Indiana Tribüne, Volume 4, Number 228, Indianapolis, Marion County, 30 April 1882 — Page 3

Die cLieöe des Heometers.

Von Örnll Vtschka. Vor dem Gemeinde . Wirtbshause Wolkersdorf standen zwei Männer, jüngerer städtisch gekleideter, und älterer in der ortsüblichen Tracht in ein ein mit einer icniuappe aus dem Haupte. Jhr wcht also keine mehr?" fragte der jüngere und seufzte dabei ziemlich vernehmlich. Keine mehr, Herr Geometer moi derte der andere, der die Würde eines Gemeindedieners in dem Marktflecken bekleidete. In ganz Wolkersdorf hqt kein Fräulein mehr a blau's Kleid. Aber ich denk', die AdlerwirthZtochter wird die rechte schon sein, Herr Geometer. Sie ist nit z'mider und kriegt anal den gan zen Hof, und die Adlerwirthin, die hat auch noch was Schön's in der Spar kasta." Der Gemeindediener hatte noch gerne fortgesprochen, aber der Geometer schnitt ihm rasch das Wort ab und sagte: .Ist schon gut. Sterzinger, ich dank' Euch. Da eßt's ein Gollasch und xrinkt'Z ein Seidel Heurigen dazu. Ad US." Dank bestens Eu'r Gnaden rief terzmger dem Davoneuenden nach, während er dsGelostück einsackte. Dann schüttelte er den Kopf und sagte halb laut zu stch selber: ,,Bei dem ist'S auch nit reckt richt! ! Da muk ick ihm alle Madeln im ganzen Ort z'sammensuchen, die a tegethoffblaues Kleid hab'n, und jetzt ist ihm doch keine nit recht. Die eine ist z'lang und die and're wieder z' kurz und die Adlerische ist ihm gar wie der z'dünn. Na, mir kann's aber recht sein." Der Geometer Willibald Winkler war einstweilen die Hauptstraße des hinausgeschritten, bis er an die Kreuzung mit der von Wien nach Brunn führenden Reichsstraße kam, die Wolkersdorf durch schneidet. Hier blieb er eine Weile nach denklich stehen; und wenn ein literarisch gebildeter Mensch sich ins in diese Ge gend verirrt hätte, so würde er darauf gewettet haben, Herr Willibald Winller studlre den Monoloa Sem oder Nicht sein". ' Dem war indeß nicht so, und Herr Winkler sann nur darüber nach, ob er heute wieder ux's Adlerwirthshaus se hen solle oder nicht. Endlich wandte er sich rechts, bergauf der Adler hatte ge siegt. Es fehlte noch eine halbe Stunde bis w . c ' "W Mittag, uno oesyalo war oas große, nach em Garten zu gehende Extrazim mer, in dem die jungen Beamten des Ortes zu speisen pflegten, noch leer. Nur aus dem Gastzimmer horte man dsGe lächter zechender Fuhrleute herüberschal len. Willibald klopste mit seinem Messer an ein Salzfaß, und bald darauf er schien die Frau Wirthin unter der Thür. Sie begrüßte den Gast, brachte das verlangte Glas Bier und setzte sich dann Willibald gegenüber. Die Adlerwir thin war schon zum zweiten Mal Wittwe, aber troh ihrer sechsunddreißqz Jahre noch immer, was man eine saubere Per son zu nennen pflegt, keine Wirthin nach der Regel, sondern hübsch proportionirt und gerade nur um ein Kleines mehr beleibt als nothig ist, um nicht mager zu heißen. Es ist mir recht lieb," begann sie das Gespräch, daß der Herr Geometer heute ein bisiel früher kommen." Ei ei ! Haben Sie mir etwas anzuvertrauen?" sagte Willibald und ver suchte einen scherzhasten Ton anzuschla gen. Aber die Frau Wirthin machte aus einmal ein sehr ernstes Gesicht und entgegnete : .Ja wohl, Herr Geometer. Aber '3 ist g'rad' nix Spsßig's, 'S kommt mir auch nit leicht, aber ' ist am besten, man red't wie 's Ei'm um's Herz ist. Die Leut" wispeln schon im ganzen Markt, daß der Herr Geometer und mei' Sophie waZ zusammen hab'n. Ich weiß nit, ob die Leu!' recht hab'n, aber das weiß ich, daß der Herr Geometer mit meiner So . ferl g'rad nit ungern dischkirt. Weil aoer der err Geomuer lonst gar rnr. der Gleichen thut, ob er Absichten hat oder nit, überhaupt so gar a so seltsam thut, so hab' ich mir denkt, 's ist am g'scheidt'sten, ich sag's dem Herrn Geo meter. Entweder. oder. Nix für un gut, aber das will ich nit, daß meinKind so unnSthig in's Gered' kommt." Willibald hatte anfangs sein Erstau nen über die unerwarteten, mit großer Beredsamkeit vorgetragenen Worte der Wirthin nicht verbergen können. Dann aber ließ er den Stop) in die Hände sin r rv v len uno vernel m ne es aazoemen, :n dem er auch noch verharrte, als die be sorgte Mutter längst schon geendigt hatte. Diese sah den wie träumend vor lhr sitzenden jungen Mann verwundert -an. Sollten die Leut' doch recht hab'n," dachte sie, daß er ein bissel rappelt? Na das verliert sich schon, wenn er ver heiratht' ist. Und er wär sonst gar nit übel." Als ihr die Pause etwas zu lang wur de. klopfte sie ihrem Vis-a-Vis mit den Jmgern aus dle Hand. Willibald suhr so rasch empor, daß die Wirthin erschro cken ihren Stuhl zurückschob. Ueber sei nem Gesichte schwebte etwas wie der Ausdruck eines tiefen Wehs und feine Augen waren wie bittend auf die Wir thin gerichtet. Ach ja", sagte er dann plötzlich und lächelte. Ich soll Ihre Tochter heira then, nicht wahr ? Ja wenn nur " Die Wirthin horchte gespannt. Wenn ich sie nur einmal umgekehrt sehen könnte." Umgekehrt? Was? Wen? Meine Sophie umgekehrt? Was meinen Sie denn?Nun, was man unter umgekehrt ver . steht. So denken Sie sich alles umge kehrt, das Haus umgekehrt, die Stube umgekehrt und Sophie auch oben die Füße, unten den Kopf." Während dieser Rede hatte die Wirthin immernehr ihren Stuhl zurückge schoben, bei den letzten Worten aber stiek sie einen markdurchdringenden Schrei aufsprang auf und rannte aus der Stube hinaus. . Die Hauöleue eilten schnell herbei und erfuhren von der todt bleichen, am ganzen Körper zitternden Frau, daß der Geomete? verrückt gevor

