Indiana Tribüne, Volume 4, Number 179, Indianapolis, Marion County, 12 March 1882 — Page 4

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MisnerIasSingsSilder.

Ter traurige Plerrot. 3cn Vanl v.SHSntyau. Karl, nicht wahr, auf die fta fchings - Dienstagredout' geh'n wir. Schau, wenn wir erst verheirathet sind, er wem, ob wir da noch einmal dazu kommen. Gelt ? Der junge Mann, an den diese Worte gerichtet waren, wich dem zärtlichen tÜ f(y i f( a TfcfC tt C . ! d m C -r iuun.iu;nuuu ncc ueinen vlonoyaangen Braut, welche damit ' beschäftigt war, eine Anzahl künstlicher Blumen ai ti 1 3 ? i uuuij uii3 ui cme groe Schachtel zu packen, aus; er beantwortete die Bitte Fannys adschlägia. Warum ? Ein sacy weil er allem gehen wollte. Im Grunde dachte er ebenso wie die hübsche Blumenkünstlerin.... wenn wir erst vcroetratyetsind...." Um Unterschied war freilich dabei. vanny hatte bisbcr vom Leben nock nichts gehabt, während Karl nach der an angehender Ehemänner mit geheimer Wehmu'.h dara dachte, von den Vergnügungen des Junggesellenlebens Abschied zu nehme. Es blieb' dabei, milder Redoute war es nichts! Fanny seufzte, aber sie schwieg, denn sie war ein verständiges Mädchen und unterlich jeden Versuch, Karls Eigenstnn zu brechen. m Der große Redoutensaal war überfüllt. Lange vor Mitternacht war es ein eitles Bemühen der Ballordner, die Passage frei zu halten, die Harlekins fanden keinen Naum zu ihren Sprüngen, und hatten Mühe, zu entwischen, wenn ihnen ein von ihrer Peitsche Ge troffener nachzueilen versuchte. Die Musiker auf der Estrade spielten wie zum Hohn die prickeludsicn Tänze, denn wenn ein tanzlustiges Paar der Versuchung nicyt wldersteyen iirnnie, in den Polkaoder Walzerschritt überzugchen, so vereitelten die durcheZnunderschwärmenden lebenden Hindernisse räch den ersten Takten dieses Beginnend An der Seite eines niedlichen violetten Domino's, dessen Kapuze mit einem feinen Veilchensträus:ch:n an das Haar befestigt war, schritt ein Pierrot mit breitmäuliger, lachender Larve, großen rothen Knöpfen auf den weisen, weitärmeligen Rock, den Schuhen und aus dem weichen aufgebogenen Filzhut. Karl, der in dieser MaZke steckte, betrach tete mit Aufmerksamkeit das Bouquet, welches der Domio truq. Wenn man zwei Jahre lang der Liebhaber einer Blumenmacherin ist, versteht mim sich darauf. Er erkannte, dafc es eine kunstvolle Nachahmung eines ParisecMusters war, sogar den Preis vermochte er abzuschätzen. Danach mußte der. Domino eine der seinen Gesellschaft angehörige Dame bergen. . Die Erscheinung war so pikant, die sanfte verstellte Stimme berührte ihn so sympathisch, daß es für ihn knne andere Masse in Saale gab. Er begleitete und verfolgte Zie aufSchritt und Tritt mit seinen scherzhaften Liebenswürdigkeiten, die nicht unwillkommen zu sein schiene. Verlor er sie einmal im Gewühl, so ruhte er nicht eher, bis er ihre Spur 'wieder gesunden, das blaue Bouquet auf der Kapuze war ein Leitstern, der ihm unaufhörlich vorschwebte. An der Treppe, die nach cincmNeben Zaale führte, war da5 Gedränge am lebHastesten; als sie da vorbeikamen, kreuzte ein geschäftiger Maltheserritte? ihren Weg ; er trat ans die Schleppe des veil chensarbigenDoNmos. . . Ein erfchrocke nes .Aber!" ertönie mit natürlicher stimme hinter der pihenlarve. Der ungeschickte Ordensritter war dahin, er hörte den unwillkürlichen UnmuthsauS bruch deZ Dominos ich! mehr, aberöarl hatte ihn wohl ve?ömmen. er stand i nen AnQcnMiä We. Ein Masken schwärm schsb ihn velter.aber dieKleine, die ihn nun erst ckt interessirle, war inzwischen verschwund. Der Pierrot trachtete aus dem G'edrär! kommen, er suchte einen Ausweg und gelangte endlich nach dem Busset. Dort setzte er sich an einem einsamen Tische nieder, er warf den weißen Filz in die Ecke, dah der Kreidestaub ausftog, und riß die groteske grinsende Larve ab, . hinter der ein larmcyantes, trübseliges Gesicht zum Barschem kam. Aus demTischc standen ein paar rothgestegelte Flaschen, deren Korke lose ix den Hälsen steckten. Kar! aoß sich ein Glas voll.ein zweites und ein drittes.dann schlug er mit seinem Siegelring an die Flasche, und als der Kellner nicht gleich erschien, legte er zwei Gulden auf den Tisch, band die Larve vor und stiea. wieder !.i den Saal hinab Von der Treppe aus hatte er den vis ketten Domino bald späht, er saß in einer Nische, an seiner Seile ein schworzer Domino, dcr jich iiiujt kühlte. Nach einigen Auzcnblickett stand Rar in zener vaw. üu Mjen, Ztmc Haltung und sein Gang waren wohl üsränljrt, den die kleine Veilchenblaue lachte, als er sich näherte. Du bist aber ei'.l iraur!gr Picrrot !" fegte sie wieder mit j?uem uinuituriichcn Diskant, mau. (c5i doch nur cinViU l .Du bast Stecht. s.öne N!as!e, " er w:o:rtc Karl, .eben darum. aber macht etwas mir doch da fischen 0.:ch Blak...." r i . . .. . j , . IC er utwctiukiac lqwatAC 2)ommo :uuie RilliM ftiÜschwcigri'.!) i r S' Seite, Karl cuf cern roiycn Sammctsopha r;fA V'stif (rr red-ie bumsr wie .es (den einem Darren zuffrnnit und sie lachte und ließ es stch fcfftula;, dsß er ihre in s.elbe'n Leder flelkenden Hände ccsaßte und dcückte. dcsii? drückte, uestiger, als cs so-.'.st Brauch thf: ' Dann kam . ein böckerir.Dol:cikcK'm!k ftöblichem Eel!:nz?! ttxar. unl) mischit sich in die Unterba'.tung. tcn bicr gehört Eine, nicht. (Einemsondern Allen. er Pierrct hätte den Lker! ohrfeigen möge, ?r spraug ' auf und brach sich durch die- s-ch zum Cotillon ordnende bunte Äenge. endignirte Bemerkungen nicht achtend, ziemlich rücksichtslcS S ihn, um nach dem Ausgange zu gelange ' Mit nervös Hast suchte er aus den weiten Tasch dcS .schlotterigen LeineostümS.d ie Gdobennantt hervor.

