Indiana Tribüne, Volume 4, Number 202, Indianapolis, Marion County, 16 April 1882 — Page 7
Der' alte Schxeioer. V . Line ciudie nach der Natur. N
Mein Großvater mütterlickerseits war RechtSanvalt in einer mitteldeutschen - Mtm m - m - ' 1 Provmztatstadt. In den letzten Jahren seines Lebens, als die einst so blühende Advokatur merklich zur Neige ging, oe schästigte er einen Scribcnten mit Namen Trendler. Ich weiß nicht, ob der windige ffederheld noch lebt. Sollte er indeß die folgenden Zeilen zu Gesicht bekommen, so wird er gewiß einem streb samen College, der bei leinen indiskre ten Sjudien die edelsten Zwecke verfolgt. die scheinbare Profanation zu Gute hal- . v jr. v . r jr. . ien und lacuemo vor lim rnnmuimein : ,3a, ja, das bin ich !" Ueber den Dachfirsten der Provinnalstadt leuchtet ein kalter, klarer Winter morgen. In den beschneiten Straßen erblickt man nur bin und wieder einen eilfertigen, theatralisch vermummten Barbier oder eine blauaefrorene Köckin. Es icklSot Neun. Mein Großvater sidt bereits seit einer Stunde bei der Arbeit. Der lodernde Ofen verbrcitet eine erauickliÄe Wärme. Die lanae
'Dfeise lä&t ibre blauen Rauckrinae. wie
. f. ..L si . , rr I sjpieiOUlu, zur angegramcn 2lleo.e em porsteigen. Auf dem eichengeschnitzten r- t. r sr i . oajuioHm yerrol eine gemuiyiicye llnordnuna. Da vranat die ckem icke Zündmaschine neben dem Petschaftkasten; die Wafferilascke neben dem aeitickten . Hauskäppchen ; die goldene Repetiruhr neben dem bunten Fidibusbecher. Die ! . r- m . w . , I fiaio geleeriez.a,je ot vem Arveuenoen r; rr r ' r t n rv c I licheS Antlitz, dessen Züge etwas vom . r -i. -: a. v c. i. er Aeugiein muneri er oas Jimmer. )ann n.- L c - r. O, i lim et ütyiiuc vvr unv jpucyiinu . . i 7T x.:ii. ..v r, : jt. t : i Nangloser Stimme : Guten Morgen, Herr Justizrath. Mein Großvater wendet den Kopf. Sie kommen wieder eine halbeStunde zu spät. Trendler. Wie oft soll ich Ihnen sagen, daß ich die Pünktlichkeit liebe?" .Entschuldigen Sie, Herr Justizrath, ich hatte mich gestern Abend etwas später zu Bett gelegt, weil ich noch den Bericht seh an das könialicke Obertribunal erledigen i . u I wouie Trendler beginnt nun seinen Paletot auszuziehen. Er versucht es zunächst mit dem linken Aermel. Auf der Hälfte v. m..j. -.en :. v:. cd-..-k ruc tiuk lun uic jiiui. ii i tritt aus der linken Seite den Rückweg w - ' an, und wirft sich auf die rechte. Nach einiaem Äöaern kommt er mit der Ent kleiduna m Stande, und verfüat sich nun. den Ueberneber forafältia an der Scklinae baltend. nack dem aael. wo er ihn langsam aufhängt, nicht ohne . ? - t . i zuvor einige imaginäre lauocyen von dem schadhaften Sammetkraaen binwea zu blasen. Der aufgehängte Paletot I " n' r . f. t. I wiro mli zarilicner z?l"geoung- ora pirr. . . . Die Außenseite muß nach innen . . i.t i U v ..- fl)...".c... v. geieuli unv ovr zever oeiulliung mu ver i atmosphärischen Luft auf's Peinlichste geschützt und geschirmt sem vertauscht Herr Trendler dieses Unter- . ii -a . n . . I teionngsuua mu einem uurmerprooien , - i. .! rv n r i r. I VimiS uno icnnimcl. aucy Die c vv. . . r. . .e n t. II ceiamorpyoze oeenoer, 10 yuner eroreimal mit steigender Heftigkeit und zieht das Taschentuch, um sich zu schneuzen. Nun, Trendler, wird'S bald?- sragt mein Großvater stlrnrunzelnd. Entschuldigen Sie, Herr Justizrath, icy mouie micy nur ryneuzen, mir mt spekt zu vermelden. Ich habe einen starken Stockschnupfen, seit letzthin daö n 1 . e je . m . I Wetter so umgeschlagen hat. Mein Großvater arbeitet weiter. Trendler begiebt sich in gemessenem Menuettschritt nach dem Ofen, ergreift die Feuerzange und wühlt in den Brän den. .Donnerwetter, machen Sie doch keinen solchen Rauch!" rust mein Groß vater ärgerlich. .Das Feuer brennt, was haben Sie also daran herumzustochern?" verzeihen Sie, Herr Justizrath, ich dachte nur, wenn man das Feuer nicht rcdilACitia schürt, so könnte es ausaeben. Erlauben Sie vielleicht, daß ich so ein kleines, Klötzchen auflege ?" n l?a?n Z? nnf nfr sn,N Sie haben da Ihren ganzen Tisch voll y. 4 4 I V WV Mi V I Arbeit . .O, damit wollen wir schon sertig . V . aVk . . I uzerorn, i?us oas anoeiangi . Er bläst m die Flammen. Der Qualm schlägt ihm ins Gesicht. Er schließt die Osenthüre und tritt an den Spiegel. Run, was Großvater. giebt's V sragt mein .Ach, Herr Justizrath, nehmen Sie's nicht übel, es ist mir was ins Äugele kommen Gleich hab' ich'ö. . . so. . . Wie das Einen genirt, man ssllt's nicht glauben!.... Au, au....! Das ganze Auge ist roth davon....!' .Trendler! Der Teufel holt Sie, wenn Sie jetzt nicht an die Arbeit gehen ! iCUWUl haben, s Mi .mm K Vrnfi .Ol ,S,G I .Schö Er öffnet die Stubenthüre. .Friederike! Friederike! Frlederike! .Das zieht ja zum Tollwerden! zürnt der alte Herr in wachsendem Miß muth. ' .Wollen Sie augenblicklich zu machen! " .Die. Maad scheint nicht da zu sein." versetzt der Schreiber. Ich will mal nachsehen !" Er begiebt sich nach der Küche. Drei, vier, fünf Minuten verstreichen. Endlich ereml me roiye Pyy,iognomle w;eoer ? T A a r .. 1 V - i . w .!.. c ... I fliij ver qweue. .Die Magd ist nach demWochenmarkt mm n v. . . gegangen, uammeir er Mit emem acheln der Genugthuung. .Da muß ich .n f. r n woyl Ciox VUN0 anlegen, yerr zuttizratb Mein Großvater antwortet nicht. Trendler verfügt sich wieder an den Ofen. Er klappert und rasselt, und rasselt und klappert, bis das Jeuec glücklich 5 ' -a r w . . . n veriozchen u Ich komme doch nicht so recht zu mde damit, wenn man'S bei Licht beStande 0 i
0 rufen Sie die Magd !" Pbilosovb saaen würde. Die immer Diesmal lautet der Urtbeilssvruch des F9 und beginnt
fv 0 ..n: ic m 1. 'i .:. 1 1 . . , .
