Indiana Tribüne, Volume 4, Number 3, Indianapolis, Marion County, 27 August 1881 — Page 4
Indiana Hriöüne. ; - (W ochenblatt.)
Office: VirginiaAveuue. jEntered as eecond-class matter at the Postoffice at Indianapolis, Indiana. Abonnements'Preise : In der Stadt durch die Post inö Hau geliefert Per Jahr im Voraus....' '. .0 Per Nummer.'. ö Cents. R. Tcnnbardt L5Co.. Herausgeber. ' ' Indianapolis, Ind., den 27. August 1831. . Die AntiMonoHol-Liaa. i. ; -. Die Änti Monopol Liga hat eine Conserenz in Utika, N. I. abgehalten und beschlossen, thätig und mit aller Macht in das politische Getriebe cinzu'greifen. Der Kampf gegen da3 Monopol ist jederzeit ein berechtigter, nur fabt ihn die Liga leider sehr einseitig auf, denn sie versteht unter Monopol blok die großen Monopole', vorweg dieEisenbahnCorporationen.' Es läßt stch gewiö nicht destreitev, daß diese Corporationen einen :xi: .... u!.tc sc;Ps,.r, ZXuuJiifccu uicijuu iyuui,uui uiiud ausüben, daß sie in den Hallen deS Con gresZes und der Legislatur ihre dunkle Rolle spielen und , häusig die wirklichen Gesetzgeber sind. Daß jeder Cent, den unsere (Zisenbahnlönige in die Tasche stecken, - von irgend ' Jemandem im Schweif seines Angesichts geschaffen worden ist, nur nicht von den Eisenbahn ?nmn t$r hrslitAt nntf) nickt erst 4U II I V II . " T - - . 7 - I - . bewiesen zu werden. ' . , Ans der anderen Seite kann richt be- " . m , , Ztrttten.weroen, oqb zur nimmiung unseres Landes Nichts in solchem Maße beigetragen hat, als die Eisenbahnen. Ei,senbahnen'sind heute unentbehrliche Bedingungen für Industrie und Land'wirthschast, wie allerdings auch diese wieder nothwendig zu einem gemeinbringenden Betriebe jener, sind.' In einem dichtbesiedelten .Lande, wie z. . B- die Länder Europa's, 'wo sich Landwirthschast und . v . n ; n 'C .1.-1 C.. V... i - nouiinc im uur ouyiiuujcuutt ein wickelt haben,', da findet die Eisenbahn bereits die Bedingungen' für profitablem 5Hriof tn 5tirn Qnndp nfipr tn? in htm l( U V I III I I V I I V. W MV, V. I VM ' r r 1. . sF'.T .." V!.C. rn.v! unrigen.mun 01c vnicnpaon viel? -ocoin gungen erst schaffen, und bis sie geschas. fsn-KnS nvfirilti Ttt n t m nfinTi fft mir ltt . tVV. . VV . M, Mit. Verlust. Es ist immer leicht, gegen Landschen kungen und Monopole aufzutreten, man sollte jedoch nie vergessen, daß die Sache ihre zwei Seiten hat. Was wäre unser Land obne Eisenbabnen. und wer wollte - Eisenbahnen bauen, wenn sie nicht reichen Gewinn versprächen? . - Daß diese? Gewinn Monopol-Gewinn ist und daß er aus den Taschen des Vol ' kes kommt, das bestreiken wir nicht, thöricht aber ist es zu glauben, daß unter unseren heutigen Verhältnissen das Mo nöpol erfolgreich bekämpft werden kann, so lange der Betrieb, der zum Monopol .erden kann in Privathänden verbleibt. , Ohne Eisenbahnen keine Entwicklung des Landes in landwirthschaftlicher und industrieller'Beziehung und ohne Monopol keine Eisenbahnen. Was bleibt da übrig, als den Staat an die Stelle der Monopolisten zu setzen und den Betrieb .der öffentlichen Verkehrsanstalten, wie Eisenbahnen, Telegraphen u. s. w. ganz 'und gar Privaten zu entnehmen und dem Staate zu übergeben.' Ein anderes Mittel. giebt es nicht. Das Monopol Z iX T 21 W fc A Y 1 4 t 4 2 C li uüii lunyn viu u uiuujuy j(uiui vcu, um es zu