Indiana Tribüne, Volume 4, Number 202, Indianapolis, Marion County, 16 April 1882 — Page 5
Tie Parafsinyand oder' cnthttUte Spiritisttngeheimttisseö r 5 oh w; .: Der tolle Spuk der spiritistischcnVerirrungen ist oft genug Gegenstand belustigendcr Schilderungen gewesen. Auch an Enthüllungen der famosen Manipu lationen der Herren Geiftesbeschwörer hat es bis, jetzt nicht gefehlt. Zu den wunderbarsten Aeußerungen der Gister gehört jedenfalls die. eine Äarafnnform
ihrer Hand zurückzulasien. Taucht man j namttq eine yano aowecufelno in oas flüssige Parafftn und in das Wasser, so erstarrt das erstere und bildet einen wachsartigen Uederzug, der abgelöst als Hohlfonn dient. Wird darauf Gips in die Form gegossen, so erhält man einen Abguß der Hand. Zu bemerken ist jedoch, daß die Hand aus der Parafsinform nur dadurch befreit werden kann, daß man'letztcre an den Seiten .mittelst eines Messers abtrennt, und deshalbmuß eine absolut unversehrte FormZauf Äorgange durchaus ungewöhnlicher Natur deuten. Die Parafsinhände gelten bis jetzt als ein fester Beweis für die Fähigkeit der Geister, sich vermittelst des Perispritts eines Mediums zu verstofstichen, und sind eine kräftige Stütze der wundersamen Lehre von den wesenlosen Exisienzen, die sich eines wesenlosen Stoffes des mehr als hypothetischen Perisprits bedienen, um aus dem Wesenlosen in das Wcfcnhaslc überzugchen. Julius Stinde schildert in dem neuest:?: inhaltreichen Heft (7) dcr illustrirten Zeitschrift Vom Fels zum Meer" in einem hochintereffanten Aufsatz über die Physik des Uebernatürlichen" eine spiritistische Sitzung zur Erzeugung einer solchen Parafsinhand wie folgt: Ter Sitzungsräum war ein leeres Eßzimmer, in welchem sich eine transportable spanische Wand und ein Tisch befanden, auf dem die genau gewogene Parafsinschüssel, ein Gefäß mit kaltem Wasser und eine schwach brennende Lampe standen. Für die Zuschaue? wurden erst kurz ror dem Beginn der Sitzung Stühle in dasZimmer hineingestellt. In einer Ecke stand ferner auch ein Harmonium. Das Zimmer, der Tisch, die spanische Wand wur den auf das?orgfältigste untersucht. Es fand sich kein Apparat irgend welcher Art. der auf eine natürliche Beihülfe schließen ließ. Die Zuschauer nahmen auf ihren Stühlen Platz und das Me dium trat ror. Zunächst wurde es seines Rockes entledigt und genau noch etwaigen Hülssmitteln durchsucht. Das Medium wandte feine Tafchen um, zum Beweis, daß es keine vorher angefertigte Form bei sich habe. Hieraus banden zwei Herren seine Hände über dem Rücken zusammen, während zwei andere Anwesende die Enden der schnüre mit ihren Siegelringen ansiegelten. Zu? größeren Sicherheit wurden die beiden Handgelenke desMediums noch mit dünnem Kupserdrahte an einander gefesselt. Als dies geschehen, wurde der Oberkörper des Mediums in ein großes Stück Tüll eingehüllt, das nicht nur mit starkem Garn festgenäht, sondern obendrein mit einer Gürtelbinde umwunden wurde, die ihrerseits auch wieder mehrere Siegel erhielt. Nun wankte das Medium an den Tisch, vor welchen zwei Unbeteiligte die spanische Wand schoben, und noch einmal war es Zweiflern gestattet, das Medium zu untcrsuchen. Manfand nichts. Die Anwesenden nahmen Platz auf den Stühlen und mußten sich zur Bildung der magnetischen Kette die Hände reichen, nachdem ihnen eingeschärft worden war, die Kette auf keinen Fall zu durchbrechen, da die Geister dem Medium sonst Schaden an Leib und Seele zufügen könnten. Erleuchtet war das Zimmer, nur von dem kleinen Lämpchen, welches! V C-l C M st 4 a AMlIAM uu uuii -iiuyc ijuiiu uii yunium Wand stand, so daß das außerordentliche mystische Düster, das den Geistern angenehm ist, herrschte. An dem Harmonium batte ein Musiker Platz genommen und feierliche Harmonien erklangen. Nun begann das Medium zu wimmern, als würde es von den Unsichtbaren malträtirt, dann stieß es plötzlich einen wilden Schrei aus und verstummte. Nach einer langen Pause schrie das Medium wieder laut aus und man hörte, wie dasselbe zu Boden siel. Nun wurde Licht gebracht und die spanische Wand entfernt. Das Medium lag bewußtlos auf der Erde und in dem mit kaltem Waffer gefüllten Gesäße schwamm die Parassinhohlform einer riesig großen Geisterhand. Nur langsam kam VasMedium wieder zu sich. Die Tüllumhüllung, die Siegel, die Schnüre und derKupserdraht waren unversehrt. Daß die Hohlsorm in Wirklichkeit aus dem vorhandenen geschmolzen! Parafsin gewonnen worden war, ergab die Wage. Auf welche Weise war es nun dem Medium möglich gewesen, mit gefesselten Händen, eingehüllt in Tüll, der bei jedem Besreiungsversuche zerreißen mußte, die Form einer Hand zu erhalten, die einer wahren Teufelskralle glich ? Im Grunde genommen kann man auf diese scheinbar unlösbare Frage wie jener siegesbewußte Examinant antworten: Nichts leichter als das Stinde giebt im Vom Fels zum Meer" folgende Erklärung: Ueber eine von einem Bildhauer modellirte TeufelsHand mit langen Nägeln, Runzeln und Warzen war eine elastische Leimform genommcn worden, in welche ich sogenanntes Ledercollodium, eine Mischung von zähem Collodium und etwas Ricinnsöl, derart goß, daß nach dem Trocknen ein Collodium Handschuh erhalten wurde. Ein dünnes Holzröhrchen wurde dort eingesetzt, wo der Arm anfängt, und luftdicht mit Seidenfäden umschnürt. Diesen Handschuh, der im aufgerollten Zustande nur fehr wenig Raum einnimmt, verbarg das Medium unter dem Gummizug seines Stifeletts. So genau nun auch das Medium untersucht ward, dachte doch Niemand daran, daß die Geisterhand in dem Schuh versteckt sein iönr.e, und das wichtigste Requisit zum Spuken entging der Eontrole. Damit das Medium ungestört blieb und Niemand unberufener Weise hinter die spanische Wand schauen .konnte, wurde die ..Kette- geschlossen und vor dem Untcrbrcchen derselben dringlich gewarnt. Es wäre auch zu komisch gewesen, dem -Medium bei seiner Arbeit zuzusehen.
