Indiana Tribüne, Volume 4, Number 202, Indianapolis, Marion County, 16 April 1882 — Page 2

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Horn Adel.

E:z5'jlunz von Zyrikdrich Jvrif&rl). (8. Fortsctz'.'.ttg nnb Schluß.) Seitdem er sie wiedergesehen, lichte er sie noch lcidcmchüsllichcr, nnb er fühlte, das; er mir durch fit imfcrljaft glückliche werden könne. Das le'chick t c I b f t schien sciu iicticii an bn ihngc geluüpst zu haden, und r konnte dies auch nicht für ein Spiel des Zufalls halten. Ihretwegen hatte er den 21 rn; verloren und war dadurch genöthigt gewesen, feinen Beruf aufzugeben, ihm hatte das Glna es vergönnt, sie zu erretten, als sie in der Vcrzzveiflung im Begriffe gewesen war, sich das Leben zu nehmen. Eine innere Stimme rief ihm immer wieder und wieder zu : Du hast sie für Dich gerettet ! Und er glaubte dieser Stimme, wie einer unfehlbaren Verheißung. 6s war seine Absicht gewesen, sich nach Elsa's Wiedcrauffinbcn auf ein kleines Gut zu begeben nnb Vcrschiebcncs zu ordnen, um dasselbe zu übernehmen, er schob dies hinaus, weil das Gut sehr cntfcrnt lag und er sich von dem geliebten Mädchen nicht aus längere ,cit trennen mochte. Der Gedanke, daß ihn nur e nigc Stunden von ihr trennten, daß er sie an jedem Tage, wenn er wollte, erreichen konnte, hatte etwas Verlockendes und Bestechendes für ihn. Dazu kam, daß Elsa's Bruder aus Italien heimkehrte und ihn iffuchtc. Er wurde bald befreundet mit ihm, und der häufige Verkehr mit dem Maler weckte seine Neigung zum Malen aus's Neue. Stein nährte dieselbe. Die Schwierig leiten, welche daraus erwuchsen, dch er nur einen Arm besaß,warcn durch Uebung zu überwinden, und er überwand sie all mählich, da er Talent besaß und mit rastlosem Eiser studirte. Er gönnte sich nur dann eine Erholung, wenn er mit Stein hinausging zu dem Gute des Frciherrn, der ihn stets mit unverhohlener Freude empfing. In wenigen Wochen hatte sichManchcs aus dem Gute geändert. Elsa hatte sich Anfangs von Allen abgeschlossen, und der alte Herr hatte den strengen Besehl gcgeden, daß sie Niemand störe. Die Ruhe that ihr wohl. Wich auch der leidende, schmerzliche Zug nicht sö bald von ihrem Gesichte, so schloß sie sich doch allmählich ihrer Mutter und dem Freiherrn mehr an.. Der kleine Herr beobachtete sie mit scharfem Blicke, und sein Auge wurde immer freudiger, je mehr er sie acnescn sah. Durch eine Menge stiller Aufmcrkfamkeiten verstand er es, sich ,hr Vertrauen zu erwerben, und wenn sie ihm dann danken wollte, lehnte er den Dank jedesmal cntschieden ab. Ich wünsche nnr das Eiue, dan ic sich hier heimisch sühlen'" sprach er dann. Erkennen Sie nicht, daß hinter Allem, was ich thue, der Egoismus steckt ? Ich denke nur an mich, denn wenn Sie mich verließen, wenn ich hier wieder allein sein mußte, so wurde ich es nicht mehr aushalten." - Mit Emmy von Malten, welche ttkt öfter zum Besuche kam, hatte Elsa schnell Freundschaft geschloffen, und die beiden Mädchen hingen mit inniger Liebe aneinander. Beide hatten einen Schmerz zu überwinden. Beide mieden jede laute Geselligkeit; das hatte sie schneller zu einander gesührt. So war das Weihnachtssest herangekommen. Seit Jahren sollte zum ersten Male in des Freiherrn Hause der Christbäum brennen, und Mannstein freute sich wie ein Kind darauf. Er hatte Platen und Elsa's Bruder eingeladen, das Fest bei ihm zu feiern, und er traf mit der größten Heimlichkeit die Vorbereitungen zu demselben. Selbst die Geheimräthin, die er als treue Freundin bei Allem um Rath fragte, ließ er keinen Einblick in seine Vorbereitungen thun, denn auch sie sollte überrascht werden. Auch Frau von Malten und Emmy hatte er eingeladen, das Fest in seinem Hause zu feiern ; wohl war es ihnen schwer geworden, diese Einladung anzunehmen, da es das erste Weihnachtssest war, welches sie ohne Malten feierten, er hatte sie jedoch so dringend gebeten, daß sie seinen Bitten endlich nachgegeben, zu mal da sie ihm viel Dank schuldig waren. Der Taa vor dcmFeste war gekommen; Platen und Stein fuhren zusammen nach S. TJ . . 1 S. . 