brechen,, und es ist fraglich, ob eine Vernichtung desselben bei unseren eigenthümlichen Verhältnissen Vortheil . hast wäre. So radikal aber ist die Anti-Monopol Liga nicht. Wir halten deshalb ihren Kampf für einen Don Quixot'schen ' Windmühlenkampf und obwohl wir ihr von ganzen Herzen Erfolg wünschen, so können, wir doch an denselben nicht glauden. Die Arbeiterfrage und die Presse. .tzs giebt heutzutage, keine politische Partei, welche nicht dann und wann von der Arbeiterfrage spricht und in mehr oder weniger verschämter Weise den Arbeitern ein paar Schmeichelworte hin wirft, um sie für ihre Partei zu ködern. Auch giebt es heutzutage kaum eine Zeitung. welche nicht dann u. wann ein paar arbeiterfreundliche Worte zu sagen weiß. weil eben das Abonnementgeld desArbei ters genau so viel -gibt, ro'xt das des Kapitalisten.' Man würde sich jedoch sehr irren, wenn man glaubte, daß all dies einer humanitären Politik, oder einem Verständniß .der großen weltbewegenden Zeitfrage, entspringt. Man fühlt nur. daß eine große, oder bester, die weitaus größte Zahl der Bevölkerung nach und nach zum Bewußisein kommt, daß sie von jeher das Stiefkind 0e? Nation gewesen ist, und'daß.in ihr die Ahnung aufdämrnert, daß. .dazu keine natürliche Noth wendigkeit vorliegt. DZese Volksklasse, welche von jeher gewohnt-war, zu du! den, fangt an zu verlangen und" dä.die Stimmen.nicht gewogen, sondern ge ühlt werden, so hat jede Partei ein Jnteresie daran, so viele Stimmen aus dieser Volksklasse an sich zu ziehen, wie möglich. Wie weit ein solches Bestreben von
Erfolg begleitet ist, läßt sich nicht sagen, daß das Verfahren aber die und da gelingt. ist nicht zu bezweifeln. Schuld
daran ist aber die bodenlose Unwisienheit, welche sowohl unter den Gebildeten, wie den Ungebildeten, als auch sowohl in den Redaktionslokalen unserer Zeitungen in Bezug auf Alles herrscht, was aus ökonomische Fragen, speziell aber auf die Arbeiterfrage Bezug hat. So sehen wir z. B. ein Blatt heute die Behauptung ausstellen, daß eine Verminderung der Arbeitszeit ein Fallen des Lohnes zur Folge haben müßte, während das Gegentheil wissensä astlich erwiesen ist, und kurz nachher empfiehlt dasselbe Blatt die Ver kürzung der Arbeitszeit um eine Stunde und noch einen freien Samstag Nochmittag obendrein und behauptet dabei den Unsinn, der Arbeiter könne trotz dieser verkürzten Arbeitszeit gerade so viel schaffen, ohne zu bedenken, daß wenn man diese verkehrte Idee bis zu ihren äußersten Eonsequenzen versolgen wollte, man schließlich glauben müßte, der Arbeiter könne in einer Stunde ebenso viel schaffen, wie in zehn, und ohne ferner zu bedenken, daß der Vortheil einer Ver kürzung der Arbeitszeit gerade in dem Umstände liegt, daß in der kürzeren Zeit weniger erzeugt ird, weshalb für stellung des gleichen Prcduktenquantums eine grZßere Zahl von Arbeitern nöihig ist. Ohne diese Nothwendigkeit wäre ja der Vortheil einer Verkürzung der Arbeitsze't höchst problematisch. Was aber daraus ersichtlich ist, das ist die vollständige Unwisienheit in Dingen, mit denen Jeder, welcher sich herausnimmt zur Belehrung des Volkes zu schreiben, vertraut sein sollte. Freilich ?st mit dieser Unwisienheit ein Zweck verbunden. Wie im Mittelalter der Aberglaube das große Mittel war das Volk zu beherrschen, so