b'?nn kaum fand cs sich allein, als es sich auf den Fußboden setzte und ö.en Collodiumhandschuh mit dem Munde hervorholte. Die dünne Tüllhülle erschwerte diese Operation, ohne sie jedoch unniözlich zu machen; die Hauptsache aber war, daß das Medium hinreichende Ge schwindigleit und gymnastische Gewandt heit besaß, um Kopf.und Fuß nahe genug an einander zubringen. ' Das
Wimmern diente nur zu? Erhöhung des Effekts, wogegen der laute Aufschrei mir als Zeichen galt daß es dem Medium gelungen war, nicht allein den ysndjHuy ?u .'gewinnen, sondern denselben auch mittelst des Holzröhrchens aufzublasen. Den aufgeblasenen Handschuh tauchte das Medium nun abwechselnd in Varasftn und Wasser, bis er eine Form hatte, die fest genug war, um das Aus lösen der Collodiumhand durch Schüt teln. Saugen und Spülen in dem kalten Wasser zu gestatten. Der zweite laute Schrei zeigte' an, daß die Form gelun gen und der Handschuh entfernt worden war. Das Medium hatte denselben auö Bequemlichkeitsrücksichten in eine dunkle Ecke geschleudert, wo es denselben später ausnahm, denn die Verwunderung über die Geisterhand war so groß, daß Niemand an eine nochmalige Untcrsu chung des Schauplatzes dachte, an dem die Geister sich manifestirt hatten." Friedrich Tpielhageu über Berthold Sluerbach. - Eine Gcdächtnißfeic? für Berthold Aucrbach, die der 5Literarische Club" in Berlin veranstaltet, hatte in derSingakademic ein andachtsvolles Publikum versammelt. Der Traucrmarsch aus der Eroica stimmte die Herzen tief und elegisch, und als seine Klänge verhallt warcn, nahm Friedrich Spielhagen das Wort, um in bewegter Rede das Wesen des Heimgegangenen Dichters undFreundes darzustellen. Auerbach, der, wie nur je ein Grieche des Homer, in der Gegenwart lebte, der die Empsindung der Gegenwart in seinem Athem ausströmte, mußte deshalb auch einen politischen Entwicklungskampf durchfechten, ehe er dichterisch mündig wurde. Es war ihm Vieles durch die Natur gegeben, aber das Eine konnte ihm nicht a priori gegeben sein, daß er, der Schwabe, in dem Pommern seinen Bruder sah, daß der Dörfler den Städter auch einen Menschen sein ließ, daß das Kind des Juden, der Talmudschüler, von ganzer Seele auf ein Himmelreich verzichtete, in dem nicht Platz wäre für Alle, die es in sich tragen, für Reich und Arm, Christen, Juden und Muhamedaner. Zwei Momente sind es also : die politisch mißliche Lage, in welcher der Dichter seine Heimath, und der von physischen, moralischen und ökonomischen Mauern eingezwängte Gesichtskreis, in welchem er sich selbst fand, aus welchen für ihn zwei Aufgaben erwuchsen, von denen er die eine zu lösen hoffen durfte mit Hilfe Aller, die andere durch sich selbst : Schaffung eines freien einigen Vaterlandes und geistige Läuterung seiner Weltansicht. Im Versolg der einen mußte der Dichter Politiker werden, zur Absolvirung der anderen Philosoph. Oder will man lieber für Politiker glühende?,Patriot", für Philosoph sich mit philosophischen Dingen eisrigst beschäftigend" sagen, so ist damit die Thatsache angedeutet, daß Auerbach kein BerussPolitiker und kein Berussphilosoph sein konnte. Zu dem ersteren fehlte ihm das schnelle Zugreifen und die Menschenverachtung ; zum zweiten die Konzentration auf die Untersuchung des GcoankenobSektes. Nicht immer fand er zur rechten Stunde das Zauberwort, um die philosophischen Besen in die Ecke zu bannen, und deshalb sah es manchmal in dieser Hinsicht nicht recht wohnlich bei ihm aus. Aber ich möchte die philosophischen Falten auf seine? Stirn nicht vermissen. Sie stehen ihm so gut. wie dem Schwei ?cr seine Narben. Sie sind erworben im offenen Kampfe. Wer Aucrbach's Entwickelungsgang nicht unter diesem Gesichtspunkte betrachtete, würde ihn niemals verstehen, wie er den scharfkan tigenKiesel dem kritischen Goliath Wolfgang Menzel an die unverschämte Stirn schleuderte, weshalb er sich Spinoza zum Heiligen seines Lebcus erkor, wie er mit den Wiener Studenten sraternisirte und bei derVeschießung Straßburgs um sei nen geliebten Münster bangte; wie er die Sänger- und'Schützenfeste aussuchte und nicht fchltk, rao es galt, deutschen Geist zu rühmen. ... In einem Strome sind auch Quellen", ist ein tiefsinniges Wort unseres Freundes, welches auf die dichterische Stimmung gemünzt war, .der während des Schaffens und aus dem Schaffen neue Nahrung zufließt. Ueber den Strom des dichterischenSchaffens könnte ich nun Vieles sagen; es