Indiana Tribüne, Volume 4, Number 206, Indianapolis, Marion County, 8 April 1882 — Page 2
iMana Mivnne.
o FSgNche- und snNtagsausgsöc. Ofsicc: 2S. Dc!nwarrStr. Knterert s.z geeona-cl&s matter it tl?c ostoffice at Indianapolis, ludiaaR. ?Ifconncmcnt5-s43tciTc : Täglich Ausgabe...... ..12 QlS. Per Wache. TonntagZLuSgebe 5 Cts. PerNulnmer. Veide zusammen 15 t. Per 'Leche. tff DaS Tagblatt ctfieint jeden Nachmittag um 2) Uhr. Die SoanwgSauszab erscheint tti Norgcns. Tribune Publishing Company. . Indianapolis, Ind., 8. April 1882. 03 geschehen Z et Sien und Wunder ÜüctI. r3cllatt"f 22. 2K3 j.) Der preußische Volkswirlhschasisrath hat seinen Beruf verfehlt ! Er hat gestern das Tabak-Monopol abgelehnt. Wer hätte das geglaubt? Eine so vorsichtig zusammengesetzte, nicht aus einer stür mischen Wahlagitation hervorgegangene, sondern durch königliche Berufung ge schaffen Körperschaft bekommt plötzlich Anwandlungen von Oppositionslust ! Und diese ' Opposition kehrt sich nicht etwa gegen unwesentliche Nebendinge, sondern gleich g?gen das höchste Ideal des Kanzlers, gegen sein LieblingSpro jekt, gegen das Tabakmonopol; gegen zeneS Tabakmonopol, von dessen goldenen Früchten ein Patrimonium der Enterbten" geschaffen, die Steuern erleichtert, Kanäle und Eisenbahnen gebaute reiche Kolonien erworben werden sollten. Mit allen diesen schönen Dinaen ist eS jetzt nicht?, die schön gebauten Lustschlösser stürzen zusammen, und der Zerstörer ist dieser böse Volkswirth' schaftsrath, der mit so schnödem Undank die Liebe seines Erzeugers lohnt. Vorsorglich hatte man die Pforten bewacht, die zu den Hallen jener fünfund siebenzig Männer der praktischen Er fahrung" .- führten. Man glaubte dafür gesorgt zu haben, daß der Geist der Verneinung und der Opposition nur in einer bescheidensten Dosis eindringe. Er sollte höchstens, wie das Salz, die zustimmen den Voten dem Regierungsgaumen zwar schmackhaft machen, ihm aber nicht die willkommene Kost verderben können. Man ließ sich von den Handelskammern und landwirthschaftlichen Vereinen neunzig Herren präsentiren, und von diesen suchte man sich die Hälste aus, welche man für die Gefügigsten hielt. Zu die sen Jünsundvierzig that man noch dreißig, die vollständig nach dem Belieben der Regierung ausgewählt waren, und diese Mischung nannte man Jßclvirthschastsrath. In seiner Jugend ließ er sich auch gut an, er hieß das erste Unfallgesetz der Regierung schön und gut, biö er plötzlich gestern alle auf ihn gesetzten Hoffnungen schnöde verrieth. Kaiser'S Geburtstage Die loyale Köln. Ztg. läßt sich am 21. März aus Berlin schreiben : Das kleine Fußleiden, das dem Kaiser einstweilen noch das Gehen ?twas erschwert, schwin det mehr und mehr und wird der persönlichen Theilnahme unseres greisen Monarchen an der Feier seines GeburtZtageö morgen keinen Eintrag thun. Der Kaiser empfing heute Nachmittag den Reichskanzler und berieth über eine Stunde mit ihm. Der Himmel der ausroärtigen Politik wird zum schönen Feste allgemein wieder mehr srei von Wolken gesunden als man vor Kurzem noch anzunehmen wagte. Gegenüber den Bedenken und Erinnerungen, welche unlängst die Reden Skobelefj's anregten, fällt gegenwärtig in der ganzen rufstschen Presse der Ton eisriger Abwiege lung auf. Durchaus ungehörig sind die rücksichtslosen Bemühungen der aus .Antisemiten, Zünstlern und Staatssocialisten zusammengewehten Partei der hiesigen .Antisortschrittler", die sich wiederum anstrengen, dem morgigen allgemeinen Volksfesttage einen Partei- Eha rakter auszuprägen. Durch ellenhohe Placate ladet ba3C. C. 0.", das Eonservative Eentral-Eomite von Berlin heute wieder zum Besuche der Festlichkeiten ein, welche es am 22. d. Mts. zur Feier deS kaiserlichen Geburtstages zu veranstalten gedenkt. Die größten Versammlungslokale der Hauptstadt, Tivoli, Central Skating Rink, Concerthaus, Villa Colonna usw., sind wieder sür Concerte, Festvorstellungen und Tanz gemiethet worden. Außerdem halten Stöcke?, Strosser, Prediger Häpke und andere Koryphäen der antisemitischen Bewegung Festreden, gerade so wie an den Feiertagen