Indiana Tribüne, Volume 4, Number 197, Indianapolis, Marion County, 30 March 1882 — Page 2
wuum!. o o übliche- und SoanUflsancgalJ. Office: DelawarStr. Knterptl' ayspcond-crla matirr st tl.e iatoßjcc at IiKitai:!iit)ii. Im! tau. j y,$onYfn;cnite'ic: . y tstglube Augdc . . . Sountkz?an?g?e :i Veide nfommea . . 12 6t?. tt pcf. . . . (?iS. pc7?Uülttl?r. . .15 St-. rcr Vochc. Z3$ Vai Tiqrl:t! frfdjr.!it &tn Viaiyxiitag u.n 2V. lltr. ZU coan'aiaiifgalf ctfd)fiüftrt'?)iarnpryr-v " - " vZ.Tenttltt?5t55Tv., ItsiA':'- Herausgeber. Indianapolis,' Ind.) 30. März 1882. Erinnktpngen an Longfellsw. . 55m 5iabre 1827 ,oa ein juaeJdl! . aussehender Mann'die Klingel an dem i . C I Hause in dem Longfellow gestorben ist. Eine sehr alte Dame, die Wittwe des General-Apothekirs' Craigy. der im UnabhängigkeitZkampfe die Oberaussicht j V "V C - P I uoerotteuzapoiyelen. oer rmee in . Neu England geführt hatte, öffnete und Zagte freundlich : f je - c ' c. 5cj ncornc ine luocnleu rne?5 in'S Quartier. Ich bin kein Student, ich bin ProfeZ . i ftffor an der Universität." Sie ein Professor ! unmöglich." .Doch, doch, ich bin der ' Professor Longfellow ,O, dann kommen Sie herein, aber nur ein Zimmer können Sie gleich bezie-1 ben, hier, dieses da, es ist : Washington's Zimmer." Der Dichter war erfreut, dasselbe mie then zu können, und erwarb später das .' HauSin d'em er gestorben ist. Im vorigen Sommer trat ein ärmlich aber reinlich gekleideter Knabe in Longsellow's Zimmer, dessen Thür offen gand; der Dichter forderte ihn freundsich auf,. näher. zu kommen und fragte nach seinem Begehr. 3ch will u Longfellow." Da bist Du gerade recht, mein Bur sche, was kann ich für Dich thun ?" Oh, heute ist meinGeburtstag, sieben Jahre bin ich.alt geworden, und Mutter hat mir dies Album da geschenkt und sie sagte. Du würdest gewiß so gut sein und mir etwas auf die erste Seite des BucheS schreiben-: . Der Dichter schrieb und beschenkte den kleinen Bittsteller mit Bildern und son' j stigen Kleinigkeiten. So ...wenigs. der ..Dichter mit seinen DraycrrGlück.ait,- die erste und letzte Aufführung seiner Masque of Pandora war ein Mißerfolg war er doch bis zuletzt ein großer Freund des Theaters. Die letzte Borstellung, der er beiwohnte, war das. erste Auftreten des Tragöden Rossi sx Globe Theater in Boston, und seine lauten Beifallsrufe veWiesen,1'wie sehr -ihn die Auffassung des großenBritten durch d:n italienischen Künstler entzückte. In den Somnzer'monaten des vorigen Jahres war ein ' ungewöhnlich großer .Freundeskreis um den Dichter , versam melt. Ein unerwartet heraufziehendes Gewitter unterbrach die Unterhaltung, Blitze zuckten, der.Donner ließ das Haus erdröhnen, und Longfellow rückte unru hig und, nervös aüf seinem Stuhle hin und her.,"Dann stand er auf und fchloß Fenster'und Jalousieen. Wie sich ent schuldigend sagte er zu seinen Freunden : Ich fürchte die Gewitter nicht, aber mich beunruhigt alles Gewaltthätige." So sehr der Dichter diese Bemerkung im Sinne des Humors machte, so sehr characterisirt sie den Mann, der kein Titan gleich Homer, Dante, Milton, Shakespeare ooer Goethe, doch so un endlich hoch steht neben einem Burns, Byron und Tennyson. Während Longfellow's Gedicht : Der Dorsschmied" sich unter der Presse be sand, citirte der Dichter die ersten beiden Strophen einem Barbier in Cambridge, der gerade sein Haar bearbeitete. Die zweite Zeile lautet: Sein Haar ist lockig, schwarz und lang." Halt, mein Herr siel ihm der Haarkünstler m's Wort da ist falsch, schwarzes 'und gelocktes Haar ist niemals lang, das kommt gar nicht vor." Longfellow war betroffen, der Kritik dieses Sachverstandigen mußte er sich fügen, und er schrieb, zu Hause angelangt, seinem Verleger in New Vork, er möge dafür sorgen, daß in der betr. Stelle statt Ions" strong gesetzt würde. Am nächsten Tage jedoch widerrief er. diesen Austrag mittels sol genden Schreibens ! - Cambridge, 1. Qct., 1845. Ich er suchte Sie gestern, in der zweiten Zeile de?Dorsschmied für Ion" strong" setzen zu lassen.: Ich wurde hierzu durch dieBemerkung meinesFriseurs veranlaßt, der