Indiana Tribüne, Volume 4, Number 201, Indianapolis, Marion County, 9 April 1882 — Page 4
KrlegS-Sport.
EZ ist die atte, Geschichte, die immer vtu bleibt, so neu wie die Kriege, die immer von Neuem gesührt werden inüf sen und neue gebären ich meine die philanthropische Erklärung des J'nsur-zenten-ChesK auf dem gegenwärtigen österreichischen Kriegsschauplatz, ihre ge fangenen - oder ' verwundeten Feinde fzrtab schonen- ju wollen, Man kann Äiesen ehrenwerthen Hammeldieben das tticht hoch genug anrechnen, wenn sie Wort halten, denn die Humanität ist an der unteren Donau nicht zu Hause. Im Jayre 1855 war wahrend des A)onaukrieaes für -die Baschl'Bozuks kein Tod. tti wirklich todt, so lange ihm nicht der opf abgeschnitten worden, und die Ehrenmanner waren denn auch nie stol als wenn sie ihre Sättel mit Fein desköpsen aarnirt- hatten. Beispiels eise erschien während der Belagerung von Slllfirla xein russischer Parlamen ' lair 'nach einem AuZsall der Belagerten . k . - . rf-k m in aur m lunj, um ott Lelche des Gene rals Jelwan, der im Kampfe gefallen. zu rcauniren. Unser preumscherLands ann Grach, der als Adjutant Musia Pazchas, des Kommandanten, die Ber Handlungen leitete (es fiehr mir nicht -mehr vor: war Muss damals schon ge sallen oder nicht), erieth durch dies Bc zehren in große Verlegenheit. Er er Uhrte dem Parlamentair, dik Leiche sei nicht zu finden; sehr verdroffen aber ge ßand er seiner Umgebung : ich , kann sie nicht ausliefern, denn diese Hunde, die Baschi-Bozuks, haben, trotz des Tagesbefehls Omar PaschaZ, dem Todten den opf. schon abgeschnitten, und Mühe hat es gekostet, ihnen diesen auS der Arab Tabia (der Schanze, um die vierzig Tage lang gekämpft wurde) vom Sattel wegzunehmen. Während des letzten russisck'türkischcn Krieges florirte dieser Sport bekanntlich wiederum und noch mehr der bequemere oeS Nasen? und Ohrenabfchneidens und des Amputlrens aller körpernchenLuxus -Artikel. Indeß auch die Kriege der .Kulturvoller hatten ihre Bandallsmen. 'So erinnere ich mich z. B., daß ich den französischen -Zeitungen ' gegenüber die österreichischen Truppen im italienischen Kriege', von 1859 ivf Schutz nehmen Qußje 'gegen die . Beschuldigung, die österreichischen Tirailleurs hätten die scheußliche Gewohnheit, daliegende verSundete Franzosen und Sardinier mit ttm Bajonet zu durchbohren. Das war allerdings in einzelnen Füllen geschehen, da die Zuaven beim Ti railliren die Kriegslist übten, sich todt zu stellen und dann sich im Rücken ihrer Äegner aufzurichten und sie niederzuPechen. Man verständigte sich, glaube ich, diese unangenehme Gewohnheit ein.zustellen. Die tollste Grausamkeit aber "üurde den österreichischen Truppen von oen sranzozljazen Zeltungen nachgesagt beim Einrücken in eine kleine Stadt der Lomellina. Da hatte nämlich.,der.Führer der Truppe unter anderen dem Mu nicipium aufgegebenen Lieferungen auch belle donne, schöne Weiber, verlangt ! r. ' r cn ... . ' vieler nanoallsmus, nach ParlS telegraphirt. ließ die ganze französische Journalistik die Hände über den Kopf zusammenschlagen. Dr. M., Chef-Arzt des Hauptquartiers der operirenden Ar ee, brachte mir in Garlasco diese Noliz in einer französischen Zeitung. Jetzt stellen Sie sich die Dummheit zor," rief er entrüstet. .Da hat der azareth-Arzt beim Einrücken in jene "Stadt für seine Kranken unter Anderem Quch bella donna aus der Apotheke requirirt, und die Schuste machen belle donne daraus !" v5incn eigenthümlichen hysterischen "Sport betrieb ein Jahr darauf im Ga ?ibildischen Freischaan-Zuge" aus der 3,nt toicilien eme englische Miß, die 5en Garibaldianern folgte. Sie hatte ie Gewohnheit, die ihr interessantesten "Todten aus dem Schlachtselde zu' messen .ud ihre Proportionen in ein Buch einzutragen. Niemand hinderte sie in die.1er seltsamen Beschäftigung. Im Jahre 1864 machten einmal wähztnb des Kampfes um . die Düppeler .'Schanzen die dänischen Zeitungen großes Geschrei, wir hätten ihre Posten hin ler den Laufgräben durch Cigarren verzisten wollen. Die Sache verhielt sich aber sehr einfach ; eL waren in unseren Soutiens einige Liebesgabenonkel aus Berliu mit einer Ladung von Cigarren . und Tabak erschienen, die unter unsere Brandenburger vertheilt wurden. Das Monopol existirte damals noch nicht ; '.die Cigarren aber, waren so miserabel. ' ba nnjeren Soldaten die Llppen beim tauchen anschwöllen. Wir warfen deshalb während einer Waffenruhe' den dänischen Posten eine Anzahl. dieser 'Päckchen hlnuder, die sie nicht verschmäht haben mochten. nuVandallsmus.der gleichen Kraut zu bringen, aber es war ja aus Liebe gejcheyen ! Als im Jahre IMS die Lehmuvp Brigade-, die Avantgarde der 'Elbarwer ix eine böhmische' Stadt einrückte, die soa den ElNwohmni ganz verlassen war. ?Tnd ich auf demTlsche in meinem Quar tier-ci Porzeüanschale und ein Brod Äaneben. In der Schale lag Pfeffer und Salz. Ich mißtraute dieser Gast srcundschaft des abwesenden Hausmirths -zab brachte ue unserm Apotheker. Ver erklärte, es sei Arsenik unter dem Pfeffer. A la fc;uerrp comrae a la riierre, ade? yuvjch t derglelchen nicht. Was man in Frankreich unseren Gruppen an während. 