Indiana Tribüne, Volume 4, Number 217, Indianapolis, Marion County, 21 April 1882 — Page 2

Andrang Hriln'ltte. TSgliHe- und SsnNtazoansgaöe.

Offfce: 2 S. Delawarc Str. IDtered as serond-cla. matter at tlie ostoffice at Indianapolis, lmliana. Abonnements-Preise : f Dusösbe. 12 Cts. Per Woch?. t ausübe . ö CtZ. PerTIummcr. - :'t x-.VLUUii - .15 Ct . Per Woche. a Tagblatt erscheint jeden Nachmit tc.-nrn 2 Uhr. Dte EonnwgöauSgad, er Ich eint des Morgens. Tribune Publishing Company. Indianapolis, Ind.. 21. Aprils 1332. Lowelsund die Irish-Nmerikar. . Bekanntlich bat Herr Lowell. trnrn gesandter in England, an die dortige Regierung im Namen der unscrigen die Forderung gestellt, die .in Irland ver hafteten Amerikaner sofort zn Prozessiren oder zu entlassen. Durch diese Förde rung ; ist - England in eine sehr unanc;e nehme Lage gebracht, worden. Um sich keine Blöße zu geben, kann es gegen wartig der Forderung nicht nachkommen und damit vor dem amerikanischen Volke gleichsam zu Kreuze kriechen, zu mal da die liberale Partei, welche sich jetzt am Ruder befindet, schon in dem Gerüche steht, den Wünschen fremder Mächte zu willfährig zu sein. AlS Herr Lovell die englische Regienncj um die Prozessirung oder Entlassung der in Irland verhafteten Amerika ner als um die Erzeigung einer internationalen Höflichkeit ersuchte, wurden sölort einige der Verhafteten in Freiheit geletzt.. Auf das Resultat der jeht von HIrrn"Lowell gestellten Forderung ist man aus beiden Seiten des Oceans sehr gespannt. Me englische Regierung findet sich vor die Alternative gestellt, entweder der Forderung nachzukommen, oder sie abzuweisen. In dem letzten Falle aber wÄrde sie sich der National'Ehre halber genöthigt sehen, Leute gefangen zu hal ten, welche sie unter änderen Umständen rneJeicht in Freiheit setzen würde. Aber aüH für die Ver. Staaten wird die Lage dadurch eine etwas zweifelhafte. Denn wenn man an Jemand eine xeremptorische.Forderung stellt und Derjenige, an welchen. sie gestellt ist, kommt derselben nicjt nach, so macht man sich cinsach lächerlich wenn man sich vollständig passiv verhält und nicht irgend etwas thut, um seiner Forderung Nachdruck zu gcden und sie durchzusetzen. Was sollen wir aber in dieser SacheEngland gegen über thun ? Die - Gladst'one'sch'e Regierung hat sich schon früher dadurch sehr unpopulär gemacht, daß sie sich der (?nt seidungdeS Genfer Schiedsgerichts fügte und uns die fünfzehn Millionen zahlte.' Und jetzt, da sie sich schon von verschiedenen Seiten angefeindet sieht, muß sie Alles vermeiden, was dazu bei tragen könnte, sich noch unpopulärer zu machen. DaK Nordlicht. ' Wie auS den Depeschen ersichtlich,war das großartige Nordlicht, welches am Spnntag, d. 16. April, den nördlichen Himmel erhellte, in dem größten Theile des Landes sichtbar, ein Beweis, daß die magnetischen Lusterschütterungcn, welche jene prachtvolle Naturerscheinung verursachten und an den Magnetnadeln in den - verschiedensten Theilen des Landes wahrnehmbar waren, sich über ein großes Gebiet der.Erdatmosphäre erstreckten. Dieses Nordlicht war durchaus nicht unzeitgemäß vielmehr beginnen derarti ge Erscheinungen gerade im April und nähern sich von dieser Zeit an immer mehr demAequator. Seit General Sabine im Jahre 1819 festgestellt hat, . daß ein enger ursäch licher Zusammenhang zwischen den Erscheinungen' des Nordlichtes und dem Erdmagnetismus. besteht, ist es nicht mehr zweiselhast, daß die ersten Ursachen beider außerhalb der Atmosphäre unseres Planeten liegen. Derselbe berühmte Meteorologe hat zur Genüge nachgewiesen, daß sowohl die Störunzen in den magnetischenVerhältnissen der Erde, wie.das Sichtbarwerden des Nordlichts Mit - dem mysteriösen Erscheinen von ..Sonnenslecken zusammenfallen.. - AlS am 1. September 1850 englische Astronomen, unabhängig von einander. die 'Größe der S onnenfleckcn maßen oder berechneten, war wahrend der ganzen Zeit, in welcher diese Messungen stattfanden, und welche nicht länger als fünf Mmuten war. em lebhaftes Aufleuchten auf einem Theile nder Sonnenscheibe wahrnehmbar, und später stellte sich heraus, daß bald darauf nicht nur in versHledenen Ländern ein glänzendes Nordglicht sichtbar war, sondern daß auch Abveichungen der Magnetnadel vorkamen. Ja, es traten noch weit ausfallendere .Erscheinungen zu Tage, denn aus Nor wegen wurde . um dieselbe Zeit gemeldet, . daß ein telegraphischer Apparat plötzlich auf 'eine 'unerklärliche Weise in Brand gerathen sel, und aus Westmdicn, Süd amerika und Australien kamen Nachrich ten 3)0 starken magnetischen Erschütte rungin.' Aehnliche.N achrichten 'sind mit Rücksicht aus das neullche Nordlicht auch fetzt zu erwarten. . .Die im Obigen ausgesprochenen An Achten, werden such durch die' Theorie Professor Adams' unterstutzt, nach wel eher die Sonne ein Magnet ist und Ber Änderungen in ihren magnetischen Ver hältnissen auch den Erdmagnetismus be einflusien. . , . ' Weiter' können' nach dieser Theorie Sonne und Mond, indem sie die Erd atmosphäre. mit der die Erde sich dreht. anziehen, Reibungen zwischen Lust und Erde und dleBerounitungen verursachen. welche dann zur Bildung der positiven Elektricität der Luft und der negativen Elektricität der Erde führen.

