Indiana Tribüne, Volume 4, Number 202, Indianapolis, Marion County, 16 April 1882 — Page 3
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Er hte nickt aezeiat mi Ttrtfc ifcm i Gsf7. c ' a-jw' r qico aeaanaen war. als aber hie Me sich einer nach dem andern entfernt .Eckten, als auch zuletzt die GeHeimrätHin f ' . k. an . r rr ' ' wi oern Prvseiior nacy UK. gereist war, UC dort einige Wochen zu bleiben, als er wieder allein war in dem großen Hause, lg welchem in der letzten Zeit ein so glückliches Leben geherrscht, da begab er sich aus sein Zimmer und brach erjchöpst aus einem Stuhle zusammen. Er preßte die Hand vor die Al?gen, denn jetzt, wo er allein war, ließ er seiner. Erregung und seinem Schmerze freien Laus. Ein banges Gesühl erfaßte ihn, es "war ihm, als ob er die Lieben nie wieder sehen werde, und doch wünschte er so sehnlich. Zeuge ihres Glückes zu sein. Er süylte sich matt, die Aufregung'der letzten Zeit hatte ihn mehr angegriffen, als er erwartet. Fast'hastig sprang er empor, gemaltsam wollte er die Ermattung abschütteln, denn seine Aufgabe war noch nicht beendet. Hatte er Platen und Elsa, hatte er die Geheimräthin nicht zu der Reise überredet, um Zeit und Ruhe für die AuZschmückmig des Hauses zu gewinnen ! Er wollte ihnen den neuen Heerd so heimisch als möglich gestalten, und gewohnt. Alles selbst zu leiten, mochte er dies nicht sremden Händen überlassen. Und noch eine andere Aufgabe war an ihn herangetreten. Stein hatte ihm seine Liebe gestanden und ihn gebeten, bei Emmy's Mutter zu seinen Gunsten zu wirsen. Er hatte es versprochen, ohne im Augenblick daran zu denken, ob es ihm gelingen werde, sein Versprechen zu erfüllen. Fast zweifelte er daran, da Frau v. Malten nüt Stolz auf ihren Adel blickte und für ihr einziges Kind hohe Hoffnungen nährte. Und zu all' diesen Sorgen drängten sich immer wieder die Gedanken an seinen unglückseligen Reffen. Wo war derselbe? Ter Eommissäc hatte schon früh am Morgen das Gut verlassen, um den Verlorenen aufzusuchen und ihm eine nicht unbedeutende Summe mit der Bedingung, Deutschland für immer zu verlassen, zu übergeben. Gelang seine Bemühung ? War . nicht zu befürchten, daß Sclditz im Trotze der Verzuxiflung diese Bedingung zurückweisen werde ? Der kleine Herr saß stundenlang regungslos da. Bald glaubte er Elsa's und Platen s glückliche Augen zu sehen, und dann trat wieder das spöttisch verzerrte Gesicht seines Reffen vor ihn hin. Schwer drückend und peinigend lagen diese Gedanken auf ihm, und doch vermochte er sich nicht von ihnen loszureiße. Ta trat sein Diener ein und meldete die Rückkehr des Eommissärs. Führe ihn hierher !" rief er. S einAuge gewann neues Leben, es war, als ob der Eommissär Erlösung von all' dem Bangen und Sorgen brächte. Pitt trat ein.' . Haben Sie ihn gefunden? Ist er auf die Bedingung eingegangen?" rief er dem Eintretenden entgegen. Ein Blick aus das Gesicht des Eommifsärs würde seine Frage überflüssig gemacht haben, denn Pitt sah niedergeschlagen aus. Ich habe ihn nicht gefunden," kantete die Antwort. Unruhe hatte den kleinen Herrn ersaßt. Die Hoffnung, welche er gehegt, war vergebens gewesen, jede Stunde konnte der Unglückselige eintreffen, im eigenen Hause fühlte er sich nichj mehr sicher. Habe Sie nicht nachgeforscht, wohin der Unglückselige sich begeben V Gewiß, allein ich habe keine Spur von ihm entdeckt. Niemand hat ihn weiter gesehen, in keinem Dorse der Umgegend hat er ein Unterkommen während der Nacht gefunden." Dann habe ich seine Rache noch immer zu befürchten V Ich bin zu Ihnen zurückgeeilt, um Sie zu mahnen, vorsichtig zu sein, ich selbst werde die Nacht über noch hier bleiben, obschon ich nicht glaube, daß er noch kommen wird. Nach meiner Ueberzeugung hat ihn gestern Abend auf dem Wege hierher ein Unglück ereilt, denn wer einen so weiten Weg gemacht hat, um eineRache auszuführen, gibt dieselbe im letzten Augenblicke' nicht auf. Vielleicht hat er sich in der verzweiflungsvollen Lage, in der er sich befand, selbst das Leben genommen!" Auch diese Nacht schwand ohne Störung dahin, der Polizeikommissär kehrte früh am andern Morgen zur Stadt zurück, da sein Beruf ihm nicht länger zu bleiben gestattete, und auf dem Gute schien Alles seinen gewöhnten Gang wie der zu gehen. Weshalb das Gut zwei Nächte lang bewacht war, wußten weder d Verwalter,noch die Knecht, und keiner von ihnen, besaß den Muth, den Freiherrn darum zu befragen. Scheinbar ruhig schritt derselbe durch das Feld hin, nur seine Brauen - waren zusammengezogen, und um den Mund machte sich der Ausdruck stillen Kummers bemerkbar. Gegen Mittag kam einBote des Schulzen aus. einem nur einige Stunden entfernten Orte, um den Freiherrn zu bitten, dorthin zu kommen und einen Todten zu besichtige, der am Abend zuvor imWalde aufgefunden sei und sein Neffe,de? Baron von Selditz zu sein scheine. Der Freiherr zuckte zusammen,es wurde ihm schwer, dem Boten seine Erregung zn verbergen. Mein Neffe?" stammelte er. Wer will ihn erkannt haben " Der Schulze." Haben Sie den Todten gesehen ?" Ja, allein ich habe den Baron nicht erkannt, ich glaube auch, daß der Schulze sich irrt, denn der Todte sieht nicht aus, wie ein Baron, seine Kleidung ist ärmlich und zerriffen." Ich werde kommen," fuhr Mannstein nach kurzem Ueberlegen fort. Schweiaen Sie hier über-das, was Sie zu mir geführt hat, es muß ja ein Irrthum vorliegen !" Er gab dem Boten ein Gezchenk und befahl, daß sein Reitpferd vorgeführt werde. Wohl fühlte er sich schwach und würde lieber aefahren sein, er mochte iedoch den Kutscher, der seinen Neffen nur zu gut kannte, nicht mit pcy nehmen. Zögernd blieb der Diener, dem er den
Auftrag ertheilt hatte, stehen. . Soll ich Ihnen nicht den Wagen vor fefepJfoS" fragte er.