Er warf seinen Mantel über und sprang in einen der vor dem Saale harrenden Fiaker. Neustiftgasse 101!" rief er dem Kutscher zu. Allzulange für seine stebernde Ungeduld brauchte der verschlafene Hausmeister, bis er dem wohlbekannten Bräutigam der Blumenmacherin öffnete. Hastig eilte Karl imDunkeln die ausgetretene steinerne Wendeltreppe hinan, vor einer niedrigen Wohnungsthür blieb

er stehen, eme schnue Klmgel ertönte. dann war es wieder ülll in dem kleinen Vorstadthause. Die Thür blieb verschlossen, Karl trommelte mit den Fäusten daran umsonst, es rührte stch nichts. Aber nebenan öffnete sich eine Thür, der Kopf einer alten Frau mit einer Nachthaube wurde nchtbar. Sie erkannte den Brau tigam ihrer jungen Nachbarin. Die Fräul'n is ja am Ball gangen," sagte die Schlaftrunkene öo r jagte arl, als ov er ganz was Neues hörte, und ganz leise setzte er hinzu, also ist n 3 doch r .Sie wissen j, wo der Schlüssel liegt " sagte die Frau Naözbarin. Der Kopf ver schwand. Karl suchte mit bebender Hand hinter den Sartentöpsen, die im Korridorfenstcr standen, nach dem verborgenen Schlüssel, die Thüre flog auf, er zündete Licht an und setzte sich eilig an den mit Blumcndraht, Mousselinlappen. Buntpapieren und Faronapschen bedeckten Tisch. Aus dem zunächst liegenden Geschästsbuch der Blumenmacherin riß er ein Blatt Papier, auf welche er in fliegender Eile folgende Worte warf : Fanny ! ich habe Dlch aus der Redoutc ertappt, schäm Dich, Du leichtsin niges Ding; lzao ich d a s um Dich verdient, daß Du mich so hintergehst ; mit uns ist es aus, ein für allemal, ich war heilte zum letzten Mal Dein Narr. Such Dir nur einen Andern aus, ich weiß schon, was ich thu'. Verzeihen kann ich Dir. aber nicht. Du Falsche ! Von mir hörst Du nichts mehr. Dein unglücklicher Kar l." Den Zettel ließ er aus dem Tisch licgen, dann eilte er die Treppe hinab zum Hause hinaus, mit dem schmerzlich besriedigenden Gesühl, es nicht mehr zu betreten. Er durchwanderte gedankenvoll die winterlich stillen Straßen der Vorstadt Neubau, bis er nach seiner Wohnung gelangte. Da machte er nicht erst Licht. Der Reflex des beschneiten Daches gegenüber war ausreichend, um dem armen Pierrot sein Lager zu zeigen. Vom Thurm der Sankt Ulrlchsnrche chlug es langsam Vier, als der gütige Traumgott in dem Junggcsellenstübchen einkehrte. Die Wirthin glaubte, der Schlag müsse sie treffen, als sie am anderen Morgen gegen zehn Uhr daö Zimmer hres sonst regelmäßig um neun Uhr ausgehenden Miethers betrat, und auf dem Bette ausgestreckt einen weißen Mann mit semmelgroßen rothen Knöpsen legen sah. Nur die Schuhe hatte erJ ausgezogen und weithin rn die Stube geworfen. .Herr Edelmuller, Herr Edewuler !" rief die Alte und als sich der Verschlasene ausrichtete, reichte sie ihm ein Bneschen hin ; das is heut Nacht 'kommen, aber Sie war n noch nlt z'Haus und die Schanett' hat ganz darauf ver gessen, daß ste's 'reinbringt" Das Brieschen rührte von Fanny her. Es enthielt die mit Bleistift geschriebenen Worte: .Du sollst Dich schämen Karl, dafc Du' ein Bräutigam, solche Dummheilen machst, ich hätt' es nie geglaubt. wenn lch Dlch nicht gerade zuvor aus Deine Sprung' erwischt hätt' ; ich hab's aber gewußt und bin darum eigens auf die Redout gegangen. Sollst Dich schä men, memer Sstti, xq mag Bicy gar nicht mehr. Du leichtsinniges Dmg. Weinend schreidt diese Zellen noch im Redoutensaal Deine tlesungluallche Fanny. Adieu für immer !" Der trauriae Pierrot schlug sich vor die Stirne, er lachte so luftig, wie die weiße Gesichtsmaske, die aus dem Boden vor dem Bette lag und eilte nachdem er den Pierrot abgelegt aus den Flu geln der Versöhnung zu seiner un glücklichen Braut. Die Geschiöite der groben Kohlen felder der Ver. Staaten. In der Vorzeit war Amerika eine lan ge, schmale Insel, die sich von Nova Scotia bis nach dem seinen Westen erstreckte. Damals existirten weder die Allcghanies, noch die Rocky Mountains; ein gewaltiger Ocean reichte nach Norden und ein anderer nach Süden. All mählich bildeten sich auf jeder Seite durch die Thätigkeit des Wassers gewaltige Ablagerungen ausgeschichteter Fel sen. die schlichlich an vielen Stellen an der Oberfläche zum Vorschein kamen und sich zu niedrigen sumpfigen Eilanden gestalteten. Sie bedeckten sich mit einer üppigen Vegetation, welcher die damaligen atmosphärischen Verhältnisse aan3 besonders günstig waren ; in rascherAuf cinanderfolge lösten sich Generationen solchen Pflanzenwuchses ab, und die Verwitterung der einen war die Grundläge der nächsten. Unzählige Jaljrtausende ging dieser Prozeß vor sich und als sich endlich die Allegbanies ketten mcisc nach Süden emporhoben, da erlitten jene Felsschichtungen ungeheure Verschiebungen und Dislocationen. Die in die Höhe gethürmten Masien um schlössen viele grone Wasserbecken, die sich mit unwiderstehlicher Krast ihren Weg nach dem Meere zu bahnten und die schon locker gewordenen Schichten gänzlich mit sich fortschwemmten oder sie in durcheinander geworfenen Haufen zu rückließen. Die Ketten der Alleghanies nahmen der Höhe nach zu, je südlicher sie lagen,bis sie in NordCarolina zu mehr als 6000 Fuß über dem Meeresspiegel aus. stiegen. Die südlicheren Ketten wurden erst später emporgehoben, sie trafen in der schon härteren Erdrinde auf größe ren Widerstand und ihre Gewässer brachen mit größere? Hestigkeit durch, die Kohlensiötze mit sich fortreißerd. In Gegenden, wo keine so hestige Thatig. keit deS Wassers stattfand, wie im westliehen Pennsylvanien, haben wir die weiche bituminöse Kohle, die ihr Wasser