3 k. ' t. sC.a ii ÜCIIl VyulC UCS UltllUlli. vv ivui klarer, kalter Wintertag. Schnee bedeckte dieLandschaft und verlieh ihr einen stillen, erhabenen Eindruck. Der Wagen fuhr aus den Yos ves lLutes, der kleine Freiherr erschien in der Thür, er winkte mit der 5and und ries ihnen laut: Willkommen! Willkommen!" entgegen. Der Abend brach herein, und die Ungeduld trieb den Freiherrn, den Weihnachtsbaum, den er allein und heimlich ausgeschmückt, anzuzünde. In dem Salonzimmer stand der Christbaum, und dort hatte er die Geschenke aufgebaut, mit denen er Jeden in der sinnigsten Weife erfreute. Als er die Thür des Salons öffnete und seine Gäste aufforderte, einzutreten, glänzte sein Gesicht wte das eines Vaters, der seinen Kindern bescheert. Die Freude schien den kleinen Herrn zu verjüngen, so lebhaft ettte er von Einem zum Andern, um Jeden an den für ihn bestimmten Tisch zu führen, und dann eilte er schnell wieder sort, um sich dem Danke zu entziehen. ' Elsa hielt ihn endlich fest, sie hatte ihm mit ihrer Mutter einenTeppich vor seinem Schreibtisch gearbeitet und breitete denselben vor ihm aus. Der kleine Herr wurde ganz still, und sein Auge ruhte bewegt auf der geschmackvollen und mühsamen Arbeit. Er hatte Elja's Hand erfaßt und hielt sie fest, -in-dem er sie dankend drückte. ' Er wollte seine Bewegung verbergen, und doch gelang es ihm nicht. Heiter schwand der Abend dahin. Frau von Malten und Emmy kehrten heim, und Elsa und die Geheimräthin begaben sich zur Ruhe. Stein und Platen zogen sich auf ihr Zimmer zurück, da der FreiHerr ermüdet zu sein schien. Platen war verstimmt. Einige Minuten lang bei der Begrüßung hatte er die Hoffnung gehegt, daß Elsa ihn liebe,denn ein inniger bewegter Ton schien aus ihren

Worten zu klingen, dann'war tr wieder zweifelhaft geworden, denn sie 'war. sehr still gewesen. Der Morgen des. ersten Weihnacht?tages brach herein, goldig und schön. Die Bäume, die zarten Zweige des Gebüsches, selbst die Grashalme hatten sich während der Nacht mit zahllosen Neifkrystallen überdeckt und schimmerten prächtig in den Strahlen des Frühroths. Platen war früh, erwacht, ..obschsn. er die Nacht fast schlaflos zugebracht hatte. Er trat,' während Stein noch schlief, an das Fenster und öffnete, dasselbe. Vor ihm lag der Garten mit den bereiften Bäumen und Sträuchern, kein Windhauch schüttelte dieselben. Es war Feiertagsstille in der Natur. Kein Laut störte dieselbe. Welcher Gegensatz zu der Unruhe und den Kärnpsen inPlaten's Brust ! In Gedanken versunken blickte er hin auf die weißen Bäume. Die .Ruhe, welchem dem Garten herrschte, zog ihn hinab in denselben. . ' : ' Leise, ohne den Freund zu wecken,"ver ließ er das Zimmer und das Haus. In den Mantel gehüllt, schritt .langsam unter den Bäumen hin. - Konnte die Natur schöner das Weihnachtsfest feiern, hatte sie - nicht alle Bäume geschmückt, schimmerten nicht die Tausend und aber Tausend kleinen Krystalle! ' - Er ' blickte durch die Bäume zu den Fenstern von Elsa's Zimmer, die Vorhänge derselben waren zugezogen, sie schien noch zu schlafen, sie hatte keine Ahnung davon, daß er ihretwegen die Nacht durchwacht. Langsam, den Blick auf die Erde gehestetschritt er weiter. , Er fühlte, -daß er diesenKamps nicht lange mehr ertragen könne und, war entschlossen, bald zur Residenz zurückzukehren. Weshalb war er hierher gekommen, weshalb war er nicht längst zu seinem kleinen Gute gereist, er würde dort vielleicht vergessen haben, von welchem Glücke er geträumt. , Er bog in einen Seitenweg ein, der sich zwischen dichten Gebüschen hinzog. Plötzlich vernahm er Schritte vor sich, er blickte aus und Elsa stand vor ihm. Sie war noch mehr überrascht, als er, da sie zu so früher Stunde noch Niemand im Garten erwartet hatte. Sie hatte ein Tuch über den Kopf geworfen, ihr reiches Haar drängte sich zur Seite hervor, ihre Wangen waren durch die frische Morgenlust leicht geröthet. Schüchtern,' mit niedergeschlagenen Augen, stand sie da. Ah Fräulein, ich hatte Sie hier nicht erwartet !" ries Platen. Es ist noch so früh am Morgen, ich war der festen Ueberzeugung, daß Sie noch schliefen Elsa's Brust holte rklsch Athem, sie faßte sich indessen. Ich gche meistens des Morgens srüh spazieren," erwiderte sie. Es liegt für mich ein unsagbarer Zauber in der Stille des Morgens, es ist mir dann, als ob ich die Schönheit der Natur viel voller genießen könnte." Auch mich hat der prächtige Morgen aus dem Zimmer getrieben," fuhr Platen fort. Ihr Bruder schlast noch, und mir wurde es drinnen zu eng, und ich wußte nicht, daß ich Sie stören würde." Sie stören mich nicht," bemerkte Elsa leise, es war, als ob ihre Stimme schwach erzitterte. 7;: ' . Dann lassen Sie mich Sie begleiten." Sie schritten zwischen dem weißen Gebüsch neben einander hin..' r- ,; Weshalb waren Sie gestern Abend so still?" fragte Elsa endlich. Ein schmerzlicher Zug glitt über Platen's Gesicht hin. r:;. .Weshalb ? wiederholte er langsam. Würden Sie mich verstehen,' wenn ich es Ihnen sagte? Ich hatte einen stolzen und schönen Traum, mit. ganzer. Seele