vom 2ten September und 18ten Oktober, welche l vorigen Herbste den Attchstagswahlen vorausgingen. Selbstverständlich wird den Thtilnehmcrn alles gratis geboten, die Kosten werden von .bekannter Hand gedeckt. Angeblich gehört diese .bekannte Hand" dem hiesigen Kauf mann' Herzog ; andererseits kber hört man versichern, daß Niemand mehr er staunt sei über die Verschleuderung von Geldmitteln, deren man ihn fähig halt. als eben Herr Herzog selber. Wahre KönigStreue zeigt sich in solcher rücksichtSlosen Parteiwuth gewiß nicht ! Der Kaiser empsing heute eine aus dem Grafen Behr, Hofprediger Stöcker, Professor Wagner und Modewaaren Händler Herzog bestehende Abordnung des konservativen CentralcomiteS, welche eine Huldigungsadresse überreichte, und erwiderte, wie das Deutsche Tageblatt sich mitzutheilen beeilt, etwa Folgendes : Jeder Lebensabschnitt erinnere ihn da ran, daß es der Allmächtige sei, der sich zu gewisse Zeiten seine Werkzeuge schaffe.. So habe Gott auch ihn zur Durchführung bestimmter Aufgaben berufen, und im Civil- wie im Militärwesen habe es ihm nie an der rechten Verson gefehlt. Die Zeiten seien ernst:
wenn im vcrgaN5.c.-.cn ahre der autokretischste Fürst und ein aus dem Volkswillen hervoroegangcncs Staatsoüerhaupt den Mordversuchen des Umsturzes erlegen seien, wer sei dann noch sicher?
Mit Freuden habe er vernommen, daß , seine Botschaft und sein Erlaß vielfach im Lande mit Zustimmung aufgcnommen seien; er habe es für nöthig gehalten, wieder einmal an das zu erinnern, was die Krone in Preußen sei. (Der berüchtigieErlaßvom 11. Januar.) Das wichtigste bleibe freilich ein lebendiger religiöser Sinn. Er habe oft dazu g mahnt. Das Hauscomitc für PostAngelegenheiten empfiehlt die Ausgabe von Postanweisungen für Beträge Ms zu $5 für eine Gebühr von vier Cents; ferner Erhöhung der Summe, für welche eme Postanweisung anögcsttllt werden linn und folgende abgeänderte Feftsctzung der Gebühren : für Anweisungc? über $5 bis zu $10, 8, $15, 10, bis $29, 15, bis $10, 20, bis $30, 23, bis $rj, 30, bis 70, 35, bis $t0, 40 b!5 $100, 45 Cents. Vrln todten NZuberhaupnrann Verbrecherisch wie die bekannte Laus bahn des Jcsie JameS', des Fra Dia. volo. Dick Turpin und Schinderhanr! unserer Zeit, war die That, welche dak Ende des vielfachen Mörders herbeiführte, aber dem Thäter, dem 20jähri gen Robert Ford, kann und darf dieBelohnung nicht vorenthalten werden, du der Staat auf die Anschaffung des Desperado, todt oder lebendig," gesetzt hat; dieselbe beträgt 550,(00. Zweifellos wurde die Ermordung des James von den Brüdern Robert und Charles Ford schon seit Monaten geplant. Charles alle die Bekanntschaft des Banditen am I. November vor. I. in Kansas City gemacht, und siH dessen volles Vertrauen erworhen. Am 8. Nov. kam James mit Frau und zwei Kindern und in Begleitung von Charles Ford in einem ihm gehörigen Fuhrwerke nach St. Joseph, mietbele ein Haus an der Ecke der Lasayette und 21. Str., lebte hier zwei Monate unter dem Namen Thomas Howard und zog dann in ein an der Lafayettcstraße gelegenes, dem Stadtrath Aylesbury gehöriges Haus um. Das letzte ist ein frenndlicheö, im Style eines Landhauses errichtetes, einstöckiges Gebäude mit weißen Mauern und grünen Jalousien, liegt aus eine: Anhöhe und bietet eine hübsche Aussicht über die Stadt. Der öc?. welebcr das öaus umaiebt. ist geräumig und enthält nur denPferderi rfv w . . sv m c siau, m welchem rne wertyvoucn Pseroe des Desperado standen. Die Brüder Ford bewohnten ein Zimmer in der ont. .