..WeSlzaIb?" warf de; Freiherr ein. Sie sind zu angegriffen zum Aeiten," gab der Diener zur Antwort. Laß das Pferd bringen," befahl der Freiherr kurz und richtete sich unwiükürlich empor, um zu zeigen, daß er sich nicht so schwach suhle. Das Pferd wurde gebracht, er stieg auf und nahm alle Kräfte zusammen, um fest im Sattel zu sitzen. Er langte in dem Dorse an und ritt zu dem Hause des Schulzen, der ihm mit kurzen Worten wiederholte, was er bereits durch den Boten erfahren hatte. Niemand kennt den Todten," fügte der Schulze hinzu, es ist nichts bei ihm gefunden, was seinen Namen verräth, als
ich ihn jedoch erblickte, siel mir sofort eine Ähnlichkeit mit Ihrem Neffen, dem Baron, aus." Führen Sie mich zu dem Todten," sprach der Freiherr. Der Schulze geleitete ihn zu einem Stalle, ans spärlichem Stroh lag der Todte. Durch die geöffnete Thür siel das Licht cin,und ein heller Sonnenstrahl lagerte sich aus dem von einem wilden Barte umgebenen, durch die scharfen Züge des Todes .entstellten Gesichte des Daliegenden. Mit festem Schritte war der Freiherr zum Stalle gegangen, er hatte alle Kräfte zusammengenommen, als er indessen in die Thür trat und den Todten erblickte, drohte seine Kraft zu schwinden. Mit der Rechten hielt er sich an dem Thürpfosten, um nicht umzusinken, während sein Auge starr auf dem Todten ruhte. Es war sein Neffe. Mochten Elend und Verzweiflung. mochte der Tod die Züge auch noch so sehr entstellt haben, er erkannte sie dennoch sofort wieder. Er hatte dcnTod des Unglückseligen gewünscht, dennoch zog sich sein He.rz krampfhaft zusammen, als er den Letzten eines so alten und stolzen Geschlechtes hingestreckt sah, auf dem ärmlichen Stroh in einem Stalle. Ist der Totc Ihr NeftY?" fragte der Schulze. Der Freiherr hörte diese Worte nicht. Ein unsagbarer Schmer; erfüllte seine Brust, noch immer vermochte er das Geschehcne nicht zu fassen. Er hätte laut aufrufen mögen : Nein, er kann es nicht sein ! So kann der Sohn meiner Schwester nicht enden ! Tieö kann nicht der Rest eines so stolzen und hochmüthigen Lebens sein ! Und doch sagten seine AnCtn ihm nur zu deutlich, daß vor ihm die Wahrheit lag. Ist der Todte Ihr Neffe?" wiederholte der Schulze noch einmal. Er ist es nicht, es sind nicht seine Züge! Er kann es auch nicht sein, eine Ärmlichkeit hat Sie getäuscht '." Die Hand des Freiherrn, mit der er sich am Thürpfosten hielt, zitterte. Verleugnet noch im Tode !" rief eine innere Stimme ihm zu, und doch konnte er nicht anders handeln. Vor ihm stand die trauernde Gestalt seiner Schwester, die letzte Schmach mußte er ihrem Namen ersparen !" Es ist mein Neffe nicht," sprach noch einmal, dann trat er aus der Thur zurück, welche der Schulze hinter ihm wieoer rjercmo. Dann wird der Todte wohl uncrkannt und unbeweint in die Erde gesenkt werden," bemerkte der Schulze. Der Freiherr saßte sich allmählich wieder, wenn schon der Slhmerz seine Brust zernagte. Wem liegt die Pflicht, ihn zu beerdtgen, ob?" fragte er. Der Gememde, aus ihrem Grund und Boden ist er gefunden. In einer Ecke des Friedhoses wird er begraben, denn dort ruht schon ein Unbekannter, der vor einigen Jahren erfroren vor oeri Dorse ausgefunden wurde, und dort liegt auch ein Selbltmorder, der die Zeit nicht hatte ab warten können, bis die Natur das Leben von ihm gefordert hatte." DerFreiherr zuckte zusammen, wandte sich ab, um zu verberge, was in ihm vorging. Der Baron v. Sclditz in einer Ecke des friedhoses in die Erde gesenkt ! Ist man hier so hart gesinnt, einem Unbekannten kein ehrliches Begräbmn in der Reihe der übrigen Todten zu gewähren V fragte er. Der Schulze zuckte mit der Achsel. Er verursacht ohnehin der Gemeinde schon Kosten," entgegnete er. Ich will die Kosten tragen," wars der Freiherr rasch ein. Wer kennt sein Leben? Laßt den Todten bei den übrigen Todten ruhen, gewährt ihm ein Begräbniß, wie Jedem'aus Eurer Mitte. Hier) hier !" Er reichte dem Schulzen seine Börse. .Ich werde mehr geben, wenn dies nicht altsreicht," sügte er hinzu. Gebt dem Todten die Ehren, die ihm gebühren, sein Geschick ist ohnehin ein hartes, da kein Auge an seinem Grabe ihm nachweint !" Der Schulze versprach es. Der Freiherr bestieg sein Pferd wieder und ritt langsam sort ; er sühlte sich so schwach, daß er sich kaum ausrecht zu er halten vermochte. Im Walde angelangt, stieg er ab und setzte sich' müde am Wege auf einen Stein. Mit beiden Händen bedeckte er' das Gesicht, so saß er lange Zeit, Stunden lang Nur das schnelle und tiefe Athmen seiner Brust verrieth, welche Kämpfe in ihm vorgingen, wie er rang, den Schmerz zu bewältigen. . Der stolze Baron von Selditz uubekannt in fremde Erde gesenkt ! Und doch war es besser, als wenn er seinen Namen genannt, wenn noch