u uuaia. le :er Ziv ammenaekninenen Auaenlider rsurdiaen Scridenten mt aenuaend. licvlS tut UN
trachtet. Wir müssen rtflrit.J bis die Friederike vom Markt zurüökommk I" Sie sind der größte Esel, der mir.je mals in meiner Vraris aiifGcsionen ."
Aber. rnr fXusturctb. . . ." ' Sitzen Sie sich ! Ich habe keine Lust, . . mit Ihnen zu dlscuhren. Schmollend faßt er auf seinemStuhle Posto. Noch einmal muß das Schnupf tuch für die Unbilden der Witterung büßen. Hierauf durchsucht er sämmtliche Taschen der Weste, des Rockes u:id der Beinkleider. In der letzten findet er den Schlüssel zur Schublade seines Schreibtisches. Er betrachtet das eiserne Instrument von allen Seiten. Dann bläst er einige - ri . - v n . x. ... sonnenuauoazen aus oem ora uoer demKamme und veranlaßt dadurch einen grellen Pfiff. Was fällt Ihnen bei. Trendler? Wiederholt sich denn bei Ihnen jeden Taa dasselbe Nosieniviel?" .Um Veraebuna. Herr Justinatb. aber diesmal tbun Sie mir Unrecht, Menn Nck nämlick das Sock am Kamme verstovst, so aebt medrstentbeils das Scklon nickt." Lanawm öffnet er die Schublade und nimmt iwei tintenbeklerte Sckreibärmel. , sTt r . . I t zeyn Vanzelleie unv ein ooppeilNNgiges Federmesser heraus. Sämmtliche Ge. n c , . t rü . . n jt. Jenjianoc orenei cr orgsaliig vor iicy bin. Er betolat dabei die Meaeln der Symmetrie und des goldenen Schnitts, MoKlick svrinat er vom Sifc emvor und eilt nach der Thüre. Was giebt'S V v . r i. I .Icy will einmal eyen, ov oie Meoe n crr . .f. I der Arbeit." o vt r . i i rz l : . v ..uv am uge. ie qnur will niazi wei r t. Qzn Jiuui ein ausoauetnoen emu i x. (i i . . : j v . v rn hung von fünf Minuten gelingt es ihm. den Knoten zu lösen. .Die Schiene rutscht knisternd über den Arm und wird mit vieler Accurateste befestigt. Der zweite Aermel erfordert eine ge ringere Anstrengung. Schon nach drei Minuten sitzt er wie angegossen. stände - c i -t r t i " t t I secys ooer acyimai cyiagi er gerauicy voll auf den Deckel. Dann öffnet er, schüttelt den Inhalt von einer Seite nach der andern und spitzt die Finger zur m.:r. flrnu; hjii w. Hjiuouuj vvuuit u uiu i Betteren. Er mu
. -
Dose einen fremden baben. Das rotb' sich vor;. die kurzsichtigen Aeuglein be blinzeln den Tabak aus allen Ricktunaen der Windrose. Eine Minute verrinnt in prüfender Beschaulichkeit. Er nickt, m. i... ti n . -f . ry I ais yaoe er oen mliroilovlicyen in dringlina erkannt, setzt die Dose bedächtig auf den Tisch nieder und ergreift mit d rrr. cmr s. . 'tt: . I iiegesgennijer jjuene va gweunngige Federmeffer. Die Klinge springt auf )( : w. : Ik pci .ni'.izt. ... tiv uwv, ui iit viiuuuuui uu erproben, zwei, dreimal auf die Tisch. platte gedrückt. Dann stöbert das Me , .' t. . I Jetzt erst hält sichTrendler für berechtigt, en.'t. . . t. . ...r je i. ... I eine Priie zu neymen , voroer rolzcoi er !.A.t v:. V- cm.rr.o ü r inoeß oie iinge oes Wieners mu org m . ? ! Jt 1 L Ctl .1 . C neuer einucaieu am rrmei au. Die Dose wird wieder geschloffen und neben das Dlntensaß gestellt. TrendlerS Blick gleitet nun nach dem Fenster. Die Scheiben sind stark be schlagen. Er erachtet eö für geboten, das auf der Rampe liegende Tuch zu be V. 9 r V - cri . V . O-.. JL ... f. . nutzen. Wie Klärung gelingt. Aber es zieht! Das Fenster scheint beute wieder aar nicht ziu schließen. Auch hier muß das Wischtuch abhelfen. Es wird der Länge nach unten vor die Ritze gelegt. Es schlagt drei Viertel. Trendler wendet sich nunmehr seinen Federn zu. Er dreht sie zehn- bis zwölsmar hin und her und wählt dann eine graue, großsasenge, starkposige Prachtleder. Das zweiklingige Messer wird aber mals betreffs seiner Elasticität geprobt. Dann beginnt die Procedur des Schnei oens. Zunächst wird der Kiel der Längenach geschabt. Dann zimmert der blanke Ginfil nqä ltrenaarckitektoniscken