-rjc r.a yiuyc ves oelrieoenen ajauic. tfuc den 3. dieses Monats hatte der Bandit die Beraubung der Bank in Platte City, Mo., geplant; an diesem .age fand daselbst der Prozeß gegen den Mörder Burges statt und, während solcher die Aufmerksamkeit des Städtchens aus sich concentrirte, wollte James einen seiner frechen Gaunerstreiche ausführen. Charles Ford war in den Plan eingeweiht und hatte James zu bewegen gewußt, daß sein Bruder Robert der dritte Theilnehmer an dem' Bankraube sein sollte. Beide Brüder hatten seither vergeblich eine günstige Gelegenheit, James zu ermorden, gesucht, eine solche aber, da die ser immer vorsichtig und ausgezeichnet bewaffnet war, nicht sinden können. Am 3. dief. Mon. drängte die Zeit, dennJames konnte bei dem Bankraube cin.Malheur" passircn, oder derselbe würde nach sein und dann war die Aussicht aus die Belohnung der $50,000 wenigstens sür jetzt verloren. Das Frühstück war vorüber. Charles und James begaben sich in den Stall, um die Pferde anzuschirren. Nach der Rückkehr in die Stube sagte JameS: .es ist heiß heute" zog Rock und Weste aus, legte solche ans -ein Bett, seine Revolvcr auf den Tifch, und ergriff einen Staubbesen, um ein an der Wand bängendcs Gemälde, an dem er zufällig (staud bemerkt hatte, abzustauben; er stieg zu diesem Behufe aus einen Stuhl. Während er so den Brüdern Ford den Nucken zukehrte, traten diese ge räuschlos mischen liesse und dessen Re volver, die er aus den Tisch gelegt hatte. legten ihre Gewehre an und m dem Augcnblicke, als Jesse, durch ein leichtes Ge rausch veranlaßt, den Kopf umdrehte, fuhr ihm die Kugel Roberts durch den Nacken auswärts in den Kopf und drang über d:m rechten Auge durch die Stirn. Keinen Laut stieß der Getroffene aus. Sein Körver fiel rückwärts aus den Zimmertcppich. Der Schuß wurde aus einem kostbaren Gewebr nacö dem verbesserten Colt'schen Systeme abgefeuert, welches der Ermordete seinem Mörder wenige age vorher zum Geschenk ge macht hatte. Frau James, Zcrelda geb. MimmeS, eine frühere Lehrerin, eilte nach dem Schusse aus der ttuche durch das Eßzimmer in das Frontzimmer, sah bei ihrem Eintritts Robert Ford, der das Zimmer durch ein Fenster verlassen hatte, im yofe, ihren Mann mit Blut uberström tem Gesicht auf dem Boden, und rief : U.overl. cas na i u aelban. in -et? dann neben ihrem Manne nieder und wusch diesem das Blut ab. Der Verwundete schien ctwaS saaen in wolle aber das Blut floß rascher auS der Wunde über dem rechten Auge, als die Frau es abwaschen konnte und im nächsten Auacnblick war JameS eine Sekcbe. Eine der Pistolen bat fiel) Ziufällia entladen," sagte Charles Ford und Ja, Ihr blenden, so war es," antwor tete die rau. Unter dem Namen fron, ard waren James, der das Arsenal, das er immer bei sich trug, durch emen langen Ueberrock verdeckte, und dessen Frau in St. Joseph beliebt und merkwürdig l c, oatz er bei den Farmern, von e r.en viele seinen rechten Namen kannten in einem aewisseu Anseben stand. Nor einem Versuche, ihn zu verrathen, eder
zu feiner ryaZiung riv.lzuittcn, isarj er durch seine bekannte ijiibntci: ne !
schütz!, aber viele rechnetcr. c5 ihm nach all eine Vlrt sagend an, das er, ber rr.it seinen Banden ungesähr eine Million Dollars durch allerlei Schandthaten erbeutete und den Mord mit unerhörter Kaltblütigkeit als Geschäft betrieb, nie einen Farmer beraubt und nur die V.nken und sonstigen Reichen" geplündert hat. In Jndependenee, Mo., erüärte er erst noch vor wenigen Tagen in einer Wirthschaft, wenn die, welche ihn als Jesse James erkannt hätten, die auf sei nen Kops gesetzte Belohnung :'e:öi?nen wollten, möchten sie ihn doch oerhüften lassen ; viele der Anwesenden meisten, sie hätten gar keine Veranlassung, dem Jesse James zu zürnen. Auch in dieser Beziehung erinnert der todte Bandrt an den Schinderhanncs. Es mag richtig s:in, -u behaupten, dak eine Schußwaffe, ein Schuß aus dem Hinterhalte, die, einzige Möglichkeit bot, sich des Raubcrhauptmannes zu versichern ; derselbe hat oft geprahlt, er werde nie lebendig verhaftet werden und er war der Mann dazu, dies durchzuführen. Trotzdem liegt die Frage nahe, ob das Versadrcn der Gebrüder Ford resp. des Robert Ford, welchen die ausgesetzte Belohnung sicher zukommt, nicht ein solchcs ist, welches bestrast werden muß. Wenn aus die Einbringung, eines Vcr Suchers todt oder lebendig" eine Be lohnung gesetzt ist, so hat dies sür die betr. Person die rechtliche Folge, daß sie bti dem leisesten Versuche, ja nur bei dem Anscheine eines, solchen, sich der Verhaftung zu widersetzen oder zu entziehen. g'tödtet, nicht aber, daß sie meuchlings umgebracht werden kann. Dies durste früher selbst