über der Erde, die bald den Todten deckte, der Name v.Selditz mit Schmach genannt wäre. Als er endlich die Hände niedersinken ließ und sich emporrichtete, schien er ruhiger geworden zu sein. Seine Wangen waren auffallend ble?ch. Er bestieg das Pferd und ritt zu dem Gute der Frau v. Malten. Ueber sein Aussehen erschreckt, eilte die Dame ihm entgegen. Er hörte nicht auf ihre Frage, was ihm begegnet sei. Kommen ie, ich habe mit Ihnen zu reden, mit Ihnen allein," sprach er. Frau von Malten führte ihn in ihr Zimmer. Erschöpft ließ er sich auf einen Stuhl nieder. Ich komme, um die Hand Emmy's für einen Mann von Ihnen zu c&ittcn, der sie aufrichtig und innig liebt !" sprach er. Um Sie zu bitten, daö Glück zweier Herzen, die sich lieben, zu begründen." Ueberrascht hattcFrau von Malten ihm zugehört.
Für wen, sür wen werben Sie um Emmy's Hand V fragte sie. Ahnen Sie nicht, wer sie liebt Frau v. Malten schwieg seinen. öligen-
blick. i Nein," entgegnete s!c dann. - ! Elsa's Bruder hat mir gestanden, daß er Emmy liebt, und daß sie seine Liebe erwidert. Für ihn bitte ich." Frau v. Malten stand erregt aus. Elsa's Bruder, Stein !" rief sie. Nie, nie ! Es ist unmöglich ! Emmy kann nicht die Seinige werden!" .Und weshalb nicht ?" fragteMannstein ruhig. Sie fragen noch! Ich will nicht be- , rühren,- daß er arm ist, ich will auch nicht glauben, das; ihn nur Emmy's Vermögen .verlockt, ich achte ihn, allein Emmy kann einem Bürgerlichen nie ihre Hand reichen ! ' Ein schmerzliches Lächeln glitt über ds Gesicht des alten Herrn hin. Glauben Sie, daß er weniger gut ist, daß er Emmy's Glück weniger begründe wird, nur weil ihm der Adel fehlt V Noch stießt in den Adern der v. Malten kein Tropfen bürgerliches Blut, soll ich mein einziges Kind herabsetzen ? Haben Sie nicht selbst stets darauf gesehen, daß das Blut Ihres Geschlechts rein erhalten blieb, daß kein Flecken auf Ihrem Namen hastete ? Sind Sie nicht stets stolz darauf gewesen?" Ein Seufzer rang sich aus der Brust des kleinen Mannes. Er dachte an eine Vergangenheit, auf welche die Worte der Frau paßten. Dann hob er fest dl Kopf empor. Hören Sie mich an !" rief er. Ich will Ihnen crzählcis, woher ich komme, ich will Ihnen das Ende- eines Mannes schildern, der auch auf seinen Adel trotzte, der mit Stolz und Verachtung auf das bürgerliche Blut herrtfbiiette, der ehrlos starb, weil er seine eigene Ehre mißverstanden !" Er erzählte ihr dann das Ende seines Neffen. Frau v. Malten schwieg. Sinnend blickte sie vor sich hin, denn die erregt gesprochenen Worte des Freiherrn hatten einen tiefen Eindruck auf sie gemacht. Wurde Malten seine Einwilligung gegeben haben ?" sprach sie endlich. Sie werden es begreiflich finden, daß ich bei jedem Entschlüsse, den ich fasse, mich zuvor frage, wie würde er gehandelt haben, denn er ist mir immer der treueste Berather gewesen." Ich achte Sie deshalb doppelt hoch !" fuhr der Freiherr sort. Mallen würde mir beistimmen,, das ist meine feste und ehrliche Ueberzeugung, denn er war zu aufrichtig, um sich einer besseren Ansicht zu verschließen. Er würde einsehen, daß wir um so höher stehen, je mehr wir uns von Vorurtheilen befreien, mögen dieselben auch och so innig mit uns verwachsen sein." Dann will auch id) es thun," entgegnete Frau von Malten, indem sie dem Freunde dieHand entgegenstreckte. Hastig erfaßte der Freiherr diefeloe. m yaben Sie Dank für dies Wort !" rief er. Sie werden es nicht bereuen. Stein wird nie vergessen, wie viel er Jhnen zu danken hat, und Sie selbst haben sich durch dieses Wort einen glücklichen Lebensabend geschaffen." Frau v. Malten wollte Emmy rufen, um derselben ihre Einwilligung mitzutheilen. Nicht jetzt," bat der kleineHerr. Lassen Sie mich erst fort sein, mein Herz ist heute so schwer, daß ich ihr heute nicht mit der heiteren Freude Glück wünschen kann, wie ich es möchte. Morgen, morgen kehre ich wieder, und ich weiß, daß ich dann in ein glückliches Auge blicke !" Er verließ rasch das Zimmer. Der Diener hielt vor dem Hause noch sein Pferd, er stieg hinauf und ritt davon. Langsam ließ er das Pferd dahin gehen, seine Gestalt schien gebrochen zusein. Vor seinen Augen schwebte das entstellte Gesicht sneS unglücklichen Neffen,der unerkannt in die Erde gesenkt wurde. Dann riß er sich gewaltsam von dem düstern Bilde los, er richtete den Kopf empor,und aus seinen Augen leuchtete der Stolz echten Adels, das Bewußtsein, mit einem Vorurtheile gebrochen und einer freien Anschauung die Bahn gebrochen zu haben. Frau v. Malten hielt Wort, und ihr Segen vereinte zwei Gluckliche. (Ende.) . T h i e r sch u k v e r e i n 3 1 i c tot. Dort reibt ein junger Elephant . Den rauhen Rücken an der Wand; ' Er wird des Lebens nimmer froh,' Denn ach, ihn