Indiana Tribüne, Volume 4, Number 165, Indianapolis, Marion County, 26 February 1882 — Page 2

0 3 njrfl. 5s c tt ZtlAusScrrwarzw&lder F ichtcnnadeln jewonnea Ti clt bekanntes, vorzügliches Mitte! gegen Rheumatismus, leißen im Gcfif&t, Ueißen im Gesicht. Neißen im Geficht, Sinke im Gesicht, Neißen im Geficht, Gliederreißen, Gliederreißen, Gliederreißen, Medernißen, Gliederreißen,. Jliedmeißeo, Frofiieulen, Frostbeulen, Frostbeulen, Frostbeulen, Frostbeulen Ilcht, Gicht, Gicht, Gicht, Gicht. Gicht, . Gicht. Gicht. . rtfA rfiAi WM, V Gicht, GichU rjcafC, S HeienschaH, Hexenschuß, rrtnffiiiR. er - - " 1 -y I' Serenschyß, E fl H ereuschuß, ?ZSstenleiden, 1 Ä ?T 1 w VUsirnieioen, ßüstenleiden, Hüstenleiden, Hüstenleide, Hüstenleiden, Mrändmunden, a Verstauchungen,! g Verstauchungen, I Verstauchungen, I Verstauchungen, verltauyungen, Steifen SalS, ' Steifen ßal, Steifm HelS, Gteiten Halk, Steisen Hals, Quetschungev, Quetschungen, Quetsüuuaen. ßQuetschunge, iBrühunpen, ruyungen. Brühungen, Brühungen. Bruhungen, Sruhungen, Frische Wunden, Frische Wunden, Frische Wunden, lSchnittvunden, Schnlttmnnsen, Schaittvunden, Süuittmunden. :) Slönlttwunden. D ahn schmerzen, v und lle Schmerzen, welche nn äuer I l liches Mittel benöthlgen. D Uns, mit cher ?k, l atmen il dann 7,d wan w drFmiU or nn et tfrS tlv.c Mm . . . . X. l &.ia - t-i t. .11 H .(., Echmerze ringt, s,nbr eiche! ..i.ch b, ebel t kvr Ltt tzttt. VUt Utti rfsaChn.. V. I StLaKobsKel! 3&t U$ .I!, Del ttt eie gentne 1,brch.K.VtZ, w tlt. glischer, fraffzöftZcher. w,ischr, ettscher, $flHabi- .(-... .. . t 4. II. ir. V . . V Iskl, tIllQt, ,orijpilr n ftZs.ir,, CWQC st (Mit. 1 1 H .eine.Sch et-nti Del lttt 50 C(tl, s? sLns Flsscke ff, 00z tft ta jeder vtheke piL dr.lAla - L J V , 1 A a a (n 1 in n ocT!UJInf cn o mqivnvi ; ljt clt 15.00 frei 4 ctm Xtctlc der BerJ M?uacxaaic UKHV: O Oogeltt A Cd, vattimott, M. h (1 h h h h K M M M VJ I4 V4 5 ineBrusumrKe -i - fr C3Zzt CX. r?t aVgiöm cüctt!a

liUVs

lß U M) l 1

, v

s-.-rm

J I

f . s ; , 5-? -tgfe -fe

"v. S

jsrv

Vpuq nne ;jrrn ecT,-i Zöand , hab, ich Nicht llt sogleich taJ!

Vom Adel. 5 r--, CTjlSIanj on Friedrich Friedrich.

