Indiana Tribüne, Volume 4, Number 226, Indianapolis, Marion County, 28 April 1882 — Page 2

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I ldiana Hriöi'ltte. F'-ölichc- und Soanlagsausgaöe.

-'ce: S. DelawarcStr. Ki re-I as second-clasa matter at the )StofIice at Indianapolis, Indiana.1 AbonnementsPreise : T2g' Utvls&bt 12 Cts. Per Woche. Cov .razsauZgabe 5 Cts. PerNummer. Vcid- zupnmeu 15 Ctt. Per Woche. I? Das Tagblatt erscheint jeden Nachmit. tag im 1 Uhr. Die EountagSauSgab, erfch ;ni des"Morgens. Tribune Publishing Company. Indianapolis, Ind., 28. April 1882. Die eZektrlsT? AsSstellung. XztUri man für nächsten Herbst in Allst. Zicht genommen hat, wird entweder in Neu oder in Boston stattfinden. Die Jeranstaltung derselben zu Boston hat Uie größereWahrscheinlichkeit für sich, wofür der Umstand spricht, daß sich be reits eine Anzahl New ZZorker Herren dorthin begeben hat, um die dortigen Ausstellungsgebäude an der Huntiugton Avenue zu inspiciren und die Zeit festzusetzen, wann dieselben etwa zu einer Ausstellung benutzt werden könnten. Man -hat sich bis jetzt dahin geeinigt, daß eine elektrische Ausstellung entweder im September, oder im Oktober meiner der beiden genannten Städte stattfinden soll. Die New orker Commission sprach sich über die in Boston zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten in sehr befriedigender Weise au, ohne jedoch zu erklären, daß sie zweckmäßiger seien, als die in New York gebotenen. Selbstverständlich besürworten die Zeitungen Boston's die Veranstaltung der elektrischen Ausstellung in ihrer Stadt und ' weisen namentlich darauf hin, daß in Boston, als dem Centrum der Industrie und der Eisenbahnen Neu England's, sich mehr mechanisches Genie und mechanische Geschicklichkeit finde, als in irgend einer anderen Stadt der Ver. Staaten. Sachverständige sprechen sich dahin aus, daß die genannten AusstellungSgebäude an der Huntington Avenue ge nügenden Raum bieten, so daß in den selben die elektrische Ausstellung, welche eine internationale sein wird, zu gleicher Zeit mit der regelmäßigen Herbstfair ab gehalten werden könne. Der Zweck der beabsichtigten Ausstel lnng ist der, die hauptsächlichsten elektrischen Apparate undEinrichtungen, welche auf den Ausstellungen in Paris und London zu finden waren, nach den Ver. Staaten zn bringen und auf diese Weise Vergleiche zwischen ihnen und den in diesem Lande hergestellten oder im Ge brauch befindlichen anstellen zu können. Dadurch würde richt nur dem Publikum, sondern auch den Fachmannern reiche Belehrung auf dem Gebiete der Elektricitat gewährt werden. Arm und glücklich, reich und un glücklich. Die Frau des Vice-Gouvcrneurs Ta bor von Colorado, des reichsten Mannes im- Staate, hat ihren Ehemann auf Scheidung von Tisch und Bett und die Gewähr jährlicher Alimente in Höhe von $50,000 verklagt. Sie giebt sein Vermögen auf $8,000,000 an; der reiche Mann hat ihr angeboten, sie mit $1, 000,(00 für alle ihre Ansprüche ein. für allemal abzufinden, wenn sie in eine Trennung des Ehebundes willigt, aber Madame will nichts davon wissen. Die Leute lebten dereinst, da sie noch arme Teuscl waren, in wirklich glücklicher Ehe. Sie hatten sich 1857 in Maine geheirathet und kamen 1860 als ganz mittellose Abenteurer nach dem jetzigen Centennial staate. Sie schlugen zunächst in Denver ihr Zelt aus, machten sich dann aus die Suche nach Gold und während der Mann vergeblich suchte, kochte die Frau, das einzige weibliche Wesen in den bor tigen Bergen, für Miner. Auf ihren Kreuz-u. Ouerzügcn kamen die Tabors nach dem MosquitoPasse, in dessen Nähe heute Leadville steht, errichteten dort einen Kramladen und eine Schenke, denen die Frau ebenso vorstand, wie später dem Postamte, welches dort etablirt wurde, und der Mann suchte veiter nach Gold. Die halbe Nacht hindurch besorgte die Frau noch außer dem die Wäsche benachbarter Bergleute. Da wurden' 1876 die Minenreichthümer um Leadville entdeckt, und Tabor wurde schnell zumMillionär. Unter seiner umsichtigen