beißt ein großer Floh. Doch was nun thun? Den Floh er schlagen? Was würde unser Vorstand sagen ? Drum kann mein Weh hier wenig ' nutzen. Dieweil wir auch den Floh beschützen ! . Kindliche Logik. Eine Dame trägt in einem Wohlthu tigkeits-Eonzert eine Arie vor, und zwar so vorzüglich, daß das Publikum stur misch da capo" ruft. In der ersten Reihe der Zuschauer sitzt das kleine Coch terchen der Sängerin, das sich jetzt sehr erregt erhebt : Das ,st ungerecht, Ma ma hat ihre Lektion Zehr gut gekannt, sie braucht )ie nicht noch einmal herzusa gen." . Zu viel gesagt. Vertheidiger (zu den Geschworenen) : Meine Herren Geschworenen ! Sie dür sen den Diebstahl meines Clienten nicht mit zu strengen Augen ansehen. Die Spitzbuben pflegen sich gewöhnlich nicht viel dabei zu denken, wenn sie stehlen. Schwurgerichtspräsident (langsam und nachdrücklich) : Da muß ich den Herrn Vertheidiger mit einer Frage unter brechen : Weiß denn der Herr Vertheidiger das so bestimmt aus eigner Ersah rung? Der , Schwur. Vater: Schwöre mir, mein Sohn,das Schwert Deiner Ahnen nur im Falle der Noth und nur zu einem ehrlichen Zweck zu ziehen ! Sohn: Ich schwöre bei Allem, was mir heilig ist, diese Waffe nur im Nothfall zu einem ehrlichen Zweck zu ziehen !
Vorstudien. V 'Die schönen Zeiten sind längst vorü oer. wo der Chorist noch bei Tage irgend
ein solides Gewerbe betreiben und sich als Schneider oder Schuster um seine Mitmenschen verdient machen konnte, während er Abends sich ein glänzend Rittergewand anthat oder als Berggeist oder Jägerbursch bei Gasbeleuchtung und Orchesterbegleitung die Kunst und die deutschen Opernverhältnisje heben half. Aus kleineren Bühnen, in den wellentlegenen Gegenden Hinterpom merns und Westpreußens mda es auch heute noch sein, daß die älteste Cho ristin nicht nur als gewiegte Chorführer rin sich der Anerkennung lhrer Mltdur ger erfreut, sondern auch als wette Frau- das Vertrauen der weiblichen Bewohnerschast genlkßt. Bel. den ge steigerten - Ansprüchen unserer großen Theater sind derartige idyllische Verhaltmne, zur Unmöglichkeit geworden; die zahlreichen Proben nehmen auch bei Tage die Mitglieder des Chors so sehr in Anspruch, daß sie gezwungen sind, sich ganz und gar, bei Tage und am Abend, in den Dienst der Kunst und der Fettschminle zu stellen. Trotz dieser verhaltnlßmaßg zungen Existenz verussmäßiger Theaterchöre kann über das Alter derselben kein Zweifel herrschen. Nicht , nur kannte das Alterthum den Chor, wenn onch nur im reciUren'oen Schauspiel, da es mit den Segnungen der modernen Opernliteratur noch nicht bekannt war, auch da ehrwürdige Alter der meisten Choristinnen ist ein vollgültiger Beweis, daß der Chor seine erste Entstehung emer grauen rncht mehr genau kontrollirbaren Vorzeit verdankt. ES liegt mir durchaus sern, gegen die in Ehren grau und rund gewordenen Choristinnen den ersten Stein zu erheben, aber ich fürchte, wenn die verschiedenen VerschönerungLvereine in deutschen Städten ihre Thätigkeit auch auf das Theater zu erstrecken beginnen, so werden auch jene ehrwürdigen Ruinen der Alles nivellirenden und dahinrassenden Zeit zum Opfer fallen. Vorläufig weist der Opernchor, der männliche, wie der weibliche, noch Vertreter der verschiedensten Lebensalter auf. Denn während in der Abtheilung der Männer das Alter überHaupt nur selten eines der Haupterfordernisse sür einen guten Choristen war, macht sich auch unter den Frauen das jugendliche Element immer mehr bemerkbar, zum Schrecken und Graus der alten Garde, die aber nicht vom Platze weicht. Die Garde stirbt wohl, aber sie crgiebt sich nicht", d. h. sie läßt sich nicht pensioniren. Die Hanptperson unter d.en Choristen ist natürlich der Chorführer, dessen selbst bewußtes Austreten zur Genüge beweist, wie sehr er von seiner Tüchtigkeit überzeugt ist. Da er zuweilen auch in kleinen Solopartien auftritt und bei Skatpartien und Terzetten als dritter Mann willkommen geheißen wird, so betrachtet er sich eigentlich als völlig außerhalb des Chors stehend und sucht das auch aus der Buhne durch den Zwischenraum zu marki?en,den er sorgfältig zwischen sich und seinen Kollegen ausrecht erhält. Sein Name steht hier und da auf dem deaterzettel. er m oh t uno nur achselzuckend und verzweifelnden Blicks läßt er sich die Gemeinschaft der Uebri gen gefallen. Aus größeren Bühnen ist der Chorführer meist.noch ziemlich jugendlich und mit leidlichen Stlmmnut teln begabt. Am nohlsten fühlt er sich rn glänzender Rltterrunung. Mit un glaublicherSelbstgefälligkeit und kühnem Phantasiebart sieht er auf das Publikum, dessen Auge er nur auf sich gerichiet glaubt. Er singt stets mit dem ganzen Kraftaufwand seiner beiden Lungenflu gel und suchtauch im Spiel eine chevale reSke Leichtigkeit