den sei, daß er daS ganze HauS umstür

zen wolle u. l v. Eine fürchterliche Pa nik entstand. Die Weiber heulten und die Männer stritten sich über die zu er greifeuden Maßregeln. Keiner wollte zuerst in die Stube und sich dem Angnn des Tobsüchtigen aussetzen. Schon wa ren die -Knechte, mit Heugabeln und Dreschflegeln bewaffnet, :m Begrche em zutreten, da ging die Thüre auf, und Willibald kam heraus. Was ist denn loSZ" fragte er mit ruhiger Stimme. Wo ist die Frau Wirthin?" Alles stob zurück. Er will die Wir thin umbringen ! Zu Hilfe, zu Hilfe !" schrie man unisono. Willibald trat etwas weiter vor und erkundigte sich mit erregter Stimme, wa das zu bedeuten habe. Jll demselben Augenblicke aber fühlte er sich von rück wärts gepackt, die eisenftstenHande zweie? Knechte umklammerten seine Arme, und in venigen Minuten war er mit Stricken gebunden, auf einen Wagen gesetzt und fort ging es aus's Rathhaus. Ungesähr sechs Wochen vor dem Er zählten war Willibald Winkler nachWol kersdorf gekommen, um in seiner Eigen schast als K. K. Geometer ein genaues Nivellement d Umgegend aufzunehmen. Er hatte das Stück, welches zwischen der Reichsstraße, der Eisenbahn und dem gräflich Thun'schen Schlosse liegt, be reitö absolvirt, und stand eines Tages mit seinem Nivellirapparate auf einer Anhöhe jenseits des Schlosses. . Diese Anhöhe senkte sich aus der andern Seite, wo der Wald begann, bis das Terrain wieder in der Richtung gegen Pyrawarth zu steigen anfing. Dort sah man übri genS weder Weinberge und Felder, da sich vom Walde nur ein schmaler Aus läufer in die Schlucht herein zog. Wil libald wollte, um eine Controlle für sein Nivellement zu haben, den Höhenunter schied zwischen dem Pnkte, aus welchem er stand, und einem Baume aus der ge genüberliegenden Höhe messen, und hatte deshalb seinem Diener besohlen, sich mit der Nivellirlatte aus die andere Seite der Senkung zu begeben. Da der Weg bis dahin ziemlich weit war, so hatte Willibald einstweilen nichts zu thun. Er lag im Grase und überließ sich seinen Träumereien. Ein Phantasie mensch, der er war etwas überspannt! pflegten seme Bekannten zu sagen seytte eS ihm nie an Unterhaltung, wenn er auch den ganzen Tag faullenzend im Walde lag, was eine seiner LieblingSbe fchältigungen war. In letzter Zeit un terhlelt sich seine Phantasie sehr gerne mit weiblichen Wesen, und er erlebte die lieblichsten Romane im Geiste. Nach etwa zehn Minuten erhob er sich, um nach seinem Diener zu sehen. Er richtete das Fernrohr nach dem bestimm ten Punkte, aber der Diener war noch nicht dort, und so drehte er es im Kreise, um ihn zu suchen. Plötzlich hielt er snll und sah emsig durch das Rohr. Dann drehte er eS langsam nach links, immer, weiter, immer weiter. ; Endlich trat er zurück sein Antlitz war erhitzt, seine Augen glänzten. War daS noch Traum oder Wirklich keit? Nein es mußte Wirklichkeit sein, deyn dawar das Fernrohr, , durch welches er! sie erblickt hatte. WaS für eme entzückende Gestalt : und welch' lieb lichen Gesichtszüge! Aber wie sah sie eigentlich auS? Sie war schon, ge wiß, von wunderbarer Schone ; aber wie sah sie eigentlich au3 ? Ein tiefer Seufzer entwand sich Willi bald's Brust und ein beängstigendes Gefühl bemächtigte sich seiner. Es war ihm, als hörte er ein Hämmern in seinem Gehirn, als fühlte er das Zucken seiner Nerven. Wie sah sie aus? Wie die meisten Nivellirapparate, so war auch der Willibald's mit einem .astronomischen" Fernrohre versehen. Dieses zeigt die (öegenstände alle ver kehrt, während das terrestrische" sie aus recht zeigt. Da aber das erstere eine größere Genauigkeit gestattet, schärfer ist, als das letztere, so zieht man es bei geodätischen Apparaten, bei welchen ja nichts daraus ankommt, ob man das Ob jekt in seiner natürlichen Stellung sieht, dem im gewöhnlichen Leben benutzten terrestrischen Fernrohre vor. . Willibald hatte die Frauengestalt, die ihn fesselte, durch ein astronomisches Fernrohr, also verkehrt, erblickte Biel leicht war es nur die empfängliche Stim mnng, in der er sich befand, das in dem jungen Herzen lebhaft erwachte Liebes bedürfniß, welches jenen bedeutenden Eindruck veranlaßt hatte, vielleicht auch die wirklich schönen Formen des Mäd chenS; wahrscheinlich aber beides zu sammen. Er hatte die Gestalt verfolgt, bis ste hinter den ersten Häusern desOr teS verschwand und ihr Bild sest in sich aufgenommen. Er hätte jede Einzelheit auf den ersten Blick wieder erkannt: die schöne Taille, die an die Meisterwerke plastischer Kunst erinnernde Büste, daS runde, mit einem Grübchen versehene Kinn, das reineOval des Gesichts, Nase, Augen, Stirne eins schöner als das andere. Nun ver suchte er es, die Gestalt vor sich aufzu bauen, nicht mehr verlehrt, sondern aus recht, setzte Stirne, Nase, Augen, Kinn aneinander, aber es gelang ihm nicht. Er konnt zu keinem Totaleindruck kom men. Er versuchte sogar, den Stift zu Hülfe zu nehmen, und füllte sem Snz zenbuch mit Entwürfen der Geliebten. Aber immer und immer wieder mußte er sich sagen: so kann sie nicht aussehen, so sieht sie nicht aus. Aus den schönen Ein zelheiten wollte kein schönes Ganze ent stehen, und vor Allem kein Ganzes, das Leben in sich trug. Diese Beschäftigung brachte das Ner venleben unseres Helden so sehr in Auf rühr, daß er krank, erregbar und noch tiefsinniger wurde, als er es ohnehin war. Er zog sich von der Gesellschaft zurück und suchte die Einsamkeit auf, um dort ungestört die Dame seines Herzens konstruiren im können. Seine Bekann ten sagten, er rapple"und diejenigen, die emen guten Witz machen wollten. Deuteten aus die Stirne, wenn sie ihn vorüber gehn sahen. , , TY f t wv. m m xuiuioaio aoer lau eines 2iao.es em. daß seine Bemühungen zu keinem Ziele suoren konnten, und schlug emen anderen crn . . ! ' rc v . . m r rt m. gmg wieoer IN iseicu schast, und zwar zu dem Zwecke, die Mädchen des Marktfleckens kennen zu

