten. .Der Empfang war überaus herzlich. Bor Allem überraschte mich die Woh Mg. Mcrn hat auf seinem Landgute aüch Comfort, aber diese Eleganz ich var überrascht ! Die Gesellschaft war nicht groß, aber glänzend, blendendrei. zenoe Mädchen darunter. Man ist nicht blöde; daS Buch vom .guten Ton in der Gesellschaft hat man im Kopf, man ist sattelfest in der Kunst des Tanzmei sierS, in der Converfation, im Courma chen, kurz in allen ritterlichen Fertigkei len eines Löwen. Man geht zu Tische ; mir schneit der Zufall, nein, mein Glück, eine junge, entzückende Dame an den r c . je : r : 1. 1. r -1. r -1 . mm, wie Gf an iit 'VigpiUK suyre. Die alten Bekannten waren alsbald ver traulich, die sich bisher fremd gewesen, verstanden sich und es entwickelte sich jene Ungebundene Munterkeit, die eine Gabe des Himmels ist, eine himmlische und seltene Gabe, die Keiner dem Andern spenden kann, wenn sie nicht von selbst kommt. In feinen Kreisen kommt sie von selbst. ES ist doch ein anderes Le ken in der Stadt, als auf dem Dorfe. Alles so gebildet, so aufmerksam, so .geistvoll : ES geht doch nichts über die Stadt. Als wir im besten Schnabulieren wa ren ich zertrennte just ein Stück Filet du Boeuf und sann mir dabü Artigkei ten aus, die ich meinen Nachbarinnen sagen wollte sprang die Hausfrau plötzlich von ihrem Sitze auf und ihr Blick irrte schreckerfüllt über die Tischgesellschast hin. .Was ist V war meine Frage an die Nachbarin. Man wird unruhig, aus llen Gesichtern Bestürzung. .Was ist geschehen?" fragte ich. .Dreizehn !" hörte ich Alle murmeln. .Dreizehn Personen an der Tasel !" Alles sprang auf, aber die Hausfrau bat, daß man sich beruhige und vorläufig wieder an die Plätze begebe, damit das Unglaubliche nochmals untersucht werden könne. Wir setzten 'uns wie auf glühende Kohlen. Die Dame deS Hauses, die fr zu? Linken saß, zählte von sich auS .links hin die Anwesenden es waren Ltnau Dreizehn und ich war derDrei zehnte. Ein frivolerPatron var da, der meinte ganz unverfroren, er halte die Zahl Dreizehn bei Tische nur in dem einen Falle sür fatal, wenn bloß für Zwölf gekocht worden. Eine solche Bemerkung zznter Gebildeten verdient, daß sie ein. fach ignorirt werde und daS wurde jie auch. Hingegen rief die Hausfrau : Unve l 'Ör Iehn ge. Jetzt zählte meine schöne Nachbarin zur Rechten, indem sie von sich auS nach -tlfitj hin vorging eS waren ganz

genau Dreizehn und ich war der Dreizehnte. Was var zu thun ? - " j Am ganzen Leibe zitternd, erbst ich mich, an einem Extratischchen Platz neh.

men zu vollen. .Na, daS fehlte noch !" rief man." Alsogleich wurde ein Diener zu einer Frau Müller, AvstbekerSaattin im drit ten Stock geschickt : Ob Frau vonMüller nicht das Börgnügen machen wolle, heute bei uns zu speisen, dann möchte sie aber die Güte haben, sofort. Der Bote kam zurück : Frau Müller wisse nicht, wie sie zur Ehre käme, sie danke verbmollchst, aber es sei ihr mo mentan ganz unmöglich. .DaS ist noch ein Glück", bemerkte eme Tochter des Hauses, .eme Apothe kerin ! Mama weiß nicht, wo sie den Kops hat." 1 .In der That," sagte die Hausfrau, .eS giebt Augenbllckem Leben, wo man trotz Allem die Geistesgegenwart verlle ren kann. Johann.gehen Sie in'S Klnderzimmer, ich lasse Fräulein Anto nia ersuchen, sie möchte mit uns speisen. aber sogleich r ' Nach wenigen Augenblicken trat Fräu lein Antonia ein, ohne Festkleid, ohne Schmück, em junges, recht einfaches We sen, daS geräuschlos am untersten Ende der Tafel Platz nahm. Man beachtete sie nicht weiter, und das Mahl nahm seinen Fortgang. Da die naturliche Heiterkeit jedoch einmal ge. stört war, so mußte die gemachte dran : ist für den Nothbedarf auch nicht übel. weil man sie m der Stadt ganz leidlich zu imitiren weiß. Ich konnte mich aus einer gewissen Beklommenheit gar nicht mehr herausarbeiten. Die Anzeichen für meinen Earveval spielen sich nicht gut. Ich war mit meinem jungen Le den in die Stadtlust gesprungen, um