VerValtung vermehrten sich die Millionen, aber je reicher die Leute wurden desto unglücklicher ward ihre bis dahin glückliche Eh7 ' Tabor siel in die Nche einer verschmitzten Dirne, und vor Zlwei Jahren trennten sich die Gatten. Die Frau hat mehr, zur Gewinnung der ersten Mmlon beiaetraaen als der Mann sie vill.denselben nicht. freigeben, und daß sie. genchtllche Scheidung von Tisch und Bett und dem Vermögen des Mannes, sowie ihrer Mitwirkung zu dessen Ge winnung entsprechende Alimente sordcrt, rann man ihr mcht verdenken. Der Sieg der spanischen Regierung, Nach zwölstägiger Debatte, welche am Schlüsse einen höchst anlmnten Charar ter annabm. bat die spanische Devutir tenkammer dem kürzlich abgeschlossenen Handelsvertrage mtt Frankreich mit 237 aeaen 69 Stimmen, einer überwältigenden Majorität, zugestimmt und so dem Kabmct Sagasta einen .riumpy ver tet. wie ibn dasselbe obl schwerlich er wartet haben dürste. Wurde doch bei Beainn der Debatte über diese Maßre gel aus Madrid gemeldet, daß aus den Reihen der AnHanger des Minwerlums dreißig Stimmen mindestens gegen oen ttandelsvertrag abgegeben werden rour

den und jetzt hat die Minorität im (Van zcn nur 51) Stimmen aufzuweisen, während in der Kammer 39G Abgeordnete sitzen. Selbst in der Geschichte Spanicn's steht eine so heftige Agitation ohne Glcichen da, wie sie von Seiten der katalo

nischen Schutzzöllner und der Gegner j der Regierung gegen den fmyamuenfc) gehaltenen neuen Handelsvertrag und gegen das Cabinet Sagasta, vornehmlich aber gegen dessen Jinanzminister Camacho in's Werk gesetzt worden ist. Nicht nur die offen austretende Opposi tion verlangte unumwunden dessen Rücktritt, sondern auch alle Jene, welche an der neuen, von ihm inaugurirten Han dels- und Wirthschastspolitik etwas auszusetzen haben, griffen ihn in hestig ster Weise an und verlangten, daß die Regierung ihn sauen laste. Das fanatischste Temperenzorgan in Kansas ist die World" zu Hiawatha. Ihr Herausgeber und Ne dakteur aber. Web. Wilder, ist der wüsteste Schnappslöffel, ein wahrhaft abschreckendes Beispiel. Der Comet. W'tt Nacht vom 24. zum 25. Avril war eine der hellsten und klarsten, die seit langer Zeit im Osten Gelegenheit zu astronomischen Beobachtungen aeboten hat. Dieselbe wurde auf der Dudlcy Sternwarte bei Albany. N. Z)., speciell dem jetzt am Himmel stehendkn Comcten gewidmet. Der letztere erscheint zurZeit selbst durch em Telescop, denen Obiectlv einen Durchmesser von 13 Zoll hat. nicht größer als einer der Sterne erster Größe am Firmamente, wird aber vom 29. Mai ab an Größe zunehmen und von da ab bis zum 22. Juni das glänzendste Schauspiel am Himmel bilden. den Cometen des vorigen Sommers an Glanz und Größe überstrahlen und dem Donati'schen Cometen, der vor 24 Iahren die Bewunderung der Welt erregte. nahe kommen, diesen vielleicht: sogar übertreffen. Die unaemeine Geschwin digkeit von 10,000,000 aeograph. Meilen täglich, mit der sich der Comet der Sonne und der Erde nähert, erklart das schnelle Wachsthum seiner Erscheinung, das um so mehr unsere Bewundernng erregen muß, wenn wir bedenken, daß dasielbe Fernrohr, welches jetzt den Co meten als einen Punkt erscheinen laßt, uns den Mars in der Größe der Mondscheide mit seinen Eisseldern an den Polen, seinen Continenten und Oceanen, den Jupiter mit seinen Streifen und Monden, den Saturn Mit seinen Ringen auf das Deutlichste in unser Gesichtsfeld bringt. Die Bahn des Cometen bildet eine äußerst lange und schmale Ellipse oder Kegelschnittlinie und die astronomischen Berechnungen machen es wahr scheinlich, daß derselbe vor länger als 100,000 Jahren ein anderes Sonnensystem.verlaffen hat und in das das un senge eingetreten, von der Erde aus aber noch nie zuvor beobachtet worden ist. Herr Wells, der juaendlicheAstronom, der am Morgen des 13. März den Cometen entdeckte, macht folgende Angaben über seine Bahn : Je mehr der Comet sich der Sonne nähert, desto mehr nimmt seine Geschwinbigreit im Weltenraume zu, um stetig wieder abzunehmen, nachdem er den Brennpunkt der Parabel und damit seine größte Sonnen-Nähe .