Indiana Tribüne, Volume 4, Number 172, Indianapolis, Marion County, 5 March 1882 — Page 3
Selbstmord eines Sundes. w6ie werden ganz bestimmt unglück lich sein sagte die Frau vom Hause. Diese ungleichen Verbindungen haben selten etvaS anderes im Gefolge, als Jammer und Elend." Und Kinder ergänzte der Pfarrer. .Möglich," sagte die Dame ein wenig pikirt. Abu Kinder haben in solchen Fällen nichts zu thun mit dem häuslichen Frieden, trotzdem man sie oft Oelzweige zu nennen beliebt hat. Wenn ein niedriger gebsrenes Wesen aus semer Sphäre heraustritt, um sich mit einem Höheren zu vereinigen, so handelt eS verwegen und anmaßend und muß der schrecklichsten Consequenzen gegenwärtig sein." . ' .Sehr wahr," sagte der Pastor, ihr beipflichtend. Sie sind also auch meiner Meinung?" fragte die Frau. .Ich kann sogar einen Fall als Beweis anführen, und zwar einen solchen, der die entsetzlichsten Folgen hatte." O, lassen Sie hören !" bat dieDame; .haben Sie ihn selbst erlebt?" Er passirte einem meiner eigenen Pfarreinge'sesZenen." Aljl Vielleicht einem Bauernmadchen ?" Nein," versetzte der Pfarrer, .einem Hunde." Die gute Frau schien abermals verletzt und würde gern auf die Geschichte verzichtet haben. Da aber Alle übergroßes Interesse an derselben bekundeten, so gab sie sich darein, und der Pfarrer hod an doch nein, ich kann der Erzählung weder durch das Heben und Senken der Stimme, noch durch das Mienenspiel Effekt verleihen, welches dem Pastor zu Gebote stand, und so will ich sie denn nach meiner eigenen Art berichten : Irgendwo in einem der herrlichsten WalddistrikteMitteldeutschlands lebte vor nicht gar langerZeit ein Hund. Väter licherseits stammte er von der großen und ruhmreichen Familie derer von Neu fundland, mütterlicherseits aber von den edlen Hühnerhunden ab beides wohlbekannte Namen, und beidesGeschlechter, hochberühmt durch alle Tugenden, an welchen der große Stamm der Hunde so reich ist, und wohl werth des Stolzes der Nachkommen. Mit den mehr männli chen Tugenden eines Neufundländers vereinigte er das beinahe Weiblich-Zarte des Hühnerhundes, und somit war es schwer zu sagen, ob er ein hochgradig verfeinerter Neufundländer oder ein Hühnerhund von ungewöhnlich kühnem, männlichem bharakter sei. Ein Hund, welcher solchergestalt Liebe und Achtung zugleich einflößte, mußte, wie man sich wohl denken kann, der Liebling Aller, ja der Abgott der ganzenUmge'gend werden. Man traute ihm, und allem Anschein nach nicht ohne Grund, eine überhündi sche Intelligenz zu. Man zeigte ihn den Fremden als eine Kuriosität und sprach von ihm wie von einem Wesen, das zwischen Mensch und Thier in der Mitte stehe. Man erzählte sich wunderbare Geschichten von ihm : wie der Hund, als des Amtsschrcibers kleines Mädchen ver loren gegangen war, die ganze Nacht hindurch die Gegend durchstrich, dasKind auffand und der bekümmerten Familie zurückbrachte, wie er, als Diebe in die Kirche eingebrochen waren, dieselben entdeckte und nach dem nächsten Hause eilte, um dort Hilfe zu requniren wohlverstanden : nicht etwa, weil es das nächste Haus war, sondern weil dort der Küster wohnte, wie er, als der Bauer Büdner bei seiner Heimkehr vom Markte entdeckte, daß er seinen Geldbeutel, wel cher den Preis für zwei Kühe enthielt, unterwegs verloren, gerade rechtzeitig mit dem Geldbeutel in der Schnauze eintraf, um den Bauer, der sich schon de reits mehrere Händevoll Haare ausgerauft hatte, von allmähliger Selbstvernichtung Abstand nehmen zu lasten. Kurz, der Hund war der Held einer Unzahl solcher Geschichten und wurde dem gemäß estimirt. Das Thier hatte sich einen Anspruch aus die Achtung der Menschen erworben, indem es vielfach einen Verstand bekundet, der beinahe so hell war wie der Verstand eines Men schen, und seine zweibeinigen Mitge jchöpse"erkannten diesen Anspruch willig an und bewiesen dies dem guten Vieh dadurch, daß sie ihm eine Liebe entge genbrachten, die beinahe ich sage beinahe ! so warm und treu war, wie die Liebe eines Hundes. Als allgemeiner Liebling wanderte der Hund von einem Gehöft zum andern besuchte hier den Pfarrer, oder begleitete dort den Arzt auf. seinen Berufsgängen.' Bald ward er von der ganzen Bevölkerung eines Weilers mit Willkommenrufen empfangen, bald in einem Wirthshaus gastlich ufgenommen. Noch nie gab es einen glücklicheren Hund ; aber man beachte dies wohl ! die Grube seines Glückes war die Sympathie, welche ihn an eine höhere Klaffe von Wesen seffelte. Für Seinesgleichen besaß er keinerlei Neigung. Niesah man ihn mithocherhobenemSchweise einem Mithunde beistehen, wenn et fcltsame Kreise im Grase zog, gleichsam als beabsichtigte er die Zeichnungen zu entwersen. Wohl aber konnte man ihn tagtäglich inmitten fröhlicher Kindergruppen erblicken. Mit ihnen tummelte und jagte er sich herum, lief um dieWette, oder ließ sich auch, mit einem Phantast! schen Blumen- und Blättergewande angethan , als glückseliger Gefangener in Banden von Kuhblumen schlagen. Keiner sah ihn je mit einem andern Hund gemüthlich , spazieren gehen; aber den Briefträger begleitete er oft auf seinen Rundgängen, und mit dem Doktor lies er meilenweit, wartete vor den Hausthüren der Patienten auf ihn und kam dem zurückkehrenden Manne der Medizin mit einem leisen, fragenden Brummen entgegen, welches nach der festen Ueberzeugung Aller so viel hieß als : .Na, wie geht's der alten Frau heute?" oder: Steht's bester mit dem kleinenJungen ?" je nachdem der besondere Fall es mit sich brachte. Was galten ihm Hunde? Was Azteken den Europäern, was die Ureinwohner Australiens dem englischen . Squatter? Diese sreundlichen Beziehungen zwischenHund undMensch waren ohneZweifel sehr schön aber auch sehr gefährlich.