M?, 7 s I i I - " setzen den Rohbau der Spitze. Diese unvollenöeie plke wird sunszigmal besuhlt und-betrachtet und schließlich aus v ein . . W. w oen icage. oes iinien Daumens gepai ten. Ist die Svalte aelunaen. so rubt sich Trendler ein wenig aus : denn jetzt fängt erst die eigentliche künstlerische Ausgabe an, und zu jeder vollkommenen Leistung bedarf man der Sammlung. Neu gekräftigt geht der wackere Scri bent an die Krönuna des KebäudeS. hundertmal bält er den Kiel aeaen das Licht; hundertmal probirt er mit der Zungenspiße, ob der gewünschte Grad der Vollendung erreicht ist. Er schnikelt und raspelt und kratzt und glättet, als handle es sich um die Darstellung-eines CY 1 . it. 1. r . rs c r r . c I gttkt die Geierphy iognomie wie mit dem Fluthen' eines rosigen Sonnen schems. verstünde wurde .Heureka aber glücklich ! i'.och achtmal wleveryolt sich diese umMW M I W t ä0 t - standllche iomoole. vann ordnet
99 , 4 II U I W I - , I . r . f w m I . . I . T. . 1 C -.
. verieiyen lemem nlliK eiwas genier- Er rückt nochmals die Mappe zurecht, ww uviuywii fette Hand darnach aus. m Haftes ! Wüßte ich nicht, daß eS der berührt alle. Gegenstände, die vor ihm den speeiellen Fall einmal freundlichst Fin Urtheil !" brummt er, während Schreiber meines Großvaters ist. den ick ?:,,n dm der ?rmn gestatten wollten, ein wemg früher auf- r,: tAnrUr Nliä d:, rif ditrrffs;.n
1 . r. fw ... . 1 . . . . 1 t i rr : . f.
1' , f I ' I MUVVVV V) -mrwww i- f jii X. . 1 " I . " -w j . . V . y . . a da vor mir sehe, so würde ich ihn für Uit der Nacken 5and. und taucht dann Zuhören, so hatte ich heute einmal aus süat er binm : -Anna Bede wird
' einen Professor der Methaphysik halten, ben stiel ftifcb unb fiölhncr) in bic bun!U nStoeife flcrcbc JBesu inbcrri tncU aufgefordert, ihre sechsmonatliche GeEndlich! Ein breites Lächeln über- xuu. ner Schwester Sohn aus Hirzenhem txnnnmrnh fault miuMm ! ,
!" ausrufen! Schwer weint auf das jungfräuliche Papier einen xfi !a pteRloge öa rurommag ersuch nach rückwärts und eine üppige aroken. rundlichen Kler. fertig schreiben, wenn Sie freundlichst Rechte ibres reichen schwanen 5)aareS
Trendler die Geschnittenen nach dem Fassung bringen zu lassen. Mit philo r ir.i... . cw ! . c ..IV 'io . j ' ' .
runoi.ase ver nciennlllll, uno tegr das Messer neben die SchnupstabaksK. . t . ooe. Ll schlägt halb r.tiM.r nfct sZck nnmr hftn Papier zu. Er sucht und blättert in den unbeschriebenen Foliohesten herum, als forsche er nach einer hochwichtigen Viiw.v ivvttvv. i.m. f Stelle im EorpuS Juris. Die Wahl scheint ihm Qual zu machen. Erschließt bald das eine Auge, bald das andere,
nach Art raffinirter Kunstfreunde-, die I k u sXi . v. ii... tn . . r i . i
ein Gemälde betrachten. Dann kehrt ek ! ?ie Pcape um, als müsse lhm die end Gültige Entscheidung so besser gelingen, Er streichelt öle Bogen, wie der Kenner ein Pserd streichelt. Gott weiß, was ihn schließlich veranlaßt, eines der Hefte an die Nase zu führen und es nachdenk lich zu beschnüffeln. Nach fünf Minuten ist er mit sich und dem Papier einig Die Mappe wird schreibgerecht auöge breitet, die Bogen erhalten ein paar Daumenstriche Trendler ist Meister in der tunstgemäßen Anwendung dieses natürlichen Falzbeins So ! Es ist inzwischen empfindlich kalt ge worden. Der alte Herr beginnt zu frie ren. Trendler," sagt er unwillig. Sie haben richtig das Feuer ausgemacht. Rufen Sie die Magd !" Schön, Herr Justizrath. Friederike, ftriebcrikc !" Die Dienerin erscheint in der Thüre, und beeilt sich, die verglimmendenKohlen wieder anzusacken. Trendler schaut ihren Bemühungen andächtig zu. Was gaffen Sie da? Ich wette, Sie kommen auck beute nickt mit der verma -K. l . .. . f? L V . fT 1 CV I teornen tag zu iamjc. ajiki .agc kauen Sie jetzt schon an den paar Bo. m