überschritten hat und alsdann dem bloßen Auge, im Septemoer dö. I. auch dem Fernrohre entschwindet und schließlich in Tausenden von Jahren unser Sonnensystem wieder verläßt, um wahrscheinlich nicht vor hunderttausend Jahren m solches zuruckzu kehren ; die letztere Annahme beruht auf Wahrschelnlichkeltsgrunden,. keineswegs auf Berechnung und selbstverständlich nicht aus Beobachtung. In dem Veryältnm seiner Nahe zur Sonne nimmt der Schweif des. Cometen an Länge zu und ab, indem er von dem Kerne deS Sternes in einer leicht von lmks nach rechts gebogenen LlNle absteht. Ueber die Art der Materie, welche den Schweif bildet, hat die Wissenschaft seit her blos Conjecturen, unter denen diejenlge, welche den Schweif als eine elektrische Ausstrahlung oder einen Dunst-, in dem das Sonnenlicht reflectirt, anse hen, die meisten Anhänger zählen ; die Theorie, daß die Substanz des Cometen eine gasförmige sei, hat man aufgegeben. Seitdem astronomische Beobachtungen bekannt sind, hat noch kein Comet wahr nehmbare Einwirkungen auf irgend einen Himmelskörper ausgeübt und alles, was wir von der Beschaffenheit der bekannten Cometen wiffen, führt zu dem Schluffe, daß keiner derselben im Stande ist, auf die Sonne oder irgend einen Weltkörper ihres Systems 'einen verhängnißvollen Einfluß zu äußern, die Frage aber, ob vielleicht noch andere Gattungen von Cometen im Weltenraume vorhanden sind, entzieht sich selbst der Conjectur. Der nächste Durchgang der Venuö findet bekanntlich am 6. Dezember dieses Jahres statt und wird auf dem ganzen amerikanischen Continent, abgesehen von dem höchsten Norden, sichtbar sein. Dieso: Umstand ist es wahrscheinlich, welcher die für dieses astronomische Ereigniß ernannte deutsche Commission veranlaßt hat, das Wetterbureau in Washington um Mittheilungen über die für den genannten Tag wahrscheinlichen Witte-rungs-und namentlich die Wolkenverhältniffe zu ersuchen. Das Wetterbureau ist diesem Ersuchen bereits nachgekommen und. hat ein Circular veröffentlicht, in welchem über it Verhältnisse so genau wie möglich -Auskunst gegeben wird. - ; Der bevorstehende Durchgang der Venus ist insofern von großer Bedeutung, als er die Feststellung der Entfernung der Sonne von der Erde rectisiciren wird, soweit das überhaupt möglich ist. Im Uebriaen ist derartigen astronomischen Ereignissen schon seitdem ' m mm n r V . . tt V 1 :aqre nwi ine o yoye Joeömung oki

gemessen wordcn, daß seit iü:e;n Xal)n, so oft ein Durchgang der Vcnu2 bevorstand, die Regierungen der citilifuten Lande: (frpeMücnen nach erlernten Gegenden ausgesandt haten, um Beobachtungen anzustellen. Im Jahre 1871 ließ sich der Durchgang der Äenus namentlich von den Inseln der Südsee aus gut beobachten, aber der nächste wird, wie schon gesagt, nicht nur fast auf dem ganzen amerikanischen Continent, sondern auch in verschiedenen Gegenden Afrika's und auf dem größten Theile des Stillen Oceans fichtbar sein. In dem erwähnten, von dem Wetterburcau veröffentlichten Circulare find Angaben darüber gemacht worden, ' an welchen Punkten auf dem amerikanischen Continent aller Wahrscheinlichkeit nach an dem Tage, an welchem der Durch gang der Venus stattfindet, also am 0. Dezember, die größte Wolkcnlosigkeit herrschen wird und die WitterungLverHÄtnisse die Beobachtungen besonders begünstigen werden. Aus den in den letzten zehn Jahren gemachten Ersahrungen geht aber hervor, daß an dem in Frage stchendenDa tum auf Key West, zu Mobile in Alabama und zu Punta Rassa in Florida das klarste Wetter herrscht, während in Buffalo, Burlington, Vermont, zu De troit in Michigan und att anderen, an den Binnensee' gelegenen Punkten der Himmel besonders stark bewölkt ist. Nach allgemeinen meteorologischen Prinzipien ist anzunehmen, daß namentlich in den südlichen atlantischen Staaten im nächsten Dezember der Himmel am wenigsten bewölkt sein wird, sowie, daß dort in dem genannten Monate die wenigflen Stürme vorkommen werden, welche naturgemäß den Beobachtungen deS Durchganges der Venus besonders hinderlich sein würden. Die Zeit der Orkane in den Tropengegenden ist nämlich um jene Zeit vorüber, während in den Regionen der oberen See'n und in Neuengland gerade dann die hestigsten Stürme herrschen. Selbstverständlich ist auch die Möglichkeit vorhanden, daß der Himmel auch

