Indiana Tribüne, Volume 4, Number 202, Indianapolis, Marion County, 16 April 1882 — Page 6

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VQje Erionchung von itist und Nuvmch uns fern liegenden Erschemun 7 menschlicher GMung uno Bl lvung nothwendig ihre wechselnden PH asen. &9 gtsW noch allgtmm als gültig nfftflS: wurde. Sät beute icin An. r"-- r r , Ytrann. und was beute an hfin 0 --r ? " stelle tritt, ist vielleicht morgen wieder I . - rtv . galtet, öo gmg es nns Europäern hamniliA mit Indien, dem Sande mar. stenhaster Reize, in dessen glühender Hropnionnc im luujugcr Flamin im ftttx arischen VSlkerfamilie seineSpann krZfr verlor.uno oanm gelangte, m der Vollkommenen Ruhe, in der Entäußerung von jeder Einwirung auf das Leben lein höchstes Ideal zu finden. Noch vor vierzig Iahren hiel Europa die, ihm be kannten Aeußerungen der indischen Kul lur für gleichzeitig neben einander besteh ende und so z. B. die sog. Trimurti der Götter BrahuZa, Wischnu und Siva sür einen Gegenstand ununterbrochener Ver ehrung des indischen Volkes vom Er scheinen der ersten Strahlen derMorgen röthe seiner Kultur an. Vor zwanzig Jahren war an die Stelle dieser als im richtig erkannten Anficht eine andere ge treten : man unterschied mehrere Perio den der Entwickelung des indischen Füh lens, Glaubens und Wissens : die indri sche Periode mit lauter Naturgöttern, an ihrer Spitze Jndra, Baruna und Agni, die brahmanijche mit dem Gedankengotte Brahma und seinen NebengestaltenWischnu und Siwa, die an seiner Stelle die Gebete und O pser der Gläubigen entge gennahmen, die buddhistische, welche mit den alten Gottersypemen ausräumte und nach dem Nirvana strebte, und die wieder hergestellte bramanische nach angeblicher .Vertreibung des Buddhismus. Jet anerkennt zwar die Wissenschaft noch im Allgemeinen die Auseinandersolge dieser Phasen ; aber fie lösen einander nicht cb, sondern gehen theils neben einander her, theils verschwimmen fie in einander. Brahmanen gab es schon in der ältesten Zeit der Vcdas ; nur bildeten fie noch keine Kaste, was fie nur allmälig wurden, als der Schwerpunkt der indischen Kul tur mittels langwieriger Kämpfe aus dem Indus- in das Ganges-Gebiet vorrückte. Mit den Brahmanen tthob fich als Pro dukt ihrer philosophischen Reflexion ihr Gott Brahma, das All-Eine,und die fich in sein Wesen vertiefen wollten, wurden Einsiedler. Bettelmonche und Erleuchtete (indisch : Samana, Bhikschu und Buddhas), deren Unzählige austraten. Emer von diesen wurde durch seine größere Ersolge der. Stifter des Buddhis. mus, aber durchaus im Schooße des Brahmanismus, den er sei neswegs aufzuheben dachte. Dem ' Bestreden aber, Buddhas Erleuchtete zu werden, kamen die Brahmanen mit KonZessionen entgegen und machten so dem Bestehen einer besonderen buddhistischen Sekte langsam und friedlich ein Ende, d. h. da, wo sie Einfluß hatten, in Vorderindien, während im Auslande, wohin der Buddhismus durch Missionen gedrungen war, in Hinterindien, Tibet, China, Japan u. s. tt. sein System fich erhielt nnd sich mannigfach weiter entwickelte. Ueberhaupt ist die heutige Forschung geneigt, die schroffen Uebergänge, aus denen nach frühererAuffassung dieGeschich. le meist bestand, auszuebnen und nachzuweisen, daß das durch jene Uebergänge angeblich neuEingeführte zumTheil schon vorher bestand und das durch dieselben angeblich Abgeschaffte zum Theil auch nachher vorhanden war. Ganz diesem vollständig berechtigten und durch die thatsächlichen Vorgänge in der Natur und imMenschenleben bestätigtenStreben entspricht z. B. auch die neuliche Beseitigung der srüher angestaunten prächtigen f ichablonen eines Stein-Bronze- und isenzeitälterS und der bestehenden An nähme von Kulturstufen des Jäger und Jifcherlebens, des Nomadenthums und des Ackerbaues. . Für die frühere Forschung warBuddha derVerkündiger eines völlig neuen Gedankensystems, der im . Namen der Armen und Bedrückten gegen ' das dieselben zurücksetzende Kastensystem auftrat und die Oberherrschast derBrahlnanen zu stürzen suchte, indem er die Gleichheit der Rechte allerMenschen der Mündete und dem Geringsten denselben Weg zum Heile wies, wie dem fich dazu allein sür berufen haltenden stolzenGliede des Priesteradels. Diese herrliche Gestalt eines Helden des Geistes wurde von derNachwelt, der fie in solchemLichte erschien,vergöt'ittt und zum Mittelpunkte eines KreiseS tn Hinsagen und heiligen Legendes tz.z?;t, ; aus dem es schvimg YNde, ' einen geschichtlichen Kern heraußzuschalen.v. Durch , diesen Mythenkranz erhielt derjenige von vielen Buddhas, der die nisten Jünger ge wann, vorzugsweise den Namen JBudd ha", als ob es sein persönlicher gewesen wäre. Er sieht, der Wirklichkeit entge gen, nach den Mythen als einzigerBuddha