denjenigen gegenüber nicht geschehen, die für rechtlos, erlcr, voaelfrei, in die Obcracht erklärt waren. Aus der Analogie freilich, daß man hier zu Lande und daß das cornrnon law" überhaupt den Staatszeugen Straflosigkeit für jede Art von Verbrechen zusichert, kann auch gefolgert werden, daß der Meuchelmörder des Banditen straflos sei. Inzwischen hat James' Wittwe auf Grund ihres Afsiavit ge.'en die Gcbrüder Ford Anklage wegen Mordes erhoben. Frau Samuels aus Kansas City, die Mutter deö Banditen, hat bei ihrer Vernehmung vor der Coroncrs zury den Eindruck eine? anständigen Frau gemacht. Der Desperado war bekanntlich der Sohn eines tjO&caÄ;:cl?ii Siavti stcnprcd'.er? in K.r.tui;. bc:: 2i?ii:wc in zweiter Eye leb!. Dcr Manu, dcr gcfess:, gefchtVw gen uvd geraucht hat. Bekanntlich wurde kürzlich in Vreslau der M.ilcr Heil zu neun Monaten Gesängnlß vcrurtheut, weil er m ein ftoec aus Kaiser Wilhelm nicht einstimmen wollte, wclcaes in einer AnwemitenVersammlung ausgebracht wurde. Nur wenige deutschländische Blätter wagen die scandaleuse Affaire zu erwähnen, un man muß sich eigentlich noch wundern, daß die Berliner Polkszcitung vom 22. März die Courage hat, den Schwinde! in folgender satirischer Weise zu bclcuchten: Es ist schon lange her, da erregten zwei Urtheilssprüche Aufsehen in ganz Europa. Ein spanischer Journalist wur dc zu einem Jahre Gefängniß vccur theilt, weil er die mageren Frauen bis in den Himmel hob : man wollte darin eme direkte Beleidigung der wohlbeleibten Königin von Spanien crbli aen. Emer seiner franzönschen Kollegen erhielt gar dreizehn Monate Gefängniß; denn er hatte durchblicken lassen, daß einige Souvcräninncn in Europa falsche Chignons trügen. DaS Vergehen beider Journalisten war cvi dent ; denn der Königin Jsabella lieferte die Verehrung Mafori's stündlich den Beweis, daß die mageren Frauen jenes übertriebene, Lob nicht verdienten, und das Chignon der Kaiserin Eugcrne war unzweifelhaft ebenso echt, wie die Huldigung, welche ihren rothen Haaren dargebracht wurde. Wenn man auf diese Präjudize zurückblickt, so wird man sich sagen müssen, daß die Staatsanwälte in Deutschland noch nicht auf der. Höhe ihres Berufs stehen. In Brcslau hat man dieser Tage einen Mann unter der Anklage der Majestätsbclcidigung gepellt, weil er in einer öffentlichen Versammlung bei einem Hoch auf den Kaiser sitzen blieb und sich seine Cigarre weiter schmecken lirß; und aus der Sache sind nur neun Monate Gefängniß herausgebissen". Was hat der Mann gethan ? Er hat aesesscn,als andere standen, er hat geschwiegen, als andere schrien, er hat geraucht, als an dere sich den Genuß versagten. Erstens: er hat geschwiegen. Qui tacct, consontire vidotur, sagt der römische NechtSgelehrte ; zu Deutsch: Wer schweigt, macht. lm Stillen Opposi tion. Wenn nun Jemand bei einem Hoch auf den Souverän lauten Protest einlegen und seinen Protest mit heftigen Worten begründen wollte wäre das nicht beleidigend ? Weit gefährlicher als eine ehrliche offene Opposition, sagtHerr v. Puttkamer, ist eine versteckte, geheime. Mithin machte sich der Mann in Bres lau eines schlimmeren Vergehens schul dig, als wenn er lauten, beleidigenden Protest eingelegt hätte. Zweitens : er hat gesrssen. Das Sitzen gehört zu den berechtigten Eigen thümlichkeiten des preußischen Menschen, wenn er zur Opposition gehört. Wenn der preußische Mensch in Vreslau sitzt, wo er nicht zu sitzen hat, macht er sich der geheimen Zugehörigkeit zu einer op positionellen.Partei dringend verdächtig. Nach Ansicht emes berliner Staatsan walts Grund genug, die Strafe empfindlich zu erhöhen. . Drittens: er hat geraucht. DaS bloße Rauchen wird ein Verdienst fein, sobald das Monopol eingeführt ist. DaS Rauchen :nü Wohlgefallen wird eine erprobte Vaterlandsliebe bekunden, die vor keinem Ungemach zurückschreckt. Ich zweifle nicht, daß man unter dem Monopol den Lommissionsrath sich wird erraucken können. Heute aber ist ein