an den für die Beobachtung ausgewahlten Punkten bewölkt ist, aber gleichwohl find die imVorstehenden kurz mitgetheil ten Angaben des Wetterburcaus in Washington nicht zu übersehcndeFingrrzeige. Es ist übrigens als gew:u anzuney men, daß nicht nur die deutsche Regierung, sondern die Regierungen aller uvllisirtcn Lander Ccmmljsiomn nach Amerika entsenden werden. NuS dem Archivs der russischen Corruptlon. 6ine Behörde, deren Organe von der Mehrzahl des Volkes verachtet werden, eine Beamtenschaft, deren Mitglieder zum großen Theile feil und bestechlich sind, lne Polizei, deren Funcnonare der den Mafien als eine wohlorganifirte Genossenschaft von egolimchenGeschästsleuten gelten wenn ein Staat auf solche.Stuken derOrdnung" angewiesen ist, dann darf man sich sürwahr nicht wundern, wenn er in seinen ticfstenFundamenten zu wanken beginnt. Das rufsche Reich befindet fich in dieser verzweiselten Lage. Wenn man die neuesten Enthüllungen durchblättert, welche der Versaffer des Buches .Aus der Pe tersburger Gesellschaft über dlevunöen der. russischen Staatswirthschast veröffentlicht, dann begreift man schaudernd die ungeheuerlichen Zustände, zu welchen die Entwicklung des Czarenreicheö gediehen ist ; man begreift die ganze Hoffnungslosigkeit, die sich der Intelligenz bemächtigt hat; man versteht die Scala der Volksaesühle, welche beim kalten Skepticismus anfing, um sich bis zu der leidenschaftlichen Empörung des Nihilismus zu steigern. Die loscn Blätter aus dem Geheim-Archive der rusnschen Regierung" könnten mit weit befferem Recht den Titel eines Archives des Eorruptlon führen. Einzelne Fälle, welche in den Losen Blättern" mitgetheilt werden, grenzen nahezu an das Unglaubliche. Eines Tages erkrankte die ganze Garnison von Osurgeti unter choleraähnliöen Symptomen, und zwar, wie sich in Folge einer Untersuchung des Ober-Arztes herausstellte, in Folge des Genusses von Mehl, welches aus dem letzten Kriege als verdarben zurückgeblieben war, jedoch aus Befeb! des Regiments-Commändanten zumBrodbacken verwendet werden mußte. DaS hiedurck .ersparte" Geld behielt natürlich der Oberst für sich. Auch der aus Kutais herbeigerufene Militärarzt eonstatirte dieselbe Ursache der Erkrankung der Soldaten (indem er von dem Commitbrod einem Schwein zu fressen gab,welches kurzeZeit darauf verendete), gab aber trotzdem in seinem ossiciellen Rapport ungesunde Lust" als Ursache der plötzlichen Erkrankung der ganzen Garnison an, worauf diese sosorr von Osurgeti nach den benachbarten Orten verlegt wurde. Der jüngst Hingerichtete MarineLieutenant Suchanoff hat vor Gericht eine ergreisende Schilderung der Umstände geliefert, die ihn, den staatstreuen und loyalen Osficier zum Nihilisten gemacht. Dieser Unglückliche, der die ökonomische Verwaltung eines Kriegsschiffes zu leiten hatte, ließ sich bcisallcn, die salschen, von seinem Commandanten vidirten Rechnungen zu beanstanden ; er wollte nicht dulden, daß sein Vorgesetzter den Staat bestehle, und erkühnte sich, gegen densel ben eine Anzeige zu erstatten. Man erklärte ihn ob dieses Untersangens als einen Rebellen gegen die Disciplin und verdrehte die Affaire so geschickt, daß es zuletzt den Anschein gewann, als ob er, Suchanoff, selbst das Delict begangen hätte.- Der angeklagte Commandant wurde im Gnadenwege rehabiliiirt und der ehrliche Ankläger durch ausgestreute Gerüchte in der ganzen Marine als Dieb gebranntmarkt, buchstäblich versehmtund schließlich sogar vom Echisssoienste aus geschloffen. Diese empörende BeHandlung und die administrative Verschickung seiner nächsten Anverwandten nach Sibirien eine Mabreacl. deren Grund er

