Indiana Tribüne, Volume 4, Number 193, Indianapolis, Marion County, 26 March 1882 — Page 6
Jas ßonzertpuölikum. Noch einmal überflZegt der KapellmeZ
ster prüfenden Auges seine Heerschaaren'. - M'iöeint.' Alles in Ordnung zu sein. 'Mit gierig gezücktem Bogen stehen die . v; . : rrr:ri. ' ;. cvi Zeiger vu, ut . vimiiicn ygoen iqr o? sirument wohlwollend zwischen dieBeint gedrückt, die Herren von der. Flöte unj dem Hsrnpitzen bereits die Lippen,' altz stände ihnen eme qan;e Serie der sötte sten Kusse von rosigen Mädchenlippen in - Aussicht und der Mann," dem die- Be Handlung der großen Pauke anvertraut vurve, yat icyon mit nerviger Faust den ' Schlägel ersast' um ihnsobald es gilt, mächtig niederfallen zu lassen auf das ge spannt 'h irrende ' Kalbfell. ' Da klopft .in Dirigent mit seinem Stöckchen zwei mal auf sein Pult, sein Arm fährtplStz'l lich in dieLuft und eine 5orde blutaieri -ger Nomaden fallen die- Musiker über ivre Instrumente her, kratzen sie, streichen sie, drücken sie, kneifen sie; blasen in .:...: v-V' ' , ml ' -c' . V voeryauen auf ne zu mir jegnooer; ungezügelter Grausamkeit, daß ein ganger Platzregen vonTSnen auf das.Publikum herniederschwirrt. - ,:- ; So ungfähr pflegte mir mein, 'leider zu früh verstorbener FreundTheodor über den Beginn des ersten und einzigen Con certes zu berichten, in öas er einmal durch Zufall hineingerathen war. Die gütige Natur hatte ihm auch die geringste Em psindung für alles . Musikalische versagt und er gehörte zu jenen nicht so seltenen ! teuren, von denen . , Musik wird oft. nicht schon gefunden, Weil meist sie mit Geräusch verbunden." - . r . . . ' . ' ; ' Auch in unseren Concertsälen finden sich solch? mehr oder wenige? unmusikali sche Gemüther zahlreicher 'vor als man gemeinhin, glaubt, und wenn man das 'Stammpublikum, das unsere Concerte besucht, einmal nach diesemGesichtspunkte Prüfen. und. klassisiziren wollte, so habe ich die innige- Ueberzeugung, daß noch uicht der fünfte Theil sich als musikecht 'herausstellen würde. Aber warum'sind denn die besseren Concerte fast immer überfüllt, fragt der harmlose Leser,' und .diese Frage läßt sich nicht mit einem 'Worte beantworten. - , , Die Dame von Welt besucht dasConcert, weil eben alle Welt dort zu sinden ist, sie begrüßt dort ihre Bekannten und 'Intimen, kann interessante vergleichende Töilettensiudien machen und in den neue? ' sten eigenen Gewandern sich zeigen. Sie besucht das Concert, wie sie einem Wett "rennen oder einem Wohlthätigkeitsbazar beiwohnt, und ob die Symphonie, die man ihr vorspielt, von Beethoven ode? Raff ist,' kümmert sie weit weniger, als ob beim Handicap der schwarze Hengst oder bie weiße Stute den ersten Preis erringt, kümmert sie fast ebenso wenig, wie der wohlthätige Zweck,., für welchen dieser ooer' ' jener Bazar ' arrangirt M. .. Ich zähle diese. Dame., sogar dann zu dem unmusikalischen Theil des . Publikums, wenn sie das Unglück gehabt ' hat, in der Zeit geboren zu- werden, als die Epidemie der Klaviere, bereits ihre Verheerenden ; Wirkungen ausübte, und 'wenn sie nicht selbst von einer hartherzigen Mutter zum Klavierspiel gezwungen . worden wäre. . Da die Musik jetzt durchaus m der Mode ist, ist unsere Dame vielleicht sogar ausübende . Künstlerin"', 'was allerdings die Bewilligung mildern- . der Umstände für ihr. unmusikalisches ; Wesen absolut ausschließen würde. Die Dame von Welt und ohne Gehör 'erscheint in den Concertsälcn zuweilen auch in männlicher Gestalt als Vertreter der jeiinese doree, der übergoldeten Jugend, Die goldenen Jünglinge mit spärlichem Haarwuchs und noch spärlicherem Musikverständniß unterscheiden sich von ihren weiblichen Kolleginnen nur dadurch, daß sie eine Frau heirathen, während.jene einem Manne die-Hand P i i I . w . i I reichen, icje ueis raoeuos geneioeien Individuen finden sich, wie gesagt, in gewisser Anzahl auch in den fashionablen Concertsälen, aber sie machen dort wemger von ihren Ohren, als von ihren stets mit Lorgnons oder Operngläsern bevaffneten Augen Gebrauch. Da sie immer etwas zu beobachten oder zu.verfolgen haben, so machen sie auch in Concerten fast denEindruck von aufmerksamen Zuhörern, ganz entgegengesetzt jenen älteren, gesetzten Herren, die sich unter dem Namen 'Concertväter" einer trauriaen Berübmtbeit erfreuen. Der. Concertvater, ist oft identisch mit dem Ballvater"; das Hauptgewicht liegt bei . Beiden stets auf dem Vater, . während der Ball oder das Concert eine yanz nebensächliche Rolle spielen.. Der Ballvater ist aber entschieden - noch der beneidenswerthere, denn er kann wenig stens in einem Nebenzimmer ein. Spiel ben macken. wäbrend im öauvtsaal die Musik ertönt; der .Concertvater, aber muß im Angesicht des drohenden Orchefiers ausharren, wie der Soldat vor den feindlichen Kanonen, ohne auch nur mit. der Wimper zu zucken Das . löbliche Bestreben, Aufmerksamkeit zu heuchlen, . rr i-i .'.n x. gioi ver üoncctiDaicc.xnciii yiciiy nuu) btn ersten Takten als völlig vergeblich us. Cr beginnt dieFlammen desKron leuchterS zu zählen, aber immer, wenn er kaum in die dreißig gekommen ist,beginnen die Trompeten zu schmettern und die Säfte zu brummen, dan er nie die Zahl - festhalten kann und immer wieder von ' y . r. it cw t vorne veginnen muß. .um einige uo wechfelung in seine ermüdende Beschäftigung zu bringen, bemüht sich der Conzertvater zuweilen, den größtmöglichen Abstand zwischen seinem Oberkiefer und Unterkiefer durch direktes Beweisverfahren festzustellen, d.h. er gähnt, und zwar so herzhaft, daß es auf ganze Reihen seiner Gesinnungsgenossen ansteckend wirkt. Der Conzertvater ist ein außerordentlicher Verehrer aller Magios und Andantes, weil in solchen getragenen Sätzen meist ziemlich Piano gespielt wird. Ein wohlgefälliges Lächeln umspielt dann seine Lippen,nnd sein Haupt sinkt langsam auf die Brust ; hernieder, bis ihn ein plötzlich, wie ein Ungewitter daherbrausendes Forte aus allen )im mein seiner Träume reißt.". Er flucht dem Kalbe, das dumm genug war; sein Fell über die Trommel und Pauke fpazj . nen zu fassen und empfindet innerlich tu neu brennenden Ncid gegen die sturmgehärteten Soldaten, die selbst unte 'dem' Donner der Kanonen , ruhig ihr . . chen, ZU halten vermögen, viu , . r.'t ! v ' - . . , . . , . .
