Indiana Tribüne, Volume 4, Number 4, Indianapolis, Marion County, 3 September 1881 — Page 3

leSer bis cüZdttlgliüit LciStt

Speisen und HetmnKe, - ' . e- . ' ! . i - l , . 4 - ;u glauben, wie hartnäckig .auäfrau .hpciiit aerade an dem . t , .' t ! u Er-"'uani'sc des bälicben ur im'beW Zustande tTn Herdes nur xrn beißen Zustande und verschlingen zu lassen, mehr als an allen abrieten Küchensünden festhalten: das Auftischen der Speisen in Halbgluth aesellschaft u bringen. Einmal da mir's zu bunt wurde undSupPe undKassee immer wieder greischend vor Gluth aus den gedeckten Äsch gebracht wurden, nahm ich das Thermometer von der Wand und versenkte es zum Schreck der Hausfrau in die volle Suppenschüssel. Das half. Das Thermometer zeigte 70 Grad Celsius ! 32 mehr als die Blutwärme. Eine Brühe von 70 Grad C., welche man sich ungestraft nicht über die Füße gießen kann, eine solche Gluthbrühe sich auf die Zähne und Zunge wie in einenAbkühlofen zu gießen daß so etwas Thierquälerei fei, müßte eigentlich Jeder einsehen, und doch leuchtet es Niemandem ein. Einen minder empfindlichen Körpertheil, als die Mundschleimhaut und den Zahnschmelz, nämlich die äußere Haut in einem BadeWasser ähnlich hoher Temperatur zu baden,' das würde 'gleichbedeutend mit Tödtung des ganzen Menschen fein ; und die Mirndbchlc, mit Allem was darin ist, muß sich solch unbarmherziges Verbrühen, nur weil es zur Küchenmode, zur Küchentyrcmnei der Hausfrau gehört, gefallen lassen. . Wie pedantisch läßt der Kurbadende mit dem Thermometer sich die 25 oder mit 28 Grad Celsius seines Hautbades abmessen! Wie würde er und zwar mit Recht, schimpfen, wenn der Badediener ihm das Wannenbad auf 50 Grad Celsius erhöhte: Und dieser nämliche Badegast badet tagtäglich beim Diner Mundhöhle und Wangen mit einer Brühe und mit Brocken von 60 Grad und noch darüber und denkt sich nichts dabei. Den Köchinnen diese ihre Heißblütigseit im Auftischen der Mahlzeiten abzugewohnen, ist der Zweck gegenwärtigen Winkens. Es ist gar lustig anzuschauen, wie an einer Mittagstafel Jeder dei den ersten Löffeln Suppe, die er zum Munde führt, seine besonderen Grimaffen schneidet : unbewußt runzelt er die Stirn und verzieht alle Wangen- und Kinnmuskeln. Ich babe mir manchmal photographische Augenblicksbilder einer Tischgesellschaft gewünscht, welche eben über die erste heiße Schüssel mit Gabel oder Löffel herfällt. Wenn unsere Hausthiere uns Menschen vor der glühend heißen Schüffel schmachtend sitzen, uns zornentbrannt wie Feuereffer" die heißen Stücke Kartoffeln über das Gehege der Zähne hinweg verschlingen sähen, wie würden sie über unser vernunftwidriges Gebühren die Köpfe schütteln ! Ich war einmal um die Mittagsstunde in einem Bauernhause Zeuge, wie eine Bauersfrau ihre Tochter, welche den Futterinhalt eines Kuhkessels unabgekühlt in die Viehtröge tragen wollte, ohrfeigte und ste scheltend frug, ob sie die Kühe mit dem heißen Futter wohl todten oder denn doch krank machen wolle ? Und doch trug diese nämliche Frau, die also des Viehes sich erbarmte, den Ihrigen in der nämlichen Minute das Kohlengemüse glühend heiß in großen Schüsseln vom Herd direkt auf den Tisch. Die vor Hunger ungeduldig Harrenden führten vor meinen Augen jenes intereffante Grimmnaffenspiel der Feuerprobe auf, an dessen Anblick ich mich schon so häusig ergötzt habe. Jung und alt spitzten über dem hußen Löffel den Mund; es ist ein allseitiges Blasen und Schlürfen am Löffelrand, ein Säuseln und Flöten am Tisch, als ob 's einem Strafessen gälte. Es ist gerade als ob uns Menschen aufgegeben wäre, bei jeder Mahlzeit durch Zunge und Gebiß ganz genau dem Verbrennpunitder Schleimhaut und die Sprengtemperatur für den Zahnschmelz am Lebenden zu erMitteln, so gewissenhaft bemüht sich Jeder, die erstenVissen soWnell wle möglich dem Mundboden aufzuladen und hier sie zwischen den Kiefern und den oberen Zah neu tanken zu lassen. Die nächste unmittelbare Wirkung dieser abscheulichen Küchenplage des Feueressens ist das moderne allgemeine Zahnelend mit all' seinen gefundheitsschädlichen Folaen. Das Heer der Zahnärzte