In einem Garten . der Garnisonsstadt M. war MiNtarconcnt. Es Pflegte die feine Gesellschaft von M. sich bei dieser Gelegenheit hier zu treffen, und die ganze Einrichtung des Gartens, die zierlichen Stühle und Tische, die Sauberkeit der Gänge und auch die Preise waren für ein gewähltes Publikum berechnet. Unter den hohen und großblättrigen Platanen, deren Zweige sich zu einem dichten Dache wölbten, saß es sich kühl und luftig. An einem Tifche hatten fünf junge Männer Platz genommen, der Premierlieutenant v. Platen, die drei Lieutenants Freiherr v. Windhoff; v. Palm und v. Cronach, der fünfte war Alexander v. Selditz. Selditz war früher auch Ofsicier gewesen, er hatte sogar bei demselben Regimente, dem die Lieutenants angehorten, gestanden, jedoch schon vor einem Jahre seinen Abschied genommen, weil er sich im Avancement übergangen wähnte und ihm überhaupt die strengen Pflichten des Dienstes wenig zusagten. Er war einige Jahre älter als die Offreiere, eine große Gestalt mit etwas verlebten, aber nicht uninteressanten Zügen. Ein stolzer, sich überschätzender Character, der bei jeder Gelegenheit den alten Stammbaum seiner Familie hervorhob und von jeher darauf gepocht hatte, daß derselbe älter war, als der manches Generals. Er war erst vor einiqen Taaen in M. angelangt, hatte mit den früheren Kämeraden in dem Garten zu Mittag gespeist und die lustige Stimmuna des Diners hallte bei ihnen noch nach, während sie den Kaffee tranken und auf die Klänge der Musik lauschten. .Wirklich ganz hüb ch hier !" rief Selditz, indem er sich auf dem Stuhle zurückbog und den Dampf der Cigarre langsam in die Luft blies. .Als ich die Residenz verlieb, um mich hierher ;u beaeben, glaubte ich nicht, daß man hier an genehm existiren könne." .Die Ansicht war für uns kein Com pliment, da wir sämmtlich hier bereits über ein Jahr stehen," warf der Premierlieutenant v. Platen lächelnd ein. .Kamerad, so hatte ich es nicht ge meint," erwiderte Seldik, Ich habe bis jetzt fast immer in der Residenz gelebt und Sie kennen die vielfachen Beziehungen, welche meine Familie dort hat. Daß es in einer Garnisonsstadt gewöhnlich verteufelt langweilig hergeht, weiß ich. Man trinkt Mittags seinen Kaffee in einer Conditorei, langweilt sich Nachmittaas um die Wette und seht dies des Abends bei einem Glase Wein fort. Die Mcnschen einer kleinen Stadt sind zu beschränkt, um mit ihnen verkehren zu können, sie gehören fast sämmtlich dem Bürgerthum an und ich liebe daffelbe nicht !" Seldltz, Sie haben mcht ganz Unecht !" rief der Lieutenant v. Windhoff. .Platen ist immer sehr bescheiden, allein angweilia ist es hier sehr oft, es soll hier sogar kürzlich ein alter Mann aus Langerweile gestorben sein, aus Ehre ! Nun sagen S:e aber, was S:e nach M. geführt hat!" Der Baron zuckte mit der Achsel und strich mit der Linken den ziemlich langen und sorgfältig gepflegten Schnurrbart. ,üceln Onkel, gab er dann kurz zur Antwort. .Ihr Onkel?" wiederholte v. Cronach, der jüngste der Lieutenants. .Das begreise ich wahrhaftig nicht. Ist er denn yier r .Cronach, Sie werden noch Manches in Ihrem Leben hören, was Sie nicht begreifen, und es ist auch nicht nöthig," gab Seldltz zur Antwort. Mir Ware es wenigstens lieb, wenn ich Einiges nicht begriffen hätte," fügte er beruhigend hmzu, da er an dem Blicke des Lieutenants gesehen, daß seine Worte ihn verletzt hatten. .Ich will Ihnen die Sache erklaren, sie ist sehr einfach, wenn sie auch nicht sehr angenehm ist. Mein Onkel ist sehr reich und ich werde ihn emst beerben; diese Aussicht ist sehr hübsch ; vorläusig hat mein Onkel jedoch in seinem Kopfe oft unerträgliche Launen und Grillen und ich muß sie bis zu einem gewiffen Punkte ertragen, denn ich mag ihn nicht erzürnen, weil er meine Schulden zu bezahlen pflegt. Nun ist der alte Mann auf die tolle Idee gekommen,' daß das Leben in der Residenz mich zu sehr aufreibe und überhaupt allzu verführerisch aus mich einwirke ; um mich an ein einfacheres Leben zu gewöhnen, hat er mir die Bedingung gestellt, einige Zeit hier zu leben, und gutmüthig wie ich bin, habe ich seinem Wunsche nachgegeben. Da haben Sie die Aufklärung !" .Baron," rief Wmdhoff lachend, .Hoffentlich werden Sie hier sehr eingezogen leben !" .Nicht ganz," cntgegnete Selditz. .Ich werde mich .bemühen, meinem Onkel zu beweisen, daß mein Leben hier sür ihn noch theurer ist, als in der Residenz, und daß er mich selbst bittet, dorthin zurückzukehren." Die Lieutenants lachten, Windhoff fand diese Idee sogar göttlich. .Sie werden mich hoffentlich in diesem Vorhaben unterstützen," fuhr der Baron fort. .Sie wissen, alte Leute lieben Thatsachen. Mem Onkel wollte mir nicht glauben, als ich ihm sagte, der Wcchsel, den er mir sür M. bewilligte, sei zu gering, nun werde ich es ihm beweisen !". . . Er schien noch etwas hinzufügen zu wollen, seine Aufmerksamkeit richtete sich jedoch aus eine junge Dame, welche an der Seite eines alteren Herrn und emer alteren Frau in den Garten getreten war, wenige Schritte von ihnen vorüberging und an einem nahen Tische sich niederließ. In ziemlich Geister Weise richtete er das Lorgnon auf sie, unwillkürlich ließ V:. . tfjs.. t. r 1 er uic yuuu, rocicnc vie Cigarre mcn, sinken. Es war in bei That eine reizende Erscheinung, welche seinen Blick fesselte, noch prangend in dem vollen, frischen und unsagbaren Lauber der Jugend, denn sie 1 . - f 1 .. - moyie yoaincns aazlzeyn Jahre zahlen. Eine große, schlanke Gestalt. Die reichen braunen Locken sielen bis auf die Schultern hinab und rahmten das feingeschnittene Gesicht ein. Es lag etwas vom griechischen Styl in diesem Gesichte, die hohe Stirne, die schön aezeichneten Braue? und die langt' l Wimpern, welche