stoffgas behalten hat, im Osten' des Staates dagegen war die bei der Erdobersiäche wirkende Krast zwar nicht so groß, um die Steinkohlenschichten weg zuschwemmen, aber doch hinreichend, um sie der Luft so auszusetzen, daß die weiche Kohle sich zu Anthracit verhärtete. In der Geschichte des nordamerikanischen Continentes bezeichnet die Zeit der Ge-röll-und Sandsteinbildung des sogenannten Millstone Grit den Uebergang von einem oceanischen in einen kontinentalen Zustand. Vom südlichen New Jork bis an die Westgrenzen von Kansas und Nebraska war in der Zeit der Kohlenflötzformation trockenes und halbtrockenes Land, weiter nach Westen be-

fand sich Meer, aus dem Kalkstein sich ablagerte. Die weite Erstreckung elniger unterer Flötze scheint anzudeuten, daß das äanze Gebiet, in welchem die Steinkohlenbildung vor sich ging, anfangs ziemlich gleichmäßig flach war und erst später durch Hebungen oder Senkun gen in mehrere Becken oder Felder zerlegt wurde. EZ sind dies das Becken von New England, ein graphitähnlicher Anthracit, der mit Vortheil nur zu metallurgischen Zwecken verwandt wird. Das Anthra citkohlengedlet von Pennsylvanien, wiewohl eines der kleinsten des selbstständi gen Vorkommens, der Produktion nach, sowie durch seinen Einfluß auf die Industrie und den Verkehr großer Theile des Landes das wichtigste von ' allen. Die Beschaffenheit des Materials, die vortreffliche Lage des Terrains zu den Absatzpunkten und der überaus große Reichthum derLagerstätten erzeugen dieses Ueberaewlcht. Es ist nahezu reiner Kohlenstoff, fest, nicht abfärbend, dabei entwickelt er sehr hohe Hitzegrade fast ohne' Rauch. Nach dem Urtheil cmes bedeutenden europäischen Fachmannes ist er als öas vorzüglichste und tchomte Brennmaterial anzusehen, welches überHaupt crlstlrt. Von d:m größten Werth ist seine Eigenschast, dem Einfluß der Luft zu widerstehen .und zur Selbstentzündung gar nicht geneigt zu sein. . Es ist dadurch langes Lagern und Massenhastes Aufspeichern rn den großenOceandampsern möglich. Der Zugehörigkeit nach ist dieses Anthracitgebiet ein nordöstlicher Ausläufer des großen Appalachischen oder Alleghany Kohlenfeldes, i)a vom westlichen Pennsylvanien an am ganzen nordwestlichen Rande der Alleghanies entlang bis zu deren südli chen Ende :n Alabama zieht. Die Gute der Kohlen ist sehr verschieden ; im Gan zen walten die mageren Kohlen der unteren Schichten über die fetten Backkohlen der oberen vor; erstere sind in den südlicheren Theilen des Feldes sehr ver treten, so daß man in Kentucky, Tennessee und Alabama nur magere findet. backende Kohlen gewinnt man am ausgiebigsten im oberen Ohio-Thale, die wegen ihrer günstigen Verkokung eine große Bedeutung für die Eisenindustrie haben. Das Kohlenbecken von Michigan ist weder an Menge, noch an Gute hervorragend und der Staat bezieht seinen Bedarf mehr und mehr aus Pennsylvamen und Ohio. Das Kohlenfeld von Illinois ist außerdem auch im südöfllichen Jndiana und in geringerer Ausdehnung im westlichen Kentucky vertreten. In der Ostzone kommen die Blockkohlen vor, welche für Eisenschmelzereien besonders ausgezeichnet sind, jedoch hinter der gleichnamigen Varietät des Ohl0Beckens zurückstehen, während die westliche backende Kohle in mächtigen Flözen enthalt. Beide sind von hoher Bedeutung, weil weiter westlich keine Kohlen mehr vorkommen, die stch zum Eisenschmelzen eignen. Das Kohlenseld von Missouri sindet seine Entwickelung in Jowa, Nebraska, Missouri, Kansas.Arkansas und Jndian Territory, von dem vonJllinois ist es nur durch das Mississippithal getrennt. Die Breitenausdehnung ist die größte, die Mächtigkeit die geringste von allen Kohlenfeldern Amerika'S. In unmittelbarer Nahe von Missouri ist ein ziemlich ergiebiges Vorkommen, dessen Anbau leicht und dessen Bedeutung durch die Lage im Winkel zwischen den beiden Strömen Missouri und Mississippi und an der Grenze des brennstoffarmen We stenS trotz der geringeren Güte der Koh len erheblich ist. Das Koblenfeld ron Texas nimmt zwischen dem Oberlauf des Colorado und des Red River einen sehr weiten Raum em. Was nun unsere Anthracit-Jndustrie anbetrifft, so producirte dieselbe in dem am 1. Junr 1880 endenden Jahr 27,433,329 Tonnen ( zu 2000 Psund) der Werth der zum Transport abgeliefcrten Kohle bezifferte sich aus 540,33!,931, der