lernen. Den Gemeindediener, mit dem er ohnehin geschäftlich in Verbindung stand, und der ja in alen Häusern be sannt war, beauftragte er, ihm eine Liste derjenigen Fräuleins zusammenzustellen, die tegethogblaue Kleider besaßen. Diese Liste war nun ziemlich groß, denn teget hofsblau kam damals gerade in die Mode, und es gibt in dem stattlichen Wolkersdorf viele bessere Bürgershäuser und daher auch nicht wenigeFräuleinS". Am Schnitt des Kleides ließ sich aber nichts erkennen, denn man bezog keine Originalproben aus Paris, und der Schneidermeister des Ortes machte ein Kleid wie das andere. Willibald mußte also wieder seine Phantasie zu Hülfe

nehmen, und so oft ihm der Gememde diener ein neues tegethoffblauesMädchen angab und er dasselbe sah, ging er schleu nigst daran, es umzukehren. Aber wie der war alle Mühe vergebens; keine der Schönen wollte stimmen, wenn er sich auch sagen mußte, daß das Geschäft des UmkehrenS kein leichtes war und er seines Urtheils nur sicher hätte sein können, wenn ihm das betreffende Mädchen wirk lich im Gesichtsfelde seines astronomischen Fernrohrs erschienen wäre. Von allen Jungfrauen des OrteS war die AdlerwirthStochter diejenige, welche seinem Bilde am meisten entsprach. Er wurde deshalb auch von dem Tage an. da ihn der Gemeindediener auf Fräulein Sophie ausmerksam gemacht hatte, täg licher Gast des Adlers. Die Art und Weise, wie er das Mädchen immer be trachtete, mußte natürlich den übrigen Gästen auffallen und jenes Gerede ver Ursachen, das der Frau Wirthin Anlaß gab, energisch" einzuschreiten. Willi bald selbst sagte sich ost, wenn er allein war, daß er Sophie liebe,daß nur sie das Objekt seines Fernrohrbildes gewesen sein könnte. Wenn er sie aber beschwor, ihm zu sage, ob sie vor Wochen nicht einmal auf der Pyrawarther Höhe gewesen, dann erklärte sie feierlichst, sie vermeide diesen Weg seit Jahren, weil dort ein Mord verübt worden und sie deshalb aeänastiat sei. Sie war es also nicht, und wenn er so begann, Sophie umzukehren, dann schien eö ihm selbst, als gliche sie nicht jener entzückenden Gestalt. Es legte sich etwas wie eine EiSrinde um sein Herz, und die projektirte Liebeserklärung kam, wie so viele andere Projekte, nicht zu Stande. j Auf dem Rathhause hatte sich natürlich alsbald herausgestellt, daß Willibald Nichts wenigr als tobsüchtig war, und man entließ ihn deshalb sofort. Aber der Vorfall blieb insofern nicht ohne Folgen, als sich niemand die räthselhaf ten Worte gegenüber der Wirthin (die selbstverstanollch rasch von yaus zuHaus gingen) erklären konnte und deshalb Al les eme gewme ,Scheu vor ihm empfand. Er war nicht tobsüchtig: gut aber konnte er es nicht werden ? Konnten jene t n...". li.. M!Xi !n0i!Ai. V. c.!Ui uiiiuuicii uiuyi iiuuiycu uca ucyutnrn btn Wahnsinns gewesen sein? Und wie stttjam war sem ganzes Benehmen! Warum hatte er dem Gemeindediener den sonderbaren Austrag bezüglich der teget hoffblauen Kleider gegeben ?...... In ' rfc-cr..-.r.rffj.