mich ' versicherte, schwarzes, lockiges Haar sei niemals lang. Der Mann hat gewiß recht, aber es ist mir eingefallen, daß daS Wort 'Ltrong" bereits in der ersten . Verszeile vorkommt und eine Wiederholung desselben würde schlecht klingen. -.Ich muß daher dem Wohllaute zu Liebe mich 'ernes Verstoßes gegen die Natur schuldig, machen und ersuche St, es bei dem)!0ng" zu belassen, pp. pp. Ihr Henry W. Longfellow." Daß der Dichter einen so .hohen Werth aus das Urtheil einer, Technikers ; legte, muß un illkürlich an unsern Schiller erinnern, der bekanntlich, während er mit seinem Lied -pidi Glocke"! beschäftigt war, m.-vil. i' v m.n -aa eiNgryenoe oiuoicn, in ozi ver.uail eines Glockengießers machte. in politisSeö Gedächtnis! scheint daS amerikanische Volk nicht zu besitzen; wenigstens gelangt man zu die sem Schlüsse, .wenn 'man ..in Betracht zieht, 'daß nur wenige Derjenigen, welche die HauPt'Fraiseurs in der .Credit MobilierÄngelegenheit waren, poli xitä keinesweas todt sind. Auch die
Indiüna
Eongreumitglieder, welche für die JBcc! j Pat'Bill stimmten und dadurch sich und '
ihren Collegen in höchst anstößiger und widerrechtlicher Weise öffentliche Gelder in die Tasten votirten. kamen im All gemeinen seh? leichen Kaufes davon. j Keiner aber wußte sich seinen Constitu enten gegenüber schlauer und geschickter ; aus der Sache zu ziehen, als Harris von Virgin ien, welcher darüber Folgendes selbst erzählt : i Ich stimmte gegen die Bill, aber ich nahm das Geld. Als ich mich um meine . Wiedererwählung bewarb, machte man ' mir die Annahme des Geldes zum Vor-; wurf. Ich sagte ihnen, ich hätte ver- j sucht, die Annahme der Bill zu verhindern, aber gleichwohl das Geld in Em- -pfanz genommen. Ich hoffe jedoch, daß man mir das nachsehen würde, wenn man erfahren hätte, was ich mit dem , Gelde gemacht. Ich theilte den Leuten , daher mit, ich hätte das Geld mit mir nach Virginien genommen und es einer , armen Frau mit siebenKindern geschenkt, ! damit es so gut als möglich angewendet j würde. Sau jene arme Frau mit sie , den Zündern" meine (vatttn war, macht, die Sache doch sicherlich nicht schlimmer. !- C!C.jlv!- st - ji und ick wein, dem ick durch die .Back' Pay-Angelegenheit nicht eine einzige. Stimme verloren btä?." j NserWil5fiand. ! Nickt nur unsere Busse! erden bald ' i nur noch in Ueberbleibseln vorbanden! r. v. cv - . v y ? lein, wie oi? Paazyoermen,auem vorigen großen Wildpret wird zur Zeit in so , unvernünftiger Weise nachgestellt, daß ' auch die Hirsche, Elke und Antilopen . bald das Schicksal der Mastodons und ! Mammuths theilen werden. In dcn westlichen Territorien werden die ge nannten Tyierarten in tfolge der ge stiegenen Preise der Felle in unverantwortlichör Weise ausgerottet. Montana und Wyoming sind noch wildmch, aber gegenwärtig so mit be rufsmäßigen Pelzjägern und Jägern aus Liebhaberei überfüllt, daß diese bald unter dem Wildstande aufgeräumt ha den werden. Das Gesetz gestattet die Jagd aus die erwähnten Thiere nur in der Zeit vom 1. August bis 1. März, so daß dieser Monat, sowie April, Mai, Juni und Juli mit vernünftiger Rück sicht aus die Erhaltung der Rasse als Schonzeit betrachtet werden sollen. Was ist aber das Gesetz in jenen Gegenden ? Daß eine Forcirung desselben dort unmöglich ist, bedarf keines Nachweises, und Achtung vor dem Gesetze, Rücksicht nähme auf die Zukunft ist bei dem ge bildeten Sportmann so wenig zu finden, wie beigem rohesten Pelzjäger. Selbst im dicht bevölkerten Osten gelingt es nur theilweise, die Schonzeit, deren Be achtung einem verständigen Jäger mehr als jedem andern Menschen am Herzen liegen sollte, durchzuführen. Die Adi-ronoack-Berge wimmeln gerade imSom mer von Freunden des Jagdsport, die einst wildreichen Jagdgründe auf Long Island und in New Jersey sind beinahe entvölkert,u.seitFlorida ein ebenso klima tischer als fashionablerCurort- gewor den ist, knallt u.knattert es auf derHalb insel, wie am 4. Juli im ganzen Lande. Den Vögeln ergeht es nicht besser, wie den Säugethiercn. Die armen Zugvö gel müssen am härtesten um ihr Leben kämpfen. Wenn