Fortgang der Nihilisten Dewegung. St. Petersburg, Z.April. Von dem revolutionären Blatte Rarodnaja Wolja" ist unlängst wieder einmal eineRummer erschienen, ohne wesentlich bemer kenswerthen Inhalt. Man erzählt sich auch, es seien auf dem Newskij-Prospekt am hellen Tage durch einen Knaben Proklamationen vertheilt worden, die ihm ein Herr übergeben habe. Doch circulircn jetzt wieder einmal so viele aU berne Geschichten, daß man gut thut, gegen alle Explosionen in Oefen, Kerzen, 2c. die mit großerRegelmäßigkeitvonZeit zu Zeit gemeldet werden, mißtrauisch zu sein. Man braucht darum nicht zu glauben, daß die Nihilisten die Arbeit eingestellt haben. Daß man alle Na senlang sogenannte Führer" verhastet zu haben meint, beweist am besten, daß nicht Alles so ruhig ist, wie es den An schein hat. Wohl aber ist es wahr, scheinlich, daß der Schwerpunkt der Agitation von St.Petersburg nach Moskau verlegt worden ist, und daß die ZweigComites eine besondere Thätigkeit unk! der Landbevölkerung entfalten. Der Armstrong'Tlnspruch..

Das kürzlich von dem Bundessenate genehmigte Gesuch der Erben und Enkel der Eigenthümer und der Mannschaft des Kaperschiffes General-Armstrono um Entschädigung ist der interessanteste Anspruch, der je vor dem Congresse dedaitirt worden ist. Volle GG Jahre ist über denselben verhandelt worden,' bis endlich der Senat ihn anerkannt hat und dasselbe von dem Hause zu erwarten ist.. Im September 1814 lies daS aus Privatmitteln ausgerüstete Kaperschiff Gencral Armstrong" unter dem Commando des Capitän Sam. E. Reid in den neutraten Hafen Fayal in Portugal ein, um srischcs Wasser einzunehmen.- In diesem Hafen lag eine Abtheilung der britischen Kriegsflotte unter Commodore Lloyd vor Anker, aus .den Schissen Plantagenet" mit 74 Geschützen, Rota" mit 44 und Carnation" mit 18 Geschützen, bestehend und mit einer Bemannung von 2000 Ossizieren und Marinesoldaten an Bord. Der Anristrong" führte 7 Geschütze und 90 Ossiziere und Soldaten. Kaum hatte der Amerikaner Anker geworfen, als von der englischen Flotte vier bewaffnete Boote, jedes mit 40 Mann, abstießen und in der nicht zu verkennenden Absicht nach dem Armstrong" ruderten, umBesitz von solchem zu. ergreifen. Capt. Reid rief den Leuten in den Booten wiederholt zu, sie möchten ihre Fahrt einstellen, oder er würde das Feuer auf dieselben eröffnen lassen; nur um so rascher kamen die Boote näher, Reid commandirte Feuer und es entspann sich ein regelrechtes Gefccht. Die britischen Boote mußten sich zurückziehen, die Engländer erneuerten den Zkamps mit 14 Booten und 400 Mann, mußten aber nach großenBerlusten eben falls wieder auf ihre Flotte zurücksallen. Dies hatte sich am Abend ereignet und bei Anbruch des nächsten Tages ging die uarnatiorr zum Angrin ous den Armstrong über, und gleichzeitig setzte sich . , r. . c , . oer vorige .yen oer.ione. gegen oen letzteren in Bewegung. Jetzt erst und nach tapferem Kampfe gegen die CarNation" ließ Reid sein Schisf auflaufen und landete Ofsiciere, Soldaten und Matrosen, wahrend, nunmehr die Engländer den verlassenen Armstrong" besetzten und verbrannten. Während des Kampfes mit den Booten hatten die Engländer sämmtliche Offiziere . blS auf drel verloren, zwei der letzteren verwundet, sowie 120 todte und 90 schwer verwundete Soldaten, bei dem Kampfe am anderen Morgen hatte die EanwUon" einen Topmast und dasBollwerk verloren. Der Verlust der Amerikaner, bestand m 2 Todten und 7 Verwundet. Drei Tage brauchten die Engländer, lim ihre todten, die das Meer an das Land spülte, zu beerdigen und weitere acht age, um dleuarnatlon" und die Boote zu repanren. Die Verwundeten wurden mit den KnegSlchaluppen Theis" und und Kalypso" nach England geschickt. Wenn alle Amerikaner so kämpfen, dann fei uns Gott gnädig" rief-Commodore loyd nach dem Kampfe. . Die That des Armstrona" hat aber nicht nur der amerikanischen Tapferkeit unsterblichen Ruhm, gehracht, sondern New Orleans gerettet. Lloyd hatte den Besehl, New Orleans anzugreisen und zu nehmen; die durch den Kampf des W TTYtflr frt n ' . Ä! a it 4 a fD.atX.. tiu4tiuy iiui!iiuviic ocijuyc rung machte es dem .amerikanischen Ge neral Jackson möglich,. New Orleans vier Tage früher zu erreichen, ehe die britische Flotte vor dieser Stadt, die bis zu Jackson's Ankunft ganz unvertheidigt gewesen war, anlangte.' -..