Indiana Tribüne, Volume 4, Number 200, Indianapolis, Marion County, 2 April 1882 — Page 2
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Vom Adel.
Erzählung von FrUBrich Jrlkdrich. (6. Fortsetzung.) .Ja, er sagte, ein Herr v. Specht habe das Pserd für die Nacht gemiethet." Der Commissär forschte nicht weiter, sondern begab sich ohne Zögern zu dem Wirthe, von dem er sich den Hergang er zählen lieft. Am Morgen jenes Tages," berichtete Schmoller, .kam ein Herr zu mir, der mein Pferd für einige Stunden der Nacht zu miethen wünschte; er theilte mir mit, daß es sich um ein Rendezvous handle, und daß er deßhalb erst spät am Abende fortreiten könne. Er war ein großer, seingelleideter Herr und nannte sich v. Specht." .Sagten Sie ihm das Pferd sofort zu?" fragte Pitt. Nein, ich hatte den Herrn nie zuvor gesehen, undSie wissen, daß man nie vorsichtig genug sein kann. Es konnte möglicherweise ja ein Betrüger sein. Ich trug deßhalb Bedenken; sobald er dies merkte, erbot er sich, mir den Werth des Pserdes zur Sicherheit zu hinterlassen." Nahmen Sie das Anerbieten an?" Ja, er gab mir, als er das Pferd gesehen hatte, hundert und fünfzig Thaler. Am Abende nach elf Uhr stellte er sich ein und ritt fort." " Uno wann kehrte er zurück V .Gegen drei Uhr Nachts." Sahen Sie ihn dann?" Ja," ich mußte mich doch überzeugen, ob das Pferd keinen Schaden erlitten hatte, außerdem gab ich ihm das Geld zu rück." Bemerkten Sie vielleicht ob der Herr sehr erregt war, als er zurückkehrte?" Er war schnell geritten, denn dasVferd dampfte." - Woher wissen Sie, daß dies in der Nacht vom 20. zum 21. Juli war? Es sind mehrere Wochen seitdem verflossen, sollte Ihr Gedächtniß so treu sein V Auf mein Gedächtniß allein würde ich mich nicht verlassen," gab der Wirth zur Antwort. Ich habe sofort am folgenden Tage die zwei Thaler, welche ich für das Pferd erhalten hatte, in mein Buch eingetragen, und das war am 21 Juli." Hat er Aehnlichkeit mit diesem Bilde?" fragte Pitt, indem er eine Photographie des Barons aus der Tasche nahm und dem Wirthe zeigte. Dieser Herr war es!" rief Schmoller, ohne lange zu prüfen. Er untersuchte das Pferd und maß den Hinterhuf desselben. Die Größe stimmte genau mit der Spur, welche er am Morgen nach dem Morde hinter dem Garten des Gutes gemessen hatte, überein. Es war für ihn nicht der geringste Zweifel mehr, daß Seldih die That begangen hatte und zwar, daß es seine Absicht gewesen war, den Freiherr zu erschießen. Die Bewelse, welche hierfür prachen, waren gravirend und standen ämmtlich im Zusammenhange, so daß sie aum eine Lücke übrig ließen. Dennoch zögerte er, den Baron sofort zu verhaf ten. - Er fuhr zum Gute des Freiherrn. ' Der Freiherr empfing ihn auf der Beranda vor seinem Zimmer mit zurückhal tender Kälte, es schien ihm der Besuch nicht angenehm zu sein. Es ist mir endlich gelungen, den Mörder des Herrn von Malten zu entdeckn!," fprach Pitt. Der alte Herr zuckte erschreckt zusammen, seiner Brust schien der Athem zu sehlen. Man sah es ihm an, welche Mühe es ihm kostete, seine Fassung zu bewahren. Wer, wer V fragte er dann. Er ! konnte diese Worte kaum hervorbringen, seine ganze Gestalt zitterte. Der Commissär empfand Mitleid mit ihm, er durste ihn jedoch nicht schonen. - Ihr Neffe der Baron von Selditz," gab er zur Antwort. Der Freiherr sprang empor, mußte sich jedoch an der Lehne des Stuhles halten. Haben Sie Beweise, rief er mit mühsam hervorgepreßter Stimme. Ja," erwiderte der Commissär und theilte ihm Alles mit. Schwelgend, den Blick starr vor sich hingerichtet, hörte Mannstein ihm zu. Er sank aus den Stuhl zurück und barg das Gesicht in beiden Händen. , Der Commissär begriff den. Schmerz des Mannes, dem die Ehre und Reinheit seines Namens stets heilig gewesen waren. Endlich richtete sich der Freiherr wieder empor. Ist der Unglückliche bereits verhastet?" fragte er. - Noch nicht." Giebt es keinen Weg der Rettung für ihn?" Keinen." Herr Commissär, noch liegt es in Ihrer Hand geben Sie ihm die Möglichkeit, sich zu retten, haben Sie Mitleid mit mir, verschweigen Sie, daß er ein Mörder ist, und die Hälfte meines Wermögens will ich Ihnen geben. Ich will ihn bewegen, daß er Europa für immer verläßt! Ich bitte nicht für ihn, sondern nur sür das Andenken seines Vaters und meiner armen Schwester!" Herr Freiherr, Sie wissen, daß meine Pflicht dies nicht gestattet," gab Pitt ruhig zur Antwort. So mag es geschehen!" sprach er Es klangen diese Worte, als ob er sein eigenes Urtheil unterschrieben hätte. Der Commlar entfernte sich. Der Freiherr sank auf einen Stuhl, seine Kraft schien erschöpft zu sein, der Schmerz überwältigte ihn. Starr, mit dumpfer Verzweiflung blickte er vor sich hin. Daizn sprang er plötzlich auf und trat an den Schreibtisch. Hastig schrieb er einige Zeilen nieder und versiegelte dieselben. Hierauf verließ er das Ziemer und HauS und rief seinen Reitknecht. Sattle mein Pferd und bringe diesen Brief an meinen Neffen," befahl er. Reite so schnell, als Du kannst, mag auch das Pferd darauf gehen, es handelt sich um Minuten ! Du läßt Dich durch nichts zurückhalten, einen halben Jahreslohn verspreche ich Dir, wenn Du memen Besehl schnell ausführst, nu beeile Dichl" Q.rrheißene.Kohn wirkte, in vetli?