ließen sich darüber Bücher schreiben, und sie werden geschrieben werden, denn wir Deutschen sind ein schreibelustiges Volk. Auch von den Werken des Dichters gilt das Wort Wallensteins : Die inn're Welt, sein Mikrokosmos, ist Der tiefe Schacht, aus dem sie ewig quellen. Sie sind nothwendig, wie des Baumes Frucht, Sie kann der Zufall gaukelnd nicht verwandeln. Hab' ich des Menschen Kern erst unter sucht. So weiß ich auch sein Wollen und sein Handeln." i Und da erscheinen mir denn Auerbach's Werke nothwendig im Ganzen und im Einzelnen, selbst in ihrer chronotonischen Folae. Die Entwicklung seines Genius geht so normal vor sich, daß t r . . ..v...rr. rr .. i : jr .so man leine inoioioucuc vinuoiuiuiiy uiu typisch für die Entwicklung jedes Dichters seiner. Gattuna erachten kann. Ich weiß nicht, wer einmal oefaat hat : Wer eine gute Geschichte erzählen will, muß drei im Kopfe heben. Auerbach hatte tausend im Kopse, und während andere Schriftsteller nag Stoffen suchten, ve fand er sich in einem ernbarras cle ri ciiesse, oer inm.ucun noniponirc ein wirkliches 'Hinderniß war. Durch sein geschäftiges Hirn zuckten die Gedanken wie Sternschnuppen in einer klaren Lau l rentiusnacht. Daraus ergaben sich wun
derliche Phänomene.. .Die ursprüngliche Konzeption war sonnenklar, die ' erste Skizzirung keck und zuversichtlich. Las man aber das vollendete Werk, so wollte es als etwas von demursprünglichen Plane Abweichendes erscheinen, bis wan nach langer Erinnerung in der Rekonstruktion wieder den Grundplan mit überzeugender Deutlichkeit heraustreten sah. Es war die Villa, die der Baumeiste: im Grundriß gezeigt hatte ; es waren aber Nebenhäuser,' die im Kontrakt nicht bedungen, mit ausgeführt, die Verzierungen und die Rosen und Schlinggewächse, die aus der Zeichnung fehlten, waren hinzugetrkten.' Da kommen die Leute die von der Kunst mehr verstehen wollen, und sagen : Er wußte nicht zu komponiren." Ich, der ich in ihm den Meister verehre, sage : Er verstand es wohl i Aus der Höhe" ist ein Meisterwerk der Komposition ; im Land haus" wird der volle Strom allerdings zum Schluß gezwungen, in Kaskaden undWaffersällen zu verlaufen ; im Walfried" quillt er nach allen Seiten über. Dieseus der UebersüllegeborenenMän-' ge! sind aber charakteristisch für alles epische Wesen, welches die ganze Welt erfassen möchte, und die in der modernen Epik schärfer hervortreten, wo ein Dich ter das Thema des anderen aufnehmen muß und reicher ausgestalten möchte. Und noch Eins ist charakteristisch : Auerbach kennt keinen einzigen gründschlechten Menschen. Er liebt sie alle, den Todtschläger und den Brandstifter ; sie haben alle noch eine Portion guten Wesens bewahrt. Es fällt Auerbach schwer, die Gemüthsleere eines modernen Blasirten - darzustellen. Pranken im Landhaus" und Irmas Bruder in Aus der Höhe" sind trotz aller Allüren der Wüstlingsnatur wahre Dilettanten der Gemüthlosigkeit. Wie es für den Physikerkeinen ganz leeren Raum giebt, so gab es sür Auerbach kein ganz ödes Herz. An Allen ist etwas von Auerbachs persönlichem Wesen haften geblieben. Und für den epischen Dichter in seinen Ansängen ist dieser Standpunkt gegeben: Er muß sich selbst zunächst als den einheitlichen Mittelpunkt der Erzählung hinstellen. Freilich nicht direkt, sondern heimlich, indem er sein Gesicht in fremdartige Masken hüllt und sich ausstaffirt: Er bringt den Helden in Lagen, in denen er sich selbst nie befunden hat. So ist der Baruch im Spinoza", der Ephraim Kuh in Dichter und Kaufmann" Berthold Auerbach und er ist es auch wieder nicht. Erst wenn der Dichter sich durch diese Vorübung geschmeidet und gefestigt hat, dann kann er an seine eigentliche Arbeit gehen und frei und objektiv schildern. Das ist der Auerbach der Dorfgeschichten". Er ist der Tolpatsch nicht, auch nicht der Buchmaier, der Bachmüller; aber er kennt sie Alle und schaut ihnen bis auf den tiesstenHerzensgrund, er deckt ihn auf, den Leser erschütternd. Das, was er wahrhaft kennt, sein väterliches Erbe, auf dem er als auf seinem eigenen Boden steht, verwaltet er, es nutzend wie ein fleißiger, betriebsame? Wirth, nicht wie Einer, der auf Raubbau arbeitet. So waltet er zwanzig Jahre auf seinem Hofe; es bleibt nicht eine Scholle ungewendet. Da kommt ein 'Tag, wo über seiner Thür nicht mehr steht: Dies Haus ist meine Welt", sondern Die Welt ist mein Haus." Ein wetterwenbischer Sinn ist in den bedächtigen Mann gefahren; er ist des kostbaren Erbes überdrüssig geworden. Er folgt der Phantasie, er geht in die Kreisstadt, in die Hauptstadt ; er schildert die Welt. Die Früchte des Sommers werden im