der Dreizehnte zu sein. Wenn man nachdenkt, eS trifft immer zu der Drei, zehnte an einerTasel stirbt. Man braucht darum nicht abergläubisch zu sein. Doch es ist ja vorbei, bei Tische sitzen Bier zehn. Ich schaute verstohlen zwischen Weinflaschen, kunstreichen Blumenvasen und silbernen Obst, und Backwerk'Aus. sätzen hin gegen das Fräulein Antonia, das fast hülfloS und unbemerkt unterden lauten, lebe und eßgewandten Herr, fchaften dasaß. .In der Noth frißt der Teufel Flie gen bemerkte meine stets - geistreiche Nachbarin zur Rechten. .Uebriaens setzte die Hausfrau bei. um ihre Maßregel doch auch noch zu entschuldigen, .es ist ein braves, anstän. j diges Mädchen, das ich erst vor wenigen Monaten vom Land bezog. Die Toä ter eines kleineren Beamten, der mir sür j meine jüngste Zucht empfohlen worden ist. Es fehlt ihr noch sehr an Schick, wie Sie sehen, aber mein Gott, man muß noch froh fein, heutzutage, eine ehr liche und verläßliche Person zu bekom men. , Wie ich aber so hinschaute aus das Mädchen, daS in seinem schlichten HauS. kleide mit dem glattgekämmten braunen Haar still und bescheiden zwischen den in aller Buntheit und mit allem Namnement ausgeprtzten Frauen dasaß, ohne Befangenheit und Geziertheit die Gavel handhabend, und bisweilen mit ihrem großen Auge ruhig und mild ausschaute, da kam mir der Gedanke : daS wäre mir die liebste von Allen. Man braucht darum nicht abergläu bisch z sein. onc et v c rr-r Vtt oem Au ruyr, oen oer yampsgner verursachte, wollte das Mädchen sich heimlich davonmachen. Ich merkte es und säumte nicht, mit meinem Glase zu ihr zu treten, und mit ihr anzustoßen. .Gegen die Lebensretterin muß man stets galant sein, hörte ich hinter mir l t. - . I i X. lagen; oas venezle miq, iq neig rncgi, warum. Ich stieß mit dem Mädchen doppelt herzlich an und schaute ihr ins Auge. Dann entschwand sie. An den verschiedenen Vorzeichen war aber doch was. Mir war der Fasching vßrdorben. Ich war überall dabei, man kann sagen, ich machte Glück aber mir fehlte die innere Lust. Ich dachte zu viel an die Vierzehnte. Sie war nirgends dabei, aber sie saß in meiner Seele, gerade so hold und bescheiden, wie sie dort bei Tische gesessen, aber siebe herrschte mich doch. .B'fl Du in einem Hause zur Mahl, zeit eingeladen werden, so mache einige Tage nach derselben in dem betreffenden Hause eine Bisite, gemeinhin die Ver dauungsvisite genannt', so heißt es im .Buch vom guten Ton." Mir wäre es gar lieb gewesen, wenn der gute Ton zehn solche Visiten verlangt hätte. Uebrigens war ich in der Familie auch ohne Vorschrift willkommen und die Töchter wurden von Tag zu Tag lie benswürdiger. Aber das meinte ich nicht. Durch ihre Vermittlung wurde ich zu HauSbällen geladen,' wo sie vor. tanzten und wo sie mich bei den DamenWahlen höchlich auszeichneten. Aber daS meinte ich nicht. Endlich luden sie mich nochmals zum Speisen; ach, wie hätte ich gewünscht, daß wir wieder drei zehn zu Tische säßen! doch es waren unser blos fünf Personen. .Der engste Familienkreis wie die Hausfrau so anmuthend sagte. Aber daS meinte ich nicht. Ich machte die unmaßgebliche Bemer. kung, dß in denFamilienkreiS doch auch die kleineren Kinder gehörten. DieTöch. ter ratheten über diese Bemerkung. Aber daS meinte ich nicht. Bti der nächsten Visite verfehlte ich beim Fortgehen in meiner Gedankenlo. sigkeit die richtige Thür nd stand plötz lich im Kinderzimmer. Mitten unter den fröhlichen Kleinen fröhlich mit ihnen saß meine Vierzehnte. Ein halbes Jahr später habe ich sie auS demselben Gemache aesöhrt. Ein weißer Schleier umrahmte ihr liebes An gestcht, ein Myrthenkranz lag auf ihrem Haar. ' 5 Diese Zeilen schreibe ich heute am Vorabende unseres silbernen HochzeitS tages. Tag sür Tag sitzen wir zuDreizehn an unserem Tisch: Sie, ich und die elf Kinder. Man braucht darum nicht abergläubisch zu sein : aber, welch' ein Gluck, so ZU jcrncn Dreizehn mitsammen zu speisen !

Der AaynwälZter.