und Selbständigkeit zu entwickeln, die ihn oft völlig als Har lequin erscheinen läßt. Der wirklich alte Chorführer, der vom Solisten mit der Zeit zu dteler' subalternen Rolle herab gesunken ist, verschwindet mehr und mehr uud gedeiht eigentlich auch nur noch in Hinterpommern. Da singt er denn rm Wmter aus den kleinen Saison theatern so gut als möglich mit, und im Sommer zieht er mit wandernden Mu sikkapellen aus den Dörfern umher und bringt seine musikalischen Kenntnisse in Behandlung der großen Pauke zu gefäl liger Verwendung. Er erzahlt mitVor liebe von den riesigen Erfolgen, die er dereinst eingeheimst hat, schnupft Tabak und' rasiert sich den Bart dis auf zwei Kaffeebohnen unter den NaSlöchern. Sonst hat . er keinerlei bemerkenswerthe Eigenschaften, Neben dem alten Sänger ist m Chor am ansfaklendften der alre Schauspieler. Dereinst hat er Helden, Liebhaber und Bösewichter m buntem Durcheinander verzapft, er stöhnte manch mildes ihr Götter", er seufzte manch zär!lichesAch!Und wie er sie alle verzapft hat, das beweisen die ausgearbeiteten Züge seines Gesichts, die von allen Leidenschaften durchwühlt. sind,und die er auch jetzt noch nur im äußersten Nothfalle durch einen verhüllenden Bart entstellt.' ' Seine gesanglichen Leistungen sind natürlich äußerst bedenklicher Natur, und seine Stellung ist nur- so eine Art Gnadenbrod, das ihm eine wohlwollende Direktion gewährt, aber was er stimmlich zu wünschen überläßt, sucht er schauspiele risch vollauf zu ersetzen. Er drängt sich stets in die vorderste Reihe, um durch schöne und ergreisende Stellungen das Publikum, zu begeistern. Er weiß ein beleidigend , srivoleö Lächeln zu heucheln, wenn er als leichtlebiger Kavalier Rigoletto's Tochter entführen hilft, und Niemand kann die würdige und ernste Ruhe übertresfen,mit der er im Gefolge Sara stros die Tuba ergreist, um Isis und OsiriS seiner ergebenste Zuneigung zu versichern. Als eifriger Levit in der Königin von Saba" entwickelt er sogar fast immer eine so ernste Lebendigkeit des Spiels, daß schon mancher Assad Himmel und Hölle verflucht hat, gerade diesem Leviten in die Hände gefallen zu sein. An übermäßigen Aufwand von Spiel läßt es auch der kleine Tenorist nicht fehlen, dessen helle, grelle Stimme durch alles Brausen der Qrchester-und ChorMassen hindurch sich vernehmlich macht. Aber auch der Schwerhörige sindet ihn leicht heraus an der übergroßen Oeff-
nung, die er seinem Munde abzugcwin-
nen versteht. Je höher der Ton, um 10 größer die Oeffnung, und zuweilen befürchtet man ernstlich, daß dem armen Menschen ems der Klesergelenre aus den Fugen geht. Aber nicht nur mit den r...v ii cr mnoaaen, pnuern auaj i;;u Linien und Beinen entwickelt er eine fabelhaste Beweglichkeit. In kritischen Momenten zieht er stets mit aufopfernder Hingebung sein Schwert und am glücklichsten lst er, wenn es zumHandgemenge kommt. Dann wird er oft so heftig, daß sein Gegner sich allen Ernstes' seiner Haut wehren muß; er sühlt sich als Held und erst ein warnender Zurus de Jnspicim ten weist ihn in seine Schranken zurück. fru.-:ei n.jf ,.k MJIZ llUliyCU VMJUllltll 1UII IU UU a Spiel weiter nicht ein, höchstens fahren sie einmal mit einem Arm ganz unmotivirt in die Lust oder kreuzen ausdrucks voll beide .Arme über der Brust, sonst suchen sie möglichst wenig Aussehen zu erregen und singen ihr Part so gut als möglich herunter. Alles ist ihnen gleich giltig, ob sie Schreck,Jreude oder Abscheu auszudrücken haben, nichts ist ihnen heilig,' außer dem Kapellmeister. An ihm hängen ihre Augen mit einer Inbrunst, die durch keine Vorgänge aus der Bühne abgelenkt zu werden vermag, und wie: gebannt solgen sie den Schwingungen des Stockchens, das ihnen zu singen oder zu schweigen gebietet. Nur einer von ihnen hat kein Auge sür den Dirigenten, sondern schaut unverwandt nach jener jungen dunkeläugigen Choristin, der Einzigen im ganzen Chor, die auf Schönheit Anspruch machen kann. Im mer sucht er einen Platz in ihrer Nähe, denn, ach, er liebt sie mit der ganzen Glutb seines choristischen Herzens. Bei Auszügen, bei denen Männlein und Weidlem paarweise zu mjchttren haben weiß er es immer so einzurichten, daß er mit ihr zusammentrifft. Er ist nicht schön und seine ungesüge, gedrungene Gestalt erhält selbst in der reichen Tracht des Edelmannes oder des Ritters kein gefälligeres Aussehen. Ja, als ich ihn !,,s X v Oli'tAtto frtTi tttttt'i i rf t" llllUlUt UUp'. I Vll VUllll UT U.Mp.v sogar gestehen, daß er auch entschieden wenig Gewicht auf reine Wäsche legte, ersah, offen gesagt, recht unsauber aus. Sie, das schöne Kind mit den dunklen krausen Haar, hatte kaum ein leichtes Lächeln sür ihn. Nicht das sie mit dem Publikum kokettirte und mit den Herren in den Logen