--Die Eigenthümer ,de Armstrong wurden bei derRegierung der Ver.' Staa ten vorstellig, ihre Entschädiaungöan sprüche wurden auf Z70,739 festgestellt,' unsere Regierung '.verlanate die Bezah lung dieser Summe von Portugal, "weil dieses die Verletzung der Neutralität, deren dieEnaländer sich schuldia gemacht. geduldet habe, und Portugal verlangte von England die Erstattung der an die Ver. Staaten zu gewahrenden Entscha digung. Die dessallsigen diplomatischen Verhandlungen dehnen , sich über die Amtszeiten der Präsidenten Madison, Monroe, Jackson, Tyler, Polk, Taylor rf-N V ' 4. w t t - c uns illmore aus.' )er . ieAlere, ourcy Taylor's Tod auf den Prasidentenstuhl berufen, legte die Angelegenheit mit Zu nimmung des Congresses gemeinschast lich mit der Regierung. von Portugal, im Jahre 18o0Louis Napoleon, dem da maligen Präsidenten-der französischen Republik zur, schiedsrichterlichen Ent scheidung vor und dieser gab, 'nachdem er sich selbst zum Kaiser der Franzosen gemacht hatte, semen Schiedsspruch dahin ab : daß man der Versicherung' der britischen Regierung, die Boote jhrer Jlotille .seien nur .vorgegangen, um zu recognosciren, Glauben schenken müsse. daß sonach das amerikanische Schisf General Armstrong". die Feindselig! ten eröffnet habe, und daß daher den

Ver. Staaten ein EntfchüOlgung?anspruch nicht zustehe." Mag dieser Schiedsspruch den thatsächlichen VerHältnissen entsprechen oder nicht, die Re gierung der Ver. Staaten hatte sich hfrnfelhen ifhpnfnssS in nntf rTrf rfrn

. Die Frage, ob die Erben der Eigen4frt5mr SS Wrrifirnrtn" fnm fcr W iMbllllitWtl , lf V V V Mannschaften derselben zur Entschädigung berechtig sind, wird durch Napo leon's Schiedsspruch nicht berührt lnd es ist zu hoffen, daß das Haus dem Ber jr . rr .v o - a . . ! - Cjmie ves ?cnais, iocia;cr eine verspa tete Schadloshaltung gewährt, zustim men wird. Vanderbitt verkauft ans. In den New Norker Börsen- un Eisenbahnkreisen herrscht eine nicht geringe Ausregung, denn Vanderöilt verkaust aus. Er entledigt sich semer Ak ktren, namentlich solcher der Reading-, New Jork Central-, Lake Shore- und Jersey Central-Bahn, so schnell als möglich und kaust so viele vier und vierundeinhalb-procentige Regierungsbonds, als er bekommen kann. Kaum hatte Vanderbilt mit seinem Ausverkauf begonnen, als auch schon die BärenWallstreets ihre Operationen begannen: Schon nach einer Stunde war der aanze Markt sehr flau, und die Aktien sanken bis zu den niedrigsten Preisen hinab ; selbst die Lake Shore-Aktien wurden m verkauft, eini PreiZerniedriFUNg, wie sie seit Jahren nicht vorgekommen ist. Der Verkauf geht um so flotter vor sich, als eine nicht geringe Anzahl der Wallstreet Größen des Glaubens ,st, daß in den Sommermonaten eine Preis erhöhung eintreten wird. . Diejenigen Bullen", welche noch vor Kurzem kühn behaupteten, den Preis der Aktien aus seiner bisherigen Höhe erhalten zu wollen, sind kleinlaut und verzagt und haben den Aktienmarkt seinem Schicksale preisgegeben. Gould befindet sich im fernen Westen, Vanderbilt steht im Be griff, nach Europa abzureisen, Washing ton Connor ist schon dahin abgesegelt. und die übrigen Mitglieder des Bul-len"-Syndicats thun nichts, um der Ebbe zu steuern. Ein bekannter Rew vlorker AmenMakler sprach sich über diese Lage der Dinge folgendermaßen aus : Meiner Ansicht nach ist wieder einer der veriodischen Angstansälle über Vanderbilt gekommen, nicht sowohl betreffs der Aktien, als betreffs seiner selbst, und ein Ausverkauf scheint ihm um so dringender geboten alI a im Begriff steht, sich in'S Ausland zu begebeu. M W ' Sibirien. Dem neuesten