;T.:u::w mit Wohlgefallen ein Akt offcnbarstcr Feindseligkeit gegen die Pläne deö RcichsktiNzlerS, ein stummer und doch bcrcdtcr Protest gegen die sogenannte Wirthschastspolitik, ein Zweifel an der liröße ::n? den Verdiensten ViSmarck's, ein Alt ausgesprochenster RcichSfeindschaft. Kann man mit kurzen Zügen sich größerer Vergehen schuldig machen ? Ist nicht jeder Mundvoll Rauch schlimmcr als eine geballte Jaust in der Tasche ? nicht jeder Ring, den man bläst, eine den Kanzl-r beleidigende Anspie
lung auf den Fortschrittsring, jedes behagliche Lächeln des Wohlgefallens eine höhnische Grimasse über sein letztes Ideal? Der Mensch in BrcSlau hat gesesicn. geschwiegen und mit Behagen geraucht. Kann man sich einer ärgeren Häufung von Verbrechen schuldig machen ? Und Alles irr Allem nur 9 Monate, während doch heute in Berlin schon cm simples Verbrechen gegen die Sittlichkeit, dem ein 12jähriges armes Mädchen zum Opfer uel. mit derselben Strafe belegt wurde ! Wir muffen noch lernen, lernen von dem Spanien Jfabcllens, lernen von dem Frankreich Eugeniens. E!n bevorstehender Scnsationö Prozeß. Die bevorstehende gerichtliche Veryandlung über den Ringthcatcrbrand wird, wenn man nach einem Auszuge aus der Anklageschrist urtheilen darf, ein Scnfatlonsprozeß ersten Ranges werden. Die Beschuldigungen gegen die Angcklagten Aurgermeister Dr. von Ncwald und Genosicn sind in diesem Schriftstück ungemein fcharf und schonungslos formulirt. Sie gipfeln in der Behauptung, daß die Feuerwehr, die Polizei und die Theatcraufsicht mit allen ihren Kräften zusammengewirkt hätten, damit Niemand gerettet werde." Die Feuerwehr habe alle Maßnahmen getroffen, um Theatergegcnstande, keine einzige, um Menschen zu retten, sie habe, trotzdem ihr ein Theaterbrand gemeldet war, und trotzdem sie wissen mußte, daß eben Spiklstunde sei, einen Loschtraln absahren lassen, der allenfalls für ein einfaches Zimmerfeuer genügt hätte; weder Leit:?n noch Sprungtücher noch Rettungsfchläuche seien vorhanden gewesen, und als man schon einsah, dieselben seien dringend nothwendig, habe man sich noch noch nicht beeilt, sie herbeizuschassen. Wird der Feuerwehr aber blos sträfliche Fahrlässigkei vorgeworfen, so erhebt die Anklage gegen den Pohzarath Landsteiner, den Urheber des Wortes : Alles gerettet," die Beschuldigung, er habe gc wußt, daß sich noch Hundertc von Menschen im Theater befinden und blos au3 verbrecherische? Fcigbeit. um' sich nicht selbst in das brennende Haus begeben zu müssen, behauptet, ii ,'ti Alles gerettet mehr noch, cr ijl&c Leuten, die von oben kamen, die ihre Verwandten in den rfcn'en Stockwerken ue lassen hatten u?. rlksweifelud um Hi!s: sür sie riefö. .anschweigen mit bx Drohung auflegt, sie arrctiren zu lassen ; in einigen Fällen seien solche Personen auch wirklich verhaftn vesr'oen. Dem Bürgerrzcistcr wir.. Saft gelegt, cr kagt die Schuld und die Verantwortlichkeit, daß die von der Thcatcrcommissson nach dem Brande in Nizza beschlossenen Ucberwachungsmaßrcgeln nicht au-gesührt wor den seien. D e r P r o v i n z i ä I i a n d t a g der preußischer' Vrovinz Sachseu hat beschlössen, dttß körperliche Zikntigung als Etrsmittel i.-i den Arbcitohaiijern an gewe::5c! werde: darf, aber nur, wenn die cubcrrit Mittel wirlm'.rö.oü bleiben, und nur nach Anhörung der BeamtenKoi,screz ii"! inner Zustimmung des A!isl'Ut?n scwie m:t gegen münnli:V Aii ? r. i'vi:rt U'Cld:c : nicht das !'.). i . :;! :;c ü!ti'ri&ri;:;ii ;atcn. Von nlaitde, Frau R c g i n a D u k o s ch, eine Polin von GeZiurt, mischte sich am 5. ds. Mts. auf dem Norlhmestein Bahn hos in Chicago unter eine Anzahl Mitch Händler, welche ihre Kannen aus einem Eisenbahnwagen in Empfang nahmen. Sie wollte auch ihrerseits versuchen, frische Landmilch zu bekommen, wobei sie in den Weg der geschästigten Händler gcrieth. so daß sie mehrmals ausgcfordcrt wurde, aus dem Wege zu treten, bis ein der Händler, JamcnL John Mahara, die Geduld verlor und in rohester Weise die Frau von dem Perron ungefähr 4 Fuß hinunter auf daZ Geleise stieß. Die unglückliche Frau, welche sich in gesegneten Umständen bcsindet, brach zusammen und blieb bcvuß'.los liegen. Sie wurde nach dem Hospitale gebracht, eine künstliche Frühgeburt