1870 begangenen Grausamkeiten nachsagt,' ist. bekanntlich endlos, indez; und das Alles Klelnigkeltui gegen die KriegSgewohnheiten j:ner -Äirgoölker, von denen selbü in tiefster ZirieZer.sze:tcn trist Jndivioaum sein Haus verläßt, ohne den Gürt,l mit ei.TW ganzen Aisaial von Ha)scha?s, Pistölen und Flinten garnirt zu haben uaö in deren Gksetzcn vielfach die Blut :j:ei)t noch obena.; ficht. Einen Hamzml, cier einen -Menschen abschlachten, dnz ist diesen slavischen Völkerschaften, dic uns Skobklefs auf den hals schicken vllk, ein und dasjelbe, und hat cr in ein?m diellricht bevorstehenden Kriege mit uns die Tagesbefchke zu erlassen, fo dürfte:? sie nach seinen Grohlhatcn kautn an den humanen Bcschlus; dieser Jnsur - enlenführer hinar reichen. Es ist eigenthümlich, daß mir, so oft -ch den Namen dieses Tapsern lese, im-
mer die ffraae einfällt, ob wir wohlSei
senueder genug rn Deutschland haben, falls der Panslavismus unö wirklich seine 'Kultur in's Land bringen sollte. Diese Halb- und Ganz - Asiaten kennen - . . L. - nämltch keme Butter, nur das Hammelfett, den Talg, und das erinnert mich an emen Abend aus dem turllsch-russt-schen Kriege, als nach dem Gefecht die gefangenen Kosaken eingebracht waren. Die armen Kerle sas.en da bei ihrem Samowar; das Wasser kochte in dem selben, aber das Pferdefleisch fehlte noch. Kannst Du ihnen denn gar nicht Gutes antbun? dackt' ick. schritt in'S Zelt. nahm ein Bund kleiner an den Dochten zusammenhängender Talglichte, zerschnitt sie und rerchte sie den Kosaken, tzscymun ttlnd tauckten sie dieDinaer in das Heike Wasier. bis der Talg abgeschmolzen, und ;oaen dann aieria den Dolch durch den Mund. Es war ein Genuß, das mit anzusehen ! Hans Wach enhusen. DaS erste Mal zur Schule. Von Iostftne aUeyr. ) Ich frage Euch, Ihr Väter und Müt ter, ob Ihr den Tag, an dem Eure Kin der zum ersten Male zur Schule mußten, . .s ta. W t f St noch im eoaqmiV yavl zewlß : ffanaen doch damit die ersten bedeu tungsvollen Sorgen sü? die Zukunst Eurer Kinder an ; knüpfen sich doch eine Menge Erinnerungen an den ersten Schulgang, Erinnerungen, über die Ihr lächelt, auch wenn schon Eure Haare grau geworden, und Eure Kmder, die selbst wieder ihre ?iachrommenZchast z lr schule vorbereiten, lächeln mit wenn sie hören. was Alles sie angestellt haben beim ersten Schulgang, der zumeiit mit einem Schulzwange verbunden ist ; denn, seien wir ausrichtig, gar so übermäßig freuen sich die Kinder nicht, wenn ihnen die Ah nung ausgeht, mit der goldenen Freiheit sei es vorbei und der Tag werde in Zu kunst nicht allein mit Spiel und Spazierengehen und Sekiren der Frau Mutter ausgefüllt. Ein Familiencrcigniß ist der erste Schulgang aber immer ich habe erst vor ganz kurzer Zeit einem solchen Familiencreignifse beigewohnt und machte ganz still meine Betrachtungen darüber und nahm mir vor, die kleine Begebenheit zu erzählen. Also, es war am 7. Oktober des Iahres 1879, an welchem Tage der kleine Max Mackerl" genannt zum ersten Male zur Schule geführt wurde. Der Tag war für die Familie von doppelter Wichtigkeit, denn er war auch der Geburtstag des . glücklichen Vaters. Sein Name ist wohlbekannt weit und breit, es ist der Intendant desFrankfurter Stadttheaters, Emil Claar. Das war eine Aufregung ! Die schöne, glückliche Gattin und Mutter, welche mit abgöttischer Liebe an ihrem Gemahl und ihrem Knaden, dem einzigen Kinde, hängt, war schon viele Tage vorher in fieberhafter Aufregung. Was hatte sie nicht Alles zu bedenken, Geschenke für den Gatten, Requisiten für den jungen Herrn Schü ler. Nothwendiges und Ueberflüssiges kein Wunder, daß sie nur mit halbem Ohre und sehr zerstreut dem Geschwätze der Besucher zuhörte und oft sehr konfuse Antworten gab ; nur mit mir konnte sie so recht gemüthlich plauschen, denn ich ließ mir täglich ganz ruhig erzählen, welche Geschenke sie für ihren Mann schon eingekauft und noch kaufen müsse. und was Mackerl Alles bekommen solle; die schöne Frau wurde noch schöner, wenn sie mit vor Freude strahlenden Augen ihre Glückseligkeiten pries, einen solchen Mann, einen solchen Sohn zu besitzen ! Sie sprach mit solcher Begeisterung von ihrcmGlücke, daß ich mit ihr empfand und ganz erregt durch diese bevorstehende Ereigniß wurde. Der 7. Oktober war .endlich da, am frühen Morgen wurde' dem Gatten ein wunderbares Ständchen gebracht ; ober hörte, was sie sangen ?