milden Herbste eingebracht. Das ist: Auf der Höhe," Das Landhaus am Rhein" und Waldfried". Der alte Landmann fühlt die Last der Sommerarbeit; er sagt: Ich ziehe mich auf mein Altentheil zurück; es giebt noch ein paar Stellen, die mir eine reiche Ernte geben, ehe der Winter kommt." Das sind: Nach dreißig Jahren", Forstmeister", Landolin", Brigitta". Und dann kam nicht der Winter, gelobt sei Gott dann kam der Tod und sprach: Du frommer und getreuer Knecht, komm' mit mir. Du bist über Wenigem getreu gewesen und bist über Vieles gesetzt und bist auch über dem Vielen getreu gewesen. Du wendest Dich von mir? Du schüttelst das greise Haupt? Du hast noch viel zu thun? Die Ge schichte Deines Lebens zu schreiben ? Die Werke eines Dichters sind die Geschichte seines Lebens ! Laß sie von Anderen schreiben : Auch'Shakespeare hat M Aft mm m nu? leine Werke . tzinterlaijen. iL'ttife! Du denn Alles aus Deine breiten Schultern nehmen? Das Leben ist so süß, und Du magst, noch nicht sterben? Nun denn! Sterben? Ich will z Dir ein Wörtlein sagen !" . Er hat es g e r n gehört, dan Zeugniv war der heilige Friede auf seinem sterbenden Antlitz. Er war ein Menschenmensch, wie er sich selbst nannte, weil er die Menschen nicht entbehren konnte. Ruhm aber und Liebe und Preis, und Lob und Dank hat sein Volk dem Genius gezollt, so lange er unter ihm wandelte. Wenn er von ihm geschieden, fast es Ötc dustigen Blumen zusammen in einen unverwelkllchen Kranz und nennt ihn Unsterblichkeit. Anlage zum Geschäftsmann Der kleine Benjamin kommt freudestrahlend aus der Schule nach Hause und lagt oem alten Vilberttem : Vaterleben, hab' verdient einen Groschen." Wie hast Du denn das gemacht, mem Sohn? Müller's Fritzchen wollte gern einen rauskommen. Er bekommt dann immer eine Zuckerdüte zu Hause. Hab' ich mich mit ihm besprochen, und als der Lehrer fragte, habe ich geantwor tet absichtlich falsch und hab' es dem Fritzchen dann zugeflüstert richtig. Ist Fritzchcn über mich gesetzt worden und hat mir dasür gegeben einen Groschen." Du bist mein lieber Sohn !" sagte deralte Silberstein. An Dir werde ich noch haben große Freude!" Trinkerlogik. Wie, kann das nur Destillation hei ßen? , . -. Wo so? Nun, das müßte man doch' Durststillanon nennen :
Goethe und OesterreiH
Von 2r. Heinrich Labe. ) ' Gestern hat mich Jemand gefragt,, ob es wohl jetzt an der Zeit wäre, einen deutschen Dichter zu feiern. Ich habe darauf geantwortet es sei immer an der Zeit, einen deutschen Dichter zu seiern, sei es setzt in Wien ganz besonders an der Zeit'. Ja, einen wirklichen Dichter zu feiern, ist ' e immer an der Zeit. Solch' eine Feier bringt lauter Segen. Wir blicken da in eine Welt, welche uns durch die bunten Bilder des Tages verdeckt worden ist; :ivir erkennen da mit einemmale, daß es höhere und thsere Dinge in der Welt gibt, als die Alltagswelt ahnen läßt; wir gestehen uns mit Ueberraschung ein, daßwir eigentlich gedankenlos dahin gelebt haben, und daß wir etwas viel Besseres sein können, als wir sind. Ein großer Dichter ist ein erhöhter Mensch, ihm in's - Herz schauen, erhöbt uns selbst. Wie sollten wir nicht heute, da vor einem halben Jahrhundert einer der Größten von uns gegangen, wie sollten wir nicht innerlichst geneigt sein, das Bild eines Goethe vor unsere Seele zu rufen! Seine Bildsäule fehlt noch in unserer Stadt. Ist es nicht ein Bedürfniß unseres Geistes wie unseres Herzens, an solchem Gedenktage öffentlich auszurufen: Wir brauchen diese Bildsäule, schafft auch für Wien eine Bildsaule Goethe's herbei! Steht Goethe ttoa den Oesterreich ferner, als andern deutschen Stämmen, welche ihm längst ein Monument gesetzt? Ich behaupte : im Gegentheile, er steht den Oesterreichern ganz besonders nahe. Kein deutscher Stamm ist dem österreichischen so nahe verwandt als der fränkische, und Goethe war ein echtes Kind des fränkischen Stammes. ' Dem Volksliede. Ich habe mich nie des Eindruckes erwehren können, es müßten die heitern Lieder Goethe's in unsern Bergländern aufgenommen 'worden sein, als wären sie da drüben rechts im nächsten Thale oder links da oben im Bergwalde entstanden. Vergegenwärtigen wir uns ein solches Lied, zum Beispiel: Ich hab' mein' Sach' aus Nichts gestellt". Ueberreden Sie