den großen Augen einen sanften, weichen und halb käumerischen , Ausdruck verlie hm. In ihren Bewegungen lag Leichtigkeit und jene unbewußte Anmuth, die doppelt seffelt, weil es mcht ihre Absicht ist, zu fesseln. , .Ah, ein reizendes Geschöpf! Aus Ehre, eine Schönheit !" rief Selditz halblaut. .Wer ist öas Mädchen?" Die Lieutenants hatten die Vorübergehende gleichfalls bemerkt und blickten lächelnd aus den Baron, der bei demMittagcffen erklärt hatte, es gebe in M. kein schönes Mädchen, obschon er erst seit zum Tagen in der Stadt war. .Elsa Stein," gab Windhoff zur AntWort. .Ich habe Sie bereits heute Mit tag darauf aufmerksam gemacht, weil Sie behaupteten, es gebe hier kein hübsches Gesicht. Haben Sie jetzt eine andere Ueberzeugung angenommen ?" .Ja, ich nehme meine Behauptung zurück," fuhr der Baron fort, ohne den Blick von dem Mädchen zu wenden. Wie schade, daß sie nur eine Bürgerliche ist," fügte er hinzu. .Thut dies ihrer Schönheit Abbruch ?" warf Platen ein. .Gewiß!" versicherte Selditz, ohne seine' Behauptung zu begründen. .Kameraden, ich muß sie trotzdem kennen lernen ! Ein köstliches Gesicht ! Diese . großen Augen, die sein geschnittenen Lippen, die kleinen Hände, welche mit der Stickerei zu spielen scheinen ! Supcrb, auf Ehre !" .Baron, ich habe Sie noch nie schwärmen sehen!" rief Windhoff lachend. .Sie lernen hier in M. kennen, daß es doch möglich ist." Selditz schien diese Worte zu überhören. .Sind die beiden Alten ihre Eltern ?" fragte er. Nein, sie ist die Nichte derselben," gab Palm zur Antwort. .Der Alte ist der Profeffor Werther." .Ich dachte es mir, daß solch' altes, vertrocknetes Gelehrtengesicht nicht ein so reizendes Kind haben könne," suhr Selditz ort. .Kennt einer von Ihnen den Proessor? Ich muß mit dem Mädchen be ! annt werden." .Platen ist mit ihm bekannt," bemerkte Windhoff. .Dann bitte ich, mich ihm vorzustellen." .Das würde das sicherste Mittel sein, um seine Nichte nicht kennen zu lernen," gab Platen zur Antwort. .Ich selbst habe noch nicht drei Worte mit ihr gesprechen. Der Proseffor hütet sie wie seinen Augapsel und die Nichte' ist fast unnahbar." .Pah !" unterbrach ihn der Baron. SU scheinen sämmtlich sehr schüchtern geworden zu sein." .Selditz, Sie können sich leicht vorstellen, daß das Mädchen hier Aussehen er regte, als sie zum Besuche kam," gab Windhoff zur Antwort. Fast alle jungen Männer bemühten sich, sie kennen zu lernen, und noch ist dies keinem gelungen, obgleich sie schon länger als zwei Monate in der Stadt weilt." Dann haben Sie es verkehrt angeSangen " ries der Baron, indem er sich clbstgcsällig aus. dem Stuhle schaukelte und seinmIart strich. Ich will in weNigen Tagen mit ihr bekannt sein." Selditz, versprechen Sie nicht zu viel,"

warnte Windhoff lachend. Auch wir besitzen einige Uebung, uns Damen zu nähern." Der Baron zuckte mit der Achsel, der Widerspruch reizte ihn, er hielt sich ohnehin für unbesiegbar. Ich gehe sogar noch weiter und biete Ihnen eine Wette an, daß ich binnen vier Wochen mit dem Mädchen verlobt sein will," bemerkte er. Wir halten die Wette !" riefen Windhoff, Palm und Cronach gleichzeitig. Wollen Sie nicht auch wetten, Platen ?" wandte Selditz sich an den Premierlieutenant. Dieser schwieg einen Augenblick. Wenn es Ihnen Vergnügen macht, weshalb nicht ?" erwiderte er dann. Sie wollen Ihrem Onkel ja den Beweis liesern, daß es hier ein theures Leben ist !" Sind Sie Ihrer Sache so gewiß, daß ich die Wette verlieren werde ?" rief der Baron, durch Platen's Worte in seiner Eitelkeit verletzt. Ich setze hundert Friedrichsd'or, vagen Sie eine Wette zu halten ?" Selditz, Sie wollen unsere Finanzen ruiniren!" wars Windhoff ein. Die mclNlgen befinden sich ohnehin schon m einem Zustande, in den ich keineOrdnung niehr bringen kann. " Wir können die Wette halten, da wir sie nicht vorgeschlagen," bemerkte Platen lächelnd. Die Offlcierc nahmen die Wette an. Halt, meine Herren !" siel der Baron ein. Ich habe eine Bedingung vergessen, die, daß Sie mir Ihr Ehrenwort geben, hierüber zu schweigen. Wenn die Schöne erführe, daß es sich um eiTZeWette handelt, so dürfte sie mir doch mehr Schwierigkeiten entgegenstellen, als mir lieb sein würde." Die Lieutenants fanden die Bedingung gerecht und versprachen zu schweigen. Ich danke Ihnen," fuhr der Baron fort. Dafür verspreche ich Ihnen auch, daß wir die hundert Friedrichsd'or zusammen verzechen wollen." Auf Ihrer Hochzeit?" rief Windhoff lachend. Auf meiner Hochzeit?" wiederholte der Baron mit befremdetem Ausdrucke,Sie werden doch nicht glauben, daß ich je eine Bürgerliche heirathen werde ?" Sie haben gewettet, baß Sie sich mit der Dame verloben wollen," bemerkte Platen. Ganz recht." Nun und dann, wenn es Ihnen wirk sich gelänge ?" Dann .habe ich meine Wette gewon nen!" entgegnete Selditz. Sie verstehen mich noch nicht,", fuhr Platen ernst fort. Was wollen Sie dann beginnen, da Sie versichern, daß Sie sich nie mit einer Bürgerlichen verheirathen würden ?" Haha ! Ich meine die Antwort aus diese Frage ist selbstverständlich, ich hebe die Verlobung unter irgend- einem Vorwände wieder auf." Platen's Brauen zogen sich zusammen, ,r erhob sich. Dann gestatten Sie mir wohl, daß ich von der Wette zurücktrete5 sprach er ernst. , . . - -