Denn gesetzt den Fall, sie hörten einmal plötzlich auf in welche Lage kam dann derhund ? An wen sollte er sich wenden, wenn er des Mitgefühls bedürfte von wem konute er solches erwarten ? Si cher nicht von Seinesgleichen!:. Abgesehen von dem Haß, welchen seine eigene Sippe naturgemäß gegen einJndividu um hegen mußte, daß sie sür unendlich niedriger stehend schätzte als sich selbst konnte er, nachdem er der Freund der Menschen gewesen war, sich so weit erniedrigen, wieder zum Genoffen derThie re zu werden? Sollte er mit demselben Schweif, welchen die Kinder dcrOrtschaft so ost ausgekämmt, ja zuweilen sogar in Papilloten gewickelt hatten, irgend einem erbärmlichen Köter, der von ihm beachtet zu sein wünschte, einen Gruß zuwedeln ? Sollte er so tief herabsinken im gesellschastlichcn Range? Sollte er sich wieder zu den Schaalköpfen gesellen? So lange indessen die sreundschaftli chen Beziehungen andauerten, blieb unser Held, wie gesagt, der glückliche Hund, der bewunderte, hochwillkommene Gast an jederTafel. Wohin er gehen mochte, er ging niemals irre, denn' jedes Haus war sein Heim, jeder Mann, jede Frau, jedes Kind sein liebender Freund. Da aber trat eine entsetzliche Veränderung ein. Eines Tages machte ein unvernünstiger Spvßvogel, vielleicht vom Kirmeßvier dazu angefeuert, eine dunkle Anspielung, daß der Hund toll werden würde. Das Gerücht verbreitete sich weiter .und weiter. Aus .er wird toll werden" entstand .er ist toll" aus .toll" wurde wüthend rasend," und das in unglaublich kurzer Zeit. Das .edelste der Geschöpfe" wurde' ganz in der nämlichen Weise vonPanik ergriffen, wie minder edle Geschöpfe oftmals herdenweis von einer Panik erfaßt zu werden pflegen. .Wafferscheu!" klang es aus aller Munde, und mit dem Glück unseres Helden war es für immer vor bei. Da kommt er eines schönenFrühlingsabends ruhig eine Seitengae entlange trabt. Er schleudert aus dasHaus eines intimen Frundes zu, bei dem er imSchooße einer ihm theuerenFamilie bis zum Morgen zu bleiben gedenkt. Sieh ! Jetzt bleibt er stehn und spitzt die Ohren . er hörte einen bekanntenSchritt; munter fördert er den eigenen Gang, doch nicht, ohne seine Würde zu bewahren. Der Bekannte kommt in Sicht. Der Hund springt ihm entgegen und sagt so deutlich, als es die Hundesprache nur zuläßt : Ich wußte ja, daß es ilbert war wie geht es Dir, Gilbert ?" Nun denke man sich das Erstaunen unseres Helden, als er sieht, wie Gilbert hastig uber-den Graben springt und mit seiner Harke in einer Weise herumzufuchteln ansängt, wie noch niemals ein Freund mit seiner Harke herumgefuchtelt hat als er ihn in Tönen, die er nie zuvor vernommen, die Drohung ausstoßen hört : wenn er noch einen Schritt näher komme, werde (Gilbert) ihm (dem Hunde) den Schädel einschlagen! Da er sieht, daß Gilbert thatsächlich mit der Absicht umgeht, den Äechen nach ihm zu schleudern und offenbar dem Bodeu unter seinen Füßen nur deshalb solche wüthendeTritte applizirt, um einenStein loszulösen, so verläßt ihn unser Held, mehr besorgt als zornig, und mehr erstaunt als besorgt. An der nächsten Biegung sieht der Hund sich um. Gilbert steht mitten inder Gasse und starrt ihm nach. Sobald er bemerkt, daß die ser sich umwendet, schwingt Gilbert seineHarke auf's neue, deutet pantomimisch das Ausheben eines Steines an, und zwar mit so wild übertriebenen Gestiku-
lationen, daß dem Hunde nur eine einziV P , ge Äa)lU5iolgerung uorig oieioi. utsv thut mir furchtbar leid," sagt er im Weiterschlendern zu sich selbst, aber über Gilbert kann man nicht länger im Unklaren sein : Gilbert ist toll geworden vollständig verrückt sei es nun aus Liebe oder aus irgend einer andernUrsache." Er schüttelt sich, bleibt stehn, um darüber nachzudenken, was man wohl für Gilbert thun konnte, setzt sich nieder und kratzt sich gedankenvoll hinter den Ohren. Indem er das thut,vernimmt man plötz lich Kindergeschrei. Er blickt auf und sieht zwei kleine Kinder, welche die Gaffe entlang auf ihn zukommen, kehrt gemacht haben und angstvoll kreischend, so schnell sie nur können zurücklausen. Das sind Herrn Noack's Zwillinge," sagt der Hund ausstehend. .Wer mag ihnen nur einen Schreck eingejagt haben? Das möchte ich doch wissen. Na warte nur, wenn ich Dich kriege!" und in vollem Galopp jagt erhinter drein. Ehe er sie doch erreicht hat, erscheint Herr Noack selbst auf der Bildfläche; er sieht sehr erregt