hatte ich mich in denselben hineingelebt, ich hatte mich wie einKind auf den Christabend gefreut, weil ich hoffte, an ihm werde dieser Traum in Erfüllung gehen. es geschah nicht'; deßhalb war ich viel leicht stiller, als ich scheinen wollte. Elsa schwieg, ihre Rechte streifte im Vorbeigehen in der Zerstreunng den Reis von Zweigen des Gebüsches. , . Und welches war dieser Traum r fragte sie dann.v. , Platen stand still, seine Augen 'glänzten. e Lassen Sie mich darüber schweigen." erwiderte er, ' er war ja so, unsagbar glücklich, und ich habe keine Hoffnung mehr, dies Glück zu erreichen." . Sie wollen mir Ihr vertrauen nicht schenken, und doch habe ich Ihnen Alles anvertraut, als Sie mich in der unglücklichen Stunde meines Lebens seiden," X, , , x iy rt ... . n sprach ül)a. tote icioh yaven mir cini gesagt, daß die Mittheilung den Schmerz erleichtert." Elsa, Sie selbst drängen mich dazu!" rief Platen erregt. Ich träumte, daß es mir gelingen werde, .'Ihr Herz zu erringen, all' das. Glück der Zukunft malte ich mir mit ' den" verlockendsten Farben aus, ich malte mir aus, wie ich alle meine Kräfte ausbieten würde, Ihnen das Leben leicht und sreudig zu gestalten, ich fühlte mich im Geiste als. den Glücklichsten der Menschen, es war nur; ein Traum ! Mußte ich mir nicht selbst sagen, daß ein Krüppel, wie ich, keine Berechtigung 1)abe, noch auf Ihre Liebe zu hoffen.". , Elsa stand regungslos' da, aus ihren Wangen wechselte Bläsie und Nöthe, das leise Zittern - ihrer Hand verrieth ihre innere Auslegung. ' , . Und Sie haben nicht daran .gedacht, daß Sie denArm meinetwegen verloren?" sprach sie leise. Platen richtete den Kopf wie neu belebt empor, er erfaßte ihre Hand und suchte ihre Augen. - ' Elsa, Elsa, darf ich aus , diesen Worten Hoffnung schöpfen V ries er.- ' Muß ich Ihnen dies erst noch sagen ?" erwiderte sie leise. Wie überrascht blickte Platen sie an, er schien, das unsagbare Glück dieser Worte kaum fassen zu können, er wollte sprechen, seine Lippen versagten den Dienst. Er streckte den Arm aus, um sie zu umfassen, in seinen Augen lag Glück-und Angst zugleich. Elsa!" ries er.. . . . y ' : Da blickte sie zu ihm-auf, und als ihr Auge dem seinigen begegnete, wärs sie sich an feine Brust und schlang beideArme um seinen Hals..' , Ich liebe Dich ja längst," sprach sie stüsternd. Mein, mein !" jubelte Platen auf. Er küßte sie, er preßte sie sest an sich,dann bat er : ..Sage dieZ eme Wort noch ein

mal, mein Herz kann es noch nicht fassen, dies Glück ist zu groß !" Ich liebe Dich längst !" wiederholte Elsa und .blickte ihn dabei glückselig an. Hast Du es denn noch nicht gemerkt?" Nrin. Bald hoffte ich es, bald schien es mir ein Blick von Dir zu sagen, dann zweifelte ich wieder. Du warst oft so still und traurig." Hast Du nicht daran gedacht, wie viel ich zu vergessen hatte ? Auch ich wagte ja kaum noch an Glüö zu glauben H ! ' Jetzt, jetzt sollst Du es kennen lernen, wenn ein Herz,das innig liebt, es zu verleihen im Stande ist!" rief Platen. .,Sieh, mein Mund soll leinen Schwur der Liebe und Treue gegen Dich aussprechen, in meinem Auge mußt Du Alles lesen ; aber wenn je eine Stunde kommen sollte, in der DuDich nicht glücklich fühlst, dann erinnere mich daran, wie viel Du mir in diesem Augenblicke gegeben !" Die Sonne warf durch die bereiften Zweige der Bäume goldene Strahlen aus die beiden glücklichen Vkenschen, deren Wangen in dem Scheine dopppelt erglühten. . . Arm in Arm schritten sie durch den Garten dahin, glücklich, selig. Ihre Herzen hatten eixander so viel zu vertrauen, die Zukunst stieg in so goldigem Lichte vor ihnen auf, und die, Stille des Morgens, der Feiertagshauch der Natur gab ihrer Bebe die erste Weihe. Sie waren in dem Hause vermißt. Der Freiherr eilte in