i't :u einem Kücbenlaster aeworden. Zn . unoyettsverwu lungen, raeuge (9 0 " r';?i em Punkte Ks minoch nie und heiße Getränke und Speisen angerichtet bM r ch. nfc h nirgends selbst in meiner eigenen Familie werden, ziehen wir die Lehre: schenken rau und Tochter allem zurück. Jr ab mgel ein ntres Oberem- wn Hausfrauen d ÖÄÄlt SSSS

icmrncii tmiirncn ausirau unv iiojs ucm yu mivusmu t npv r-- . v

stützt seine Existenz in erster 3!eihe auf . Washington Straße ein Photograph-Ge-den Unfug der Köchinnen, Speise und ' schüft hat, zu gleicher Zeit aber auch als

Trank in einer Temperatur von 50 bis Werkführer und Zeichner in einer großen 60 Grad C. aufzutischen. Man sucht Möbelfabrik fungirt. Herr Grill ist von doch immer nach einer Erklärung, warum Hause aus Bildhauer und ein Meister die Zähne des Oberkiefers in der Regel seines Faches. Derselbe hat einen sögefrüber zu Grunde gehen, als die des ' nannten Schutz foiuml), d. i. eine Vor-

Unterkiefers ; man vermuthet die Nrfache u. A. m den chemlichen Eigenschaften, namentlich in der schützenden Beschaffen - he:t des mehr im Unterkieserbecken sich rr- . . y. sv r w f ' Z. 1 ' aufhaltenden Speichels. Aber wir brauchen nur emen frisch geschnappten heißen Bissen in der Mundhöhle zu verfolgen, um gleich einzusehen, daß die Zerstörung des Zahnschmelzes hauptsächlich am Oberkiefer ein mechanischer .Sprengprozeß ist, hervorgebracht durch unnatürliche Temperaturgegensätze innerhalb der Mundhöhle. Der heiße Bissen wird zunächst auf dem Zungenrücken durch ein unwillkürliches Schnalzen und Zittern der Zungenmuskeln, welche hierin mit der Zeit eine unglaubliche Fertigkeit erlanaen. hin und hergcworfen ; dabei stößt er wie

die Billiardlugel am ilcandpolster, an Wir wünschen ihm (sluck dazu und konden Zähnen des Oberkiefers an und ab. 'nen ihm dabei das Prognosticon stellen, Die nächste Folge ist, daß die oberen 'daß er mit dieser genialen und zeitgemäZähne die ersten sind, welche zerklüftet ' ßen Erfindung eine gute Zukunft vor sich werden, und zwar an ihren inneren, der j und einen . Griff gethan hat, der ihm Mundhöhle , zugekehrten Kanten. ! gewiß reiche Früchte trägen wird.