-fi ? c cn einer nan.ccgeica!iqaii vei oer rau nsti walterin wurde das Räthsel dieses Men schen endlich gelöst: Willibald Winkler war em Bampyr, em Bampyr, des es aus die Mädchen des Ortes abgesehen hatte. Das Wort machte schnell die Runde,ganz Zwollersoorf kam in die grsste Auf rcgung, und die Weiber bestürmten ihre Männer, einen gemcinderäthlichen Be schluß aus Entfernung des Geometers aus dem Marktflecken zu erwirken. Die. Männer hätten nichts dagegen gehabt wenn der Geometer nur nicht ein K. K. Beamter gewesen wäre. Gogen ei r -.-.? r. r. il f it. nen iviqcn ließ q auc mit oem vesten WUlen von der Welt nichts unternehmen, Von allen weiblichen Wesen der Ge meinde dachten nur zwei anders. Das eine war Sophie, die Willibald herzlich gut war und nun auS dem Weinen nicht heraus kam. Wie ost, wenn er am Cai.C fri3.w aih. (( n . f . yut i.uvu yuig, uy jic iyiu lange usch, ja sie machte absichtlich Geräusch, damit er sie höre umsonst. Das Haupt zu Boden gewandt, schritt er weiter, sie keines Blickes würdigend, Und wie bleich, wie abgehärmt sah er auS ! ' as zweue Frauenzimmer, das aus daS Geschwätz vom Vampyr mM3 gab. war die Adlerwirthin. Sie bedauerte ihre damalige Aengstlichkeit aui'Z Leb hasteste. Aber sie war von jeher leicht erschreckbar gewesen, weil sie einmal als :.V k.i'itt.V.. C..V , C -1 . i . dviii v ciii wuiyciiuci vmiu llsolgie ein reignin, oa lie nie vergaß, und das auf ihr Nervenleben großen Einfluß ge wann, un, nacyoem es sich herausge stellt, daß Willibald nicht verrückt war. dachte sie erst über seine Worte nach, Cm t. . ! r. a St 1 l . uirlp, wua ci vuittll gcmeini yane er war ja etwas überspannt und doch . .. .'I ,o vle! geonoerer aiö Zle: &t halle za ost schon die Reden der studirten Herren nicht gleich, verstanden. Das ganze t. fcs.:.. -n . i Mw w riuniö jcin, eimas nnoeres bedeuten, als der bloße Wortsinn sagte, Er selbst war ja dabei ganz ruhig geblie ven; sie ermnerte $, wie sanft er noch dreingesehen hatte, als die Knechte im Begriffe waren, ihn zu packen. Die Frau Wirthin war eine kluge Frau und überlegte das alles recht wohl. Sie war aver aucy eme guttrau, der derKummer ihres Kindes an's Herz ging und die Willibald's schlechtes Aussehen dem Lie beöschmerz zuschrieb. Ach! die Frau Wirthin' wußte ja auch ein Lied zu sin gen von der-heimlichen Liebe, die so heiß brennt, wie kein Feuer und keine Kohle und dann der Herr Geometer wäre kein unangenehmer Eidam gewe ks SA.dtl(t!AV:. (f.... an:.it' n.. riti, irns uuiit IIUI Ult ITIUU UMilUin lUJUil gesagt, bevor sie eingeschritten" war., Willibald'S Eltern besaßen ein stattliches )Ul oei Pyrawarly, uno er war oer em zige Sohn, der nebst Grund und Boden auch noch ein hübschesZStück Geld erbte, Ueberdieß war er K.K. Beamter.und das K. K. genitßt in Oesterreich, besonders auf dem Lande, großes Ansehen. Die Frau Wirthin war deshalb auch fest ent schloffen, die Sache nicht so weiter gehen zu laffen, sondern so oder so. m'S Klare zu bringen.- ' Inzwischen lag Willibald mit Eiser seiner Arbeit ob, in der Beschäftigung . M ' r ? ' . rLm m . " . roi zur lern geilories Vemulysleoen suchend.

