Indiana Tribüne, Volume 4, Number 186, Indianapolis, Marion County, 19 March 1882 — Page 5

Altkallforttien's Pionier,

Diese alten Missionslirchen und ihre Ruinen haben von jeher einen eigenthümZichen Reiz für mich gehabt.' Die ganzen Küste südlich von San Francisco entlang trifft man auf diese malerischen Ucberreste der frühesten PionicrsAera des altspanischenLar.des ; hiervon einem Erdbeben zertrümmert, "dort mit den Ädobemauern vom Zahn der Zeit' noch fast unbenagt, frisch übertüncht und auf geputzt, such heute ihrem Zwecke Gotteshaus für die mexikanische-Bevöl kerung dienend ; hier zerfallen und verödet, obwohl noch als Ganzes äugenIcheinlich erhalten, cm sandigen Meeres- : strande, zwischen braunen Hügeln dort im semitropischen Süden, qusOrangen' und Olivenhainen aufragend und .mit ihren hellen, ehrwürdigen Silberglocken zur Vesperftunde alte, längst verschwundene Zeiten in dieser. pittoresken Umge bung herauszaubernd. . Fast allein , an dieser roeltentlegenen Südküste ist es . Vielleicht noch möglich-, den. Erinnerungen eines begrabenen Jahrhunderts andächlig nachzuspüren, wozu im Weltzetümmel an der atlantischen Küste MuLust und Gelegenheit zu fehlen scheinen. - ... '. .0 Und so faßbare, lebendige Erinnerungen hat jetzt, wieder das ,'geösfnete Grab des Vaters dieser Missionen, Junipers ' - : -S -T Serra's. in Monterey hervorgerufen. Vater Casanova, ist -für. Monterey,' was Padre Adam für. Santa - Cruz aus der anderen Seite der Bai 'ist, 7, gleich ihni ein treuer Hüter der geschichtlichenAnnalen der Vorzeit. Auch die Archive, der alten. Carmelkirche sind mit sorgfältigster Pietät der Nachwelt erhalten worden. In diesen vergilbten Blättern lesen wir heute noch , die Aufzeichnungen Serra's in festen, klaren Zügen, als ob sie erst gestern geschrieben worden wären. Da hinter die Mittheilungen Francisco PaIon', des treuen Gefährten, des Adjutanten jenes Missionsgenerals. Darun ter eine eingehende Schilderung des Todes und der Bestattung des berühmten Priesters, nebst einer Beschreibung der Begräbnißstätte, wodurch Vater Casa--nova die tzrust in der Kirche zu identi sieiren vermochte. Ueber den Befund der irdischen Ueberreste des großen PionierpriesterZ, der in 1784 im Alter von .71 Jahren als Präsiden! sämmtlicher .Äision, in ooller Rüstung, das Zeitliche siÄnete, sind jetzt weitere Einzelheiten be- ' lannt geworden. Serra wurde auf der Insel Majorka in Spanien geboren. Schon früh entwickelten sich seine außerordentlichen Fä-, higkeiten. Im Alter von 19 Jahren zog er die Jranciscanerkutte an und widmete sich tiefen philosophischen und theologischen Studien. Seine Gelehrsamkeit machte ihn bald xotxt und breit berühmt, er wurde als Professor der Theologie und Philosophie an eine königliche Universität berufen, mit Ehren überhäuft, bezog ein hohes Einkommen und eine glänzende Zukunft eröffnete sich ihm. . Älley, das Streben nach weltlichen Eh ren stand ihm fern. Mit einem Male entschloß er sich, Stellung, Aussichten, alle Freuden und Genüffe eines angenehmen Lebens im Mittelpunkte der Ci aUifati:n, d:n geistigen Verkehr mit den berühmtesten Männern der Zeit in die Schanze zu schlagen für ein Leben voll Mühen, Gefahren, Entbehrungen in der Wildniß ver neuen Welt. Er legte seine "Professur nieder, trat in das Colleg der ausländischen Misstonen zu Cadix und schiffte sich ebendaselbst im Jahre 174!) nach Mexiko oder Neu-Spanien ein. Fast ein ganzes Jahr verstrich über diese beschwerliche Seereise, erst am I.Januar 1750 landete der junge Prisster in der neuen Welt, um sich sofort mit unverminderten! Eiser an sein Werk, die Ausgäbe seines Lebens zu begeben. Serra vurde von den dortigen Misstonsgesellschzstcn nach verschiedenen Gegenden der Provinz geschickt, bekundete auf diesen Misstonen seine außerordentlichenFähizkeitkn, erwarb sich die Freundschaft des Vicelönigs und galt bald sü? eine der ?ngescl)ensten Autoritäten der Kirche im neuen Lande. o o -1 1 "st-r . .. c.f.i. v.o .sei nut ciiUiU.e itutna ucs Generals der kaustischen Institute NeuSpaniens Serra'-? Ernennung zumPräPdenten sämmtlicher Misstonen in Untercalifcttücn (öaja Calisornicn), die damals noch unter der Leitung der Jesuiten standen. Serra fuhr über den Golf Von California nach dem Ziele seiner neuen Bestimmung und schlug in Loreto lern Haupiquartie? aus. Bon diesem Punkte aus besuchte er fortwährend die 'anderen Ätisstonen, deren Vorsteher er mit neuem Eiser inspirirte. Doch sein unermüdlicher Geist suchte einen größe ren Wirkungskreis. Sein Mitgefühl mit den Tausenden armen Wilden, die, ie man von Seefahrern vernommen, die unbekannte Küstenregion nördlich vom Gclf bemohnten, ließ ihm keine Ruhe, der in ihm innewohnende echte Pioniersdrang reifte den Entschluß, his aus in die unbekannte Ferne zu ziehen. Sehr wenig var damals von dem heuti gen Californien bekannt, allein Serra hatte Karten von den Baien von San Diego und Monterey gesehen. Serra verständigte sich mit Gouverneur Galvey, der ihm und seinen prie sierlichen Begleitern, darunter PadreS Francisco Palou, Crespie und Gomez, eine Expedition ausrüstete, die zu Lande den Hafen Monterey aufsuchen und dort eine Mission runden tollte. Wie Ex vedition wurde in zwei Divisionen ae theilt, die erste oder die Vorhut zog am Cbarireitag den 24. März 1769, ab. Villacata, unter Führung von Kapitän Rivera und der Padres Crepl und 60 mez und aus fünfundzwanzig Soldaten vesteyeno, oem neuen iianoc oer Äeryei ßung zu, während der Haupttheil unter Leituna des souverveurs Portoia uno Vater Junipero ein paar Tage darauf folgte. Wird man nicht unwillkürlich an jene andere spanische Expedltlon erinnert, die des neuivaniichen Conauistador Caro nado, die zwei und ein Aiertel Jahrhun dert irüber aus Mexico über in nord östlicher Richtung zur Bekehrung und Unterjuchuna des Heiden und Hebung von unermeßlichen Schähen auszog? Doch welcher una-hevre Kontrast zwi schen beiden Unternehmungen ! Hier paarte sich Fanatismus mit Goldgier,