grn. i um eraevuna. uerr Jumzraiv, ud wollte mich nur überzeugen " .Schweigen Sie und setzen Sie sich !" Die Magd verläßt das Zimmer, Trendler saßt wieder Posto. Er holt ff . I . . I oas oncepr yervor, oas er zu copiren .A.ii fr o . t a o . ! x I diesen Punkt ins Klare Er bezeich m.a hii.iHiHXi nn.ifi i Mi., ru.... v.. u or.c. t i.c.vr x. izun Ovgrll uii in aiuc üicuiujui uus u. xriucu m...i .. s nnAkk. Jetzt könnte yerr Trenvler mit Vot. tes Hülse an's Werk der leichtsinnige Leser liches Gemüth vergi lichen Handhabung der cv.v" v . )yaoung oer eoer eine III raute und geeinigte Tinte ist! Ehe sich HeTrendler ?e. ?' T.!r. m. dellos gebraut rsorderllch v . c v. . a c cv..n:.ic r. ? :rf!.. I vuß ves yum u,nziuiy vvsiviuigel Enkel dem armen Herrn Trendler Sand, Oblaten, oder leichten Eanaster No. 5 in das Tintenfaß geworfen ? Borncht ist Tfn nirn ntffr rn rninfe IL ys. u - , feder-gleich beim ersten Einstippen rui nirt werden ? Trendler nimmt sein Rühr- und Pro. birholzchen und taucht es hinab in die v o-; .r. rr . . . cr ounne .ikse. geoi gian. ou Sand keine Spur, ebensowenig von Tabak oder Oblaten. Trendler läßt die k... 9.ur.. rr.. rr: ixt. iwucu ui iuuhiuui uui oiuu chen niedertränseln. Die Tinte ist klar. rr rr. .! V,: k. t'.tn&. uuu iswi gu vmniv. . . . Er MMMt eine seiner stischgcschmtte nen Federn, leckt sie, füllt sie und schreibt m.i. ö.:r ' ' t v.. o:l:.. erhebt sich, um die Karaffe zu holen. Mn.r.Xl! !.&4 . CTNam. Vorsichtig gießt er ein. Dann rührt er von yieucui niu oem zierncoen yoizchen und macht einen nelen Versuch aus . , 111 - m. . - i ' i r-. m m dem Lirnenbogen. Viel zu blaß!" sagte er kop schüt telnd.. Was?" fragt mein Großvater. .Ach, entschuldigen Sie, Herr Justiz rath, die Tinte ist zu blaß. Wollten Sie mir. nicht gefälligst den Schlüssel zur Tintenflasche geben?' Ich weiß nicht, was Sie an der Tinte auszusetzen haben. Der Schlüs' sel liegt drüben auf dem Büchergestell rechts." Trendler geht nach dem Büchergestell und sucht. Nach zwei Minuten : .Herr Justizrath, der Schlüffel ist nicht da !" Rechts auf dem Brett. Thun Sie die Augen aus." Abermals verstreicht Frist. eine längere Da liegt ein Schlüge!, Herr Justiz' rath, aber es will mich bedünken, als äY das nicht der Schlüssel zum Eckschrank, wo die Tintenflasche steht !" E,cl !" .Was meinen Sie, Herr Justizrath ? Heilige Kreuzschockmillionendonner wetter, lassen Sie Ihr ewiges Herr In stizrath, und beeilen Sie sich : ,Wenn Sie meinen, das wär' der Schlüssel 1 -vs i" .Es kam mir nur so vor, als ob der Kamm größer wäre. Er wird's aber (JlllllUj I V u . wohl sein, Herr Justizrath." Er wandert nach dem Easchrank, off net und nimmt Mit zögernder Bedächtig keit die Flasche heraus. Das Tintenfaß wird vollgeschüttet. die Masche wieder eingeschlossen, der Schlüssel auf's Bücherbrett gelegt. Aber mals arbeitet das Probirhölzchen. aber n n , . t . v it. fr i,nd t nickt bedacht, dak -r da Fß bis zum Rande gefüllt. Die Feder,
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er Griechisch, er anderthalb Äoll weit mit Tinte getränkt. ?A chweinemarttes, und sonst ronnr absinken läßt, verschiebt sich das Trau-
, . v . . i o? . ..-.- I" ' ' Trendler ist nicht der Mann, sich I I . w durch eine solche Kleinigkeit aus der sophischem Gleichmuth ergreist er das Sandsaß, bestreut die Lache Mit einer miiifitiLn Zck,nsckZckt und debt d,n nann Qt,r f.i nitf ,inen rausckmar,en sf mm aI 'fltin -rkakt kZ, i;.vvvm-wvm.. " -"I W Rechte daö mehrsach genannte Messer, läßt die Radirklinge herausspringen, und beginnt in sanftem Adagio zu schaben. Allgemach wird die MuSculatur TrendlerS lebhafter. Das Adagio verwandelt sich in ein sehr taktfestes Allegro. Deut
I V n t ' - " U 1 - mH M . V -ltfM . I V I . , , I
lich unterscheiden ro? die Melodie des I t . - i. m.. i.