Enten und Gänse auf ihren Zügen nach dem Süden und von dort zurück im September und Mai die betr. Breitengrade Passiren, werden sie zu Tausenden susilirt und mindestens ebensoviele, als die Jäger erbeuten, versau len im Dickicht, in das sie sich, zum Tode verwundet, zurückzogen ; den Schnepfen ergeht es nicyt bester. Die Birk- und Haselhühner sind bereits sehr selten ge worden. Die Zahl der erlegten Vögel läßt sich kaum annähernd feststellen. Von der Zahl der erlegten Säugethiere kann man sich einen Begriff machen, wenn man erfährt, daß allein auf dem Missouri und dem Vellostone in den Jahren 1880 und 8l verschifft wurden : Büffel 27,70 resp. 110,000, Hirsche und Antilopen 107,000 resp. 143,000, Elks im 1. 1880 keine, 81 5,00, zusammen also im Jahre 1880 191,700 und 81 201,200. In den genannten Jahren war der Preis der pirsch und AntilopenFelle von 10 bis 15 Cents auf 30 bis 35 Cents und der jenige der Elk'Felle aus 25 Cents pro Pfund gestiegen. Auch zu der Zahl der in den Äesitz der Jäger gelangten Thiere muß man wenigstens ein Drittel hinzurechnen, die höchstens den Raubvögeln zu Gute kommen. Der Geldwerth der auf den genann ten Flüssen allein verschifften Felle ist 150,000. Derselbe vertheilt sich unter eine große Anzahl Jäger, die sonach größere Strapazen zu erdulden haben und weniger verdienen, als wenn sie eine ver nünstigere Arbeit verrichten würden. In Anbetracht der drohenden Ver nichtung unseres Wildstandes und der Thatsache, daß lokale Maßregeln nicht ausreichen, die Jagd in angemessener Weise zu beschränken, hat Hr. Post von Wyoming eine Bill im Congreß einge bracht, welche die Erlegung von Büffeln, Elks, Hirschen, Antilopen, Bisons und Bergschasen in den Territorien nur und ausschließlich zum Zwecke der Verwen dung als Nahrung gestattet und die Be sörderung von Wild todt oder lebendig ebenso, wie den Handel mit Fellen, außer denjenigen der Lausthieie, verbie tet. Völlige und genügende Abhilfe gegen die drohende Vernichtung unseres Wildstandes würde ein derartig Gesetz natürlich nicht schaffen, aber es würde immerhin der unvernünstigen Schläch ! vorbeugen. vv lerer unter den Edieren kimaermanen Ursache der russischen Gährung. ' Der bekannte Publicist Koschelew be spricht im .Scmstwo" die Ursachen der fieberhaften Erregung der russischen Ge sellschast. Er setzt zunächst auseinander, daß die abenteuerlichsten Gerüchte, , die dem Voll einen heillosen Schrecken ein jagen, weit und breit umphen. Er legt sich die Frage vor, was Int Wurzel die
ser krankhast gesteigerten VhantasiethZtigkeit der .Massen fei. Er antwortet, sie liegt in der Thatsache, daß wir nicht mehr die Leute von ehemals sind ; weil wir nicht mehr in Unwissenheit über die Vorgänge in der Verwaltung sein lönnen und uns auf die eine oder andere Art am Gange des Staatslebens bethei ligen müssen, fo suchen wir in Ermange lung einer, ernsten Thätigkeit nothge drungen einen Zeitvertreib in dem An hören, Weitertragen oder gar Ersinden unsinniger Gerüchte. Noch nie war das Gerücht, die vielzüngige Göttin, in den Residenzen so schwatzhast und zudringlich sie läßt uns keinen Augenblick in Ruhe. Und seit langem haben wir nicht so nach Thätigkeit gedürstet, wie jetzt : die Erinnerung an die Jahre 1858 18G0 beschäftigt unablässig unsere Eedanken und Gefühle, und wir brennen vor Begier, unserem allerhöchsten Lenker zu beweisen, daß wir seinem Rufe fol gend zur Verwirklichung der weifen, vollkommen zeitgemäßen und einzig möglichen Pläne seines großen Vaters bei tragen können und wollen. Jm vcrflos senen Vierteljahrhundert wurden eine Menge von Verbesserungen eingeführt; sie haben uns aus ein höheres Niveau gebracht, uns entwickelt und uns auf eine andere Thätigkeit, eine andere Denk und Lebensweise, hingewiesen, als jene war, die uns in alten Zeiten befriedigte. Uns zum alten Dasein zurückzuführen, die schon entwickelten und sich immer mehr und mehr entfaltenden geistigen