hier träumte man von einemMontezumannd Jncareich,' dessen Glanz nndReich thum die sichere. .Beute der spanischen Erobererschaar um' nur zahlreiche, aber schmucklose ärmliche.Adobestädte auf den rauhen Hochebenen Neu .Mexico's zu

,indcn' nd nur, spärliche Mctalloor Xl rijf &VnioTiri0r ?)Trfit X lUtyt, Vlfc j K1, '.luj'v,v'ijvv ' vv" vvti Eingeweiden der? Berge entrissen waren, statt der erhosten Paläste mit funkeln, den Türkisen- und ' Opalsäulen, nur fensterlose, -urwüchsige Behausungen, deren Bewohnerinnen .allerdings . Türki senschmuck trugen, allein blinde, we'rthlose blaue Steinchen. .Trotzdem herrschten die Spanier hier, mit blutiger. Strenge alle Revolten , der gefrohnten .armen Pueblos unterdrückend, fast drei Jahr Hunderte lang,, ohne eine Ahnung zu haden von ' den im Goldsand der Flüffe offen zu Tage liegenden großen: Reichthümernjenes schöneren sonnigen Landes am Stillen. Ocean, deffcn herrliche Erbschaft unvermindert ihren angelsächsischen Bezwingern. Zufallen sollte. Hatten sich sonst nicht schon vor Jahrhunderten Hunderttausende Neuspanier in . Californien ein zweites . Peru,., ein . zweites Mexico .s erstanden ! "So aber, Ä ' verschmähte man den Besitz des wirklichen Goldlandes der üeüen. Welt unwiffeytlich, und jene.Priester-Expedition. dachte weniger an den Gewinn . irdischer'Bodenschätze, als an die Errichtung des Kreuzes unter den dunkelfarbigen Ureinwohnern der gebirgigen Kü sie, deren Fruchtbarkeit ihnen im Berglcich zu . den semitropischen Regionen, die sie verkästen, ja auch nichts Unerwartetes . war. Padre Junipero Serra und Francisco Palou wurden .aber durch Anlage der ersten Niederlaffungen ' und Einführuug euroväischer Kultur an dem westlichen Ultima Thale des mächtigen spanischen Reiches, in dem auch damals noch die Sonne nie niederging, die eigentlichen Gründer des heutigen Calisorniens. ' . Allerdings war die kalifornische Küste schon'von den frühesten Seefahrern besucht und beschrieben worden. In der Äai von San Francisco soll schonim Jahre 1495 das spanische Entdeckerschiff .San Auaustin" gescheitert und dem nächst Sir Francis Drake hier eingesah ren sein. Der berühmte Pilot Cabrera Bueno entwirft eme fesselnde Schilderung von diesem wie anderen Punkten der Küste, und der Portugiese Cabrillo untersuchte in 1542 die Hafenenge von Santa Barbara, mischte allerdings in seine Beschreibung allerlei Fabeln von einer machtigen Nation, die hier in gro ßen Steinhäusern lebe und sich in Tuch gewander kleide. . In Monterey selbst war m 1602 Älzcamo gelandet und die ihn begleitendenKarmelitermönche hatten unter einer riesigen Lebenseiche die Meffe abgehalten welche Stelle auch Serra demnächst für seinen ersten Gottesdienst m Monterey wählte. Allein jene srü heren Seefahrer hatten nie daran ge dacht, an irgend einem Punkte der Küste eine Niederlassung zu gründen, und diese Misstonäre waren die allerersten Weißen, die hier bleibende Stätten wählten,' die ersten, die das Land von Süd nach Nord durchforschten und der Welt Kunde ga ben von der Beschaffenheit des Innern, deiicn eigentliche Entdecker und Erfor scher ste somit wurden. Damit nistete ir r. rf m m . sicy yier 0le spanische yerrschast ein, wurden Presidios oder Militärstationen errichtet und der Grund zu den spanischen Annedlungen, Grants, Haciendas oder Ranchos gelegt, die noch heutigen Tages em so eigenthümliches Moment m den californischen Land und Farmverhäl: nisten bilden. Doch keh