Gleichwie . in ElcZhüUen schon eine

vtvF4(rtYiia It Vwnt mtn.i pmpÄ UUIIL1I l'l lil HIV tWi V .v Glas-Cylinders mit dem Eprengboden imNuoie ganze Walze gespaltet, gerade r - - i . . ' i . : " )0 MUß oie reirje emer unveniunfii m l r v Ti . . i. f l Z schondurch vorübergehende ' gen Hauss.au Berührung den Zahnschmelz immer mehr . zerklüften und für das Eindringen und Mchdrmgen schmelzsemdNcher MlstgMten wie Zucker, Säuren u. s. 'w. erschlie-! tzen. Aus diesen Andeutungen über die K . . . ! Kost abbringen Können, für die Küche einen Suppen- oder Zvassee-Thermometer, damit sie die Speisen und Getränke, ehe sie auf den Tisch kommen, auf den zuträglichen Wärmegrad abstimmen. Steinalt gewordene Menschen pflegen zu bekennen, daß sie nie im Leben heiß gegessen und getrunken haben. VomJndianer-Kncgsfchauplatze Zur Ergänzung der bereits telegraphisch gemeldeten Vorgänge auf dem Indianer - Kriegsschauplatze entnehmen wir dem ossiziellen Bericht über die dieser Tage im südlichen New Mexiko vorgefallenen Scharmützel folgende Einzelheiten : Sechszig rothhäutige Krieger überfielen am 17. fünf Meilen unterhalb Alamosa oie Nanchos, worauf sich zwischen ihnen und den Nancheros ein Gefecht entspann. Als die Nachricht hiervon an den LieuteG. Valois, der gerade von Fort Sprague angekommen war, gelangte, ließ er seine 22 A!ann starke Compagnie sofort aufsitzen. Lieutenant Burdett wurde ebenfalls sofort mit zehn A!ann abgeschickt. Letzterer bildete die Vorhut und stieß auf die Indianer, welche tiraillirend sich zurückzogen, öis sie endlich am Fuße des Cuchillo Negrose zum Stehen gebracht wurden. Unterdeffen war auch Valois herangekommen und eröffnete sofort Feuer auf die Nothhäute, welche dieses lebhaft erwiderten. Valois konnte Vurdctt nicht sehen, weil ein Hügel die Aussicht versperrte. Burdett ließ Valois sagen, den Hügel zu nehmen, worauf Valois sich mit seiner Compagnie in Bewegung setzte, um der Weisung nachzukommen. Die Indianer merkten die Absicht und galoppirten ebenfalls auf den Hügel hin, um sich diese günstige Position zu sichern. (2s gelang ihnen, woraus sie em morderisches Feuer auf Valois und seine Leuteeröffneten. Ihm selbst wurde der Gaul unter dem Leibe getödtet. Um sich vor den Kugeln der 3kothhäute zu sichern, ließ er seine Leute absitzen und hieß ihnen, sich in dem hohen Prärie-Gras zu schützen. Das war seine und seiner Leute 3tettung, wie Burdett sagt. Von 1 bis 6 Ubr dauerte der Kampf Als Valois einsah, daß er zu schwach sei um die Indianer zu werfen, zog er sich in guter Ordnung zurück, nachdem er sechs Pferde verloren batte. General Hatch hat das Commando in eigener Person übernommen, um, wenn irgend möglich, die Indianer auszurotten. Er muß aber, wenn er anders Erfolg haben soll, mehr Truppen zur Verfügung haben. Das Terrain von Utah und Colorado bis Chihuahua ist von ungeheurer Ausdehnung und sämmtliche Truppen in Neu Mexico würden kaum ein anständiges Neaiment bilden. Ein Courier, der gestern Nachmittag um 1 Uhr in Banada Alamosa ankam, meldet, daß er rechts von San Mateo ein heftiges Gewehrfeuer gehört habe. Ohne Zweifel sind Lieutenant Taylor und Jim Longwill mit dem Häuptling Nana engagirt gewesen. Eine zeitgemäße und höchst wichtige Erfindung. Aus Baltimore schreibt der dortige Correspondent" : Es vergeht keine Woche, ja oft kein Tag in einer solchen, wo wir nicht über Unfälle in Fabriken oder sonstigen Plätzen zu berichten haben, welche durch Verletzungen mit Zirkelsgen angerichtet werden. Es gereicht uns deshalb zu um so größerer Genugthuung, daß es gerade einem Baltimore?, und zwar einem Deutschen, vorbehalten war, in dieser Beziehung eine höchst wichtige Erfindung zu machen. Es ist dies -Herr G. Grill, welcher in No 113 Nord . richtung erfunden, welche vor irgend einer Znkelsäge angebracht werden kann, und ' wodurch es in Zukunft positiv unmöalick I w II' V wird, daß besagte Sage mit den Fmgern, l. l ti rv .. v . Handen oder Armen in Beriihrung kommt. Dies Instrument wird ohne Zweifel bald in allen Fabriken oder sonstigen EtabliNements, wo die Sägen in Gebrauch sind, Eingang sinden. Ja, wir sind überzeugt, daß,, wenn besagte Erfindung hinreichend Ivfrttrnl' hiirV frvrtr fMMfe prfrtTün fv I i3 N yv v 1 1 v v v den dürften, welche zur allgemeinen Ein-! fuhrung dieser Sicherhetts - Maßregel zwingen. Herr Grill hat bereits, wie wir uns persönlich zu überzeugen Gelegenheit hatten, ein Patent darauf erhalten und wird die Fabrikation dieses Artikels nächstens im Großen zu betreiben beginnen.

i Tf p c r " i . n . m t -T- V. i ; k-T f t r t v rn'nn rrTTiT pr nnni II. ii t il i

. n r ? 1 B" - v;- n.: i.

Hinrichtung eineö farbigen Tchcnsals durch Lynchcr".