niemals zu erfahren vermochte trieben , Suchanoff in die Arme der ierroristi-1

scheu Verzchwörcr, der Klbü!t',chitj.ch und Genossen, mit w!lchcm vereint er das Bombenlttcntat vtm 13 März vorbereitete. Wie viele Nihilisten mö.cn durch ähnliche Willkür-Akte und Ungercchtigkeiten auf den Weg des Vcrbrechens gedrängt worden sein? Wieviele tüchtige Kräfte und Talente wurden auf solche Weise der Gesellschaft entzogen und zur Bekämpfung der S?aats-Auto-rität, zur Zerstörung des Bestehenden ausgestachelt ? General Loris-Mclikoff suchte diese Fragen zu ergründen, aber die Panslavisten brachten es glücklich dahin, diesen vorwitzigen Minister aus dem Amte zu entfernen und ihn durch eine ehrenvolle Verbannung vollends' ünschädlich zu machen. Ein Jgnatieff wurde berufen, um das Gefühl der allgemeinen Unzufriedenheit durch dcnRausch des Chauvinismus zu betäuben. Rußland erhielt die Freiheit aus daö Ausland zu schimpfen rud sich für den Krieg zu begeistern. Sonst hat dieser Diplomat nichts geändert, nichts gebessert, nichts zu resormircn gesucht. Er setzte seinen Stolz darein, das Unmögliche 'zu erhalten. A la?kal El ist bekanntlich schon seit längerer Zeit die Rede davon, Alaska in politi scher Hinsicht . mit den Territorien der Union völlig gleichzustellen, das heißt, ihm eine gleiche Verwaltung und Verfassung zu geben, wie sie die eigentlichen Territorien der Ver. Staaten haben. Diese von gewiffer Seite ausgehenden Bestrebungen geben dem N. Herald" zu folgenden Bemerkungen Anlaß : Unter den fettesten Jobs", welche fich zur Zeit vor dem Congreß befinden, gehört das Projekt, in Alaska eine vollständige Territorial-Regierung einzuiühren. Da aber die paar tausend Weißen, welche dort ihren temporärenWohnsitz genommen haben,durchaus keiner weiterenRcgierung bedülsen, als sie sich jetzt schon erfreuen, zumal da die Indianer sich in ehrerbietiger Entfernung halten und die dortigen Weißen sich selbst zu regieren und zu beschützen wissen, da auch die Kanonen und Mannschaften des in den dortigen Gewäffcrn pationirten Zollkutters zu ihrem Schutze zur Verfügung stehen, so sucht man den Congreß dadurch kirre zu machen und für das Eingangs erwähnteProjekt zu gewinnen, daß man von Entdeckungen überreicher Goldminen und von der bevorstehenden Einwanderung nach Zehntausenden zählender Schaaren fabulirt. . Und sollten sich Goldgierige .dort, wirklich in großer Menge niederlassen, so ist es doch eine bekannte Elfahrung daß in Mining Camps" in der Regel die beste Ordnung herrscht und die Bewohner derselben sehr wohl sich selbst zu regiere.-:' missen. Die von diesen aufgestellten Gesetze werden streng bcsolgt, was mehr ist, als sich von gewissen anderen Gemeinwesen sagen läßt. Und mag cs dorr auch gelegentlich zu ernstlichen Schießereien kommen, so werden doch in der Regel nur solchcLeute erschoffen, deren Tod keinen Verlust für die Menschheit in sich schließt. ' Außerdem ist nicht außer Acht zu lassen, daß die Zeit, in welcher dort Bergbau betrieben werden kann, in Folge der klimatischen Verhältnisse sehr kurz ist, und daß die denselben Betreibenden so schnell als möglich Alaska bci'm Eintritt der kalten Witterung verkästen werden, den Gouverneur und den Stab deffelben ihrem Schicksal überlaffend. Sollte aber irgend Jemand seinen Ehrgeiz darauf gerichtet haben, Gouverücur von Alaska zu werden, so ist schon das allein ein genügender Beweis, da& er nicht der geeignete Mann, sür den Posten ist. Der N. Y. Herald" hat für das Gaificld. Denkmal $1-U8( gcs.'mmclt und diese Summe tn) x Te an Cyrus W. Ficld in New Z).)ik udclicfert. - 25 04t Inlands. Die neueste Betrügerei professioneller Kartenspieler besteht darin, daß dieselben einen Siiberdollar unter ihr aus dem Tische liegendes Geld mischen, an dem ein nur bei genauer Untersuchung erkennbarer cor.caver Spiegel angebracht ist. Beim Karlengeben richten sie es so ein, daß der Spiegel ihnen die einzelnen Karten . in Miniatur Ircslektirt. Ein Strolch gewann aus diese Weise kürzlich in einer Nacht in Leadville gegen ' $3C00, wurde aber