mählich hofft er es auch noch so weit zu
bringen. Die weibliche Abart des Conzertvaters ist die Conzertmutter, die stets nur in v er ' .- i.r tver Vegleuung lyrer yeiraiyssaylgen uno noch viel heirathslustlgeren Töchter ge troffen wird, wie überall, so auch imCon zertsaal.' Diel Conzertmutter kümmert sich um die Musik zwar ebenso wenig, wie der entsprechende Vater, aber für sie lst der Conzertsaal em Schlachtfeld, das lhre gespannteste Ausmerlsamkelt crsor dert und auf dem . sie ihr ganzes takti scheS und strategisches Können zu. ent wickeln Gelegenheit hat. Mit ihren Augen muß; sie alle Junggesellen beob achten, sie muß' hierhin und dorthin winken' Ue muß ihren Töchtern oieinö thigen Verhaltungsmaßregeln ..- "geben,' und dieser aanze Kamps lst um so. leb hafter und aufreibender, als er zumeist stumm geführt wnd' rn: dabei nie das liebenswürdigste Lächeln von den Lippen schwinden darf." Die. Hauptaktion der Conzertmutter conzentrirt sich freilich aus die Augenblicke m.'der Garderobe,-:!? der man sich wieder zum Heimwege rüstet. Hier gilt es, daSFacit der vorhergegangencn. Plänkeleien zu ziehen, und womöglich die Begleitung einiger Herren zu erlangen, die dann noch freundlich zu elnem Tünchen Thee geladen t werden. Diese halben Stunden nach, dem. Conzert und Theater sind für : alle Junggesellen die gefährlichsten. Es ist dann so traulich und gemüthlich in dem kleinen Kreise, wo man ganz als Hausfreund behandelt wird, die Mutter, ist. so lie benswürdig, als läge ihr nichts serner als die unliebenswürdige Metamorphose zur Schwiegermutter, und die Töchterchen sind ganz Kunst, ganz Esprit, ganz begeistert für alles Schöne und Ideale. Ich empfehlen allen .Junggesellen," die es bleiben wollen, beim -Verlassen eines Conzertes in ,der Garderobe die größte Vorsicht zu bewahren.. . . t '; Der Conzertvater ist, wie schon erwähnt, vor allen Dingen Vater und als solcher besitzt er eine, im schlimmstenFalle aber mehret Töchter. Diese Töchter gehören heutzutage, fast, immer zu der Gattung der musikalischen Töchter", eines der verdammenswerthen Produkte der modernen Kultur. .Die musikalische Tochter", zeigt schon von ihrer fcüesten Jugend an eine geradezu unnati rlich'e Vorliebe, für das .Klavier, unnatürlich, weil sie nicht den .eringsten inneren Beruf zu der Pflege des an sich ja sehr schätzenswerthen Instruments in sich trägt. . .Als ' Kind hat sie mit Händen und Füßen der. .Claviatur . scheußliche Disharmonie entlockt, als Backsisch fährt sie in dieser' traurigenBeschästigung fort, nur daß sie es jetzt unter Aufsicht einer Lehrerin thut," die ihren Eltern ein heilloses Geld kostet. . Die musikalische Tochter" besucht in Begleitung des oben geschilderten.. Conzertvaters,: vor Allen solche Conzertes in denen ihre Lehrerin oder sonst irgend eine berühmte Pianistin sich produzirt ' Sie kümmert sich nicht weiter um die LÄen.ihres schwergeplagten Erzeugers,..sondern lauscht gespannt dem .Anschlag" ihrerLehrcrin und schaut bewundernd' aus deren wunderbar durchgedrücktes Handgelenk.Dleer Triller mit' dem, dritten und. vierten , Finger schwebt ihr noch in ihren Träumen als herrliches Ideal vor und am nächsten Tage müen es alle Nachbarn' büßen, daß die Lehrerin so' gut trillern kann.Nun gelangen wir'zu jenem kleineren Theile des Conzertpubluums, der wirk lich um der Muuk willen sich einnndet und de7, wenn er auch wieder nur zum kleineren Theile musikalisch ist, doch Interesse und Neiguni sür die Wett der Töne besitzt. Der bedenklichste Vertreter dieser Minorität ist der Muulto, der leidenschaftliche Musikenthusiast. Er sitzt meist mit übereinandergeschlagenen Beinen,, die Arme über die Brust gekreuzt, den Kops tief gesenkt, aus seinem Stuhle. Er liebt die Eckplätze, weu er sich dort etwas freier bewegen kann, denn er gebraucht emen gewien Spielräum, um seiner Empfindung den gehörigen Ausdruck geben zu können. Ein angenehmer Nachbar ist er nicht, denn er suhlt sich nicht wohl, wenn er ber emer Symphonie nicht mindestens mit Händen und Füßen den Takt schlagen kann. In icmer Ertase verfallt er dabei oft m em gelindes Stampfen, oder er beginnt mit den Armen gymnastische Uebungen, die nicht ohne Lebensgefahr für seine Nachbarn sind. Aber der arme Musikfex ist zu entschuldigen, er kann nicht anders. Der bloße Ton übt aus ferne Nerven eine so unmittelbare Wirkung aus, daß er willen- und machtlos sich ihr hingeben muß. Wenn ein schmelzendes .Adagio beginnt, lehnt er sich verzückt an die Lehne seines Stuhls zurück, ein melancholischeZ Lächeln , umspielt seine Lippen, das Auge sieht den. Himmel offen, - es schwelgt'das Herz in Seligkeit.. Bei einem Andante maestoso lagern sich düstere Falten auf seine. Stirn, seine Augen sprühen zornfunkelnde Blitze, bis ihn endlich ein : anmuthlges Scherzo er löst,' so daß er in fröhlichem Dreiviertel takt auf seinemStuhle hin und herhüpsen kann. - Jedes unziemliche Geräusch .im Saale, ist ihm em Grauel, em Niesen oder Husten bringt ihn zur Berzweis lung,und die dicke, behäbige Dame ne ven -inm, an oeren yanogeienr eine ganze Münzensammlung beständig klirrt und-klappert, laßt den frevelhaften Wunsch m ihm rege werden, sie mit bei den Händen um den fetten Hals fassen zu dürfen und so lange zu drücken, bis sie nicht mehr mucksen kann. Glücklicher Weise müssen in den meisten Conzertsä len Stöcke und Schirme in der Garderobe abgeliefert werden, der Musikfex würde sonst wahrscheinlich selbst emen solchen Lärm damit vollführen, daß er sich ganz unmöglich machen würde. Im Grunde ist ein solcher .