bekannten Volksliedes : . - I an" meine Mädele, ruck, ruck, ruck grüe Seite " Mein Großvater wird aufmerksam, Prüfend hebt er das kluge, graue Auge, Eine Minute lang sieht er dem musikalischen Radirkünstler ruhig zu. Ein Lächeln fliegt über seine sonst so ernsten , Zuge. Trendler," sagt er mit fast väterlicher Milde, Sie sind ein Kindskopf ! " Der Scribent fahrt aus feinen Träu men empor. Was befehlen der Herr Justizrath ?" ,,$ch Wunsche, daß Sie Ihre Spiele vAiAn Yir 111(11 Ulii. .Aber entschuldigen Sie, ich spiele nicht, ich radire. Die Tinte fleckt so." Mein Gronvater wendet sich köpf schüttelnd zu seinen Akten. ,Es geht Nicht länger mit dem Menschen," murmelt er vor sich .hin. So leid mir der arme Teufel thut, ich muß ihm den Laufpav geben." Dieser Monoloa fliekt nicht beute zum ersten Mal über die Lippen des alten Herrn. Zehnmal war er bereits entschloffen, Herrn Trendler zu verabschie den, und zehnmal hat die wohlwollende rt .T iC l tll 0 .mS ffTJ . I vammuiymuu icuica yitpiiz ucu üijij davongetragen. !uu.!riu (Diu .irtiv uijuniu uu ouijcu gmaiicy ourcyravirt. Er lakt na, ledoaz auch durch dieses Mißgeschick nicht aus dem Gleichgewicht werfen. Freilich hat er jetzt noch anderthalb Seiten mehr zu coplren, aber das thut nichts. Trendler . -X. ? 1 k : i! JT. . T . . . I yail imz uionnuiajc sage von vierzig fli ..TV. Cuf i. ( i T ! JL . ... I k rr ntfifni initninn iit rniSHt liitftir i d mnnr! ...r.k u uu. wuyt uu uuf huu oen langen oes rau,qenoen car,cyes. .n.tt.. o-.rra-r:A.:i ' . .' ra.r..i ix. kttvUttkt lllltllU Vlllv UVUt ÜUvi UUUJI4 ge icuie yii ur.iiuyieii guui o utu, iuj glaube einen Schwarzburg-Rudolstädti-schen Prinzen. ' Trendler kann es nicht Int.- nx : s... ,7 s.t. vn! s. niv fs Cl" ,v uiv umuai.... Das Regiment ist vorbeimarschirt; die Musik hallt nur noch, wie ein ersterbendes fc$o, aus der ürne. renvler geyl wieker an sein Manusfritil. i , r alsbald durch ein frisches Glas Wasser und eme stoffrelche Prise. Weiter, weiter ! Der Kiel malt lang sam die singerlangen Buchstaben. Zwei I0 Huk 1t X ... 0s.u!M .t.Jl ocrtt mv icuuy vt öiu4 Da klopft es an die Thüre. Es ist ein Klient, ein Bauer aus dem benachbarten Hochlande Trendler springt auf, um dem Emtre tenden einen Stuhl herbeizuschleppen. Bleiben Sie nur bei Ihrer Arbeit !" .. mvvn. sagt der alte Herr, indem er den Gruß K. m. N wj vuuum Auserksamke!t au und kat n großposigen Prachtfeder. MIIV UM Ull Wfc vi 1 . - & - . . mnn.m TArMfirn ß,V n.'üt? 17 . cv v.k oui vHuuu ?f W....UM compeieni" mu einem yarien ooer wei . , i r.t... . chen T geschrieben wird. Es ist nicht recht zu erkennen im Concept." Mit T wird's geschrieben. Und jetzt stören sie mich nicht. Sie sind unaus stehlich, Trendler !" Der Scribent beugt sich über die und schreibt etwa eine Seite. Mappe
?jni.lc4fltc pIlK.?Är. flte.r Gesichter sanft fächelte und die Augendrs Tintenfaß und reibt sich heftig die lider erfrischte, und es war, als ob auch lmke Kniekehle. Der Tisch wackttt. fc,.,. s. m.
rr" rrt , ... t " t tf Em Bleistift und ein- Lineal fallen zu Boden. "Wa's ist denn nun wieder los?" fragt M CV tiiHAlU der Justizrath. . VIII Vi, lVUtli!V VV j ,0 fctH (fci nmmTf iSr! ber , ein Privatverhältniß. . . . das Bein war mir nur em Blsöen einae schlasen." K Nach einigen Minuten scheint der P w mlaier erwacyr zu iein. . .renoier r w m r c - schreibt weitem Mein Großvater ver handelt mit dem Bauer über den noch unverständlichen Rechts all und ervlicirt ihm eben, daß er vor allen Dingen die und die Beweisstücke beibringen müsse, als Trendler abermals aufspringt, und da Concept lN der Lmken, den Zeigefinget der Rechten fest auf einen lateinrI X VliAlTiifi .Vivsfit ftitr tf Tt. - yerrn crnuiingi unu mu guuuuuiueii Aeuglein fragt: Verzeihen Sie gütigst, Herr Justiz rath, wie soll das heißen ? judex 5. n 2" A iU0," ' ergänzt mein Großvater, Hundertmal haben Sie das Wort schon geschrieben ! Es schlägt halb zwölf. Der Bauer verabschiedet sich. Trendler trinkt ein weiteres Glas Wasser und beendet gluck lich die dritte Seite. Dann streicht er sich das Haar aus der Stirn, räuspert also: zufällig gestern Abend hier eingetroffen M uiuuvw u f b i noa ivv m inrinr m nrnpt iiti 1 innii i nnr eriauven. Meinetwegen ! Machen Sie, daß Sie fortkommen !" ; - Trendler zieht die Schreivarme aus, packt em, hängt den Kittel an den Na fiel und wirst sich in Rock und Paletot. Wenn Sie sonst noch was zu befehlen haben, Herr Justizrath,?, sagt er, den I . . V - i i. -..... ur m oer linien yano, oen Vioa in der rechten. . .Rein, nein, nein, lassen Sie mich nur jetzt ungeschoren. Ich bin beschäftig !' .So wünsch' ich recht guten Appetit und bedanke mich, Herr Justizrath, aus
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Wiedersehn !"