schließlich abgefaßt, von den andern Bummlern seines Gewinnes beraubt und auS dem Spicllokale geworfen. Eine Diebsbande stahl neulich in Harrisburg, Pa., nicht nur alle im Hause besindlichen Eßwaaren, sondem nahm auch eine halbe Tonne Kohlen mit sich fort. Nun, weiter kann man das Diebshandwert schwer lich vervollkommnen es sei denn, man ginge unter die Politiker. D ie Sterblichkeit unter den an Contraktoren vermietheten Sträf lingen in Kentucky betrug in einem Jahre 20 Prozent. Kranke, die nicht mehr an der Bahn arbeiten konnten, wurden vollends todt geprügelt und neben der Bahn verscharrt. Der an die Legisla tur erstattete Bericht des Untcrsuchungscomites bildet eine zusammenhängende Kette von Grausamkeiten und schließt: Civilisation und Humanität fordern die sofortige Aufhebung des schändlichen Systems." Ein seither noch nicht dagewesener Strike ist von den Deputy. Sheriffs :n Hcrklmer ko. inscennt worden, der sich wahrscheinlich über den ganzcn Staat New Jork ausdehnen wird. Der Verdienst, dieser Beamten ist zu knapp, seitdem die Advokaten durch ihre Scribenten die Vorladungen meistens selbst besorgen lasten und daS Amt nicht mehr der Annahme werth. In jenem County sind 20 Deputy 'Sheriffs angestellt, die dem Gesetz"nach ernannt er-, nannt werden muffen. Sie behaupten, die Tiansportkosten betrügen mehr als der jetzige Verdienst, den sie aus Vorkadüngen erzielen, und dann würden sie

auch noch um einen Theil dieses Verdicnstes beschwindelt. Daher der Strile.

D i e r a u des f a r b i a e n ! cthodisten Vischzft S. I. Gray von Lexmgton, i.y., hat eine kntzchauigunz von 51000, vd zahlen von de? Cincinnati- SoutberN'Balzn. Zuerkannt crbalten,'weil ihr Zulaß in einen Parlor-Car verweigert worden war. In Philadelphia üe s ch ä ftigt man sich sehr eisrig mit ammlun gen sür einen Fond, aus welchem die überlebenden Mitalicder der ftamilie John Brown's, dcs Frcihcithclden, unterstützt werden sollen. Man bcabsichtigt, um mehr Leben in die Sache zu bringen, auf den 22. Mai eine Massenvcrsammluna zu berufen. Die Wittwe John Brown's und eine Tochter dcffel ben leben in Santa Clara County in Californien. -In Boston ist es kürzlich zum ersten Male vorgekommen, daß Personen in Folge des Genusses des bekannten Boston brown bread" erkrankt sind. Die Patienten befinden sich sämmtlich in cl'iem sehr kritischen Zustände. Tauben im Dienste der Heilkunst., Während die Tauben. dieSymbole des Friedens und der Liebe, schon seit langer Zeit zu kriegerischen Zwecken, näml'.ch als Dcpeschenträgerinnen, gebraucht worden sind und, wie neulich aus Deutschland mitgetheilt. wurde, daselbst seit Kurzem auch nautischen Zwecken diencn, indem sie von den an gewiffenPunkten statlonirten Schissen die Nachricht von herannahenden Stürmen oder son stigen Ereignissen nach dem Festlande tragen, berichtet der N. Z). Medical Record" jetzt von einer neuen Verwendung der Tauben, nämlich von einer solchen im Dienste der Heilkunst. Schon seit längerer Zeit bedienen sich Aerzte in den Staaten New Jork und Pennsyloanien der Tauben als Botinnen, welche nicht nur die Recepte den Apothekern überbringen, sondern auch ihnen, denAerzten, Kunde von dem Zustande ihrer Patienten übermitteln, besonders wenn unerwartet die Krisis bei denselben eintritt oder anderweitig die Hülfe oder der Rath des Arztes erforderlich ist. Namentlich bedient sich ein Arzt in Hamilton County, N. V-, der Tauben in der im Vorstehenden angegebenen Weise. Er theilte dem erwähnten medizinischen Fachblatte mit, daß er dadurch in Stand gesetzt' sei, seine Praxis bedeutend zu vergrößern und weit mehr Kranke zu behandeln, als früher, ehe er sich der Tau ben als Botinnen bediente. In befonders gefährlichen Fällen kann er, wenigstenS zur Tageszeit, auf diese Weise zu jeder Stunde Nachricht über den Zustand des Patienten erhalten, und wie er behauptet, sind allein durch diese Verwendung der Tauben schon verschiedene seiner Patienten am Leben erhalten worden. Der Corwin- unter Capitän Hooper kann die