Bedürfnisse zu unterdrücken und uns ewig zu der Rolle von müßigen Zuschau ern der Ereignisse zu verdammen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Unsere innere Verwaltung verschlimmert sich jetzt nur aus dem Grunde nicht, weil sie einfach schlimmer nicht mehr werden kann : die bestehenden Autoritäten sind im Großen und Ganzen unthätig, weil die Gesetze und Einrichtungen meist zu einander im Widerspruch stehen, andererseits aber herrscht unbegrenzte und keineswegs weise Willkür überall; anstatt Ordnung und Ruhe sieht man überall Unver nunst, Furcht und Niedergeschlagenheit." Koschelew erblickt also den Krankheitsstoff darin, daß in Folge der Steigerung der Cultur die öffentlichen Znstände von der Intelligenz grell beleuchtet, die großen Schäden des Staatskörpers erkannt werden, daß es aber dem Volk an Or ganen fehlt, diese Erkenntniß zu bethäti gen. Seine Diagnose bezeichnet die nihilistijch-panslavistische Krankheit als einen durch die Ausklärung sieberhast gesteigerten Drang nach Bethätigung der erwachenden Kräste, der es an den geeigneten Ableitungscanälen fehlt. Die einzige Rettung liegt in einer Vorsicht! gen, maßvollen Heranziehung des Volkes zur Theilnahme an der Regierung. Weil Heil nicht Heil schreien woNte. Ein geradezu unerhörter Fall von Majestätsbeleidignng ist inBreslau vor gekommen. In einer am 15. Dez. vor. Jahres in Breslau abgehaltenen conser vativ-antisemitischen Versammlnng wur de ein Hoch auf den Kaiser ausgebracht. Einer der Anwesenden, Maler Heil, stimmte nicht mit in den Hochruf ein und soll er, wie von einigen Conscrvativen behauptet wurde, ein beleidigendes Wort gegen den Kaiser fallen gelassen haben. Heil wurde dieserhalb von der Gallerie des Saales bis auf die Straße so zu sagen hinausgcprügelt. Außer dieser Tracht Prügel zog sich Heil aber noch eine ' Anklage wegen Majestatsbeleidigung zu und würbe die Anklage am 12. März vor der Strafkammer II. des Breslarer Landgerichts verhandelt, wo bei die Oeffentlichkeit ausgeschlossen wurde. Bei Verkündigung des Urtheils hob der Präsident des Gerichtshofes hervor, daß aus die Aussage der Belastungszeu gen, welcher die Aussage der Entla stungszeugen. die von der. angeblichen Beleidigung, obgleich sie dicht bei Heil gesessen, nichts gehört haben, entgegensteht, nichts gegeben werde, daß aber, wie festgestellt, der Angeklagte Heil bei Ausbringung des Hochs auf den Kaiser in demonstrativer Weise sitzen geblieben, den Kopf nach hinten genreckt und den Rauch der Cigarre in die Höhe geblasen und eine abwehrende Handbewegung gemacht hab?, sich dadurch der Majesiäts .beleidigung schuldig gemacht und dieser j halb mit neun Monaten Gefängniß zu : b'ssrnspn ?,i VlMtl Also neun Monate Gefängniß dafür, daß Heil an einer Ehrsurchtsbezeugung nicht Theil genommen hat, denn eine di rekte Beleidigung ist ja gar nicht consta tirt worden. Die meisten deutschen Blätter berichten den Fall nur kurzweg. Nur die vielbestraste Franks. Zeitung : versteigt sich zu folgenden Bemerkungen : Ein aus dem Landesherr?, ausge brachtes Hoch ist aber ganz unzwcisel hast eine Handlung, durch welche ein Einzelner oder eine Mehrzahl die Gefühle der Ehrfurcht kundgicdt, es ist'eine Huldigung, die man' unterlassen kann, ohne damit zugleich der Ehre, die der Person oder ihrer Würde gebührt, zu ' nahe zu treten. Beleidigt man den Monarchen, wenn man sich an emem aus denselben ausgebrachten Hoch nicht bctheiligt, so beleidigt man durch die gleiche Unterlassung auch einen Minister, einen Beamten, und jeden Privatmann, denn es giebt, wie schon bemerkt, keinen anderen Begriff für die Majestätsbelei digung, wie für die Beleidigung über Haupt; die erstere ist lediglich eine durch das Objekt bedingte spezielle Form der letzteren. Der Spruch des Breslauer Gerichts geht demgemäß von einer irricen Unterstellung aus, er faßt die bloße Versagung einer Huldigung als etwas Ehrverletzen des. Die Fälle, in denen sich Personen mehr oder weniger demonstrativ anHochs auf Fürsten nicht bethciligten, sind zu allen Zeiten sehr zahlreich gewesen, eine kriminelle Verfolgung hat aber unfcres Wissens seit Geltung des neuen Strasgesetzeö noch nicht stattgesunden, ganz gewiß aber nicht zu einer Verurlhcilung aeführt.