Durchschnittsmerth der abgelieferten Tonnen aus $1.47, die Menge der gewaschenen Kohle aus 1,396,906 Tonnen, das Werthverhältniß des Pro duktcs zum Kapital auf 26.86 Prozent, das Verhältniß der thatsächlichen Aus beute nur. möglichen aus 67.28 Proz., die Zahl der jährlich von einern Arbeiter zu Tag? geförderten Tonnen 454.4 (pro Tag 2.14) die größtmögliche Jahresausbcute aller collieries" oder Zechen zu sammen aus 40,772,000 Tonnen. Ein Veraleich der Censusanaaben von 1880 und 1870 erweist, daß die Ausbeute um 11,833.072 Tonnen oder um 75.9 Pxoz. gestiegen ist, wogegen der Bruttowerth sich nur um 5.25 Proz. vermehrt hat. Die Zahl der von den Einzelnen gesörderten Tonnen ist gegen 1870 um 41.8 Proz. gestiegen eine Folge stetigerer Arbeit und der vermehrten Anwendung von Dampfkraft. 83 Zechen mit einer Produktion von 20,25.529 Tonnen führen 7,060,447 Tonnen culm", d. h. unreine Kohle und Staub auf, ohneAn gäbe ihres Werthes. Davon wurden 908,250 zur Erzeugung von Dampf, in den Minen verbraucht, ein Theil diente den Lokomotiven auf den Kohlenstraßen, ein Dritter ward zu den Transportkosten für Dampfkesselheizung verwendet. Die Zahl der in den Kohlenbergwerken Beschädigten betrug 68,239, von denen 19,585 Bergleute, 47,410 Arbeiter. 1,244 Verwaltungsbeamte, 15,723 Knaben unter sechzehn Jahren waren. An Löhnen wurden im Ganzen $21.680,120 ausgezahlt, eS kamen also $359.03 auf den Kopf. $42.00 auf den Monat. 70.69 Proz. vom Jahr wurden gearbeitet, durch Arbeitseinstellungen gingen 28.60, durch StrikeS nur 0.72 Proz. verloren, das Verhältniß von Arbeitgeber und

Arbeitern war somit ein besseres als vor zehn Jahren. Die Ackerzahl der Kohlenländereien belief sich auf 164,852 mit einem Mineralwerth von $102,614,844, der Durchschnittswerth des Acre auf $622.47, der Werth der Maschinen auf $13,295,415, der deS gesummten in jener Industrie angelegten Kapitals $159,161,196. Nach Eounties vertheilte sich die Produktion folgendermaßen, wobei die in Paranthese stehenden Zahlen die Zunähme gegen 1870 in Procenten angeben: Luzerne 10,766,360, Lackawanna 5.678,365, zusammen 16,414,725 (72.4), Schuylkill 7,323,174 (89.7), Northumberland 2.099,966 (109.8), Carbon 807,373 (100.4), Dauphin 450,345

(20.53 weniger), Susquehanna 18,173, letzteres ist neu hinzugetreten. Darnach erzeugen von der Gesamtproduktion Luzerne 39.25, Schuylkill 26.69, Lackawanna 20.59, Northumberland 7.65, Carbon 2.95, Dauphin 1.6, Columbia 1.16, Susquehanna 0.07. Etwa 50,000 Tonnen werden in kleinen Quanti täten zum lokalen Verbrauch gewonnen. Es giebt im Ganzen 273 Zechen oder 21 Proz. mehr als 1870. Die früheste Verwendung der Anthracitkohle in den Ver. Staaten ist in Dunkel gehüllt, sie wird zuerst 1768 als in einem Eisenwerk gebraucht erwähnt. 1776 wurde sie im Regierungsarsenal von Carlisle konsümlrt, und von der Zeit an ist sie in den Eisengießereien am Schuylkill niemals ganz verschwunden; doch ging es mit ihrer Einführung sehr langsam. Von der richtigen Methode der Verbrennung von Anthracitkohle war so wenig bekannt, daß einige Jndustriellen Philadelphia's, welche 1812 sieben Wagenladungen jener Kohle gekaust hatten, aber außer Stande waren, sie zu benutzen, den Verkäufer wollten verhaften lassen, weil er ihnen schwarze Steine anstatt Kohle geliefert hatte. Im Jahre 1820 nahm der amerikanische Markt nur zögernd 365 Tonnen dieses Minerals, am 17. Oktober 1881 betrug die Jahresausbeute Pennsylvaniens 21,199,527 Tonnen. Die ersten Kohlenlieferungen kamen per Wagen oder per Boot auf dem unteren Schuylkill an, jetzt werden sie durch sieben Eisenbahnen und vier große Kanäle befördert. Die Industrie der reichen Fabrilstaaten des nordatlantischen Gesenkes hängt zum großen Theil von diesem Brennmaterial ab, die Eisen- und Bessemersabrikation beruht fast ganz darauf. Anthracit brennt in den Küchen und Parlors der ältesten und reichsten Unionsstaaten, und in den kleinen Kohlenböfen, die nahezu an allen Bahnstationen liegen, wird er in den waldlosen Ackerbaustaaten des Westens ebenfalls zum Verkauf ausgeboten, kurz, er ist in der materiellen EntWicklung Amerika's em so wichtiger Faktor, daß die Verschwendung beim Abbau und die vermuthliche Dauer des VorratheS Fragen sind, welche die ganze Nation aus'S Innigste berühren. Beim Abbau der Minen herrschen Mißbräuche, die ebensowohl die Producenten wie die Konsumenten treffen. Von den bereits ausgebeuteten Schichten ist nicht einmal der dritte Theil der abgeschätzten Kohlenmenge auf den Markt geschickt worden, von den beiden verloren gegangenen Dritteln lst zwar viel Schiefer und Abfall, aber der bei Weitem größte Theil des Verlustes rührt von verschwenderischem Abbau, Brechen und Formen des Attthracltes her, wobei ungeheure Quantitäten werthvollen Materials weggeworfen werden, und das lst nun schon lange Zeit hindurch beim Ab bau der wichtigsten, besten und am duligsten zu bearbeitenden Minen geschehen. Das