und Gott mag wiffen warum auffallend bleich aus. Kühn setzt er über den Zaun, schwingt eine Mistgabel ganz in derselben Weife, wie Gilbert die Harke geschwungen hat, wirft istes denn möglich ? von Zeit zu Zeit einen Stein nach ihm, dem Hunde, und stößt fürchterliche Drohungen aus. Das sieht ja recht traurig aus," sagt unser Held. DerGilbert muß offenbar ven Noack gebissen haben. Wenn da nicht etwas gethan wird, besindet sich bald der ganze sche Kreis in böser Verfassung. Ich renne zumDoktor." Und ohne sich auch nur einen Moment zu besinnen, laust er querfeldein nach dem Hause des Arztes. Hier angekommen springt er mit jener Ungenirtheit, wozu die alte Freundschaft ihnberechtigt über die niedrige Gartenpsorte. Er sindct seinenFreund mit dem Begießen von Blumen beschäftigt, stürzt direckt auf ihn zu, unterläßt, wie es das Dringliche des Falles erheisch, die üblichen Begrüßungen und macht sich sofort daran, den Doktor in der denkbar einfachsten Weise nach dem Orte dem Gefahr hinzuziehn, indem er ihn bei einem seiner Rockschöße erfaßt. Kaum aber bemerkt der Mann den Hund, als er einenAngstschrei ausstößt uud so plötzlich vor ihm ausreißt, das; der größere Theil seines Rockschoßes in dessen Zähnen zurückbleibt. Dann jagt er Hals über Kopf dem Hause' zu und wirft die Thür hinter sich ins Schloß. Fast dem unmittelbar daraus erscheint er an einem Fenster des oberen Stockwerks, ballt dem verblüfften Thiere drohend die Faust entgegen, preist laut das Schicksal, daß
er nur den Rockschoß beißen ließ, und schreit nach den Dienstboten, die nun einer nach dem andern an den Fenstern auftauchen. Schließlich schwingt das ganze Gros, wie von einem einzigenJmpulse getrieben, alle möglichen und unmöglichen Waffen nach dem unschuldigen Hunde und brüllt ihm unter allerlei Schimpsredett zu, er solle daZ Lokal vrr lasten. Sobald seine Bestürzung dies erlaubt, wendet das Thier sich um, winselt kläglich, senkt seinen Schweif als Trauerflagge aufHalbmast, und schreitet langsam der Gartenpforte zu. JmBor bcikommen bleibt er einen Moment an der Gießkanne des Doktors stehen und schnüffelt herein. Da bebt er vor dem Gedanken zurück, nach einer solchen BeHandlung hier auch nur im Geringsten Gastfreundschaft zu beanspruchen, und läßt dasWaffer unberührt. Nun schreit es von allen Jenstern : Da haben wir denBeweis er will nicht mehr saufen!"
und der Hund setzt noch einmal über die Gartenpforte und verschwindet. Sie konnten doch nicht alle toll geworden sein ? DerDoktor und hier machte sich fast abergläubische- Verehrung geltend, welche man in den unteren Gesellschastsklassen dem Arzt entgegenträgt der Doktor konnte selbstverständlich nicht toll geworden sein, und ebensowenig seine Dienstboten, die sich unter seiner beständigen Obhut befanden. Weshalb also sollte Noack es sein, der sich ja -auch nicht anders gegen ihn benommen als diese ? Und weshalv Gilbert, der stch genau so betragen wie Noack ? Nein, nein ! Es war zu klar : sie alle hatte plötzlicher Groll erfaßt sie hatten sich entschloffen, nichts mehr mit ihm zu thun zu haben, ihn verstoßen zu wollen. Ich werde zu der befreundetenFamilie gehn," dachte er, welche ich vorhin aufsuchen wollte, denn dort bin ich eines guten Empfanges sicher." Gedacht, gethan. Aber die Kinder schrieen und rannten in das Haus zurück. Die Knechte und Mägde schloffen sich in den Stallen und Scheunen ein. Jeder, der ihn erblickte, kreischte ihn an und bedrohte ihn mit den grausamsten Todesarten. Ja, der Herr des Hauses, sein alterFreund sein intimster, theuerster Freund, zeigte sich am Fenster, legte seinen Schießprügel auf ihn an und schwur, ihm zu Atomen zer--schmettern zu wollen, wenn er sich nicht augenblicklich packe. Wer kann die Gefühle des Hundes schildern, als dieser sich jetzt nach einen einsamen Schuppen fortschlich weit, weit abseits von diesen Menschen? Welche entsetzlichen Qualen muß er gelitten haben! Niemand kann mehr daran zweifeln, das Hunde denken ; sie unterscheiden Freund und Feind ; sie führen die Grausamkeit auf Grausame zurück. Wenn nun diejenigen, welche bisher seine treuenFreunde waren, sich plötzlich von ihm wendeten und wie die bittersten Feinde handelten welche Verwirrung aller Begriffe von Recht und Unrecht, welcher Zweifel an Redlichkeit und Treue, welche grausame Enttäuschung mußte da ein Hundeherz zerreißen ! Kam ihm wohl der männlichere Charakter seines Vaters, des Neufundländers, in diesen dunklen Stunden der Verlaffenheit und Trübsal zur Hilfe? 