seiner Zeit da, und zwar . als eine ' Wiedergeburt früherer, vor Jahrtausenden dagewesener Buddhas, der in ferner Zukunft weitere Wiedergeburten folgen sollten. Nach diesem. Mythenkranze wird Buddha (dessen wirklicher Name Siddharta war) alZ Sohn eines Königs am Fuße des Himalaya geboren (dieZeit ist sehr verschieden angegeben worden; die neueste Forschung jetzt' sein Leben zwischen 560 und 480 v. Chr, und zeigt ihn mitbin als Zeitgenossen des Dvtbagoras, des Ejra, desKonsutse und wahrfcheinlich auch desZoroaster). Er lernte so eifrio. dafc er bald mehr wukte als seine Lehrer und überließ sich, statt zu . & f 4 m spielen, im Walvesscyallen uezen edanken. Nur ausDränaen seinesVaters entschloß er sich u einer Heirath, blieb ahtr der tiesNnniae Grübler, der er de. its war und aelanate nicht nur n dem Ergebniß, daßNichts ausErden beständig, sondern selbst daß Nichts wirklich wäre und alles Erickeinende dem bervorsvrin oenden und wieder verlöschenden Funken oder dem rasch verklingenden Tone der Leier gleiche. Wie Legenve erzahlt nun r v . a z e.: . r. n . ein reignin, oas qui itiuc iim w benZfübruna den mächtigsten Einfluß auOcübt babe. aber au symmetrisch nach " Art der stets dreiaetheilten Märchen ist. um Thatsache sein zu können. Als er, so wird erzählt, einst durch das östliche Tbor seines Palastes fuhr, erblickte er einen hinfälligen zitternden Grs. Er

hatte nie einen solchen gesehen und fragte seinen Wagenlenker, was das dies wäre. Die Antwort war : so werden alle Menschen, die doch ein hohes Alter er reichen.- Erschüttert von der Thorheit der Menschen, aus ihre Vorzüge stolz zu sein, die doch ein solches Ende nehmen, kehrte der Prinz.um. Ein anderes Mal fuhr er zum südlichen Thore hinaus und

sah einen deiisslenen Kranken am Wege liegen. Aus entsprechende Frage und Auskunst wandte er den Wagen aber malS, zu sehr ergriffen, um seine Fahrt fortzusejen. Zum dritten Male durch das wefllicheThor sahrtnd, begegegnete er einem Todten in seinemSarge, umgeben von den jammerndenVerwandten. Noch mehr erschüttert als srsiher, ließ er aber mals umlenken. Endlich sah er vor dem nördlichen Thore einen nachsinnenden Bettler im Mönchsgewande und erfuhr von demStreben der Leute dieses Berufs, Weisheit ohne Leidenschaft zu erringen. Heimgekehrt, entschloß er sich. Einer von ihnen zu werden, verließ heimlich sein Schloß, seine Familie und seine Schätze und begann seine Lern- und Lehrthätig keit, die zunächst wenig oder fast nichts mehr Unwahrscheinliches und MärchenHaftes hat. Welche Gestalt erhält nun aber dieJugendgefchichte Buddha's oder vielmehr des Stifter der buddhistischen Religion, wenn wir von ihr alles später hinzuGedichtete und Mythische abstreifen und inErmangelung einer zeitgenössischen oder bald nach seinem Tode geschriebe nen Lcbensgeschichte uns hinsichtlich seiner Lebensumstände ganz an die ältesten Schriften der Buddhisten halten, die auf der Insel Ceylon in der Pali-Sprache vorhanden sind, statt wie man bis dahin gethan, an die weit jüngeren, in Tibet undChina nach demSansskrit bearbeiteten Schriften? Oldenberg antwortet uns hierauf in seinem neuen Werke über Buddha, das auf dem Grunde jener ältesten Quellen ruht, daß de? berühmt gewordene Buddha sich ursprünglich von anderen herumgehenden Bettelmönchen nicht unterschieden, daß ihn wohl nurdas Beispiel Anderer zu jener Lebensweise bewogen, daß er zwar von adeliger Familie, aber kein KönigSsohn gewisen,daß überhaupt sein Ausreten nicht epochemachend war, sondern dies erst in der Folge durch 4)ie große Zahl seiner Anhänger wurde, daß in seiner enzcren hkimath die Herrschast derBrahmanen und derVedas noch wenig eingedrungen war, daß wie in allen indischen Bettelordcn schon ällerer Zeit, so auch in dem seinigen, der Kastenunterschied von selbst wegfiel, die Buddhisten aber außerhalb ihres Ordens nicht daran dachten, die Kasten aufzuheben, sendern dieWürde einesBuddha sogar an die zwei obersten Kasten derPriester und Fürsten knüpften. Wahrheit und Dichtung find ver mischt in einer Episode aus Buddha's r i t r r r c evrt r even, welcye in aun.auenoer Mije an den Stifter des Christenthums erinnert. Wie dieser weilte er, nachdem in ihm die Erleuchtung, d. h. das Bewuntiein der Erlösung vom Leiden Platz gegriffen, wenn auch nicht in der Wüste, die es im gesegneten Indien Nicht gibt, doch m der Wildniß unter einem heiligen Baume. Unter diesem ließ er sieben Tage lang die Verkettungen von Ursachen und Wirkungen an seinem Geiste vorübergehen und kam zu dem den Buddhismus vor Allem kennzelchnendenSchlusse: aus dem Nichtwissen entstehen die verschiedenen Gestaltung? der irdischen Dinge, aus diesen das Bcuußtsein, weiter die Begierde, das Haften am Leben. Geburt, Alter, Tod, Schmerz, Leid