- Es kamen Blu men, Ge,chenke; ob er. sie sah? Ich glaube kaum, sür ihn gab es heute keinen Geburtstag, nur den .ersten. Schulaana seines Sohnes.' Die schöne Frau kam mit dem Knaben, um zu aratuliren ; ich hörte nicht, was sie sprachen, aber es wurden wohl liebevolle Porte gewechselt uno iirtcacii gai oaoei vle yauplroue gespielt. Nach dieser intimen Familienszene kam der wichtigste Moment des Tages : Mem Herr! so pflegte der Vater oft scherzend den Sohn zu nennen, mein Herr! kommen Sie, wir gehen jetzt in die Schule ! Mackerl, voll Ungeduld und Neugide, nimmt rasch Abschied von Mama, welche in glückseliger Erregung den'herzigen Jungen an ihr laut pochendes Mutterherz drückt; Vater und Sohn gehen fort, Mama eilt zum Jenster sieht mit verklärten Blicken ihren beiden Lieblingen, nach und sendet ein frommes Gebet zu Gott, daß dieser erste Schulgang ihres einzigen Kindes geseS net sein möge ; der Vater ist nicht minderrregt, doch ein Mann weiß sich zu beherrschen; seine lieben blauen Augen ruhen voll Stolz und Zuversicht aus dem kleinen muntcrea Jungen, der freilich nicht zu ahnen vermag, was in den Herzen seiner Eltern vorgeht ! Um zehn Uhr kam auch ich, um zu gratuliren ; die reizende Frau Hermine rust mir schon an der Thüre entgegen : Ach,nein Mann ist nicht mehr zu Hause, liebe Freundin. er hat Mackerl in die Schule, selbst in die Schule geführt! Mit dem StoUe 1 e. c . v!. .i.i...Csn..i einer oniglii piaa) jxc oic !eßlenzorie; ich wollte wieder fort, doch bat sie mich zu bleiben, da kam noch eine Dame, um, wie es dort Sitte, zu dem ersten Schul gang zu gratuliren, sie brachte sogar einen kleinen Blumenstrauß für den von aller Welt verhä'schelten Mackerl. Ja. denken Sie nur, der Zusall liebe Freundin ! sprach sie zu Hermine ; mein jüngster Sohn geht ja heute auch zum ersten Male zur Schule, ich habe ihn selbst hingebracht, und er sitzt neben Ihrem Mackerl. Ach, daö freut mich und nun sprachen die beiden glücklichen Mütter mit wichtiger Miene über ihreKinder, über die vortrefflichen Eigenschaften derselben, sprachen und lachten, daß es mein armes Herz zuschnürte ich konnte nicht mitsprechen, nicht Mitlachen ich dachte ) Diese kleine Erinnerung an dem Leben der unvbe t'esstichen, genialen unnlerin, theilt ein Wiener Llat. aus Anlaß der ersten literarifchei, Arbeit der , feschen Pexi ', welch sie jetzt vervffent ichl, u.U.
an ein armes ino, oas aver iwon
längst die Augen sür ewig geschlof sen. . . Mackerl kam nach Hause. Er war sehr aufgeregt,. erzählte ganz verwirrt, was Alles vorgefallen sei, wollte gleich speisen, denn er muß um zwei Uhr wieder zur Schule!.' Er muß also, das war i. t n . . r i .? ; oas Vcyreaiicyue, er mußie auein jpci sen, und die Eltern auch ; das Kind, um welches sich Alles im Hause drehte, die wichtigste Person beim Diner,' soll nun nicht mehr am Tische sein. Herr Mackerl muß um ein Uhr speisen, die Eltern, da Papa erst spät aus dem Theater kommt. um drei Uhr. Bei der ersten Mahlzeit ohne den Jungensagte die Mutter mit reizend vorwurfsvollem Lächeln : Siehst Du, Emil, das ist das Traurige, wenn man nur em Kmd bat; nun nken wir allein da ! Am dritten Taae hat Mackerl einen kaum hörbaren Husten, die Mutter ist selia darüber, denn er daif mit dem Husten nicht in die Schule ein wahrer Festtag sür die Eltern. Mackert sitzt Mittags wieder bei Tische. Wie ich den pfissiaen Burschen kenne, wird cr, wenn ihn die Schule zu langweilen ansängt, öfter husten. Nach einigen Tagen brachte er schon auf eine Tafel ge schmierte, parxion, geschriebene Buchstaben, oder waren es Ziffern, ich konnte es nicht genau unterscheiden. DieMutter gab mir die Tascl: Da sehen Sie, wie weit mein Herr Sohn schon ist!" Ich bewunderte natürlich die stauncnswerthen Fortschritte des jungen Studenten. Ich weiß nicht, ob meine Freundin einTageluh führt vielleicht. Dann hat sie, ich bin überzeugt, die Ereignisse des ersten Schulganges ihres Lieblings gewiß auf das Genaueste verzeichnet, damit auch nicht ein Detail der Erinnerung verloren geht hat sie es nicht gethan, dann mögen es diese Zeilen ersetzen, und wenn dcr-kleine Mackerl einst ein großer Ma geworden sein wird, dann kann sie ihm diese Blätter zeigen und sagen: Das hat meine Freundin, die Pepi, geschrieben; weißt Du, sie war dabei, wie Du zum ersten Male in die Schule gingst, sie hat mit mir damals viel Herzweh ge habt, und doch dabei viel gelacht, wie sie schon ist, die Pepi'!Irene oder der Lebensweg einer Verlassenen. Vofaikronan nach (3a len, Bc rth a Dalet u. A. Von 2l d. Eitler in Hamburg. Fern von der. Welt Getriebe (von Oswald) war es das Haus zur goldenen Rose (von Pasque), wo Irene die Trau merin (von Galen) in engen Kreisen (von Baudissin) aufwuchs. Sie war ein seltsames Weib (aus dem Englischen) von altem Stamm (von Jensen), immer gleich Feuer und Flamme (von Schücking), und problematische Naturen (von Spielhagen), wie sie, werden ost durch Liebe und Leideuischast (von Baudissin), ja. mitunter auch durch Schicksal und Schuld (von Grabowski) gedrängt, die