. Platen, weshalb denn?" rief Wind hoff. ' . So weit kommt es ja , nie, der Selditz wird die Wette verlieren." .öitte, Windhoff, lassen Sie !" unterbrach ihn der Baron, der seinen Unwille kaum noch zu verbergen ' im Stande war. Sein erregtes Blut sprach au seinen Zügen. Ich entbinde Platen gern von der Wette und auch von dem Ehrenworte, wenn er es wünscht." ; " ' , Der Premierlieutenant'zuckte bei diesen Worten unwillkürlich leicht zusammen, seine Lippen preßten sich auf einander und einen Augenblick hielt er mit der Antwort zurück. Er mußte sich zusammennehmen, um nicht in heftiger Weise zu erwidern. Ich bin gewohnt, ein einmal gegcbencs Wort zu halten, selbst wenn ich wünschc, es nicht gegeben zu haben," sprach er, grüßte artig und schritt fort. Selditz blickte ihm nach, seine Augen hatten sich . halb geschloffen, es leuchtete Erbitterung aus ihnen, die zu verbergen er bemüht war. ' Ich begreise Platen nicht " riefPalm. Er geht doch sonst gern'auf einen Scherz ein ! Ich werde mit ihm sprechen und hoffe ihn umzustimmen." Bitte, thun Sie das nicht, Kamerad,'" fiel der Baron ein. Von der Wette habe ich ihn entbunden, und daß er dieselbe geheim halten wird, hoffe ich." Platen hat sein Ehrenwort gegeben und er wird daffelbe' nie brechen !" rief Windhoff. Sie sehen, daß ich Platen's etwas auffälliges , Benehmen möglichst ruhig auffaffe," bemerkte der Baron, indem er sich zwang, gleichgiltig zu' erscheinen. Es liegt mir daran, mit Ihnen und auch mit Platen in freundlichem und kameradschaftlichem Verhältniffe zu bleiben, ich werde deshalb Alles vermeiden, was dasselbe stören könnte. Es' läßt sich bei jedem Scherze eine ernsthafte Seite herauskehren, ich für meinen Theil liebe mehr den Scherz. Meine Wette halte ich Ihnen gegenüber natürlich aufrecht, nur laffen Sie uns über das Vorgefallene gen."Seine' Stimme hatte doch vor Erregung leise gebebt. Er winkte einen Kellner herbei und flüsterte ihm einige Worte zu. Dieser brachte gleich daraus Champagner und Gläser. Der trübe Schatten, der durch Platen in die Stimmung gekommen war, verschwand, sobald der Wein in den Gläsern schäumte. Selditz trank hastig, um die Erbitterung, welche in ihm noch nachballte, zu verscheuchen, und als das Concert zu Ende war, würden Windhoff, Palm und Cronach bereitwillig beschworen haben, daß es keinen liebenswürdigeren Menschen gebe, als den Baron. Elsa Stein hatte keine Ahnung davon, in welcher Weise sie den Gegenstand des Gespräches gebildet hatte. Sie war die Tochter eines höheren Beamten, der schon vor mehreren Jahren gestorben war, ohne seiner Familie Vermögen zu hinterlassen. Elsa lebte mit ihrer Mutter in einer kleineren Stadt von dem Wittwengchalte, welchen dieselbe bezog und der kaum zu ihrem Lebensunterhalte ausreichte. Ihr einziger, um einige Jahre älterer Bruder Max war Maler und besand sich schon seit länger als einem X$&)xt in Italien, um dort Studien zu machen und sein hervorragendes Talent weiter auszubil den. Elsa hatte durch, die Fürsorae ihres

Vaters eine tüchtige Bildung erhalten.' Jahre lang hatte sie zum Vergnügen an dem Privatunterrichte ihres Bruders Theil genommen und Vieles spielend gelernt, so daß sie in manchen Fächern ihren Bruder an Kenntnissen übertraf. Sie war der Liebling ihres Vaters gewesen, der ganz richtig erkannt, daß in dem hcranwachsenden Mädchen ein ganz entschiedener Charakter schlummere, ohne jedoch zu wiffen, in welcher Weise sich derselbe einst entfalten werde. Auch jctt hatte derselbe noch keine bestimmte Richtung angenommen, weil das Leben für sie zu ruhig dahingeglitten war. Zwei Wesen schienen in ihr zu wohnen. Tage lang war sie still und schwärmerisch weich, dann erfaßte sie eine fast dämonische Lust, sich in das Leben hinein zu stürzen, um in dem Kampfe, deffelben die Kraft, die sie in sich fühlte, zu erproben. Schon als Kind hatte sie den Wunsch ge-. hegt, ein Knabe zu sein, um jedeSchranke zu überspringen und auch jetzt noch tauch-' ten diese Gedanken in ihr auf. In der Unfertigkelt ihres Charakters lag es, daß sie sich über ihr Lebensziel noch nicht klar war. Bald glaubte sie daffelbe in dem stillen Familienglücke zu finden, in der Sorge sür einen Gatten, den sie liebte; bald erschien ihr dieser Kreis zu eng und sie sehnte sich darnach, sich durch eigene Kraft eine Stellung zu erringen. Sie war deshalb auch den Männern stets mit zurückhaltendem Stolz entgcgengetreten, sie fürchtete sich, in eine Abhängigkeit zu gelangen, die sie nicht ertragen könne. Weder ihr Onkel, noch ihre Tante, bei denen sie jetzt weilte, ahnten diese Seite ihres Charakters, sie kannten sie nur sanft und echt weiblich. Der Blick des Proseffors Werther reichte nicht weit. Seine Welt war die Studirstube, und sobald er dieselbe verließ, trat ihm das Leben fremd entgegen, denn die Wirklichkeit stimmte zu oft nicht mit den Bildern, welche er sich hinter dem Schreibtische aus-,' gebaut, die er nach allen Regeln derKung, und Wiffenschast construirt zu haben glaubte, und denen doch der srische, lebendige Hauch des Lebens fehlte. Auch seine Frau verstand Elsa nicht. Sie hatte seit langen Jahren keinen anderen Gedanken gehabt, als sür ihren Mann zu sorgen und für die Wissenschaft deffelben den größten Respect zu haben, obschon sie nichts davon verstand. Trotz dieser Einseitigkeit der beiden alten Menschen fühlte sich Elsa doch wohl bei ihnen, denn die Herzcnsgüte derselben glich manche Schwäche aus. Der Profeffor wohnre vor dem Thore der Stadt. An den geräumigen Garten, welcher das Haus umgab, grenzte ein Gehölz mit schönen schattigen Wegen, welche jedoch von den Bewohnern der Stadt des Morgens sehr selten benützt wurden, da die Bürger von M. der festen Meinung waren desMorgens dürfe man nicht spazieren gehen.. Um so häusiger besuchte Elsa des. Morgens dies Gehölz. Niemand störte, sie 'bort: Auf dem Teiche in dem Gehölze welcher rings von hohen Buchen Amgeb, par, könnte sie . sich stundenlang