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!L';ii oem nresiauer uriyeu icoi oer beseitigte Ehrsurchtsparagraph wieder auf, der, wie man weiß, dem römischen Rechte aus der Zeit der Cäsaren entstammte. Im Tacitus kann man lesen, welche Folgen sich vor den Tribunalen der damaligen Zeit an die Annahme knüpf.en, daß jede dem Fürsten die Ehrfurcht versagende Handlung, Geste oder Miene ein crirnen laesae majestatis fei. Würden in richterlichen Kreisen gleiche Anschauungen Platz greisen, zuwelchen Konsequenzen kämen wir. Man denke nur den Fall, daß an irgend einem öffentlichen Orte eine Per sönlichkeit sich erhebt und die Anwesen den auffordert, dem Landesberrn oder einem seiner Minister ein Hoch auszu-i bringen. Wer nicht längere Gefängniß-,' strafen riskiren will, wird gezwungen, sich zu erheben und in das Hoch einzu stimmenden Denunzianten, die Jeden, der sitzen bliebe, zur Anzeige bringen und sich zugleich den Gerichten als Zeu gen präsentiren werden, würden sicherlich niemals fehlen. Ist aber ein Hoch eine Ehre, auf die ein Fürst jeder Zeit An spruch hat, kann dann nicht auch ver langt werden, daß z. B. Jeder dem Bil de des Fürsten, wo es öffentlich ausge stellt ist, die landesübliche Huldigung er weist, d. h. sein Haupt entblößt ? Ob ich bei einem Hoch auf den Landesherrn demonstrativ sitzen bleibe, oder sein Bild demonstrativ ignorire, das würde wohl nach einer Aussaffung, wie sie das Bres lauer Gericht seinem Spruche zu Grunde gelegt hat, das gleiche crimon sein. Wir wollten die Zustände, die uns eine Ehrfurchtsverletzung :yd Beleidi auna identifiurende aeriÄe Vraris - bescheeren würde, richt weiter ausmalen ; ! verschiedene Geschichtsepochen geben ja darüber Auskunft im reichsten Maße. ! I . w ! r i r- i '. uns lam es vier oarau? an, an oer yano l . . 0 eines ersten Falles nachzuweisen, welche . ' . .. ' rt . I Gefahren dem vssentlichen eben drohen, wenn die Rechtsprechung in Anschauun gen zurücklenkt, die man thatsächlich und gesetzlich für überwunden erachtet hat. Vkvölk.rnngSzunayme und Auswanderung. Die kürzlich vorgenommene Volkszäh lung in Frankreich zeigt nach dem jetzt bekannt werdenden Endergebniß eine Bevölkerunaszunahme, die mit dem Wohlstande bei : Ration und bern Reich thum des Landes m grellstem Wider spruche steht Die Bevölkerung rank reich's !hat ,sich danach m emem Zeltraum von fünf Jahren um nur 389,000 See len vermehrt, während Deutschland in demselben Zeitraum einen Bevölkerungs zuwuchs von rund 2 Millionen Seelen zu verzeichnen hat. Dazu bemerkt die Köln. Ztg." : Französische Rational ökonomen erblicken m dieser, die naho nale Lebenskrast beider Völker überaus Iurj ar?ae"lirLnACtJraL ein,e Se' sahrdung der Machtstellung Frankreichs,
uno oas wiro man ia rn oer ya; aus.'mcas und besanden sich an Bord
der Bevölkerungszunahme Deutschlands entnehmen dürfen, daß unser deutsches Volk gegenüber allen andernNationen sich noch immer im Stadium nationalen Auf schwungs besindet, daß wie Pessimisten uns glauben machen möchten von ei nem Niedergange unseres Volkes noch lange nicht die Rede sein kann. Das verdient besonders gewissen panslawistischen und vielleicht auch gallischen Zu kunststräumen gegenüber einige Beacht ung. Wir wollen bei dieser Gelegenheit übrigens daran erinnern, wie unrecht bei j dieser großen Bevölkerungszunahme Deutschlands, die, in gleichem Verhält niste wachsend, im Laufe eines Jahrhun derts geradezu einer Verdoppelung der Bevölkerung gleichkommen würde, die jenigen haben, welche die ebenso rasch ück erhöhende Auswanderunasziffer le dialich aus politische uud wirthschaftliche Grunde zurückzuführen f bemuht sind, während eine der gewichtigsten Ursachen der zunehmenden Auswanderung selbst verständlich in der Bevölkerungszunahme zu suchen ist. Daher ist es auch ganz unmöglich, die Auswanderung zu ver hindern und kaum möglich, sie zu bc schränken. Vom Jnlande. o i ! Island Eisenbahn ausaesührte Erveri ueber das aus oe r
!ment, zur Heizung einer Lokomotive Pe. .lm nächsten mxim txmint az gegen rf.,.m i,T rm,. tm'rh-fi,rit.rbte gemachte fürchterliche Anklage der