Er verkehrte mit Niemand, arbeitete den ganzen Tag und lich sich sein Essen entweder in dieWohnung oder garhinaus aussFeld bringen. So war er mit demNi vellement in verh'ältnißmäßig kurzer Zeit wieder aus dei andern Seite des Ortes bis zur Reichsstraße gekommen und nahm nun bereits jenseits derselben seine Aufst'ellungen. ES war an einem schönen Junimor gen, als er gerade die zuletzt eingetrage nen Ziffern in seinem Manuale kontrol lirt hatte und sich nun anschickte, aus's Neue die Arbeit zu beginnen. Erstand auf, trat an den Apparat und richtete daS Fernrohr nach einem Feldwege, auf dem sich der Diener mit der Nivellirlatte be"

fand. Er sah durch das Instrument und taumelte zurück. Was war das für ein Blendwerk? Aber nein, dort dort sah er mit freiem Auge wirklich eine Gestalt herankommen und er täuschte sich nicht eS lar ein weibliches Wesen...-.. .' Er trat wieder zum Fernrohr, richtete dasselbe mit zitternden Händen, sah hin durch lange hindurch. . .Kein Zweifel mehr, sie war es, es war das holde We sen, das er so lange vergebens gesucht. Und kein Zweifel mehr, es war nicht Sophie, denn die sich Nähernde war be deutend stärker, Aber dieses Kinn mit dem Grübchen, dieses Oval des Gesichts, dieser Schnitt der Nase er hätte wieder auf Sophie geschworen Aber sie kam näher, er wollte nicht hier bleiben, wollte Sophie nicht sehen . . . .Nur einen Blick noch. Ja, sie war es. Das war Sophiens tegethoffblaues Kleid, er erkannte e5 jetzt an manchen Kleinigkeiten, die er sich gemerkt hatte Und doch diese rothen Backen, die se dunklen Haare nein, sie war es nicht, Fort, rief eS in ihm, fort, möge kom men wer wolle ! Er haßte alle Weiber, alle ohne Ausnahme. Schnell war das Instrument in das KöMen gelegt, das Stativ znsammengeklappt. Und nun feld einwärts! Da rief eine Stimme, die nicht Sophiens Stimme war und die er doch nur zu gut kannte: Herr Winkler, Herr Wunler!"' Willibald stutzte. Was war das ? Das war ja die Stimme der Adlenoir thin Die Fremde kam indeß rasch nä her; schon konnte er sie mit freiem Auge erkennen gewiß, es war die Adlerwir thin, und sie trug Sophien'S tegelhoff blaues Kleid, wie sie es bisweilen that. und auch an jenem Tage gethan hatte, da Willibald Winkler sich astronomisch in sie verliebte. Die Adlerwirthin hatte den Entschluß gefaßt, den Geometer aufzusuchen und ihn selbst um die Bedeutung seiner Worte zu fragen, vielkicht auch noch um mehr, je nachdem die Umstände es fügten. Willibald gab natürlich aern dle er wünschte Aufklärung und hatte schließlich nichts dagegen, statt der Mutter die ihr I . a V m.CXl -. r ' 11 i uuc uud uim viciuii yeiajmucnc, nui wa? ja aewiß kein Nachtheil war aera de halb so alte Tochter zunehmen. Der Mutter schmeichelte es selbstredend sehr, daß sie wenn auch nur durch's Fernrohr und gar durch ein astronomisches noch e rw morua auf emen Zungen Mann ge macht hatte. Willibald wa: in seinem höchsten Glücke, nachdem er seine Braut noch aus dle Probe gestel und nun über, zeugt war, daß sie, durch's astronomische Fernrohr betrachtet, sich wirklich mit seinem Phantasiebilde deckte. Von diesem Augenblicke an gesundete er wieder rasch und konnte bald jedes beliebige Mädchen ansehen, ohne sich versucht zu sühlen, es umzukeyren. - KygiMlsche Ariese. Wenn die Räume, in welchen wir woh I .. - ' . . ' nen, arbeiten und schlafen, nur dazu be stimmt wären, uns vor den Unbilden deS wechselnden Klimas zu schützen, ohne uns den belebenden Wirkungen des TaaeS lichtes zu entziehen, so würde das zumal in der kälteren Jabresttit aeübte Bestre ben, den Eintritt der kälteren Außenlust I i t' x. i . i. .nrn r. iylllilill) enigegenzuwirien, in leoerAZelie gerechtfertigt schemen. Die hervorgehobenen Thatsachen, der Einfluß der Bodenausdünstunaen und der menschlichen Respiration auf die Reinheit der Raumlust, bedingen indeß, daß unsere Wohnung, in Betreff der in ihr befindlichen Lustmaffe, deren zeitwei liae oder fortwäbrende Erneueruna durch die reine Außenlust nicht abschließe, daß die Jnsaffen der Wohn und Arbeits oder Schlasräume in sortwahrend er neuerter Berührung mit der reinen Luft ... rv . v r . .. ... er ,m freien veroieioen, oaß, wie man sia) auszudrücken Pflegt, durch eme entspre chend stetig fortwirkende Ventilation sich die Reinigung der Raumluft vollziehe, Hierbei ist stillickweiaend vorausae setzt, daß die äußere Atmosphäre lxr I cm - - r. v . ... ÄZoynyauler, wkiaze iUslerneuerno wir ken soll, an sich entsprechend rein und ' . . 1 ' . ,T 0 . zumai frei von lenen uusounltungen des Bodens sei, welche als krankheiter zeugend die Umgebung dichtbevölkerter r . uoyngevauoe oft zu gesaymazen seu chenheerden umwandeln können. So wenig Jemand sich Herbeilaffen wird seme häuslichen Geräthschasten mit schmutzigem Waffer zu reinigen, so wenig ist es im Jntereffe unserer Gesundheit, unsere Wohnräume durch unreine Luft ventiliren zu laffen. Nur stellt sich in Betren der Beurtheilung dieser Ver hältnijse hierbei der Uebelstand ein, daß, während uns die Unreinheit eines Was serS durch deffen äußere Eigenschaften gekennzeichnet wird, unsere Sinnes oraane nicht unter allen Umständen in der Lage sind, sich über die Reinheit der Außenlust entsprechenden Aufschluß zu verschaffe ; denn nicht immer sind eS r r. . t: t.: cn. I IICUJCUUC - V9U1C. roeiujc UUlüCl Ul tracht gezogen werden, und das Gewöh nen an schlechte Lust in den Wohnräu men iani uns olt nocy eme unreine Atmosphäre aukerbalb der Wobnuna frisch und .rein erscheinen, so wenig sie diese Eigenschaft theilt. Der Mangel äußer Erkennungszeichen für die Be ! schaffenheit der Luft zeigt uns daher doppelt, daraus bedacht zu bleiben, alle jene- Einflüsse aus unseren Wohnungen oder deren Nähe zu beseitigen, von denen anerkannt eine Infektion deS Boden zu befürchten m, sobald Erstere : mit Letzte ren in wiederholte Verbindung treten l c U. ? r - uno in ocriciocn längere ni ver I weilen.