ist es heut zutage der Geldsack. Und dasselbe Verfahren, welches damals die herrschende Macht einschlug, ihre Herrschast zu fest!gen und zu sichern, das schägt die Herr schende Macht auch heute ein. DicsVerfahren besteht darin, die Leute dumm zu erhalten. Und weil, wenn man zu viel von einer Sache weiß, man doch hie und da einmal in den Irrthum verfallen könnte, auszuplaudern, darum zieht man es vor, selbst dumm zu bleiben. So kommt es, daß unsere Presie weit bester in den Praktiken und Kniffen der Professtonspolitiker zu Hause ist, als in den wissenschaftlichen Errungenschaften auf dem Gebiete der weltbewegenden wirthschaftlichen Fragen, und daß sie in Bezug auf Letztere ebenso unwissend ist, als es vor hundert Jahren ein Journalist in Bezug aus die Evolutionstheorie war. Und doch bewegt sie sich! Darum zweifeln wir nicht daran, daß 'sich auch noch in den Redaktionsstuben ein Licht des VerständnißeS entzünden wird, um so mehr, als wir sicher glauben, daß die Herrn Redakteure in diesem Verständniß einmal ihren Vortheil erblicken werden. Die erste sociale Reformaufgabe der Frauen. Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie!" sprach des Menschen Sohn, als die Pharisäer und Schristgelehrten eine Ehebrecherin vor ihn brachten, um zu hören, wie er ihr Vergehen beurtheilen würde. Nie mand wagte es, einenStein auf die Sün derin zu werfen, namentlich nicht die Pharisäer. Aber die Pharisäer und Pharisäerinnen unserer Tage tragen weniger Bedenken, auf ihre auf einem Fehltritte ertappten Mitmenschen Steine zu werfen, mögen sie auch selber in einem Glashause wohnen. Sie sehen dieSplit ter in ihres BruderL und ihrer Schwester Auge, aber des Balkens in ihrem eigenen Auge werden diese Heuchler nicht gewahr. Wer unter Euch ohne Sünde ist, geehrte Damen, die werfe den ersten Stein auf ihre gefallenen Mitschwestern! Mit Steinen sollt Ihr sie aber nicht bombardiren, mit Schmähungen sollt Ihr ihnen nicht entgegentreten und sie von Euch abweisen. Nein! Ihr sollt den unglücklichen Geschöpfen die Schwesterhand reichen und sie auf den Weg leiten, der aus dem Sumpfe des Lasters und dem Schmutze der Verworfenheit hinausführt. Giebt es denn nicht viele reiche Damen, welche die Folgen eines Fehltrittes" vermittels ihres Reichthums zu verbergen wissen? Und stehen diese Damen nicht dennoch geehrt und geachtet, von einer Schaar Bewunderern umgeben und ven anderen Frauen beneidet aus der Höhe des äußeren Glückes, des Glan zes und Reichthums da? Werwagt es. ihnen mit Vorwürfen und Schmähungen nahe zu treten? Wer wagt e6,den ersten Stein auf sie zu werfen? Aber giebt es nicht auch arme, verlassene Frauen und Madchen, die von keiner liebenden Mut terhand in das Leben eingeführt wurden, sondern, aus sich selbst , angewiesen, den Kampf um' Dasein aufnehmen mußten und in diesem Kampfe strauchelten,' fielen und im Sumpfe versanken? Sicherlich tritt doch an ein armes verlassenes Mäd chen die Versuchung weit öfter und wüt näer heran,, als an die Töchter wohlhabender und reicher Eltern.l' Und rekrutiren sich ' die Reihen derjenigen -.Frauen-zimmert deren Zahl 'in'' unseren 'größeren Städten bereits eine sehr bedenkliche Höhe erreicht hat, nicht zum größtenThei! aus armen Mädchen ? , Armuth und End, Reichthum und LuxuS dienen in nahezu gleicher Weise , dazu,' das -söge-