ersten Glieder einer langen Kette (von Bibra) zu schmieden. Früh schon verlor sie die Heimath im Vaterhause (von Er nesti) und fand dann am Hofe von Nea pel (von A. v. L.) Aufnahme unter die mi t" 4 t 4 A?amt Hoheit (von Wachen, husen). Allein kaum hatte sie das Hof parquet (von GabowZki) betreten, kaum eröffneten sich ihr glänzende Ausfichten (von Raven), fo fah'sie sich auch fchon auf abschüssiger Bahn (von Bur). Fürst und Cavalier (von Hackländer) schlugen sich aus Tod und Leben (von Schrader) um ihren Besitz. Die Hofdame und der Feind (von Penseroso) standen einander gegenüber. Er deckte ein bedenkliches Geheimniß (von Otto) auf : sie war die Tochter, des Spielers (von Ernesti) und im Kerker geboren (von Fritze) und trug also wenn auch nicht fichtbar ein Kainszeichen (von Hacklander). ' Die Jntriguanten (von Mützelburg) vollzogen ihr falsches Spiel (von Reade), und gestern noch eine große Dame (von Dewall), hieß sie schon heute die Verstoßene (von Wachenhusen). Sie verließ das Nest der Zaunkönige (von Freitag); der rothe Baschlik (von Dcwall),den sie getragen, schmückt jet die Kammerjungfer (von Mützelburg oder Lewald). Heimathlos (von G. v. See oder Paula Herbst) irrte sie einsam und verlassen (von Southworth) umher, ach! wie in der Welt verloren (von Höser). Mußte es sein V (von Detlef) fragte sie flch, wohlan, so bin ich schutzlos, aber nicht hilflos (von Brook). Ich beginne ein neues Leben (vonAuerbach oder Mügge), und wie ich bis jetzt meine Pflicht und Schuldigkeit (von Parifius) that, . so heißt auch ferner mein Grundsatz : Ar beit adelt (von Schwartz) und über Alles die Pflicht (von Verena). Aus eigener Krast (von Hillern) hosse ich bald wieder auf der Höhe (von Auerbach) zu stehen. Die Kinder der Welt (von Heyse) wer den mir helfen und im Nothfalle giebt es ja auch Umwege zum Glück (von Ziemssen).- - Aber sie war ein Stiefkind des Glücks (von Willkomm), unüberwindlicheMäch te (von Grimm) ließen ihr weder Glück noch Stern (von Höser),. und es erfaßte sie der Kampf um's Dasein (von Byr oder Reade). So kam sie denn im Sturm der Zeit (von Kunda oderHerbst) von Königsgrätz bis Chiselhurst (von Mühlbach). Hier wohnte ein weiblicher Sultan (von SacherMasoch), welcher um Scepter und Kronen (von Sama row) gespielt hatte. Doch fand sie auch hier kein Bektrauen (von Raimund) und da der Dreimaster Zuhinfi" (von Lie), geführt von Capt. Schmidt (vonMutzel bürg) segelfertig war, so suhr sie aus dem Ozean des Lebens (von Brook) mit allerlei Reisegesellschaft (von Temme) nach Amerika (von Gerstäcker.) . Was aber sollte sie am andern Ufer svon Herzen)? War sie dlch nur ein L4 . A Wew (von Wachenhusen) und stand als solche allein in der Welt (von Nemmers dors). Indeß der Mensch denkt, und Gott lenkt (von.Mylius). In der Dämmerstunde (von Collins) trat in ihr Erkerstübchen (von Carlen) der Gras von Monte Christo (von Dumas). Er hatte die Gräfin von Rudolstadt (von Sand) als eine geschiedene Frau (von Sacher Masoch) in Paris gelösten, und gesprengte Festeln (von Werner) hinter
sich wersend, war er am Gensersee (von
Habicht) und auf Eaptt (von Detlef) gewesen. Bon der Piazza del Papolo (von Bergsoe) war er hierher geeilt, um sich New Jork bei Tag und Nacht (von Lippard) anzusehen. Da. hatte er sie im Eckfenster (von Gerstäcker) stehen se hen, und nun überreichte er ihr die Dia manten des Grafen d'Artois (von Wachenhusen). ' Brillanten vom reinsten Wasser (von Auer) und schwarze Diamanten (von Jokäi) als Brautgeschenk. Der Gras besaß eine halbe Million (von Edwards), welche ihm 500,000 Renten (von Berön) eintrug, dazu kam noch Großmutters Geld (von Robinson), so daß er im Ganzen zehntausend Psund Renten (von Warrens) bezog. ' Sij sprach : .Nicht um schnödes Geld (von Wachenhusen), auch nicht um Geld und Ehre (von König) sondern um Liebessreud und Licbesleid (von Raimund) mit dir zu theilen, will ich eine Ehe (von Schwartz) mit dir eingehen." Und binnen sechs Wochen (von Earlen) standen die Verlobten von Manzoni am Altar (von Werner). Längst &ty tnM . 4 Vi4T. Qföaifc JUUIl lUlll 11 IU llil VlMIUiO UllV (von Raimund) gewünscht, und so waid sie die zweite Frau (von Marlitt), denn er war ja zweimal vermählt (von Raimund). Der Mann von Geburt und das Weib aus demVolke(von Schwartz) waren durch unlösliche Bande (vonDetlef) ode? unauflösliche Bande (von Ernesti) sür immer und lwig (von Marryat) mit einander verbunden. Ein Jahr (von Carlen) und sie war eine Mutter (von Gerstäcker), indem sie ihm ein kleines Kind (von Wartenburg) schenkte. . Ihr Glück stieg nun von Stufe zu Stuse (von Fritze), ja sie standen aus der Menschheit Höhen (von Heinreichs) und es umgab sie eine Welt des Glanzes (von Mühlbach). Die Heimath der Frau (von Wildermuth) aber blieb ihr das Haus (von Bremer) und in dankbarer Liebe sprach sie : . Hier ist mein Eden (von Schmid) denn hier leben wir ja wie im Paradiese (vonHeyse.) Erkundigungöreise in Rußland. Der Londoner Allgemeinen Correspondenz" sind von einem befreundeten Correspondenten, welcher sich gegenwärtig auf einer Art Erkundiaungsreise in Rußland befindet, und der sich der besten Verbindung mit hochstehenden politischen Persönlichkeiten sowie unter den berühm tcren der russischen Generäle erfreut, di rekte Mittheilungen zugegangen, welche interessante Beiträge zur Tagesgeschichte enthalten, deneu sie Folgendes ent nimmt: Zunächst von seiner Reise von London, welches der Correspondent am 26. Februar verließ, nach St. Petersburg über Paris und Berlin redend, erwähnt derselbe, daß auf dem ganzen Wege der Hauptgegenstand des Gesprächs in den Eisenbahncoupe'S wie in den Gasthöfen und Geschäftshäusern Skobeleff und immer wieder Skobeleff war. Die Pasta giere mit dem Pariser Schnellzuge führ ten, theilweise mit großer Wärme, eine lebhaste Unterhaltung über die gegenseitigen Vorzüge der Slaven gegen die Deutschen und umgekehrt. In Köln 1 I 7 V 99 .-99999 segs d sprach man von nichts anderem. als dem Helden von Plewna, und n Berlin, von Unter den Linden" bis an die von Gästen angefüllten, doch bequemen kleinen Bier- und Schrippenwirthschaften außerhalb der Stadt, mar dir Name Skobeleff in Jedermanns Munde, der zum Unterschiede von dem mehr exaltirten jungen Volke von den nüchterneren Erwachsentn mtt- kurz darben einsilbigen Ausdrücken abgethan, und von den ruhigen Spießbürgern ebenso wie seine slavischen Landsleute mit teutonischer Verachtung verurtheilt wurde 5 was Alles von einer, weit verbreiteten tiefen Ausregung unter dem Volke über die Worte des passes gegen das deutsche Element, welche in Paris von den Lippen des russischen Generals sielen, Zeugniß giebt. Auf der Reife durch Frankreich bildete einen Haupttheil derConversation dieMöglichkeit eines französifch-russischen Krieges gegen Deutschland, und der allgemeine Beifall, mit welchem diese Idee behandelt wurde, bewies, daß die Staatsmänner in Paris und St. Petersburg' durch die Verwirklichung einer solchen! Allianz, der m St. Petersburg noch viel lebhaster das Wort geredet wird, kein Mißfallen von Seiten des Volkes ein ernten würden. Der leitende Gedanke der Meinung unter den Rüsten wie unter Franzosen schien zu sein, daß Deutsch land, auf der einen Seite vonFrankreich, und aus der anderen von Rußland an gegriffen, mit einer zeitgemäß wohl vorbereiteten und in Scene gesetzten slavischen Erhebung durch ganz Oesterreich, um die Handlungsfähigkeit der Staatsmänner in Wien zu lahmen, unterliegen muß. .ji ' Besonders bemerkenikwerth fand unser Gewährsmann in allen diesen Diskussionen, daß England's fast mit keiner Silbe Erwähnung geschah, und daß man dasselbe als eine Null in der enropäischen Politik betrachtet. Aber'trotz des drohenden Tones der SkobeleffschenRe den bildet sich kein Rüste ein, daß Ruß land sogar leicht eine Invasion Deutsch lands ausführen kann, indem auf beiden Seiten die öffentliche Meinung darüber einig ist, daß Deutschland viel bester im Stande sei, seine östlichen Grenzen zu schützen, als Rußland fähig ist,' dieselben anzugreifen und zu über schreiten, während die Russen sogar auch die Möglichkeit einer deutschen Besetzung Polen's zuzugeben sich genöthigt sehen. Außerdem sind während der letzten Jahre an hunderttausend Deutsche über .die Grenze gekommen und in Rußland eingewandert, wodurch unter den russischen Einwohnern eine große Ausregung und die Befürchtung entstanden ist, daß eine weitere Vermehrung diefeS Einwändei rungs-Elementes die Weichsel - Prosin zen teutonisiren durste. Nie jedoch würde Rußland wie Frankreich in einen Gehietsverlust willigen. Zugegeben wird von den Russen, daß Deutschland die deutschen Ostseeprovinzen nehmen kann; doch bestehen dieselben darauf, daß sie diese im Laufe der Zeit wieder zurückerobern würde Interessant ist auch, was der Correspondent über die Unter-
schiede der Eisenbahnen und des Eisen
bahnbetriebs in Frankreich, Deutschland und Rußland mittheilt. ,Jn dem ersteren Lande" schreibt derselbe contra flirt die Lässigkeit (um nicht zu sagen Liederlichkeit) in 'der Beaufsichtigung und der nachlässige und schlampige Charokter der Bahnhöse aus's Schärfste mit der Nettigkeit, Pünktlichkeit und Sauberkeit der deutschen Eisenbahnen. Die Eisenbahnlinie zwischen Köln und Berlin genießt den Ruf, die bestvervalte der Welt zu sein ; doch war ich überrascht und sicherlich nicht daraus vorbe reitet, auf den verschiedenen Banhösen zwischen diesen beiden Endpunkten die Beamten ebenso zählreich,' aufmerksam und geschniegelt während der Nachtstunden, um 2 oder 3 Uhr des Morgens, zu finden, wie bei Gelegenheit des .mittsg lichen Anhalten zu Ehren einer hohen Person. AlleL wird auf diesen Bahn Höfen mit militärischer Pünktlichkeit