. , . r . . . . 1 uutiuu urniuuu aiiiü uuu vi-uwiiiii 11 T?n s ! "ü 9tüne Lrbeer streckt seine Zveige über D,e erste Abtheilung zog iui& tßu Mauern des Pz i'schen Gartens. I WA All i M A . ' V J . t '

zurück. unfruchtbare, dürre Strecken, die für daö mitgesuhrt: Vieh mn Wasser boten, und kaum genug für den Bedarf dc? Schaar, nordwärts und langte am 14. Mai (Psingstsonntag glücklich bei'm heutigen Dan Dicgo in der prächtigen Bi an. Wie groß war ihre Freude, als sie im Hasen daselbst zwei spanischePacketboote, San Cailos" und San Anlonio", vor Änkcr sahen. Kanonenschüsse begrüßten die Ank''mm!inge und die Mannschaft des Schiffes eilte Jenen enthusiastisch entgegen, und man umarmte und beglückl?ünsch!e sich zu dieser ersten BeZcgrn:ng auf obercalisornischem Boden. Man wartete bier bis zum L. Juli, wo Gouverneur Portola und Pate? Juni pero gleichfalls-wohlbehalten mit der ande:en Hälfte der Expedition eintra!fen. Serra hatte nahe dcr G?e:n? tcw lln ercQlifomien bereits die erste Mission in! Obercalifornien, die von San Fernando de Bellicota, gegründet. Serra beschloß, hier behufs Gründung einer zweiten Mission mit einer Anzahl Gefährten zu verweileu, und schickte den Haupttheil der Expedition unter Führung Gouverneur Portola's nordwärts, zur Aufsuchung des Hafens von Monterey. Die PadreS EreSpi uud Gomez begleiteten die Expedition, um das Relsejournal zu Zuyren. Diese Reise, die am14.5luli von San Diego aus unternommen wurde, war äußerst denkwürdig und interessant, und gab Veranlassung zu der Benennung verschiedener Küstenpunkte. Die Bai von Monterey erkannten sie nicht, obwohl sie daran vorüber zogen. Vorerst gelangten sie nach San Juan Eagistran, das sie benannten ebenso wie den Fluß .Tcemblores" (Erdbeben), da sie yler von emem furchtbaren Erdbeben überrascht wurden. Hier wurde später die Mission San Gabriel, 9 Meilen von Los Angeles, gegründet. Ueberall trafen sie Jndi 'nerschaaren, die während des ' Erdbebens Zeichen größter Bestür zung von sich gaben. Am 2. August 1759 erreichten sie die Stelle, wo das heutige Los Angeles ye legen,' und nannten den Los Angeles m m mun vorzluncula, und da am am lichen Tage die beiden Franciskaner mönche Gomez und Crespi das Fest der Madonna der Engel feierten, datlrt daher wahrscheinlich der spätere Name der Stadt, La ciudad de la eeina de I03 angele8 heute schlechthin Los Angeles. Am 6. August waren sie be reits am Eingang der Santa Barbara Enge, wo ihnen die Indianer durch Zei chen von Vizcaino's Expedition in 1602. der Santa Barbara seinen Namen v I dankt, Kunde gaben. In der Geschichte

dieser Expedition lesen wir, daß der

Häuptling .der auf.bcden. Inseln, dort lebenden Stamme BWlno'S schiffe in einem Kanoe besuchte :und ihn und seine Mannschaft zum Landen und Verbleiben einlud, indem er Jedem' von ihnen, zehn Frauen versprach. Haben hier die Mormonen vom Salzsee vielleicht ihre Vorbilde? zu suchen V v Die Indianer feierten der Portola's Ankunst gerade eine Hochzeit, zu der sie die Fremdlinge einluden. Die Behauuna der Wilden be tanö.m größeren Hütten, die aus '. im Halbkreise kegelförmig aufgestellten Stangen und Salbeigebusch gebaut ' waren.-. Man vot den Weißen vorzüglichem Tisch und suchte sie durch menschenrasendmachende, ftetnerweichende Flötenmusik die Nacht über, zu erfreuen, daß die , armen Soldaten kem Auae zuzudrücken . vermochten. Weiter nördlich, bei dem heutigen St. BuenaVentura fanden sie die Indianer eerblicher, die Frauen! -besser gekleidet. ihre Kanoes waren mit seltener Geschicklichkeit und m schlanker Form aus Flchtenbrettern gefertigt und. botensür zehn Insassen Raum. Die.. Werkzeuge .bestanden aus Kieselstein. - Gegen einige Schaustücke gaben sie den Soldaten eine Menge hübsch polirter Holzteller. . Mit bald . sollten die Nomadenwigwams dieser Stamme spurlos verschwinden, sie selbst zu Christen gemacht,- eine civilisirte Lebensweise, an : Farmarbeit und Knechtdienft gewöhnt und damit ihr Aussterbeit besiegelt werden. - . ... . (N.H. Stsztg.) Kriegöbilder auö Dalmatien. ' y ':-"Tr-rr: ' Gravosa, Ende Februar.