gen Minuten sprengte der Reitknecht von dem Hose des Gutes der Stadt zu, um den Brief seines Herrn zu überbringen. Der Commiffär fuhr der Stadt zu, fest entschloffen, bei seiner Ankunft den Baron sofort zu verhalten. Er dachte an den Schmerz des kleinen Freiherrn, als er hinter sich den schnellen Husschlag . eines Pferdes vernahm. Sich umblickend erkannte er Mannsteins Reitknecht. Sollte der Freiherr ihm denselben nachschicken, um ihm noch irgend eine Mittheilung machen zu laffen?' Der Reitknecht näherte sich dem Wagen, ohne das Pserd anzuhalten. Halt! Halt !" ries ihm Pitt befehlend zu ; der Reiter sprengte vorüber, ohne zu hören. Der Commiffär errieth, daß der Reitknecht eine Botschaft an den Baron zu überbringen habe, daß der Freiherr ihn von dem, was ihm bevorstand in Kenntniß sehte. Dies hatte er nicht erwartet. Nach kurzer Zeit langte er in der Stadt und vor dem Hause, in welchem der Baron wohnte, an. Er merkte einen der Polizeidiener auf der Straße und winkte ihn zu sich heran. Ist nicht vor kurzer Zeit ein Reitknecht hierher gekommen?" - Ganz recht; derselbe stieg ab und ging in das Haus." Ist er noch darin?" Nein, er kam nach wenigen Minuten wieder zurück und zog das Pferd dort in die Nebenstraße. Mein Kamerad folgte ihm, um ihn zu beobachten, denn wir hatten gehört, daß er fragte, ob der Baron zn Hause sei." ' Der Commiffär athmete erleichtert auf, als er erfuhr, daß Sedlih noch nicht geflohen war. Er durfte mit der Verhaftung nicht zögern und doch mochte er dieselbe mit dem einen Polizeidiener nicht vornehmen, da er aus einen heftigen Widerstand gesaßt sein mußte. Er trat schnell in das Haus ein. An der Thür des Barons angelangt, versuchte er. dieselbe zu öffnen, sie wcn verschloffen.' Wer ist da?" fragte deZ Barons Stimme von innen. Ich komme von dem Freiherrn, öffnen Sie schnell!" ries der Commiffär. Selditz öffnete die Thür, fuhr indcffen erschreckt zurück, als er die Polizeibeamten erblickte. Hastig wollte er die Thür wieder zuschlagen, es war zu spät, Pitt drang bereits in das Zimmer und eilte mit dem Ruse: Im Namen des Gesetzes !" aus ihn zu. Der Baron sprang zurück, hastig ergriff er eine der beiden, Pistolen, welche auf dem Tische in Bereitschaft lagen, um sie mit sich zu nehmen. Er erhob dieselbe und richtete sie aus den Commiffär. Das Auge fest aus ihn gerichtet, sprang Pitt zur Seite und dann auf ihn zu, das Pistol blitzte auf, allein die Kugel fuhr, ohne zu treffen, in die Wand. Selditz stürzte zu der Thür, welche in den Garten führte, der Commiffär war jedoch noch gewandter und stieß ihn, ehe er dieselbe erreichte, zurück. Die Polizeidiener erfaßten den Verbrecher, der wie ein Verzweifelt mit dem Pistol um sich schlug. Schnell wurden seine Hände gefesselt, er war wehrlos. Der Commiffär wars einen Blick durch das Zimmer, in welchem die größte Unordnung herrschte. Der Sekretär war geöffnet, mehrere Fächer waren aufgczogen, Papiere lagen umher. Auf dem Tische lagenMcrthsachen, auf demSopha Kleidungsstücke. Der Baron hattt offenbar' seine wcrthvollstcn Sachen in der Eile zusammengesucht um sie mitzuneh-
men. Ein halb geöffneter Brief lag auf dem Tische, der Commiffär nahm ihn zur Hand und hatte sogleich gefunden, was er suchte. Die wenigen flüchtich geschriebcncnZeilcn waren von der Hand des Freiherrn und lauteten: Unglückseliger! Deine Schuld ist entdeckt, in kurzer Zeit wirst Du verhastet werden! Hoffentlich besitzest Du noch so viel Ehrgesühl und Muth, daß Du vor dem einzigen Schritte, der Dir übrig bleibt, nicht zurückschreckst ! Die Selditz haben immer den Tod der Schande vorgezogen. Dein unglücklicher Onkel." Nicht ohne Erschütterung blieb das Auge des Commiffärs auf diesen Zeilen hasten. Es sprach sich in den wenigen Worten der entschiedene und fest an seiner Ehre haltende Sinn des kleinenHerrn aus. So wie er schrieb, würde er selbst gehandelt haben, er hätte unter allen Umständen den Tod der Schande vorgezcen, allein er hatte sich in seinem Neffen