an ihr vorgegenommen, und man sieht stündlich ihrcm Ende entgegen. Mahara wurde verhaftet. . , In dem Gepäckraume der American Expreß Co. in New Jork tu regle am 5. ds.Mts. ein Pcquet dadurch die Ausmttlsamklit cir.cö CommiS, daß ein mir einem zierlichen Schuh bekleideter Kinderfnß aus demselben hervorragte. Letzteres trug die Adresse: Prof. Sage. Cornkll College, Jthaca, N. P."; cs wurde geöffnet uud man fand den Körper eines ungefähr vierjährigen. in aufsallend nette ittetder geklc.ioeten LZnaben und in besten Armen den Leichnam eines ungefähr sechsmonatlichen, ebenfalls mit bester Wüsche bekleideten weidlichen Säugling?. Ein herbeigerufener Arzt erklärte, die Kinder könnten längstens vor 21 Stunden gestorben sein. Cornelius I. Vanderbilt's Leiche wurde am 5. d. M. aus dem Spring Grovc-Friclhosc bei Hartsord, Conn., an dcr Seite seiner ror zehn Jahren kinderlos verstorbenen Gattin, iner gcbi-rcr.cn Williams beerdigt. Die unmittelbare Veranlassung zur Reise nach New tyoxl war der von Vanderbilt'S früherem Nnwalte, dem Advokaten Lord, wcacn Advokatengebührcn in der
Höhe ronl $3&,000 angestrengte Proceß; derselbe hat dem Verstorbenen viel Verdrnß bcreitetund seine New Jorker Bekannten suchen in ihm das Hauptmotiv zum Selbstmord- In Hartford hat, der Selbstmord nicht überrascht ; dort wußte man, daß dcr Todte bis zuletzt dasLeben eines mil sich zerfallenen Menschen ge führt, gespielt hat und auch nach dem Empfange der" Million "aus den Geld Verlegenheiten nicht herausgekommen ist; sein Grundbesitz ist verschuldet, und cr hat unendlich vielen Personen Betröge von $5.0K4C00 abgeborgt.' Cornclius äußerte wiederholt, von seinem Nachlasse solle kein. Mensch, der den Namen Vanderbilt führt, einen Cent erhalten, wenn aber alle seine Schulden bezahlt sind, wird an sich sür seinen Bruder und seine beiden Schwestern nicht viel übrig bin bcn. Bei der Leichenschau machten, wie
schon erzählt wurde, Vanderbilt's Bekannte den Versuch, dem Coroner die Ansicht beizubringen, daß ein Unfall vorliege, dieser aber lächelte und bemerkte : Meine Herren, Sie müssen mir nicht weiß machen wollen, daß hier schon wieder ein .van Rensielaer Fall" vorliegt. Die in Sachen des Staates Pcnnsylvanien gegen . die Standard Oi! Co. am 5. d. Mts. in Harrisburg abgegebene Entscheidung ist nicht . nur cin Triumph für die genannte Gesellschaft, fondcrn sanctionirt auch das .Princip, daß Actiengcfellschaften, die im Staate Pcnnsylvanien und außerhalb desselben Geschäfte treiben, nur in Bctresf des im Staate angelegten Kapitals zur J8e steucrung herangezogen werden können. Die Entscheidung ist, obwohl sie einem Monopole zu gute kommt, richtig ; man denke sich eine .Raggion in unsern 38 Staaten Geschäfte treibend und von jedem nach Maßgabe des Umfangs ihres Gesammt - Geschäfts besteuert was würde die Folge sein? In den von der' Ueberschwemmung heimgesuchten Distrikten Arkansas' verhungert das Rindvieh mästenweise. ' Außerdem wird cs in einer schrecklichen Weise von Insekten belästigt. Ueber dem gefallenen Vieh schweben Schaarcn von Bussard's, .die so wenig scheu sind, daß sie bei der Annäherung von Menschen kaum sortflica.cn. Zu Antwerp,N. Z)., trug sich neulich ein entsekuchek Unglück zu, wel chcs dem 8jührigcn Charlie Casc daß Leben kostete. Der Kn,:be schlug in einer Hobelmuhlc mit seiner Peitsche ge gen eine inUmdrchung befindliche Walze. Die Peitschenschnur wickelte sich im Nu um die Walze, welche auch die Kleider des Knaben . erfaßte und den letzteren selbst wiederholt gegen ein hölzernes Ge rüst schleuderte,' wobei ihm die Kleider vom Leibe gerisien, der Körper schrecklich verstümmelt und der Kopf zu einer un kenntlichen Masse zerdrückt wurde, während das Gehirn in der ganzen Hobel mühle umhcrgcstrcut war. Durch den dem Dr. Lamson in London in Folge dcr Verwendung unserer Regierung gewährten Aufschub der Executionsvollzichung huben sich die die Chancen desselben wenig verbessert. Der von hier aus beizubringende Beweis basirt auf die Wahnsinnstheoric, und daß mit letzterer hierzulande an Wahn sinn grenzender