,n Frckoik 9$pptt. ' Ihre Majestät dieKönigin reist incog. nito, in einfachster und bescheidenster Weise. Ihre Begleitung besteht auS ei. ner alten Hofdame, ihrer Vorleserin und ihrem Ehren Cavalier, einem alten Ge lneral. Trotz Wärmflaschen und Pelz. mäntel ist's teufllch kalt lm SalonWa. gen. Die Königin bei der Lectüre ihres englischen RomanS, der alte General bei seinem Strickstrumpf, sie frösteln alleBeide. Wenn die Königin einen Augen blick die Landschaft betrachten will, muß sie früher mit dem Hauche ihres Mundes und mit ihrem' Battist-Taschentuch sich in dem gesrorenen Fenster die Durchsicht erzwingen. ES war eine sonderbare Laune, welche die Königin veranlaßte, im Winter nach Paris zu reisen, bei ei ner Kälte von 10 GratzAjlter Null, ohne Rücksichtauf den Rheuniatismus der al. ten Baronin, auf die Verzweiflung deS Generals, welcher eine prachtvolle Sti ckerei,die er zumGeschenk für seineSchwie gertochter begonnen, im Stiche lassen mußte, um as dirNeise einsacheWollenstrümpse zu stricken. Die Fahrt war außerordentlich unangenehm, 'die Kälte peinlich ; die Begleitung ist in der Ecke eingeschlummert, die alteBaronin träumt von ihrem Schutzpatron, der alte Krieger von seinem WollknäueN .Die Königin aber, sie schläft nicht. Die hohe Frau zittert in ihre Pelz, mantel von blauemFuchö, ihre herrlichen Haare haben sich durch die eigeneSchwe re gelöst ; die armeKönigin gedenkt ihrer Vergangenheit und sie fühlt sich sehr un glücklich. Sie sieht sich als junges Mädchen mit rothenHänden, schwächlicherGe stall, neben ihrer Zwillingsschwester. Diese glich ihr so sehr, daß man ihnen stets Schleifen in verschiedenen Farben aushestete, um sie unterscheiden zu kön nen. Dann kam ihre Heirath. Eine Reihe großer Festlichkeiten, zuletzt eine schwüle Sommernacht, in welcher man durch die offenen Fenster das Brausen desVolkes hörte, das sich in den erleuchte, ten Garten drängte. Die arme, kleine Prinz-ffin ; wie sie zitterte, als man sie im Treibhause mit dem jungen König allein ließ. Sie hatte ihn vom ersten Augen blicke aeliebt, und er hatte nach demTanze ihre Hand ergriffen, hatte sie unter eine großePalme ge etzt, ihr fest mö Auge geblickt und sie gesragt : Prinzeffin, wollen Sie meine Gemahn werden f Sie war erröthet, hatte die Augen gesenkt und versuchte mit der Hand das stürmische Pochen ihres Herzens zu bändigen. ,Ja, Sire. - Tnumphirend fahrte er sie am Arme in den hellerleuchtete Saal, das Orchester mtonirte die Volks.Hymne. Sechs Monate spate erfuhr diePrm. zeffin, daß. ihr Gemahl nicht sie liebe, sondern die erste Tänzerin der Oper, daß er auch dieser nicht treu sei und mit einer Hosdame seit mehreren Jahren ein Verhältniß unterhalte. Ihre Liebe erstarb. und sie ennnerte sich,wle sie einst alsKlnd einen kleinen zahmen Vogel in der Hand zerdrückte, als ein heftiges Geräusch von außen sie erschreckte. ' Sie hatte einen Sohn, den sie heiß liebte. Doch häusig, wenn sie neben der vergoldeten Wiege saß. die eine Königs Krone überschattete.' sühlte sie Entsetzen beim Anblicke des Kindes, dessen Vater sie so schändlich verrathen. Und dann, ihr Kind gehörte nicht ihr; ein ganzes Heer von Kinderfrauen versperrte ihr den Jutrztt, und wenn sie ihr Kind zu umar men kam, hieß es : .Seine Hoheit hat heute Nacht gehustet; Seine Hoheit leidet von den Zähnen und darf nicht gestört werden-. Und als sie dies eines Tages nicht mehr ertragen konnte, da rüstete sie zu der Reise. Die Straßen der Residenz ertönten von Liedern, deren Text die Liebschaften ihres Gatten bildeten. Um Geld in die Hand zu bekomnn, verkaufte der Regent Ehrenstellen und Orden. EmSchneider erwarbein Ehrenkreuz, das auS .dem dreißigjährigen Kriege stammte. Die Königin, küßte ihr schlafendes Kind und entfloh. Plötzlich, mitten in der Nacht, hält der Zug ; der General und die Baronin sind erwacht, sie eilen ans Fenster und durch die menschenleere haide kommt der Zug. führer .auf sie zu,dieLaterne in d erHand, und bringt ihnen die Nachricht, dch die Locomotive nicht weiter könne, derGchnee zwei Fußhoch liege. Das ist nicht möglich, hier ist's zu kalt !" Wir können nicht helfen, wir haben bereits in die nächste Stadt um Schnee schauster telegraphirt,allein es wird min. bestens eine Stunde vergehen." Die Baronin stöhnt : Aber das ist schrecklich, Ihre Majestät kann einen Schnupfen bekommen." ' Ich friere wirklich," sagt die Königin. Der General fühlt, daß der Augen, blick gekommen, seinen Heldenmuth zu zeigen. Er springt aus dem Wagen, sinkt bis über die Knie in den Schnee erwischt den Mann mit der Laterne und flüstert demselben ein Geheimniß zu. M4t roher Stimme antwortet dieser : Und wenn der Grotzmogul ist, kann ich ihm nicht helsen. Im Uebrigen,hier ist daö Häuschen des Bahnwächters, vielleicht tritt die Dame da ein bis wir weiter können." ' In der kleinen Hütte knistert ein lusti. ges Feuer; der General ist so glücklich, als ob er eine Schlacht gewonnen, ein Dutzend Strümpfe fertig gebracht hätte. Er berichtet der Königin, was er gethan, und einen Augenblick später sind dieRei senden i der niedern Küche des Bahn.' Wächters, der den Gästen zu Ehren ein Scheit Holz in die Flammen wirst. , ' Die Königin hat sich auf einen niedern Schemel gesetzt, den Mantel abgeworfen, dann legt sie ihre langen schwedischen Handschuhe ab, um sich die Hände zu. wärmen und blickt um sich. Es ist ein echtes Bauernheim. Ge. trocknete Zwiebeln hängen in langenKet. ten umher, in der Ecke , lehnt die alte Flinte eines WddiebeS, unter einem Glaskasten blinken eiuigeTeller mit gro, ßenBlumen. DerGeneral macht eineGrimaffe, denn die zwei einzigen Bilder, die man hier, erblickt, stellen Mr. ThierS und den alten Garibaldi im rothen Hemd dar. ..: AuS der Kammer hört man daSWim. mern eines Kindes, das aus demSchlafe erwacht. .