'Oder machte das sanftere Na turell der Mutter sich geltend und ließ ihn sein Elend dem Monde Uagen, bis er sich selbst in Schlummer geheult? Wer kann sagen, welche Schrecken diese Nacht sür ihn hatte ! Trotzdem kam er am nächsten Morgen ziemlich heiter aus seinem Schuppen hervorgekrochen. Vielleicht hatte er sich mit dem Gedanken getröstet, daß gestern wohl der erste April oder Fasching- gewesen sein müsse, wo ja alle Leute zu Narren werden. Er konnte noch immer nicht glauben, daß seine besten Freunde ihn im Ernst von sich gestoßen hätten und stellte sich um die Zvrühstückszeit in demBauern Hofe ein. Eine Kuhmagd sah ihn zuerst, schrie und lief davon. Ein Stalljunge warf dieHeugabel nach ihm. EinKnecht versuchte ihm von einer Luke des Heubodens aus ein Seil als Schlinge um den Hals zn werfen. Zuletzt kam. auch der Hausherr wieder mit der Flinte. Da hob der atme Hund das Haupt empor, stieß ein langanhaltendes Geheul aus, das selbst das Mitleid eines Irrenarztes erregt haben würde, und floh den grausen Ort. Den ganzen Tag wanderte er umher, zeigte sich dann und wann an verschiedeneu Plätzen, wo er noch Tags zuvor ein willkommener Gast gewesen würde, um, wie es schien, alle seine alten Freunde der Reihe nach auf die Probe zu stellen, und überall wurde er auf dieselbe Art empfangen. Die Menschen hatten sich alle von ihm abgewendet keiner gab ihm ein freundliches Wort, keiner einen andern als einen drohende Blick. Die Kinder, welche vordem nicht müde werden konnten, ihn zu hätscheln und ihm zu schmeicheln, und die er deshcflb stets mit liebenswürdiger Zärtlichkeit behandelte, schrieen jetzt hell auf, wenn sie ihn erblickten, und rannten zu ihren Mut tern. Die Mütter schrieen ebenfalls und warfen ihm die Thüren vor der Nase zu. Die Männer schleuderten das erst? beste nach ihm, deffen sie habhast werden konnten, verwandelten ihre Pflugschaar zum Schwerte, ihre Baumscheere zur Lanze. Jede Hand war gegen ihn erhoben ; die ganze Umgegend wich ihm aus die Welt haßte ihn. Da, um drei Viertel auf acht Uhr des Abends, brach es ihm das Herz. Er wandte sich ab von einem Hause, aus welchem ein Freund, der ihn sechs lange Jahre gekannt, ihm einen Blumentopf nachgeworfen hatte, indeß ein anderer ein Bekannter seiner Großmutter hastig in einen Apfelbaum kletterte und jenem Beifall klatschte. Er wankte einen wohlbekannten Pfad hinunter, welche? nach dem Jluffe führte. Der Mond schien hell; die Wellen stachen weiß gegen die dunklen Schatten der Bäume am jenseitigen Ufer ab. Da stand das verstoßene Geschöpf mit dem gebrochenen Herzen einen Augenblick am Strande. Einmal noch hob es das Haupt empor zum Himmel, um durch ein klägliches Geheul gegen die Grausamkeit dieser Welt zu Protestiren, und dann schritt es entschloffen zum Selbstmord. Es ging in den Fluß hinein, bis das Wasser ihm an die Schultern reichte, steckte darauf den Kopf tief in die Fluth und beharrte in dieser Stellung. Die' Wellen schlugen gegen seinen Körper an.
daß er hin und her schwankte. Daö Waffer packte seine langen Haare und zog daran. Seine Glieder verloren ihren Halt. Die Strömung ergriff den armen Hund, und, den Kopf noch immer energisch herabgesenkt, ward er vom Fluffe sortgesührt weit sort von seiner undankbaren Heimath " So lautete die Erzählung. Die Gesellschaft glaubte nicht an den Selbstmord und behauptete, der Hund sei lediglich nach dem Fluffe.gegangen, um zu saufen dabei habe seine Schnauze sich in den Binsen und dem Röhricht verwickelt und die Strömung seinen Kops hinunter-. und so den ganzen Körper fortgeriffen. Der Pfarrer ließ zwar diese Erklärung nicht gelten, meinte aber, die Sache sei immer noch betrübsam genug und nicht minder bewundernswerth, wenn die trostlose Stimmung das Thier auch wirklich nur auf den Gedanken gebracht haben sollte, zu saufen. Für seine Person blieb er jedoch üb rzeugt, daß daffelbe Selbstmord begangen, nachdem seine wunderbare Intelligenz ihm gesagt, daß der Tod in den Wellen das einzige Mittel sei, um sich von dem Verdacht des Tollseins zu reinigen, weil eine solche That, trotzdem sie, wenn von einem Menschen ausgeführt, unbedingt als ein Akt des Wahnsinns gedeutet worden wäre, bei einem Hunde als unumstößlicher Beweis seines gesunden Verstandes gelten mußte.