sich, Sie wüßten nicht, wer das Lied gemacht, uizd hören Sie einige Verse an : Ich hab' mein' Saä? auf Nichts gestellt, juchhe ! D'rum ist's so wohl mir in der Welt, juchhe! Und wer will mein Kamerade sein. Der stoße mit an, der stimme mit ein Bei dieser Neige Wein. Ich stellt' mein Sach' aus Geld und Gut, juchhe ! Darüber verlor ich Freud' und Muth, o weh ! Die Münze rollte hier und dort. Und hascht' ich sie an einem Ort, Am andern war sie fort ! Auf Weiber stellt' ich nun mein' Sach', juchhe ! Daher mir kam viel Ungemach, o weh ! Die Falsche sucht sich ein ander Theil, Die Treue macht mir Langeweil, Die Beste war nicht feil." U. f. w. Wenn das ein junger Geselle singt, werden Sie nicht sagen : Ja, das mag wohl unter uns gedichtet worden sein ? Diese Verwandtschaft mit einem leben-, den Volksstamme und Volkstone und Volksliede bedeutet eben wirklich, daß diese neue Poesie in echter Wahrheit wurzelte. Sie war nicht minder zärtlich und sehnsüchtig, hören Sie Neue Liebe, neues Leben": Herz, mein Herz, was oll das geben r Und sie war nicht minder von tiefer und doch so schöner Trauer : Wer nie sein Brod mit Thrä nen aß" Helle Verzweiflung findet ich bei Goethe niemals allem; c? eröff net immer eine Zuflucht ; seine Dichtung st eben oarm eine Kunst, daß sie nie ohne Trost läßt. Darum vielleicht waren tust diese Verse ich weiß es die Verse: Wer nie m kummervollen Nächten auf seinem Bette weinend saß", die Stoßseufzer ener logenannien Demagogen, welche während der Dreißiger Jahre in preußichen Gesangnmen schmachteten. Diese Demagogen waren gebildete Leute, welche den Trost des Dichters suchten und verstanden. Mit einem Worte, Goethe hatte eine Dichtkunst erweckt, welche überall, besonders durch seine Lieder, wohlthätig wirkte, bis zu den einsachsten Leuten hinab durch innere Fröhlichkeit fröhlich belebend, bei allen Schichten suekSchwermuth undSehnsucht weckend. bei den höher Gebildeten, einen -tiefen Schutz darbietend gegen Schmerz und Pein. Jedermann wußte es schon nach Götz von Berllchlngen, nach Werther's Leiden und nach diesen Liedern: es ist den Deutschen ein echter neuer Dichter geschenkt worden in Wolsgang Goethe. Nichts weiter war auch von ihm bekannt, als Kaiser Josef ihn mit dem Reichsadel auszeichnete. .: Nun erst kam sem Hauptwerk und nun verlasse ich auch unsere specifisch österreichischen Beziehungen zu Goethe. Ich habe sie ja nur herausfordernd ermahnt, um auch die Gleichgültigkeit unter uns aufzuwecken. . Nun ergreist er mit seinem Hauptwerke nicht nur alle Stamme des deutschen Vaterlandes. nun trifft er alle gebildeten Nationen Europa'S, die Engländer, die Franzosen, die Italiener, ja auch die Spanie? und slavische Völker, und man spricht bei dem Namen Goethe von einer Weltliteratur. ; , Dies Hauptwerk Sie wissen cs Alle es ist der Faust. Dieser Faust beginnt m der frühesten Dichterjugend Goethe's, er erfüllt fein ganzes Leben, er wird erst geschloffen kurz vor seinem Tode. Im Faust ruht. aiymer, oenrr uno j?na)i ver ganze iLoelye Faust galt und gilt sür das Buch der Bücher oeutjcher Literatur. (TT. Im . . r sw sf ' . .ri ri sic unnen es ja Aue ; es t eine Bibel des ' modernen Lebens geworden. Waö ist der Mensch? Was wird er? Was kann er erreichen, wenn er über das Alltagliche hinaus will? Ich sage des ) Festrede ,ur fünfzigjährigen Feier Goethe'S, gehalten zu Wien ,m großen Musik.Saaie, am 23. März 18S2.
uiuucwiui cutua,. üuiJitiiu;ta uvti lieferte Dogma bleibt darjn .beiseite. Aus uns selbst, .'aus' unserm Geiste.und Herzen . allein, aus unserm Wissen und Können ' sollen wir die Offenbarung schöpfen. Es wird kaum Jemand unter uns' sein, der nicht .Sprüche des Faust für die Bedürfnisse seiner Seele im Gedachtnisse trüge und sich vorsagte im Dränge des Lebens. Dadurch ist es eben, das Buch der Bücher geworden, welches alle Nationen . fesselt als .. das Werk' eines größten Dichters, und der Faust allein schon berechtigt uns zu der Frage :.Wo ist' das Denkmal bieses großcn Dichters in der deutschen Hauptstadt Wien zu finden? Wo? ' 1 ' . Den 22. März 1832, also gestern vor fünfzig Jahren, ist der große Mann, in Weimar gestorben. Seine letzten Worte waren: .Licht! mehr Licht!", Der - Eindruck diese? Todesnachricht war erschütternd. Es war als ob ein Grundpseiler deutscher Welt zusammengebrochen wäre: .Ja, diesen Eindruck empfand hier in Wien selbst der staatliche Äillstandkreis, welcher sich einbildete.