Der Bahnwächter läßt Alles imStiche und eilt zu dem Kleinen. Die Königin folgt ihm. Schlafe, mein Schätzchen, schlafe. e3 ist nichts, es sind gute Freunde vom Pa. pa.m .Ist das euer Kind ?' fragte die Königin. Ja, Madame, eS ist meine Cäcilia. Im nächsten Monat wird sie dreiJahre." Zögernd fragte Ihre Majestät: Und die Mutter? Seid Ihr Witwer ?" Der Mann schüttelt den Kopf, die Kö. nigin betrachtet traurig die Kleine, die im Schlafe einen kleinen Hund auSPap. pendeckel an ihr Herz drückt. . Armes Kind!" sagte sie. Der Bahnwächter rief mit dumpfer Stimme : Nicht wahr, Madame, eine Mutter, die so ein kleines Kind im Stiche läßt, hat kein Herz? Daß sie mich verließ, kann ich ihr verzeihen, ich beging das Unrecht, eineFrau zu heirathen, die nicht für mich wr. Dann bewachte ich sie nicht und sie machte schlechte Bekannt, schasten. Aber das Kind ! Nicht wahr, daS ist schändlich ? Nun muß ich es aU lein aufziehen, trotz meines Dienstes. Bei Nacht beginnt die Kleine zuweilen zu schreien und zu weinen, sie umklammert mich ; da höre ich den Train brausen und muß sie allein lassen. Bei Tage jedoch trage ich sie mit, die linke Hand hält das Kind, mit der Rechten präsentire ich das Signal. DasKind ist dieEisenbahn schon gewöhnt, eS zuckt nicht einmal wenn der Eilzug vorbeibraust. Am schwierigsten fiel mir dieSorge um ihreGarderobe, al lein ich war Corpora! und kann zum Glück ein bischen nähen Die Königin erwiderte : Mein ar mer Freund, ich will Ihnen helfen. Ge. ben Sie die Kleine zu braven Leuten im Dorfe in d Kost, ich will für sie zah len." .Nein, meine gute Dame, nein; ich bin nicht stolz, doch ich trenne mich von meinem Kinde nicht, nicht einmal für eine Stunde .Warum V Weil ich, wenn Gott mir daS Leben schenkt, wachen will, auf daß mein Kind daS werde, was seine Mutter nicht geworden eine anständige Frau." Der Zugführer riß die Thür auf nnd schrie : ES ist Alles in Ordnung, ein steigen !" Die Königin legte ihre goldgefüllte Börse und den Veilchenstrauß von ihrem Gürtel aus dieWiege der kleinenCScilia, dann verließ.sie die Hütte. Sie blieb nur wei Stunden in Paris. Die Königin kehrte in dieResidenz zurück und widmet, sich ganz der Erziehung ihres Sohnes. Sie hat diesen denHän den der vornehmen Gouvernanten ent rissen; der kleine Prinz zählt nun fünf Jahre, und wenn er im Sommer mit sei. ner Mutter reist, wirft er jedem Bahn. Wächter aus der Strecke ein Kußhänd chen zu. ' '. ', Paris bei der Arbeit. Eine Studie von Staxl . :rnthal.