Ueber das cntset-.licbe Verbrechen in Abbeville, La., und 'dessen Sühne durch ; cyier yrxq vmyia rn v. New Orleans: , In emer Nemen Cottage u a"' menS Price Hendcrson, glücklich mit seiner Frau und erwachsenen echter. Am O !i.-0ff---C'..-..jr V. & l . esveraoo. 215m. arrmaion, in oav , Haus, in welchem Mr. Hendcrson und deren Tochter in separaten Betten schliefen. Das wollüstige Scheusal wandte sich zuerst dem Bette des jungen Mädchens zu, auf welches er einen rohen Angriff machte. Durch ihr Geschrei erwachte die j Mutter, welche rasch die Situation begriff! und muthig wie eine Löwin, der man ihr ! Junges rauben will, auf- den schwarzen ! Hallunken mit gehobener Art losstürzte, j Letzterer entging dem Hiebe, entwannete , die unglückliche Mutter und spaltete ihr mit einen Hieb den Schädel. Wie ein ! Tiger, der einmal Blut gerochen, ließ! das Ungeheuer Schlag auf Schlag! auf die zu Tode getroffene . Frau ! fallen neunmal sauste die Art hernie-! der und wurden der Unglücklichen die Un-! terkiefer, die rechte Hand abgehauen, so-! wie im Rücken eine klasfendc'Wunde bei-! gebracht. Der Kopf war m.eme unkenntliche Masse zerhauen. Die entsetzlich verstümmelte Leiche auf dem Fußboden liegen lassend, wandte sich dee Unmensch seinem zweiten Opftr zu. Das junge Mädchen, ! fast 'betäubt von dem schrecklichen Anblick ; von der brutalen Ermordung ihrer Mut- j ter, hatte die Flucht ergriffen, wurde je-! doch von . Farrington verfolgt und etwa eme halbe vjuxk von ihr entfernt cmgcholt. Crr warf die vor Schrecken Halbtodte auf den Boden, erreichte seine höllische Absicht und erschlug sie dann mit Knüppelhieben. Als der unglückliche Henderson in seine Wohnung zurückkehrte, fand er die entsetzlich verstümmelte Leiche seiner Frau im Hofe, nahe der Thüre liegen. Er rief nach sei-; ner Tochter, die nicht erschien, und, den ! Blutspuren folgend, fand er auch deren I Leiche. Sein Geschrei rief die Nachbarn herbei j und die Nachricht von der dreifachen i Schandthat verbreite sich wie em Lauffeuer. Nachdem er dem Sheriff mitgetheilt hatte, daß er Farrington im Verdacht habe, das Verbrechen verübt zu haben, wurden sofort -Icachsorichungen nach diesem angestellt und er vor Tagesanbruch' m seiner Wohnung vcroaftet. Er hatte noch Blutflecken an den Händen und auf seinem Hut und der Absatz des einen Schuhes fehlte. Dieser wurde neben der Leiche der ermordeten Mrs. Hendcrson gefunden. Ebenfalls fand man Farrington's Kleidungsstücke, welche er ausgewaschen hatte, um sie.von den daran befindlichen Blutslecken zu reinigen. Er wurde am Samstag Morgen bei Tagesanbruch in's Gefängniß gebracht und in Eisen gelegt. Um etwa 11 Uhr ritten etwa 200 300 Männer, Weiße und Farbige, vor die Schmiede des Ortes und befahlen dem Schmied ihnen zu folaen und alle Werkzeuge zum Erbrechen des Gefängnisses mitzubringen. Vor dem Gefängniß angelangt, fand man den Gefängnißwärter, der gerade dasselbe verlassen wollte ; ehe er das Thor schließen konnte, waren eme Anzahl der Lyncher" hineingedrungen. Sie ergriffen den Gefangenen, nahmen ihm die Fesseln ab, warfen ihn in den bereitstehenden Wagen und fuhren ihn nach dem Platze, wo er sein erstes Verbrechen begangen. Hier war bereits ein Schafsott errichtet, das Erste, welches dem Mörder ins Auge siel. Er betrachtete es kaltblütig und als er sah, daß er in wenigen Augenblicken am Stricke hängen würde, gestand er sein Verbrechen, wie er erst die alte Frau ermordet, dann das Mädchen geschändet und ebenfalls ermordet habe. Von den Lynchern" befragt, ob er glaube, daß sie recht daran thäten, ihn zu hängen, .antwortete er kurz, daß er es glaube. Der Wagen wurde dann mit dem Verbrecher an das Schasset gctrieben, ihm die Schlinge um den Hals gelegt, ein Paar Peitschenhiebe auf die Maulesel, der Wagen fuhr rasch weg und Wm. Farrington schwankte in der Luft herum. Die Zeugen verliefen sich, und ! die Leiche hing etwa drei Stunden da die ' Familie des Todte n nichts mit seinem Begräbniß zu thun haben wollte, j Schließlich wurden ein Paar Neger ge- ' miethet, welche die Leiche losschnitten, ein ! Grab aufwarfen und den Eadaver des! Unholdes in ungeweihtcr Erde einscharr-! ten. Moderne Methusaleme. Jede Stadt hat bekanntlich ihre altesten Einwohner", an deren Gedächtnißschwäche" an außerordentlich heißen oder kalten Tagen und bei ungewöhnlichen Ereignissen appellirt wird. Das Alter dieser ältesten Einwohner" mag immerhin ein sehr respektables sein. Ferner giebt es in vielen Gegenden dieses Landes Ammen Washington's", welche jedoch, bei Lichte besehen, als betagte und mit einer sehr starken Phantasie ausgestattete Negerinnen erkannt werden. Auch das Alter dieser imaginären Ammen Washingtons mag ein sehr respektables sein. Gleichwohl ist es nichts im Vergleiche zu demjenigen eines Mannes, welcher neuerdins von einem Berichterstatter in Westindlen. entdeckt, wurde. Diese neue cntdeckte menschliche Antiquität" zählt nämlich nicht weniger als 182 Lenze, er-