und Genauiakelt ausgeführt, und wenn mor gen ein Krieg ausbräche, so könnte eine Armee bis nach Frankreich hmem beför dcrt werden, ohne Gesah? eines Unfalles oder eines Zusammenbrechens der Or ganisation des Beamten Personals. In Frankreich wurde es im Gegen theil Wochen nehmen, ehe der Eisen bahnsahrdienst zur Truppcnbeförderung hinreichend organisirt sein würde, ohne, so zu sagen Schiffbruch zu- leiden, und während der jeit wurde d,c beste Gelegu:heit, eine Invasion abzuwehren, vorüberstreichen. Auf der russischen Eisenbahn von Wirballen (in der Nähe vo.l Königsberg) bis nach St. Petersburg ist dieselbe bureaukratische nno militärische Außenseite wie in Deutschland sichtbar ; aber die Beamten ermangeln der deut schen Intelligenz und die Bedienstung ist eine so spärliche, daß die Rüsten lange Zeit gebrauchen würden, um eine Armee an de: Grenze zu concentriren. Eine nach Rußland vorrückende preußische Armce würde ein cultivirtes Areal im Rücken haben, wie in dem landwirthschastlich bebauten Landstriche in östlicher Richtung von Berlin nach dem Ueber schreiten de? Oder, und z.B. in den Agricultur - Distrikten von Pommern und Ost- und Westpreußen sichtbar ist; während eine russische Armee nichts als Marschland und Wälder zur Stütze hat, wie man auf der langen Strecke von 500 Meilen von der Grenz: jenseits Kö nigsbergs bis nach St. Petersburg sehen kann. Nichts sällt dem Reisenden, und zwar aus eine angenehme Art, mehr in die Augen, als das Bild des Wohlstandes, welches die deutschen - Dörfer und Städte bis an die Grenze hinan zeigen, im Vergleiche zu den elenden und ärmlichen russischenWeilern jenseits derselben. Wenn irgend welche der Leser einen Blick auf das russische Dorflebeu von den Fenstern. eines Eisenbahn-Cou pees aus auf der Fahrt nach St.' Petersfcurg machen könnten, so würden. sie zugeben müsten, daß die pessimistischen Schilderungen Rußlands des Fürsten Krapotkin, welche in englischen Blättern erschienen sind, nicht sehr übertrieben waren. Und doch find die Bauern der Fvrstzone der baltischen Provinzen noch beff?r daran, als viele deren, welche Oft, und Süd-Rußland' bewohnen. Nur ein Ding ist gut in Rußland, und das ist das Reisen mit der Eisenbahn. Von Köln und Berlin ab bis zurGrenz sind die Wagen mit heißer Lust erwärmt, während auf de? letzteren Strecke diesel ben noch de Vortheil haben, daß' sie mit Regulatoren zu? Adjustirung der Tem pe?atu? de? Wagencoupe's versehen sind. Alle russischen Wagen aber find nach amerikanischem System eingerichtet, mi Thuren an jedem Ende. Tre Wagen dritter Elaste sind nur um ein Weniges bester als Schn,ineställe ; die zweiter Elaste sind ziemlich gut, aber die Wagen erster Classe in Wirklichkeit sehr bequem Lnd in manchen Fällen selbst luxuriös ausgestattet. Die Büffets auf der gan$tn Strecke von Berlin bis St. Petersbürg sind vorzüglich, besonders in Rußland. Die Gerichte sind der Art, daß sie einen Feinschmecker entzücken würden; die Weine sind gut und die Preise etwa m die Hälfte niedriger als in London. Äußer einer größeren Anzahl von Kssaken an jeder Station, als der Correfpondcnt auf seiner Besuchsreise nach Polen im Jahre I73 fanderbliöte derselbe nichts von einem terroristischen Zu stände, bis zu seiner Ankunft in Gatschina, welches buchstäblich von Truppen überfüllt ist. Aus der ganzen Strecke von Gatschina bis nach St. Petersburg eine Entfernung von 22 Meilen war in Zwifchenräumen von je 1000 Metern immer ein Soldat mit aufge pflanztcm Bajonnet als Wache postirt. In St. Petersburg selbst wimmelte es von Soldaten und Polizisten, welche verhinderten, daß nicht zu viele die An kunst von Reisenden erwartende Freunde sich aus einem Fleck ansammeln, zu welchem Zwecke die Kosaken in beständiger Bewegung unter der Menge verblieben und me Knäuel auseinanderdrängten. Aus dem Voigt lande. - . ' Frau, hast'm Schangdarm 's Gefräß ged'n r .Na ! Gieb'm 'n Brei von gestern .Er mog'n net." .So thu a wenig Butter nei und gieb'n der Katz " Elektrische Funken. Das Genie macht es mit Leuten von Verstand wie der Feldherr wit seinen Soldaten : er stellt sie in Ordnung, aber sie erfechten für ihn den Sieg. . Des großen Haufens, der Menschen denkt die Weltgeschichte, eben so wenig, wie die Naturgeschichte der abgefallenen Blätter im Walde. Die große Welt ist ein Magnet. Nur die unedlen, eisenhaltigen Körper bleiben an ihm hängen, aber für die edlen Metalle hat er keine anziehende Kraft. Manche zanklustigen und zanksüchtigen Eheleute stnd den Kartenblättern ahnlich, welche, nachdem ste stch lange gestritten haben, nihilz beisammen weilen. Die schönen Frauen werden ljcutzu tage mit unter die Talente ihrer Männer gerechnet. Gelegenheit macht nicht bloß Diebe, sondern auch große Männer. Die guten Menschen verkennen sich öfter, als die bösen ; diese nehmen- es nicht so genau mit einander.