Als erste Aufgabe einer rationellen

GesundheitNifleae hat man daher schon seit Langem eine schleunige Entsernung aller Abfallstoffe des häuslichen Zusam. menlebens der Menschen auS dem Be reiche der Wohngebiete angestrebt, und bald mit größerem, bald mit geringerem Erfolge der Salubntat der Städte ttne befondereAufmerkfamkeit gewidmet. Der Umstand indeß, daß sich hierfür allge mein gültige und anwendbare Verfahren nicht aufstellen laffen, und daß man in oft völliger Unklarheit über die lokalen Verhältniffe trotzdem die Städtereini gung nach bestimmten Schablonen durch zusetzen suchte, hat gerade auf diesem Gebiete der Gesundheitspflege zu oft sehr schlechten Resultaten geführt. Denn es wächst die Schwierigkeit einer erspricß lichen Lösung der gestellten Aufgabe mit der Größe der Städte in unverhältnißmaßiger Weise und hiermit das Defizit in den Resultaten und in den Kosten rechnungen, welche bei der Anlage des Verfahrens in's Auge gefaßt waren.' , vanoett es stch zunächst darum, die Bodenumgebung der Häuser vor dem Einfluß häuslicher Abfälle frei zu erhal ten, so kann diese Ausgabe in zweifacher Weise gelöst werden: Entweder dadurch, daß man erstere so schnell als möglich dem Bereiche der Wohnungen entführt. oder dadurch, daß man sie m Refervol ren zur zeitweiligen Abfuhr ansammelt und ber dieser Aufspeicherung dafür Sorge tragt, daß die häuslichen Abfall flüssigleiten nicht in den Boden über gehen, sowie, daß sie wahrend lhrer Re serviruna nicht faulen. Wird der ersten Aufgabe, der schnellen Entfernung der häuslichen Abfälle aus dem Bereiche der Wohnungen durch Anlage von Waffer closetö und anderer Spülvorrichtungen Rechnung getragen, so geht hiermit dS Bedürfniß für größereSchleußenanlagen zur Wetterführung der Spulwafferyand in Hand. Bei Einhaltung diefer Maß regel ist das erste Erforderniß die Anlage tiefliegender, bedeckter Absuhrkanäle. Offene vschleußen(Rinnsteme)sind' das sprechende Zeugniß einer mit Sachun kenntniß geleiteten' Städtereinigung.An die schnelle Absührung der häuslichen Abfälle knüpft sich aber alsbald die wich tigste Frage: Wohin? Und hier be gegnen wlr einer großen Anzahl von Y 1 W Aor Hlaaen uno Ausführungen, von welchen bis jetzt nur der geringste Theil den Anforderungen der Gesundheitspflege und der Praxis gleichzeitig hmreiwend entsprach. Die Nähe größerer Ströme wird oft verlockend dazu, sie . als stetig sel-ofl reinigende Reservoire für städtische Ausflüsse ?n Gebrauch zu ziehen. Das Verfahren erinnert an die Aus Weisung gefährlicher Verbrecher : Man nutzt stch felbst, mdem man Andere schä dlgt. Mit der Anlage großerFelder zur Ausnahme stadtischer Effluvien alsDün gemutel der Ersteren glaubte man, das Angenehme 1 Mit dem Nützlichen zu verbinden. Man bedachte aber nicht, daß eine kontinuirliche Bodendurchfeuchtuna trotz angebrachter EntwSfferungsanwgen das Wachsthum der Pflanzen beeinträchtige, und daß günstige Erfolge in dieser Richtung sich an lokale Vorbedingungen knüpfen, denen um so schwieriger zu ent sprechen ist, je größer das zu bewälti gende Abfallmaterial sich gestaltet. Endlich vereinigte man die städtischen Abfalle in NeservolrS, m welchen diese! ben in der Weise korrigirt wurden, daß man durch Abscheidung und Desinsek tion d festen, unlöslichen Bestandtheile klare Flüssigkeiten erzlelte, welche als ungefährlich den Flußläusen zugeführt wurden, während die erhaltenen Äbscheidüngen als Düngemittel der Landwirth schast zu Gute kamen. In denjenigen Wohngebieten, in welchen eine derartige beschleunigte Entfernung häuslicher Ab fälle nicht geboten erscheint, wird es die Aufgabe jedes Haüseigenthümers, dasür Sorge zu trazen, daß während zeitwei liger Reservirung der ersteren ein Eindringen derselben in die Bodenumge bung und deren Fäulniß unmöglich ge macht werde. Man legt in der Nähe jedes Hauses wafferdichte Senkgruben an, welche zur Ausnahme der Absälle bestimmt sind, und deren Inhalt man täglich mit sicher wirkenden Fäulnißverhinderern,wie Kalk, Eisenvitriol, Torfstaub solche sind, in geringen, aber entsprechenden Mengen vermischt oder überstreut, und dafür sorgt, daß wenigstens allmonatlich eine geregelte Abfuhr des Reservoirinhalts erfolgt. Durch Uebernahme der letztexen und deren Ueberwachung von Selten der städtischen Verwaltung ist dann die Garantie einer systematischen Durchfüh rung des Verfahrens von selbst geboten. Nach welcher der gebräuchlichen, hier kurz angedeuteten Verfahrungsweisen man den Anforderungen der Gesund heitspflege Genüge leiste, in allen Fäl len ist und bleibt eines der sichersten Mittel gegen die Entstehung und Ver breitung von ansteckenden Krankheiten die Reinhaltung der' Bodenumgebung unserer Wohnstatten von den schädlichen Einflüffen häuslicher Abfälle ! (Berliner Tagebl.) Banknotenfälschung im Gefängnis? e. In den Gefängniß lokalitäten des Budapester Komitathau ses wurde dieser Tage emeFälscherbande entdeckt, die bereits seit mehreren Mona ten ihr Unwesen trieb, ohne daß die Ge fangenenvärter auch nur eine Ahnung davon hatten. Die Fälschungen wärer hier auch nicht entdeckt worden, wenn dies Geheimniß nicht von anderer Seite verrathen worden wäre. Die Häftlinge verfertigten nämlich in ihren Zellen die zu den Fälschungen nöthigen Platten und schickten dieselben ihren Komplicen nach Alberti-Jrsa. Die Falsisikate miß langen jedoch derart, daß dieselben sofort als .solche zu erkennen waren. Nachdem beim ersten Versuche der Verausgabung die Untersuchung eingeleitet wurde, stellte sich heraus, daß das Nest der Banknoten falscher sich im Budapester KomitatS hausgesängniffe befindet. Die Staats anmalt chaft leitete eme strenge Unter suchung ein, die jedoch bisher nur so viel ergab, chab' drei Häftlinge sich mit der Plattenanfertigung beschäftigten und dieselben durch ihre Verwandten, die zu Besuch gekommen ?varen,ach Albertr Jrsa sendeten, l Der Verdacht, daß mehrere Gefangevenvärter in Einverständ, nch nm den Fälschern handelten, hat sich bisher nicht bestätigt.

L?koyr und Löhne.