!

blickte somit im Aadrc des, Heils? 099 das Licht der Wc!:, welche nach Leibnitz die beste, nach anderen aber eine iebr mangelhafte ist. Jenes alte Haus" war in seinen jungen Jahren Soldat in spanischen Diensten und wurde 1724 ehrenvoll verabschiedet, nachdem er manche Wunde im Kampfe zu Wasser und zu Lande davongetragen hatte. Eine andere langlebige Rarität, deren Echtheit dokumentarisch beglaubigt ist, war der ungarische Bauer Peter Czarkan. Derselbe wurde im Jahre 1587 geboren und starb im Jahre 1772. Er erreichte somit ein Alter von 185 Jahren. Die englischen Statistiken weisen eine große Anzahl von Fällen außerordentli cher Langlebigkeit auf. In Aorkshire starb Henry Jenkins (vielleicht ein StammVater der modernen Jenkins") im Jahre 1760 im Alter von 169 Jahren. Er war seiner Zeit eine große Berühmtheit und wurde von vielen Potentaten besucht, angestaunt und beschenkt. Die Geschenke waren ihm wahrscheinlich lieber als die Besuche und die Bewunderung. In Wales starb im Jahre 1668 Wm. Edwards im Alter von 168 Jahren. Er wird von Vielen als der älteste Mensch angesehen, den England jemals aufzuweisen hatte, doch ist dies der zuvor erwähnte Henry Jenkins mit seinen 169 Sommern. Thomas Parr, gewöhnlich Old Parr" genannt, welcher das Glück hatte, der Unterthan zehn verschiedener Herrscher zu fein, starb' im Jahre 1635 im Alter von 152 Jahren. Frau Jane Crawford starb auf Jamaica 151 Jahre alt. Sie hatte im 17., 18. und 19. Jahrhundert gelebt. In der 'Nähe Berlin's starb am 2. Januar 1801 Frau Catharina Snider im Alte? von 102 Jahren.' Sie war neunzehnmal verheirathct und schenkte im Ganzen sicbenundzwanzig Kindern das Leben. Ihrem Begräbniß wohnten 155 Söhne, Enkel und Urenkel bei, von welchen viele schon hinfällig? Greise waren. Da die Frau acht Brüder und vierzehn Schwestern hatte, welche alle das Bibelwort: Seid fruchtbar und mehret euch!" nach besten Kräften befolgten, so gab es mehr als tausend Personen, zu welchen sie in dem Verhältniß einer Tante stand. Auch die neue Welt hat bereits viele Falle außerordentlicher Langlebigkeit aufzuweisen, die älteste Person, welche in diesem Lande starb, war eine geborene Deutsche, Frau Betsey Trautham. Sie kam im Jahre 1710 in dieses Land. Sie war schon 65 Jahre alt, als sie ihr einziges Kind, eine Tochter, gebar, welche noch heutigen Tages lebt und gleichfalls sehr alt zu werden verspricht. Frau Trautham war bis zu ihrem 120. Lebensjahre