den Garten, um sie zu suchen, sein Herz schlug in sreudigem Ahnen, und dock wagte er kaum, ihm Glauben zu schenken. Forschend blickte sein Auge umher, da sah er sie Arm in Arm daher -kommen. Er stand still, um sie nicht zu stören, er las in ihren Augen,daß ihre Herzen sich gefunden, und er hätte aufjubeln mögen,denn sein liebsterWunsch war ja erfüllt, i Schon hatten sie sich ihm bis auf wenige Schritte genähert, da bemerkte Elsa ihn. Sie riß sich von Platens Arm los und eilte ihm entgegen,sie warf sich ihm in die Arme, die er ihr entgegenstreckte, denn er war ihr zweiter Vater geworden. Endlich, endlich !" rief der kleine Herr, indem er Elsa liebkosend über die Wange strich und dann Platen die Hand entgegenstreckte. Elsa, ich habe es Dir nicht sagen dürfen, allein ich weiß, daß er Dich lange liebt. Ich hatte die Hoffnung, daß Eure Herzen sich je sinden würden, fast schon ausgegeben, doch nun ist Alles gut ! Nun kommt, kommt, ich muß die frohe Botschast verkünden ! , Heute ist doppelter Feiertag, und ich will in meinem Hause heute nur heitere Gesichter sehen!" Fast gewaltsam zog er sie zu demHause, mit Jubel ries er Elsa's Mutter und Bruder, um ihnen die freudige Nachricht zu verkünden. Endlich haben sie sich !" rief er der Geheimräthin zu. Elsa warf sich an die Brust ihrer Mutter. Ich bin glücklich, denn ich habe ihn längst geliebt," flüsterte sie. Am meisten war Stein überrascht, der keine Ahnung gehabt hatte, daß Platen seine Schwester liebte. ; Weshalb hast Du mir dies nicht srüher gesagt !" rief er,indem er ihmdieHand schüttelte. ,. Weil ich befürchtete. Du würdest nicht schweigen könnenerwiderte Platen, und weil mich DeineBesorgniß, daß ich Emmy lieben könne, amüsirte," sügte er scherzend hinzu. Es war ein glücklicher Tag sür die beiden Verlobten. Elsa war still wie ge wohnlich, allein aus ihren Augen leuchtete das seligste Glück. Sie saß nebenPlaten und hielt dessen Hand in der ihrigen fest, um sie nie wieder zu verlieren, ihr Auge blickte träumend vor sich hin, es sah in die Zukunst, und die glücklichstenBilder zogen vor ihm vorüber. . , - ' Sieh," sprach sie, ' als ich zuerst erfuhr, daß Du meinetwegen den Arm verloren, durchzuckte es mich schmerzlich, und jetzt wünsche ich ihn Dir nicht zurück. Nun hast Du noch ein größeres Anrecht auf meine Pflege, und so lange ich die Arme rühren kann, sollst Du den Deinigen nicht vermissen. Ich kenne kein beglückenderes Gefühl, als Dir das zu ersetzen, was, Du für mich , verloren hast." Der Freiherr war den ganzen Tag über in der heitersten Stimmung. Am Nachmittag zog er Platen mit sich in den Galten, um kurze Zeit mit ihm allein zu sein. ' Er drang in ihn, sich mit Elsa nun bald für immer zu verbinden. Ich muß erst die Leitung meines kleinen Gutes übernehmen," gab Platen zur Antwort. Wozu V warf der Freiherr ein. Die Einnahmen, welche es mir jetzt bringt, reichen nicht aus, um Elsa das Leben so angenehm und leicht zu gestalten, wie ich es wünsche. Ich muß auch das Haus zu ihrem Empfange wtw herrichten lassen." :. ...; Zu ihrem Empfähle?" wiederholte der kleine Herr. ' Glauben Sie denn, daß ich Elsa je wieder von mir lasse? Haha ! Hier feiern Sie die Hochzeit, hier bleiben Sie, Elsa ist reich, reicher als Sie glauben." '' Er lachte still in sich hinein, ohne Platen nähere Aufttärung zu geben. Sagen Sie Elf noch nichts davon, ich selbst will ihr die Ueberraschung berei ten," suhr er sort. Dringen Sie nur daraus, daß sie recht bald die Ihrige wird, dann wird wieder lustiges Leben imHause ertönen, wie einst, und ich selbst werde wieder jung werden !" Zwei Tage später fuhr er nach der Residenz, was ihn dort hinzog, verrieth er Niemand. Er fuhr zu dem Notar, der ihm schon zweimal sein Testament aufgesetzt hatte. , Sie errathen wohl schon, weshalb ich komme!" rief Munnstein in heiterster Stimmung, als er bei dem Notar in'S 3 I ' - . hhtfw.. immer trat. Ihr Gesicht verräth mir, daß es nichts Unangenehmes ist, was mir die Ehre Jhres Besuches verschafft' bemerkte . der Notar.' Ich habe Sie selten so beiter r S' sl gesehen." . ,,;",v1 Sie haben recht gerathen," fuhr der Freiherr sort. Ich will mein Testament aufnehmen lasten, nnd dieses Mal wird es eine . endgiltige Bestimmung erhalten, denn zum dritten Male werde ich es nicht ändern.-