und Verzveiflung; werde nun das Nichtwissen aufgehoben, so werden auch alle folgen den Glieder der Kette ud somit auch alles Leid und Uebel überwunden. Nachdem er so mit seinem Ziele einig geworden, soll Mara, der indische Geist des Bösen, i$n zu versuchen unternommen haben, inder er ihn überreden wollte, jetzt schon als Vollendeter in das Nir vana einzugehen. Da? Nirvana der Buddhisten wurde ehcdem fälschlich für das Nichts gehalten; es ist n'lch den gründlichsten Aufschlüssln vi?lm:hr beinahe genau, was die Christe': die Selig kett nennen. Hatte Buddha sich verblenden lassen, als Erleuchteter jetzt schon des Nirvana würdig zu sein, so wäre seine erlösende Lehre auf Erden nicht verkündet worden, und der Zweck des Bösen wäre erreicht worden. Buddha sprach daher zu Mara, d. h. zu der inneren Stimme noch nicht überwundener WeltUchkett, er werde nicht m das Nrrvana eingehen, bis er sich Mönche und Nonnen zu Jüngern und Jüngerinnen gewonnen habe, diesem Wort hören und verbreiten über alle Welt und unter allen Menschen. Diese Versuchung?geschichte ist übrigens eine spätere Einschaltung in die ältere Erzählung, nach welcher Buddha n?ch weitere dreimal sieben Tage in der Nähe jenes Baumes der Erkenntniß- blieb. In dieser Zeit suchte zuerst ern Brahmane ;hm, dem Nichtbrahmanen,da5 Recht zu geistlichem Leben abzusprechen, worauf ihm dieAntwort ward : der sn em wahrer Bray manede? sich selbst bezwungen habe. Dann suchten ihn Unwetter, Sturm und Finsternis heim; aber ein .Schlangenkönlg" umwand ,hn siebenfach und schützte ihn, bis der Himmel wieder hell wurde, vorauf er ihn losließ und in Gestalt einesJünglings vor ihm niedersiel und ihn anbetete. Von da an erscheint Buddha wieder m der Welt und sammelt vom ersten Augenblick an Schuler um sich, die sich reißend vermehren. Die Schüler Buddha's sind Mönche, dleSchulennnen, die erst später und nur mitWiederstreben seinerseits zugelassen wurden, Nonnen. rst Mit derZeit treten weltlicheAnhangerinnen hervor, welche die Ordensgelübde nicht ablegen, aber den Mönchen und Nonnen Kleidung, Wohnung und Nahrung bieten. Buddha's Kirche entstand aus dem Klosterwesen, während im Christentbum das Klosterwesen sich erst spät neben der Kirche entwickelte und in sie eindrana. Da das christliche Mönchthum in Egypten seine Heimath hat, ist es nicht unwahrscheinlich, daß vonJndien her der Anstoß zn seinem Urspung kam. wie auch sonst die katholische Kirche auffallend viel mit demBuddhismus gemein hat : Glocken, Weihrauh, Weihwasser, Rosenkränze u. s. w. . Das Hauptspiel des Buddhismus ist die Aufhebung des Leidens, und es ist die fchöneSkite des echten altenBuddhis

muS, daß der hauptsächliche Weg zu je nem Ziele in einem sittlichen Leben besteht, wenn auch dieser Weg für die Freunde der Freiheit etwas Abstoßendes dadurch erhält, daß erst das Leben des Mönches als daß wahre heiligeLeben be trachtet und alles weltliche Leben unvoll-

kommen und unbefriedigend gena wird. Nur durch Ablösung von d' ttiZ Welt wird daS wahre Ziel erreicht. DaS Sittliche ist bloß Mittel zum Zr der Erlösung. Die buddhistifchwidjtcit hat sün? Gebot! : 1) kein lindes Wesin iöbten, 2) sich nicht a-A fremdem Ei gentbum zu vergreifen, 5) nicht die Gattin emeö Andern zu rühren (für Mönche und Nonnen cjitr: vollkommen keusch zu leben 4) 7lcht die Unwahrheit zu reden und 5)keine berauschendenGetränke genießen.. Wie der Stister des Christenthums, so liebte eS auch der des Buddhismus, seine sittlichen Lehren durch Erzählungen zu erläutern. Die folgende ist eine besonders sprechende und hatte ihre Veranlas sung in einem unter den Jüngern Bud dhas ausgebrochenen Streite. Ein Kö nig NamensLeidelang wurde von seinem feindlichen Nachbar Brahmadatta ver--trieben und in seiner Zurückgezogenheit wurde er Vater eines Sohnes, den er Lebelang nannte. Einst aber wurde er erkannt und auf Befehl des Usurpators seines Reiches sammt seiner Gattin hingerichtet, Vor seinemTode sagte er noch zu seinem Sohne : .Sieh nicht zu weit und nicht zu nah ; denn nicht durchFeindschast kommt Feindschaft zur Ruhe, sondern nur durch Nichtseindschaft." Nach dem dann Lebelang die Wachter - des Richtplatzes trunken gemacht und dieLeichen seiner Eltern verbrannt und geehrt hatte, wurde er Diener in den Elephantenställen des Königs. Einst begleitete er diesen auf die Jagd und richtete es so .ein, daß er mit ihm allein war, bis der ermüdete König in seinem Schooße ein schlief. Nun dachte er übcrdie Unthaten BrahmadattaZ nach und zog seinSchwert, ihn zu tödten. Aber zuvor kam ihm der Gedanke an die letzten Worte seines Vaters Leidelang,und er steckte seinSchwert wieder in die Scheide. Und so ging es dreimal. Endlich erwachte der König, und nun faßte Lebelang dessen