- Muttksex nur eme etwas gesteigerte Ausgabe des wahren Musikenthusiasten, des . Kenners .und Verchrerö des holdenEinklangs süßer Töne". Aber der wirkliche Kenner ist eben unter dem so mannigfach zusammengesetzten Publikum der am wenigsten auffallende. Er mach sich' kaum bemerkbarer ist ganz Ohr' und wenn man seine glänzenden Augen gespannt auf das Orchester gerichtet sieht, so glaubt man, er habe auch sie nur, um zu hören, sie wären ihm nur zwei neue Werkzeuge, das Schöne in-sich aufzusaugen, das berauschend an sein ajgriunßi. innen scyriil weuer, oen y .. i l , " -w ,. . , , .'.)
einen kleinen Schritt vom Erhabenen zum Lächerlichen, und aus dem Musik enthusiasten ist der Musikfex geworden, der lärmend und stampfend seinen Empfindungen Ausdruck gibt.' - Sie alle aber, die ich bisher in Kürze chäraktensirt habe, 'verbinden mit dem Besuch der Conzerte irgend ein subiekti ves Interesse, ganz : objektiv steht . Niemand von ihnen der Musik gegenüber,' in dieser glücklichenLage befindet sich nur. der Schließer an der Thür, der CerberuS, der darüber zu wachen hat daß kein verspäteter Nachzügler ' die geheiligte. Ruhe eines Adagio : durch das Knarren derThür unterbreche, oder daß ein hungriges Ehepaar leichtsinnig ein paarTakte der Schlukouverture man spielt die
Ouvertüre meistens zum Schluß unterschlage, um früher zum Abendessen zu gelangen.' : Das feiste glattrasirte .Gesicht des Biedermanns c drückt die absoluteste'Gleichgültigkeit aUSer steht zur Kunst nur 'in einemgewiffen zeitlichen Verhältniß, da er auch nur ein Interesse an der früheren oder späteren... Beendiqüng eines Conzertes hat.!' 'Durch iahrelange Gewohnheit weiß er ganz genau, wie lange tit bekannte Symphonie, jede klassische Ouvertüre dauert . und er überwacht mit der Uhr im Gehör jeden Dirigenten und grollt im Stillen um jede Minute, die durch zu langsame Tempi verloren geht, i Er liebt daher auch nur die klassische Musik, denn .da weiß er genau, woran er ist;, alles Neue möchte er am liebsten aus dem Conzertsaal verbannen. ' Aber unserer treiben'-. den drängenden Zeltest ja Nichts heilig, nicht einmal die Gesühle eines Thürschließe,'' und so finden . wir. aufunseren onzertproarammen. !oocy . immer wieder eine ganze Reihe von Novitäten. Makrobiötik.V? Der erste Hauptsatz der -Makrobiotik lautet: Alles die Gesundheit schädigende verkürzt das. Leben, und ist zu vermeiden. , i Der zweite Hauptsatz: . Alles der Gesundheit förderliche ver längert das Leben und ist zu üben.. : Angenommen nun, das Schädliche und Förderliche sei bereits genügend bekannt, wissenschastlich begründet . und populär daraestellt,' fö wird es doch gerade. dann am wenigsten: beachtet, wenn es zur Lebensverlänaeruna am wichtigsten wäre. in der Jugend.- Mit der Jugend verträgt sich die Beschaulichkeit und Prüfung, die Weisheit - und Leidenschastslosigkeit nicht.!. Die Jugend denkt nicht an sich selbst, sie genießt, prüst nicht, was. ihr heilsamund kschädlich ist ;: sie ; kann nicht vernünftig semell. ihr oie?oazu erforderliche Erfahrung fehlt,' und wenn sie nicht mit einer gewissen unbesonnenen Begeisterung vorgeht, den höchsten Zielen nachstrebend dann' fehlt ihr. die Jugendkraft.. . w. ; . Demnach bleibt, so schemt es, die AusÜbung der Kunst, das Leben -zu verlängern, dem reiferen altter vorbehalten.' In der That ist sie bisher. fast allgemein so aufgefaßt norden. -7 Sie: sollte:daz'u dienen, den Lebensabend zu verlängernd Es kann nun streitig sem, ob die erste oder die zweite Lebenshälfte die ange nehme ist einige- Uralte meinen, die Zeit vom sechzigsten zum stebzlgstenJahre sei die schönste ihres Leben? gewesen, andere erklären das dritte Decennium dafür, fast jeder Lebensabschnitt wird seine Vertheidiger finden, je nach den persönlichen . Erlebnissen darüber ' herrscht aber keine Meinungsverschiedenheit, daß es im höchsten Grade wünschcnsw'rth ist, bis in das Greisenalte? jung zu bleiben, den Vollgenuß der Sinne, das Gedächtniß, die Muskelkraft und Beweglichkeit und das Interesse an der Welt und den Menschen neben der reicheren Ersahrung und dem gereisten Verstände zu behalten. Niemand wird den Tithonos beneiden, sür den seine Geliebte, die Göttin Eos, ewiges Leben von dem allmächtigen Zeus erbat. Ihr Wunsch ward . erfüllt. Da sie aber vergessen hatte, zugleich um ewige Jugend zu bitten, so wurde der unglück liche Mann immer älter und . älter und kindisch und endlich wie ein Kind in der Wiege geschaukelt, bis schließlich, nachdem er immer mehr verfallen war, nur noch die Stimme von ihm übrig blieb. . , Wer lange zu leben wünscht, will nicht altern, will'sich der Morgenröthe mit se hendem Auge und vollem'' Bewußtsein ihrer berückenden Schönheit erfreuen im höchsten Alter, will jung sein auch in der zweiten LebenShälste. Auf dieses berechtigte Verlangen nimmt die bisherige -k. . .ji.t. CY " j TT i evenslunn mcyr 01c geyorlge Kuancgi. Die wahre Makrobiotik soll nicht allein alte Menschen in den Stand setzen, noch älter zu werden, sondern auch junge in der Kunst unterweisen, länger, jung zu bleiben. Und das ist die Hauptsache. Denn es kann nur der em sehr hohes Alter erreichen und zugleich sich des Le bens freuen, welcher sich trotz der Last der Jahre die Jugendfrische bewahrt. Der dritte Hauptsatz der Makrobiotik heißt : Um alt zu werden, muß man möglichst :ange zung ozeiven. 