geirrt. Dieser hatte nicht den Muth gehabt, das Pistol an die eigene Stirn zu setzen, er hatte fliehen wollen! Der Commiffär steckte den Brief in seine Tasche, denn er enthielt einen Be weis mehr. Nachdem er des Barons Sachen flüchtig durchsucht und die beiden Pistolen zu sich genommen hatte, sandte er den einen der Polizeidiencr sort, um einen Wagen zu holen. Der Freiherr hatte von der Buhastung seines Neffen Kenntniß erhalten und war aus das Schmerzlichste erschüttert. ; Der . T . ungluajeilge yaile nicyi einmal o viel Muth besessen, um den Tod der Schande vorzuziehen. Es war lein Selditz, und er zweifelte jett fast, daß er der Sohn seiner Schwester sei. War es möglich, daß ihr Sohn so entarten konnte! Während er in seinem Zimmer saß und hieran dachte, trat der Diener ein und meldete Frau von Malten an. Frau von Malten eilte ihm entgegen, die Züge ihres Gesichtes verriethen die größte Erregung. Ist es wahr, ist es wahr?" ries sie. Sie war ntcht m Stande, weuer zuspre chen, ihre Augen ruhten auf dem Gejlchte des alten Herrn, als wolle sie die Antwort im Voraus lesen. Daß Ihr Neffe meinen unglücklichen Mann. daß er, er. . . . Das schreck liche Wort vermochten ihre Lippen nicht auszusprechen. Es ist wahr," sprach er mit mühsam hervorgepreßter Stimme. Allmächtiger Gott! ries die Unglück liche Frau und preßte die Hand vor die Augen. Und es ist wahr, daß Ihr Neffe Sie hat todten, wollen?" Es war seine Absicht. Aber nennen Sie ihn nicht meinen Neffen. Es gibt kein Band mehr zwischen ihm und mir, ich habe mich von ihm Losgesagt für immer,
denn er ist ein ehrloser, feiger Verbrecher!
velne Eltern wurden lhm fluchen, wenn sie noch lebten, ich thue es nicht, weil es zwischen ihm und mir gar keine Beziehung mehr gibt!" Und bicier Mensch wagte noch zu uns zu kommen und um Emmy's Liebe zu werben, nachdem er ihren Vater ermordet!" Das arme Mädchen ! Begreifen Sie nun, weshalb ich nicht dulden durste, daß er wieder zu Ihnen kam ! Ich hatte damals die Gewißheit noch nicht, allem schon der Verdacht war mix entsetzlich. Er wird jetzt die Strafe erleiden, welche er verdient. Ich hatte ihm noch im letzten Augenblicke, als seine Schuld bereits entdeckt war, die Möglichkeit geboten, den Tod der Schande vorzuziehen, er hat nicht den Muth dazu bescffen, er hat keine.Ehre mehr. Jetzt wurde ich lhn nicht retten. und wenn ich es mit dem Ausstreken dieser Hand thun könnte." ruh am andern Morgen, als er kaum aufgestanden war, meldete ihm der Diener, daß ein fremder Mann ihn zu sprechen wünsche. Ein Mann in der blauen Blouse des Arbeiters erschien in der Thür, sein Blick war eln ängstlicher, scheuer. Prüfend ruhte sein Auge aus dem Freiherrn, als wolle er in dessen Zügen im Voraus le sen, was er zu erwarten habe. Dann trat er schnell, haftig ein. Bitte, lesen Sie diese Zeilen von der Hand Ihres Neffen," .sprach der. Fremde, indem er einen Brief aus der Blouse zog. Die wenigen Zeüen lauteten: . -- Ich bin entflohen. Gieb dem Ueberbringcr dieser Zeilen, meinem Netter, sünshundcrt Thaler. Es ist das Letzte, um das ich Dich bitte.' Schlägst Du cö mir ab, so bin ich mit meinem Retter verloren, denn wir shd augenblicklich ohne Mittel, um dieJlucht sortzusetzen, das Gefängniß wird uns wieder aufnehmen. ' Dein unglücklicher Neffe." Des Freiherrn Hand zitterte heftig. Er ist entflohen?'' rief er. Ja, durch meine Hilfe, gab der Mann zur Antwort. Ich war sein Wächter im Gefängnisse, er überredete mich, ihm zur Flucht behilflich zu sein und versprach mir zwanzigtausend Thaler, wenn seine Flucht gelinge." Wo ist der Unglückselige?" . ' Er erwartet mich im Walde." Er ist hier, so nahe!" rief der Freiherr erregt aufspringend. Hastig schritt er im Zimmer auf und ab und schien mit einem Entschluffe zu kämpfen. Ich kenne ihn nicht mehr, mir ist er ein Fremder !" sprach er dann ruhiger. Mag seine Flucht gelingen, mag er wieder ergriffen werden. - mich soll es nicht mehr erregen. Mem Herz kennt ihn nicht mehr, meine Hand bleibt ihm