Mißbrauch getrieben wird ist in der ganzen Welt bekannt. Die englischen Behörden sind zu gescheut, auf einen aus Amerika importirtcn Wahnsinns - Schwindel hineinzufallen. Ganz anders steht es mit den Beweisen, die aus Rumänien und der Türkei beigebracht werden sollen. Letztere beziehen sich darauf, daß Lamson zur Zeit des rus sisch'türkischenKrieges und während seiner Thätigkeit in den dortigen Lazarethen Aconit mit Vorliebe angewendet und verordnet habe, und daß die ärztliche Wisienschast strikte Ermittelungen über die Wirksamkeit dieses Gistcs noch nicht gemacht habe. Hierdurch soll bewiesen werden, daß Lamson möglicher Weise seinem Schwager das E:f: im besten Glauben gegeben hat. Eine derartige Annahme ist nicht unmöglich, würde cin Verdict auf fahrlässige Tödtunz rcchtfertigen, cs erfordert jedoch immerhin einen sehr gutmüthigen Richter, dcr an die Fahrlässigkeit einer That glaubt, die dem Thäter ein verhältnißmäßig bcdeutendes Vermögen in den Schoß wirft. Beiden Verthcidigungs-Theoricn steht auch der Umstand ganz gewaltig im Wege, daß weder Lamson, noch sein An walt auch nur cin Wort von dcrErblichkeit des Wahnsinns in der Lamson'fchcn Familie, noch davon, daß dcr Angeklagte im guten Glauben gehandelt habe, vorgebracht hat. Der große" Van derbilt hat an seinen Ver. Staaten Bonds, die cr vor zwei Jahren im Nominalwcrthe von sechzig Millionen Dollars kaufte, durch Courssteigcrvng die Kleinigkeit von elf Millionen Dollars verdient. I n C h i c a g o h e r r s ch t e i n sehr lebhafter Umsatz in Grundeigenthum, derselbe Mies sich im Monate März auf nicht weniger als ZZ.16S.LL1. Es wurden im Ganzen 12G0 vcrschiedeneGrund stücke verkauft. Dem WeizenkönigS. C.Dalrymple ist im Laufe der Zeit seine Riesensarm in Dakota denn doch zu riesig geworden, so daß er sich neulich veran laßt sah, einen. Theil derselben zu verkaufen, und zwar an George Howe auö Bradford, Pa., für $80,000. Aon ::Sln5e. In der BreSkaue? Ze:tung" lesen wir : Im hiesigen (zntise mitischen) deutschen Rcformvercin" geht man schon so weil, den Juden auch die iehn Gebote, die ihnen, w e alle Glaubt iicn sagen,Jehovah, wie weniger fromme Leute behaupten, Moses gegeben, zu rauben. Auch dieser Moses wird den armen Juden noch ruinirt. Im deutschen Resormverein" erklärte neulich ein Vortragender Folgendes : Als endlich Pharao, vom eigenen durch gewaltige Ereignisse geängstigten Volke gedrängt, Israel entlassen und seinen Versuch, daS
nSwandernde Volk niit HeereSmacht zurückzuholen mit Verlust seines Lebins und Heeres in den Fknthen des Rothen Meeres hatte büßen müssen, führte ?!ose? das unter dem Eindrücke' stehende Jsel, daß der Allmächtige seine Sache ges.'ihrt, an den Sinai, "um ibm das wunderbarste und Zroßartigste besetz zu geben, welchcs je ein Volk besesser. hat, und zu dessen ' Grndsä-en in vielen Stücken man noch heute, nach. MOJah ren znrückkchren müsse, wolle man die sozialeFrage gründlich lösen. Wolle man annehmen, daß der Jude Moses der Ersindcr diese? Gcsctz-.s gewesen, d?. Re !:zion- und Staalsgesetz zugleich war, so mi-sse man zugeben, daß Moses der größte Staatsmann uud Gesetzgeber allcr Zeiten gewesen sei ; eine Erscheinung die durch die Thatsache keinclwcgs genü
gend erklärt werde, daß Moses in dcr cvr - . . w 1 a . ciccit cer vieornnc: uniernajui war. Diese? Gesek und seine Annahme durch das Volk crsckeiue als Bund Jchovahs mit diesem. Nicht die Repräsentanten des Volkes arbeiteten das Gesetz au?. im Gegentheil, während Moses aus dem Berge weilte, formte sich Israel cin Idol in Gestalt eines goldenen Kalbes in Erinnerung an den ägyptischen Thierdicnst und brach dadurch eines der vornehmsten Gebote. Das Gesetz wurde ihm vielmehr von oben herab oktroyirt. Möge es ersund.cn haben, wer da wolle, aus israelitischem Geiste, welchem cs vollständig wider Haar und Strich ging, könne das Gesetz nicht hervorgegangen sein. D i e historischenJereine Wiens haben .'in Comite gebildet zur Veranstaltung eine? Feier am 27. Dcccmbcr d. I.. an welchem Tage 1282, also vor 000 Jahren, König Rudolf vrn Haböburg auf dem Reichstage