Haupt mit der Linken und das Schwert mit der Rechten und warf ihm seine Unthat? vor. Brahmandatta aber fiel ihm zu Füßen und bat um sein Leben. Lebelang antwortete : Nicht ich muß Dir, sondernDu mußt mir dasLeben sch:nke.t." Da schenkten sie einander gegenseitig ihr Leben und wurden Freunde. Brahmadatta aber fragte Lebelang : Was denn sein Vater' vor dem Tode mit seinem Spruche gemeint habe ? Und Lebelang antwortete : Sieh nicht zu weit-, heißt : Laß die Feindschaft nicht lange währen. Sieh nicht zu nah" bedeutet : Entzweie dich nicht voreilig mit deinen Freunden ! Endlich nicht durch Feindschaft kommt Feindschaft zur Ruhe, sondern durch Nichtfeindschaft", will sagen : Du, König, hast meinen Vater und meine Mutter getödtet ; wollte ich. dir ebenfalls das Leben nehmen, so würden deine Leute es mir nehmen und meine Freunde wie der Jenen, und so würde die Feindschaft niemals zur Ruhe kommen. Jetzt aber habe ich dir und du mir das Leben geschenkt, und so ni durch Ntchtselndschast die Feindschaft zur Ruhe gekommen ! Und Brahmadatta gab. dem Lebelang Alles zurück,was er seinemVater genom men und seine Tochter obendrein. Wir brauchen nicht zu fragen, wo derEuropäer wäre, der wie Lebelang und wo der, der wie Brahmaddatta gehandelt hatte. Eme andere buddhistische Parabel ist die von dem schönen Prinzen Kunala, dem Sohne des KönigsAsoka (200 Iahre nach Buddha's Tod). In denselben verliebte sich eine der Frauen seines Vaters ; als er sich aber nicht verführen ließ, entwendete sie des Königs Siegel und mißbrauchte es zu dem Befehl, demPrrnzen die Augen aufzureißen. Kunala unterzog sich der grausamen Vollstreckung des gefälschten Besehls mit philosophischer Ruhe und sprach, als das ersteAu ge ausgerissen war, über dieThorhett der Menschen, die an dreserFleischkugel hanqen, und als er auch das zweite verloren. rühmte er sich, nun habe er die Auaen der Weisheit . erworben.' Der schandlichen Königin aber wünsche er allesGluck. Er zog nun als Bettler umher und kam vor den Palast des Vaters, wo er zur Laute sang. Als derKönig, der ihn zuerst nicht erkannte, die Unthat erfuhr, wollte er die schuldige Frau hinrichten lassen. Aber Kunala bat sür sie und ; hatte auf einmal sem Augen wieder wie vorher! So wurde die Liebe zu den Feinden em halbes Jahrhundert vor der Geburt des Christenthums wett ymten in Asien gelehrt ! Denn wenn auch Kunala'SGeschichte nicht in so früberZeit spielt. so ,st sie doch alter als daS ChrPenthum und entspricht völlig weit ältere. Legenden, die gleich denjenigen von Leidelang und Lebelang die Verzeihung an . die m ir - & 1 tzsleue ver naqe iexen. . Buddha starb wie er über ein halbes Jahrhundert (seit etwa seinem dreißigsten Jahre gelebt, lehrend im Geiste der Liebe und der Erlösung. .Vergänglich ist Alles, was da geworden ist. Nmget ohne unterlaß. Was waren inc legten Worte, die erzu seinenIüngern unter einem Baume sprach, und dann ging er in daSNirvana ein, worauf ihn dieEdelleute des Ortes, wo er starb, mit den Ehren eines Edelmanns verbrannten. Die Nachwelt hat ihn unter die Götter versetzt nnd drückt die Bestrebungen zur Erlösung der Menschheit von ihren Leiden durch WiedergeburtenBuddha's aus, welche die Marksteine in den ungeheuren Weltperioden bezeichnen, durch die der Buddhismus seine Ueberzeugung von der Unendlichkeit und Ewigkeit derWelt versinnbildlicht. O. Henne -am Rhyn. m Ein Wink. Sie beschamen mich, mein Fräulein ! Ich war so vergeßlich, Ihnen zum Weihnachtssest Nichts zu bescheeren und Sie überraschen mich mit diesem niedlichen Kalender." Nun, um Ihrem schwachen Gedächtnisie zu Hülse zu kommen, habe ich meinen Namenstag roth angestrichen." Aus der Schule. Lehrer: Warum dürfen die Krebse nicht Vorbilder sür die Schüler sein V Schüler (energisch) : Weil sie kneipen !"

Oirnta&fctin englischer Schriftsteller.

DeZürzl'lch verstorbene William HarrisoAinSworth, ein . lieber, genr Msch und bekannter und beliebter Schriftsteller, von dem Sr in seiner schneidenden Weise und ÄltUnrecht sagt, daß er die Räuberrmantik zu seiner Domäne gemackt habe, so ziemlich im Geschmacke unseres VulpiuS Rinaldo Rinaldinischen Andenkens,nur mit etwaS mehr Gräuelhastigkeit-, schreibt in einem Brief on einen Freund und früheren Lehrer : Sie fragen mich, wie viel ich wohl jährlich und durchschnittlich durch meine literarischen Arbeiten verdiene,und so will ich denn den positiven Gewinn des letzten Jahres (der Brief ist vom 7. April 1842) hier zusammenstellen und hinzufügen, daß durch ähnliche Arbeiten ich jährlich denselben Betrag , erzielen kann. Also St. Paulskirche (Qld Samt Paul's) 1000 Pfund, Redaktion von Bentley'ö Miscellany 612 Pfd.. Guy FawkeS 150 Pfd., Tower von London 3(l0Pkd., zusammen 2062 Pfd. Sterl. Damals