livtiuu n vvvnvki, tv. vvtM.., daß die Kosten dieses Verfahrens noch nicht ganz drei Fünftel der Heizung mit Kohlen betragen. Es ist sonach wahr scheinlich, daß Petroleum bald allgemein als Brennmaterial verwendet werden wird. Welche colossale Steigerung des Kohlöl-Handels dies zur Folge haben wird, läßt sich nicht annähernd berechnen. Die Zunahme in diesem Handel ist an sich schon enorm; im Januar d. I. wur den 30.143.954 Gallonen ervortirt, ge ' gen 18,458,951 Gall. im Jan. '81 und die Aussuhr während der sieben Monate ! bis zum 1. Febr. d. I. betrug 128,580, ! 282 Gall. mehr als diejenige in der ent sprechenden Zeit des Vorjahres. ' DieRettuna der Schiff brüchigen unter Melville ist dem armen ! nach Sibirien verbannten Russen Kros 'mach Guymayeff zum großen Theile, vielleicht ausschließlich zu verdanken. - i r - . . 5 ?s,r Nraue aab un eren Seeleuten, vle er im Zustande der höchsten Erschöpfung antraf, Salz und was er ont von ,er nen Vorräthen irgend entbehren konnte, er ainaLhnen voraus nach Belun, ret . tete unterwegs Noros und Nindermann, ! kehrte mit 5)i!fsmannfchaften zurück und leitete sckliek'ick Melville auf die Svur. s: i-! .fT.! t Msk?,,, X0rn'fi i f t . . i UIC uicuciuyi 5ut, itu uiuuj jcvwjivj - I und seiner Gesährten sühren ?:ag. Aber z die Depeschen und Schreiben unserer ! Regierung an die russische Regierung i und an unsern Gesandten in Peters bura haben seither noch kein Wort des Dankes und der Anerkennung für diesen armen Verbannten enthalten, noch weniger eine Andeutung dahin, daß man versuchen wolle, etwas zur Verbesserung der Lage des menschenfreundlichen Man nes zu thun. 5 die Werkstatt eines
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a)uymacyers IN ouou lrai oleser ugc eine Indianerin, um sich ein paarSchuhe anmessen zu lassen, , da die Schuhläden keine solche enthielten, die ihr paßten. j Das Mägdelein steht im Alter der! sv;cet sixteen, ihre Füße sind je sech ! ! zehn Zoll lang undsieben Zoll breit, und ? iste hat es vorläufig zu einem Ccwichte ' 'von 155 Pfund gebracht. j SDu Astronomen Chandler, ! , Boß, Porter und Young veröffentlichen ; auch ihre Ansichten über den Home iCn, der am Himmel sieht und Ende Mai 'resp. Ansang Juni d. I. mit bloßen i Augen für uns sichtbar sein wird. Die selben stimmen darin, daß der Comet der ' Sonne näher kommen werde, als die meisten der seither beobachteten Cometen, überein, differiren aber in ihren Ab schahungen der Entfernung zur Zeit des i Perihels. Voraussichtlich w!rd der Co !met unter seinen Collegen eue ähnliche Rolle spielen, wie der Wal rnter den übrigen Fischen und an Glanz den Co meten von 1264 erreichen, besten Wie derkehr im Jahre 1800 vergeblich erwar tet wurde. Darüber, ob der Comet der alten Jungfrau über dem Ocean den ' großen Krieg" bringen wird, sagen die Astronomen nichts, Aus Florida. B ei T a m p a. an der Küste von Morida. wurde kürzliü ein Riesenhai erlegt, der sieben Reihen Zähne hatte und 700 Psund wog. Auf der Plantage desCapitän Richard Booth bei Old-Tämpa trägt ein Citronenbaum gleichzeitig Pampelmusen, Limonen, Ci rronen, Apfelsinen, süße . und bittere Orangen, also sechs Varietäten der Fa mitte citruZ. Ein reizendes Bild zeigt jetzt ein Rosenstrauch im Garten des Capt. Vryan in Tallahaffee. Eine un gewöhnlich große Centifolie zeigte, als die Blätter abfielen, aus dem Bodender ri"LC . '. . ' . ' ti .'. mr .iulc vier lnzlg uimz nozenlnos' l . tf . C pen, diese bildeten sich aus und nehmen 11 , . 1 . 1 'lexr ais voulg eniwiaeue iuryen zu !sammen den Raum eines Eindollargold. stücks ein. Ein römisch- katholischer 'Bischos in Springsicld, Mass., versicherte am vorigen Sonntag, unter den Prote ' Ci v st MiiiAin Svtirnitf frtVlt.f O.Ilt. iUilllU VlUJliilll UK Selbstmord, als unter den Katholiken. In Preußen z. B. seien im vorigen Jahre aus eine Million Protestanten 187, auf die gleiche Anzahl Katholiken aber nur G9 Selbstmorde gekommen. Diese Angabe mag zufällig richtig sein. aber der Redner verschwieg, daß nach beni bekannten statistischen Werke des i3w Morlelli in Galnien bei ein! Million Protestanten 16, bei der gleichen Ahl Katholiken 45 Selbstmorde im Jahre 1880 vorkamer:. D e r D a m p f e r O c e a n i c" von Hongkong brachte kürzlich 1059Chinesen inach