Berichte des bekannten Spezialberichterstatters des N. V. Her." entnehmen wir folgende interessante Ein zelyeiten : Kraßnoyarsk, Ostsibiren, 17. Febr. '82. Am 7. Februar erhielt ich von Lieutenant Dannenhauer eine Depesche, daß er der von unserem Marmemmtster erhaltenen Weilung gemäß am nächsten Samstage, den II.Febr. mü semen neun Begleitern von Jakutsk nach St. Petersburg aufbrechen werde, und am 8. Februar reiste ich nach zweitägigem Aufenthalte von Omsk hierher weiter. Es ist eine freundliche Stadt, dieses Omsk mit seinen breiten' Straßen, Boulevards und seinen Promenaden an den Ufern des Jrtysch. Im Winter ist die Stadt trotz der furchtbaren Kälte belebt, in einem Theater finden zweimal wöchentlich russische Vorstellungen statt, ein stehender Circus und öffentliche, sowie PrivatConcerte sorgen für weitere Unterhal tung.' Der Sommer ist heiß und staubig, denn nur in der Stadt selbst giebt es Bäume, die ganze Umgebung ist Steppe. Die wohlhabenden Famiken bringen stets mehrere Sommermonate am oberen Theile des Jrtysch zu, wo ft. in kirgisischen Zelten verhältnißmäßig komfortabel leben. Di: hier stationtten dänischen Telegraphenleamten schilderten mir daS erste Jahr des Aufenthaltes als unsäglich traurig für den Fremden. , Der Jammer ist so unerträglich, wie kaum sonstwo und im Winter - dringt trotz der besten Kleider und der besten Wohnungen die Kälte bis an's Herz, läßt daffelbe erstarren und die Fremden, denen die Mittel eine Aenderung des Aufenthalts nicht gestatten, verfallen in Melancholie, die häusig unheilbar wird, häufig zum Selbstmorde führt. Ich selbst stand gestern em paar Minuten aus der Brücke über den Jrtysch und blickte lange, lange Meilen weit stromauf- und abwärts. Kein Baum, kein Strauch, die ungeheure Fläche, erschien mir wie ein in Frost erstarrter Ocean, an deffen Horizonte man Segel austauchen zu sehen erwartet, Im Flusse selbst sind ein Dampfer und mehrere Barken eingefroren, die einzigen Fahrzeuge, die im Sommer die spärlichen Erzeugnisse der Ländereien am Flusse befördern, so spärlich, daß selbst diese paar Schisfe in der kurzen Zeit ihrer Thätigkeit nicht voll beschäftigt sind. Und doch hat die Na. tur dieses Land, nicht so unsagbar öde und traurig ge.schaffendoch war dieses Land, .einst rit, Wäldern bedeckt und fruchtbar, aber die Holzverwüstung hat es zu. dem gemacht, wie es jetzt ,st. Gemiß hat der deutsche Dichter Ernst Moritz Arndt recht, wenn cr sag : Wer an den Wald die Axt legt, ohne sür Ersatz zu sorgen, ist ein Mörder." Würden -die Flüsse Sibirien's nicht durch die Waffer des Altai gespeist, das Land könnte nicht einmal die geringe Bevölkerung ernähren, die jetzt ihr tristes Dasein. dort sripet. Die russische Re gierung, welche Sibirien. 1582 eroberte, hat seit- einigen' Jahren begonnen. AnPflanzungen von Bäumen vornehmen zu laffen, aber es fehlt an Energie und Geld; Rußlands Kriege haben die Millionen verschlungen, welche, der Culturarbeit zugewendet, Sibirien zur Korn-kammer-Europa's gemacht haben würden, .welche, dem Bau der Eisenbahn vom Ural an die Küste des stillenMeeres angelegt, Rußland den gesammten Handel mit China gesichert hatten. Unter dem Fluche der Kriege leidend, prodücirt das Land sast nur Erze, die von Unglück-

lichen Kriminalverbrechern, von dennoch zehnmal unglücklicheren politischen Ver bannten ausgebeutet werden. Die Weiterreise unterschied sich, roäh rend wir die 0.0 Werfle bis Kelyvan zurücklegten, nur dadurch von der in meinem ersten Berichte geschilderten Reise bis Omsk, daß wir häufig durch die vrn absehbaren Theekaravanen imVorwälts kommen behindert wurden. Fünf bis sechstausend Schlitten, jeden mit fünf bis sechs Theelisten beladen, haben wir passirt, von den russischen Pferden gezogen, die sactisch Tag und Nacht die Reise oft Wochen lang fortsetzen, 'ohne'zu rasten. An den Hintertheilen der Schlitten ist eine Krippe angebracht, diese versehen die Kutscher, mit Heu und aus solchen srcssen es die Pferde, des nächsten