- . , Zwischen Gravosa und' Ragusa besindet sich eine Wiese, die einzige in der ganzen . Gegend, -welche gewöhnlich als Exercirplatz für die Truppen der Garnison dient Dort ist jetzt ein vollftändiges Lager errichtet, so daß der Reisende, welcher mit dem Dampfer in Gravosa ankommt, sofort den Ernst der Situa tion in diesen Gegenden erkennen kann. Unter Zelten lagert dort das 1. Bataillon des Regiments Philippovich, seit die andern Bataillone ..dieses Regiments nach der Herzegowina abmarschirt sind. Außerdem befinden sich hier ein GenieBataillon und die. neu angekauften Tragthiere für die Gebirgs Artillerie, sowie eine Feldküche. Es ist ein eigenthümliches Treiben, welches sich in dies'em Lager entfaltet, und Dutzende von lndustriösen Dalmatinerinnen und Herzegowinerinnen verkaufen in ambulan ten Verkaussständen den starken rothen Wein Dalmatienö und den sehr elenden Schnaps des Okkupationsgebietes. Bei den wundervollen Frühlingstagen, die wir jetzt hier haben, ist es ein Vergnügen, im Freien zusein, und auch dem Militär scheint es zu gefallen, denn von Zeit zu Zeit hört man Gesang und deutsche und tschechische Lieder tönen in die prachtvolle Gegend , hinaus. Ein schöneres. Stück Erde v!e dieses wird auch nicht so leicht gefunden werden.' Der Blick schweift über die Bucht von Gravosa mit ihren vielen Schiffen, über die dichtbewaldcten Höhen und Lopard,Babinkuk und San Lorenzo nach der Insel Calamotta, und in der Ferne bleibt derselbe haften an dem herrlichen GebirgsPanorama, welches cic Berge von Malst, diejenigen der Ombla-Umgebung gewähren. Vom Lager direct aus aber blickt man zu den steilen Karsthöhen auf. roelche Raqusa von Herzegowina scheiden. Einacsäumt ist der Platz von Oliven, l(.jrs X f AA4 l"C At AAM A und an den Häuschen des Ortes bemerkt man hie und da schlanke Palmen, welch so recht eigentlich documentiren, daß wir uns in einem kleinen Paradiese abr nur was die Natur angelangt besin den. Aus der andern, dcr orientalischen Seite von Ragusa, vor Porta Ploce, ist die Vegetation noch üppiger, die Äus sicht cirandioser, denn da steht man das offene Meer und eine Fain rnorgana kann dem entzückten Auge die Berge Apuliens vorspiegeln, zu desicn Küste unsere Trabakel :n zn?ols Stunden ge lanaen. Nicht weit von der Küste aber lieat die vielaepriescne schöne Insel La croma. einst Eigenthum d?s Kais'ersMax von Mexico, jetzt dem Kronprinzen ge hörend. Ernst grüßt uns der von der Höhe der Insel das Fort Royal und wenn wir nach der Yerzegowinaer Seite emporschauen, an der sich die Straße nach Trebmje in zahllosen Windungen, Die ein Äüno, Dtnueot, vemcrlen wir 9 w r 1. tfnoch weitere Forts als warnende Zei chen, dan m diesen Gegenden dem Land rleden me recht zu trauen lst. Dabei, herrscht ein ununterbrochener Verkehr auf dieser Straße; Truppen gehen und ommen, Wagen fahren, mit Waaren, ganze Karawanen beladen und leergehender Tragthiere vermitteln den Ver keh? mit der Herzegowina, und die bunte Völkerkarte des Orients mit ihren maerischen Costümen präsentirt sich dem Beschauer. Ab und zu kommt aber eine Erinnerung, ein JM.emento mon. Sa nitätswagen mit dem rothen Kreuz bringen Verwundete oder Marode aus der krvavna ii6rcgovma" (der .Ölun gen Herzegowina), wie sie in den süd slavischen Heldenliedern heißt. Dieselben schlagen den Weg zum Garnison?spital in der Stadt oder auch die Straße zum Kloster San Giacomo ein, einem idyllischen Fleck Erde, dicht am Meere und am Gebirge gelegen. Das Kloster ist jetzt zum Reserve-Spital ingerichtet. mit emem Belegraum von 250 Betten. Die hohen uchten Zimmer, die freundliche sonnige Umgebung, sie müssen Genesung sür die armen Opfer dieses Feldzuges bringen, und am Fenster der Krankenzimner stehend, saugen auch wir Gesun den mit Behagen die - würzige Seelust ein. Die Klrche ist Kaserne geworden. Indem hohen gewölbten Raume stehen die eisernen Betten der Soldaten, bängen Waffen und Uniformen umher; der Altar mit einem großen Marienbilde aber steht intact inmitten dieses Trei bens. Wenn das Bild sprechen könnte. wurde es vielleicht vn ähnlichen See nen erzählen, von Ragusaner Truppen, von Türken und Franzosen, selbst von oen wiiven voynen ver schwarzen Ber