sehr rüstig, aber dann nahmen ihre Kräfte ab, und sie wurde schwach und gebrechlich. Sie starb im Jahre 1834 in Maury County in Tennessee im Alter von 151 Jahren. Im Jahre 1836 starb in Canada Samuel Andcrson, ein Nichter der King's Vench", im Alter von 101 Jahren. Er war zu New Z)ork geboren, focht in dem Nevolutionskriege auf Seiten der Engländer und begab sich später nach Canada. Im Jahre" 1842 starb zu Halifax in Neu - Schottland John Southerland im Alter von 116 Jahren. Er war in England unter der Herrschaft Georg's I. ge-! boren und hatte somit unter allen engli-! schen ölegcnten aus dem Hause Hannover gelebt. Im Jahre 1845 starb in Bladen Co. in Nord Carolina Wm. Pridgen im Alter von 123 Jahren. Er kämpfte im Revolutionskriege gegen die Engländer und bchielt seine körperlichen Kräfte bis zu seinem Tode. Im Jahre 1666 starb in Detroit in Michigan James Crele im Alter von 144 Jahren. Er galt damals für den ältesten Menschen der Welt. Im Jahre 1869 starb in Sandusky in New Jork Daniel Frederick Beakman im Alter von 109 Jahren. Er war ein alter Soldat des Nevolutionskrieges und lebte mit seiner Gattin 85 Jahre lang zusammen. Dieselbe wurde 105 Jahre alt. Durch Congreßbeschluß wurde im Jahre 1867 seine Pension auf 5500 pro Jahr erhöht. In Jefferson County, N. I., starb im Jahre 173 Robert Sirbary im Alte? von 110 Jahren. Er war ein großer Jäger vor dem Herrn und soll nicht weniger als 2,200 Hirsche erlegt haben. Aber wie alle Jager war er auch einem guten Trunk nicht abhold, sondern trank sein ganzes Leben hindurch Whiskey in bedeutenden Ouantitäten. In seinem 80. Lebensjahre hatte er das Unglück eines seiner alten Beine zu brechen und war dem Chirurgen, welcher es amputirtc, bei dieser Operation selbst behülflich. 0 Die AdmiralitätS-Znseln. In der Akademie der Wissenschaften in San Francisco sind Waffen und Curiositäten ausgestellt, welche Chevalier Augusto E. Bruno, ein italienischer Ofsizicr, während seiner Forschungsreise auf den Südseeinseln eingesammelt hat. Die Sammlung ist sehr reichhaltige und besteht aus Waffen, Gerätschaften und anderen Erzeugnissen der primitiven Cultur der Südseeinsulaner. Vor Kurzem hielt der Chevalier in einer Sitzung der Akademie einen interessanten 'Vortrag über seinen Anfenthalt auf den Admiralitätsinseln, einer Inselgruppe über welche noch sehr wenig bekannt ist. , Der Redner sagte, daß die Eingeborenen, deren Hautfärbe nicht allzu dunkel ist, ein schöner Menschenschlag seien. Die Männer stnd hoch gewachsen, start gebaut und kräftig, während sich unter den Frauen Viele sinden, die sich als hübsch bezeichnen lassen und die besonders durch ihre angc-

nehmen Gesichtsüc;e auffallen, sicb aber auch dnrch Tatowirungen und das Anmalcn'des Körpers mit weißer, schwarz;? und rother Farbe verunstalten. Der Chevalier sagte daß er und seine Reisegefährten bei ihrrr Ankunft von den Eingeborenen, die übrigens Menschenfresser find, mit großer Freundlichkeit aufgenommen worden seien. Die Wilden sind mit ihren Canoes dem Schiffe entgegen gefahren und gaben den Reisenden züchte, ivelche sie gegen allerlei werthlose Kleinigkeiten' austauschten. Die Insulaner leben in Dörfern, welche unter der Botmäßigkeit von Häuptlingen stehen. Einer dieser Häuptlinge hat den Chevalier, als dieser an's Land ging, besonders lieb gewonnen, und zum Beweise dafür mit ihm Namen gewechselt, so daß er, der Capitän, bei den Wilden unter dem Namen jenes Häuptlings bekannt war, während dieser seinem Gaste zu Ehren dessen Namen angenommen hatte. Dieser Häuptling hat dem Chevalier auch dadurch seine Freundschaft bewiesen, daß er ihm alles abnehmen ließ, was er (der Insulaner) an ihm sah, mit Ausnahme des Revolvers vor dem sich der Häuptling fürchtete. Die Frauen tragen ein Stück Tuch um die Lenden und verzieren sich dieses Costüm, indem sie es mit Blättern, Muscheln :c. besetzen und aus denselben Gegenständen machen sich die Männer und Frauen ihren Hals- und Armschmuck. Besondere Sorgfalt verwenden die Eingeborenen, besonders die Männer, auf ihre Haartracht, während die Frauen sich bei ihrer Verheirathung das Haar ganz kurz abschneiden. Spieße und Pfeile, die sie mit der Hand werfen, bilden die Wasfen der Eingeborenen. Der Chevalier erzählte unter Anderem, daß er gleich am ersten Tage seines Aufenthalts, die Insulaner bei einem Menschenschmaus gesehen habe, und sie haben sich nach Kräften bemüht, ihn zu veranlassen, ihr Mahl zu theilen. Die Wilden wurden von dem Nedner als äußerst diebisch geschildert, sie stehlen alles, was ihnen unter die Finger gerathet und getrieben von Habsucht haben sie, nachdem der Chevalier einige Zeit in friedlicher Weise mit ihnen verkehrt, einen Versuch gemacht ihn auf eine andere Insel zu locken, um ihn zu ermorden. Als dies nicht gelang, haben sie seinen und seiner Gefährten Tod geplant, sind aber durch energisches Auftreten und Wachsamkeit und eingeschüchtert durch die große Anzahl Feuerwaffen, welche die Weißen bei sich führten, an der Ausführung dieses Vorhabens verhindert worden. ' Zum Schluß seines Vortrages sprach der Chavelier über den Tod und die Beerdigung eines Häuptlings auf