verständnißinuige Blicke tauschte. Sie war entschieden ein gesittetes Mädchen, aber der kleine Chorist mit der selbst unter der Schminke nicht ganz sauber erscheinenden Gesichtsfarbe war ihr doch gleichgiltig. Vergebens entsandte er seine schmachtendstenBlicke,cr wurde nie erhört. Dann schien er erregt zu werden, er sing an mit ganzer Kraft zu schreien und brachte den Kapellmeister oft zur Verzweiflung, da er den ganzen Chor zu stören drohte. Eines Abends ging ich eine Viertelstunde nach dem Schluß der Oper an der Hinterfront unseres Theaters vorbei. Die Chori stinnen kamen gerade heraus mit ihren kleinen Packetchen unter dem Arm, unter ihnen auch die. .jugendliche Schöne. Ich sah wie sie aus einen dicken Mann zueilte, der schon eine Weile am Ausgange gewartet hatte, und dessen Gesicht glänzend und rund aussah, wie eine gut anfgegangene Semmel. Ich kannte ihn, es war ein ehrsamer Bäckermeister aus dem Osten der Stadt. Vergnügt trennte sich das Pärchen von dem Schwärm der Uebrigen, und ich wußte nun, daß man um das Schicksal der hübschen Choristin unbesorgt sein dürste. Sie wird nicht alt und dick in der Kunst werden, ihr hübsches Gesicht wird nicht bleicher und bleicher werden unter der verheerenden Schminke, und auch das Schlimmste wird ihr nicht zu Theil werden, sie wirö nicht eines Tages mit glänzenden Toiletten prunken um nach' wenigen Jahren ein trauriges Ende zu' nehmen. Ein paar Monate nach jenem Abend war sie vonder Bühne verschwunden, und .als ich einmal'zufällig bei dem Laden des Bäckers vorüber ging, fah ich sie hinter dem Ladentisch stehen, zierlich und graziös wie' immer, aber schon etwas rundlicher und frauenhaster geworden. Die Atmosphäre der frischen Semmeln schien ihr ganz besonders gut zü bekommen. , Da war die Kunst wirklich einmal mit dem besten Erfolge nach Brod gegangen.- ' ' Freilich den wenigsten Choristinnen wird ein solches Glück zu Theil, und die meisten werden nicht bei Semmeln und frischen Hörnchen, sondern bei Fett schminke und falschen Brillanten 'alt und dick. Ein gewisser, respektabler Leibesumfang ist übrigens für eine alternde Choristin nicht zu verachten. 'Aus unse ren. großen Bühnen kommt sehr viel auf Füllung an, nud da man die Zähl, des Chorpersonals doch nicht gut verdoppeln kann, so ist es sehr gut, wenn jede einzelne möglichst stark repräsentirr. Dicke Choristinnen werden als Hof'UndEhren damen.jUnd bei großen Auszügen als auswärtige Prinzessinnen und edle 'Gäste.mit Vorliebe verwendet. Diesch weren,, anilinfarbenen Seidenstoffe, , die noch schwereren Samt- und Brokatmäntel, nehmen sich aus ihren mächtigen Schultern vortrefflich aus; v'nd außerdem sieht es dann immer hübsch voll aus auf der Bühne. Die dicke Choristin ist sich ihres Werthes aber ävch voll bewußt und sieht auf das 'saumselige, magere, jugendlicheGesindel mit souveräner Verachtuna herab. Für sie bekommt der sMensch erst einige Bedeutung, wenn er. mindestens zwei Centner schwer ist., Den tiefsten Abscheu empfindet sie vor denjenigen Kolleginnen, die alt geworden wie sie, und doch mager geblieben sind, welche ihre Zeit nicht zu nutzen verstan den und, anstatt für gefällige Rundung zu sorgen, noch immer kläglich ihre Kno chen zur Schau tragen. Was hilft es diesen unglücklichen Wesen daß sie zuweilen in Pagenkostüme gesteckt werden, in denen die Magerkeit noch am besten zu ertragen und zu verdecken ist. In allen Opern können sie doch nicht als Pagen erscheinen, und die schweren Prachtgewänder schlottern um ihre Glie der, als wären sie nur an Holzstöcken aufgehängt. ' Am besten nehmen sie sich noch als verkappte Berggeister oder Wasserfräulein auS, weaigstens ist ihre ätherische Magerkeit wohl geeignet, den Eindruck des Geisterhaften mit erschreckender Natürlichkeit hervorzurufen. Uebsr Allen aber, über Jungen wie
Alten, über Dicken wie Mageren thront als Herrscherin die Führerin des Chors, die zumeist auch noch alter ist alS die Aelteste, und dicker als die Dickste. Auch sie wird hie und da der Ehre gewürdigt, mit ihrem Namen auf dem Theaterzettel zu prangen und irgend ein kleines Solo zu übernehmen. Meist ist sie dann eine Vertraute" und hört auf den Namen Jnez. Sie ist dazu da, daß alle unglücklich liebenden Primadonnen und Koloratursängerinnen ihr dramatische? oder kolorirtes Leid in ihren vollen Busen ausschütten, wobei die Vertraute freilich keines Blickes gewürdigt wird, da eine klagende erste Sängerin immer nur Himmel, d. h. auf die oberen Sofsiten oder auf den Kapellmeister blickt. Trotzdem ist die Vertraute gehalten, durch einige bedauernde Armschwenkungen ihr tiefstes Beileid auszudrücken und demselden hin und wieder durch 'ein paar fettige Gutturaltöne.sogar artikulirten Ausdruck zu verleihen.