nannte sociale Uebel nur noch schlimmer zu machen. Aber einerlei, was die
Ursache deS Falles der Unglücklichen gr wesen sein mag ; einerlei, ob sie bittere Armuth oder wilde Lust dem Laster in die Arme getrieben hat. Ihr tugendhaften Damen, solltet diesen Unglücklichen, nicht nur, wenn sie Eure Hülfe suchen, mit der größten Bereitwilligkeit helfen, sondern Ihr solltet auch denjeni gen welche durchaus nicht das Bedürsniß fühlen, aus den Pfad der Tugend zurückzukehren, den anscheinend völlig verkommenen Frauenzimmern Euere Ausmerksamkeit und allgemeine Menschenliebe zuwenden. - Ein Weinberg ist eS grade nicht, in wel ehern Ihr in dieser Richtung zu arbeiten habt ; es ist vielmehr ein großer Sumpf, einMorasi. AberEure zartenHände eignen sich am besten dazu, in demselben Dämme Wege undStraßen zu bauen, ausweichen die Verirrten ans ihm herausgelangen können. In diesem Kriege gegen das Laster ist Euch beretts eine tüchtige, muthige Vorkömpferin erstanden. Es ist Frl. Anna Dickinson, welche neulich den Temperen;meibern zurief: Die Sitten der Männer wollt ihr veredlen, aber euere gesallenen Schwestern tretet ihr unter eure Füße!"' Und in der That war eS an der Zeit, daß einmal eine weibliche und eine solche weibliche stimme laut wurde und den socialen Resormbestrebungen der Frauen dieses Landes die Richtung an wies, in welcher jene Wirkungen am se gensvollsten sein würden. Es ist jener Dame nur zu wohl be kannt, daß ein gefallenes Mädchen, wel chs sich einem besseren Leben zuwenden möchte, von Niemand mehr verachtet und verabscheut wird, als von ihren tugend hasten Schwestern. Kein Wort der Aufmunterung und des Trostes wird ihr zu Theil, und verzagend stnkt die Arme tiefer und tiefer. Es liegt allerdings in der Ar', und Weise, wie die Welt und besonders die Frauenwelt, sich einem ge fallenen Mädchen gegenüber verhält, eine himmelschreiende Ungerechtigkeit. Aber man darf es den Frauen kaum zum Vorwurf machen, dejj sie sich mit Abscheu von den Gefallenen abwenden. Beurtheilten sie dieselben ebenso mild, mit gleicher Nachsicht, wie die Angehörigen des stärkeren Geschlechts, die sich desselben Vergehens schuldig gemacht haben so würde das sociale Uebel" c?hne Frage noch weit bedeutendere Dimensio nen annehmen. Glücklicher Weise sind bereits Schritte in dieser Richtung geschehen. JnPhiladelphia, der Stadt der christlichen Bruderund Schwesterliebe, ist bereits eine Anstalt gegründet worden, in welcher reuige Sünderinnen Unterkunft und Ermuthigung finden, und in Chicago hat kürzlich eine gewisse Brooks ihr PrzMutionShaus in ein Zufluchtshaus für gefallene Mädchen umgewandelt. In einer Versammlung sagte sie: Wenn es hier Mädchen ode? Frauen giebt, welche dem Leben entsagen wollen, das ich geführt habe, so mögen sie in mein Haus ziehen und so lange bleiben, bis sich ihnen etwas BesiereS bietet Der Weg. auf welchem Ihr zu einem wünschensmerthen Zielt gelangen könnt, geehrteDamen, ist Euch also gezeigl, und es kommt nur darauf an, daß Ihr auf demselben weiter schreitet. Es giebt keine Menschenklasse, welche so dringend der weiblichen Hülfe bedarf, als die hier in Frage stehende. Wer aber unter Euch ohne Sünde ist, der wfe den ersten Stein aus ste." Zu Tode gehetzt. Es gibt glücklicherweise in