den Admiralitats-Jnseln. Er sagte, daß der Tod jenes Häuptlings die Frauen in einen solchen Paroxismus versetzt habe, daß sie sich wie Wahnsinnige' geberdet hätten. Der Häuptling wurde in seiner Hütte beerdigt, aber nach einiger Zeit wieder ausgegraben, und als dies geschehen, wurden der Leiche die Zähne ausgezogen, aus denen sich seine nächsten männlichen Verwandten einen Halsschmuck machten. Aus SchaM's ßitaten-Schatz. Den Inhalt soll die äußre Form verkünden, den Kern verrathe, was zu zieren scheint!" sagte die Nähmamsell. Da setzte sie einen Strohhut auf den Kopf. .u r Mich fängt's bald an zu heben," faßte der Schüler. Da hatte der Lehrer eme Stunde lang über die Göttin Hebe gesprechen. So etwas ist uns in unserer Praxis noch nicht vorgekommen," sagten die griechischen Hebammen. Da war die gerüstete Pallas dem Haupte des Zeus entsprungen. X rDu bist mein süßer Citatenschatz," sagte das Mädchen zu ihrem Geliebten. Da studirte dieser fortwährend Büchmann's Geflügelte Worte". Daß man doch zu- seiner Qual nimmcr es vergißt," sagte der Ehemann. Da dachte er an seme selige schwiege? mutier. Kurz und bündig. A. : Nun, du kaust ja an der Feder herum und machst ein Gesicht, als ob du Einen verscylmgen wolltest? B. : Möchte ich auch am liebsten ! Du weißt ja, daß ich füc die Morgenzeitung das musikalische Referat' habe. Kommt da nun em Mensch hierher. Namens mr & f . . w Alomni, ver sicy aus ven euein gropartig als Tenorvirtuos" unterzeichnet. veranstaltet gestern Abend ein Concert, und singt in einer Weise, die wirklich unter aller Kritik ist. Und ich muß nun doch eine Kritik darüber schreiben ! Wie soll ich das anfangen ? Wie soll ich in einem derartigen Fall kurz, treffend, streng und doch nichr gerade impertinent sem ? A. : Ganz einfach ! Du schreibst : Herr Mollmi inöae aefämqst semen stol zen Titel : Tenorvirtuos" aus dem Latemischen m s Deutsche übersetzen. B. : Das ist allerdings kurz aber was soll das heißen? A.: Nun, gieb Achtung ! Tenor kommt her von teuere, halten, also der Halt" ; vir heißt der Mann", tu du", os der Mund, das Maul !" Halt, 0 Mann, du '.das Maul !" Das ist wohl deutlich genug.

HnmoristiSckeD.

. Praktisch',' .., Engländer: Ich sinde es hier ungeheuer -langweilig.Franzose: Ich auch;. aber was ist zu machen? i - ' - Engländer: Spielen wir eme Paltie Dame. ' - - :, ' - - " ; Franzose : Das ist bald gesaat : weit und breit ist kein Kaffeehaus, - )-: Engländer : Thut nichts. ' Wir suchen uns drüben am Strand kleine Kiesel, ' dunkle und helle; dann' ziehen Sie Jbre Beinkleider aus, und wir spielen hinten, auf der großen Fläche.?.. Da sind Ear-. reaur, mehr als wir brauchen. . '. , ' , , ' Vor Gericht. ' A Der Vrändent läkt dem Anaeklaaten

durch den Gerichtsschreiber alle schon gegen :r. rri.-r..ir r.r lyn crgangrnen v,iraiui;eue verieien uno . af..if.,i rri . e..

oiia;x : nngetlagier, - ie laoen eis? Straferkenntnisse vorlesen hören. Danach ; steht es fest, daß Sie wegen Diebstahls' , und sonstiger Vergehen gegen das Eigen- -thum nicht weniger als fünfzehn -ÜRal ;

bereits beuratt worden und." Ter Anaeklaatc : Ei Serrcbeeses. 'da

sahn Se doch mal, Herr Präsident, roa&, .

stch das o nach und nach zusamn ienläppert. Energie.