Haben Sie sich mit ihrem Neffen ausgejöhnt ?" warf der Notar ein. . Mit meinem Neffen ?" wied'erholte der kleine Herr. Wie kommen Sie zu dieser Frage ? Sie- wissen, daß ich ihn ausdrücklich enterbt habe, und diese Bestimmung werde ich. aufrecht erhalten,. es existirt lein Band mehr zwischen ihm und

mir. . Er hatte diese Worte mit aller Entschiedenheit gesprochen. Der Notar, zögerte einen Augenblick mit der Antwort. Herr Freiherr, Ihr Neffe befindet sich in der größten.Armuth und Noth," sprach I GW er dann. Der kleine Herr .zuckte. gleichgiltig mit der Achsel. ' . . Er hat sein Geschick selbst verschuldet und verdient!" ;ur i . r j ; Wohl wahr,"..'. suhr der Notar fort, dennoch möchte ich Ihnen ans Herz legen, ihn nicht ganz zu verlaffen.". . Wie kommen Sie dazu, für 'ihn zu bitten?" ' :":r:' ' Er hat mir geschrieben,' seine peinliche Lage. geschildert und .mich gebeten, Sie gegen ihn versöhnlicher zu stimmen. Es spricht aus seinemBriefe Die größte Verzweiflung, er schreibt daß er nicht soviel besitze, um seinen Hunger zu stillen." Er hat Siegebeten V wiederholte der, Freiherr. '-Auch-an mich hat er.- mehrere Briefe gerichtet, in ihnen läßt er sich nicht bis zu Bitten herab, sondern droht. . Ich bin jedoch gegen solche. Drohungen unempfindlich "und habe ihn deshalb gar nicht geantwortet." :j Herr Freiherr, erlist der Letzte eines alten Namens, wollen Sie zugeben, daß er verkommt?. - Soll der Name, der Ihnen so nahe.stand,. durch ihn Hilden,' Staub gezogen werden, soll er Schmy'ch und Schande auf ihn häufen ?" Der Freiherr richtete seine kleine Gestalt gerade aus, seine Brauen zogen sich zusammen, und ; aus seinem Gesichte lag ein so entschiedener Ausdruck, daß - jedes Rütteln an seinem Entschluffe im Voraus als ein vergebliches schien.. . " . ' ' . Sie ermnern mich zur rechten Zeit hieran," sprach er. Nicht deshalkabe ich ihn enterbt und mich vollständig von' ihm losgesagt, weil er sich gegen mich vergangen hat, sondern weil er seine -Ehre und seinen Namen befleckt, . weil er vergeffen hat, daß er der Letzte eines alten Geschlechtes ist, welches stets das Banner der Ehre hoch gehalten .hat.. Ich weiß', daß sehr Viele den. Adel -.für einen lcmgst überwundenen .Standpunkt, sür ; eine Thorheit halten,' und, daß es dahin hat kommen können, hat der Adel selbst verschuldet; ich halte fest am Adel und bin stolz auf ihn,' ich sage mir indessen, wenn derselbe Werth haben 'soll so muß ein Verdienst mit ihm verknüpft - sein. Der adelige Name allein gewährt keinen Vorzug vor dem. bürgerlichen, ich verlange von dem Träger desselben, daß er doppelt vorsichtig darauf bedacht ist, daß nicht der kleinste Flecken auf ihm haftet. Das hat der, den ich einst Neffe nannte, vergessen. Er hat seinen Adel und das Ansehen seines Geschlechtes dazu benutzt, um ehrlos zu handeln, das werde ich ihm nie, nie verzeihen. Ich hoffte, ihm mein Vcrmögen, und meinen Namen -.zu .hinterlassen, auch . diese Hoffnung hat er vernichtet. Das, was er verschuldet hat, will ich wenigstcns zu sühnen versuchen) ' mein Vermögen soN an die übergehen,' die er so tief gckräukt, Elsa-Stein wird meine Erbin'scin. Bitte,; setzen Sie ; in diesem Sinne mein Testament auf." . Der Notar .kam .dem Verlangen nach. Sorgsam prüfte . der. Freiherr das Testament, eheer es unterzeichnete,dann 'unterschrieb er es schnell mit fester, 'sicherer Hand. i.v Er - langte auf dem Gute wieder an. Elfa, ihre Mutter, Platen und Stein befanden sich in dem Salon; als er in denselben eintrat,' eilten' sie iym entgegen, um ihn zu begrüßen.' ' ' - -r ; ElsaDir habe' ich etwas mitgebracht, komm hierher," sprach er und zog die Genannte, an das Fenster. ' Lies ' dies," fuhr er fort. Es war meine Absicht, Dir dies erst an Deinem Hochzeitsmorgen als Brautgeschenk zu geben,' 'allein es ist besser so !" '..' .f, : rfr f Er. gab ihr dieAbschrist dcsTcstaments.' Elsa las dieselbe, und auf ihrem hübschen Gesichte wechselte Bläffe und Nöthe. Nein, nein! -Das ist zuviel ! Das kann ich nicht annehmen !",rief sie. Er entzog sich -den .Umarmungen und eilte fort. in sein Zimmer..'