7 ' Das Jungbleiben läßt sich am schwer sten erzwingen und der wird als beson ders glücklich gepriesen, dem es noch am späten Lebensabend zu Theil wird. Vor allem ist dabei zu bedenken, daß wegen der Unbesonnenheit des Jünglings und der Unmöglichkeit ihn durch noch so ein dringliche Ermahnungen und Rathschlage zu einer consequent-vernunstigen ,,Le bensweise zu veranlassen, die einzige nr n logiiHleil iyn zu. einem langen eoen tauglich zu machen, in der Erziehung, und zwar der Erziehung vom ersten Tage.an besteht. : Es ist die Pflicht aller Eltern, ihre Kinder so zu erziehen,-daß ihnen die vernünftige Lebensweise geradezu zur zweiten Natur und alles Unedle,' Ungesunde widerwärtig wird, wie Schmutz und übelriechende Luft, daß ihre Entwickelung keine Beschleunigung und keine unnatürliche Hemmung erfahre, vielmehr aleich mäßig geschehe und dadurch die Vorzüge, welche die Jugend vor dem Mannesaltet voraus hat, ohne deren Nachtheile bis iji dasselbe hinein und bis über dasselbe Kinaus erbalten bleiben. ' ' ' ''"' ' Wann kann solches erreicht werden ? L Aor Allem durch die Mütter,: denen die Menschheit vor der Geburt und .in den ersten Jahren nach derselben 'säst . .... 1 1. n m . . t c ganz anveriraur u vsegenuper
Opsern, welche eine Mutter sich selbst auferlegt, um ihr Kind zu nähren, zu Pflegen, zu erziehen, zu unterrichten, ist das Verlangen, es nicht zu verziehen, nicht zu verwöhnen,' sondern abzuhärten und vom ersten Keime an nach den Re geln der philologischen Gesundheitslehre zu behandeln, statt nach Vorurtheilen überlieferter mittelalterlicher Ammen Weisheit, in Wahrheit sehr gering. Die vernünftige Behandlung des Säuglings und ganz kleinen Kindes, namentlich die anfangs ausschließliche Ernährung ;U natürlicher Milch und ununterbrochene Versorgung mit-der -reinsten Lust, die Vermeidung' zu großer Wärme und all'
der Schädlichkeiten des Verkehrs "mit! Fremden, die auf das unbewachte Kind einwuken können belohnt sich selbst.- Die Vernachlässigung ' rächt - sich -' unfehlbar. wie die Erfahrung zeigt. ':: :- -; : In keinem Alter ist ' bekanntlich - die Sterblichkeit annähernd ,o groß- wie im ersten' Jahre. - Die ' Ursache -muß zum Theil in der verkehrten' Behandlung lie gen. 'Junge Frauen, welche. zum ersten Male das unaussprechliche Glück haben, ein Kind das ihrige - zu nennen, wissen meistens nicht " (woher sollten sie es bei der modernen Erziehung wissen?), wie schädlich' vieles ist, was' sie dulden, wie viele heilsame einfache Vorschriften sie schon vor seiner Geburt. nicht befolgen, von denen die Kraft und Gesundheit, das Glück und- die Lebensdauer ihres Lieblings unmittelbar oder mittelbar abhängt. Ein großes Buch ließe sich darüber schreiben.' '' '- ' ? Hier kann nur einiges angedeutet werden, um die weitverbreiteten Verkehrtheiten der ersten Erziehung einerseits, die Leichtigkeit sie zu vermeiden, andererseits an Beispielen zu zeigen. .- Vor Allem ist Bewachung- der -Kinder unerläßlich. So lange sie nicht schlafen, dürfen sie nicht einen Augenblick allein sein wenigstens bis an das fünfte Jahr und möglichst darüber hinaus bis zur ' Schulzeit. ' Zahlreiche Todesfälle allein gelassener, eingeschlossener,' schlecht beaufsichtigter Kinder beweisen die Nothwendigkeit ein Kind nicht selbst 'zu überlassen. Es weiß sich nicht zu helfen. - .' Ferner müssen Kinder ununterbrochen beschäftigt werden. Die weltumgestaltende Macht der Erziehung beruht daraus, daß die Aufmerksamkeit des Kindes vom Anfang an in eine bestimmte Richtung gelenkt und von anderen Richtungen von nachtheiligen, schlechten Bahnen abgelenkt wird. Dadurch allein ist es möglich den Charakter zu formen. Wenn das gefügige Kind stets beschäftigt, aber nur unschädliches Spielen ihm gestattet wird, dann hat es kaum Zeit Verkehrtheiten auszubilden, dann wird es an das Richtige von vornherein gewöhnt. Und die',Macht der Gewohnheit reicht viel weiter'als die Macht der Vernunft. Die Gewöhnung des Kindes an das Zuträgliche'und'Richtige 'ist' ebenso ausführbar wie die an das Unzuträgliche und Verkehrte, und beiderlei Gewohnheiten' be stimmen das spätere Leben.' . . . ' ' ' I r' Dieser pädagogische " Grundsatz hät eine '.ganz - allgemeine Anwenovarkelt.' sVergleicht man die vielen Kinderwelche von ihren Angehörigen und 'Fremden theils zur vermeintlichen Belustigung, theils ausUnwissenheit allerlei unpassende Nahrung