in einem kleinen Nachen schaukeln und ihren Gedanken nachhängen, hne daß ein einziger Spaziergänger sie bemerkte, und der Gedanke, mit ihren : Träumen ganz allein zu sein, hatte etwas Berauschendes für sie. Hierher begab sie sich einige Tage nach dem Militär Concerte. Sie ahnte nicht, daß Selditz oer von diesen Spazie'rgän gen Kunde erhalten- hatte, sie schon zwei Morgen, im Gebüsch versteckt, erwartete, um eine Gelegenheit, sich ihr zu nähern, zu finden. ' Die Höhe der Wettet zu der er sich durch seine Erregung hatte hinrei, ßen laffen, hatte ihn alle Kräfte anstren gen lassen, zudem trieb es ihn seinen frü heren Kameraden zu zeigen, daß er errei chen könne, was ihnen unmöglich erschien. War es ihm erst gelungen, Elsa kennen zu lernen, dann hoffte er zuversichtlich, auch ihr Herz zu gewinnen, denn er hatte von seiner Liebenswürdigkeit die beste Meinung und besaß im Verkehre mit Damen eine bestechende Gewandtheit. In dem Gefühle, allein und unbeachtct zu sein, schritt Elsa langsam durch das Gehölz hin. Es war ihr, als ob ihr., in