. Dort schritt er auf und ab, . und es war , ihm so leicht und freudig um's'Hcrz'als wenn ihm selbst das größte Glück zu Theil geworden wäre. ' ' " '"i"": ' .. Der Tag, an welchem der Polterabend stattfand, war gekommen,: und des Frei Herrn festlich geschmücktes Haus, füllte sich bereits mit Gästen, denn j.o still, wie Elsa es wünschte, durfte, dieser Tag nichl gefeiert werden., Der Freiherr wollte zeigen, wie' lieb er sie hatte, und wie glücklich er sich fühlte' ' ; ZV't,:L ' ' ' '"' ' ' 1 Aiich Platen unb Stein waren bereits eingetroffen. Stein hatte für Elsa heimlich Emmys Bild gemalt, da sie 'einst den Wunsch! ausgesprochen hatte, das Bild ihrer : Freundin zu besitzen. ' Niemand hatteeme Ahnung davon gehabt, nnd als er das Bild de? Schwester überreichte, wären Alle ' von der Schönheit deffelben überrascht. Das waren Emmy's Züge) aber. gleichsam verklärt und idealisirt.. Es schwebte ein Hauch über ..ihnen, der nicht allein von der Tüchtigkeit des Malers zeugte, sondern deutlich verrieth, daß er bei dieser Arbeit seine game straft emgesetzt, daß er 'sie mit einer Liebe geschaffen hatte, welche sich 'nicht mehr verleugnen ließ. . . Platen zog den Freund zur Seite. Leugnest Du auch jetzt noch, daß'Du Emmy liebst V fragte Platen. , Stein suchte sich' ihm zu entziehen und der Frage auszuweichen. , 'rr Ich liebe Niemand !" rief er) Äs ihm Beides nicht" gelang. "Ich me ein weites Herz haben," wenn. , ich "alleDie,' welche, ich., bereits igemalt habe, lieben wollte!" ''-J yTi', 7 Suid alle Bilder, welche Äu gemalt' hast, .so schön geworden?" warf Platen föjuh:? ttftv ii Stein zuckte mit der Achsel. Und weshalb ' M)u dies Bild so geheim gehalten ?!' fuhr Platen sort. Um Deinem Spotte und Deinen thörichten Vermuthungen zu entgehen !" rief Stein. Ist es nicht noch früh ge-

nug, daß ich. anhören muß!' . Ist das SpochwettTl' wunichc. Du möchtest dasselbe Slück lenken lernen, welches meine Brüste erfüllt Mchtc Platen. Sieh', dasselbe ist so g. W man es st. zu sasscn vermag, wenn man es wirklich sein nennt, wenn man nicht mehr zweifelt und bangt !" Stein erfaßte den Arm des Freundes und drückte ihn krampfhaft fest. Sei ruhig !" rief er bewegt. Male mir ein Glück 'ucht auö, das ich nicht erreichen kann ! -jAenn Emmy arm wäre, dann würde ?zr.sie hintretcn und ihr sacn : werde mein, ich will für Dich ar-beikcn-unmich mühen, Dir-das Leben leicht zn machen, ich will für Dich wachen und verlange nur, dkst Du Deinen Kops an meine Brust legst, daß Du mir in das Auge siehst' daß Du mxin mein bist! Sie ist reichund von Adel ! Und wenn ihr Herz wirklich sür mich schlüge, glaubst Du. ihre Mutter werde je ihre Einwilliiung geben ? An grnr Maler und eine reichKrbin, - zwischen ihnen liegt eine Kluft. wH vicht auszufüllen ist!" .Wage c! Der Muthige gewinnt !" warf Platen ein. Nein, denn ich würde es nicht crtragen, wenn, ich zurückgewiesen würde !" rief Stein und eilte sort. Elsa trat zu . ihrem Verlogen, der ihr mittheilte, was" in 'ihrem ' Bruder vor- . 7 ' i : ,7, ging. . ..Ich 'weiß es längst, daß er ö?mmy liebt, und daß er auch ihrem Herzen n.'cht gleichgiltig ist," erwiderte sie. Noch halx' ich kein Wort darüber gesprochen ; wenn ihre Herzen indessen vom Geschicke für einander bestimmt sind, so werden sie sich sinden." :,' Baust Du so ? sest v daraus ?" fragte Platen lächelnd. ' . j Ja ! Haben 1 nicht auch unsere Herzen sich gesmrden V cntgegnete Elsa, indem sie dem Geliebten in's Auge bNckte. .Als ich mir zuerst bewußt wurde, daß ich

Dich liebte, .da hat dieser Glaube mich ausrecht gehalten. Ich weiß nicht, was ohne ihn aus mir geworden wäre, und ich mag auch nicht daran denken, denn diesen Taa will ick mir durch , nichts trüben lassen!"' -: ' : : Du hast Recht, Elsa !" rief Platen, die Hand der Geliebten fest drückend. Nicht auf das, was hinter uns liegt, sondern m die Zukunft laß' uns blicken, denn in ihr ruht unser Glück !" . .' Es ließ sich schwer sagen, ob Elsa und Platen oder der Freiherr lich glücklicher sühlten. Sein Auge leuchtete, und wenn er bei der Geheimräthin vorübcrschritt. drückte er innig deren Hand, als wollte er ihr sagen : Sieh', nun ist doch Alles so gekommen, wie ich es wünschte. Elsa und Platen werden glücklich, und ich habe dazu beigetragen, ohne mich hätten sich ihre Herzen vielleicht nie gefunden!" Die, Stimmung der Gäste war eine heitere und der kleine Herr wanderte von Einem zum Anderen, und für Jeden hatte er em heiteres Wort. ; ' Da trat der Diener an den Freiherrn heran und theilte ihm leise mit, daß der Polizcicommissär Pitt gekommen sei und ihn zu sprechen wün'che. 