Die Brüder vom Orden des Sidi Aissa. Der Islam kennt unter seinen zahlreichen Söhnen Brüderschaften, Orden und freie Verbindungen die alle einen religiösen Grund haben und oft so einflußreich in ihr?r Art sind, wie bei uns z. B. die Jesuiten. Bezeichnet man, im christlichen Abendlande die Trappisten oder Bettelmönche als Extravaaanzeu auf dem Gebiete solcher Korporationen, so fehlt es auch im Morgenlande nicht an ähnlichen Erscheinungen und von diesen werden wir eine, die Jffaua oder Aiffaua heute hier vorfuhren. Ihre Heimath ist das nördliche Afrika, wo sie über Marokko, Algerien, Tunis n. s. w. verbreitet sind. Der Name Aissa bedeutet Jesus. Vor zweihundert Jahren etwa lebte in der marokkanischen Stadt Mekines ein marokkanischer Heiliger, der' diesen Nämen führte, vollständig' aber Sidi Mohamed Ben Aissa hieß. An Gütern der Erde war er arm, desto reicher aber an Wundern und seltsamen Handlungen. Eines Tages, als seine Armuth größer denn je war, ermähnte ihn seine Gattin, doch zu arbeiten, damit.ste etwas zu leben hatten. Aber auulten war Nicht die Sache des Heiligen, der es bei weitem leichter fand, Wunder zu wirken. Er gebot daher seinem Weibe, an denBrunnen zu gehen und Wasser zu schöpfen. Diese that, wie ihr. befohlen, zog aber statt eines Eimers voll Wasser einen Eimer voll Goldstücke aus der Tiefe he rauf. Das so leicht verdiente Geld wandte der Heilige dazu an, um für einen neuen Orden Anhänger zu werben. Auch dabei gab er sich keine große Mühe, sondern er ging auf den öffentlichen Marktplatz von Mekines, sprach die ersten besten Vagabunden, denen er begegnete, an, und fragte sie, ob sie in seine Dienste treten wollten, er würde sie bezahlen. Da die Leute erfuhren, daß die von ihnen verlangte Arbeit im Nichtsthun bestehe, waren alle gern bereit, mitSidi Aissa zu gehen und seine Diener zu werden. Täglich bezahlte er sie mit dem aus dem Ziehbrunnen hervorgeholten Golde und gab ihnen weiter nichts auf als gewisse Gebetsormeln vonZeit zu Zeit zu sp:echen. So stiftete er seinen Orden. Die Gebetformeln, welche die Schüler hersagen mußten, wirkten bald so zauberisch, daß sie fanatische Anhänger ihres Meisters wurden, der sie nun zu blindem nnbedingtem Gehorsam verpflichtete und auf eine ernste Probe stellte. Zu diesem Zwecke versammelte er sie am Tage des Qpfersestes und Erklärte ihnen ohne weiteres, daß Allah ihm befohlen habe, heute seine sämmtlichen Schüler statt der Opferthiere zu schlachten, daß er, derHei lige aber, jedemseine freie Wahl lassen volle, entweder sein Leben hinzugeben, um dafür mit Sicherheit das Paradies zu erwerben oder sein Leben zu erhalten, dann aber ans dem Orden zu treten. Die' hundert Schüler schienen über diese unerwartete Enthüllung begreifli cher weise sehr bestürzt und anfangs erklärten sich nnr zwei von ihnen bereit für das freiwillige Opfer ihres eigenen Lebens. Diese beiden wurden von Sidi Aiffa in ein Nebenzimmer geführt, und bald sahen die übrigen Jünger das Blut aus dem Gemache in vollen Strömen hervorfließen. Dieser fürchterliche Anblick wirkte entscheidend. Die Mehrzahl siel von der neuen Sekte ab. Aber sechsunddreißig todesmuthige Jünglinge blieben de Heiligen, trotz des verlangten Selbstopfers, getreu. Sidi Aiffa führte diese Todesmuthigen alle einen nach den andern, in das Sei tengemach und nach jedem neuen Eintritte eines Jüngers in dasselbe, sah man bald einen neuen Strom Blutes sich aus dem Gemache ergießen. Die auffallende Kunde von der entsetzlichen Niedermetzelung der Jünger Sidi Aiffa durch diesen Heiligen selbst verbreitete sich wie ein Lauffeuer durch die ganze Stadt Mekines und gelangte bis zu den Ohren des Kaisers, welcher im Sommer stets in dieser Stadt zu residircn pflegte. Der Monarch, der auf Sidi Aiffas Einfluß eifersüchtig wor und gerne einen Ernnd, ihn wegzuräumen, gesunden hätte, schickte einen Richter zu dem Heiligen, um denselben zur Rechenschast sür sein unbefugtes Blutvergießen zuziehen. Welches war aber das Erstaunen dieses Beamten, als er die todtgeglaubten Prophetenschüler im besten Wohlsein fand und dafür eine , gleiche Anzahl geopftrter Lämmer auf dem Boden liegend erblickte. Sidi Aiffa hatte seine Jünger nur auf die Probe stellen wollen. Seit dieser etwas allzuharten Prüfung der Seinigen wuchs jedoch der Ruf Sidi Aiffas immer mehr und mehr, bis beinahe die ganze Stadt Mekines zu seiner
Sekte gehörte. Nur der Kaiser sträubte