Gespannes. Die Zkutlmer selbst haben natürlich ihre ärmlichen 'Nahrungsmittel bei sich, ruhen von Zeit zu Zeit aus dem Schlitten, und so setzt die Caravane ost schlafend und immer, wie im Traume, den Weg fort. Sie halten natürlich die Mitte der Straßen und weichen keinem Fuhrwerk aus, bis an besonders engen Passagen dann und wann ein Kosackenp'quet heransprengt und mit seinen Lanzen die Schlitten auf die Seite .treibt. Kelyvan gejört zu den vorhecerwähnten Sommerfrischen, wohin .sich , auch aus Omsk in jedem Jahre mehrere Familicn zurückgehen. Das Beschwerdebuch aus der Station fand ich mit zahlreichen Klagen der Reisenden und den Vormerken über die darauf ' decretirten Strafen angefüllt. .So ein russischer Postmeister ist überhaupt ein unglücksef liges Menschenkind. Für 800 Silberrubel muß er stets ein Gespann von drei frischen Pserden Troika zur Versügung der Regierung yaben und die Post, mit Ausnahme der Passagiere, unentgeldlich besördrn. Das Fahrgeld ist niedrig, und der Postmeister muß, weil er oft viele, ost fast keine Reisenden zu befördern hat, unverhältnißmäßig viele Pferde und Postillone Vemsschicks halten. Hierzu kommt. daS Chausseegeld, welches an die Negierung zu entrichten ist, und das pro Pserd und Werst eine und eine halbe Kopeke eine Kleinigkeit über einen Cent, die Kopeke ist nicht ganz Cent beträgt. Die Kutscher erhallen jährlich 00 bis $0 Silberrubel Lohn, eine Schlafstelle und pro Tag 2 Pfund Schwarzbrod ; was sie sonst zum Leben brauchen,, müffen sie an Trinkgeldern verdienen.deren Verabreichung indeß ganz in dem Belieben des Reisenden steht. Ich habe für die Beförderung von Omsk nach Kelyvan, -bei dem Gebrauch von durchschnittlich fünf Pferden.an Fcihikosten und Trinkgeldern genau .00 verausgabt. Unmittelbar hinter Kelyvan wird die Steppe wellenförmig und je näher man TomSk kommt, desto häufiger blickt man Wälder und Gebüfche ; einmal begegnete ich einem Trupp Verbannter, die in langer Reihe eslortirt wurden; das Klirren ihrer Ketten übertönte das Kirn gcln der Schellen an den Geschirren der Pferde. Ebenso entsetzlich ist der Anblick einzelner halb erfrorener Skelette, die aus den Bergwerken entflohen, meist, um in der Wildniß dem Hunger und der Kälte zu unterliegen. Erreichen diese Unglücklichen Gegenden, in denen die Ansiedelungen dichte? sind, dann sind sie wenigstens vor dem Hunger geschützt. Jeder Bauer legt vor sein 5)aus bei einbrechen der Nacht ein tück Brod ; das ist für jene Tramps bestimmt, und diese Sitte verdankt theils der russischen Gutmülhigteit, theils )er Furcht, ihre Totstehunq. denn oft hcibcn die abgehetzten Menschen den Bauern den rothen'Habn aus das Dach gesetzt. J:i Tomsk mußte ich einen Tag ruhen und meine Reise von da nach -:ssnoyarsk war außcrordentlich vom Weticr begünstigt. Von hier weiter nach Jrtutsk, Dannenhauer entgegen. - - - r Bis jetzt hat m'ch dasGlück begänst'gt u daS trägt d'.lzu bei, die Hoffnung ausrecht zu erhalten, Jv.n roir. DeLong und Gefährten noch !c'.'- antrcffkn. ;, . . ; ., Gern IulatrZk.. V e r s ii h r t, v e r l a s s e n u n l verloren. ?ie arffaller.d hübsche 17jäh riae Mary Ruldaar, ein unbescholtenes Mädchcn aus München, kam mit. dem Metalldrucker Schmidt daher am 17 Dez. v I: nach New Hort. Schmidt fand schnell guten Verdienst lind bezog mit dem Mädchen ein gemeinschaftliches Logis. Nach zwei Monaten verließ er Vt Nuthgar heimlich und diese sank so chnell von Stufe zu Stufe, daß sie nur noch in der gemeinsten Gesellschaft verkehrte und nicht mehr nüchtern wurde. Am 19. ds. Mts. wurde sie in tobsüchtigem Zustande nach einer Polizeistation gebracht, in eine Zwangsjacke gesteckt und einem Hospitale übergeben ; . die Aerzte glauben, daß dieselbe 'nur noch Tage leben kann. . ' Der April-B e r i ch t. ,d e S Ackerbau'Departements Asiat die merk würdige Thatsache, daß allein im Süden . r t. ' i r ' 1 ' 's i : der umfang ocr .mir Weizen oeoauien Fläche zugenommen' hat, während der Westen eine bedeutende Abnahme zeigt.' ES sind jetzt 21.'