war Ainsworth noch ein junger Mann, später machte- er jährlich vurch schnittlich 3000 Pfd., was jedoch wieder in den letzten Jahren seines Lebens ab nahm. Die glänzendsten Honorare, welche indessen jemals aus Erden bezahlt wurden, bezieht Alfred. Tennyson. Bei den bettelhasten literarischen Zuständen in Deutschland muß eö unseren Dichtern geradezu ungchcuertich, märchenhast und unglaublich vorkommen, wenn sie die Thatsache erfahren, daß Tennyson mitunter für jede Verszeile seine? Dichtun gen 10 Pjd. erhielt. Sogar für das ganz schwache Gedicht .Seadr?ams", 313 Verszci'.en 3130 Pfd. Ich muß noch hinzufügen, daßEnoch Arden- dem Dichter 10,000 Pfund eingebracht hat. Auch ungeheuerlich, märchenhaft und unglaublich" ist die Summe, welche Bulwer Lytton für die letzte Gesammt ausgäbe seiner Werke erhielt: 70,000 Pfd., und von bei uns bekannten Dich tungswerken erhielt Byron für den 4. Canto von .Chiide Harold" (186Verfc von je 8 Zeilen) 2100 Pfd., und Thomas Moore für LallaRookh" 3000Pfd. Sir Walter Scott konnte nach einem Bankerott, wobei er mit 117,000 Psd. betheiligt war, mit guter Aussicht auf Erfolg sich daran machen, diese riesige Schuld herunterzuschreiben, und hatte wirklich nach vierJahren schön die Summe von 70,000 Pfd. verdient. Die lederne Minna. Im vorigen Jahrhundert hatten die Schauspielergesellschaften in deilUnive sitätsstädten einen harten Stand. Du Ungebundenheit und Rohheit der bur schikosen Studentensitten veranlaßten jeden Augenblick Thcaterscandale der ärgsten Art. Besonder? war Halle in dieser Beziehung berüchtigt. Die Theaterprinzipale Ackerman- und Döbbelin hatten manchen harten Strauß mit den Burschen" zu bestehen, die durchaus in's Theater ihre Pudel mitnehmen und auch dort ihre langen Pfeifen rauchen wollten, abgesehen von noch anderen Unzuträglichkeiten. So geschah es denn, daß während längererZeit in den achtziger Jahren gar keine Schauspielergejellschaft mehr nach Halle kam, eben weil dort mehr Aerger, als Geld und Ruhm zu holen war. Die Hallenser Burschen wollten aber doch ein Theater haben,und so etablirten sie denn auf ei gene Kosten einen Musentempel in dem der Stadt nahegelegenen Passendorf. Es war eine große hölzerneBude, ein früherer Reitstall. Die Studenten patroni sirten nun eine umherziehende Komödiantenbande, sür welche sie eine anfländige Garderobe und. die übrigen Erfor dernisse anschafften. Dasür wurden ihnen denn auch als Mäcenaten des Kunsttempels außerordentliche Privile gien eingeräumt. Der Hcllnser Bursche durste im Schlasrock iw Theater sitzen, mit der qualmenden Pseife im Munde, den Pudel oder Bullenbeißer neben sich. Außerdem hatten diese Gönner der tZcattalischen Kunst einen ganz b-son dcrs unsinnigen Gebrauch eingeführt. Wenn nämlich dem agirenden Schu spieler auf der Bühne von irgend einem Studenten aus dem Zuschauerraum ein Wort in der Burschensprache zugerufen wurde, so mußte er es unweigerlich in seiner Rede mit ausnehmen, und je wi sinniger es war, desto anSgelassener war der Jubel, in welchen dann die vielen Hunde mit einstimmten, die ohnedies oft durch jämmerlicheSHeulen den sentimen talen Situationen die eigentliche Würze gaben. Eines Abends wurde Minna von Barnheim" gespielt. Als nunTell heim zurHeldindesStückeS sagte : "Nein, eS gibt nur eineMinna, undSie sind's !" da schleuderte ihm ein bemoostes Haupt in Hemdsärmeln aus demParter re in einem furchtbaren Bierbaß das Wort lederne zu. Der Schauspieler wollte dies anfänglich ignoriren, aber da erhoben sich, wie ein Mann, hundert Hallenser Burschen und brüllten, aus ihr angemaßtes Privilegium trotzend, mit Donnerstimmen : Lederne Minna ! Lederne. Minna!" Der unglückliche Komödiant mußte unter ; solchen Zwang der Umstände den gestrengen. Gönnern gehorchen und sagte also zur Heldin: Rein, es gibt eine lederne Minna, und Sie sind's !" Darob entstand ein all gemeines Jauchzen unter den Burschen, und sämmtliche Hunde singen vor Ver gnügen an zu bellen. Die jungeSchau spielerin, welche Minna darstellte, ein Kind fast noch und eine unvergleichlich zierliche und schöne Erscheinung sing bit terlich an zu weinen und lief von der Bühne. Allein sie wurde ans Befehl der gestrengen HerrenStudenten wieder her beigeholt und mußte mit thränenfeuchten Augen die Rolle zu Ende spielen. Die jungeKünstlerin behielt darauf zeitlebens den Spitznamen die lederne Minna", aber sie wußte sich trotzdem später geltend zu machen und wurde jene berühmte Madame Engst, welche der große Schrö der für eine der besten Schauspielerinnen Deutschlands erklärte.und von derSchrö ders Biograph Meyer sagt : Natur und Kunst vereinigten sich in Madame Engst zum Triumph des Lustspiels ; ich habe auf den Bühnen des Auslandes nie etwas Vollkommeneres gesehen."