'Das'Blut schien aus dem Gesichte des alten Herrn zu weichen. Der Polizeieommissär ?" wiederholte er sast bestürzt. Was will er?Jch.wciß es nicht.Wo ist er ?" ' . Ich habe ihn in mein Zimmer geführt, er selbst- wünschte von Niemand gesehen zu werden, um die Feier nicht zu stören," gab der D'ener zu Antwort. ' Es ist gut," sprach Mannstcin, sich fassend. Dn schweigst. Niemand soll r1 i n ir. wissen, oaß er mer ru. a) wcroc zu iym eilen; wenn.' nach mir gefragt wird, so sage, daß. ich sogleich zurückkehren werde. 'Schnell' trat' er in das Zimmer und schloß die Thüre hinter sich. Fragend ruhte sein Auge auf dem Eommissär, der ihm entgegenkam. ' , Es thut mir leid, daß ich Sie heute stören muß,- sprach Pitt, ich weiß, daß Ihr Licblingswunsch bute in Erfüllung geht, und doch !" Sprechen Sie! Was haben Sie mir zu sagen!" unterbrach ihn der Freiherr ungeduldig. " Ihr Neffe ist zurückgekehrt !" Der Freiherr zuckte erschreckt zusammen; dies schien er -nicht erwartet zu haben. Unmöglich !" rief er. Er weiß, wttäc Strafe ihn erwartet, wenn cr erkannt Iftib verhaftet wird! Wissen Sie es bc'stimmt?" .',. Ich selbst habe ihn aesehcn !" versicherte Pitt. . .-Wo? Wo?". ,.: . Die Verfolgung eines Verbrechers hatte mich nach dem mehrere Stunden von hier entfernten Wirthshause Zur Waldquclle" geführt, Sie werden dasselbe kennen ?" Der Freiherr nickte schweigend mit dem Kopfe. ' Um nicht erkannt zu werden,' hatte ich mich als einfacher Arbeiter verkleidet, und als solcher trat ich in das wenig besuchte und. übel berufene Wirthshaus ein. In dem Zimmer saßen einige Männer, und in dem einen derselben erkannte ick sofort Ihren Neffen, obschon feine Kleidung schlecht und zerrissen war 'und ein voller Bart.sein Gesicht bedeckte." Sind Sie gewiß, daß Sie sich nicht geirrt haben ,?." warf der Freiherr ein. Eine Aehnlichkeit kann Sie verleitet ha ben. -' ' Ich irre nicht fuhr der Eommissär fort. Auch die Stimme war die Ihres Neffen, und seine Worte bestätigen meine Vermuthung. Als ich eingetreten war, betrachtete er mich prüfend, sobald ich mich jedoch ruhig an einen anderen Tisch setzte und ihm nichts die geringste Aufmerksamkcit zu schenken schien, f kümmerte ' auch cr sich um mich nicht weiter. Er sowohl, wie dieMänner, welche an dem Tische zusammensaßen, hatten viel getrunken und er ließ , immer mehr Branntwein kommen, den cr bezahlte. Aus einigen abgerissenen Worten errieth ich, daß er die Männer zu irgend einer That zu bcwegen" suchte,-, er nannte Ihren Namen. In dem Spiegel, der ihm gegenüber hing, konnteich jede seiner Mienen beobachten, dieselben verriethen nichts Gutes." '- .-Was hat er im Sinne?"' sragte der Freiherr.' ' ' ' Er weiß, daß hier heute AbendPolterabend gefeiert wird, einer der Männer crzählte es ihm und theilte, ihm. auch mit, daß Sie Ihr Gut und Vermögen dem

Fräulein Stein vermacht. Ich hotte ihir laut und bitter auflachen, er stieß eine Drohung gegen 5t aus, wenn mich nicht Alles täuscht.so hat cr einen Gcwaltstreich gegen Sie im Sinne." ?

Wann ?" sragte der kleine Herr, der mich auch, das Wirthshaus jzu verlassen, um zu Ihnen eilen." Der Freiherr schwieg, er schien zu überlegen. Ich danlc Ihnen," sprach cr dann. Welchen Entschluß haben Sie gcsaßt?. Was wollen Sie thun?" Dies hängt von Ihnen ab. . Sie wlssen. welche Strase ihn erwartet, wenn ich ihn verhafte." Nein, nein, das darf nicht sein, schonen Sie den Namen, den meine Schwester, seine unglückliche Mutter trug!" Ich werde cs thun und bin' deshalb zu Ihnen gekommen, es würden ohnehin durch die Verhaftung des Barons Mchrcrc sehr unangenehm berührt werden. Wir müssen aber Maßregeln treffen, daß cr nicht hierher kommt, denn erregt und angetrunken wie cr war, dürfte er zu jeder That sähig sein !" Er würde seine Nachc gut gewählt' haben, wenn cs ihm gelänge, den heutigen Tag zu stören!" sprach der Freiherr halb zu sich. Herr Eommissär, sürchtcn Sie, mit ihm zusammen zu treffen ?" Mein Buus hat mir die Furcht längst abgewöhnt entgegnctc Pitt lächelnd. , . .Dann bitte ich Sie, ihn auszusuchen. Ich erde Ihnen Geld geben, händigen Sie ihcn dasselbe ein, und fordern Sie ihn aus, sofort, nicht allein diese Gegend, sondern Deutschland, womöglich Europa