.!4,00 Acres mit Wei. zeNi angebaut, eine Zunahme von 500,000 Acres oder. 2' Procent ' gegen das Vorjahr,' die Baumwollenstaalen weisen aber' eine Zunahme des Wcizenareals von 800,000 Ares nach, so daß im We!sten eine . Abnahme von 300,.00 AcreZ .stattgefunden hat,: In der That haben dort nur einzelne Staaten wie Michigan, Jndiana, Ohio ?c. - eine, geringe Vermehrung nachzuweisen,' während einzelne Südstaaten, ' wie Louisiana TcxaS,.Arkansas bis zu 75 Procent mehr Weizen als im Vorjahr angebaut haben. 'Diese Erscheinung zeigt, daß die Farmer im Süden wie im Westen durch lange Erfahrungen endlich 'gelernt -haben, . was ihnen , sch tn längst gepredigt wurde: ihre Hoffnung nicht aus eine Frucht zu setzen. Die all cotton" und all wlieat" Farmer haben eingesehen, daß es sicherer ist, zwei Eisen im Feuer zu haben und.es wird ihnen gut bekommen, die Lehren des letzten Jahres nicht allzu schnell zu vergeffen. - ' - - Zu Emp orium, Ka., strengte leulich die Wittwe eine gewissen I. Coo-

per einen Prozeß gegen die Wirtheulesung und Wied an, roeil dieselben ihrem Manne Schnaps verkaust und dadurch seinen Tod herbeigeführt hätten. Das verlangte Sümmchen betrug die Lumperei von 525,000. Die Geschworenen entschieden, daß dieWirthe wirklich für den Tod Cooper's .verantwortlich seien, daß aber der Verlust, den die Frau durch den Tod ihresMannes erlitten, mit $350 hoch genug angeschlagen. sei. Das Beweismaterial, wel ches bis jetzt aus den Ver. Staaten im Interesse des Dr. Lamson nach London geschlckt worden ist, hat in den Augen einzelner englischer Zeitunzen . wenig

Gewicht. Lamson hätte sich bei seiner That nicht so übereilen sollen," sagt elne derselben er hätte es machen sollen wie der italienische Gras Buondelamento. Dieser stand an der Seite seines . sterbenden .Weibes, die seit langer als emem Jabre bettlägerig war. ,?ch muß Dir beichten sagte die Frau, ich war Dir nicht, treu, ich liebe den Gras Malvazzi." Ganz recht, mein Kind,lautete die Antwort, das weiß ich schon lange, und seit mir ' Gewißheit wurde, habe ich Dich langsam vergiftet; Du kannst ruhig sterben ;. wir sind quitt." Der Lehrer James Chute in Naughton, Ont., wurde wegen gemeinen Benehmens gegen eine Scküle rin zu 15 Monaten Gefängniß und 40 Peitschenhieben perurtheilt. . Das canadische Gesetz kennt diese Strasart, dieselbe wurde aber seit Jahren nickt in Anwendung gebracht. Der Nichter, bestand trotz aller Bemühungen, ihn zu einer Umänderung der Strafe zu bewegen, auf deren Vollzuge und zwar in der Weise, daß an Chute die erste Halste der Straft 14 Tage nach eingetretener Rechtskrast des Urtheils, die andere drei Monate, später vollzogen , werden solle. Die ersten zwanzig Hiebe hat der Verurtheilte dieser Tage ausgehalten ; jeder Schlag der schweren, neunschwänzigen Peitsche zerriß die Haut des Rückens an neun Stellen und es werden Wochen vergehen, bis Chute von den Folgen der Strafe wieder hergestellt ist. .Kaum für möglich sollte man es halten, daß eine Reise von Havre nach New Vor! von denselben Gefahren begleite;' sein kann, wie eine Fahrt in denhohen Breitengraden, aber der Dampfer Hermod" ist auf seiner letzten Fahrt einer ähnlichen Katastrophe, wie sie der Jeannette" den Untergang brachU nur . mit knapper Noth , entgangen. Während eines Schneesturmes wurde er von treibenden' Eisfeldern umfchloffen, die ihn aus. seinem Curse brachten, Eisberge druckten gegen das Schiff und brachten ihm gefährliche Lecke bei, und über 1100 Meilen mußte das letztere in steter ' Gesahr, zu sinkend zurücklegen, die Boote zu jcderzeitigem Gebrauche fertig. Auch: der 'Hamburger Dampfer Polynesia". traf auf viele Eisberge und Eis selder und mußte seinen Curs-südlich nehmen. Das neue Anti- E bine seh' Gesetz, welches die ChincsenEinwandecung aus zehn Jahr beschränkt, zeichnet sich namentlich noch dadurch aus, daß es die 16. Scction der früheren Bill nicht enthält. Die betr.