Hauswirth (den bei ibm wobner idw 1

Studenten überraschend, wie derselbe die junge Hauswirthin küßt):' Bis, nach stenlw , r r ' 1 r t Acomag scye ia? oas nocy um. an, c ann aber muen ie ausziehen !

Selberständlich, Kritiker : Guten ' Abend, altes Ha . us l

Wie geht's, wie steht's? Schauspieler: Ich wem Nicht, w " id

von Ihnen denken soll, Herr Doetor ! Ji 1 der Kneipe sagen Sie altes Hars"' zi : mir, und in der Zeitung greifen S. - iich 1 auf das Heftigste an! , ' . ' ' '

Rritiler : Darm kann ich keinen 3.3u 'er- .

spruch entdecken, lieber Freund! .3 Ms alte Haus wird ebSn von mir herum1 ergerissen. ' 1 - -

Au f dem Dampfboot. - Ein Jude fäbrt von Hambura na ch Helgoland, und holt sich, da alle Plä: tze

aus )vzd besetzt stnd, emen lappstu! Yl - aus der Cajüte herauf. Da tritt eim von den Schiffsbeamten ' zu ' ihm bera n

und sagt: Hören Sie Mal, das geh t r 1 . r1 1 i 1 . . rj r t . 11 - Nicyl : as nno uaiuieninime r

vtu," versetzt der ohn Israels. ' ..wenn's auch ka Iüdenstübl sind, werd . -

sich doch auch emal ausnahmswcis' darauf " setzen tonnen eud, so gut wie c Christ." - Schlechte' Absicht. r ; Frau Müller : Gestern war ich hv Cirkus. Ich sage Jhncn, es mx groß-. artig ! Wie der kleine apaneje aus dem dünnen Bambusrohr , eine Fahne". gemacht hat, bin ich Ihnen, zehn Minuten sprachlos dagesessen! . . Herr Mayer: Zehn ivcmuten sprachlos," (zu seiner Frau,) Marie das mußt Du Dir ansehen V Prehaus er u nd Stranitzky. Ein wibiaes Zwiegespräch zwischen den beiden Komikern, welche um die Mitte des vorigen Jahrhunderts die .WrnurBühne beherrschten, theilt Moritz Ber mann in seinem interessanten Buche vcaria Theresia und aijer Joseph 11." . mit. Wie befindest ' duttch ?" fragte Prehauser seinen Kollegen. ..Nickt allmwobl," antwortete Stranitzky. Seitdem ich dich nicht gesehen. habe ich mich verheirathet." Hm," das ist ja gut." Nicht wie du denkst, denn ich haby eine schlimme Frau bekommen." Desto böser." ' . ..Nickt so böse als du meinst, denn ihr Heirathszut bestand in 20,000 Gulden.", . Ci nun, das tröstet." So sehr eben nicht, denn ich habe für; diese Summe Schafe gekauft, welche alle am Schwindel umkamen." Das ist in der That ein schlimmer Zufall." Nicht gar so schlimm, denn ich habe aus den Fellen mehr gelöst,, als die Schafe mich kosteten." . Auf diese Weise ist der Schaden ersetzt worden? 'Nicht so, wie du glaubst,'denn mein Haus, in welchem ich das Geld hatte, ist von den Flammen verzehrt worden." O weh, das ist ein großes Unglück." Im Gegentheil, denn. meine Frau ist mit dem Hause zugleich verbrannt." - Galant. Wie ksmmt es nur daß cs' mehr Frauen als Männer gibt, Herr Professor ?" , Weil wir, überall mehr Himmel als Erde sehen, gnädige Frau !" Begründeter Einwand.,. Frau (zu ihrem schwer bezechten Gemahl) : Schändlicher, ist dein liederliches Leben der Dank für das, was ich an dir gethan ? Als du damals während des Krieges verwundet zu uns in Pflege kamst, da war ich es allein, die-dich erhalten hat! Mann (lallend) : Aber Schatz, hernach erhielt ich dich doch auch. ' ' Frau : Wie so ? Mann : Nun, zur Frau ! . Eine neue Schulkranky eil; Die Mutter: Weshalb setzest du dich. ! denn mcht, Paul. , Paul: (den der Lehrer c,m Vormittag - gehörig abgestraft hat) : Mamachen, ich habe Popodagra !