Er verschwindet mit devolem iÖütfTJ . 4 V...41. - st im: i r r
"i3 Jiuuf uiiuciiymu x;iiruicn erjeemr er von Neuem. , um Vergebung, ich hatte denSchlüs. sel steu5N lassen. Sie wiss en ta. fierr OmJ 3 -1 vv wiijn jym werben Herren Enkeln. Nichts für im gut, und somit empfehl idj mich." Vnijrh 2 tlt tann Crfi. Einfältiger Schwatzer, geh' zum Teufel!" brummt der alte Herr im Tone des höchsten Verdrusses. Trend' ler aber geht zu seiner Schwester Sohn, der ihn im Adler beim Bier erwartet. Veiloem yave ich manchen Trendler bei der Arbeit gesehen, und stets mußte ich des Schreibers meines guten Groß Vaters gedenken Und dann las ich allerlei fulminante Artikel über die sociale Frage, über das Verbrechen des Capitals uud die offenen und gcheimen Schäden der modernen Weltordnung. Meisterhaft! raunte mem Genius Der Gedanke, die Gesellschaft zu reorga nisiren, ist unsterblich, und des Schwei ßes der Edlen werth. Aber die Edlen versäumen die unerläßlichste Vorarbeit: eine statistisch.philosophische Studie über den Einfluß Trendlers auf die materielle Lage der Arbeiter. ... (IDaSm wa&aU. ! Vii.Amit xhuu d;iutüuici wui uii uuiuyuua liberalcfortfrittlidc) 9cfinntcr TOann. 'ftsfP V'.iMSs hn Xm irS Cfntaft i -cituut iyu nyu ua -cmjis um ovnervovuna anamg, oa an er ihn vor die Thüre. Stand diese Hand lungsweise mit dem Geiste des neunzehnten Jahrhunderts in Widerspruch ? Die Leute vom Fach werden antworten ! jCa MrAM4ffiii i uit YUkvwfr)uj. ifjjr schichte. - - n - , c ausgetaucht, das sich namentlich ss?ss f9mff'ir(iart itS vuiui vmsvwm sh'w Trttx ' ' , m' nfrnnAt fiat tt:.s. w Vrf X S Umnn mit Bret Harte That erinnern . . - . . r t T leine xun olnaemorsenen. aus oem voll n.k.. i,S(3;;t. ? Leben derungk . ttmaßen an d ten ameittani cken Schriftsteller. Jeden - - - fAW.r sr m.fel berab aus Isjdtt !Ä g " " 17" '1' n 7: w. .nst. pkenen, leZie Nll) oann an oie enier ischt mit dem Geruch nach Pelz werk nnd Branntwein, und nur langsam und träge bewegte sich der bleierne Ven tilator an der obersten Fensterscheibe. Die Richter sanken erschöpft in ihre Stühle zurück ; der Eine schloß die Au aen und lauschte, die Hände schlaff herunterhängen lassend, dem Geräusch der kritzelnden. Notarsseder; der Andere trommelte gähnend mit seinem Bleistift auf der grünen Tasel, wahrend der Prä r.s r.:. m.:n. 5is j, l" T VrAC,?Är;,Cs;rn herabichieoend, die Ichweiktrieienoestlrn ' .. r.. ' ... c-..x.. -iiexi. rr.i'seine iic eten sich for durch weiche sich C o CY iHfu Cauuh nuFAf rtSTsmn V,vnu. in ,veve uII" 1 . r y . . , V! , . Tirasgericuisoeryanoiung, oit vorgkia vcneil OBH uu aiiycuuyiui uu,. V am am O AftftAAM 0s AlsAA4M h4(avm! (.11. yaiie. nn cv.mAHv ntA:MHi.? I 1 11UUJ .MUIUHU IUL -UllUitlUilU I . m -.-. -. ülrlaS. m" ÖC dehnter Stimme. Ein Madchen antwortete der Die ner. .Daö Mädchen soll hereinkommen." Die Thür öffnete sich und das Mädcyen irai ein. ujcii ior orang ein in 0rVT V C (f r tnilritn-r PiifffirtitA fir-in. der die I virniiut nuwi vuimj uvii 141111 jhM hwdurch sich an's Fenster gestohlen hätte, zwischen den Eisblumen herumtanzte und sich an den Wänden und I i m mm Möbeln des Verhandlungssaales widerspiegelte. . . . Sie ist ein reizendes Geschöpfchen: eine schlanke, wohlgebaute Gestalt, an die sich das geblümte Jäckchen wie ange gössen anschmiegt; die schwarzen Augen I - r 1. v.!- C-tT . n rt i T a zucyng geen.l, o.e qoye, gerooioie oum ein wemg umwölkt ; graziös m der Er schemung, voll Re?z m den Bewegun aen. .In welcher Angelegenheit kommst Du, mem Kind r fragte ver Präsident gleichgültig. Eine so starre, strenge Beamtenseele hat für Nichts Gefühl. Das Mädchen richtet sich das schwarze Kopstuch zurecht und antwortet mit einem tiesen Seufzer: JD, ich bringe etwas Trauriges, etwas sehr Trauriges 1" Ihre Stimme ist weich und melancho lisch und dringt zum Herzen wie dieMu1 f r n , n rf . stk, welche selbst noch im Verhallen die Lust vibriren macht. Die Gesichter der gestrengen Herren sind nicht mehr so düster, das Bild des Königs und selbst dasjenige des Landesrichters darunter, scheint freundlich von der Wand herabzunicken, sie möge nur ihr großes Leid vortragen. Die Schrift, welche sie unter dem
1 r . , Brusttuch hervorzieht, wird es schönergut, Herr Justizrath, hUn . der Präsident streckt die große.