- Bestimmung schus ein Paßsystem ! sür die Chinesen und so mit eine Maßregel,.die.' im Princip verwerstich, sich als ebenso lästig, wie unwirksam bewiesen haben würde. Wer das Recht hat, in den Ver. Staaten sich aufzuhalten, muß auch das Recht haben, seinen' Aufenthaltsort beliebig wählen und wechseln zu können. L a u t d e s ' P o l i z e i b c r i ch t s der Stadt Philadelphia haben sich aus dieser Stadt- im vorigen Jahre nicht weniger äls'195 Personen heimlich entfernt und nur 45 von ihnen sind freiwillig zurückgekchrt oder- zurückgebracht worden. .Uebcr. die Hälfte der. Durch' brenner. besteht auschalbwüchsiaen Jangen, die durch dos Lesen von JrhncentGeschichten verrückt geworden, auf Adenteuer! ausgegangen- sind. . Könnte man dasElend und Verbrechen, dem diese Verblendeten entgegen gehen.,, zusam menstellen, die Warnung wärc immer noch nicht stark 'genug, um wirksam zu sein.. ,',' : . ; . .... Ein e n e u e, sogenannte Combinations - Rcttungöleitcr" wurde am 19. d. Mts. in 'New York einer Probe unterzogen. Dieselbe besteht aus einer röhrenförmigen Vorrichtung, deren einzclne.Rohrc! durch ein Räderwerk wie bei einem Telescope ausgezogen werden, so haß sie einen Cylinder von 80 Fuß Länge .bilden ; innerhalb des letzteren und Stufen, oder richtiger bequeme Sproffen . angebracht. Den Apparat aufzustellen, .auszuzieben und in dem Fenster des fünften Stockwerkes anzu. bringen,' nahm sechs Minuten in. An spruch; aus dem erwähnten Fenster stieg sodann ein Mann rasch in dem Cylinder herab..' -Der lApparat. dient fernir . zum. Ausziehen -der.. Spritzenschlauche,. die ein.', am -oberen ..Ende des Cylinders stehender - Mann . dirigiren kann. Das Urtheil, der Feuerwehrleute lautete, die Maschin'e'arbeite' sicher, aber zu langsam und schwersallig ; es ist eine Thatsache,'' daß' die berliner Feuerwehr das fünfte Stockwerk eines Hauses ersteigt, den Rettungsschlaüch hinaufzieht und mit der Rettung von Personen und. Sachen beginntjind hiezu nicht viel über eine Minute braucht. .... Rcichwcm'S Halle, S.W.EckeMarket. NobleSt Meine Halle, ist zet eine der schönflen in bet Stadt und bjn.imStaad gesetzt, sie für Concerte. Balle,. Nnterh aUungen und .für Vereinkzwec' e bestens zu empfehlen." 'Die besten Getränke ; nd Cigarren sind fie! an Hand.'.. .:. t . W. Ncichwcin. . Eiaentbümer. NÜILMW e ina i fonna an nie ac uko. r. JiOWELL ' & Co3 Newspaper . Aslvertiaing Bureau 10 Spruce Btreet),wncre aarcr tisln contracts may be luatie lor it in mi vöq.

iom 5Zttlande. D i e Zahl der in Ost 'riesland zur Zeit noch lebenden B teranen, welche die Befreiungskriege 15 mitgemacht haben, beträgt gecen Därtig nur noch 5:', ; am Schlüsse' des Jahres 1868 waren es noch 437. Kardinal H ergenrö ih er, oer in Rom schwer erkrankt war. sich 2ber in der Reconvalescenz bcsinoet, wird von dort für längere Zeit, wenn nicht für immer, nach Eichstätt inÄavern übersiedeln. Kardinal Ledochow'Z ki hat dem Papst wieder 20,000 Frcs., die im ersten Quarta! dieses Jahres in der Erzdiöccse Posen Gnesen gesamnelt wurden, als Peterspfennig üderbrirgcn können. Seitens der Stadt MoS

bach in Baden wird gegen den Neubau eines Neichspostgebaudes dortselbst, aus demGrunde Einsprache erhoben, weil die von der Reichspost seither bezahlte Miethe zu den wesentlichsten' Einnahmequellen der Stadt gehöre. Diettrupv'schenlkanonen erfreuen sich auch bei der chinesischen Re gierung voller Anerkennung. Die' chinesischen Kriegsschiffe solle., nur mit Ge' schützen aus dem Krupp'schen Etablisie ment armirt werden. Auch Japan de sitzt auf 4 von seinen 5 Panzerschiffen bereits Krupp'sche Kanonen. Die in Berlin wohnen den Amerikaner gedenken eine (SedächU nißfeier für den verstorbenen Dichter Longfcllow zu veranstalten. Man erwartet ' hierzu den Gesandten der Ver. Staaten in London,' James 'Russell Lowell, der die Festrede halten soll. (Die anglo-amerikanifchen Blätter beklagen sich, daß man in Frankreich von dem Tode Longfellow's so wenig Rotiz genommen habe. In Deutschland war das nicht der Fall. Die deutsche Presse hat es an Biographien, sowie Auszügen aus den ja auch in's Deutsche übersetzten und dort vielfach verbreiteten Werken des Verstorbenen nicht, sehlenlassen, sowenig wie an dichterischenNachrusen und' kritisch.