Jtofit romantische Oper. (In 4 biS 5 Akten.) Äle Ouvertüre hört man kaum. Denn jetzo füllt sich erst der Raum ; Recht Schade, oftmals ist dies ja Das Beste von der Opera. Wenn es beginnt, so steht der Chor Schon da und singt uns etwas vor; Die Herren Choristen schlagen sich Brav auf die Schultern, sagen sich Auf diese Art, um was sich's dreht, Wovon man meistens nichts versteht. Dann wird es still, der Tenorist Jfl's, der jetzt aufgetreten ist ; Daß er der Held fei, sieht die Welt; Ganz vorn hat er sich aufgestellt, -Und singt nun eine Arie meist. Worin er seine Dame preist. Und jieiy : lupiis in salrnla ! Kaum singt von ihr er, ist sie da : . Halb schwebt, halb rauscht sie zu ihm : hin " ES ist die erste Sängerin. Sie schmettert los, er setzt dann ein. Und Beide singen im Verein, .Bis die Altistin dann sie warnt. Daß längst ein Späher sie umgarnt; Dort naht er schon, der Bariton. Verräther, nimm der Hölle Lohn " Beginnet nun der Tenorist, Was des Quartettes Anfang ist. Das stets das Publikum so packt; Und damit schließt der erste Akt. Der zweite Akt beginnt meist nett Mit einem reizenden Ballet; Erst tanzt das Corps in bunten Reih'n, Dann springen Zwei, dann Er allein ; Er rast umher, bis er ganz gischt. Und thut alsdann, als wär' das nischt. Jetzt legt Sie los; Sie schwebt umher. Die Zehen perpcntikulär, Dann springt auch Sie wie 'n Kranich 'rum. Und rasend klatscht das Publikum. Alsdann erscheint auf den Applaus Das Corps und tanzt die Beiden 'raus. Die Sänger, die bisher ganz schön Und artig schweigend zugesehn, Geh'n jetzt in's Zeug. Zuerst der Baß ; Der Alte ist's längst merkt er 'was : Er will nun 'mal den Bariton

Durchaus zu seinem Schwiegersohn; Doch seine Tochter singt und singt : Daß ihm dies nimmermehr gelingt!" Die Mutter fängt jetzt auch noch an ; Sie ist nicht Alt" und. nicht Sopran", In ihrer matten Stimme Ton Liegt die Vermittlerrolle schon. Indeß der Alte brummt: uod noii" Und schmiedet mit dem Bariton Nun einen Plan. Es hilft gewandt Der zweite Baß als Jntriguant. Der Chor fällt ein, so daß es gellt ; Der Plan ist' reis. Ter Vorhang ällt. - Jetzt steckt die erste Sängerin Im Kloster oder Kerker d'rin ; , In einer langen Arie klagt Sie, daß dem, Leben sie entsagt. Doch nur nicht ängstlich ! Ha, was ist -Denn das? Es ist der Tenorist; Er singt, er lebt ! Das sagt' ich ja. Flugs ist auch die Altistin da; Sie schleppt ihn em. Fort mit dem Leid: Ja, Du bist meine Seligkeit", Trill'rirt sie los voll Lied' und Lust, Drückt beide Hände aus die Brust, Sie schmettert rechts, er flötet links. Und die Vertraute, die des Winks Vom Dirigenten harrt, sällt ein ; So singen k nunmehr zu Drern, So schön, daß das Terzett alsdann Des Akt's Finale bilden kann. Im vierten Akt wird meist die Fluch! Mit einem Fliehduett" versucht : Schnell, schnell '." sing er, sonst ist's zu spät Schnell, schnell !" singt sie, doch Nie 1 mand geht, Und das Schnell, schnell !" wird hinge reckt, Bis sie der Jntriguant entdeckt: Der singt die Andern nun herbei. Und zctzt beginnt em Hauptgeschrei : Entfesselt ist der blut'ge Streit!" Doch halt ! noch ist es nicht so weit, Denn, ob's jetzt paßt, ist ganz egal : Kurz, das Ballet erscheint nochmal, Und allsobald schweigt. Dank der Kraft Des Tanzes, rings die Leidenschaft, So lange, bis, stark applaudirt. Die Schaa? der Tänzer sich verliert. Dann fährt man fort. Die Sängerin Schmilzt in der Thränen Arie hin , Und haucht bei stürmischem Applaus In einem Triller 'S Leben aus. Jetzt wird er wild, der Tenorist ; Obwohl er meist schon heiser ist. Singt er nun los : Das kommt oa - von." . ' Und stürzt sich auf den Bariton. So ficht man singend höchst gewandt ; Der Alte und der Jntriguant, Sie fallen als die Bäste ein, Und werden gleichfalls chandgemein, . Bis Alles todt am Boden liegt. Der Chor erscheint : Die- Rache siegt." " Manchmal kommt noch zum Ueberstuß Ein. fünfter Akt als Magenschluß ; Doch da im Grund' nichts mehr, zu , thun, ' Wird meistens nur geschossen nun ; Und ist's noch vor der Pulverzeit, Folgt bis zum Schluß ein Massenflreit. EinfacheAbhilse. In einem Dorfe will man das Wiegenfest des ehrwürdigen Herrn Pfarrers durch ein Gefangständchen verherrlichen. Der Verein, unter der Direktion des Herrn Schulmeisters, beginnt mit dem Liede : Schier 30 Jahre bistDu alt :c." Seiner Hochwürden Wirthschaften ver ständigt den Sängerchor nach Beend! gung des LiedeS, daß dasselbe zum 60. Geburtstage des Herrn Pfarrers eigent lich nicht recht passe. So ! erwidert darauf der gekränkte Gesangsleiter, dann singen wir's einfach noch einmal !" Auf dem Balle. Lieutenant : Sagten Sie nicht vorhin, gnä digeö Fräulein, daß Ihr Herr Papa drei Güter in Schlesien habe ?" Dame : Und zwei in Pommern, gewiß!" Lieutenant : Nun, und Sie können noch an meiner Liebe zweifeln?"