ge, welche hier im'Vcreine mit den Aussen -dieselbe .bestialische Wuth entfalteten, die heute unsere .Zandsleute" in der Crivoscie kennzeichnet. . ' ' ' . Ein freundlicher Corpora! ist unser Führer in dem Kloster - Labyrinth, und von einem Balcon aus sehen wir die Sonne wie einen Feucrball im Meere versinken.' Es glüht im Westen, wie wenn eine Stadt brennen möchte; phantaftische Gebilde entstehen in der einbrechenden Dunkelheit der Anblick aber des Sonnenunterganges in dieser Gegend bleibt unvergeßlich, er läßt sich nicht schildern, und ich zweifle, daß er in Neapel schöner sein kann.' - Das sind die friedlichen Eindrücke des kriegerischen Lebens, - an das wir sofort wieder' erinnert werden. Eine Cavalcade kommt die Tredinjer Straße herunter : es ist der Commandirende Baron Jovanovic mit seinem ' Stäbe, welcher von einer Inspektionsreise 'aus der Herzegovina nach dem sonst so stillen Aagusa zurückkehrt. - Heinrich R e ün er.

Ueber den Geruchssinn als Wächter der Gesundheit ; hielt kürzlich im Berliner hygienischen Verein Sanitätsrath . Dr. Niemeyer '. ei nen interessanten Vortraa. .Als Lebensmittel, so führt der Redner, aus, muß im wetteren Sinne , auch, die von uns emgesogene- Lust gelten. Speise und Trank nehmen wir dann und wann ein und können wir, wenn sie uns, schlecht bekommen, .noch rechtzeitig, wieder von uns geben. Wie emgeathmeteLuft aber, sei sie nun gesund oder ungesund, dringt an.!!.. !'o rnr..i (.:&' ujyiic iücucii in a -oiui vi. zuln yet zen. UM uns hier rechtzeitig zu schützen. warnt uns der Geruchssinn, , der .unter den zwölf Gehirnnerv-Organen die erste Stelle, einnimmt. Durch die Schädel löcher des Siebbeines unmittelbar.' vom Schädelinnern nach außen commünicirend, stellt der Geruchssinn . einen Luftgaumen dar, den wir ebenso fein äusbilden, fallen, wie den Geschmacksgaumen. Will man auch die Jäaersche Lehre von de? Riechseele" nicht im vollen Umfange gelten lassen, so wird man doch zugeben müsien, daß die persönliche Geruchseigenthümlichkeit wesentlich unseren Eindruck bestimmt. Als leibliche, Erscheinuna rührt der Gernch von der Ausdün ftuna her und Zieiat unter kramvkbaften Zuständen verschiedene Formen, die sich . - r v J I nur mcyl .exacr sonoern uno vescyreiven t - tr v:. . i. . -n v a , tuiien. uic uuet utt icinnunuc uung ais i bloße Spur" meilenweit festhält. Den Namen Anthroprotoxm schlug Du BoisReymund für jenes Gemisch von Dünsten und Gerüchen vor, welches sich in menschenerfüllten Räumen ansammelt, Eme chwere Form herrschte früher in f" v1 ib durch künstliche Deslnsection belämps , I trr'.ixL c. cr je I weicye vle Trager vtt Ansteaung. öre Baktereien' tödtet. Die Hygienie kann jedoch mcht umhin, vdr dem immer höher steigenden Cultus der Carbolsäure zu warner mi l 10 Durc5 lunfit rSprii ho Vllnemnmr.n fipsMMnt I und, wenn länger geathmet, Kopfweh, Schwindel, Erbrechen u. dgl. erzeugt, Aus der MockenNube und der Umaebuna 1. ? ' cv r ö r tu. I oes seinrlecyenoen teugeoorenen pme das Carbol arundsäblich fern bleiben, Krsckeint- aber künstlicke Desinsectian nothwendig, so verdient bei Weitem den rn v.a ' rr.. ...c I usDTiua Das IN naiano ne Draiimiime i .Sanitas, welches bie Kraft der Carbolsäure in gleichem Maße, nicht aber ihre giftigen Eigenschaften besitzt. Nach Scd un des Bortraaes wurdö aus mti Svray"-Apvaraten SanitaS.Ilüssia- " I leit im Saale zerstäubt und die Annehmlichkeit derselben allgemein aner kannt. Süddeutsche Volkölyxik deö rnn Colomon Jsi'or Kett auL Berti n, i ?irma S. Ä. Meyer & Söhn. T. Die Spröde. I die boarischen Madeln San adrett wie a Hersch, Hob'n baumsdicke Wadcln Un a Maul wie a Kersch. Un i bin der Herr Mcyer, . Derhoam in Berlin, Un i schlog' holt die Leier Um die Anna Kathrin. Sie is rund wie a Nudel Um's Leiberl herum, Un hier sitz i un dudel, Un sie scheert si net drum ! II. Die Erzü rnt e. Mir fehlt'zvar 's Geschick uet,' ' Doch i bin ihr zu g'ring. . Sie gönnt mir kan Blick net, DaS fakrifcha Ding. Nn grob kann's aa werde. Daß der Buckel mi juckt. Nn si wüthig geberden, : Als wär sie varruckt. . O Annerl, o Annerl, ' Was mochst holt für Streich ! So a herziges Mannerl, DöS schlagt ma net gleich ! III. Grenzen der Liebe. . Wann'S früh nach'm Stall geht. Glänzt ihr Augerl wie Gold, . Wann's de Kirtag zum Ball geht. O, wie strahlt'S dann so hold ! .Wann'S Morgens am Heerd steht, Glüh'n d' Wangerln wie Blut. Ob's bei Ochs un bei Pferd steht, I bin ihr holt gut! .Wann'S an Abend in Strauch tritt,' Brichi'S Bleamerln zum Strauß. Nur wann's mi vor'n Bauch tritt, Dös halt i net aus! Mary Allen, eine berüchtigte La. dendiebin in Hartford, Conn., sollte kürzlich sür die Verbrecher Gallerie pho tographirt werden, schnitt aber solche Gesichter, dß es unmöglich war, ein einigermaßen' ähnliches Porträt zu er langen.

Zwei Russen.