St. Lawrence Bai bis Mitte Mai erreichen. Zu welcher Zeit es dem Schiffe dnn möglich sein wird, durch die Behringstraße nachTiapka vorzndringen, hängt lediglich von der Beschaffenheit des Eises ab. Die Küste, an welcher Tiapka liegt, wurde 1879 nicht vor dem. 18. Juli eisfrei. Werden die an Ort und Stelle anzustellenden Untersuchungen in diesem Jahre eine verspätete Paffage dcs Schiffes in Ausficht stellen, dann soll den Schissbrüchi gen in Tiapka durch eine. Schlittcn-Ex pedition durch das Land d:r Chukchen der nöthigfleProviont zugeführt werden. Grund zu der Befürchtung, daß die Bemannung des .Rodgrrs" in wirklichen Mangel an Nahrung gerathen , könne. liegt aus den früher angegebenen , Grunden nicht vor. Ein Arzt, der bei Sindram's schmachvoller Abwürgung zugegen war und schon. vielen Hinrichtungen in New Bork beigewohnt hat. erklärte, es sei ihm noch nicht ein einziges Mal vorgekommen, daß ein in Nem Dork Gehenkter das Genick gebrochen habe. Er nttnntc die landesübliche Execution qual voller und länger andauernd, als selbst die alte, barbarische Vollziehung dcrTo--desstrase durch das Rad. Die Herren Mitglieder der Legislaturen : haben keine Vcrsnlaffung, zu -fürchten, daß sie jemals gehenkt werden oder gehenkt zu werden verdienen könnten, aber sie sollten bedenken, daß eine Aenderung der Executionsmctyode nicht ein Act der Sentimentalität, sondern der Humanität sein würde. Beechererklärte neulich von der Kanzel herab, es sei eine absolute Unmöglichkeit.daß ein Mensch mit einem kranken Magen , an einem. Tage zwei Stunden lang gut sei. Einem New B orker Geistlichen wurden dieser Tage für die Vollziehung -einer Trauung 850 Dollars bezahlt. . Der gemeinste Kerl imLande ist ohne Zweifel der Chicagoer. . welcher neulich den Leichnam feiner Frau, welche ihn während ihres Lebens durch ihrer Hände Arbeiterhatten hatte, für 510 verkaufte. Die Nachbarn waren jedoch so erbittert über diese N:?dcrträchtigkeit. daß sie der Ab itsmirni dcs LcibnamZ an den Känfcr einstig: 5) ukt'.n.si,: in den Weg legten.. H. SWEENEY & Co. Wholcsale'Handler in reinem Kentucky I einheimische und imdortirtea SPIRITÜO S EN. No. 81 S. Illinois Straße, Indianapolis, Ind. eben. 1ggl tfkg Clneord' Akten, L Zahr ZIS UUU,UUU b S?21 rr! !0,2Jay e ZD bis ?!9. ' Alle andere , Arien billig. Alle rorren Ob,'t1i.'flan,kn un Zpäumr. Dr. Tchroekre, Vloomingtan, INS. .

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Cui.i LlitöläUVS. D i e Auswanderung au 5 Sachsen nach Nordamerika nimmt u :- geheuer große Dimensionen au. Strecke Dresden-Leipzig befördert Z ist täglich Auswanderer, vielfach Aöhm ?, aber auch zahlreiche Sachsen. Wir h.. :- ten Gelegenheit, mit einigen intellizen: Auswanderern uns einige Minuten ,u unterhalten, und erfuhren dabei V ic Gründe, welche die Leute zur Auswa : derung treiben. Es sind dieselben, r man sie überall hört. Aber alle Diej nigen irren, welche das Auswanderung sieber auf Rechnung gewiZZenlo Agenten" schreiben in Sachsen giebt Z derartige Agenten wenig oder gar iit:t, und fast sämmtliche Zeitungen warn :: vor der Auswanderung, während Si klamen für die Auswanderung abso! .i nicht aufgenommen werden. Auch 1 : meisten Briefe, welche von Amerika c -j in dieHeimath geschrieben werden, laut : nicht besonders günstig, und wenn ai einige Auswanderer Angehörige in Am -rika haben, so wandert doch die ung -heure Mehrzahl aus gut Glück übn Meer. Mit der Erwerbsfrage und son t auch der Auswanderungssrage im engt.u Zusammenhange steht die fortwährende geringere Einzahlung in die sächsischen Sparkassen gegenüber der größeren Zu rücknahme der früher eingezahlten Gel-' der. So betrugen z. V. im März in Dresden die Einzahlungen in die städtische Sparkasse 39.39Z Mark, die NückZahlungen aber 492,781 Mark. Also wurden in einem Monate 93,38 Mark mehr zurückgenommen, als eingezahlt. Im Dresdner städtischen Leihhaus wurden im März 129,67 Mark aus depo nirte Gelder ousgeliehen, während nur sür 93,938 Mark Pfänder wieder eingelöst wurden. Das sind