Fs MSdcken nickt tmim mt hm I w.- v I . Roj)f' no wahrend sie Ihn tief her i " " r k . r t ' . tnm ihr a-fnst in l?Nck Untrt. Nksser so, daß das Gesicht bedeckt wird, denn I M V I WWVT "W nun ist es nicht mehr lmenwein wie sru her, sondern purpurrolh vor Scham. Bor einer Woche haben wir die Schrift bekommen," stammelt sie gebrochen. Der Herr Dorfrichter selbst hat sie uns gebracht und erklärt: dann II w . ' . . . rt . sprach meine me Mutter zu mir: pey, mem Kmd. Gesetz ist Gesetz, damit ist Nicht zu spaßen. Und so bm ich denn gcrommen, um oas yaive ayr aozuou ßen. Der Präsident wischt die Brille wie.
l derbolt ab, sein Blick sucht die "nt 1 f. : . rr . rr i r . . r .
einer Colleaen und heftet sich dann u wechselnd auf das Fenster, den Fußbo bcrs .und den großen eisernen Ofen, durck: dessen .löchriges Thürchen funkensprü hende Fe.'craugen die Blicke starr zurück werfen, un er brummt unwillkürlich : das Gesetz.' das Gesetz l" Sodann liest er nzlede5 und abermals den ausfordernden Gerichtsbescheid, die geschnäbelten Krähenfüße auf dem weißen Blatt; aber du steht es konsequent geschrieben, daß Anna Bede wegen Verbrechcns der Diebshehlerei zu sechsmo natlicher Gefangenschaft vcrurthellt wurde. ' Der bleierne Ventilator begann mit rasender Schnelligkeit zu kreisen. Gewiß hat sich draußen ein Sturm erhoben und er rüttelt nun auch schon an den Fen sierladen und pfeist, als ob er das umgehende Gespenst eines Verstorbenen sei, einges Grauen erregend, durch die Spalten hinein : .Das Gesetz! das setz!Der gestrenge Kopf nickte zustimmend bei diesen Geisterklängen und die große fleischige Hand klingelte dem Gerichtsdiener : .Begleiten Sie Anna Bede zum rfTl r r. . v eiangnikinipellor. Der Gmchtsdiener übernimmt die Schrift, daö Mädchen wendet sich stumm ab, aber ihr kleiner Mund zuckt krampf hast, als ob er Worte suchen mochte. yajl Wu vielleicht noch etwas zu sa gen r Nlchts... Richt, als daö, daß ich die Elsbeth bin, die Elsbeth Bede, denn belieben u wissen, meine ältere Schwester, das ist die Anna. Vor acht Tagen haben wir sie begraben, die Anna." Run, dann bist Du ja gar nicht ver urtheilt." O, mein süßer Gott ! Warum sollte man mich denn verurtheilen ? Ich kann ja keiner Fliege wehthun." Aber, Narrchen, was hast Du dann hier zu suchen? Ich bitte, das war so: Während ihre Sache bei der königlichenTafel war, ist sie gestorben. Als sie schon in der Blumenkammer ausgestreckt lag, kam dieser Beseht wegen des halben Jahres, daß sie es doch absitzen müsse. O, wie hat sie auf das Urtheil gewartet ! Wie gut, daß sie es nicht erlebte ! Richt das hatte sie erwartet " Die Thränen fließen bei der Erinne rung und kaum vermag sie fortzufahren: .Wie sie so dalag, unbeweglich, mit geschlossenen Aagen, für ewig verstummt und taub, haben ich und meine Mutter ihr versprochen. Alles wieder gut zu machen, was sie wegen ihres Geliebten verbrachen hat. Denn sie hat den Kartony Gabar, wegen dessen sie eine Verbrecherin wurde, sehr geliebt. Wir haben also g:meint " .Was denn, mein Kind?" .Daß sie ihre völlige Ruhe in der Grabeserde bekommen müsse. E? solle ihr Niemand nachsagen, daß sie ihm etwas schuldig geblieben sei. Meir.e Mut ter zahlt den Schaden, ich aber werde statt ihrer das halbe Jahr absitzen." Die Richter sahen einander läch'.lnd an. Dieses naive, einfaltsvolle Mädchen!" Es scheint, als ob selbst des Präsidenten Gesicht nun nicht mehr so kalt und ceremoniös wäre. Mit seinem gelben Tuche wischt er sich auch weniger die Stirn ab, als vielmehr etwas tiefer darunter. .Gut, mein Mädchen, es sei," sagte er leise und sanft, .aber halt, da fällt mir erst ein " Er drückte die flache Hand an die Stirn und thut, als ob er tief über etwas nachdenken müsse. .Ja, ja, in der Sache ist ein riesiger Irrthum. Wir haben auch emen unrlchNigen Bescheid geschickt. . . ." I Cr . U!)ÄXIt la1. . Daß Mädchen erhebt ihre großen träumerischen Augen lebhaft zu dem Greise und unterbrihtihn hastig : St hen Sie! Sehen Sie !" In ihrer Stimme liegt em so schmerz licher Vorwurf, daß der greise Vor sitzende abermals zu dem Tuche greift. Der gestrenge Herr ist völlig erweicht. Er geht aus das Madchen zu und strei chelt ganz gelind ihr Rabenhaar. Dort hoch oben ist die Wahrheit in ganz anderer Weise kund geworden. Geh' nach Hause, mein Kind, grüße Deine Mutter und sage ihr, daß Deine ältere Schwester Anna schuldlos war." Wir haben es gleich gedacht !" lispelte sie und drückte die kleine Hand scst auf das Herz. Unerwarteter Aufs5,luß. Pfarrer : Aber, Buben, fchämt Jyr Euch denn nicht, auf offener Straße zu raufen? Nach Eurer Aehnlichkeit scheint Ihr gar Brüder zu sein ! Was würden Eure lieben Eltern sagen, wenn sie Euch so sehen würden ?" Buben : rnjeh, die raufen erst recht miteinander ! Aus dem Vortrag eines gali. zisch-jüdischenLehrers. Austern, nicht der bekannte jüdi sche Feiertag, sondern ein Meerunge Heuer. Gelöstes Räthsel. Warum weinst Du denn, Peterl?" Mein lebzeltenen Reiter kann ich nicht sindcn!" Ja, wo hast Du ihn denn hingethan? besinn' Dich doch !" Ge ge s se n hab' ich ihn !" Viel verlangt. Ach Gott, es ist so schwer, eine Aus wähl zu treffen, wenn man die vielen neuen Lieder nicht kennt. Vielleicht sind Sie so gefällig, uns die allerschönsten gleich vorzusingen." Unwiderruflich. Stadtarzt (zu einer Bauersfrau) : Was,JhrMann,den'ich schon längst auf gegeben habe, lebt noch ? Bäuerin : Gott sei Dank, ja. Dem Bader seine Salb' hat geholfen. Stadtarzt (mit Stolz) : Einerlei, medizinisch" erklar' ich ihn doch für todt. Offen und ehrlich. Doktor: Run, ich komme gleich; es fehlt doch aber der Frau Baronin nichts Ernstliches ? Diener : Nee! Wenn's Ernst ist, da darf ich net zu Jyne. V
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Lust und Leid eines ffinanzMinisters. bekannter Vol!Smlf, ,u sinken.) Mein Nks, nun erfreue dich deines Budgets llnh hn'if x F 3ertoendiinn5nMk "W 1 I I 4 I I . " " -w ww-w .... I w I - HM V m vierhundert Millionen ka'UÄ brauche ich . . heut Zu Distributionen an rfLnlti Lcut,. Vierhundert? Und wenn ich bit habe im ftaus. Dann geb' auf den Pfennig ich wieder sie aus. Richts will ich verschwenden ; nein. Allen zum 5cil Will ich sie verwenden 's.krieut jeder sem Theil. Für Bürger und Bauer vcrwend' ich.daS Geld ' Ich weiß ja, wie sauer das 'Steuern oft fällt. Und jeder Beamte wird rcicklick bedackt. Sowie die gesammte schutzmännliche Macht. Versorgt wird vom Staate der Richter im Stubl. Der Psaff' im Ornate, der Meister der Schul'. Für Unsall und Alter Versich'rungen fest. Die will als Verwalter ich schaffen aus'S best'. Für Wittwen und Waisen Pensionen rv , gar groß Zu Trank und zu Speisen. Das ist doch samos ! Ja, Segen nur spende für Juna und für Alt Da Gold meiner Hände ! Nur haben muß man's halt. Und weil man'ö muß haben, so rief ich und bat. Mit Geld mich zu laben, den Volswirth schastsrath : Du Volksrath, nun schaffe mir Kies' in den Sack Und schüttle und raffe mir Gold vom Tabak! Jetz hör' ich verdrossen von schrecklicher That Was hast du beschloffen, o Volkswirth schastsrath ? Verworfen ohn' Schonen ist mein Mo nopol! Vierhundert Millionen ade, fahret wohl! O Fluch Dir, du volkswirthschastlich' Geschwätz ! Fahr' hin auch, du neues Verwendungs gesetz ! (Kladd.) Wenn mit den ersten lauen Früh lingstagen der Kiebitz seine Eier zu legen ansängt, dann machen die Getreuen in Jever" in Knittelversen. Hier eine Probe Kreturen gift et wunnerbar, Dat schall Dörchlaucht woll wäten ; Man sücks as hier, dat i5 p klar, De hebt noch narns ich sättn. Wo heet nu woll dat Wunnerdeert, Wat ganz is ahn Siensglieken ? De .Treu'n in Jever" holt et wert, Plägd darnach uttokieken. Doch wat dat Sonnerbarste' is, Un mi am meisten wunnert : To'r Harssttied legt et fortschrittlich Jn'n Fröhjahr .een un hunnert". In Illinois nimmt de Anbau von Sorghum immer größe Dimennonen an. Unter 102 Counn wurde diese Pflanze in dem letzten Iah in 100 CountieS gebaut. Im Ganze wurden 9,111 Acres mit Sorghum b Li7n ftitirnj kniuf . iy uiujiu,iitu wuiuin . Gallonen Melasse von einem Acre e zielt. DasFolgende ist e i n Ve zeichniß der Banken, welche die Ban der Gebrüder James beraubt b und der dabei von ihnen erbeutet Summen : Folumbus, Ky $ 15,0 Elizabethtown 20,0 vunimgton, W. V 19,0 Liberty, Mo 12,0 iorydon. Ja 9, öt. Genevieve, Mo 17,0 Corinth, Miss 9.0 Juwelenraub in Corinth 5,0 GodZ Hill 20,0 Muncie, Jll 20,0 Big Spring, Gold . C0,0 $200,0 Das schließt Eisenbahn.,Postkutschc und andere Räubereien nicht ein, vi welchen eine auch nur annähern Schätzung noch nicht vorliegt. D Gouverneur Crittenden von Miffo wird es yoNenUlcy ergehen, wie angc lich Allen, die älschlich todt gesagt w den, er wird recht lange leben. Nebe bei bemerkt, ist im westlichen Kansas Grundeigenthum seit dem Tode James um Millionen gestiegen. . Geheimmittel. Soldat : Herr Apotheker, haben . xi i fr..-: !n.r ? 4 NIC0I a ipcqeiniimuci x Apotheker: Gewiß; aber wollen mir nicht sagen, zu was Sie daff gebrauchen? Soldat: Nee hä, hä d wissen Sie's ja ooch ! Mitgefühl. Dame (im zoologischen Garten ;u ren Töchtern): Diesem aren s,anten ist es wabrickeinlick n,, YJ " ' r l ' v ij an der Wiege gesungen worden, das einst aenötkiat lein würde, mit O.J - - -' i ö ' w riu m. v ? r . r" & . . k stuaen tein lagnazes roo zu verdien In Gedanken. Hausirer : Kaufen Sie mir Ho! träger ab billig, ganz üillig ! Mior : yoienirager. Hosenträger trage meine Hosen selber."