Zwei Rüsten sah ich ziehn von Land zu -t? 4 4 . . . . :t ' fi. ' Land, : . . i - ' Und beider Thun' trifft wunderlich zu- ; fammen: . ' Sie malten . :.Schreckensbilder . an -die - j.:.-.: ; .. Wand,. . ' .. Gemischt auS Menschenblut und Pulver- .: '. . flammen. . ' Der Eine that's in Tempeldienft der :, . KllNft, ' Um uns im Friedenstraum das Herz zu , ' ; rühren; "7. ' ' Der Andre thut's in .wüster Hetzer--l -r.: -'bkUNst, ; ' - ' " Um nen; der Zwietracht Gluthea avzul: s:; , . schüren.' . Der eine, schöpfte aus seinem Farben- ' 5;,.:' :: Y.t;:i'X topf : ..' Die: Werfe die er hochgesinnt erschaf;:ly,z, : :; -' seit, r. . r ; 4. ? . . Der Andre hälti. die Hand am Degen- : : :. ' knöpf : - ': Und droht i uns händelgierig mit' den e,: ::'.:Wöffen ' r:j Was Wereschagins Farbenmahnung : : . rheischr,; X'-'p O mög's die Brust der Mächtigen durch- ::: .,t schallen! I r,-: Was Skobelesf in heiferm Zorne kreischt, O mög's im Wind verwehen' und ver- ; 'hallen!- :(UI!0 in Im S e n ate ,h at ßer.r V an Wyk'von Nebraskä einen Gesetzentwurf eingebracht, ', welcher' für die Ansiedler aus Regierungsland von großem Werthe ist.' , Es wird darin verfügt, daß es die Pflicht ' des Oberbundesanwalts . sein soll, Anstedler,. auf. und Käufer, von Regierüngsland, auf . welches eine Eisenbahn'gefellschaft oder-sonstige Corporation Anspruch erjebt von' Amts wegen zu vertheidigen, und solche Prozeste nöthigenfalls bis Uim Bundesobergerichte zu bringen. Vies lwäre ein wichtiger Schutz für die Ansiedler, die sich in so vielen Fällen gegen , die Eingriffe der großen Landräuber wehren muffen, aber häusig die Mittel: nicht haben, es zu thun. Aus oer trasse. A 0 t emem Vilerlaoen drängten tten cic Schaulustigen, und ein Mann trat unVersehens einem Burschen, der sehr große häßliche Füß' hatte, auf einen derselben. Na, Sie Flegel schrie er, denkend ich hab' meine Füß' gestohlen ?- .Nein, entgegnete der gelasten, .da hätten Sie r. 1. v . x v cr . : 1 t-trjc ooq oyt cinfaat yuozere genvm D a man sich mit Widmungen vorsehen muk, dazu erzählt das $). Mont. Bl." folgende Annewote: Da at n Berliner rttuer emen lvortrefflichen Einakter geschrieben, der ' nnn tmntor neu Nun- ' kren zur AuNuhrung angenommen ,p. z)aZ SM heibt .ScheidungSaründe" und die Widmung lautet betreffender 'Schriftsteller ig NÜMttch verhenathet nb wir glauben glücklich in seinerEhe-: . .Meiner tberrren .... als kleines Licjugetifinet!- " ' , Dle Opfn des Zngtheatns. sümmtkichen Wiener Bezirken c und ,n 'den Vororten wurden über die bnm !(ßAnV 5 Wi A4trtf rtffi hlf MtTHrfi 'i, n .viutw u vM.,u.u. angemeldeten Personen die eingehendnen Erhebungen gepflogen und werdurch konftatirt, daß die Zahl der bei Siv ftA4nrtHTt rn 0hn sRfrtrnm. uiuuiuuut ums üvwiuhnen 333 beträgt. Von diesen Opfern wurden 166 bisher agnoszirt. Doch nnoen aus rnno oer vei oen eicyen eiunoenen eriagegen uunoe uno w r . , tr st w renen nocy immer Agnoszirungen un xyumlrungen nun. E i n gemüthlicher" Preiscourant. ' Es dürfte nicht ohne Jntereffe sem zu erfahren, welch eigenthümlichen Preiscourant" die Henker des Mittelalterlichen Deutschlands führten. Die Leistungen, welche die irdische Gerechtiakeit damals von ihren Nachnchtern verlangte, waren allerdings recht vielseltlger Art und so mochte es wohl nothwendig fein, den Preis füriede einzelne der schauerlichen Hantierungen genau festzustellen, um dem Feilschen unoHandeln vorzubeugen. 'Sogalten für die Henker von Darmstadt und Weisungen folgende Sätze: ' Chen VervrtSkilten i Ol Nkd Id. Ar. Sie Mensch: z vervierthetle IS m m tttnrnTOfnt&fn mit bem SS werte 18 rlchttn . . . io D Körper nf daS Nad , flechten - A 30 Den opf ns een Pay ,n peerea - o Stma Menschen in Stücke zu reiße 13 Einen Dklioqaentkn ,u Gänzen 10 De orper zu degraoe itan Menschen lebenrtz zu ebnnneu U Ltnn Triu,beiznohnea '. . ? Die sxantschen Stiefel ,u arxttzire 2 Einen Vernrrheilte z rke . 6 ine Pnso in da yaUkisen zu fteckea I Mit Ruthen in ettschk . . 8 ' so Sine Verbreche te Salzen avf de Zen, Her nf die SU', oder uf die Wangen zu brennen 5 . Eine Mensche as und Ohre zu ' - schneide . . . .S m Cinen Mensche öder H Grenze , snhre . . ; 1 Außer diesem Honorar erhielt der Henker von der jeweiligen Gemeinde freies Quartier und gewöhnlich auch noch ein Douceur." . Anna Schramm lebt bekanntlich gegenwärtig in Berlin in bitterstem Elend. Die gesammte Künstlerschast der deutschen Hauptstadt hat sich vereinigt, um zu Gunsten der einst berühmten Soubrette einen großen Bazar zu veranstalten, welcher auch über neun tausend Mark ergeben hat. Wie die Künstlerin auch in Wien sich großer Sympathien zu erfreuen hat, bekundet folgende Anregung, welche die Wiener Presse an einen Bericht über den Berliner Bazar knüpft : Des traurigen Geschickes, welches die Künstlerin betroffen, haben wir bereits erwähnt und wir erneuern hiermit die Aussorderung an die Kollegen und Kolleginnen Anna Schramms, auch in Wien ein Liebesmerk für sie zu thun. Die .Schramm", kannten viele Wiener, welche in den ersten sechziger- Jahren Berlin besuchten, die meisten' unserer Künstler kennen sie und wissen, wie einzig diese Soubrette den Berliner Humor herzgewinnend und liebenswürdig zu gegalten wußte. ES war' eine belle Freude, sie zu sehen, sie zu hören. und eS ist bitteres Herzeleid, welches die Solidarität der Künstle? deutscher Zunge herausfordert, waS der Frau wiederfahren. Die Kunst heile die Wunden, welche ihr daS Schicksal ge? schlagen!" Anna Schramm zog sich

verhältnißmäßig wohlhabend von der Bübne zurück, heirathete einen ebenfalls wohlhabenden Münn ' undlebte'An-" fangs ganz glücklich. Das Jahr 1873 mit seinem'Krach brachte auch .sie - um ihr Vermögen. Gastspiele, welche die bereits 53jährige Künstlerin versuchte, zogen nicht mehr, und Armuth, ja selbst Elend pellte sich em. Em ehemaliger preußischer - Kre: richtn als Vagabund. Ein Mann in ganz deferter Kleidung mit kupferrother Nase, graumclirtem struppigem Vollbart, das Prototyp, des echten Vagabunden, wird dem Richter des BezirksgerichtZ Wieden in Wien als Häftling vorgeführt. Der Mann, wurde m trunkenem Zustande aufgegriffen.' Richter: Ihr Name ist Alfred Scherz. Sie find 49 Jahre alt, was ist: Ihre Beschäftigung? Angekl.: Ich habe die Ehre,: jetzt nichts zu sci Dichter: Und was waren Sie? Angeklagter: Darüberschweigt die Geschichte. Richter :7Sie werden in der Polizeinote als