Süßigkeiten,, auch gegohrene Getränke erhalten, mit denen, welche gar nicht' wissen, wie etwas ungesundes schmeckt, welche vernünftig einfach und reichlich ernährt werden, so daß ihnen, so lange sie Kinder sind) alles. Ueberflüssige völlig unbekannt bleibt, dann springt der Unterschied Jedem sofort in . die Augen. Jene durch irregeleitete Elternliebe , zur Naschhaftigkeit förmlich erzogenen,vor der Zeit wie Erwachsene ernährten Kinder können sich nicht in normaler Weise entwickeln, diese, die Erzeugnisse höherer Kochkunst und die starken Genußmittel nicht kennend, haben nicht einmal Verlangen danach. Hier ist auch die Unsitte zu rügen, daß manche Kinder gezwungen werden neue ihnen widerwärtige Speisen und Getränke zu sich zu nehmen, was durch gar nichts gerechtfertigt werden kann und oft genug der Gesundheit Schaden bringt. . Nicht weniger zu tadeln ist die Art, wie häusig dem zwei- bis sünsjährigen Kinde die Nahrung, obwohl es beißen und kauen kann, erweicht wird. Mgn taucht das Brod oder den Zwieback in Wasser und Milch und läßt es ungekaut ohne Vermischung mit Mundflüssigkeit in den Kindesmagen gelangen, anstatt das Getränk für sich und die Brotkruste für sich zu verabreichen, wodurch die Speicheldrüfen sich normal entwickeln, die Mundverdauung in Gang kommt und die ganze Ernährung gefördert wird. : ,: Für die Ernährung, und das Wachsthum ist auch von großer Wichtigkeit, daß kleine. Kinder nicht, wie es . allzuoft vorkommt, anhaltend kalte Haut, besonders kalte Hände und Füße haben. Dauernde Abkühlung hemmt die Neubildung der Gewebe.- . : ' ; , Bezüglich des Schlafens herrscht die ver:rfliche Meinung vor, .Schulkin de- büßten geweckt werden, wenn sie nicht zeikig ausstehen. Die naturgemäße Ent Wickelung erfordert aber, Kinder niemals zu wecken. - Ihre Tagesordnung muß so eingerichtet sein, daß sie von selbst wach werden und neun bis zehn Stunden schlafen. Ein Hauptpunkt ist auch die Scheu vor der Luft. Daß ungewöhnlich starker und kalter Wind, Regenwetter und drückende Schwüle im .Hochsommer sür den Ausenthalt im Freien ungeeignet sind, ist bekannt, daß aber dem gefunden Kinde, so lange es nicht schläft, der Auf enthalt im Freien viel zuträglicher ist, scheint den Meisten .unbekannt zu sein, welche sich vor. Erkältungen fürchten und nicht wissen, daß man sich um so weniger leicht erkältet, je mehr man die Ofenhitze vermeidet. Der in der Zimmerluft vorhandene Staubs den jeder Schritt auf's Neue, emporwirbelt, die Verbrennungs Produkte der Lampenflamme, und - das Fehlen. frischen Sauerstofsgases schaden dem Kinde wie dem. Erwachsenen viel mehr, wenn es wenig an die Luft kommt, Ta - 3 r f ... ! . V lt. tua wenn es u lange ic lrgcno lyuiiilll) im Freien weilt. . ; Y. , .. c : , Endlich die Ucberladüng mit Arbeit. Das Kind wird meistens dazu angehalten, zu arbeiten, ehe es .ein genügendes Interesse an der Arbeit hat. Aber es muß. Durch eine sehr geringe,'UeberY ' I C... r fl nt" ? 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Gegenüber den chreitung der Leistungsfähigkelt entsteht." Nichts MeMkchrter,v : als ;bic ci . . ! ,'!,,. ' ' 1. , .. f. .. , "J , ... . tte '. 'it - ';,: i .'!..'.'..! i; i ; r;?i --..i! j -' :V'ry 'it ,'J -ü;n(ViC'.f cw.i'W1 5.'5-:run Äi tr.r y, i;iy-',n-i Urd ,i -:'v.LjhL -t-:; ;r.bV tu::.'? auyüi flitrii.i 'g
leicht Widerwillen gegen das Lernen überhaupt, während ein nur ganz allmäliges. Umgestalten der kindlichen Spiele zu ernsteren Spielen, z.B. zu dem Spielen mit Buchstaben und Zahlen die größ ten Schwierigkeiten viel leichter überwindet, als Zwana. Denken lernt Je der ohne Unterweisung'im Umgange mit Menschen so gut wie sehen und hören. Das frühe Beschweren des Gedächtnisses mit unzähligen Einzelheiten kann' die Ausbildung .des logischen - Vermögens nur schwächen'.- Und daran ist nicht ! zu zweifeln, daß Verstand -ohne Wissen bei Weitem dem Wissen ohne Verstand vorzuziehen sei, zumal ersterer sich noch später das Wissenswerthe aneignen kann dagegen das Wissen auch ' bei der größten Ausdauer ein unsähiges Kind nicht in telligent machi.' Also sei der erste' Un te'rricht nurganz leicht.- AlleDressur ist zu' verbannen-. 55!.": Und' Loch kann ' die beste -Mutter' es nicht-unterlassen' ihrem "'-Kinde allerlei Künststückchen beizubringen, "welche ihm nicht nur unverständlich',' ' sondern , auch unnütz-sind, u'nd die es sich spater wieder abgewöhnen muß.-- ; Anders, wurde Lamartine erzogen, der von sich'schreibt: Meine Erziehung'lag ganz in den mehr oder weniger freundlichen Augen und dem'neh? oder weniger deutlichen LScheln'meiner' Mutter. - Die Zügel meines Herzens lagen in dem ihrigen.' ' Sie verlangte von mir nur,' daß ich wahr und gut sei. Es ward mir nicht schwer. Mein Vater gab mir das Vorbild der Wahrhaftigkeit bis zum Scrupulölen, meine Mutter das der Güte bis zur.heroischen Hingebung.' Meine Seele, die nur Güte athmete, konnte'etwas'anf deres nicht hervorbringen.' 'Ich' hatte niemals zu kämpfen, weder mit wir selbst noch mit Anderen Alles - fesselte mich, nichts verdroß mich. ' ' ? Das Wenige, was -man mich lehrte.