San Francisco, welche, wie über Haupt fast alle neuerdings nach Amerika gebrachten, zu der niedrigsten Klasse der NphnItWirnn d?5 WpiApS dr WiHp n hgrcn und im Durchschnitt tief unter den gewöhnlichen Kulis stehen. Drei der Chinesen starben unterdes Schisfes in wohlversicgelten Kä sten; die Leichen müssen nach dem Schiffskontrakt wieder mit nach China zurückgenommen werden. Die Chinesen waren alle geimpst und zeigten den Ge sundheitsbcamten mit Genugthuung die Schwären, die sie am Arm trugen. Die Dampscr Auger Hcad-,'Devonshire-, Mary Tatum" und Andere sind jeder. mit einer vollen Ladung von Chinesen' unterwegs und werden binnen Kurzem ihre lebende Fracht in San Francisco absetzen. 'Die W i l m i n g t o n (Del.) Freie Presse" erzählte neulich ausführlich, daß ein Friedensrichter dort einen wegen Zauberei verklagten Reger unter Bürg schast gestellt habe. Der Friedensrichter aber bar es, wie aus dem Wortlaut: seinerEntscheidung hervorzugehen scheint,' ur an dem weck, aetban. um di 'abergläubischen Reger, unter denen der Fgu spielt, , bei einer öffentlichen Ge. richtsverhandlung von ihrem Aberglau ben belehren. Er sagt nämlich, dies 'j ein sehr wichtiger Fall. . Wenn die Zauberkunst nachgewiesen werden könne, j0 würde eine Strafe bis zu $109, -ein Stehen am Schandvfahl bis zu einer j Stunde und Zuchthaus bis zu 1 Jahre verhängt werden. Der Zauberer werde '.so unter 300 Bürgschaft um i . m im r 'Zaudere l zu vertheidlgen Man sieht . hr die Absicht und wird Nicht ver .silmmt. New York ist um eine Cu riosität reicher geworden, um einen Mann 'mit einer merkwürdig elastischen Haut. Der Name des Besitzers dieser eigen 'thümlichen Haut ist Heinrich Haag; er ,ist ein Baier und erst kürzlich angelangt., .Ende, voriger Woche wurde er ei .ner Anzahl eingeladener Aerzte vor 'gestellt. Herr Haag zog die Brusthaut in. die Höhe und steckte dieselbe in ,den Mund, er zog sodann die Stirnhaut iherunter, so daß das ganze Gesicht da ihinter verborgen war; mehrere der an wesendcn Aerzte streckten die Haut an seinen Armen und Beinen dermaßen, daß er das Aussehen ein Fledermaas oder emes fliegenden Eichhorns Haag selbst m b Haut inNstsc nach X X a IBttMlt ti K A V4 Alfi "'y" v"i des Gesichts. Die Haut an seinen Oh ren, Händen und Füßen ist ebenso ela lisch. Sobald er die gedehnte Haut wieder fahren läßt, geht sie von selbst in ihre frühere Lage zurück und sieht aus wie die Haut jedes anderen Menschen, ist aber nicht mit dem Fleische verbuken, sondern hängt lose um dasselbe. Vom SluAlanve. Eln'schändlicher Unfug ist in der kaiserlichen Hosburg in Wien verübt wordeu. Es sind nämlich sämmt liche im sogenannten Kronprinzengang befindliche kostbare alte Oelgemälde durch Ausstechung der Augen aller Fi guren zerstört worden. Der Thäter ist noch unermittelt, doch vermuthet man, daß einer der wachchaltenden Soldaten die That auZUnkenntniß und Uebermutb
begangen habe. G egenüber d e n M i t t h e i lungen, daß die Moskauer Krönung bis zum nächsten Herbst ausgeschoben sei, wird berichtet, daß bereits in den letzten Tagen seitens des russischen Hosministe riums die Vorbereitungen zur Krönung mit regem Eifer begonnen wurden. Der Transport der goldenen Equipagen und anderer Requisiten von St. Petersburg nachMoskau wird noch in diesenWochen seinen Ansang nehmen. Gleich daraus wird der ganze Stab von Beamten und etwa 500 Pferde nach Moskau überführt werden. Diese jüngsten Anordnungen des Ministeriums lassen jedenfalls dar auf schließen, daß die Krönung in Mos kau zu der von Anfang an bestimmten Zeit, nämlich noch ha Frühjahr, statt finden wird. (?) Auch die Sozialdemo kraten erklären sich allenthalben, wo cS ihnen gestattet ist, zu Worte zu kommen gegen das Tabaksmonopol. Eine vor zugsweise von Mitgliedern ihrer Partei besuchte sehr bedeutende Volksversamm lung in Bremen hat sich ganz im Sinne der neulich abgehaltenen liberalen Volks Versammlung mit vollster Entschiedenheit gegen das Monopol ausgesprochen und