sich noch an Sidi Aiffas Heiligkeit zu glauben, bis auch er durch ein Wunder bekehrt wurde. Aiffa erbot sich nämlich dem Herrscher seine Hauptstadt Mekines abzukaufen trotz der wahnsinnig hohen dafür verlangten Summe. Am Zahlungstage schuf der Heilige die Summe durch ein Wunder, worauf der Kaiser sich zu seinen Orden bekehrt?, dafür aber Die Stadt wieder geschenkt erhielt. Die Jffaua behaupten und geben sich alle Mühe zu beweisen, daß sie von ihren Ordensstister die wunderbare Fähigkeit erhalten haben, jede Art von Gist und schädlicher Substanz ungestra t genießen zu können. Als nämlich auf einer der vi i r ri . Wanderungen oes yemgen ielne junger sich über Hunger beklagten und Brot verlangten, sprach dieser zu den Ungeduldigen die Wunder wirkende Worte: Effet Gist! D:e Junger warfen sich sogleich über Schlangen, Skorpione und alles Giftige. Schädliche und Ekelhnste her, was sie sinden konnten und verjchlangen es ohne Schaden. Seitdem gelten die Jffaua sür die unfehlbaren Heilkünstler aller Schlangen- und Skorpionbisse und bei allen ihren festlichen Zusammenkünften set..en sie das Publikum durch ihre seltsamen Gaukeleien in Erstaunen. Daß dabei Taschenspielerkünste mit unterlau sen, steht außer Zweisel, aber alle Europäer, die in Algier oder Marokko derartige Vorstellungen gesehen haben, stnd voller Bewunderung und wiffen sich manches nicht zu erklären. Im Jahre 1867, während der Weltausstellung, war selbst eine Truppe Jffaua in Paris und produzierte sich dort. Einige Stückchen, wie das Laufen über eine glühende Eisenplatte oder das Stehen mit bloßen Füßen auf der haarscharf geschliffenen Schneide eines Säbels erregten stets allgemeine Bewunderung. ' Ueber die Art und Weise, wie die Jffaua in ihrer eigenen Heimath, in Marokko stch produzieren, werden wir am besten durch y. v. Malkan belehrt. welcher sie dort kennen lernte. Die religiöse Zeremonie, sagt er, begann mit dem näselndenAbsingen einiger, sich stets wiederholender Formeln, den emsachflen Elementen deS muselmannischen Glau bensbekenntuiffes. Namentlich wurde das la illalia il allah, Es gibt keinen Gott, als Gott" in allen Tonarten bls zum Ueberdruß abgeleiert, und zwar immer im Takte. Plötzlich, während des heftigsten Singens und Schreiens der Gläubigen, wozu die Tantams oder flachen nach unten offenen Trommeln nach Herzenslust geschlagen werden, erhob stch einer der Brüder des Ordens, und begann das Jschdeb. Was Jschdeb ist eine Art von religiösen Tanzes. Es sind taktmatzrge, erst langsame, dann im mer schneller werdende, zuletzt konvulsi visch aussehende Bewegungen des Kör pers, namentlich des Oberkörpers. Nachdem der erste Tänzer dies einige Minuten getrieben hatte, erhob stch ein anderer nnd dann wieder ein anderer, bis zuletzt nicht weniger als sechs in betäubenden Nicken mit dem Kops und Beugen des Oberkörpers wetteiferten Dieser Wettkampf dauerte vielleicht eine halbe Stunde. Kemcr, welcher emma die Bewegungen mit dem Kopse und Oberkörper begonnen hatte, durste aus hören, ehe er in den Paroxismus gera then war, der den Gipfelpunkt des Jsch deb bildete. Die Bewegungen folgten immer rascher und rascher auf einander. die Verbeugungen wurden immer tiefer und Nefer, die Schwankungen des Lewes und Kopfes immer heftige? bis zuletz Schwindel sich des Ermatteten bemächtigte, der Schaum auf seine Lippen kam, die Augen wie ahnsinnig umherrollten und der sanatisirte Tänzer strauchelnd zu Boden stürzte. Dies war der Gipfel Punkt der sogenannten Exstase. In die sem, eines tollen Hundes würdigen Zustände, kommt, so lautet das Glaubens bekenntnis des Ordens, der Geist des Stifters über seinen im heiligen Wahn sinn begriffenen Jünger und macht ihn tüchtig, das schädliche Gist und alles was verwundet und verletzt ungestraft zu ver zehren. Die fanatistrtenKerle wälzten sich m wilder Unordnung aus dem Boden und stießen unmenschliche, schreaenerre gende Töne aus, bald dem Grunzen ei nes Ebers, bald dem Gebrüll eines Lö wen vergleichbar. Einige fletschten ihre scharfen Zähne, zwischen denen weißer Schaum hervortrat. Sie schnappten mit wahnsinniger Geberde uach denen lhnen zunächst Sitzenden, und es schien wirklich, als wollten sie aus deren ör pern Stücke herausbeißen. Nachdem alle sechs stch in diesem Zu stände des wahnsinnigsten Paroxismus gearbeitet hatten, wurde eine große ver deckte , Schüssel hereingetragen und der Deckel abgehoben. Diese Schuffel enthielt ein wahres Nest von lebenden Skorpionen, Kröten, Eidechsen, über welche die Jffaua mit viehischer Gier herfielen, nm alles sofort zu verschlingen. Hier war von Taschenspiclerkünsten keine Rede, denn Maltzan sah sie deutlich die Schlangen und Skorpione kauen und die Brühe davon an ihren Mundwinkeln herabfließen. Ob aber die Schlangen und Skorpionen noch im Besitze ihres ursprünglichen Gistes waren ist eine andere Frage. Der ekelhaften Zeremonie folgte eine gefährliche. Man brachte nämlich eine Schüssel voll zerbrochenen Glases und voll scharfdorniger Kaktusblätter herein, welche ebenfalls schnell geleert und deren Inhalt, verschlungen wurde. Ich sah sie Nägel verschlingen, hörte sie deutlich das Glas kauen und sah den Saft der stacheligen Kaktusdlätter über ihre Wangen herabrinne. Auch konnte ich hier und da Blutstropfen gewahren, mit der Brühe des Kaktus vermischt. Zum Schluffe wurde ein glühendes Eisen hereingebracht und ein Neger, der besonders fanatisch schien, nahm es in den Mund und beleckte es von allen Seite. Diesen schwarzen Ordensbruder hatte ich übrigens im Verdachte ein Taschenspielcr zu sein. Dieser Verdacht wurde zur Gewißheit, als ich ihn sich einSchwert in den Bauch stoßen, ein' Meffer sich ins Auge stecken und eine Partie brennender Kohlen verschlingen sah. Die Jffaua verstehen es, Gaukelstücke mit höchst schädlichen Handlungen des selbstquäle rischen Fanatismus zu vereinigeu."