u-unverbefferllcyer Vagabund und Bettler bezeichnet. Angekl.:. '.Das mag schon seme Rtchtlgkeit Habens aöcr tin Vagabund nee? mein Herr, daS bin ich doch nicht. Richter: Ihr AuSsehen, Ihr Lebenswandel, insbesondere ader die Thatsache, daß Sie weder Unterstand noch Arbeit haben, berechtigen die Behörden, Sie einen Vagabunden zu. nennen. Angekl.": Nee Herr Richter, Sie täuschen sich doch, erstens in meiner Person, und zweitens darin, daß Sie mir imputiren, ich hätte keene Arbeit und keenen Unterstand ich habe Unterstand und Arbeit vel meinem Bruder Rudolf, dem Nühmaschinensabrikanten. Richter: Nun, Sie werden gleich hören, wie Ihr Bruder über le denkt (zu dem Justizmanne) : Ich bitte. Herrn Rudolf Scherz hereinzurufen. Der - Gerufene, ein achtbarer Wiener Fabrikant, erscheint und schildert seZneu Bruder mit folgenden Worten: Hcrr Richter! Wieser Manu mtt den zerlumpten Kleidern, dcr icfet leid fo rief gesunken ist, hat vor einigen Jahren eben so Recht gesprochen, wie Sie, Herr Richter, es heute thun. Er war kömglich preußischer Kreisrichtcr uud hatte 2000 Mk. Gehalt. Er wurde einer Stelle verlustig, auö dcm preußl-chen'-Staatsdienste cntlaffen und heute. . Angek. (seinen Bruder unterbrechend) : Aber Rudolf, das gehört ja gar mcht hierher." Zeuge (fodsahrend) : Sie können eS mir, Herr Richter, gar nicht glauben, wie Üel Herzeleid mir mein Bruder schon verursacht hat; ich bemühte mich veraevcns, lhn wieder aus rechte Bahnen zurückzubringen; ich habe ihm Arbeit, Unterstand Verpflegung und täglich 50 Kreuzer gegeben, aber er wollte keine Regelmäßigkeit, entfernte sich vom Haufe und wurde stets von Organen der Polizei wieder zurückgebracht; die Kleider verkaufte er und den Erlös jagte er durch die Gurgel. Ja, ja, mein nnglucklicher Bruder ist tief gesunken." Angekl,: Aber Rudolf, das Alles gehört nicht hierher; hier handelt eS sich einzig darum: bin ich ein Vagabund oder nicht? Der Richter spricht den Anaeklaaten schuldig und bemißt die Strafe auf drei Tagen Arrest. Skandalöses aus einem 5)incsischen Kloster. Wie dcr London und China Telegraph" meldet, wurden am 24. November in Canton der Tempel und das Kloster des Lcbcnsgoües gänz-! lieh zerstört. DaS Kloster, daS von"' buddhistischen Mönchen bewohnt wurde, stand schon längst in üblem Rufe; cS hieß nämlich, daß die Mönche desselben nur zu dem Zwecke Prozessionen veranstalten, um Frauen und Mädchen in ihre Zellen zu locken und sie dort zu entchren In Folge denen hat die chme sische Regierung schon früher jede Prozession nach diesem Kloster strengstens verboten. Nichtsdestoweniger veranstalteten die Mönche am 25. November v.J. wieder eine Prozession für Frauen, die auch zahlreiche Theilnehmerinnen fand. Als die Frauen dann lange Zett nicht auS dem Kloster zurückkamen, sammelte sich das Volk vor demselben an und verlangte sogleich die daselbst w t t . r. welienoen grauen zu icyeu. juex Prior weigerte sich, l diesem Begehren Folge zu leisten und die Menge drang NUN mit Gewalt in das Kloster ein, wo sie dann die Frauen statt in dem Tem pel, ln den Zellen der Mönche fanlX Die erbitterte Menge legte nun sogleich Feuer an den Tempel, begann auch daS Kloster zu demouren und zertrümmerte die Götterstatuten und die Altäre. Selbst eine ausgerückte starke Truppenabtheilung vermochte nicht dieser Zer störung Einhalt zu thun. Von dem Kloster ist jetzt nur noch ein RuinenHaufen zu fehen. Bel unZ kommt so was niemals vor! In Paris werden in größerem Maßstabe physiologische Experimente mit Schweinen angestellt, um sich endgültig zu vergewiffern wie Alkohol auf Verdauüng. Athmung und Ausscheidung wirkt. Wls Vujarvin.Bcaumatz m ei nem Berichts sagt, werden gerade deshalb Schweine dazu genommen, weil ihre Verdauungs-Organe'den menschlichen am ähnlichsten sind und' weil sie gegen Berauschung den geringsten Widerwillen zeigen. Dadurch wird wohl die große Streitfrage endlich gelöst ver den, ob Alkohol an sich Gift sei, wie unsere stillen Säufer und lauten Temperenzler behaupten. Die Z 'hl der in den Ver. Staaten alltäglich fabricirten Schaufeln beträgt 12.000. Die Hälfte derselben geht nach Süd-Amerika. Eine bedenkliche Situation hatte kürzlick, die Dienfl-Entlaffung des Poli' zisten Kir'wan in Baltimore zur Folge. Er kam hinzu, als eine Frau eine andere auf der Straße mit einem Ochsenziemer bearbeitete. Es wäre seine Pflicht ge wesen, die Prügelnde zu verhaften, aber diese war seine Gattin, und die Geprü gelte war eine Person, die der ersteren Anlab zur Eifersucht gegeben hatte. So drückte der Min des Gesetzes beide Augen zu und ist heute nicht mehr Po lizist. Bei Spekulationen und Kriegen muß man zur Zeit losschlagen; um grö ßere Verluste zu verHuten. '

Numismatisches.