ähnliche Kundgedungen sind vor kurzer Zeit auch in Hamburg und Bielefeld zu Tage getreten. Wenn man auswärts . sich den Anschein giebt, als glaube man, daß das Erscheinen des Gesetz Entwurfes die Stimmung für das Monopol verbessert habe, so ist eö in Wahrheit ihm zuzuschreiben, deß auch die allenfalls vertrauenslustigen Elemente der Arbeiterwelt plötzlich mit Schrecken den Abgrund, an dem sie standen, wahr genommen haben. Eine liberale Ver sammlung, die rn Magdeburg abgehal ten , wurde, und auf welcher der vom Vorstand eingeladene Rickert über die Steuerreform und das Tabaksmonopol sprach, hat gleichfalls eine Resolution gegen das Monopol angenommen, rn deren erstem Theil erklärt wird, das Tabaksmonopo!, welches eine große blü hende vaterländische Industrie vernichte und nur der unverhSltmßmäßlg starker Belastung der Bevölkerung einen erheb lichen finanziellen Ertrag als Ergebniß in Aussicht stellt, sei aus politischen und wirthschaftlichen Gründen zu verwerfen.Der fürstlich livvesche Forstmeister Feve hat nach siebenjähriger Beobachtung gefunden, daß die Zahl der Blitzschläge wesentlich von der Bodenbe. r i rr P . v. . v. sa)an.en?eil fowle von oer yoizarl oer Forsten abhängt. So fallen at k Eichen 60, auf Buchen 11, aus Nadelholz 20, auf Kalkboden 3,Keupermergel 10,Thon boden 13, Sandboden 21, Lehmboden 53 Prozent der Blitzschläge. Lustiges Begräbniß. Die Stadt Epernay war, wie man der Wiener Piche mittheilt, jüngst der Schauplatz eines ganz merkwürdigen Leichenbegängnisses. Ein olter Jung geselle. Namens August Gicot, hatte in seinem Testamente die letztwillige Ver sügüng getroffen, daß es bei seiner Beerdigung hoch hergehen müsse. Er ernannte einen siiner freunde in einer Art Aussichtsorgan, welches die Oblie genheit habe, alle etwa der Traurigkeit Raum Gebende zu erheitern; ein weite rer Wunsch des Sonderlings ging da hin, daß eine Choralgefellschaft während seines Leichenbegängnisses lustige Chöre singen und man aus dem Friedhose vor seinem Grabe Wein trinken solle. Die seltsamen Bestimmungen wurden wohl, weil sie die letztwilligen waren, thatsöch lich eingehalten, und so gab eö denn zu Epernay ein Begräbniß mit Ossenbach und Champagner. . Nach den statistischen An gaben des Herrn Dr. Rudel in Dresden erzeugt Deutschland jährlich etwa 244, 300,000 Kilogramm Papier und erreicht damit eine Produktion, wie sie kein an deres Land aufzuweisen hat. Zur Her stellung dieser ungeheuren Menge Papier werden an 185 Sch''psbutten und 785 Papiermaschinen nebst den Vordere! tungsmaschinen und 80,000 Arbeiter be schastigt. Außerdem fordern die 260 Holzschleifereien nicht mehr als 600 Ap paraten, die 45 Strohstossfabriken mit 75 und 20 Cellulosefabriken mit 28 Kes sein nocd etwa 7500 Arbeiter. Rechnet man ncch hinzu die 40,000 Menschen, welche mit Lumpensammeln und einigen Nebenarbeiten beschäftigt sind, so stellt die Papiersabrttation eine Industrie dar, die, abgesehen von den Papierhändlern und den mit denselben eng verbundenen Fabriken, wie Buntpapier-, Pergament Papier, Briefumschlag, Papierwäsche, Tapetenfabriken u.s.w., rund etwa 123, 000 Menschen direkt den Lebensunter halt gewählt. Ein ungarischer Magnat als Impresario. Graf Bela Forgach beginnt seine Rundreise im Auslande mit der Zigeuner Capelle des PatikaruS MiSka. Graf Forgach wird bei - den Produktionen der Capelle persönlich a!S CymbalschlSger mitwirken. Zu den interessantesten BewohnernBerlins gehört die kleine,etwa 60Köpfe zShlendeNegercolonie. Dieselbe zerfällt in zwei ganz bestimmt getrennte Classen : in die Schwarzen, welche von Amerika hierhergekommen sind, und in die Neger, welche direkt von Afrika an die Spree verschlagen wurden. Sie neh men ausnahmslos eine dienende Stel lung ein. Der Vornehmste ist Sago, der Mohr des Prinzen Karl. Bancrost DaviS und Bayard Taylor brachten sich, als sie als Gesandte , nach Berlin kamen, Neger mit. Beide sind hier geblieben, nachdem sie ihr Dienflverhältniß gelöst. Taylor's Diener ist jetzt Ausläufer in einem Geschäft der Leipzigerstraße. Ge sucht sind die Schwarzen als Thürfleher ! rn Tanzlokalen. Einige von ihnen ha j ben sich nicht nur desDeutschen bemeistert, : sondern sich auch den richtigen Berli 'ner Dialekt angeeignet. Drei Neger t sind Ehebündnisse mit weißen Berline rinnen eingegangen. Ein kost bare ö Diadem. Vor Kurzem hat in Ankobar, derHaupt stadt des Königreiches Schoa, die Vcr