Brieftauben - Stationen zur Siche
rung der Küpensi)ifffahrt Eine neue und interestante .Vervendung finden. die. Brieftauben in neuerer Zeit zur Sicherung der schifffahrt an der deutschen Küste. Bereits seit dem Jahre 1876 hat die preußische Regierung an der Nordsceküste Versuche anstellen lasten, um eine Brieftauben-Verbindung der draußen in See an besonders gesähcoeten Stellen liegenden Leuchtlchiffe mit dem Fcstlande und den Lotsenstationen zu erreichen. Die dadurch ermöglichte Vermittlung . von Nachrichten ist nicht nur sür die Leuchtschiffe sclbA in Gefahr fällen von Bedeutung, sondern sie hat ihren Hauptwerth für die von See ein fahrenden Schiffe, wnn diese in der Nähe gefährlicher Küsten Havarie leiden, ode: bei Stürmen an Grund gerathen, da ihnen bei rechtzeitiger Benachrichtigung vom Lande aus rettende Hülse gebracht werden kann. In Erkennung der großen Wichtigkeit dieser Frage hat man sich durch die ansänglichen Mißer folge nicht entmuthigen lasten und ist nunmehr, wie das Centralblatt derBau Verwaltung in einem längeren Berichte mittheilt, ;u einem befriedigenden Ab schluß der Versuche gelangt, welch den mit der Ausgabe betrruten Beamten wie dem Unternehmer, emem Taubenuebha ber in Tönning, gleichmäßig zur Ehre Gereicht. Vorläung hat man sich noch aus die Anlage einer Taubenstation in Tönnmg an der Eidermunduug de schränkt, wo znzei Leuchtschiffe, das äu ßere 36 Seemeilen von dem Orte ent fernt und ein zweites näher gelegenes, vorhanden sind. Beide Schiffe unterhalten mitTönning eine ununterbrochene Taubenpost Verbindung, welche sich in zahlreichen Fällen als überaus werthvoll erwiesen hat, und zwar sowohl sür den Lootsendienst und dicSicherheit der einfahrenden Schiffe als auch sür Private, Spediteure u. dergl., welche über Art und Zustand der ankommenden Schiffs ladung rechtzeitig unterrichtet werden und ihre geschäftlichen Maßnahmen treffen konnten. Namentlich war es eine Reihe vonUn fällen bei den außergewöhnlich starken Herbstftürmen des verflostenen Jahres, in denen die neue Einrichtung ihre Feuerprobe glänzend bestanden hat. Am 15. Oktober brach bei starkem Orkan die Stationskette deS äußern Feuerschiffes, welches infolge deffen abtrieb. Vier so fort abgesandte Tauben brachten ihre Depeschen mit der Bitte um Hülfe in kurzer Zeit nach Tönning, von wo aus ungesäumt ein Bugsirdampfer ausgeschickt wurde, der das Schiff noch rechtzeitig auffand und in den Hasen bringen konnte. In ähnlicher Weise wurde bald daraus ein zweites Leuchtschiff, das durch heftigen . Sturm nordwärts getrieben war, vor den gefährlichen Untiefen der schleswigschen Küste gerettet, und so nicht nur das kostbare Schiff selbst ein dortigcö Leuchtschiff kostet gegen 150,000 Mark , sondern auch das Leben der Mannschaft geborgen. Ferner brachte eine Taubenöepesche die Nachricht von der Strandung eines einfahrenden großen Dampfers, deffen Besatzung unter Lebensgefahr seitens der Loolsen gerettet wurde. Diese Erfolge sind bei solcher Entfernung übrigens erst jetzt möglich gewesen, seitdem man Tauben hat, die an der See selbst gezüchtet und groß geworden sind. Die Tauben des Binnenlandes eignen sich nicht sür den Seeflug; sie sind zu schwach und ermatten bald. So erteichten 1877 bei einem Flugversuch aus einer Entfernung von 7 Seemeilen unter 30 Tauben, die man ausgelaffen hatte, nur L Ltuck ihr Ziel, die übrigen kamen in den Wellen um. Die Thiere waren aus dem Binnenlande, aus Bel gien bezogen. Dagegen kamen bei einem im vorigen Jahre veranstalteten Probe-' stiegen sämmtliche aus einer Entfernung! von 36 Seemeilen ausaela nenen 21 Tauben wohlbehalten in Tönning an ; die besten Flieger hatten die Strecke in 30 Minuten zurückgelegt. Die Brieftauben werden in einem besonderen Zuchtschlage in Freiheit aufgezüchtet und verbleiben hier bis zumFlüg gewerdn. Haben sie sich hinreichend sür den Flug entwickelt, so erden sie in den von dem voriaen entfernt liegenden Schlag für die Flugtauben übergeführt und ier eine Zeit lang in Gefangenschaft gehalten, um sich an den Schlag in den sie sür die Folge immer zurückkehren sollen, gehörig zu gewöhnen. Dann werden sie hinausgebracht und erst in kürzern, dann in weitern. Entfernungen ausgelaffen, bis die bestem Flieger den Dienst" vom äußern Feuerschiff übernehmen und ihre Depeschen die 36 Seemeilen große Entfernung tragen kön nen. Die Ankunft der Brieftauben am Schlage wird durch ein Läutewerk ge meldet, welches beim Auffliegen auf das am Flugloch angebrachte Trittbrett durch eine elektrische Leitung in Bewe gung gesetzt wird und so lange nr Thätigkeit bleibt, bis der Taube die an einer Feder befestigte Depesche abgenommen ist. Das Flugloch ist so eingerich' tet, daß die Tauben nur hinein, nicht aber zurück können. Der Gesammtbestand der Tönninger Taubenstation beläuft sich auf 30 Zuchtund 80 Flugtauben, deren Aufzucht, Wartung und Einübung dem oben er wähnten Unternehmer für die im Ver hältniß zu den wichtigen Zwecken . und Erfolgen gewiß geringe Summe von 1200 M. jährlich übertragen ist. Dafür hat derselbe die genannte Zahl im mer voll zu erhalten und. jeden Verlust sofort zu ersetzen, und zwar durch Ein stellung neuer .zum Depeschendienst geeignet Tauben." S i ch e r e r S ch u tz. Elf Uhr schlägt's vom Kirchenthurm -Der Regen peitscht die Fenster; Es heult gar fürchterlich der Sturm Es heulen die Nachtgespenster. ' Ich aber habe guten Muth, Mein Herz ist sanst und stille ; Denn fanft an meiner Seite ruht Mein Weibchen, die Sibllle. Sibillchen. ach, das selt'ne Kind, Ist schon seit zwanzig Jahren Mein wahres Kreuz, und Kreuze sind Wohl schützend vor Gefahren.
Wind und Wetter.