für immer zu' verlassen. Drohen Sie, daß Sie ihn verhuben würden, er kennt ja das Geschick, das irjJ erreichen würde, wenn Sie ihn zum ;wci!ctt Male dem Gerichte überlieferten r Ich würde Ihre Bitte erfüllen, allem wo soll ich ihn aussuchen ? Jn dem Wirthshause würde ich ihn nicht mehr antreffen. Ich befürchte, daß cr, ehe ich ihn sinde, hierher kommt und in seiner Leidenschaft ein Unheil anrichtet ; dies zu verhüten, daran müssen wir zuerst den-' kc. Wir müffen Wachen ausstellen; haben Sie einige Männer zur Vcrfügung?" Nur mcincVcrwaltcr und dicKnc'chte." Gut, ich werde dieselben aussuchen und , ihnen die nöthig: Anweisung ertheilen, ich selbst werde gleichfalls hier bleiben, und ich hoffe, jede Störung des Festes fern zu halten." Thun Sie cs, und rechnen Sie auf meinen Dank," sicl der Freiherr ein. Elsa ist heute so glücklich und heiter, ihr Auge lacht so unbefangen, allein ihr ganzcs Glück würde vernichtet sein, wenn sie erführe, daß dcr unglückselige Mensch hier in dcr Nähe ist. Sie darf cs nicht crfahren. Niemand dars cs ahnen, vcrschweigen Sie cs selbst meinenVerwaltern und den Knechten, nennen Sie ihnen cinen anderen Namen." Pitt versprach cs. Er suhlte Mitleid mit dem Frciherrn, dessen bleiche Wangen und znckcnde Lippen die Heftigkeit seiner Erregung verriethen. Nun, seien Sie ruhig," sprach cr. 'Ich konnte Ihnen diese Aufregung nicht ersparen, ich mußte Sie von dcrAnwescn heit Ihres Neffen benachrichtigen, denn ohne Ihr Wissen konnte ich die nöthigen Vorkehrungen nicht treffen, nun verscheuchen Sie jede Bcsorgniß, dcni' ich werde alle Kräfte aufbieten, um Ihren Neffen fern zu halten. Es würde mir sehr lieb gewesen sein, wenn ich Ihnen dies: Unruhe hätte erspare, können." Dcr Freiherr r. Zchtc dem Eommissär die ftaiib. . Ich bin zusricdtti, wenn Niemand au ßcr mir davon erfährt." erwiderte cr. Mcin Mund hat zu schweigen gelernt, und ich habe so Vieles in meinem l'cbcn ertragen daß ich auch auf die Freude, diesen Tag ungetrübt zu genießen, verzichten kann. Wie lange werden Slc hier bleiben ?" Ich weiß cs nickt, jedenfalls die Nacht über. Ihr Neffe hat schon einmal zu cincr Gewaltthat den Weg durch den Garten gewählt, ich werde deshalb c.nf den Garten meine größte Aufmerksamkeit richten und in ihm bleiben." ' Mein Diener wird Ihncn Wein in ' das Gartenhaus bringen," sprach der Freiherr. Sagen Sie ihm ferner, :ri? Sie wünschen, ich werbe ihm den Vinstraa, geben, jeden Ihrer Wünsche zu erfüllen." Der El'mmissär dankte u"d verließ das Haus. Er s::ch:e die Verwalter auf und ertheilte ihnen wie den Unechten die :iöthigen Befehle, kei::em Fremden auf bm Hof oder in den Garten des Gutes den Eintritt zu gestatten. Er- selbst wandte seine zanze. Aufmerksamkeit auf den Garten. Der "Abend schwand ohne Störung, mochte' der Freiherr auch jede Minute in bamttt Erregung gezählt haben, seinem lächelnden Gesichte .hatte Niemand angesehen, was in seinem Innern vorging. Äls die Gäsie endlich fortgefahren waren und cs still im Hause geworden war, trt er leise aus seinem Zimmer auf die Vcranda und in den Garten hinaus, um den Eommissär aufzuiuchcn. Er fand Pitt endlich auf einer Bank sihend. Haben Sie Nichts bemerkt?" fragteer. ..Nickt." cntacancte dcr Eommmär.in-. dem cr sioh crhov. Es ist Alles still ge blieben, und ick alaube kaum, dan cr dieser Nacht noch hierher kommen wird, i l(l JJlUiyCil UUUl uuiu utitui. , rn..... t.:xt t.iv. c i Es gelang dem Eomminar, den FreiHerrn zu beruhigen und zu bewegen, in; das vaus zurückzukehren. Er selbst durchwachte die Nacht im Garte, es blieb indessen Alles still und auch am folgenden r. . i aac irai icine rorung ein. Platen und Elsa hatten lofort nao der Trauung das Gut verlassen, um ih ! Hochzeitsreise anzutreten. Die jungeFra 1 hatte beim Abschiede sich an die Brust 'di Frecherrn geworden und heftig geweint denn sie wußte,wie unendlich viel er zu ih rem Glücke beigetragen hatte, für wem ' Augenblicke war der kleine Herr selbst sl,) erreg: geworden, daß eine Thräne übev seine Wange geronnen, dann hatte er l j krampfhaft zusammengerafft und d t glücklichen Paare noch ein lautes $ K heiteres Glückaus !" nachgerufen. : i lFortltyunz ausder . Ctte.) 1 i

seine uhc wiedergewonnen hatte. Ich vermuthe, jn dieser Nacht, Gewinkeit babc ick nicht darüber; cö. trieb