aVamm jt O am d 2 a aY JXk o 1 Ca die Welt festhalten zu können in ihrer Bewegung, und Gentz geberdete sich, als ob eine Stütze seines' Systems gesallcn wäre. Unglaublicher Irrthum oder absichtliche Täuschung ! Der Dichter des Faust, welcher die ununterbrochene EntWicklung, das rastlos wandelnde Bestreben darstellt, hätte cingefangen sein kön nen, in ein kurzathmiges System des andauernden Stillstandes. Goethe sprach wenig über Politik, diese höchst wandelbare Wissenschaft, aber es sind Aeußerungen genug von ihm vorHanden, welche seine politischen Gcdanken enthüllen. Dieser, war deutschpatriotisch. Er wagte nur nicht zu hosfen, weil er die zersplitterte Unmacht des Vaterlandes Zeit seines Lebens vor sich sah, und weil er die unentschlossene Schwäche seiner Landslcute fürchten zu müssen glaubte, eine Schwäche, welche eben durch die trostlosen Geschicke deutscher Nation entstanden war. Dem wunderlichen Klagerufe eines Gentz gegenüber erhob sich übrigens bei der Nachricht vom Tode Goethe's die ganze literarische Welt Wien's wie Ein Mann zur Todtenklage, zur Klage über den unermeßlichen Verlust, welchen das deutsche Vaterland erlitten. Anastasius Grün, Lenau, Seidl, Vogel, Tschabuschnigg, Zedlitz sie Alle traten auf mit klagenden, den großen Dichter preisenden Gedichten. Schließen wir uns dieser Klage an, ja erhöhen wir diesen Preis, welcher seit fünfzig Jahren Nicht gesunken, sondern gesteigert worden ist; Dies ist das Zei chen echterGröße : sie wächst mit der Zeit noch, weil sie auf dem fruchtbarenGrunde der Wahrhaftigkeit ruht. Sie sind gar selten die großen Männer, preisen mir es dankbar, daß uns ein so großer Mann wie Goethe geschenkt worden ist ! Sein Freund Schiller sagt in der Jungfrau von Orleans": Nichtswürdig ist die Nation, die nicht ihr Alles freudig setzt an ihre Ehre." Nun, ein großer Dichter ist die Ehre emer Nation, und er i au ßerdem ein Glück der Nation. Er hat einen zwiefachen Anspruch, gefeiert zu werden. Seien wir uns dessen bewußt. Die Franzosen verehren ihren Victor Hugo, welcher auch bis in $ hohe Alter hinaus ragt, sie preisen ihn überschwänglich und sie thun recht daran. Unsere Nachkammen werden erfahren, ob Victor Hugo fünfzig Jahre nach seinem Tode den Franzosen noch so viel bedeutet, wie heute Goethe fünfzig Jahre nach seinem Tode uns bedeutet. Uns lebt Goethe heute noch in voller Lebenskrast, und wir glauben fest, daß auch nach hundert Jahren Goethe's Faust die Deutschen erfrischen und beglücken wird. Nuckenich und der Volköwirty. ' sSaftörath. Muckenich (kommt, eine Zeitung in der Hand haltend, in einem leider nur zu bekannten Zustand vom. Leipziger Platz und biegt ln die Wilhelmstraße ein. Hier redet er einen Schutzmann an). Da sind Sie ja, Herr Tagwächter,, Ihnen suche ick schon seit Erfindung der Stecknadeln. Ick nehme nämlich an, det Sie die Stecknadel . find, die ick suche. aber wenn Sie et ich find, denn sagen Sie et, denn macht et mscht. : Schutzmann. Was wollen Sie denn ? Sie kommen mir etwas angerissen vor. Muaenich Etwas ? Denn bin ick ein Anderer. Wat mir betrifft, so bin ick leider etwas mehr als etwas anjerissen. Ick sitze nämlich heute Morjen bei Ax caves 6s Lisr in der Wallstraße un hatte mir da einen chemisch untersuchten, järantirt reinen unjejypsten,'französischen Assen jekoost, als die Thür usjeht un'wer meenen Sie wird rausjewiesen ? Schutzmanul Na? ' M u ck e n i ch. Ick. . Schutzmanns' Das wird wohl so in Ordnung gewesen sein. M u a e n i ch. Denn kann ick ich weiter mit Ihnen verkehren, det is 'ne Beleioijung, die nur mit'n amerikanischen Duell abjewaschen werden kann. (Er aeht weiter und setzt seme Erzählung fort.) Ick sitze nämlich, wie jesagt, unter einem Staotoaynoogen un trinke ruhig meine sechs Seidel un'n Schnitt, da höre ick, wie die Leute sagen: Der Volkswirthschastsrath hat jejen dem TabaksMonopol jestimmt! Det is'n Unsinn, rufe ick, der Volkswirthfchastsrath wird det ich wagen, denn denn steht Alles us'n Kopp,Bismarck hat den Volkswirthschaftsrath eijenhandlg berufen un sagte: Bringt mir det Monopol zu Stande, denn'det Monopol is ein Patrimonjum für die Armen, eine Wohlthat, oder, wie es der Franzose nennt, ein Charite. Bei diesem Worte blieben Alle im Bogen sitzen, blos ick flog lm Bogen raus. (Zu einem Droschkenkuticher.) Un nu will ick direkt in det Kanzlerpalais. Droschkenkutscher. So ? Na, denn jrüßen Sie von mir. M u ck e n i ch. Ich danke im Voraus. Droschkenkutscher, wollen Sie , denn da? Wat Mucke nich. Det wissen Sie noch Nich ? Nu erzähle ick bereits 'ne dovpelte Tour lang, um wat cs sich handelt,
un noch wissen Sie et nich. . Hier steht