Es ist ganz eigenthümlich, daß die Chorführerinnen stets unangenehme seitige Stimmen haben, es klingt sast, als hätten sie sich von Jugend aus auch die Stimmbänder mit Fetlschminke belegt. Unter den übrigen Choristinnen . ersreut sie sich einer Anerschütterten Autorität. .Auch sie hat ja einstmals besten Tage gesehen, wenigstens dchaziptet sie eS mit ersreulicher.Beständigkei!. Sie war einst die gefeierte Primadonna des Theaters zu Meseritz, sie hat einst eine Norma und Donna Anna gefunden, die nicht von schlechten Eltern war. Der junge Nachwuchs, der sich jetzt in ersten Fächern breit macht, das sind Alles Stümper, di: nicht singen gelerrtt haben. Die Wilt sei noch die Einzige, die etwas könne und auch ein Bischen was vorstelle aus der Bühne. Die anderen mageren Puppen wären ein wahrer Skandal für das Theatcr. So spricht mit gewichtiger Stimme die Führerin desChors.und die Jüngeren lauschen in chrsurchtsvollem Schweigen. Eines weniger bekleidete Abart des Chors ist das Oorps ballet, dessen Mitglieder sich im Allgemeinen durch etwas größere Jugend, kürzere Kleider und völlige Gesangslosigkeit auszeichnen. Das Corps de ballet besteht meist aus jungen Damen und nur vereinzelt sorgen eirzelne Greisinnen sür die nothigsten Kontraste. Auch Herren kommen im Corps de ballet nur in vereinzelten Exemplaren vor und zeich-' nen sich dann gewöhnlich durch außerordentlich leistungsfähige Sprunggelenke und merkwürdig entwickelte Wadenmuskein aus. DieValleteuse, die vonKindheit an unter Leitung eines Balletmeisters ihren Beinen eine aller Gelenke spottende Beweglichkeit zu verleihen versucht hat, ist, sobald sie das sünfzehnte oder sechszehnteLebensjahr erreicht hat, ein ziemlich gefährliches Mitglied der menschlichen Gesellschaft, unter deren bevorzugteren Klassen sie mancherlei Verheerungen anrichtet. Kurze Kleider trägt sie nur auf der Bühne, auf der Straße erkennt man sie, au ihren glänzenden Toiletten. Uebrigen weist die Balleteuse so zahlreiche Varianten aus, daß sie nur in einem eingehenden Studio erledigt werden kann. Jrühlinasgrub Glaubt nur nicht, weil graue Haare Mir in Haupt und Bart sich zeigen. Sei mir des Lebens Freude Etwa schon im letzten Neigen ! Staub nur ist es von der langen Reise, die ich mußte machen ! Kreuz und quer ja mußt ich suchen. Bis ich kriegte in mein Ränzel Meine besten Siebensachen : Gleichmuth, wenn es stürmt und wettert,' F r 0 h m u t h, wenn die Sonne lächelt, W e h m u t h, wenn was LiebeS scheidet, L e b m u t h, wenn der Frühling sächelt. Äö.lein, singe d'rum und schmett're Deine allerschönsten Lieder ! Tausendfach in meinem Innern Tirilirt ein jedes wieder. Blümlein, grüne, prange, dufte. Will zum schönen Kranz dich pflücken. Will dem nächsten lieben Kinde Auf das gold'ne Haar ihn drücken ! Mägdlein ! kümm're dich der .Staubnicht, Der.den Wand'rer , angeflogen ! . Blick' ihm nur in's Auge, sühle, ' Wie er warm dich angezogen! Wo es lebt in einem Herzen, Wird es. auch ein and'reS regen, Oesfne.uns der Lenz sein Herze, Schlagen uns're ihm entgegen ! . , ,. Dr. Märzroth. Un gewohnteGewohnheit. . " Geheimrath : Aber. Herr Lieutenant, Sie sprechen ja norddeutsch ! . Ich weiß doch,, daß Sie ein guter Rheinhesse' sind. ; Dragoner-Ossizier : Ja, wissen Sie, mein jutester Herr Jeheimrath, wie ich das halbe I ahr in Berlin jewesen bin, habe ich mich das Norddeutsche so anjewöhnt, daß ich mir's gar net .mehr ab gewehne kann. ' . .Der pfiffige Johann. Ossizier (sich eilig ankleidend, zu sei nem Burschen) :,. Johann, lauf' mal schnell hinunter auf den Platz und hole mir die erste beste Droschke." Nach einigen Minuten.als der Ossizier gerade mit demAnkleiden fertig Zukommt der Bursche athemlos zurück. -Ossizier : Nun Johann, hast Du eine Droschke besorgt? Johann : Nein, Herr Hauptmann.als ich 'runter kam, fuhr die erste Droschke eben weg. Fragment aus e inerLeichen predigt. (5istorisch.) Bestimmt, Geliebte, ist aller unser Eingang und Ausgang, und diese unsere geliebte Schwester, welche wir jetzt betrauern, wäre längst gestorben, wenn die gütige Vorsehung ihr nicht ein so ausgezeichneten Arzt zum Gatten gegeben hätte Enttäuschung. Deppert (sitzt mit seinem Freunde Mühlmann bei der Gose) : .Kennst Du das Räthsel schon, August : Es hat vier Beene und en' Schwanz und schmeißt." Mühlmann : Das is e' Pferd l" Deppert (enttäuscht) : .So, ich dachte. Du kenntest's noch nich'."