?on Tr. O.Jtr. Die Atmosphäre als ein Ganzes. Ein Ganzes so sagten wir sei die Atmosphäre des Erdglobus uud nur, indem man sie als ein Ganzes betrachte könne man eme richtige Anschauung von den in ihr vorgehenden Veränderungen gewlnmn. Em ungeheures Ganze, von dem man noch nicht einmal die Grenzen auch nur mit annähernder Sicherheit kennt. Erhebt sich die Atmosphäre, wie man. wohl aus der Dauer der Dämmerung abgeleitet hat, nur zehn deutsche Meilen hoch über den Meeresspiegel? oder, wie dre lsternzchnuppcn und Mcteore durch ihr Erglühen und Zerstäuben darthun, bis über dreißig Me,!en Höhe? oder sind auch die leuchtenden Balken des Nordlichts noch ganz innerhalb der At mosphare. obwohl sie is aus achtzig Meilen Höhe cmporreichen? oder end lich, ist überhauvt keine Grenze vorhanden? erfüllen Sauerstoff und Stickstoff in unendlicher Verdünnung, vielleicht noch mit anderen Gasen vermischt, den unendlichen Weltraum ? Die endgültige Beantwortung dieser Fragen wird einstmals für unsere Vorstellungen von dem Weltganzen in seinen ' größten Verhältnissen von bedeutender Wichtigkeit sein ; sür die Fragen abermit denen wir es hier zu thun haben, sür die Lehre ton der Witterung und den Klimaten aus der Erdoberfläche ist sie oyne emgrelsenve Äeoeutung. Uns kann es genügen, nur die unteren dichtercn Schichten der Atmosphäre in's Auge zu fasten, in denen allein die Witterungsvorgänge sich abspielen. Auch hier sreilich ist keine bestimmte Grenze anzugeben. Man weiß nicht, bis zu wie vielen Meilen Höhe die erwärmten Luftmaffen ihren Weg sorlsetzen mögen, wenn sie vckn dem glühenden Kalkgestc'm der Sahara oder dem ausgedörrten Thonboden Südamerikas oder von der Fläche des Oceans in der Region der Calmcn (Windstillen) sich emporheben : aber das weiß man bereits mit Sicherheit, daß in diesem steten Emporheben der heißen Aequatorluft der Hauptimpuls für die gefammte Lustcirculation des Erdballs liegt. Das bewegende Prinzip ist hier, wie überall auf Erden -7- die Sonne. Wie man" (namentlich in Algerien) versucht hat, Maschinen zu konstruiren. welche durch die Kraft der Sonnenstrahlen getrieben werden, nachdem die Wärme der selben in Elektrizität umgewandelt ist so wird auch im Haushalt der Natur ein großerTheil der einstrahlenden Sonnenwärme in. Bewegung umgesetzt: in die Bewegung der Winde und der Meeres strömungen, in die Verdampsung des Masters und die Bewegung der Flüge, in das Wachsthum der Pflanzen und in die Bewegung der Thiere. Ein anderer und vielleicht noch größerer Theil wird dagegen alsbald durch Ausstrahlung in den freien Weltraum wieder abgegeben. In welcher Weise durch die Sonnenstrahlunz Winde erzeugt werden, mag uns in einfachster Form das Spiel der wechselnden See und Landwinde lehren. Das Schiff liegt im Hasen und hat seine Ladung vollendet. Aber es muß seine Abfahrt bis zum Abend verschieben. Denn während die Sonne sich höher und immer höher hebt und die Oberflache des Erdbodens sammt de? über ihr lagernden Lust immer mehr erhitzt, bleibt über dem Meere die Luft kühl, da die einstrahlende Wärme größtcnthcils in die tieferen Schichten des Wassers eindringt. Die kalte Luft lastet schwerer als die warme und daher überwindet der Druck der Meeresluft bald den Gcgendruck der durch die Hitze aufgelockerten Luft über dem Land. Die Seeluft dringt vor und hebt die Landluft aufwärts, um bald ihr aufwärt zu folgen, von neuen Masten erfrischender Seeluft verdrängt. Der Seefahrer kennt ihn längst, diesen Seewind, der wohl gut zur Landen, nicht aber zum Verlassen des Hafens ist. Die Nacht, weil, er, wird ihm besteren Wind bringen. Denn alödann kühlt sich das Land und die Luft über ihm durch Ausstrahlung der nur an der Oberfläche aufgenommenen Hitze mächtig ab, während daö Meer seine bei Tage aufgespeicherte Wärme größtcntheils behält und auch der Lust über ihm cavon mittheilt. Jetzt wird also die Landlust die kältere und schwerere und geht nun ihrerseits zum Angriff über als Landwind. Während die Luft über der See, vor ihr zurückweichend, sich emporhebt, kann jetzt das Schiff mit vollen Segeln den Hafen verlasten. Ueberall, wo wärmere und kältere Luftmasten einander benachbart vorkommen, da entstehen in dieser Weise Cirku lationen. indem an der Erdoberflache die kalte Luft zur warmen in der Höhe da gegen die warme zur kalten überströmt. Da aber an allen Küsten, wo große Landmaffen von weiten Meeren bespült werden, daS Land im Sommer wärmer, im Winter kälter ist als die Wastermaste, deren tiefe Schichten die Sonnenwärme vom Sommer zum Winter aufspeichern, so müßten überall, wo sie nicht von an deren heftigeren Winden maskirt werden, im Sommer dauernd Seewinde, im Winter dauernd Landwinde herrschen. Dies Gesetz giebt sich nirgends deut licher zu erkennen, als in den oben er wähnten halbjährlich wechselnden Mon sunen des Indischen Oceans. Wenn die Sonne, nördlich vom Aequatar abweichend, den Ländern des 'südlichen Auens glühenden Sommer bringt, tritt gleichzeitig in Süd - Afrika der Winter ein. An der Ostküste Akrika's entsteht daher ein dauernder Landwind zum Indischen Ocean-bin, und diesen sortsetzend nördlich vom Aequator ein Seewind vom Indischen Ocean nach dem Astati schen Festland hin. Sarkastische Antwort.. Jungser Schnipp. Also, Herr Klunker, Sie haben mich in Ihrem Jüng. lingsverein ein Gänschen genannt, das ist weniger als unartig, das ist eine Un-gezogenheit!-Klunker. Verzeihen Sie, Jungser Schnipp, der Mensch ist nicht immer fei ner Zunge . mächtig also nehmen Sie mir diese Verkleinerung nicht übel!