Nämlich in die'Zeitung vom Donnerstag den allerdrciundzwanzigsten, den cs im März jejeben hat, Foljendcs. (Es,san?meln sich.Zuhorec um ihn ) Hören Sie bloß. (Er sängt an zu lesen.)' Aussehen erregte am Dienstag in und vor dem Palais des Reichskanzlers E i n D i c n st m a n n. Lauter! . . Mucken ich. Für .Ihre Angtrec spreche ick jrade läut jenug, haben Sie verstanden V . -D i e nstma n n. Nee, wenn ick verstanden hätte, denn würde ick ja .nich Lauter!" jerusen haben. M ü ck e n i ch. Na, denn werde ick et mal mit dem zweijestrichcncn Niemann versuchen. (Er liest laut weiter).... ein reduzirt gekleideter Mensch, der auf jeden Fall den Fürsten zu sprechen verlangte. Aus den wirren Reden war ersichtlich' - Ein Briefträger. Nich so laut, man kann ja Ihr eijcnes Wort nich hören ! Mucke nich. Det schadet mir nischt. Herr Stephan. (Liest weiter.) . .daß man es mtt einem Geisteskranken ?u. thun habe, und erfolgte daher seine Sistirung nach 37. Polizei-Revier in der Leipzigerstraße. .Dienst mann. Bravo! Zulaae haben ! M u ck e n i ch (geht weiter). Un nu will ick mal nach dem Palais des Reichskanzlcrs, un wenn der Fürst jrade zusällig wieder in seinem Sohn zum Volk hcradjestiegcn is oder sonst nich zuHause sein sollte, denn werde ick den Portier sragen, ob ick, Muckenich, vielleicht der Jcisteskrankc jcwescn bin. (Laut.) Denn der Volkswirthschastsrath hat det Monopol, abjelehnt, un wer jetzt nich den Verstand verliert, der is verrückt ! Schutzmann. Nicht so laut! M u ck e n i ch (außer sich). I, wozu denn die Heimlichkeit ? Et is ja nu doch allgemein bekannt un nich mehr zu unterdrücken. Ja, et iö Allens verrückt, un det is zum Dollwcrden! (Zu einem Jungen.) Denken Sie sich den Zustand, Herr Drasal. Der Volkswirthschaftsrath stimmt jejen's Monopol, da sagt die Norddeutsche Alljemeine, det verstehen die Liberalen nich, der Volkswirthschastsrath hat jejen det Monopol jestimmt, weil er dasür is. Wat sagen Sie dazu, Herr Drasal? Steht nich Allens us'n Kopp ? Der Junge. Hurrjöh, haben Sie aber'n Käfer! (Läuft fort.) Mucken ich. Det macht det Herrnm . , rr , i ilaze melier, xzt war oies ayr lar i ctr i... . ! iccn dinier, un oer ruyilng is nicy fahrplanmäßig einjetroffen, sondern ville zu früh. Kaum merkten det die Käfer, so kamen sie sofort zur Welt, un daran sehen Sie, det ooch in der werthen Natur Allens us'n Kopp steht. (Er redet eine Dame an.) Ah, da sind Sie sa, Princeß Pauline. Nee, haben Sie sich verändert ! (Die Dame geht rasch vorüber.) Sie sind ja sehr jewachsen, un wenn det so fortjeht, denn wachsen Sie ja die Marjan in'n Schatten, so daß Sie die jrößte Zwerjin sein werden, die jemals ausjestellt jewesen ist. (Schreit.) Hier, meine Herren, schen Sie den Riesenzwerg Princeß Pauline Schutzmann. Wenn Sie Skandal machen, werde ich Sie verbasten. M u ck e n i ch. Sie find der erste Mensch, der mir nich mit Skobeleff verwechselt, Väterchen, sonst würden Sie mir nich mit Verhaftung drohen, weil ick den öffentlichen Frieden störe. Un nu bitte ick Ihnen, jehen Sie mit in det Reichskanzlerpalais, ick will da erfahren, ob ick der Jeistesjestörte .vom Dienstag bin, oder ob der Volkswirthschastsrath wegenBismarckbeleidijung verklagt wird. Entoder weder ! Jehen Sie mit ? S ch u tz m a n n (ergreift Muckenich am Arm). Vorwärts. Mucke nich. Sie jehen ja rechts. Links müssen wir jehen. Nee, is det 'ne verrückte Zeit! So'n Patrimonium tremens is noch nich dajcwesen. (Nach einer Pause.) Wissen Sie schon det Neuste? Sie bringen mir nach'm 37. Polizei-Revier in die Leipziger Straße, wo der Jeisteskranke hiniebracht worden is. Na, denn weeß ick Bescheid. Erinnern Sie sich, wat ick Ihnen von der Prinzeß Pauline jesagt habe ? Et ist davor jesorgt, det die Zwerje nich in den Himmel wachsen. .Ick, bin zwar janz nüchtern, aber doch nich so sinnlos, det ick nich insehe : ' So ikönnen wir nich fortjehen. Sie wollen mir verstaatlichen? Schön! Der' Volkswirihschaftsrath wird dajejen stimmen,- aber et nützt nischt, Sie verstaatlichen mir dennoch. (Er wird in die Wache geschoben.) 'Mahlzeit, Herr Volkswirthschastsrath, un wenn ick nich jeistesjestört bin. Sie. . . .find. . unschuldig. (Er setzt sich nieder und schläft ein. . - (Wespen.) ; Eine Fee des Ballets. Welch reizende Figur ! So rief ein Elegant. - Durch meine Hülfe nur !" Ein Fischbein-Fabrikant. ' Welch üppig schöner Bau. Fern jeglichem Getäusch ! Wattirer rief : Ich schau' Nur FleisH von meinem Fleisch !"- Es rieselt um sie her. Wie flüssig Gold das Haar ! Ach" raunte ein Friseur Bezahlte sie nur baar !" Beim Lächeln voller Huld, Man jeden Gram vergißt ! ' Nur ich nicht ihre Schuld !" Sprach seufzend ein Dentist. Furchtbare Drohung. Wenn der Herr Oberlehrer Doktor Pimpcling sich ärgert, so wird er hestig, und dabei passtrt es ihm leicht, daß er sich verspricht. Eines Tages sind die Schüler während der Lection so unbotmäßig, daß er in Hitze geräth und ausrust : Wenn dieses unqezogene Betra gen nicht aushört, so setze ich das Buch aus den Ziops, nehme die Thüre des Eon ferenzzimmers unter den Arm und geh' in den Hut. ' Gast : Kellner, geben Sie mir eine Portion Forellen!" Kellner: Wünschen Sie dieselben blau abgesotten V Gast : Ist mir egal, ich bin färben blind."