XU beschichte von der Nudelmüllern ihren Töchter, . ie sie die Ssemeiern ihrer Nachbarin erjähit. JjU'ml denken Sie sich nur, Frau Nachbarin, gehe ich neulich bei der Nudelmöllern ihrer Thür vorbei, wie sich ihre Mädels gerade anziehen,, um zum Tanz zu gehen. . Da höre ich, wie es immer geht .klitscht klatsch", gerade als wenn Jemand tüchtige Ohrfeigen bekömmt; ich mach' die Thüre auf, da stehen der
Nudelmüllern ihre Mädels schönstens geputzt, zwei mit seuerrothen Köpfen uno die Nudelmüllern gibt eben der dritten ein paar tüchtige Ohrfeigen. Aber Nudelmüllern rief ich, schämt S!e stch denn nicht, die großen Madeis 10 zu ohrfeigen r Da fangen sie alle furchtbar an zu lachen, so daß ich denke, sie sind alle närrisch geworden. Endlich sagt die Nudelmullern noch im vollen Lachen : Küsemeiern ! Wie kann Sie nur so dumm sein, Sie weiß doch, daß die Mädels vi's viele Mhen so blaß sein; Schminke können wir nich koosen. die is zu theuer, da kriegt denn jede von die Mädels so ein Paar tücht'ge Ohrseigen, ehe sie zum Tanz geht ; das halt die ersten paar Tänze vor. nachher wer den sie schon so roth. Säh'n Sc, das nennt mer bei uns Naturschmmke!" GerechterWunsch. Ein junges Mädchen, Namens Korn, vcrmahlte sich. Aus der Hochzelt sprach ein jovialer Freund bei einem Toaste auf ihre Gesundheit den Äunsch aus, daß ste nie gedroschen werden möchte und daß sie ihrem Gatten stets eine gute Hausähre (ehre) bleibe. Schon versorgt. Ein Ehepaar ging über denWeihnachtsmarkt. Koofen Sie mir eenen Brummkreisel ab, gutes Herrchen!" bat eine arme Handelsfrau. Habe ich schsn," erwiderte der Mann 'mit einem Seitenbticke auf seine corpulente Hülste. D i e furchtbare Dro h u n g. Ein Reisender, der mit Extrapost fuhr mußte auf einer Station sehr lange auf die Pferde warten. Der Postmeister vertröstete den immer ungeduldiger werdenden Voyageur von einer hal den Stunde zur anderen. Endlich war die Geduld des Letzteren erschöpft und voll Zorn brach er in .die furchtbare Drohung aus : Wenn ich in eknerVier telstunde meine Pferde nicht erhalte, so fahre ich auf Ihre Kosten, Herr Postmeister, ohne" Pferde weiter Der Backofen. Ein Bauer kam zu einem Advokaten, der gewöhnlich ein sehr warmes Zimmer hatte. Hier ist's ja so heiß wie in einem Backosen," sagte er. Wohl möglich, erwiderte der Advo kat, denn hier backe ich mein Brod '." Das Versprechen. Jos. Samuel, gib mir den Thaler !" Sam. Was für an Thaler?" Jos. Den Du mir versprochen hast." Sam. Laß Mich gehn !" Jos. Was? Du wirst doch nicht handeln wider Deinen Grundsatz : Das Versprochene sollst Du halten !" Sam. Nu, wie. so thät ich das? Das Versprochene ist der Thaler, und das Versprochene halt ich !" Der galante Träumer. Herr : O, Fräulein Marie, heut' Nacht hat mir's doch fortwährend von Ihnen geträumt. Bald habe ich Sie auf dem Balle gesehen, bald auf dem Spaziergange, bald bin ich mit Ihnen Schlitten gefahren ; kurz, immer war halt Fräulein Marie um mich !" Tante : Nun, Herr Referendar, das finde ich für meine Nichte Marie recht schmeichelhaft, denn wovon es Einem bei Nacht träumt, an das hat man den Tag vorher über am Liebsten gedacht !" Herr : Das schon ; aber wiffen Sie, ich hah' halt gestern auch ziemlich viel Doppel-Bler lmMohrcnköpfle getrunken und da träumt mir allemal so dummes Zeug!" . Der einzige Fehler Preuve: Zcy yave Alles, was eenen Menschen glücklich 'machen kann, nich Männiken ? Was fehlt mich V Sachse : Ach, mei' Kutester, dafehlt tzsle blos 'ne deitsche Grammatik!" Amtsbvewerbung. Der Magistrat emer deutschen Landgemeinde suchte durch die Zeitungen emen Stockmeister". Es meldete sich unter Anderen ein nicht besonders vertrauenswürdig aussehender Mensch. Ich bin in dem Fache erfahren," erklärte er, indem ich sechs Jahre im Gefängniß qefeffen und vierzig Mal Stockprügel bekommen habe." Ein -Wendung im Spiel f. Die kleinen Mädchen spielen mit Pup pen die Knaben mit Soldaten. Sind die Kinder groß geworden, dann spielen die Mädchen mit Soldaten, Und die Knaben mit Puppen. Die eigenhändige Unter schrift. Amtsrichter : Bähnisch, wie wird Ihr Name geschrieben, mit oder ohne h, mit ü oder e ?" Bähnisch : Nehmen Sie's nur nicht ungütig, Herr Justiz, der wird halt verschieden geschrieben; beim Militär da wurde er immer für's Gewöhnliche ohne h, oder mit h geschrieben, wenn mer recht ts ; lonstcn der Schulze, der schrcibt'n gloob' ich, ooch mit h." Amtsrichter : Ach, das nutzt mir a nichts ; ich muß wiffen, wie S i e ihn immer schreiben, gerade so muß ich ihn in den Akten auch schreiben." Bähnisch : Ach so, a das is was anders, also wie ich ihn schreibe. Nu, ich habe bis jetzt immer blos drei Kreuze gemachtl" Die Quelle. Nimm's allezeit auf Treu' und Glauben hin; Geh' forschen nicht an Ort und Stelle. Wenn eine Zeituna saat mit strenaer Mien' : Wir haben es aus guter Quelle." Weißt Du, was statt der guten Quelle Dir . Gar ost vor Auaen kommen könnte ? Ein grüner Sumpf mit ekligem Gethier', Aus weicyem quakend zieht die - . Ente.