zu Augsbürg feine beiden Söhne Albrecht und Rudolf mit den erledigten Reichslchcn Oesterreich, Stciermark, Krain und der windischen Mark belehnte. Jener Tag bildet demnach gewissermaßen den Ausgangspunkt der geschichtlichen Entwickelung des österreichischen StaatLwescns, und so soll gerade unter den obwaltenden Umstänocn die historische Bedeutung desselben, nämlich dcr deursche Ursprung der Herrschaft des Hauses Habsburg in Oesterreich, nicht nur in Nieder' Ocstcrreich, sondern in allen deutsch östcrreichischeu Landen durch eine Festfcicr hervorgehoben werden. Die soziale Frage schlägt in der Schweiz bemerkbarer als zuvor ihre Wellen. Hier wird aus die bedrängte Lage der industriellenArbeiter verwiesen, dort sür die Hebung des Bauernstandes plaidirt. In einzelnen Kantonen btschäftigt man stch ernstlich mit einer eidgenössischcn Bcrussstatistik, in anderen befördert man Vorschläge zur Hebung drückender Nothstände. Wie im Kanton Basel die allgcm. Krankcnuntcrstützung, so crstrcbt man in Gens die allgemeine Altersversorgung. Im Thurgau wiederum fordert man die Ausdehnung des Haftpstichtgcsetzes auf alle Berufsarten. In Luzern wurde dem Präsidium des Kantonsrathcs eine Motion eingereicht, welche nach dem Vorbilde mehrerer Staaten Nordamerikas die Liegenschaft eines Kleinbauern oder Handwerkers als' unantastbares Familicncigenthum bis aus lincn Kataßcrwerth von 20,000 Fr. betrachtet und gegen Verpfändung wegen laufender Schulden geschützt sehen will, iusosern die Liegenschaften in den ' r' ? jt fT v l X. 5 vsseninazcn vynmcinicgcrn ais yanu lien-Heimstättcn" eingetragen würden. Dcr Vorschlag bczwcckt, daß in dieser Zeit dcr Noth und des Elends dcrKleindauer oder fahrende Handwerker für fahrende Schulden nicht von Haus und Heim gejagt und sozusagen heimathlos gemacht werden kann. Es soll für den kleinen Mann eine feste Zufluchtsstätte geschasscn ncrdcn, wcl'hc ihm und seiner Familie im Falle des Konkurses als Stütze dient und die Erwerbslosigkeit verhindert. Die zu gründende Heimstätte soll dazu dienen, ein Mittel zu bi! den gegen ces allccorts immer frecher auftretenden Wucher, einen Damm ge gen die drohende allgemeine Verarmung u. f. w." Der radikal - demokratische Landbote" in Wintcrthur führt aus, der Staat habe diL jetzt zurErlcichtcrung ds Bauernstandes wenig gethan, dagegen die Wuchcrgesct-e aufgehoben und die Schutz- und Wehrlosen den Umspinnungen arglistigrr Parasiten und den Segnungen des Wcchj:lrcchts überliefert. Das müsse anders werden. Die Frensdorfs'jchc Katastrophe in Hannover, dci welcher sich eine Unterbilauz von mehr als vier Millionen herausstellt, mahnt vielfach zur Vorsicht hinsichtlich dcr Änvertrauunq von Depo'L an Bai:kgcschäfte. Im Frcnsdorfs'sch:n. Bankgeschäste schien über 5 Millionen frends DepctZ. Wie sich jetzt hrautstekt. war der Chef der Firms, der Commcrzicuri'.t5) Frenödorsf, schon seit Jahren in bct'.ächtlier Untcrbilanz, zu einer Zeit, wo cr mit Mil". lionenrcichtbum prunkle. Es zeigt von einer g wissen Leichtfertigkeit dcZ Publik.'ims, daß sich vor seinen Augen dcr Schwindel zur größten Höhe ausbauen kann, ohne daß da Fundament des Schwindelbaukö untersucht .wird. Zu demCredit wirken eben die vielen bei dem Schwindel Jntcressirten rnit. Man denke sich, cin Mann wie FrcnSdorff eröffnet nach cinem früheren Concurfc ohne eigene Mittel und indem ihm aus seinem früheren Geschäfte noch Verpflichtungen in die Hundert taufende nachfolgen, ein neues Geschüft. Als Bctriebscapltal sind von seiner Frau dargeliehene 3300 Thaler und einige C:cdite vorhanden. Hiermit beginnt am 5. Juli 1874, also nach dem großen Wiener Krach und zu einer Zeit, wo der Gründerschwindcl bereits stark rückläufig war, das neue Geschäft und erringt sich ein ganz unermeßliches Vertrauen; dem Bankhause werden von Privatcn und öffentlichen Instituten Millioncn anvertraut, und dabei schließt daZ Jahr 1875 bereits mit einer Untcrdilanz von 293,000 Mark, das Jahr 1873 mit einer solchen von 1.003,138 Mark ab. Die verlorenen Millionrn sind zum allcrgrößtcn Theile nicht etwa von Leuten
o