Gewundert habe ich mich mitunter und mich auch manchmal rechtschaffen geär. grt, wenn ich wahrnahm, mit welcher Leichtfertigkeit gewisse Herren Jeuilletonisten über Paris und das Pariser Le ben aburtheilen, ohne von beiden auch nur eine oberflächliche Kenntniß zu be ften. Um über Paris ein unpartheiischeSUr theil zn fällen, darf man nicht nur die Boulevards, den strahlenden Brenn. Punkt des Luxus und des Vergnügens, besucht, man darf sich nicht nur in den Kreisen Derer bewegtchaben, welche, mit Neichthüern überladen, die Leere eines zmeck- und ziellosen Daseins durch die tollsten AuSschweisungen auszufüllen suchen, sondern man muß hierzu auch die Bekanntschast Derer gemacht haben, welche allen diesen Luxus erzeugen, man muß die Pariser Arbeiter an ihrer Arbeit gesehen haben. Die FaubourgS von Paris muß man aussuchen, daS Leben und Treiben ihrer engen Straßen studiren und einen orien tirenden Blick in das Innere der zahl, reichen Ateliers werfen, aus denen un zählige solide Gebrauchsgegenstände so wohl als herrliche Kunstwerke hervorge Yen. Erst wenn man dies gethan, ist man im Stande, Paris nach seinem vol len Werthe zu beurtheilen. Statten wir beispielsweise dem Fau bourg St. Antoine einen Besuch ob. Hier herrscht die Tischlerei vor. Sechs, unddreißigtausend Arbeiter mit ungefähr dreitausend größeren oder kleinerenMei. stern und Fabrikanten machen den Reich ihum und den Stolz des Faubourg aus. :Di? Tischlerei zerfällt zunächst in zwei Hauptabtheilungen: in die Ebenisterie (Kunstschreinerei) und die Menuiserie (Bau. und gewöhnliche Möbeltischlerei). Die .Ebenisterie, sowie die Menuiserie zertheilen sich dann wieder in eineMenge von Unterabtheilungen, je nach den speziellen Produkten, die in einem Atelier erzeugt werden. Nirgend ist nämlich die Theilung der Arbeit so konse quent durchgeführt, als gerade in Paris. Die meisten einheimischen Arbeiter arbeiten auf eine Spezialität", d. h. sie arbeiten stets nur ein und dasselbe Stück. Der Eine macht zum Beispiel nichts als Spiegelschränke in einem gewissen Styl. Diese Arbeit acht er schon seit Jahren und ist in Folge dessen dermaßen aus alle Vortheile bei der Herstellung einge übt er hat eine solche Routine im Anfertigen deS betreffenden Stückes er langt, daß er nicht nur doppelt und selbst dreifach so rasch, sondern auch mit mehr Eleganz arbeitet als ein Anderer, der mit' der betreffenden Spezialität nicht so vertraut' ist. .Viel Geld verdienen" heißt die Lo sung des Pariser Arbeiters. Darum hält er sich als Akkordarbeiter stets an eijN Siück, und deshalb arbeitet er auch mit einem schier unermüdlichen Fleiße, der besonders den Ausländer mit gerech, tem Staunen ersüllt. Man kann getrost sagen, daß nirgends in der Welt so in tensiv gearbeitet wird, wie gerade in Pa. ris.- Wenn unter diesem Bestreben, recht viel'zu produciren der äußeren Form, der Eleganz des Erzeugnisses 'in keiner Wesie Eintrag geschieht ; wenn eö häupg vorkommt, daß gerade ,die' fleißigsten, ausdauerndsten und produktivsten Arbei ter wahre Kunstwerke der edemsteris

liefern, so beweist dies, daß dem franzö sischen Arbeiter ein gewisser guter Ge schmack und ein ausgeprägter Schon, heitssinn eigen sind, denen er nie untreu wird. Es steckt daö im Blute, es hat sich vom Großvater auf den Vater und vom Vater auf den Sohn vererbt. Er lernen laßt sich dieser gute Geschmack nickt, und mögen fremde Arbeiter sich

l noch so lange in Paris aushalten, in diesem Punkte können sie sich nie mu Parier Ardeitern messen. Die feinste, knnstvollste Tischlerarbeit wird in der sogenannten rnarquetterie erzeugt. ES sind dies feine, zierliche Möbel, Damenschreibtische beispielsweise aus den feinsten Holzsorten mit einge legten Verzierungen von Elfenbein oder Messing. Besonders reizend machen sich solche Ziermöbel, wenn dazu Ebenholz und für die eingelegte Arbeit Elfenbein verwendet wird. Man trifft da oft Arbeiter von hohem Kunstwerth an, und fragt man nach dem Urheber, so präsentirtZ sich uns ein schlichter Arbeiter, der zufrieden ist, wenn seine Arbeit ihm eine menschenwürdige Existenz sichert, und der die Qualen unbefriedigten Ehrgeizes nicht kennt. Als eine der Hauptursachen, weshalb in Frankreich gegenwärtig wieder alle Geschäfte floriren, betrachte ich deu Um stand, daß hier daS Kreditsystem so gut wie gar nicht ezistirt. Sobald, beispielö weise in der Tischlerei, ' der Arbeiter mit seiner Arbeit zu Stande gekommen ist und dieselbe dem Meister übergeben hat, zahlt dieser ihm sein Geld aus. Der kleinere Meister packt dann die betreffen, den Stücke auf einen Wagen und liefert sie bei dem Möbelhändler ab, wo ohne Fehl die