verschlossen!" H:er hier haben Sie das Doppelte, was der Unglückselige verlangte. Nun fliehen Sie, denn ich willJhr Unglück nicht! Vcoen Sie iym das Geld Nicht, sagen Sie es ihm nicht, fliehen Sie allein, den ken Sie nur an Ihre Rettung!" , : tzme Stunde spater kam vcrms.der Criminalcommissär Pitt. Mannstein ließ ihn in sein Zimmer führen. Herr, Freiherr, Ihr Nene ist m der vergangenen Nacht aus dem. Gefängnisse entflohen," sprach der Commissär. Wie izt dies möglich gewesen V fragte Freiherr. Sollten Sie das wirklich noch nicht wissen?" warf er ein. Auf mein Wort nicht," ' versicherte der Frecherr. . Die Eisenstäbe vor dem Fenster seiner Zelle sind durchfeilt, an einem Seile hat er sich hinabgelassen. Er ist bei seiner Flucht durch Andere unterstutzt worden, die ihm das Seil und die Feile gegeben haben. Auch sein Wärter scheint für deu Fluchtplan gewönnen zu fein, denn seit heute ist derselbe verschwunden." Herr Commissär, ich habe es nicht gethan. Mag der Entflohene wieder ergriffen und verurtheilt werden, wie er es verdient, ich habe mich ganzlich und für immer von ihm losgesägt!" ' ' Es war längst des Freiherrn Absicht geroesen. die aufzusuchen, an welchen der Entartete zuerst ehrlos gehandelt hatte. Konnte er das, was sein Neffe ander Tochter seines Jugendfreundes verfchuldet hatte, nicht sühnen? Er würde es bereits gethan haben, hätte nicht ein Gedanke ihn zurückgehalten. Er hatte Elsen's Mutter geliebt. Es war seine Absicht gewesen, ihr seine Liebe zu gestehen und um ihre Hand anzuhalten, nur hatte er nicht den Muth dazu gesnnden. Er, der vierzlgiahrlge Mann, hatte dem da mals zwanzigjährigen schönen Mädchen gegenüber eine Befangenheit empfunden, welche zu überwinden er nicht im Stande gewesen war. Da hatte sem jüngerer Freund Stein sich mit ihr verlobt und all sein Glück, welches er sich im Geiste ausgemalt hatte, war mit einem Male vernichtet. ;:lv -. Mit einem Herzen," welches auf kein Glück mehr hoffte, hatte er sich kurze Zeit darauf verheirathet, und dennoch war er mit seiner. Frau glücklich geworden. , Ihr Tod war der erste und einzige Schmerz gewesen, welchen sie ihm bereitet. : . . , ' . i Trotzdem beschloß er nach M. zu reisen und Elsa aufzusuchen und schon zwei Tage später führte er diesen Entschluß aus. ' ' Trübe und schwere Tage hatte Elsa in dem Hause des Professors durchlebt. Das Fieber war bei ihr so heftig aufgetreten daß der Arzt selbst die Hoffnung aufgegeben, dann hatte die ' Kraft der ! Jugend doch gesiegt. Sie war langsam genesen und machte bereits wieder' Spaziergänge im Garten und dem nahen Gehölze. . Ihre Mutter, welche, um sie zu pflegen, nach M. gekommen war, hatte vergebens Alles aufgeboten, um sie das Geschehene vergessen zu machen. Ich will es nicht vergessen!" . rief Elsa mit einer Reizbarkeit undHestigkeit, welche früher nie bei ihr hervorgetreten war. Weshalb bin ich nicht ein Mann, um die Schmach rächen zu können! Du weißt, daß man mir meine Zurückhaltung und meinen Stolz oft zum Vorwurfe gemacht, hat dies mich geschützt ? Darf Jeder ein unbescholtenes Mädchen ungestraft kränken? Wer nimmt sich der Gekränkten an, wer sühnt das Geschehene? Es ist ja nur das Herz einer Bürgerlichen, mit dem ein Spiel getrieben ist !" Hat sich nicht der Lieutenant von Pla
ten Deinetwegen mit dem Baron von
Selditz geschlagen?" wars die Mutter em. Weißt Du, ob er es meinetwegen gethan hat ? warf Elsa ein. Ist er nicht auch ein Adeliger ? Glaubt er nicht auch. daß in seinen Adern ein anderes und besleres Blut rinnt k Ist das eme Sühne, wenn er durch die Kugel des Barons verletzt ist ? Ich weiß nicht mehr, was Ehre und was Recht - ist, meine Begriffe sind verwirrt, mein Glaube an Andere ist da hin! Früher habe ich wohl geglaubt, daß das höchste Glück der Frau an der Seite eines Mannes, in dem Wirken im Familienkreise sei, dieser Glaube ist dahin, denn ich kann nie wieder einen .Mann lieben!". Elsa, Du bist erregt l" rief die Ge-' heimräthin. Deine Nerven sind durch