Die französischen Radikalen eisern egen die ans die franMschen Münzen gevrägte Umschrift ,DiQW proiege lk France"; wir' 'hören, sind sie, hierbei nicht stehen geblieben, sondern : haben sich zu positiven Vorschlägen be. -"glich der Abänderung jenes Satzes aufgeschwungen. In Zukunft sollen dieMünzen praktische Sinnsprüche nach Art der folgenden, deren Uebersekung von uns wortgetreu besorgt worden ist, erhalten : . . - Auf 6-Centimes'Stücksn : .Mensch, der Du eincn Cou besitzt. Denk' wie Du ihn am besten nützt : -Auf, schleudre ihn wie einen Stein. Und wirf Gambetta die Fenster ein i 'Aus 10-CentimeZ.Ctücken: Wer will.ein echter Vollsinann sein VDer äschert dann und wann was ein, ' Nimm dieses Geld, o Bürger, drum Und kaus' dasür Petroleum." uf 1-Frank.Stucken : r, .Umsonst ist gar nichts aus der Weö,!'. Zum Agitiren braucht man Geld, ' Schenk', diesen ' Frank drum möglichst: schnell Der bitteren Louise Michel." Auf 5-Franks-Stücken : .Für dieses Geld schickt Nochefort Dir Sein Blatt zwei Monat zur Lectür'. Hast Du fünf Franks in Deinen Han den. Kannst Du sie besser nicht verwenden. , (Wespen.) D er Z erst ö re r des And reMonumentes, George Hendrix, Hat der englischen Presse einen Brief zu? Ver ösjentlichung übersandt, in dem er das amerikanische Volk auffordert, ihm irr lemem ampse Mit oem machtmen Cyrus Field zur Seite zu stehen. Er nennt in solchem daS Andrc-Monumen den ersten Pflasterstein des zur amerikanischen Monarchie führenden Weges, an dem Leute wie Field mit orokem Fleiße schon längst arbeiteten." hendrix hält sich verborgen, will sich aber. sowie er Burgen gesunden hat, dem Ge richte zu Nyack, wo der letzte hastbesehl ausgestellt wurde, neue, ccr Mann scheint auch zu denen zu gehören, die gern von sich reden machen, und die Polizei hat ihn hierin leider dar:n unterstützt. daß sie ihn bekanntlich verhaftete und über Nacht eingesperrt hielt, ohne daß sie hierzu durch einen Hastbefehl berechtigt war. Als Asa Briggs in Chutesbury,. Mass., dieser Tage im Sterben lag. sprach sie den Wunsch aus, daß der Pa stor einer Nachbargemeinde ihren TrauerGottesdienst leiten solle. Ueber den Grund dieses Wunsches besragt, äiete sie : D hält gar fo schöne LeiHenlöm und ich möchte ihn gern noch einn?NAren." Das sächsische Parlament und die Sperlinge. Eine amüsante Sitzung, bereiteten jüngst die Spatzen der sächsi-, schen Kammer. Vierzehn Abgeordnete der Kammer, an der Spitze der Vor sitzende des sächsischen Landes-Kultur rathes, hatten beantragt, die Schonzeit des Sperlings im Interesse des Obstbaues, der Gartenkultur und der Land wirthschaft aufzuheben. Der Tharänd ter Professor Richter beantragte sur den Antrag die auch von der Kammer geneh migte Dringlichkeit. Er betonte, die Sperlinge hätten sich in schadlicherWeise vermehrt, vei! sie seit 1876 in Sachsen höchstens zu wissenschaftlichen Zwecken getödtet werden durften. Abgeordneter Philipp kündigte einen Zusatzantrag um Aushebung der Schonzeit auf die Krähen an. Die Königlichen" schössen diese auch während der Schonzeit theils für Schußgeld ab, aber Privatpersonen bestrafe man hierfür ziemlich hoch. DaS fei unhaltbar. Abgeordneter Uhlemann bekämpfte diesen Zusatz im Interesse des Sperlings-AntrageS-, und der Vice Präsident ertheilte in gleicher Meinung unter der allgemeinen Heiterkeit des HauseS den Nath, vorderhand möge die Kammer ihre ganze Kraft nur gegen den Sperling konzentriren". Schließlich wird auch derSperlingsAntrag" ernem Ausschusse zugewiesen,' das hufct mit. Kanonen auf Spatzen schießen ! Patriotismus. Ungar. Kellner, zahlen ! Was bin ich schuldig ?" ellner. Em böhmischer Fasan mit ungarischem Kraut, macht 3 fl. 20 kr.Ungar. .Was, böhmischer Zsasan? Glaubt ich, es sei ungarischer Fasan! Ist mi? leid, daß ich ihn gegessen! Te rerntete ! Was kostet er, der Fasan?" Kellner. - Dm Gulden, Euer Gna den." Ungar. Und der ungarische Kraut ? Kellner. Da? kostet 20 Kreuzer." Unaar. Weik er was. arnice! aaÜi? ich ihm lieber für den Kraut drei Gulden und für das böhmische Fasan zwanzig. Kreuzer !" AuS Dr. Ulk'sTagebuch. Skobeleleff scheint die Flaue an den. europäischen Börsen in GeneralEntre prise genommen zu haben. Je offener eine Frage' wie die egypti sche, orientalische u. f. w. ist, desto ge ringer ist die Aussicht auf Ertheilung einer offenenAntvort seitens der Betheiligten. . Corned Beef ist die fl e i s ch g e w o dene Erkenntniß eines Irrthums. Was lange vorauszusehen war, ist endlich doch eingetroffen, nämlich, daß wir mit den sortwährenden S t e u ererho hu ngen schließlich auf den Hu nd kommen. - Die Benutzung geheizter Droschken ist vorzugsweise Börsenbesuchern, die in jetziger Zeit leicht kalte Füße kriege können, anzurathen. Eine Eloge. Bauer (zu feinem Pastor) : Nu aber. Herr Pastor, hat Sie Ihr Herr Sohn: schöne gepredigt; der hat Sie so eine schöne Aussprache und macht so viele Begebenheten (Gestikulationen) auf der Kanzel, daß mer allemeel ganz gerührt wird. Wir. Haben's schon ofte in der Schenke unter uns gesagt : Wenn nur erscht der Alte todt wäre, daß mcr den.. Jungen zum Pastor kriegen könnten 1