Rechnung ebenfalls sofort be. glichen wird. Die meisten Erzeugmsse der Pariser Kunsttischlerei wandern in'S Ausland, nach England, Amerika, Deutschland und Rußland. Hier legen sie beredtes Zeugniß ab für die Jntelligenz,denFleiß und den Kunstsinn des Pariser Arbei ters. Hand in Hand mit der Tischlerei ge hen in Paris alle bekannten Industrien. Doch sind dieselben auch in anderen französischen Städten , zu hoher Blüthe entwickelt.' Beschäftigen wir uns daher an dieser Stelle ein wenig mit einigen spezifisch Pariser Jndustriegattungen.' Die Hutmacherei nimmt unter diesen Spezialitäten einen gewissen Rang ein. Pariser Hüte, wo träfe man sie nicht im Auslande. Ist doch eines ihrer Haupt absatzgebiete daS ferne Brasilien Und welcher ausländische Hutmacher unterließe eS jemals, seinen mitunter äußerst geschmacklosen eigenen Machwerken eine Etikette, anzukleben mit dex Bezeichnung Mocte de Paris" ? Aber auch die Hutmacherei, obwohl in Paris schwunghaft betrieben, ist noch keine ausschließlich ; Pariser Industrie brauche. , ;;' In höherem Grade paßt diese Bezeich, nung schon auf die Bronze Industrie, welche in Paris zur höchsten Vollendung entwickelt ist. In der Steindruckerei ist dieChromo. lithographie eine wesentlich Pariser und in Paris entstandene Industrie, deren mechanisches Versahren bis zum Jahre 1871 dem Auslande unbekannt war. Im Jahre 1871 verpflanzten sie Arbei ter dieser Branche, welche sich in Folge des Kommuneaufstandes und' der an dessen Unterdrückung anschlichenden grausamen Verfolgungen in Paris n'.cht mehr sicher fühlten, theils nach Berlin, theils nach Belgien, wo sie mit offenen Armen aufgenommen wurden. Eine Zeit lang hatte sogar der. Im Port von Lithographien und Chromo lithographien aus dem Auslande nach Frankreich und selbst nach Paris bedeu tende Dimensionen angenommen. In Folge der Amnestie jedoch kehrten die meisten Flüchtlinge wieder in die Hei math zurück, und heute ist der Export in dieser Branche von Paris nach demAuslande wieder ein bedeutender. Die Perlmutter, und die Elfenbein schnitzereien gehören zu den feinsten und kunstreichsten Pariser Jndustrieartikel und genießen als solche einen bedeuten den Ruf, besonders im Auslande. Ferner steht Paris einzig und unüber. troffen da in der Herstellung optischer und mathematischer Instrumente. Und dieses Paris, welches der fleißigsten Arbeiter so viele auszuweisen hat, dieses Paris, das den halben Erdball mit den Erzeugnissen seiner Kunst- und Jvdustriethätigkeit überschwemmt, die ses Paris nennt man leichtsinnig und verkommen. Opernsänger und KanfmannLfrau. Das Hamb. Fremdenblatt" enthält die folgende Erzählung : Vor einigen Tagen folgte einer unserer beliebtesten Opernsänger der Einladung zu einer Soiree im fürstlich ausgestatteten Palais eines hiesigen Geldaristokraten. Als Jeder in der Gesellschaft sich behaglich amüsirte, trat die Frau des Hauses mit dem liebenswürdigsten Lächeln aus den Sänger zu. um die unvermeidliche Bitte um ein Lied" an ihn zu richten. Der Sohn Apollo's entschuldigte sich mit ei nem Hinweis aus seine Indisposition. Als aber die Bitte trotzdem immer drin gender wiederholt wurde und die schöne Frau schmollend ausries Wenn ich ei ne Königin wäre, dann würde ich Ihnen befehlen, zu singen !" ging der Sänger ansClavier, absolvirte seinPensum, ver beugte sich, dankte sür den obligaten Beifall, schritt zur Thür hinaus und ward nicht mehr gesehen. Aber daS Er staunen der Frau vom Hause' sollte noch größer werden. Am andein Tage ernpfing sie vomSänger solgendesSchreiben : Gnädige Frau, Sie zogen es gestern aus Bescheidenheit in Zweifel, eine Kö nigin zu sein. Ich lieferte Ihnen dafür den Beweis, indem ich Ihrem Besehle nachkam, wie ich einst that, als die Kö nigin von. .geruhte,mich zurAbendunter Haltung heranzuziehen und späterhin 100 LouiS senden ließ. Ihr ergeben ster unierthänigster Diener . . . Zwei Stunden später überreichte ein reichga, lonirter Diener dem Sänger, ein nach Carmen duftendes Couvert, aus welchem ein Vriefchen, zwei Tausendmarkscheine und der Brief des Sängers, herausfielen In dem Billet standen nur die venigen Wortes .Jch bin keine Königin, denn einer solchen schickt ein Sänger keine