die . Krankheit noch augegriffen. Du wirst . " 'ji x ri vergessen, was. je$i nocy yefllg m 2ur stürmt. Wäre es nicht thöricht, allen Männern zu zürnen, weil einer Dich so ties gekränkt hat ?" Er hat nur deshalb mit meiner Ehre und mit meinem Herzen zu spielen gewagt, weil ich ein hilfloses Mädchen bin. Wir Frauen sind jedoch nicht so schwach, wenn wir nnsere Kraft üben. Ich will nie von einem Manne abhängig sein, mein eigenes Lebensgeschick will ich mir erringen) ich will mich durchkämpfen, um selbstständig zu werden, um gleichberechtigt denen zur Seite zu treten, welche sich sür die Herren halten ! - Ist die Erde nicht groß genug, um auch uns 'einen eigenen Platz zu gönnen ? Ich will ihn mir erringen V Während dieses inneren Zwiespaltes des unglücklichen Mädchens kam der FreiHerr nach M. Kaum war er im Gasthose angelangt, so verließ er denselben wieder, um sich zum Professor, zu begeben, sein ungeduldiger Sinn ließ ihm keine Ruhe. Hät.'e er freilich gewußt, daß Elsas Mutter in dem Hause des Professors weilte, so würde er weniger schnell geeilt sein. Unbefangen betrat er Werther's Garten und schritt durch denselben hin. ScinAuge ruhte auf den Beeten und den Blumen, ihn intcrcssirte die Sorgsalt, mit welcher dieselben gepflegt wären. Er näherte sich einer Laube. Elsa trat in dem Augenblicke aus derselben. . Uebcrrascht blieb er stehen, sein Auge ruhte aus den schönen, bleichen Zügen, auf der schlanken Gestalt des Mädchens. . War dies Alles ein Traumbild, waren mehr denn fünfundzwanzig Jahre spurlos dahin geschwunden? Unwillkürlich griff er mit der Hand an die Stirn. Selma !" rief er und: eilte dem bleichen Mädchen entgegen, welches ihn überrafcht anblickte. Eine hochgewachsene, schlankeFrau trat aus der Laube. . Herr Freiherr, Sie vergessen, daß wir beide um eine Reihe Jahre älter geworden sind!" sprach sie lächelnd. Die Aehnlichkeit meiner Tochter hatSie getäuscht. Ich hätte kaum geglaubt, daß Sie mein Jugendbild so treu in Ihrer Erinnernng bewahrt haben würden, um so mehr freue ich mich, Sie wiederzusehen." Sie streckte ihm die Hand entgegen. Verlegen und befangen faßte der kleine Herr dieselbe. Er hatte sich durch die Aehnlichkcit Elsa's mit ihrer' Mutter täuschen lassen, hatte in dem Augenblicke, wo ihm das schöne Mädchen entgegengetreten war, ganz vergessen, wie vieleahre entschwundcn waren, in seiner ?rust tauchten alte Erinnerungen und Empfindungen aus, und erst, als er in das Gesicht der einst Geliebten blickte, wurde auch er ruhiger und gewann seine volle Fassung wieder. . .. Ich hatte ganz vergessen, daß ich alt geworden bin, und daß meinHaar ergraut ist," erwiderte er. Wir haben uns seit langer, langer Zeit nicht gesehen, Ihr Bild schwebte mir noch so vor, wie ich Sie zum letzten Male gesehen, da ist es wohl natürlich, daß ich in dem Augenblicke der Ucberraschung durch die außerordentliche Aehnlichkeit Ihrer .Tochter gtänscht wurde. Ich wußte nicht, daß Sie hier sind.' Ich bin schon seit Wochen hier. Als Elsa erkrankte, kam ich, um sie zu pflegen, und ich habe eine schlimme und trübe Zeit hier durchlebt, selbst der Arzt hatte sie aufgegeben und sie ist nur sehr, sehr langsam genesen. Ihre frischen Wangen sind aber noch immer nicht wiedergekehrt." Ich hoffe, auch sie werden bald wieder kommen sprach der Freiherr, sich zu Elsa wendend, die schweigend und mit ernstem Blicke neben ihrer.Mutter stand. Es wäre ihm lieber gewesen wenn er zuerst den Professor gesprochen hätte, er hatte dies erwartet. Jetzt sah er sich der gegenübergestellt, .deretwegen er gekommen war. sollte er ihr noch verbergen, weshalb er gekommen war ? Mußte sie es nicht crrathen? ; , . . Ich würde früher gekommen fein," fuhr er fort, um das, was mein Neffe an Ihnen verschuldet hat, zu sühnen.' Sie können jedoch mcht ahnen, wie viel Unheil aus dieser einen That entsprungen ist!" Elsa hatte bei .der Erinnerung an das Geschehene sich empor gerichtet, ihr Auge glühte. - ES war nicht klug von dem klei nen