System, welches in Pennsylvania von jeher in Anwendung war, ist die englische Methode von pillar and breaat.'" Sie ist der größte Raubbau, den man sich denken kann, und erfordert dabei das allerwenigste Geschick. Die Kohle wird in Kammern, .dreasts", abgebaut, die von einander und von den Gängen durch gewaltige Säulen von Kohle getrennt sind. Nur in den Kam mern, deren Decken so gut find, daß fie sich fast selbst stützen, nimmt an mit unter das in der Säule enthaltene Brennmaterial heraus. Nicht selten gleiten feste Kohlenmassen in die brauste hinab, und von diesem Augenblick an sind sie nur mit Gefahr des Lebens zuganglich, ihr Inhalt ist meist unwiederbringlich verloren. Hieran schließen sich die kolossalen Quantitäten Anthracit, die mit Schieser vermengt und daher schwer zu fördern sind. Die scharfe Konkurrenz rivalisirendcr Distritte hat die Ausbeutung diese? Kohle bisher unmöglich gemacht. ' ' ' Ein ßxpert behauptete, hoffentlich übertrieben, daß, wenn die Wirthschaft in den Anthracit-Minen Pennsylvaniens so fortgeht, wie bisher, diese Kohle binnen vierzig Jahren ein Luxusartikel sein wird, den unsere ärmere Bevölkerung gar nicht mehr erschwingen kann. Das Feuerungsmaterial, welches die Natur in jenen Bergen ausgeschichtet hat, ist durch die schlechte Methode des Abbaus und die Habgier der Compagnien auf unverantwortliche Weise verschwendet worden. Infolge falscher Sparsamkeit und Mangels an Geschick weigern sie sich, die Methoden anzunehmen, die in England, Deutschland und Frankreich schon längst gang und gäbe sind. Diese Vergeudung ist viel schlimmer als die ebenfalls strafwürdige Vergeudung unserer Wälder; Bäume wachsen wieder, aber verlorene Kohlenschichten sind nicht mehr zu ersetzen. (N. Y. Stsztg.) Aus den Papieren des Schu sterSvonJspahan. Wohl ist eS süß mit schönen Frauen kosen, . Ambrosia naschen von der Lippen Ro- . sen; Wer diese Kost einmal gekostit. Dem wird so leicht nicht andere behagen; Doch laß Dir, Freund, zur Warnung sagen: Daß hier auf Erden Alles rostet; Dann wirst Du Dich unmuthig fragen: Wo sind sie hin, die mit mir kosten? War'n sie'S wohl werth, vag mich' das kostet V

Nuö Süd Florida. Enterprise, Anfang März. Frühling im Winter.' Ueber' mir blaut der Himmel, vor mir erglänzt in tiefblauem Schimmer und umrahmt von duftigen Fichten- und Palmenwäldern, der Lake Monroe, an dessen östlichem Ufer ich mich zeitweilig niedergelassen. Ein frisches und fröhliches Leben herrscht um mich her, in den Zweigen derBäume, die in vollem Blüthenschmucke prangen, tummeln sich gefiederte Sänger, unter mir im Garten gaukeln schillernde Falter von Blüthe zu Blüthe, während ich aus dunklem Laube Orangen erglühen sehe, deren Blüthendust zu der Veranda herausdringt. Der LakeMonroe ist das Ziel sämmtlicher Dampser, welche , von Jacksonville aus den St. Jobns River aufwärts lausen. Weiter südlich verengert sich das Bett des genännten Flusses, wie ich mich durch die Fahrt mit einem Segelboote persönlich überzeugte, dermaßen, daß es den großen Dampfern deßhalb und wegen der zahlreichen Windungen und Biegungen, welche das Wasser einschlägt, unmöglich ist, weiter vorzudringen ; nur kleine Dampfer gehen, und zwar aus eine Entfernung von etwa 75 Meilen, in südlicher Richtung den Fluß weiter entlang. Salt Lake bildet den Endpunkt ihrer Fahrten. Wem das Leben dort noch nicht wild und urwüchsig genug ist, der riskirt eine Fahrt per Wagen nach Titusville, um auf dem nur durch eine schmale Landzunge vomOcean getrennten salzigln Jndian River nach Herzenslust zu jagen und zu fischen, und nach Ablauf von meist nur wenigen Tagen, mehr oder weniger von der Expedition befriedigt, wieder hierher zurückzukehren. . Der Lake Monroe hat eine Länge von zwölf und eine Breite von fünf Meilen ; er gilt für fisch- und aligatorrcich : aus eigener Ersahrung kann ich weder das Eine noch das Ändere bestätigen. An seiner Südwestküste liegt, umgeben von Fichten- und Palmenwä!dern,dcr Flecken Sanford ; ihm schräg gegenüber, an der östlichen Küste Enterprise, eine aus etwa 15 Wohnhäusern bestehende Stadt", welche jetzt noch als der Endpunkt der Civilisation im südlichen Florida betrachtet werden kann. Enterprise führt seinen Namen mit Unrecht, denn seit der Zeit seines etwa 40jährigen Bestehens