. Zwei Bilder. r Entworfen nach Angaben deZ Warschsuer Jtulhtl terichteS. ;; i. Die Kerzen funkeln, die Köpfe glühn. Zur Decke knallen die Pfropfen, Wie leuchten die Augen der Männer o . r ' kühn. Wie pochen die Pulse und klopfen. Und Einer mit redegesaltigem Mund Erhebt sich im fröhlichen Reigen, Er schlagt an's Glas, da verstummet die Rund' -In feierlich harrendem Schweigen. Pardon keinem'Deutschen, das schwöret' irhier! . Nein, schlachtet sie hin ohne Schonen? Wie Trommelschlag klingt es und Säbelgeklirr, . Wie Donner aus Krupp'schen Kano . . . - . nen. t Wir brechen die Städte mit stürmender Hand, Wie stolz ihre Träume sie recken. Der Sitte, der Wissenschaft eiteln Tand Vernichte der hunnische Schrecken !
Da klingen die Gläser zusammen, da schallt Der Jubel beim festlichen Mahle. Wer ist denn der Held, der die Redege walt So übet beim vollen Pokale? Held . Skobeleff ist es. das slavische - Schwert, Urwüchsig m männlicher Frische, Er schlägt, wie er spricht ; wer weiter sich wehrt. Den trinket er unter die Tische ! II. Triib' brennen die Lampen und flackem so matt. Still leuchten von oben die Sterne. Zuweilen nur hallt in der schlafenden Nacht Des Wächters Schritt aus der Ferne. Zuweilen nur kreuzet mit schlürsenden Ganz Ein wodkibegeisterter Schatten Die Straße und wanket die Häuser entlang Des Trottoirs glitschige Platten. Da horch! in dem Rinnstein was reget sich, Sind's.Ratten die Futter sich suchen? Jetzt hebt sich ein Arm und beweget sich. Und horch ! jetzt ein murmelndes. Flu-. chen. Ein Hut liegt am Rande der quirlenden Fluth, Zerbeult und des Glanzes entkleidet. Wer ist es, des weidlicher Leib hier ruht Und des Trinkers Fuße erleidet ? Wer ist es, der also gebettet hier liegt. Die Arme aus schlammiger Pfühle, ftl tt&f& äiwä & OUiil U kJ Lift UUIMiUJL &. LL Lk k U l. wiest. Durchnäßt von der rinnenden Kühle? Held Skobeleff ist es, das slavische Schwert, Der Sieger in hundert Gefechten; Hier setzt ihm ein Denkmal, der Ort ist eS werth. Wo er je! n des Alkohols Mächten! (Ulk.) , Wuä dem Nomanzero derESkimo'S. Freie Utbertragungen von Allilalak.iem grenländischen Sänger. I. Leise zieht durch mein Gemüth . Schnee und Eis und Klälte ; Klinge, kleines Nordpol-Lied, Ueber Sund und Belte. Kling' hinaus bis vor das HauS. Wo sie Thran genießen : Wenn du einen'Seehund siehst. Sag' ich laß ihn grüßen. H. Und wüßten's die Dorsche, die kleine Wie tief verwundet mein Herz. Sie würden mit mir weinen. Zu heilen meinen Schmerz. Und wüßten es die Seelöwen Wie ich so traurig und krank: Sie sängen mit den Möwen - " Erquickenden Gesang. ' s ' i '- ,7 ,. ii ' ' . :: Und wüßten sie mein Wehe; " ii y s Die lieben Walsi chleiii, - '17! Sie tauchten wohl in die Höhe? ,j ' ' Und sprächen Trost mir tvu nx if ff m?: Mrr.4 JUvui aui luiiucu 9 uiuji u;iiiu, Nur Eine kennt meinen Schmerz : Opäpanak hat zerrissen, Zerrissen mein Eskimoherz. ' " III. . , Du bist wie eine Robbe, So rund, so fett und glatt ; Ich seh' dich an und bin schon Bon deinem Anblick satt.' . . 'y ' Mir ist, als ob ich die Hände Auf's Haupt gelegt dir hätt'. Bittend, daß du dichthaltest Sv rund, so glatt, so nett. Julius Stinde. UnangenehmeZVersehen. Eabinetsordre : In Folge Allerhöch. ster Entschließung wurde dem Fabrikan ten Muhlenstcin das Grolreuz vez fürstlichen Hausordens, und dem Leib e i e 0"lLt a!m9 arzr r. Aluulenneln oer Hoflieferanten allergnädigst zu ertheilen geruht. Kommandantur-Befehl. ,.Sobald Feuer ausbricht, hat sich der wachthabende Ossizier ohne a l l e B e sinnung aus die Kommandantur zu begeben." Schöner Gedanke. Ein Höfling sagte einst zu seinemFür sten : Es geht das Gerücht, daß Ew. Durchlaucht mir ein Geschenk machen wollen." Hüte Dich, es zu glauben", war die Antwort des Mrsten.