wurde mir wie eine Belohnung geboten. Meine Lehrer waren nur mein 'Vater und meine Mntter ; ich sah sie lesen und ich wollte lesen ; ich sah sie schreiben und bat sie, mir beim' Gestalten der Büchstaben zu helfen. Das Alles geschah spielend, in Verlornen Augenblicken, aus den Knieenim Garten, in der Kaminecke'des Salons, lächelnd, plaudernd, kosend. Es gesiel mir; ich selbst verantaßte die unterhaltenden Lcctionen. ' So ' habe ich Alles gewußt, ein wenig spät freilich, aber ohne mich zu erinnern, wie ich gelernt habe und ohne daß eine-Stirn sich runzelte, mich zum Lernen zu brin2en. Ich schritt fort, ohne das Gehen zu merken." So ginges bis znm zwölften Jahre'. ; . ' - - :y:: '' Uebertrieben und - dichterisch' ausgeschmückt, wie diese Erzählung ist, sie enthält doch' viel Beachtenswerthes ' Das Gewöhnenlaffen -des Kindes das 'spielend'e Lernen und der Einfluß des Vaters verdienen vorAllem Nachahmung. ' " ; .' In vielenFamilien, znmal den großen, bekümmert sich der Vater um die erste Entwicklung seiner Kinder nur wenig oder garnicht. Und doch - würde viel Unheil verhütet werden, - wenn er 'schon vom ersten Tage an das . Kind- täglich wenigstens einmal genau ansehen wollte. Ein einziger Blick des Menschenkenners lehrt öst mehr als die ausführlichsten Krankheitsgeschichten Unkundiger. ' Vor Allem hat de.r Vater die Pflicht durch Consequenz und Strenge ' die Nachgiebigkeit der Mutter, ihre mit der Kindesliebe verschwisterte Neigung Ausnahmen von nothwendigen Verboten zu gestatten, nie in Schwäche, ausarten -zu lassen. Ist einmal die Abhärtung als Princip der physischen - Erziehung zu Grunde gelegt, ann dars nicht, dazwischen die Virweichlichung wieder auflommen. Ein Tag der Ausnahmen stellt das Ergebniß wo'chenlanger Bemühungen in Frage. ' Außerdem muß der Vater die Jntelligenz des Kindes durch Beantwortung aller Fragen fördern. Auf jedes Warum"? eine passende Erwiderung haben, immer die Ursachen erläutern, nie etwas verbieten, ohne einen Grund anzugeben, überhaupt möglichst wenig verbieten, früh das Selbstvertrauen wecken, das Gefühl der Hilflosigkeit nicht auskommen lassen. Doch es ist hier nicht von den Grundsätzen einer rationellen Erziehung im Einzelnen die Rede, sondern von den Mitteln die Jugend zu verlängern im Allgemeinen. Gute Lehren und eine noch so sorgfältige Erziehung, welche liebevoll und streng zugleich wäre, können allein nicht die wichtigste Bedingung zur Verlängerung der Jugend herstellen, nicht die vernünftige Lebensweise dem in die Welt eintretenden Jüngling zu eigen machen. Die Eltern und Erzieher müssen selbst ein Muster sein und daS ist aller dings leichter -gesagt als gethan. ' Bei dem außerordentlichen Nachahmungsvermögen aller Kinder erscheint es als eine Pflicht,' ihnen nichts der Nachahmung Unwerthes zu bieten; wer könnte sich aber der Unfehlbarkeit rühmen, wer in Wör ten und Thaten, in Mienen unn Bewegungen immer nachahmenswerth sein?.' In erster Linie ist auch hier die Auf merksamkeit aus die Aneignung heilsamer gesunder Gewohnheiten zu richten und das Entstehen nachtheiliger Gewohnhei ten, welche später dem Kinde mit Mühe abgewöhnt werden müssen und ost nicht mehr, abgewöhnt werden können, zu ver-hindern.-Dieses vermag der Erzieher durch sein Beispiel. Denn die Kinderseele ist das gcsügigsteJnstrument,w,elches treu wie ein Mound Spiegel zugleich wiedergibt, was man ihr einprägt. - Und es prägt sich ihr nicht nur Alles und Je des, Gutes ' und - Schlechtes, unendlich leicht ein sondern es haftet auch Dieses und Jenes gleichermaßen fest. Da das Mustersein der Erzieher außerdem nicht ununterbrochen, dielmehr nur in Gegenwart eines Kindes stattzufinden braucht, so übersteigt es keineswegs -eine mittlere Leistungsfähigkeit.- Den ' Eltern selbst wird es schließlich zur Gewohnheit. Wenn aber ein' Kind öfters bemerkt, daß sich dieselben gehen' lassen und' die ihm '-er? theiltcn'Vörschristen gar' nicht -selbst be folget 'd'ann wirkt das ' Beispiel leicht ' l t. yt": jy y - an tcacnv, uno aue rzleyungslun n vermag gegen den unwiderstehlichen Nachahmungstrieb nichts mehr' JederAugenblick der Freiheit wird dann gern benutzt, unvernänftigzu sein und auf die Gesundheit anzustürmen,wie es die zügellöse' Lebenslust. der Jugend 'mit' sich trinttt "' M'- u '"! ' 5 t . ,
nung, durch solche unmittelbare Einwirkung auf die verständigen, glücklichen, lanalebiaen Mensckeu ui erziehenden