hat sich bis aus den heutigen Tag von dem Charakter, der es, dem Namen nach, auszeichnen soll, nur wenig gezeigt. Möglich, daß die Stabilität des Ortes darauf zurückzuführen ist, daß sich das Grundeigenthum in unmittelbarer Nähe des Ortes in den Händen Einzelner befindet, welche für hiesige Verhältnisse ezorbitante Preise für Land $75 bis $300 pro Acre fordern. . Die Bevölkerung von Enterprise be steht, mit Ausschluß der wenigen Geschästsleute, es befinden stch hier zwei Hotels, eine Postosfice, die mit der Apotheke verbunden ist, eine Grocerie, ein Fäxidermist", einLeihstall und während des Winters sogar eine Barbierstube ausschließlich aus Negern, die ihren Lebensunterhalt theils durch Arbeiten in den beiden Hotels, theils durch Vermiethen von Booten an Gäste und theils durch Fischen verdienen. Ihre Haupt ausgäbe besteht darin, den Fremden, welche sich hier für längere oder kürzere Zeit niederlassen, nach besten Kräften das Fell über die Ohren und die vollwichtigen Dollars aus der Tasche zu ziehen, was ihnen, wenn nicht immer, so doch häufig gelingt. Im Uebrigen ist die farbige Bevölkerung hier, wie über Haupt im Südenso weit ich sie zu beobachten Gelegenheit hatte, dem .weißen Manne gegenüber bedeutend devoter, als im Norden ; es wird z. B. keinem Neger einfallen, in das Haus eines Weißen anders, als mit abgezogenem Hute zu treten, oder seinen Arbeitgeber anders, als mit der Kopfbedeckung in der Hand anzureden; begegnet man Einem oder Einigen von ihnen auf dem Trottoir Enterprise befitzt ein solches, sowie auch zwei Straßenlaternen, die an einer Fenz angebunden find so weichen sie höflich, in den meisten Fällen sogar die Tageszeit bietend, aus. Arbeit ist die Stelle, an der fie sterblich find ; in die ser Hinficht unterscheidet sich der Farbige desNordens im Großen und Ganzen sehr vortheilhast von seinem südlichenBruder. Ich habe nie m meinem Leben fauleres und arbeitsscheueres Gestndel gesehen, als im Süden lebende Neger. Ganz speciell gilt dies von den Städten Richmond und Charleston, während weiter südlich von dort, in Savannah, Jacksonville, Palastra und hier die Trägheit keine ganz so auffallende ist. In den beiden erstgenannten Städten sieht man ledoch das Gesinde! haufenweise fast an jeder Straßenecke umherlungern und sich vor den Hotels und auf öffentlichen Plätzen, selbst vor dem Capital in Richmond, bettelnd herumtreiben. - Bei den eigenthümlichen Begriffen, welche die Farbigen meistens von Eigenthum haben, ist es nicht schwer zu errathen, wie sie ohne irgend welche Anstrengung ihr Leben fristen. .Was die Umgebung von Enterprise anbelangt, so ist dieselbe bedeutend interessanier als der Ort selbst. AusPalmen, moosbehangenen Live Oaks und Fichten bestehende Waldungen umgeben denFle ckcn von drei Seiten, nach Osten dehnt stch, wie erwähnt, der Lake Monroe aus ; abgesehen von Jachten und Ruderbooten verschiedener Größe, welche zu icder Tageszeit landen, bringt ein allabendlich eintreffender größerer Dampfer diePostfachen und ueue Gäste, so daß es häufig schwer ist, ein Unterkommen in einem der beiden Hotels zu finden. ' Enterprise ist. semer Lage und seinen natürlichen Be dingungen zufolge, ein klimatischer Kur ort und speciell für Lungen- und Brust leidende zu empfehlen. Merkwürdiger weise habe ich jedoch bis jetzt unter den weit über hundert zählenden Gästen erst zwei wirklich leidende Personen gesehen : die Meisten kommen wahrend des Win ters hierher, um sich zu amüsiren und den Fischfang, der Jagd und anderen Ver gnügungen obzuliegen. Ausflüge in die Umgebung des Fleckens, zu Boot, zu Pserde und zu Wagen bringen viel Ab wechselung in das sonst monotone Ho telleben. Zahlreiche Besuche werden vorzugsweise den verschiedenen Orange

Plantagen, hier Orange Groves genannt abgestattet. Derartige Besuche lohnen in der That der Mühe, denn ge rade die in der Nähe von Enterprise ge legenen Groves erfreuen sich eines bedeutenden Rufes und sind die hier' gezogenen Früchte besonders im Mahlte gesucht. Den zweiselsohne größten derartigen Grove in Enterprife's näherer und fernercr Umgebung, der gleichzeitig zu den größten im Staate Florida gerechnet wird, besitzt ein Deutsch-Amerikaner, Hr. Fred, de Vary, der bekannte und reiche New Jorker Agent für Mumm's Champagner und für das ApollinarisWasser. Die Besitzung des genannten Herrn ist etwa 2 Meilen von Enterprise entfernt und bildet, in der Art und Weise, wie sie gepflegt und gehalten wird, ein wundervolles Stück Erde. Ich konnte es mir nicht versagen, den srcundlichen alten Herrn in seinem Paradiese aufzusuchen, und wurde von ihm mit der gewinnendsten Freundlichkeit empfangen und umhergeführt. Die Besitzung umfaßt 1600 Morgen Land und sind aus demselben etwa 5000 Orangenbäume gepflanzt, von denen gegenwärtig etwa 3000 Früchte tragen. Blumen und Bäume aller Arten und Gattungen schmücken die geräumigenWege, und eine so prachtvolle Oleander-Allee wie dort giebt's wohl nicht weiter auf der Welt. Von dem mit allem Comfort ausgestatteten Wohnhause überschaut man die gesammte Besitzung und hat außerdem einen prachtvollen Blick auf d:u Lake Monroe. Die sämmtlichen mit dem Wohnhause in Verbindung stehenden oder zu demselben gehörigen Baulichkeiten sind ebenso praktisch al elegant gebaut und bequem eingerichtet. Der Ertrag der Besitzung steht gegenwärtig noch in keinerlei Einklang mit deren Werthe, doch bestehen die Anlagen auch noch nicht 10 Jahre ; sie sind aus völliger Wildniß geschaffen worden und haben sich in der verhältnismäßig kurzen Spanne Zeit so wunderbar entwickelt.