Die pielvanx in Nonaes
Die italienische Deputirtenkam beschäftigte sich kürzlich mit einer JntL pellation bezüglich der Haltung FraZ . reichs gegenüber der Spielhölle crsrj Mont Carlo im Jürstenthum Monae. Seite Pr-ußen und der Norddcut B'ind den deutschen Boden von btra Makel der öffentlichen Spielbanken b reit haben, ist das I ürpenthum MoZ der Sammelpunkt - der prosefsionkN? Spieler Europas aewoiden, und nähere und weitere Umgebung wird ix?, großen Dimensionen in diesen verd!' lichen Strudel gezogen. Namentlich tszs& ltalienischer Seite hat man sich s$ts wiederholt beschwert, daö rankreick rs nen Landschaden duldet und hegt, 2irend es nur cincs ernsttn Wortes ts?r : ihm bedürfte, jw den Fürsten, btgnr kleines Gebiet nur eine Enclave Frantreichs bildet, zur Schließung des Spiel Hauses zu zwingen. Welche BerhÄniste das Spiel in Monte tzarlo heißt der Hügel, cus welche die Spicl dank ausgkschlaocn ist angenommn?. bat. eraiebt firfi au5 hen sn!ie!s,. i ' - a 1 i"-! virv - winnen, welche die Gesellschaft der SpielPächter in wenigen Jahren dort xtalt sirte. Die Gefellschast zahlte sür fck erste Licenz dem Fürsten 1.700.000 etwa 20 Millionen Francs wurden dali verwandt, um Monte Carlo mit erdenk fnr9r NrnAf ittih 1ttti5nfif ,,. ,5t .5 vutvt tuuyt Mit v ttffivjtitt uusll lüii7- - ten; an Gebaullchkeilen, Garten, Sps. zicrgängen, an Allem, was Schaulustig
anloaen lann, wuroc oas unglaubliche geleistet, eine halbe. Million erhält drFürst von Monaco an jährlichePacht, jr Reklamen in allen Richtungen werden bedeutende Summen ausgegeben. , , Auch mit der Geistlichkeit weiß mexz stch gut zu stellen : vor einigen Jahrrri gab die Gefellschast drei Millionen Fra ken zur Erbauung einer Kathedrale his da der Fürst, der die Summe in 62 pfang nahm; es sür gut befand, die;e1zu capitalistren und nur die Zinsen verwenden,' wurden drei andere Millis nen d?r St. Michaelskirche direct zuz wandt; die Gesellschaft richtete weites ein großes Local mit bedeutenden Kost! als Zufluchtsort sür ungefähr 500 Frankreich verwiesene Ordensleute unter welchen sich Jesuiten, FranciscaA?: und Trappisten besinden. Trotz dicsr Ausgaben hat die Gesellschaft in siebi Jahren nicht weniger als sechzig Millionen Francs erbeutet. Gegründet uiiidiese Gesellschast von dem sröherri:, Spielpächter zu Homburg, Blanc nach Vrn h?Cer n s? streit A0nrffti irnV
Vllit VtlV UIIV UUM ytJtVtVV! 44A.die Töchter die Trägerinnen vornehm.Namen geworden sind die eine Tocht: heirathete einen Prinzen Roland BonQ Yinrip fint fifh Kt? htistflt 93sr
f 4V , M 17 "V "Vy1 M-Mw der Gesellschaft zurückgezogen; die tzgen Leiter derselben scheinen altr axr Protectio'n in Paris nichts eingebüßt haben. Wie stark das Publikum rj-rc? allen Seiten herbeiströmt, um sein auf die Roulette zu legen, ergiebt fcä aus der Zahl der aus der Bahnstation Monte Carlo im Jahre 1880 gelöfti. Billets, es sind deren 334,810. diese Spielbank ohne Concurrenz arbeit tet, so ist, nebenbei bemerkt, die Chance W W . iV
in cinpr mm cerece ntw rer iMn,
.w (3 w v v '4 v , unerhörte Vortheile gewährt und so de?.Raub vervollständigt. m 9 m Ueber sie Deutschen Professoren
Gibt es wohl noch ärg're Thoren Als die Deutschen Professoren ? Ich behaupte ruhig: Nein, , Dieses kann nicht möglich sein. Denn was sind sie ? Eitle Träumern Wind'ge Wolkenkukuksheimer, Gaukler, Charlatans, Phantasten, Die nur den Etat belasten. Bücherwürmer, Schwartenklauber, Einzig stark in faulem Zauber. Wisse die Latein'schen Namen Aller Wesen ausulren, Decliniren .Bös" und ffVacca; '. Sind zu Haus am Titicaca, Auf dem Popocacepetel, Aber nicht in ihrem Stüdtel. Nur im Theorel'schen grob, 1 Haben ste sonst gar nichts los ; Und besonders auch vom Vieh Weiß die Kuhmagd mehr als ste. Wenn sie doch dabei nur blieben. Daß sie dicke Bücher schrieben. Ja, das wäre gut und recht ; Aber da kennt ihr sie schleckt .' Das ja'eben ist das Schlimme Daß sie müssen ihre Stimme ueber jeden Quark erheben. Ihren Senf zu Ällcm geben. In die Politik sogar Mengen sie sich schauderbar! Pred'gen Brand in Redesälen, Lassen sich von Juden wählen, Sitzen in dem Parlament Nörgelhaft und malcontent. Immerwährend opponirend, Kanzler argend, Volk verführend. Dünkelvollen Angesichts, Doch versteben thun ste nichts. . Welche wir desonders-meinen. Kann nicht zweifelhaft erscheinen.. Viel Schlimme sind dabei. Doch am Schlimmsten ihrer Drei. Mommsen ist der Erste Mommsen'5 Weisheit scheint uns Nonsens. Virchow, als des Fortschritts folitö. . Ist genau so theoretisch. Hänel, als der Drill' im Bunde, Führt dastelbc Zeug im Munde. Diese Drei als Umflurzschürer. Volköverderber, Rädelsführer, Finden sicher ihren Lohn Und ein End' mit Svott und finto. Fort mit dieser Wühlcr.Race! schickt sie nach der Davis-Straße, Stellt sie im Polareis kalt. Werst sie in den Gletscherspalt ! Noch genug gibt's Professoren, Wenn auch diese gehn verloren. Denn Professor ist ein Jeder,' Der nur leidlich sührt die Feder; Aber Komissionsrath sein Kann ein edler Mensch allein ! - (Kladderadatsch.) In New Orleans wird zur Zeit ?ür ein Pfund guter Massachusettser Buttertzl-.ögezahlt. 5 ' Ex-Gouverneur Morgan von Ne York soll dem Williams 6otffg?'$20, V00 geschenkt haben.