Antifortschrittlicher Roman. I. Band. Der alte Graf von Mohr wurde im mer älter. Kaum hatte er noch die Krast, Mitglied des Herrenhauses zu sein. Er stand in aller Frühe auf, machte sosort Feierabend und setzte sich dann in seinen Lehnstuhl, um in demselben den Tag schlasend zuzubringen, bis er zuBett ging. Obschon er sehr reich wclr. dachte er fcnrfi flifcisl über den Seaen des Tabaks Monopols nach, bis er nicht mehr konnte, - m V.o -' . I Vann las er eme cummer oes einge aanaenen .StsatsSocialist" immer und immer wieder. So flössen seine Stun den in Arbeiten für das Wohl des Va terlandes dahin. . Datrat sein Sohn Franz em. Der Graf hatte noch einen Sohn, von welchem er aber nichts wiffen wollte, weil derselbe sich dem stillen Liberalismus er I ' ,j geben hatte und auch sonst ungeratyen war. Man nannte ihn im väterlichen ftftf, hnft.r nur Neverniolir. Karl so hieß er eigentlich trieb sich in r . c ... r. r v s . , 1 :, tli :i I Leipzig lN oenorlaien ver univerniul I x.l v. r I immer uno jiuouic rnty nui uic juyv-1 nannten Naturwiffenschasten, sondern er :oar auch verdächtig, in dem dortigen Stadttheater der Aufführung von Les sing's Nathan" beigewohnt zu haben. Aber ist euch auch wohl, Vater ? fragte der tüchtige Franz. Ihr seht so blaß. Ich sehe nicht blaß, anlworiele oer Alte, ich sehe im Gegentheil schwarz, In der alten Nummer des Staats- - - . Socialist" steht noch, daß die Wahlen in Berlin fortschrittlich ausgefallen sind. Lies es nicht, bat der wackere Franz. Das nützt nichts, seufzte der Alte, die Wahlen bleiben trotzdem fortschrittlich ausgefallen. Ich mache mir jetzt Vor würfe. Ich hätte mehr für den Agita tionsfond des 0 0 C geben sollen, drei Mark war zu wenig. Die. Post ist angekommen, unterbrach ihn der edle Franz. Die Post meines Freundes Kayßler ! rief der Gras. Aus die sollt Jeder abonnirt sein, der es gut mit pindter meint. Was meldet das Blat' oes Alt meisters ? t Etwas Trauriges, sagte der biedere Franz. Um Gottes Willen, rief der Alte, mit träumte heute Nacht, wie in einem Kreise von . Salamandern auf Mmnigerode ein Cremer gerieben wurde, das bedeutet nichts Gutes. Was ist geschehen? Haben die Bürger von Jever sich geweigert, die Kibitzeier zu Bismarck's Füßen zu legen?

So schllMM lfl es Nicht, trosttte oer fortwahrend in zitternder Bewegung zu loyale Franz, aber ich lese in der. Post, sein schien, die Form eines OchsenjocheS ein gewisser Mohr sei aus . Grund des an, dessen Mittelpunkt sich gerade unter Socialistengesetzes aus Leipzig ausge. dem Polarstern besand. Die Strahlen, wiesen. Das ist zweisellos unser Sohn welche von ihm ausgingen, waren von und Bruder. : außerordentlicher Schönheit, wechselten Da stieß der alte Mohr den sürchter- rasch ihre Farben und die durch sie hinlichen Fluch aus : Karl ein Socialist, ein durchleuchtenden großen Sterne erschie Reichsseind, ein Theilnehmer an allen nen ohne Strahlenbrechung scharf beRingverbrechen! Dafür soll er ausge- grenzt, ähnlich wie sie sich durch Fernschlössen sein von allen antifortschritt- röhre gesehen, dem Auge zeigen.. lichen Versammlungen, nie soll seinAuge Schließlich nahm die Erscheinung eine sich an einem Artikel, von Sonnenberg mehr blaßrosarothe Farbe an, zog sich erouicken. kein Tropfen Aaitationspilse mitunter oft durch sächersörmigeStrah

ner netze seine Lippen, und in die Grube soll er sahren, ohne Commissionsrath geworden zu sein ! Während der Vater erschöpft in den Sessel zurücksank, s.ih der herrliche Franz aus die Uhr und ging, um mit Ruppel ein Stündchen zu verleumden. tt nrtns 1 1. o u !! v. Einige Tage später sand im Mohr' schen Schlosse ein großes Fest statt. Die Ablehnung des Dirichlet'schen Antrages, die Aushebung des Neptiliensonds be-

trestend, sollte mit auem Pomp gefeiert stecken beobachtet werden, kommen Nordwerden. Sogar ein Herrenhausmitglied lichter, Störungen des Erdmaanetis-

war von auen netten yerveigeeul uno hatte dadurch die bewilligte Eisenbahn sreikarte eingeweiht. Mit der Stöcker medaille geschmückt, empfing der alte Gras die.feudalen Gäste. Unter densel ben befanden sich mehrere hervorragende Gegner jeglicher Amnestie und anderer thörichter Gerüchte. An der Tafel saß rechts neben dem alten Mohr Amalia von Edelreich, eine leider nur zu gebildete Verwandte des Hauses deren Verlobung mit dem degehrenswerthen Franz nur noch eine Frage der Zeit war. Heute wurde die Proklamation erwartet. Diese Erwar tung sollte nicht getäuscht werden,, denn mitten in den Gesprächen über die letzten Verbrechen, welche von den Liberalen beaanaen worden waren, namentlich über w i (. den Peltzer'schen Mord und die vielen Diamantendiebstähle, erhob sich der alte Mohr und sagte: Verehrte Anwesende! in der Ueberzeugung, daß die Beiden, von denen ich sprechen will, von den Standesbeamten als ein nothwendiges Uebel betrachtet werden, erkläre ich hiermit, daß mein Sohn und Halt ein, Vater! schrie der allgemein beliebt? Franz. Kein Wort weiter,denn die Dame, die Du mir zur Gattin geben willst, hat ich weiß es von unserm Schloßdenuncianten vorgestern bei einem Juden gekauft und kann deshalb niemals eine Mohr werden ! Dem antisortschrittlichen Redner war bei diesen Worten das Blut derart in das Antlitz gestiegen, daß dieses ganz blau wurde. Ein Hoch der Tafelrunde belohnte ihn. Amalia lächelte hinter ihrem Fächer. Der alte Mohr verhüllte sich stöhnend mit der alten Nummer des Staats Socialist." Die Gesellschaft wartete den Käse ab und verließ dann nach dem Kaffee mit Cognac kopfschüttelnd das Schloß. 111. B a n d. Es lag eine Verwechslung vor. Die Post war salsch berichtet gewesen. Der Mohr, der aus Grund, des Socialisten gesetzes aus Leipzig ausgewiesen worden war, hieß nicht von Mohr, sondern war ein Drechslergeselle. Mohr, welcher des Verbrechens angeklagt und geständig war,' mit noch anderen sechs Drechsler gesellen eine Nummer des in London er scheinenden socialistischen Blattes gelesen zu . haben dessen Titel 'wir in unserem I Leserkreise nicht auszusprechen waßen. Karl wa? nach wie vor in Leipzig und