der Kühle und Stille ringsum jedesmal eine neue Welt ausgehe, nichts beengte ihre Träume. An dem Teiche angelangt, stieg sie in den Nachen und löste ihn los. Mir dem leichten Ruder trieb sie ihn vom User ab. Wie sicher ihre kleinen Hände das Ruder umfaßten ! Wie reizend ihre Gestalt erschien, als sie sich in dem ?!achen wiegte. Eine aus dem Waffcr hervorgestiegene Nymphe hätte nicht schöner und anmuthiger sein können. Sie nahm den leichten Strohhut ab, legte, ihn in den Kahn und ungebunden sielen ihre Locken herab. Der Baron stand hinter einem Baume versteckt und sah dem Spiele des Mädchcns zu. Er mußte sich gestehen, nie eine anmuthigere Erscheinung gesehen zu haben, und doch machte sie auf sein Herz, welches keiner edleren Regung mehr fähig war, keinen tieferen Eindruck. Nicht einen Augenblick dachte er daran, seine Wette wieder aufzugeben. Spielend trieb Elsa den Nachen weiter auf den Teich. Es schien sie zu erfreuen, daß sie durch das Schwanken des kleinen Fahrzeuges immer stärkere Wellen hervorrief, bis dieselben leise plätschernd an das Ufer schlugen. Ein Gefühl der Furcht schien sie nicht zu kennen, denn zu oft hatte sie sich hier in gleicher Weise geschaukelt und die Tiese des Teiches kannt? sie nicht. Wie konnte das Wasser, dessen Oberfläche stets ruhig glänzend dalag, eine Gefahr für sie bergen ! Da entglitt ihr plötzlich das Ruder, sie bog sich schnell zur Seite, um dasselbe zu erfassen, die Bewegung war eine zu hestige, das Wasser drang in den Kahn ein und eine Sekunde später schlug derselbe um. Nur ein leiser halbunterdrückter Ausschrci Elsas drang zu Selditz hinüber, der erschreckt vorgesprungen war. Es war keine Zeit zum Ueberlegen. Ein geschickter Schwimmer, warf er sich ohne Zögern in das Wasser und durchschwamm dasselbe schnell. Er sah Elsa auftauchen und sofort wieder untersinken, dies trieb ihn, alle Kräfte anzustrengen. Er erreichte, die Stelle, an welcher der Nachen umgeschlagen war, sah Elsa's Helles Kleid durch das Wasser schimmern, erfaßte es schnell und zog das bereits bewußtlose Mädchen empor. Sie fest an sich pressend und ihren Kopf über Wasser haltend, schwamm er dem Ufer wieder zu. Suchend blickte sein Auge sich um, ob nicht Hilfe in der Nähe sei, allein mußte er die schöne Last ans Ufer tragen, wo er sie auf dem Rasen nieverlegte. Elsa war noch immer ohneBewußtsein. Er strich die feuchten, braunen Locken von der Stirn des Mädchens zurück. Ihre Augen waren geschlossen, als ob sie schliefe, ihre Wangen waren bleich,' kein Zug ihres schönen Gesichtes war verzerrt. Sie hätte einem griechischen BildHauer zum Vorbilde dienen können und unwillkürlich ließ er einige Augenblicke lang das Auge auf dem schönen Bilde, ruhen. Dann kniete er neben der Bewußtlosen nieder und, über sie gebeugt, rieb er ihr Stirn und Schläfen. Einige Zeit lang blieb seine Bemühung erfolglos, da sah et Elsa's Brust leise wieder athmen. Ein freudiges Gesühl durchzuckte ihn, er verdoppelte seine Anstrengung und schon nach wenigen Minuten schlug Elsa langsam die Augen auf. Einige Secunden lang blickte sie ihn wie träumend an, dann ergoß sich eine leichte Röthe über ihre Wangen und sie richtete sich empor. Wo bin ich?" rief sie, das Geschehene noch nicht fassend ; erst ein Blick auf den Teich rief ihre. Erinnerung wach. Ein glücklicher Zufall führte mich an dem Teiche vorüber, als der Kahn umschlug," gab Selditz zur Antwort, .ich hörte Ihren Angstruf, stürzte mich in das Wasser, und bin glücklich, daß ich nicht zu spät kam, um Sie zu retten." Elsa strich langsam mit der Hanb über. die Stirne hin, sie schien Traum und Wirklichkeit noch immer nicht völlig trennen zu können. .Sie haben mich gerettet, sprach sie und ihre Stimme bebte leise, ich danke Ihnen !" Sie stockte und ihr Auge senkte sich vor dem auf sie gerichteten Blicke des Barons. Hastig versuchte sie sich zu erheben. Selditz unterstützte sie. .Gestatten Sie mir, Sie heim zu ge leiten," sprach er. .Nein, nein, das Haus meines Onkels befindet sich in der Nähe, ich danke Ihnen," erwiderte Elsa. .Fräulein, verdiene ich dieses Mißtrauen ?" fragte der Baron ruhig. .Es ist nicht Mißtrauen, ich fühle mich kräftig genug, allein den kurzen Weg zu gehen," gab Elsa zur Antwort. Sie versuchte einige Schritte zu gehen, allein der Schrecken und die Aufregung hatten sie zu sehr geschwächt, sie mußte sich an den Stamm eines Baumes lehnen, um nicht umzusinken. Noch einmal' bot Selditz seine Unterstützung an, und jetzt wies sie dieselbe nicht mehr zurück. - ' Der Baron geleitete sie heim. Er war, ein Kenner der Frauenherzen und benahm .sich daher möglichst zurückhaltend, da ihm Alles daran lag, das Zutrauen der' Geretteten zu erwerben. Nur bis zum Gariten des Professors .geleitete ersie,.dann ! kehrte er zurück und ' bat nur, 'am folgenden Tage sich nach ihrem Befinden erkun'digen zu dürfen. ' Elsa konnte dies nicht I ablehnen. ; 1 ' ! .;

s Er schritt der Stadt zu, erfreut, daß der Zufall ihm in einer Weise zu Hülfe gekommen war, wie er nicht erwartet hatte. Windhoff und Cronach begegneten ihm auf der Straße. .Nun, rote steht es mit unserer Wette?" ckf Windhoff. .. '