daß ihr Eigenthümer in nicht allzuferner Zukunft Äncn lohnenden Ertrag von ihnen erwarten kann. Eine Merkwürdigkeit auf der Besitzung bildet eine äußerst starke, 10 Fuß tiefe, schwefelhaltige Quelle, we'che in der Minute etwa 5000 Gallonen Wasser liefert. Herr de Vary hat die Quelle einfassen lassen, so daß sie sich in ein im Freien befindliches großes Bastin ergießt, welches als Badeanstalt benutzt wird. Wie fast sammtliche andere hier ausgesundene schweselhaltige Quellen, hat auch diese eine beständige Temperatur von 72 Grad Wärme. Eine sowohl an Schwefelgehalt wie an Umfang bedeutendere Quelle als die erwähnte, befindet fich auf dem Orange - Grove eines Herrn Martin, etwa eine Meile von der De Bary'schen Besitzung entsernf. Dieselbe liefert in der Minute 6000 Gallonen Wasser und hat einen äußerst bedeutenden Fall. Ob ihr Eigenthümer den unschätzbarenWerth, den sie in sich birgt, nicht erkennt oder Nicht erkennen will, weiß ich Nicht ; sicher ist, daß die bedeutende Wasserkraft zu Nichts benutzt wird; dem Sudlander fehlt nun -einmal der Unternehmungsgeift des Nordens, sonst wurde stch langst an der Stelle, wo die Quelle aus dem Boden emporschießt, wenn nichts Ande res, so doch ein stattliches Mühlengebäude erhoben haben. Ursprünglich befand sich die Quelle einige hundert Jards näher am Wohn hause des Herrn Martin als gegenmärtig ; als vor etwa 34 Jahren der süd liche Theil von Florida von einem Erd beben heimgesucht wurde, blieb die Quelle plötzlich mehrere Tage 'ans; Martin hielt sie bereits für verschüttet. als er plötzlich am dritten oder vierten Tage nach dem Erdbeben bemerkte, daß sie in gleicher Stärke wie früher einige hundert Fup tiefer wieder zu Tage ge treten war. Zum Schlüsse ermähne ich noch einer anderen hier in der Nähe gelegenen Be sitzung des Herrn de Vary, welche aus verschiedenen Gründen der Beachtung werth ist. An derselben Seite des See's aber in anderer Richtung als der vorer wähnte Grove gelegen, gelangt man auf sandigen, durch anmuthige Wald partieen führenden Wege dahin. Herr De Bary kaufte den Grove vor etwa ö Jahren für die Summe von $22,000 und wurde ihm vor etwas länacr als Jahresfrist bereits das Dreifache des Kaufpreises dasür geboten. Erhofft binnen weniger Jahre die stattlicheSumme von $100,000 dasür erhalten zu können. Unter den Orangebäumen, welche sich auf der Besitzung befinden, find etwa 80 Bäume im Alter von 3540 Jahren, deren jeder jährlich im Durchschnitt zwischen 45000 Orangen liefert. Wenn man dabei bedenkt, daß die Frucht durchschnittlich an Ort und Stelle mit 1 1j Cent das Stück bezahlt wird, so läßt sich der Werth jener Bäume leicht ermitteln. Mit den Orangen scheint es umgekehrt wie mit anderen Obstbäumcn zu sein, sie nehmen nämlich bis zu einem Alter von unter 100 Jahren an Ertragssähigkeit zu ; so wurde mir aus völlig glaubwürdiger Quelle mitgetheilt, daß bis vor 3 Jahren aus einemGrove derNachbarschast ein über hundert Jahre alter Baum gestanden habe, der alljährlich im Durchschnitt 10,000 Stück Orangen lieferte. Der letzterwähnte Grove de Baru's ist außer an prächtigen Bäumen auch noch reich an Mineralquellen, nämlich zwei Schwefel- und einer . MagnesiaQuelle, für welche der Eigenthümer geaenwärtia noch keinerlei Verwendung gefunden hat. Die eine der ersteren hat eine Tlcse von 95 Fuß und giebt em prächtiges grünlichblaues Wasser. Der Erwähnung werth ist noch ein auf der Beutzung befindlicher Muschelberg, der durch Alluvivn gebildet wurde Er hatte eine ursprüngliche Höhe von 25 Fuß und eine Tiefe von 300 Fuß ; im Laufe der Zeit ist er jedoch bedeutend abgetragen und zum Düngen der Orangenbäume, sowie zur Anlegung von Wegen ver wendet worden. C o n t r a k t. Du frommer Gott betete ein Mann mit Inbrunst, bescheer mir hunderttausen!. Thaler, ich will auch gewißlich die Hälste den Armen geben, oder. wenn Du's nicht glaubst, bescheer' mir gleich nur fünfzigtausend

Wann der Herr Graf zn sprechen ist. UmliUhr. Herr: Sind der Herr Graf zu sprechen r Kammerdiener : Seine Excellenz, der Herr Graf, stnd noch beim Frühstück. Wollen Sie sich aber in einer Stunde herbemühen, so werden Sie Seine Ex cellenz sicher treffen." Um 12 Uhr. Kammerdiener : Seine Excellenz, der Herr Graf, sind soeben mit der Fra Gräsin ausgefahrcn, kommen aber in einer Stunde ganz bestimmt wieder zurück." Um 1 Uhr. Kammerdiener : Seine Excellenz, der Herr Graf, stnd von der Spazierfahrt noch nicht zurückgekommen ; um 3 Uhr wnden Sie denselben aber ganz sicher treffend Um 3 Uhr. Kammerdiener : Sie müssen schon u 6 Uhr kommen, wenn Seine Excellenz, der Herr Gras, das Diner beendet haben, da treffen Sie ihn am sichersten." Um 6 Uhr. Kammerdiener: Es thut mir wirklich leid, aber Seine Excellenz, der Herr Graf, sind bereits schon in's Theater gefahren Herr : Ja, sagen Sie, wann kann man denn aber den Herrn Grasen tressen r Kammerdiener : Mein Gott, immer! Um 11 Uhr, um 12 Uhr, um 1 Uhr und um 6 Uhr .' Den ganzen Tag !"