Der Dienstmann Vov Qttltit

Auf der Anklagebank des Schöffenge richtS erschien kürzlich in derReichShaupt stadt Berlin der UrtypuS einer echten Berliner DienstmannSseele. Der Nase Kupfer leuchtet dem Manne desDiensteS weit voraus, und mit schelmisch blinzen den Augen läßt sich Johann Gottlieb Kubarsch häuslich nieder. Präs. : Die Sache liegt so einfach, daß der Angeklagte Weiterungen wohl nicht machen, sondern Alles hübsch ein ,räMenird... - .Angell.: Ob dleJejchichte fich so rasch wird auseinander pellen lassen, is mich unbewußt. Präs.: Nun, Sie habenden Packträ ger Kabelik öffentlich beleidigt und wer den nun doch keine Ausflüchte machen wollen. Angekl. : Da kommen wir ja gerade zusammen ; derowegen bin ick zwar hier iV Affenkosten gebracht,aber derowegen et von mir jethan zu haben besangen zu sein det stimmt man blos nich ! Präs. : Sie sollen zum Zeugen Kabe lih Stieseler" gesagt haben. Angekl. : Nischt vor unjut, Hc?r Je richtshof, aber erschien? heeßt et Stie sel", det is nämlich en Mann, der immer so duht, als wenn er wat dähte und am End man en janz gewöhnlicher Ochse is, aber zweetens habe ick det Wort jar nich jejen ihm gebraucht. Präs. : Haben Sie denn etwas Achnliches gesagt? Angekl. : Jesagt habe idar Nischt, ick meente man blos, denn der Stiesel war jejen mir gemünzt. Präs. : Nun, Sie werden uns doch nicht vorreden wollen, daß Sie so unhöflich gegen sich selbst sind. Angekl. : Mancher Mensch spricht mit sich selber, und wenn ick mir mal recht wat Unanjenehmes zu sagen habe, dann spreche ick immer en bisken laut. Ick höre nämlich etwas schwer. Präs. : Machen sie doch nicht so viele Umstände, sondern salzen Sie die Wahrheit. Angekl. : Stiesel is nämlich, wie ick schon sagte, en Mensch, der cjentlich Eh renbürger von Dalldors werden könnte. Präs. : Lassen Sie hie? alle unnützen und unschicklichen Redensarten, und komm?n Sie zur Sache. Angekl. : Ick komme eben druss lcs! Det Dicnstmannsbrod is ja doch man e. recht hartes, manchmal hat man ooch gar keens, na un im Winter und bei die Zeiten ! So stehe ick eenes Tages vor de Anhalter Bahn, kommt 'ne Drojchke an, mit en iroßen Kosfcr druff un nc olle dicke Dame drin. Na, Gottlieb, denkick, nu man Dalli l" Ick habe schon beinahe det Kledaschenspinde usf'nPuckcl, da kommt so'n Packtrager, so Ecner, der 0 ville Dahler täglich verdient, als wie unser Eener Jroschens, nimmt mer das Ungctszum wieder von't zkrcuze runn?r und meent, det dazu die Packtrager da sind. Ick kieke mir den Mann an, un wie der mit den Koffer losieiangen war. da war ick ärgerlich jegen mir, weil ick mir uss cen Kaleua hatte rmlegen lasten, un da habe ick zu mir selber jesagt : Nee, Kubarsch, bist Du en Stiehl:" Et war aber jar nich so böse jrmcint, un :ck habe mir nich drum beleidigt jesühlt. Präs. : DaßJhnen diese alberne Aus rede Niemand glauben wird, werdenSie sich wohl selbst sagen können. Angekl. : Oh, det würde mir sehr leid thun ! Durch die Zeugenaussagen wird erwiesen, daß der Angeklagte aus Anlaß seiner Fortweisung vom Bahnhofe sich höchst unmanierlich benommen, einen großen Skandal provocirt und durch sein Lärmen einen Auflaus veranlaßt hatte. Er wurde deshalb zu vier Tagen Haft verurtheilt. Tausend Küsse hast Du mir dutzendweis gegeben," klmgt das alteStudentenlied; .auseno Küsse!" schreibt der harmlose Backfisch, dem der Liebesgott noch kein Privatisji mum über das Kapitel de basiis" gegeben, am Schlüsse ihres Briefes an die Busensreundin; tausend Küsse!"... d:rBerliebte spricht es fo hin ohne jeden statistischenHintergedanken und küßt und küßt . . . lieber zweimal als einmal ' wer aber hat es je unternommen, tausend wohlgezählte Küsse mit aller Gewissen hastigkeit eines Oberrechnungsraths der Geliebten zu geben. Ein Gedicht Ha merling's in Sinnen und Minnen sckildert uns den traaischen Ausaana ei ues solchen Versuchs ; was des Dichters err k- ..fi ... ! 1 fZl ' ft.i ! '-pganiaiu gqcgaui rnu vgiuuni, iiuvfU' heim ist es, wenn wir dem Taunus boten" trauen dürsen, nunmehr x grausen Wirklichkeit gewoiden. Wir lesen darin solgende Korrespondenz au? dem bezeichneten Orte : Bor. Kurzem wurde hier eine sonderbare Wette ar rangirt, die beinahe, einm üblen Ausgang genommen hätte. In einer kleinen Gesellschaft von Herren und Damen kam nämlich u. A. auch die Rede auf das Küsten. Ein 5)err warf dabei die Frage auf, wieviel Küste man wohl in einem gemisten Zeitraum zu geben im Stande sei. Nachdem darübe?. verschiedene An sichten inut geworden, machte sich ein feuriger junger Mann anheischig, mit seinerVerlobten innerhalb zehn Stunden ohne Unterbrechung zehntausend Küste zu wechseln, und proponirte dieserhalb eine Wette um zweihundert Mark. Als Bedingung stellte er, nach jeder halben Stunde eine kleine Erschöpfung nehmen zu dürfen. Die Wette wurde angevom men, und alsbald begann die süße, anscheinend leichte Arbeit. In der ersten Stunde wechselte das Paar 2000 Küste, in der zweiten 1000, in der dritten 7.'0 dann aber keinen mehr, denn ihre Kräfte waren erschöpft. Der jimge Mann bekam den Lippenkrampf und siel in Ohnmacht, seine Verlobte verlor evensalls das Bewußtsein und erkrankte noch am selben Abend am Nervenfieber. Nur mit vieler Mühe wurde dieselbe wiederhergestellt. Auch der Bräutigam wurde noch längere Zeit hindurch von erwähntem Krampse befallen. Das En de vom Lied war Aufschub der Hoch zeit auf ein ganzes Jahr