Zahlen, die für großes Elend sprechen. Und die sich vor solcher Noth b..vahren wollen, verlagen die Heimat, verlasien bas Vater land. Das giebt viel zu denken. DasfünszigjährigeDoktorjubiläum des Obermediciualraths Prof. Dr. Hcnle in Göttingen ist am 4. April in glänzendster Weise gefeiert wor den. Zahlreiche Zuschriften, Adressen von fast allen deutschen Universitäten, Telegramme, Vlumenspendcn, sonstige. Geschenke und versönliche Glückwünsche gaben Zeugniß von der großen Theilnähme, welche dem seltenen Feste in den weitesten Kreisen dargebracht wurden. Eine prachtvoll ausgestattete Adresse nebst Festspruch überreichte eine Deputation von solchen früheren Schülern des Jubilars, welche akademische Slellungen innehaben ; dieselbe bestand aus dem ältesten Schüler Henle's, Prof. v. Kölliker.(Würzburg), Prof. Ehlers (Göttingen) und Prof. Waldeyer (Straß bürg). Die jehigen Schüler -wldmcten dem verehrten Lehrer einen goldenen Lorbeerkranz. Seitens der Stadt Göttingen erschien der Bürgermeister nebst dreiMithliedern der städtischen Kollegien, welche ebenfalls eine Adresse überreichten. Die Universität brachte ihrenGlückwunsch durch den Prorektor Prof. Ehlers und zwei Dekane dar. Vom Kaiser wurde der Jubilar ausgezeichnet durch die Verleihung des Sterns zum Kronenorden zweiler Klasse mit der Zahl 50. Auch vor! dem Herzog von Braunschweig und dem Großherzog von Baden wurde ihm ein Orden übersandt. Den Glanzpunkt der Feier bildete die Enthüllung der vom Bildhauer Hartzer im Austrage der medicinischen Fakultät ausgeführten Büste Henle's in der Vo.'halle dcs Anatomiegebäudes. D i c letzten Tage der deutschenZollbrückeBerlins sind gezählt. Mit dem am 11. April begonnenen Abbruch der Häuser Neue Friedrichstraße 27j28 wird die Rochbrücke depossedirt. Diese Zollpassage inmitten der Stadt mit ihrer mächtigen Taristabelle für Menschen. Pserde, Rinder :c.. vom 25. April 1823, macht allerdings einen antiquirtcn Eindruck. Der Abbruch öffnet dicht daneben eine Passage nach der Münzstraße unter den Stadtbahnbögen hinweg, und die Rochbrücke wird dadurch in dcn verdienten Ruhestand verseht. Die dem Abbruch verfallenen Häuser Neue Fricdrichstraße 27 und 28 waren trotz ihrer reicken Fagaden, auf die Kö nig Friedrich II. etwas hielt, Kasernen. Voumann der Vater, erbaute sie 1764, nachdem die Wälle der alten Befestigung planirt waren, für das Kuhnbeim'sche Regiment.' H'.nten auf dem Hose er kennt man auch vollständig den Käsernen L.haral!er der Gebäne. Gegenüber am König'graden crükbt sich das gleichfalls fc'ni Abbruch verfallene GarnisonMehl. Magazin. 18: i 50g in diese Näun.c die Eockrill'jcke Maschinenfabrik ein, deren Fabrikate anen continentalen Ruf hatten. Die F .! rik brannte 1831 ab. In neuerer Zeit sind diese Gebäude, wie die ganze dem Abbrüche geweihte Gegend, so vcifallen. daß Jidermann ibr Verschwinden, t?o$ aller historischen Erinnerungen, nur begrüßen kann. An ihrer Stelle wird sich lüaflizhin eine breite Passage durch sieben Stadtbahn bögen hindurch öffnen. -Ueber den Aberglauben auf dem Lande wird aus Lcmberg berichtet : Die Ortschaft Zwance (an der galizisch-russischen Grenze) befand sich vor einigen Tagen in außergewöhnlicher Aufregung. Mehrere Bauern hatten nämlich im Dniester einen Sarg bemerkt, der von den Wellen unzählige male an's Ufer geschleudert und dann wieder von der Fluth fortgerissen wurde. Die unheimlichsten und abenteuerlichsten Gerüchte entstanden uS diesem Anlasse unter der Einwobnerschast. Der Ortsvorsteher ließ' den Sarg, mit dem die Wellen unausgesetzt ihr Spiel trieben, ausfangen . und dann offnen. Der Leichnam, der zum Vor schein kam, wurde von Niemandem erkannt. Der Ortsvorsteher wendete sich deßhalb an die galizischen Grenzbehörden mit der Bitte, über den Ursprung der unheimlichen Sendung, die unzwei' selhast von Galizien hergeschwommen kam, Erhebungen einzuleiten. Die Recherchen der österreichischen Beamten er aaben bald, daß der Todte von T. aus

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