Ich hoffe dieselbe zu gewinnen," gab i der Baron lächelnd zur Antwort. j .Haben Sie die Schöne schon gespro- s chen ?" fuhr der Lieutenant fort. j Gewiß, heute Morgen sogar und allein." Unmöglich !" riefen Windhoff und Cronach gleichzeitig. ' Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, daß ' ich die Wahrheit gesprochen." i .Wo?" I Darüber gestatten Sie mir noch zu schweigen," bemerkte Selditz. j . .Ich würde es nimmermehr glauben, ! wenn Sie nicht Ihr Ehrenwort gegeben 1 hätten !" fuhr Windhoff fort. Nun vom Sprechen bis zum Verloben ist noch j ein weiter Schritt, und ich glaube nicht, j daß Ihnen derselbe gelingen wird. Den-, ken Sie, wie philisterhaft Platen die Sa- i he auffaßt. Wir waren gestern Abend j . listig zusammen Cronach und ich bestell-! ;en Champagner a Conto unserer Wette, , velche wir doch gewinnen werden, Platen j .veigerte sich zu trinken. Anfangs wollte ! er den Grund nicht sagen, dann gestand ; ;r, daß er das Geld, welches durch eine ! solche Wette gewonnen sei, nicht einmal verzehren helfen möge." Selditz zuckte scheinbar ganz gleichgiltig mit der Achsel. Ich würde sein Benehmen nur gerechtfertigt sinken, wenn er zu der Dame in irgend einer Beziehung stände !" entgcgnete er. .Wie er sich zum Ritter einer Bürgerlichen auswerfen kann, ist mir unbegreiflich. Ich würde glauben, sein Adel sei noch nicht so alt, wie er selbst, wenn ich nicht wüßte, daß er aus einem ziemlich alten Geschlechte stammt." .Er ist oft ein Schwärmer," warf Windhoff ein. Bitte, Kamerad, laffen Sie uns darüber schweigen," bemerkte Selditz. Sie erweisen mir sogar einen Dienst, wenn Sie kein Wort darüber erwähnen, daß ich das Mädchen heute Morgen gesprochen habe. Er hat an unserer Wette nicht Theil genommen, folglich kümmert sie ihn nicht, und ich liebe die Einmischung Unberufener in meine Angelegenheiten nicht." Als Selditz sich am folgenden Morgen zu dem Professor begab, schien er bereits erwartet zu sein und wurde von Werther sowohl, wie von seiner Frau auf das Innigste empfangen. .Sie haben meine Nichte vom Tode errettet, ich weiß nicht, wie ich Ihnen danken soll !" rief der Profeffor, ihm dieHand entgegenstreckend. Aegt in dem Gelingen der Thar nicht der schönste Dank sür mich ?" erwiderte Selditz lächelnd. Ich hare nur gethan, was ein Jeder an meiner Stelle gethan haben würde. Auch Sie, Herr Profeffor, würden nicht gezögert haben." Gewiß nicht, obschon ich nicht schwimmen kann," versicherte der Gelehrte, ich habe keine Ahnung gehabt, daß meine Njchte an den Teich gehen und gar in den Kahn steigen werde, ich würde es gewiß nicht geduldet haben, denn sie ist meiner Obhut anvertraut, wir wachen über ihr und schon der Gedanke, daß ihr eine Gefahr drohen köunte, ist im Stande, mich zur Vcrzweifluoi zu treiben!" Hoffentlich hat der Unfall Ihrer Nichte nicht geschadet," bemerkte Selditz. Elsa trat in diesem Augenblicke in das Zimmer. Sie sah doch etwas leidend aus, obschon beim Anblicke ihres Retters ihre Wangen sich rötheten. Sie sprach Selditz noch einmal in einfachen, hcrzlichen Worten ihren Dank aus. Fräulein, was 'ich gethan habe, ist wenig," erwiderte der Baron ruhig.. Am meisten verdanken Sie dem glücklichen Zufalle, der mich im rechten Augenblicke in das Gehölz und an den Teich führte. Ich sah den Kahn umschlagen und Sie ins Waffer fallen, ich hörte Ihren Aufschrei, ohne daff ich Sie erkannt hatte, wäre ich zwei Minuten später gekommen, so. . . !" Halten Sie ein !" unterbrach ihn der Professor. Malen Sie die Gefahr nicht noch näher aus !" Weshalb nicht ? Das Leben gewinnt doppelt an Werth, wenn wir uns der Größe der Gefahr, der es entronnen ist, klar bewußt sind ; es erscheint dann wie ein Geschenk, welches man um so heiliger halten muß. Ich habe in meiner Jugcnd dies selbst erfahren. Ich ging mit meinen Eltern spazieren; tollkühn und furchtlos, wie Knaben sind, trat ich dicht an den Rand eines sehr hohen und jäh abfallenden Felsens. Meine Mutter rief mich zurück, in demselben Augenblicke löste sich ein Stein los und ich stürzte hinab. Meine Eltern hatten mich für verloren gehalten, allein ein gütiges Geschick wandte es anders. Die Zweige eines untenstehenden Baumes singen mich auf und nahmen dem Falle die Kraft, ich siel von Zweig zu Zweig und langte fast ohne jede Beschädigung aus der Erde an. Als mein Vater bleich vor Schrecken auf einem Umwege in das Thal hinabeilte, und. meinen Körper am Felsen zerschellt zu sinden wähnte, lief ich ihm munter entgegen, denn auf mich hatte der Sturz durchaus keinen großen Eindruck gemacht. Auf seinen Armen trug mich mein Vater zu meiner fast ohnmächtigen Mntter. Heftig schluchzend schloß sie mich in die Arme und von dem Tage an liebte sie mich noch zärtlicher als zuvor ; sie sagte, daß ich ihr aufs Neue geschenkt sei !" Selditz hatte diese kurze Erzählung, ob" schon sie nicht wahr war, mit vieler C : wandtheit und innerer Wärme vorget. gen und er konnte bemerken, daß sie Eindruck machte. Elsa, wir wollen Dich als uns auss Neue ' geschenkt ansehen!" rief Werther und reichte seiner schönen Nichte die Hand. Mich hat nur das Eine besorgt ge'macht, daß der Schrecken Ihnen geschadet haben könne," wandte sich Selditz an die Gerettetem . . ' Sie sehen, daß ich gmiz munter bin," erwiderte Elsa lächelnd. Der Fall geschah so schnell, daß ich den Schrecken kaum' empfunden habe." ' .Du darfst nie wieder allem -in- dem Gehölze spazieren gehen !' ruf der Proseffor, aus den 'der Unsall einen tieseren

Eindruck gemacht zu haben schien, als in seine Nichte. '