Wesen, würde Pedanterie ihneneingeimvst - und das : sugendlich'e Feuer ' ge! dämpft; es wird nur ihnen', ohne das sie . ' M Y - . ' es gewayr weroen, eine oneigung gegen Ausartungen, gegen scheinbar Angenehmes, rnWarheit Unbefriedigendes erweckt . . Y.'Yt iunv oem' geller gieMam geelgnelere Nahrung gegebenes daß es nicht versengt und verkohlt und vernichtet,' sondern erwärmt und erleuchtet uud immer auf's Neu: belebt Das Jugendfeuer muß langsam brennen wenn es lange 'vorhalten soll. Aber eS. gehört gerade zu den wesentlichen Grundsätzen der Makrobiötik, sich sorglos des Lebens zu freuen. Und der hatihr.-züsolge.am't meisten Lebensfreude,' -vön d:m man mit Goethe sagen kann,d'aß hinter ihm m wesenlosem Scheine liege, was , die, Andern -bändigt, das Gemeines - : ,' Diese Veredlung des von Naiur ideal angelezten sich 'normal entwickelnden jugendlichen Menschen ist' gründverschieden von der bewußten Selbsiständigkeit, Bedächtigkeit) Beschaulichkeit, Weisheit des Alters, -welches bewußt' die der Jugend unbekannten Gesähren ' vermeidet und nach Maximen handelt. Eine solche reine unbewußt vernünstige, lebensfreudigeVerfasüngdesGeistes und körperliche Gesundheit kann wirklich die Erziehung schaffen, so daß mit ihnen der selbständig Gewordene .den Stürmen der Welt zu trotzen, jeder Lebenslage gerecht zn'werden vermag und viel länger jung bleibt, als der nachlässig ohne nachahmenswerthe,Vorbilder Ausgewachsene.-' - - w' . vi:i " - '.. ' ' . ' f n j 5 ' '. 1'; ; " ! " Zeit- und Streit Fragen. ; - ' 7 ' - " ' ' : Vn Vrof. H. eS. Vogel.' - . Das deutsche Abgeordnetenhaus wird über eine Vorlage des Ministeriums zu berathen haben, welche eine Aenderung des Lehrplane!, der Realschulen und Gymnasien- betrifft. Diese Vorlage ist bei einer Vorbesprechung unter Abgeordneten und Fachmännern, wie die Zei tungen melden, nicht ., ungünstig 'ausgenommen worden.. Zwar äußerte man gegen die vorgeschlagene Vermehrung des Latein an. Realschulen Bedenken. Dem gegenüber bemerkte aber Herr Dr. Lasker, daß die Realschulen nicht umhin könnten, der in gebildeten Kreisen HerrIchenden. Werthschätzung des Latein" Rechnung zu tragen, wenn sieden Kamps sür die Gleichberechtigung mit den Gymnasien mit Erfolg führen wollten. - . So dankenswerth es von dem Abgeordneten Herrn Dr. Lasker auch ist, sich zum Vertreter der. Anschauung der gebildeten Kreise zu machen, so verlohnt es sich doch wohl der Mühe, die Bchauptung von der in diesen Kreisen herrschen den Werthschäßüng des, Latein .etwas näher zu beleuchten. r- - In der That läßt sich nicht leugnen, daß in gebildeten Kreisen zahlreiche Ar gumente'zur Vertheidigung des.Latein kolportirt werden. Man spricht von der bewunderungswürdigenArchitelturvdcr lateinischen Sprache,, von ihrem Rußen zum Verständniß von Fremdworten, von ihrer formal bildenden Kräst :c. :c. Viele sind gewiß von diesen Gründen überzeugt,Andcre beten sie gedankenlos nach, noch Andere aber schweigen dazu still; sie sürchten sich zu blamiren, wenn sie eigene Bildungslücken verrathen; wieder Andere verschanzen sich hinter dem Philisterprinzip : Ich Hab's, durchgemacht, also kann's mein Junge auch durchmachen! - Die Thatsachen lehren aber, daß die herrschende Werthschätzung" des Latein keineswegs allgemein, daß sie jedenfalls im Abnehmen begriffen ist. Noch .vor zwölf Jahren kündigten die Professoren der Universitäten ihre Vorlesungen lateinisch an. Heute geschieht's deutsch. Um jeneLeit verlangte man eine lateinische Doktor - Differtation, heute genügt eine deutsche, eine Annehmlichkeit nicht nur sür die Kandidaten, sondern auch sür viele Prosefforen, die srüher von ersteren die Beigabe einer deutschen Uebersetzung forderten, weil sie die lateinische Dissertation nicht verstehen konnten ! Auch wo anders hat das Latein trotz leidenschaftlicher Vertheidigung an Ter rain verloren. Vor drei Jahren wurde nach lebhafter Debatte vor dem Abgeordnetenhause die Zulassung von Abiturienten lateinloser Realschulen zum Studium des Baufaches genehmigt, und be reits vor-dieser Zeit schickten gebildete Eltern in Berlin ihre Söhn in eine lateinlose Realschule resp.Gewerbeschule, obgleich es an Realschulen m i t Latein wahrlich nicht fehlt. Bekanntlich haben in jüngster Zeit der. Magistrat und die Stadtverordneten Charlottenbuigs, den Wünschen der Bevölkerung Rechnung tragend, rotz des Widerspruchs der städ tischen Schuldeputation die Anlage einer lateinlosen Realschule beschloffen. ..Ich kann als Lehrer an der technischen Hochschule nur konstatiren, daß diese Schulen ganz vortreffliche 'Abiturienten an das Polytechnikum . abgegeben haben, ein Beweis, daß man es hier . keineswegs ausschließlich mit geistig untergeordneten Schülern zu ihun hat. Aber abgesehen von diesen Thatsachen begegnet man in hochgebildeten Kreisen Anschauungen, die den geraden Gegensatz von. einer Wertschätzung des Latein bilden. Eduard. von'Hartmann sprach sich vor circal0 Jahren über den Werth des Latein als Bildungsmittel ziemlich geringschätzig aus. Philologen allerersten Ranges wie Boekh und Köchly. erklären sich gegen die Kultivirung des Latein und Griechische als Bildungsmittel. Köchly erklärt es für eine, lächerliche Anmaßung-, wenn der Klassischgebildete dem Mathematiker, .Chemiker" oder gebildeten Geschäftsmann": gegenüber mit einer höheren Humanität sich brüsten" wollen, undBoekh sagt: Aber davon' kann. ich mich nicht überzeugen, . daß man die alten Sprachen der sogenannten formalen Bildung wegen treiben müffe, denn ich sehe nicht,' daß Leute, die eine vorzügliche Kenntniß der griechischen und lateinischen 'Grammatik ! besitzen,' die übrigen' Sterblichen ' von hohe: Geistesbildung weit überragten und Herr Dr. Lasker erklärte . selbst in einem lesens nihn 9lnffslfc ' Neun'aore kalt ha3 v " rJ 7 - - - - j Gymnasium den Schüler zurück .und y t-wL! ijci. i cm.