Seneral Skobelew in St.yeterSburg an den General Yanjntin in Warschau. (ut Un Kladdera,a:kch.z

I. Kamerad ! Umarme schriftlich, drucke an Brust, küste auf Stirn, schüttle Hand, wiehere Beifall. Freue mich, daß auf närrische Frage, wo Gtld zu Krleg gcgtn rw w r ! . . jt i n t euionen yerneymen, einzig ilazuge An wort gegeben haben: Werden iüdische Bankiers aufhängen Di:s auch meine Meinung. Warum aber bloß jüdische ? Diese allerdings zuerst; denn aber, wenn Geld nicht ausreicht, euch andere Geldprotzen. Wozu falsche Humanität? Wozu sentimentale Schonung sür Men schen, die hundertmal mehr Einkommen und doch tausendmal weniger für Staat gethan haben, als wir? Uederhaupt Abschlachten nothwendig. Habe mich neulich zu Interviewer von Newcastle Clironicle" ausführlich üderNutzen von Blutbädern geäunert. Habe ihm gesagt, daß bei (jecfcTepeadstchtlich und mit rand xlaisir nicht 8000, sondern 20, 000 Turkmenen utriii8que generis abgeschlachtet. Zittre schon vor Ver langen, in Deutschland gleichfalls Blut bäder zu nehmen. Soll heiß und kräs tig angerichtet werden ! Will weder Weib noch Mann noch Greis in Mutterleib schonen, so wahr Volk mich Anita" nennt ! Will deutsche Armee in Pfanne hauen, daß Blut über Sudeten und Brocken spritzt. Ob Ezar Krieg erklären wird ? Qu'irnporte ? Was fragen da nach ? .L'etat c'est moi ! So viel für heui'. Muß nämlich zu großes Bankett, das mir von berittenes Garde-Grena dier-Regiment veranstaltet wird. Ob auch Jemand von Hof kommt, weiß nicht, halte aber für wahrscheinlich. Mir übrigens egal. Kameraden wahrschein lich auch. Mit freudigem Hurrah Ihr S k ob e le w. II. Erhabener Gönner ! Excellenz ! Tief gerührt von gnädige? Anerkennung, be nul)e Gelegenheit, um durch Courier zu gratuliren zu Ehren, Auszeichnungen und Empfang, die bereits genossen, und zu Avancement, Decorations und Gunstbeweise, die, wie ganze Armee, ja, darf fagen ganzes Vott bestimmt erwartet, ohne Zweifel noch erlangen wer den. Wer kann, wer wird, hzx darf wagen, Ew. Excellenz nur mindesten Vorwurf wegen Sprach?, die in Aus land geführt, zu machen ? Excellenz haben ja nur ausgesprochen, was Nation begeistert, haben Muth gehabt, zu sagen, was Diplomaten di-Zzer Jrschwicgcn. Excellenz werden übrigens Vi Interesse hören, daß wegen meiner Aeußerung über semitische Bankiers von sromwen 5errcn aus Berlin Beglückwünschungs Adresse erkalten habe. Ferner zird intercsnrcn, daß Ordre gegeben, wonach, falls wieder Warschau mit Besuch beehren, kein einfaltiger Polizist beobachten und Zcitun gen erzählen darf, wo Nach! zugebrachtoder Glas Allasch oder Punsch getrunken od?r Paletot beschmuht haben. Und so darf denn wohl auf Erhaltung ferneren allergnädigsien Wohlwollens bitten, welchem mich empfehle als Ew. Excellenz allerunterthänigftcr P a n u t i n. Fatal. r Schwester : Was hast Du nur eigent ! lich an Deinem LogiS auszusehen ? Es gefallt mir ganz gut. Bruder: Ja, weißt Du, gerade unter meinem Fenster ist der Cchweincwarkt ; da wache ich denn fataler W?ise allmor endlich mit Gegrunz auf. Aus dem Fremdenbuche der Rudelsburg. Auf der Nudelsburg da thut uns winken Schönes Butterbrod und Schinken. Rebekka Lilicnthal. Randglosse zu dem Vorstehenden: Doppelt hat Rebekka hier gesündigt. Wie ihr Sprüchlein deutlich uns ver kündigt. Schinken essen, schlechte Versch' ze ma chen Was for Sachen.! DemReichSkanzlerinsAlbum (Fre, nach Freilig?).) O rauch', so lang du rauchen kannst! O rauch', so langu rauchen magst ! Die Stunde kommt, da selber du Ob deiner Reichscigarren klagst ! Eine Stimme aus der Wüste. Auch ein Störenfried. .Herr Wirth, werfen Sie doch den stillen Gast dort in der Ecke hinaus! Das ist der einzige Nüchterne hier der Mensch stört die Unruhe der ganzen Ge jellschaft ; ; E p i de misch eS. Ein Schulinspektor kommt im Winter , während der Schulzeit in ein Dorf und trifft eine große Anzahl der fchulpflich tigen Jugend, welche - sich auf dem Eise des Dorfteicbcs belustigt. Warum seid Ihr denn ?icht in der Schule, Kinder?" fragt der würdige Herr. Wie aus einem Munde schallt ihm die Antwort entgegen: .Mer dürfen nich, mer ha'n die Masern." .Früh üb, sichPapa Rösenwasser. Sag' mir doch, mein Goldkind, warum Du seit einer ganzen Stunde Dich lehnst von einem Ballen Waare auf den andern ? Nathanael. Weil der Großtatcleben hat gesagt, daß man jekt !ann werden ein reicher Mann mit dem Belehnen" von Waare. Ein Milderun gsgrnd. Präsident : Angeklagter, wie konnten Sie dem Hudcrmayer aus der unbedeu lenden Veranlassung, daß er eine Karte falsch ausspielte, eine so surchtbare Ohr feige versetzen, daß er vom Stuhle .siel ?" Vertheidiger : Aber ich bitte Sie, Herr Präsident, da sehen Sie sich doch nur diese Hand an " Fal s ch angewendet. Schauspieler: Herr Direktor, um diese Rolle zu lernen, brauche ich min bestens acht Tage." Theaterdirektor : Das Stück muß aoer bis übermorgen heraus; wenn Sie nicht vom Blatt spielen können, kann ich Sie überhaupr nicht brauchen !"