setzte seine liederlichen Murvllsenschas-

ten fort. Auch machte er aus seinen: unbegreiflichen Besuch des Lessmg'schm .Nathan- kein Hehl. Amalia hatte ihtt geschrieben, was sie gethan hatte, u den reichstreueu Franz zu hintergehen und ihn,zu veranlaffen, ihre Hand aus" zuschlagen; das Gelücht, daß sie vo einem Juden etwas gekauft habe, war von ihr selbst erfunden worden. Ieht, so schloß sie, bin ich frei, mein Geliebter, und wenn Du willst, so bin ich in einem f c m Wk . ayre urnaita von ncoqr. Welche Tücke in diesen Liberalen ! le fanden ihre gerechte Strafe. Karl wurde enterbt, Amalia mußte dasSchloß' s? nS 1 1 u 1 . ' i. L ' Vi """in unicrncgi in spracye unseres rvsemdes Gamvella, sehr charakteristisch für derlei vater landslose Individuen ! Der Fluch des alten Mohr erfüllt; s.H nur zu oaio. . . . Karl verliev die Universität als Mitglied emeS -Uerems, wacher niemals seine Zufliminung zu der neuen Wirth' fX .fioi f i ! i T - i.C!l. t r . t. lcgaiispouiu ictcgramtic, 10 mat rn oit Nacht er auchhäusig genugtagen mochte. Eines Tages sand man ihn als Candi daten der Fortschrittspartei zum AeichSa ,,kssNt - , r erw. snhtr & tnvn nfsm lmliwmr WiiI5a vfc u, von der wir unseren Lesern das Trau r,g!te erzaylt yaven, wuroe )tmt rau : er guie yranz uoer oeeroie leme arer. aoonnirie au, oaseuljcyeagc' blatt, verbot seinen Leuten, ein Wirths Haus zu besuchen, in welchem die Volks. zeilung.uuiiug, ui,tr.,"u rnic v""ion um Aushebung der Civilehe und machte sich auch sonst noch um das allgemeine ' VY if . 1 voyi verolenr. Also waltete über demLande ein guter Genius, der eben in dem Abschluß deS conservativ-clerikalen Compromiffes ei nen seiner schönsten Triumphe gefeiert hatte. (Berliner Wespen.) - 3tt,fl Nordlichter in einer Woche. Im Osten wurde am dorigen Freitag früh gegen 2 Uhr ein zweites Polarlicht beobachtet. Nachdem der Gewittersturm, der stattfand, ausgetobt hatte, zerstreute j$ncfl das dunkle Gewölk und ein lichter, dunstiger Schein verbreitete sich über den nördlichen Himmel, durch welnur Sterne erster Größe wie durch den Schweif eines Cometen hindurch schimmerten. Dann bildete sich ein gelblich weißer Bogen um einen dunlen Kreisabschnitt amHorizont,durch welcher? grünlich glänzende Strahlen hindurch unD von dem aus weiße und rothaelbe Lichtgarben gegen den Zenith ausschössen. Später nahm der Bogen, während die ganze Erscheinung lenbündel durchbrochen, mehr und mehr nach dem nördlichen Horizont zusam men, das dunkle Segment an solchem verschwand und die noch am Nordhimmel zurückbleibenehelligkeit verschwamm .mit der Morgendämmerung, ' Die beiden Nordlichter innerhalb sechs Tagen bilden ein höchst interessantes Phänomen, das, wenn erst die wissen schastl'.chenBeobachtungen vorliegen, eine geistreiche Theorie bestätigen dürfte. In Perioden, in welchen ungewöhnliche ausgedehnte und zahlreiche Sonnenmus, Tornado's'un Orkane ungewörlich häusig vor. Die Sonnenscheine zeigt zur Zeit so colossale Sonnenflecken, daß solche selbst mit geschütztem, aber unbewafsnetem Auge beobachtet werden können, und die beiden Nordlichter, die Störungen im Telegraphenverkchr und die Stürme der letzten Tage entsprechen dem gegenwärtigen Zustande unseres Fixsterns. - Prof. Young theilt mit, da er im Jahre 1872, mit meteoroscopischen Beobachtungen in den Felsengebirgen. beschäftigt, plötzlich ihm für den Augen blick unerklärliche Abweichungen der Magnetnadel bemerkt, gleich daraus eine rapide Zunahme der Sonnenflecken be obachtct und daß ihm später von der Sternwarte in Greenwich mitgetheilt worden s?i, man habe dort gleichzeitig eine schnell: Ausbreitung der Sonnenflecken und Abweichungen der Magnet nade! verfolgt. Dieselben Declinationen und häufige Polarlichter waren gleichzeitig mit den erwähnten Vcränderungen an der Sonnenscheibe im Jahre 1859 Gegenstand der Beobachtvng. EZ. scheint sonach, daß die Sonnenflecken die Veränderungen in der elektrischen und magnetischen Beschaffenheit unserer Atmosphäre, damit die Nordlichter und die Declinationen der .Magnetnadel bedin gen und sonstige atmosphärische Vorgänge wenigstens indirekt bcemflussen. Die Einwirkung aus die Geschicke der Menschen, welche die Astrologie den Sternen zuschrieb, ist von d?r Wissenschast längst als ein Afterglaube nachgewiesen worden, aber die Einsirkung unsers Tagesgestirns aus unsre Atmosphäre und somit aus die Menschen selber, tritt an ihre Stelle. Ein ähnlicher Einfluß aus Slimmung. und Befinden der Menschen, wie er sichbei dem Nordlichte am Sonntage in Cleveland und an anderen Orten zeigte, ist bei dem Nordlichte am Freitage nicht wahrgenommen worden. OcstlicheZn tungen bezweifeln den Causalnexus zwi schen jenen Einflüssen und dem ersteren: Nordlichte und weisen hierbei darauf hin,, daß bei allen den häufigen und großar tigenN'ordllchtern, die in den Polarge genden beobachtet wurden, nie ein ühn licher Einfluß wahrgenommen worden sei; letzterer Thatsache gegenüber sollteindeß nicht vergessen werden, daß die Forscher.Matrosen,Walsischfahrer in drn hohen Breitengraden jedenfalls nicht so sensitiv veranlagt sind, als Menschen, die mitten unter den Einflüssen unseres cultivirten, aber auch die Nervosität stei. gernden Lebens sich befinden.