DaS Alphabet der Liebe. Roman. Von unicrer clgcnm biette.
Ich hatte mein Herz entdeckt. Als ich , es indeß genau betrachtete, war es nicht mein eigen. August redete sich freilich, ein, es gehöre ihm, obschon Bernhard ältere. Rechte hatte, die Cäsar beanspruchte. Daniel war darüber außer stch. Eduard mußte meinen Brief, in welchem ich ihm mit der mir eigenen Offenheit Alles gestanden hatte, längst in Händen haben. Voll Unruhe saß ich in meinem Boudoir und betrachtete da? Portrait Ferdinand?. Oder war es Gustav'S Bild ? ' So ragte ich mich noch, qI$ du Thür ausgerissen wurde. Aber statt d:Z Er warteten trat Heinrich ein. Ich betrachtete ihn-näher. Ich hatte mich geirrt, es war Jfloor. . Julius hat mir Alles gesagt, begann er außer sich. Und ich bin hier, un: Edu ard zu warnen, damit eS ihm nicht er gehe, wie es mir bei Dir ergangen ist, und er eines Tages ohne irgend einen plausiblen Grund von Dir verladen und ausgelacht wird ! Er nahm eine drohende Haltuuz an, wie gestern Karl, und ick schrie laul aus. Da rissen Louis und Martin dieThü? aus, stürzten herein und fragten, waZ los sei. Sie waren vorübergegangen., hatten, wie srüher, zu meinem Fenster hinausgesehen und waren aus meiner:' Hülfeschrei eingetreten. Jsidor erzählte ihnen, um was es sich handelte. Entsetzlich! Die Beiden lobten ihn, und der Eine sügte hinzu: Nicht nur Du. lieber Julius, sondern auch Nathan und Otto beklagen es. den Netzen dieser Sirene nicht ausgewichen zu sein. Das geht zu weit ! rief ich entrüstet und klingelte. Die Zofe trat ein. Ist Jemand im Vorzimmer 5 fragte ich. Wie gewöhnlich um diese Zeit ist Paul da, meldete sie. Soll' ich ihn abermals abweisen? Heute nicht, schrie ich. Er soll eintreten! Was soll ich ? fragte mich der Eintretende. &Mich vor diesen Leuten schützen, bat ich, und ich bin wieder Dein. nAber er wollte nicht. Du hast statt meiner Richard und Siegsried begün stigt, und ich will heute nichts, als mei nen Ring. und die Briefe zurückfordern. Die Brief: habe ich verbrannt, gestand ich, und den Riny gab ich Theodor, oder Ulrich, ich weiß nicht genau, wem. .Nun, dann will ich es Dir sagen, rief er schrecklich. Du hast ihn Valentin ge geben ! Ich war auer mir. Zornig nah ich ein Paar Pantoffeln, die mir WilHelm geschenkt hatte, und schleuderte e? in die Gruppe. Die Erschrockenen wehr ten mit ihren Stöcken ab, zerschlugen dabei Faver's und Jack's Portraits und eilten hinaus. Ich war allein. Wer zu schildern vermochte, was in meinem Innern vo? ging ! So erllüstet war ich, daß ich Zacharias abweisen ließ, um allein zn rixx mit meinem Schmerz. Nun hast Du Keinen mehr ! sagte mir eine innere Stimme, und diese Stimme fragte dann: Was jetzt? Ich werde anfangen,Novellen zu schrei ben, antwortete ich ohne langes Aesin nen. Iu etwas wird doch wohl die Literatur gut sein ! (Wespen.) Ds Unerwartete. Wie kam's nur, und was hat sich zugetragen. Und welch' ein neu Mirakel ist geschehn? So sragt' ich staunend starr vor wen'gen Tagen, Da ich das Unerwartete geseh'n. Gibt's eine sreie Bantoüx Gründung Steh'n Held SkLbelesj's .Hunnen" auf ,. . . , dem Plan ? Schlägt Frankreich los? Hat an der Do-nau-Mündung Ein neues Königreich. sich ausgethan ? Nichts, nichts von alledem ; unendlichschlimme: Ist, was gcscheh'n, und wichtige? zu gleich! Erlöschen sieht, der , Hoffnung letzten Schimmer, Wer noch in Treuen hält zum neuen. . Reich.Geht Herr von Goßler? Wird ob'sungeheuer Auch klinge Cultus- gar und Unterrichts Minister Birchow? Nimmt des StaatesSteuer Eugenius Richter? .Bon dem Aller:. nichts. Doch der Bolkswirthschastsrath. so brav und fleißig Sonst immer sorgend sür des Volkes Wohl, Mit Dreiunddreißig gegen .Einunddrei ßig Hat neulich er das Tabaksmonopöl" Genehmigt ? Wehe ! Nein, verworfenhat er Dos Monopol ! O grauenvolle That ! ' An deinem Busen, Otto, welche Natter Säugtest du groß in dem Volkswirth schastsrath Nicht glauben wollte man's, mit rechten Dingen Konnt's nicht geschehn ! so dachier: Allesammt ; Wer diese Post dem Kanzler mußte bringen. Nein, ich beneid' ihn nimmer um sein Amt ! Was nun ? Schon seh' ich. wie in schwarzer Wolke Das dräuende Verderben eilends naht. EinBliti! Ein Krach! Und vordem lachenden Volke Zertrümmert liegt sein lust'ger Wirlbschastsrath ! (Kladderadatsch.) . Ein Schiller-sester Garon. Gast : Kellner, ich babe Eile, was ist j d . n schnell fertig ?-Kellner : .Schnell
zertig ist die Jugend ml! eem Wort !" ,