Rechnung. Als Kaufm anösrau bitte ich gegen Empsangnahme der 2000 M. zu quittiren ! Tableau. Ob derSän ger das Geld zurückgeschickt, dem Diener als Trinkgeld geschenkt, einer wohltbä tigenStistung überwiesen, oder für sich behaltenchat, verschweigt die Fama. Aphorismen einer ffrau. ES geht uns mit unftrenLiebeöleiden. schalten wie mit den Zähnen. Wir lei den, wenn wir sie bekommen, sie bereiten unS Schmerz während wir sie haben, wir leiden, wenn wir sie verlieren Iwan zigjährig benützt man Strickleitern und Fenster in der Liebe ; als Dreißigjährig ger liebt man Haupfliegen und offene Thüren Die Eheschließungen gleichen denVerkäusen aus Dorfmärkten. Die eine bringt eine bösartige Kuh zum Verkauf, der Andere ein.hinkendesPferd, und Jeder will ein gutes Thier dafür haben Meine Tochter? Ein Dä mon als Kind, gegenwärtig ein Engel, mein Herr " Mein Sohn ? Er hat bis jetzt nichts als' Dummheiten und Schulden gemacht. , Die Kinder passen zusammen!" DerGatte ist einHauö thier, das nur bis zn einem gewissen Punkte zahm bleibt .Der ehemali ge Lebemann gibt, einen vortrefflichen Ehemann ab. Die Kohle, die früher glänzendes Gaslicht gab, ist als CkeS ein sehr gutes Brennmaterial auf dem häuslichen Herde Ein Mann, der zu einerFrau allzuhäusigMadame sat,ift zweifellos ihr Liebhaber "Gewisse devote Weiber widmen ihre Knie dcm Herrn, da ihre Schultern dem Teusel nicht gefallen Eine Mutter würde sich einem Eilzug entgegenverftn, wenn sie einen Schwiegersohn darin zu finden sicher wäre Ich liebe die großen Bälle !' Die Frau besitzt schöneSchul tern. Ich schwärme für klne, ganz kleine Cirkel l" Die Frau hat magere Arme. Ich hasse die Gesellschaft!DieFrau ist durchaus häßlich und schlecht gewachsen. Ohne Bart und Mähne wären viele Löwen Affen Es gibt Leute ohne Geist, welche eö aber vortreff lich verstehen, den Geist Anderer zum Sprechen zu bringen. Kann man nicht die Glocke selbst sein, so ist man der Klöppel Die Gedanken und Ge fühle einer Frau laufen stets in entge gengesetzter Richtung, wie das Hin und Her der Mevschen auf belebter Straße

.Zwei Frauen, die einander verachten, sind lächerlich. Hennenkampf Jn größer Häusern hält man ein Zimmer sür Freunde bereit. , Alles ist in Ord nung, man erwartet den . Freu?:d, man geht ihm sogar'entgegen ; er c.ber kommt nicht' Es ist das Glück Anma ßung ist eine alteJungser, die durchaus an den Mann gebracht sein will Es gibt drei Sorten von Freunden: die Tyran nen, die Gleichgepellten und die Skla ven Unsere Freunde klagen - uns am härtesten an; sie möchten uns aus ihren Freundesarmen zum Schaffst -tra-gen . , Meißner Deutsch. Ein Cchrrzron d.Vottwaid. In Stuttgart und in Lobenstein, Zn Rostock und Berlin, Spricht Alles Deutsch, bis Köln am Rhein, . Bis Memel, Kiel und Wien. Am reinsten an der Leine Strano, Unklassisch.schön im Sachsenland Schrieb man es seit Jahren, Doch spricht man's so auch dort. Ein Knabe läuft der Mutter fort Und springt froh um sie her. Sie aber schilt: Gleich folg üs'ö Wort, Du harscht och gar nich mehr. ; Must uf die breten Sleene geh'n. Gib Achtgen, sonst brichft du e Been, Herr Zeeses, da leest er, Ne, so was ärgert en Dort auf der Promenade pflückt Ein Kind sich einen Strauß, Das Kindermädchen sieht'S, erschrickt, . Und ruft nun scheltend aus : .DeS därf'ft de nick, ne über dick. Die Obrigkeit erlobt eS nich. Da kriegen uns Beede Die Lute uss den Strich Du gehst jetzt usf den Treicheplatz Spricht zu der Magd Madam, Die heimlich sich für ihren Schatz Zwei große Bemmen" nahm; Bring' Rom mit, der is sauer hier. Und hol' beim Seefensieder Dir Och Loge, und Stärke Zum Kleedern brauchen wir. Ein Maler, dem's im Zimmer kalt. Klagt, daß sein Ösen roocht. Der längst nischt mehr, zu morsch und alt, Zum Steenkohlfeuer doogt. Der Rooch beißt in die Ozm sehr. Er sieht zum Zeichnen saft nich mehr. Och stiegt noch im Zimmer Viel Ruß und Stoob umher. So klingt's ! Und rügt man : ,,Of senbar Spricht so man nirgendwo. Da lächelt man: I , lieber gar, Ne, thun Se nur nich so ! Hochdeutsch ist uns och enerlee Und Kleenigkeet, Herr Jemine, Der Schiller und Goethe, Die sagten oft och : Ne !" Abgeseimtheit der Berliner Taschendiebe. Hierüber erzahlt eine Glauben verdle nende Persönlichkeit Folgende? : Ich besuchte das, Kroll'sche Etabliffe ment;auS Vorsicht steckte ich nichts u mir, als einen Doppelthaler, den ich in der rechten H'osentasche verwahrte, die so enge war daß man kaum die geballte Faust durchbrachte. - i Ich schlendre gemüthlich herum ; plötz lich gerathe ich in ein Gedränge und spüre auch allsogleich ei'neHand an meiner rech ten Seite - blitzschi? ' ich darnach und ertappe sie auch ; aber der Dieb reißt - auS und verschwindet; nun greis' ich sogteich nach meinem Thaler was aber finde ich, meinen Sie? ' ; Etliche fünfzig SilDcrgroIfigcn; war ihm derThaler zu aroß, um ihn ein mal herauszubringen . wechselt" ihn mir im Sacke und hätt', ich nicht so ausge paßt, er hätt'' ihn mir nach und nach groschenweise gestohlen.

Die alte Juncfer. (Pfiltisch.) Nee, nee. mit mir iö Nix .' Die Locke bsnae fcklavv un werr.