-was nai oer viouuneni utitar ? a;ici - 1 .i'j, '. y. .: i ';.; 1 K::: : v 'i : .) ! '' i s- ' 1 ' ' ; t 1 ' t ' . 4 i t U ' '. . 'ii 1 t J I " I t. I j
stens ist es nur die lateinische, im seltenen Falle auch die griechische Sprache, worin der Zögling ine gewisse Fertig keit erlangt, und auch diese bezieht sich nur aus''die Formenkcnntniß; nicht auf den Genius der Sprache und fördert die Bildung wenig).... Leistet aber der Gymnasialunterricht im Latein .nach eigener. Behauptung des Herrn Dr; LaSker w:nig für die Bil dung,:fo ist ein Nutzen an der Vermehrung ' des Latein 'an Realschulen ebenfalls nicht zu erwarten, infofern als man gar nicht daran denkt, das Lateinpensum der Realschule über 'das :des Gymnasiums hiaufzuschrauben. Und wenn man . jetzt in Kammerreden :c. für die Vorzüge der Gymnasialbil dung' eine Lanze bricht, wenn' man es andererseits durchsekt.daß das sürdeutsche Apotheker und deutsche Aerzte: bestimmte neue.' Arzneibuch, dem ursprünglichen Beschlusse entgegen,' nun' dcch lateinisch gedruckt wird, so treten auf der. andern Seite jetzt Stimmen an .di: Oeffentlich- ; keit, die' gegenüber der Uederdürdnng unserer' Schüler laut die gänzliche Abschasfung des lateinischen und griechischen Unterrichts fordern; so Dr. Dornblüth in den beiden letzten Nummern der,Gegenwart von. 1831 und Dr. Fricke in einee sehr lesenswerthen, bereits in zweiter Auflage . erschienenen Broschüre. . ..Fragt man aber die gebildeten Kreisen angehörigen Eltern,' welche ihre 'Kinder Realschulen mit. Latein anvertrauen, so hört manin den meisten Fällen, , daß nicht die Rücksicht , auf das Latein, der Grund zur Wahl der Schule war,, sondern nur die Rücksicht auf die Zukunft der Kinder, weil nur Zöglinge an Realschulen mit Latein zum Studium einzelner Fächer, zur. Post-, 'Steuer-, Forst und Militärcarriere zugelassen werden: "3$ habe meinen Sohn gegen meine Ueberzeugung auf ein Gymnasium ' geschickt erklärt Professor Jick in Erlangen, damit er nicht, einst im Leben die Hälste aller Thore durch die Verkehrtheit unserer Einrichtungen verschlojsen findet Bei meinen weiten Reisen in vcrschiedenen Welttheilen bin & mit Menschen verschiedener Nationen, Religionen und Zonen .zusammengekommen und habe allenthalben Männer und Frauen gefunden, die hervorragten durch klare und gesunde Weltanschauung, Eleganz in der Darstellung ihrer Gedanken und Fähigkeit, sich in einen neuen Jdeenkreis einzuleben,' ohne, daß sie eine klassische Vorbildung genossen hatten. Ich habe aber auch Beobachtungen an Kindern gemacht und wiederholt erlebt, daß Knaden, 1 die als dumm und unfähig vom Gymnasium entlassen werden, weil sie in den klassischen Sprachen nicht solgen konnten, auf dcr.Realschule vortrefflich gediehen. .Dort wurden sie geplagt mit Gegenständen, - sür welche sie kein Intercsse hatten,' und denen sie deshalb denkfaul gegenüber ständen, hier wurden sie durch die Naturwifsenschast in eine neue Welt eingeführt, die sie mit anregenden Ideen, und Gedenken erfüllte, und da durch lernten sie denken. Man würde sich vielleicht mit der Vermehrung des Latein in Realschulen eher aussöhnen, tönncn, wenn denselben eine Vermehrung ihrer Berechtigungen zucr kannt würde. . Davon ist aber keine Rede. Die schlimmste Seite der Sache ist aber, daß' man eminent nützliche und anregende Wissenschaften dem'Latein zu Liebe kürzen will. Wie man hört, soll Naturgeschichte in Obersekunda, die Ehemie in Untersekunda fortfallen und Mathematik in . Quarta um zwei, in Sexta um eine Stunde vermindert werden. Mit solchen Aenderungen werden sich weder die Eltern, welche ihre Söhne den Realschulen anvertrauen, noch diese letz teren befreunden können, es ist ein Rückschritt, eine Umkehr von dem Prin zip, aus dem die Realschulen erwachsen sind," sagt der Geheimrath Wiese in einer Broschüre : Die höh.en Schulen vor dem Abgeordnete?buse." Seine Warnung ist bisher ungehört verhallt. Möge sie bei unseren Volk-tribuncn ein Echo finden. (D. Montagsbl.)
Die kürzeste Bezugsquelle. Wo willst denn Du hin, Fritze ? Zur Apotheke und Drachenblut koofen." Det könnt'ste ooch näher haben." Woso?" Na kannst ja nur Deiner . Alten zur Ader lassen!Kein Pantoffelmann. Herr Zweiselhuber: Aber, HerrStru delmeyer, Sie sein ja schon e Ewigkeit nit beim grünen Zeisig in unserm Com mersch gewesen mir scheint sehr stark, Ihre Frau läßt Sie Abends nit auögeh'n, Sie. steh'n unterm Pantoffel."' ' Herr Strudelmeyer : Na hören Sie .'mal,' das 'justament nit, sie ließ mich schon ausgehen, aber sie gibt mir halt kein Geld nit." ' Institut S'O e k 0 n 0 m i e. ' Dame : Aber, sag' mir, Mathilda warum sind denn Euere Kleider gar so eng?" Jnstitutsfräulcin : Die läßt uns die Oberin fo eng machen, damit wir nicht so viel essen können !" Die beste Wah l. ', Wirth : WaS. will, der Herr thun ? entweder seine Zeche bezahlen, oder von meinem Hausknecht hinausgeworfen werden?" . . .Gast r Danke schön ! ich will lieber neutral bleiben." Classische Übersetzung. ' Jupiter coells trepiäars vetat. . Jupiter verbietet im Himmel herum zutrip, n. F r a u e n - E i n t h e i l u n g. Junge Mädchen sind die Trauben, Junge Frauen sind der Wein, , Alte Weiber sind der Trester ; Und die alten Jungfern, Bester ? Mögen die Rosinen sein.. Diplomatischer Bescheid. Ein Kausmannshaus, über eine Kirma um Auskunst befragt, antwortet : Da wir', principiell n i e m a l s , schlechte Auskunst über Jemanden ertheilen, so bedauern . wir. Zhnen -über .den Angefragten N i ch t s sagen zu können. : f 'v . -;?"::," .IM .-. : c ! '. i .,! .t , . ..
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