Herrn gewesen, daß er so bald darüber sprach, ehe er ihren Charakter kennen gelernt hatte. Elsa's Mutter gab ihm einen Wmk zu schweigen, bemerkte denselben nicht. . ' '., Zu sühnen!" wiederholte Elsa. Sie vergessen, . daß es Handlungen gibt, welche, einmal ausgesnhrt, nie mehr zu sühnen sind ! Die einzige Sühne wäre Vergeffenheit, können - Sie diese geben! Und ich : möchte sie nicht, selbst wenn sie in Ihrer Hand läge, ich will nicht vergessen!"' ; .. . ' Rege Dich nicht auf, Kind," bat die Geheimräthin beruhigend. Das Geschick hat die That an meinem Neffen schwer gesühnt !" sprach der FreiHerr. Er ist em Flüchtling, an deffen Ferse sich der Schatten eines Ermordeten, heftet; er ist verstoßen und verlaffen, ohne Mittel zu leben und ohne Muth, seinem elenden Leben ein Ende zu machen!" Er trat mit der Geheimräthin und Elsa in die Laube und erzählte ihnen, wie Al les gekommen war. ' i Ich bin noch nicht u Ende," fuhr der alte Herr' fort.' Es ist mir lieb, daß ich Sie hier getroffen habe und daß ichJhncn Alles sagen kann.' Wenn ich Ihre Tochter auch erst flüchtig kenne so glaube ich jetzt doch nicht mehr, daß ihr die Gesells schast eines so alten . Mannes genügen
kann: auch an Sie nchteMch deshalb eine
Bitte : Ziehen Sie mit Ihrer Tochter zu mir und bleiben Sie bei mir, bis ich todt bin, ich glaube nicht, daß es zu lange noch . ' v crn.i- :r mil Mir roayren wiro. inzin iyuuu iji aroß. ich verspreche Ihnen, daß Sie bei mir leben sollen, wie es Ihnen gefällt." ' Herr Freiherr, kann ich so viel Gute annehmen?" rief die Geheimräthin. Als der Freiherr am Abend das Haus des Profeffors verließ und sich in sein. Hotel zurückbegab, nahm er die feste Hoffnung mit, daß die Geheimräthin seinen Wunsch erfüllen werde. Auch Werther hatte denselben gebilligt und versprochen, aus Elsa wie aus ihre Mutter überredend einzuwirken. Um dieselbe Zelt saßen die G:heimräthin und Elsa auf ihrem Zimmer einander gegenüber. Die Geheimräthin hatte ihrer Tochter den Wunsch und das Versprechen des Freiherrn mitgetheilt und richtete nun fragend den Blick auf die schweigend Dasitzende. ' Du gibst mir keine Antwort," bemerkte diese endlich. Elsa richtete den Kopf empor und sah ihre Mutter ruhig und offen an. Ich' gehe nicht zu dem Freiherrn," sprach sie dann. Elsa, dies kann nicht Dein Ernst sein!" rief die Geheimräthin. Es ist mein Ernst. ''Der' Baron hat mit meinem Herzen gejpielt, er hat meine Hand zurückgewiesen, weil ich' nur eine Bürgerliche bin; über auch ich besitzeStolz. ich werde nie von einem Adsligen etwas annehmen! Die Herren glauben, mit Geld Alles bezahlen und sühnen zu können! Wäre ich reich gewesen, so'würde der Varon nicht gewagt haben, so nichtswürdig gegen mich zu handeln. Oder sind die Adeligen besser als wir, nur weil ein klci nes Wort vor ihrem Namen steht? Fließt wirklich ein anderes Blut in ihren Ädern! Sie pochen auf ihren Adel und auf das Alter desselben, und doch forschen sie nicht nach, ob ihre Vorfahren denselben aus ehrenhaste Weise erhalten haben. Aelter als sie ist das Bürgerthum und der Adel der Arbeit!" Kind, wie kommstDu auf diese Ideen?" Sie sind nicht in Deinem Kopse entstanden!" , ; - t Sie sind in mir entstanden!" versicherte Elsa. Ich befinde mich im Aufruhr mit mir selbst. Ich habe mich gefragt, woraus dieser Stolz dieser Adeligen sich gründet, und ich bin vor der Antwort, die ich mir geben mußte, selbst zurückgeschreckt. Halten diese Herren sich sür bcffcr, so mögen sie zeigen, daß sie es sind, nicht durch ihr hochmütiges Wesen, sondern durch ihre Verdienste! Ich sinde den Mann vcrächtlich, der nur aus seinen Namen stolz ist, denn nur der darf stolz sein, der Tüchtiges geleistet hat! Ich werde deßhalb von eixem Adeligen nie etwas annehmen, am wenigsten ein Almosen!" Uebcrrascht blickte die Gebcimrätbin ihre Tochter an, denn sie hatte nie solche Worte aus dem Munde derselben gehört. Vergiß eins nicht, Kind," erwiderte sie. Dein Vater hat kein Vermögen hinterlassen, und das