Das Kinn werd schbitz, die Backe derr Da hilst kee Schmmk un Wichö ! - Die Zeide sin vorbei, Wa ick mit Äoie iuna bekrönt Beim Kottiljon als Schdern aealäntt k r . . a i j jm ajDiuc xcncnsmai : Wos wor ich deiwelsnett ! Mein Aem so schdramm, es wor e Luscht, Und kugelrund die junge Bruscht Jetz bin ich wie e Brett ! Do les' ich noch sein Bries Dem Krone Sch??sch sein Billetdoux . . . Do heeßt's': Mei holder Engel Du !" . Die Sach' ging leider schief . . . Es Hot nit solle sein ! Mein Vadder wollt' halt Höher 'na::s Der Lausbub? Neel Do werd Nix draus ! Do sein mir viel ze fein!" No ja, nu fitz' ich hier ! Die Zeid vergieng im schdede Schridd Den Rentieh, nee, den möcht' ich nit, Dumm wor er, wie e Schdier. ' ' Der Rentieh drägd die Schuld Der drad meim gude Schorsch ins Licht; Ich hädd' en sunscht wohl doch gekricht Mit Hoffnung un Geduld. Schun achtunddreißig Johr ! Nee, nee, da badd't kee Leigne mehr: Mei Fillhorn ist sor'sch Leve leer, Dadriuwer bin ich klor! Ach Gott, des geht Eim dief! Ich un der Schbiegel, mir ver schdehn's ! Ach, cemol noch es sieht's doch Keens? Kifi' ich meim Schorsch sein Brief. Un dann ins Feier 'nein ! Wos ? Thräne? Vorwärts .' Nit sche nirt! Jetzt heeßt d'r'sch, forsch un coraschirt rr" n. r 1 ' aioi ungser tm. Ernst Eckstein. m m Lieschen. Ngch dem Dänische. Kennt ihr mein Lieschen? mein herziges Kind, Frisch wie die Quelle, und fünf wie der Wind? Lieschen so nett, Lieschen so sein. Mit den Blicken, so. leuchtend wie Son . . nenschein ? Lieschen so suß, Lieschen so hold. Mit dem Busen wie Schnee, und dem Herzen wie Gold? Gehn Abends die Sterne am himmli schen Zelt,' f Und ich blicke hinaus in die schlummernde Welt.... Alles stille es rührt sich kein HauchIch denke : so schlummert mein Lieschen nun auch. Und spreche Kanz leise in mich hinein : Gott schütze mein Lieschen !" und schlafe dann ein. Sie ist ja mein Traum bei Tag und bei Nacht, Wenn das Spätroth verglüht, wenn der r- u , Morgen erwccht. Seh ,ch sie von ferne, das Herz in der Brust Das will mir zerspringen vor Freude und Lust,Und ach ! wenn sie lächelt, und ach ! wenn ste spricht! Eme Zweite, wie Lieschen, die giebt's nun mal nicht! (Schalk.) Die gewonnene Wette. Herr Wirth. Sie sind dock immer s unterhaltlich, uns ist heute schon der Fa den ausgegangen, schlagen Sie was vor, was uns die Zeit vertreibt . Gut, meine Herren ! ich schlage Jh. nen eine Wette vor." .Ja ! ja ! wetten ! wetten ! Das ist ein köstlicher Einfall! reden's re dcn's!" .Da schauens her ich nehme 2us mei ner Börse alles Geld rau5 und laß' nur einen Groschen d'rin und ich wett' mit Ihnen, um was Sie woll'n, daß ich mehr Geld in meiner Börse, habe, als Sie, meine Herren, alle zusammen." Na hören Sie mal! das ist gar zu dumm.... ich weiß, das ist nichts als Spaß.... wenn ich Ihnen sage, daß ich allein, wie ich vom Haus weggegangen bin, dreiGulden zu mir genommen habe, wollen's da noch wetten?.Es bleibt bei dem, was ich gesagt hebe ich behaupte, daß ich mehr Geld in meiner Börse habe, als Sie alle zusammen." 'ber versteht Ibr's denn nickt, htr Herr Wirth will uns heut' Abend aus c. : cw. eine leine nri lrailiren. .Ab, wenn's so ist. das ist sckgn Ihnen, gut wir wetten, was ailt'5 T.. T"- -i -r . . - . " u wn, Dring- iu glichen von dem alten Vierunduvanttaer a'm M, ler rauf ist's so reckt ?" .Juchhe ! das wird mal wieder hiü zugeh'n!" 1 Also die 10 Flaschen, die nehmen Sie auf stch?" .Ei warum nicht gar! Die zahlen Sie. Sie haben die Wette ange'. nommen und haben ste verloren ; denn ich habe in meiner Börse einen Groschen und Sie haben in meiner Bökse gar Nichts, folglich habe ich mehr d'rin, als Sie alle zusammen." . rc te t Eine Empfehlung von dem Herrn und der Frau Baronin und Sie seien gebeten, den Sylvester-Abend. im Kreise ihrer Familie zubringen zu wollen." .Sagte mein -Neffe oder' seine ' Gemahlin sonst nichts?" Die Frau Baronin sagte noch zu dem Herrn Baron: Deinen On kel, den'griesgrämigen alten Esel,müssen wir wohl einladen, er gehört ja leider' zu der Familie