M werde mich nicht zum zweiten, Male in die Gesahr begeben, nun ich sie kennen gelernt habe," .versetzte Elsa beru-, higend. . ' ' ' Selditz unterhielt sich tz dem Profeffor, und so wenig interessirte, so verstand er do deffelben sich anzuschmiegen durch für sich zu gewinnen. k war er aus Berechnung sehr r. , . ' sagte sich ganz richtig, daß linei schen Mädchen von allen Herren ' . gemacht werde ; dadurch, daß er d ? that, hoffte er ihr am leichtesten . " abzugewinnen, zumal schon ein c' der Dankbarkeit sie an ihn knüpfte -Als er sich nach einiger Zeit .. lud ihn Werther ein, ihn bald wu besuchen, was er nur zu gern, wen . mit vollständig ruhiger Miene ve. Innerlich, hätte er aufjubeln n .. denn er hatte jetzt die feste Ueberzeu : daß er seine Wette gewinnen werde. 7 Offzicren gegenüber verschwieg e: viel er bereits gewonnen hatte. Au chend zuckte er mit der Schnlter, wer ' -ihn fragten, oder erwiderte, daß er ' -Wette noch nicht für verloren halte. Acht Tage später war wieder Mi! w-: concert in demselben Garten. Pl -Windhoff, Palm und Cronach säße ' demselben Tische und unterhielten darüber, weshalb Seldik ihre Gesells in den letzten Tagen so sehr gcmi habe. Er sieht ein, daß er seine Wette x liert !" rief Cronach. Daß ihn . ärgert, ist ihm nicht zu verdenken, hun Friedrichsd'or ist auch für ihn keine ringe Summe und außerdem hat er doch ein wenig blamirt, das wird er f len." Sie kennen den Baron doch noch 0u wenig, Cronach," siel Platen ein, sonst würden Sie wissen, daß es für ihn unmöglich ist, daß er sich blamiren könne, er hat eine viel zu hohe Meinung von sich selbst." Und weßhalb hat er unsere Gesellschast schon seit acht Tagen vermieden?" warf Windhoffin. Ich weiß es nicht, seine Jntcreffen liegen mir zu fern und sind mir auch zu gleichgiltig, als daß ich über diese. Frage hätte nachdenken sollen." Sie lieben den Baron nicht, Platen, und doch ist er ein reizender Gesellschafter!" führ Windhoff fort. Unsere Wette fassen Sie wahrhaftig zu ernst auf. Erstens wird Selditz sie verlieren und Zweitens, wenn er sie wirklich gewänne und die Verlobung wieder aushöbe, so wird das Mädchen auch noch nicht an ge brochenem Herzen sterben, denn wenn die,? in Romanen auch hundertmal vorkommt, so glaube ich doch nicht daran, weil ich mir das nicht vorzustellen vermag, wie ein Herz brechen kann. Alle Anatomen beHäupten dasselbe !" Diese Befürchtung habe ich auch nie gehegt," bemerkte Pkaten. Nun, weshalb sind Sie dann so sehr gegen die Wette ?" fragte Windhoff. Platen schwieg einen Augenblick; er' schien zu überlegen, ob es nicht bcffcr sei, dies Gespräch abzubrechen. . Ich will es Ihnen. sagen," entgegnete-. er ernst, Wenn Jemand. Ihre Ehre oder . die meinige verletzt, so wissen wir Beide, was wir u thun haben, wir verlangen . Genugthuung und sind im Stande, uns ' dieselbe zu verschaffen. Was soll ein Mädchen thun, dem dasselbe geschieht ?" Eine Secunde lang blickte der Licutenant ihn fast betroffen an. Sie fassen einen Scherz schon wieder ernst aus !" ries er dann. Ist es denn . eine Schande, wenn ein Baron sich mit' einem bürgerlichen Mädchen verlobt ? Ich meine für das Mädchen. Es kann ikw Gegentheil zeitlebens stolz daraus sein!" Wir verstehen uns in diesem Punkte nicht, lassen ' Sie uns deshalb darüber, schweigen," versetzte Platen ruhig. - ? . Er nahm eine Zeitung zur Hand und, blätterte eifrig darin. Windhoff schaukelte sich unwillig auf. dem Stuhle und summte leise eineOpern melodie vor sich hin. Er verstand Plateu nicht und es ärgerte ihn, daß er sich den Anschein gab, als ob er Recht habe. - Der Baron trat in diesem Augenblicke an der Seite Elsa's und ihres Onkels in den Garten. Windhoff bemerkte ihn und . fuhr überrascht empor. ;,Er hat es wahrhaftig möglich , gemacht !" rief er. Selditz grüßte lächelnd zu ihnen herüber und. ließ sich dann mit dem Proseffor und Elsa' an emem Tische nieder. Palm und Cronach waren Anfangs sogar bestürzt, die Aussicht, die Wette zu verlieren, war sür sie keme erfreuliche. t Windhoff, er gewinnt !" ries Palm., , Platen ist wahrhaftig der Klügste gewe sen, weil er rechtzeitig von der Wette zurückgetreten!" Platen gab auf diese Worte keine Antwort, sein Auge warauf den Tisch ge-'. richtet, an welchem Elsa und der Baron r c. . cir.. je ... .".i..tXi s. ( : UpCU. -UUUf Kl WUl UUCllUUl UHU LZ griff noch nicht, wodurch es Selditz gelun ' ! aen war, so schnell die Bekanntschaft des Professors zu machen, bis zu der Liebe der Nichte war freilich immer noch ein sehr .. schwerer Schritt. Sein Blick ruhte beobachtend ans 7 , und seine Brauen zogen fi w'h j mehr zusammen. S' ' so war sür ib i'ij .i-.l i daß sie sT . ii. sirte. :p M v, V UUj 11 . ;an ; fast Küh-l : i '",?' . ' I . . v ;:-n9 war, errieth .j war ihm unmöglich, - r - 1 t ! ; a sein, wie mit dem Herzen .. : .. schuldigen Mädchens gespielt ! wurde. Er erhob sich, um sortzugehen. . . ! Wohin wollen Sie, Platen r fragte Windhoff. Heim." Ehe das Concert beendet ist?" Ja. mich schmerzt der Kopf," erwiderte der Gefraate. - Die Musik ist mir pcin lich und die Menschen sind es auch, ! mich verlangt nach meinem ruhigen Zim mer. Er aina fort, unbekümmert darüber, ob i .die Freunde über ihn den Kops schüttel' ! A- ' S ten. i: (Fortsetzung folgt.)

---i 4

5.1