Wenige, was ich besaß, habe ich für die Ausbildung Deines Brudcrs hingegeben. Mir ist nur soviel geblieben, daß wir gegen Noth gesichert sind, weise deßhalb die Güte des Freiherrn nicht so schroff zurück. Es ist kein Almosen, was er Dir geben will, er eröffnet Dir die Aussicht, einst reich dazustehen, und er verlangt nicht mehr dafür, als daß wir ihn nicht verlaffen, wenn das Alter noch näher herantritt. Er verlangt nur das, was die Dankbarkeit gebietet." Sie erhob sich, küßte ihre Tochter aus die Stirne und begab sich zur Ruhe. In Gedanken versunken blieb Elsa allein in dem Zimmer zurück, den Kopf auf die Hand gestützt, laß sie lange Zeit regungslos da. Endlich schien sie einen Entschluß gefaßt zu haben, denn rasch erhob sie sich und trat an den Tisch, auf welchem ihre Schrcibmappc lag. Sie nahm Papier ,aus derselben und ergriff eine Feder. Der Freiherr war zeitig am Morgen spazieren gegangen, er pflegte früh aufzustehen, und in dem Zimmer des Hotels war es ihm zu eng geworden, zumal da er keine Beschäftigung hatte, an die er so sehr gewöhnt war. Er wollte den Licutenant von Platen aufsuchen, bis dahin mußte er jedoch mehrere Stunden hinbringen. Als er zum Hotel zurückkehrte, theilte ihm der Wirth mit, daß der Professor da gewesen sei und ihn zu sprechen gewünscht habe. Wann wollte er?" fragte derFreihcrr, denn es mußte etwas Außergewöhnliches vorgefallen fein, da er versprochen hatte, am Morgen wieder zu dem Herrn Prosessor zu kommen. '. Jch weiß es nicht," gab der Wirth zur Antwort. Er war sehr aufgeregt, und fragte wiederholt, wcyin Su zurückkehren würden. Dann bat er mich, ihn sofort von Ihrer Rückkehr in Kenntniß zu setzen, da er Sie nothwendig sprechen müsse." . " ?;: Ich werde selbst zu ihm gehen," bemerkte der Freiherr? in demselben Augenblicke trat der Professor bereits wieder in größter Errcgnng in das Haus. Der Freiherr führte ihn in sein Zimmer. t Meine Nichte, Elsa ist entflohen !" rief Werther, sobald sie allein waren. Wann?" fragte der Freiherr, der durch diese Mittheilung aus das Höchste überrascht war. Diese Nacht, heute Morgen ich weiß es nicht!" gab der Professor, der sich kaum zu faffen vermochte, zur Antwort. Als - ihre Mutter . heute Morgen in ihr Zimmer trat, war sie nicht da. Wir glaubten, sie sei spazieren'gegangen, was sie öfter des Morgens früh thut, da fanden wir diesen Brief auf dem Nähtische liegen." . Der Brief enthielt nur. wenige Zeilen, mit flüchtiger Hand waren sie aus das PaPier geworsen, sie lauteten: . Liebe Mutter! Zürne mir nicht, weil ich entschloffen bin, mir selbst eine Stellung im Leben zu erringen, ich will meine Krast kennen fernen und stärken. Ich bin, ent- ; flohen, um mich durch Deine Bitten nicht wankend machen zu las,en ; ich . trug mich schon seit Tagen mit dem Plane! der Wunsch des Freiherr hat denselben nur zur schnelleren Ausfüh- ' rung gebracht. Laß mir nicht nachsor
schen, es würde doch vdrgeienö sein oder mich zum Aeußersten treiben. Sobald' ich einen Erfolg errungen habe, wirst Du von mir hören. Dem Onkel und der Tante Tausend Dank für all' ihr? Liebe. . Deine Elsa.", Ein schmerzliches Gesühl prägte sich auf dem Gesichte des kleinen Freiherrn aus. Wie viel bittere Stunden hatte ihm Sel-
ditz bereitet! Es war jedoch nicht Zeit, daran zu denken, Elsa's Flucht erforderte entschlossenes yanoeln,und der Professor, der vom Leben nicht mehr kannte, als die Entflohene, war hierzu nicht geeignet. Es gibt nur ein Mittel, um die Entflohene bald zurückzuführen, die Hilfe der Polizei. Haben Sie dieselbe von dem Geschehenen bereits in Kenntniß gesetzt?" Nein, nein!" m Werther. AM ich dachte in der ersten Bestürzung hieran. Elsa's Mutter ist jedoch aus das ntjchledcnste daqeaen, und auch ich kann cs nicht mehr zugeben. Elsa durch die Polizei m , L v - r n n ausgesucht uno zuruagesuyrr, icy icidu kann diesen Gedanken kaum noch fassen!" Die Polizei soll nur erforschen, wohin Ihre Nichte geflohen ist, wo sie sich bcsin det, dann können Sie selbst