-seuilletonistischen Abhandlungen über den Dichter, die sämmtlich sehr sympathisch gehalten sind.) Das diesjährige OsterProgramm des Gymnasiums zu Göttingen spricht sich über Schülerverbindun' gen folgendermaßen auS : Als gemeinsamer Charakter der bestraften Schüler Verbindungen hat sich erwiesen die.Ge wöbnung an einen übermäßigen.Genuß geistiger Getränke, welche der Gesundheit nachthcilig ist, jedes edele geistige Jte resie lahmt,' ja selbst die Fähigkeit zum ernstlichen Arbeiten aushebt. ' Die Un terhaltungen sind in manchen Fällen nachweisbar in den Schmutz gemeiner Unsittlichkeit herabgesunken. Die Entfremdung gegen die wissenschaftlichen und sittlichen Ziele der Schule führt zu der Bemühung um alle Mittel der Tauschung. .Gemeinsam. ist ferner. die Bestimmung. daß in Sachen der Verbln dung die Lüge der Schule gegenüber zur Ehrenpflicht gemacht wird ; an die Stelle der Achlung wird die pietätlose Frechheit gegen die Lehrer gesetzt." EineDienstmädchen schule in Wien. Der Wiener Haussrauenverein beabsichtigt nunmehr, die schon längst beschlossene Gründung einer Dienstmädchenschule durchzuführen. Dieselbe soll hauptsachlich den Bedürfnissen des Mittelstandes entgegenkommen, auf dem der Mangel, an tüchtigen und an fpruchslosenDienstmädchen täglich schwerer lastet. Berlin, Leipzig, Stuttgart und viele andere Städte haben längst schon solche Anstalten. Die Dienstmädchenschule soll ihren Zöglingen Obdach und jedc praktische Unterweisung bieten ; sie soll ein kleines Entgelt fordern und so viel als möglich durch eigene Arbeitleistunci zu ihrer Erhaltung beitragen. Sre soll zwar eine Schöpfung deshaus frauenvcreins sein, aber aus dem Boden des Allgemeinen fußen und dem Allgemeinen dienstbar werden. Ein Kreis von Frauen ist mit den Vorarbeiten be schäfligt und wird demnächst mit einem eingehenden Progromme.'vor diecfscnt lichtet treten. I n Mün cü e n i st u n t e r dcm Vorsitzo.dc? Physikers Wilhelm v..Vcetz und de Fabrikanten Hälile'cin . ComNe von ."i Her hervorragendsten Fachleute und otabkln zusammengetreten, um im lö nj Z l ich e n .'E la s p a ! a st e . . z u München elektrotechnische, Versuch: .im größeren Miiiistabe anzustellen. ' Das vomite hofft' dadurch auch. inSüddk.ntfchland der Einsüt.rung .der. neuesten elrirotechni schen Erlungenschaslen die Wege zu bah nen und den wabren Werth der bisderi gen Erfolge in's hellste Licht zu stellen. Dle Versuche bezwecken, den Behörden des Sraates und der Gemeinde, den Industriellen sowie dem Publikum einen klareu Ueberdlick über den gegenwärti gen Stand der praktischen Verwerthung der Elektrotechnik zu gewähren und dadurch in energischer und wirksamer Weise deren Anwendung im öffentlichen wie im Privatleben zu fördern." Die Versuche erstrecken sich nach dem Programm auf : Apparate zur Erzeugung, : A nsam mlung, Leitung und Messung des elektrischen Stromes; Anwendung der Elektrizikät zur Tclegraphie, zu Signalen ' und Feuermeldeapparatcn, zur Erzeugung von Licht und Wärme für zahlreiche Ge schastsbetriebe, sowie sür die Zwecke des HauseS und . oer Elektrotherapie.- Sie sollen vorbehaltlich .einer Verlängerung der Dauer derselben in. der Zeit vom 1. September bis 8. Oktober d. I. stattfinden. . r ... Der Liiedercomponist Fr. Kücken (dessen Ableben ' wir.bereitS tele graphisch gemeldet), wurde bei derHeiM' kehr aus einer, fröhlichen Gesellschaft am 3. April in Schwerin plötzlich vom Schlage getroffen und verschied noch im Wagen. Der Gattin, die durch Un Wohlsein an ihr Zimmer gesesielt gewesen, wurde die Leiche in das Haus ge bracht. Im Hubst. 1813 in dem kleinen hannoverschen Städtchen BleFede, ; hart an der mecklenburgischen Grenze, als Sohn des dortigen Scharsrichters gebo