- Die fehlende Arbeitskrast. Bäuerin : G'strenger Herr Bezirksrichte?, ich bitte recht fchön, die Verlas senschasts Angelegenheit von meinem verstorbenen Mann zum Abschluß zu brkugen, es dauert ja schon über sünf Jahre. Bezuksrichter: Ja, recht gern wurde ich es thun, aber cs fehlt mir gegenwärtig an Arbeitskräften. Bäuerin : Das haben Gnaden Herr Rath schon neulich gesagt, un' deßwegen bring' ich Jhne da meinen Knecht, den Alonn, mit, der arbeit' wie a Vieh sur drei Mann ! Aus einem StrafgerichtsExamen. Professor : Nehmen wir folgenden Fall an : In einer Schlägerei wird Jemandem der Arm gebrochen und er stirbt in Folge des dazu getretenen Brandes. Welches Verbrechen hat der Thäter begangen ?" Candidat: Das Verbrechen der, der" Professor : Gut, das Verbrechen der nun?" Kandidat : Der Brandlegung." Professor : Hm, nicht ganz. Hm, lassen wir das, nehmen wir einen andern Fall: Ein Gemeindehirt weidet seine Heerde, ein Jagdhund geht ruhig vorüber, derHirt schlägt ausMuthwillen mit der Peitsche nach ihm und tödtet denselben. Welche strafbare Handlung beging der Hirte ? Candidat (mit Sicherheis): Mißbrauch der Amtsgewalt." Aus der Dorfschule. Lehrer (erzahlt die Geschichte vom barmherzigen Samariter) : Es ging ein Mensch hinab gen Jericho. Da siel er unter die Mörder, die zogen ihn aus und ließen ihn halbtodt liegen. Brömser, weshalb zogen sie ihn aus? Brömser : Damit sie ihn besser hauen konnten. Kathederblüthen. Wenn man in ein homerisches Haus tritt, so kommt man zuerst in einen Saulengang, der dadurch gebildet wird, daß man hindurchgeht. Schreiben Sie nicht nach, ttcrni ich übersetze, sonst könnten Sie in die Lage gerath, Unsinn niederzuschreiben. Eine Maü:r ist ein aus Mauersteinen ausgemauertes Gemäuer; so muß man bei Phraseologien immer zu Werke gehen. Alle?, was ich in dieser Stunde gesagt habe, war in Bezug auf inneres Verständniß Nichts. Die Samariter sind ein gebirgiges Hirtenvolk. Die Basken sind ein Volk, welches sich von den Pyrenäen bis in die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts erstreckt. Diese Heere lebten vonBrandschatzungen und Mord, so daß der Krieg den Frieden ernährte. Vi va t das Zollamt. Ein Wechsel, welcher sehr erfreulich. Vollzog sich ohne viel Geräusch : Das noch als Blech- gegolten neulich. Das Conied beef ist wieder .Fleisch'. Vorbei ist Kummer und Beschwerde Hoch, dreimal hoch die Zollbehörde ! Aus Oesterreich. So eben liefert das Herrenhaus Die Prager Hochschule den Czechen aus. Das Abgeordnetenhaus dagegen That hohen Zoll aus Petroleum legen. So sorgen mit Erfolg gewik Die beiden Häuser sür Finsterniß. Gedanken eines Gymnasial l e h r e r s. Daß wir keineswegs die Absicht ha ben, den Beamten Steine statt Brot zu geben, werden Sie aus dem vorgelegten Gesetz, betreffend die Fürsorge für die Hinterbliebenen der Beamten, ersehen. Dies waren die Worte des Herrn Finanzministers. Die Hinterbliebenen der Beamten bekommen Brot. Doch sind die Lehrer höherer Lehranstalten ausge nommen. Was bekommen also nach deinem Tode deine Kinder? St ill, armes Schulmeisterherz ! ' DiebesteFrau. Ein Psau spricht stolz zum Gockelhahn : Ei, sieh 'mal dort die Schwalbe an Sie wandert, baut mit Müh und Fleiß Ein Nest aus Koth und Gras und Rei.' Und brütet, füttert, fliegt dann fort, . Hernach? kein Mensch sagt mehr ein Wort.Vom Baume rust ein Zeistg schlicht: Die Frau, von der man wenig spricht. Das merk' dir wohl, gespreitzter Pfau DaS ist allein die beste Frau!"