ihr nacheilen und sie zurückholen," warf Mannstcin ein. Nein, ich selbst werde dies erforschen!" entgcgncte der Professor, welcher von der einmal gefaßten Ansicht nicht abzubringen war. Ich habe die feste Ueberzeugung, daß mir dies gelingen wird. Weshalb soll ich nicht auch entdeckn, ' auf welchem Wege sie die Stadt verlaffen hat? Ich habe ihrer Mutter mein Wort gegeben, und ich werde dies einlösen!" Ohne des Freiherrn Antwort abzuwarten, eilte er fort. Mannstein versuts nicht, zurückzuhalten, dz dieZ ohnehin eifslglcs geWesen sein würde. Er Uh f4 P Elsa'S Mutter, doch auch bei ihr geknz eZ ihm nicht, sie zu bewezen, die Hilfe der Polizei in Anspruch zu nehmen. Alle Versuche, die tiesgcbeugte Frau zu b:ruhigen, scheiterten. In dieser trostlosen Stimmung begab er sich zum Lieutenant von Platen. Er hatte von demPrsseffor nur erfahren, daß derselbe seinen linken Arm verloren und dadurch zum 'Dienste untauglich geworden sei. Also auch nach dieser Seite hin hatte die That seines Neffen unheilvoll gewirkt. . Er tras Platen in seinem Zimmer. Die bleichen und eingefallenen Wangen des jungen Mannes verriethen, wie sehr er gelitten hatte. Er zögerte einen Augenblick, seinen Namen zu nennen, als er denselben endlich aussprach, streckte Platen' ihm die Rechte entgegen. ; Auch über Sie hat der unglückselig Mensch, mein Neffe, Unheil gebracht," sprach der kleine Herr. Sehen Sie mich! nicht mehr als seinen Oheim an, das' Band, welches uns einst vcrknüpste, ist sür immer zerriffen, ich habe mich losgesagt' von dem ehrlosem Mörder!" Platen hatte das Geschick des Barons bereits erfahren. Ich zürne ihm nicht wegen des Miß geschickcs, welches mich betroffen hat," entgcgncte, Platen ruhig. Wir standen uns mit gleichen Waffen ccgcnuocr und ich kann ihm keinen Vorwurf daraus machen, daß er bcffcr schoß." Sie haben Ihren Arm dadurch verlo ren und deshalb Ihren Abschied gcnommen?" fragte der Freiherr. Ja," gab Platen ruhig zur Antwort. Ich sehe es als eine Fügnng des Geschickes an, denn ich würde vielleicht ohne diese Veranlassung in kürzerer oder längercr Frist meinen Abschied genommen haben. Ich habe die militärische Lausbahn meines VatcrS betreten, meine eigene Neigung würde vielleicht einen anderen Beruf gewählt haben." Welchen?" Platen zögerte mit dcr Antwort. Ich würde Maler geworden fein,- ent gcgncte er endlich. Jekt muß ich freilich darauf verzichten, denn meine Anlage müßte größer sein, um sich mit einem Arme begnügen zu kön-, nen. Nun, vielleicht hätte ich auch mit' zwei Armen nichts Tüchtiges geschaffen ! Die Neigung zu einer Beschäftigung läßt nur zu leicht die Befähigung überschrci ten." Wollen Sie diesen Versuch nicht auch jcht noch wagen?" Vielleicht später, zunächst tritt eine andcre orge an mich heran. Ich habe von meinem Vater ein kleines Gut geerbt, welch:s verpachtet ist. Um den Ertrag desselben zu erhöhen, bin ich entschlossen, die Bewirthschaftung desselben selbst in die Hand zu nehmen; ich muß freilich erst lernen, denn . wenn es mir auch nicht an Interesse für die Ackcrwirthschaft fehlt, so reichen meine Kenntnisse doch nicht aus." Bei wem wollen Sie lernen?" -Ich weiß es noch nicht ; ich habe indessen mehrere Bekannte, welche LandWirthe sind. Zunächst werde ich eine Reise unternehmen, weil ich selbst fühle,' daß ich der Erholung und Stärkung bedarf." " (Fortsetzung folgt.) Im Theater. Und ich ging mit meinem Liebchen Jüngst am Abend in's Theoler, Ihr zur Rechten saß die Mutter, Mir zur Linken ihr Herr Vater. Während sich die Alten ließen Von der Tragödie entzücken,. Spielten wir al Intermezzo omödie mit Händedrücken. ' Plötzlich wurden ausgeblasen Alle Lampen, alle Lichter, Und wir schmiegten uns zusammen An einander immer dichter. . Hand in Hand und Lipp' an Lippe ' Saßen lauschend -wir beisammen, Bis man nach der finstern Scene Angebrannt aus's Neu die Flamm Und als dann der Akt vorüber. Frug mich die naive Schöne: Gibt's im nächsten Akte wiefcer Eine solche pnst're SceneZ