diesem Lande Wenige, die nicht über die AusWeisungen politischer Verbrecher wie sie jetzt jeden Tag in Deutschland vorkommen ein Pfui auf den Lippen haben. . Wie sehr muß sich aber der Abscheu den dieses unbarmherzige Verfahren er regt, steigern, wenn man Nachfolgendes erfährt. Unter den jüngst auS Leipzig.Ausgewiesenen befand sich auch ein Mann, Namens Anlauf, der so leidend war, daß eine Aenderung seines Wohnsitzes die schlimmsten Folgen sür ihn haben mußte. Er bat die Polizei ihm einige Tage Frist zu geben. Umsonst man bedeutete ihm, daß er so schnell wie möglich die Stadt verlassen müsse. Anlauf siedelte nach einem benachbarten Orte über, aber die Reise erschöpfte ihn dermaßen, daß er nach wenigen Tagen starb. Ein zweites Opfer dieser unverant wörtlichen Polizeiwillkür erblicken wir in dem Tode eines allgemein geachteten Mannes, Namens Lange. Nach Paschky's Verhaftung trat er in dessen Geschäft ein, unterstützte die hiflos dastehende Frau und kaufte dann das Geschäft an. Die Polizei behauptete, es sei ein bloßer Scheinkauf, der die Hinterziehung der Prozeßkosten bezwecke, und Lange wurde eingesperrt. Nicht ein Moment kam zu Tage, welches ..die Anklage begründete. Hals nichts! Monate und Monatelang wurde der ganz'Unschuldige in Haft gehälteM'Hndlichkam'. eö ! zum ' Prozeß : natürlich "; erfolgte 'die " Freisprechung. Inzwischen war aber das Geschäft rui-' nirt worden und außer dem Geschäft auch die Gesundheit Lange'6. Er verfiel in Tiesnnn, glaubte sich überall verfolgt und dieser Tage ging er. in die Elbe, zu Tode'.gehetzt!
In Virginien soll die Tabaksernte
in diesem Jahre sehr schmal aussallen. Die im Hanöver'schen entdeckie PetroleuM'Qaelle soll überaus ergiebig sein. Victor Hugo's jüngste schriftstelleri sche Schöpfung "Lcs Quatrc Vents dc UEsprii" deren Aufgabe 17.600 Bände enthielt, ist vollständig vergriffen. ' Die Aerzte des Präsidenten denken jedensalls. daß ihnen nicht jeder Tag ei n:n solch s.'tten Job" in denSchoß nmst. Ihre Rechnung soll jetzt schon über 70.000 betragen, denn Jeder derselben rechnet für den Besuch U00. Der König von Baiern hat sich mit der Erzherzogin Valerie von Oestrreich verlobt. Also auch er ist nicht besser wie die Uebrigen. denn damit hat er seine bisherige Geliebte, jene bekannteFörsterötochter hintergangen. Bismarck arbeitet jetzt mit aller Macht gegen die Kirche. Er hat nämlich mit den Ültramontanen Freundschaft geschlössen, und da noch jede Partei an der Freundschaft Bismarcks zu Grunde gegangen ist. so wird es den Ultramonta' nen hoffentlich nicht besser gehen. In Colorado haben heftige Regengüsse viel Schaden angerichtet. Und hier? Man rede uns nicht davon, daß Alles in der Welt weise eingerichtet ist. Seitdem die Nachrichten über des Präsidenten Zustand wieder so ungünstig lauten ist auch Arthur sehr aufgeregt. Es ist dies sehr natürlich, denn Sein oder Nichtsein ist bei ihm die Frage. . Da der von der sozialistischen Arbeiterpartei behufs Beschickung des in der Schweiz stattfindenden Weltkongresses erwählte Delegat Dr. A. Douai verhindert ist, die Reise nach Europa anzutreten, so wird der erwählte Stellvertreter, I. P. McGuire, die Partei auf dem Kongreß vertreten. McGuire wird in den nächsten Tgen seine Reise nach Europa antreten. Aus Italien sind in den letzten 10 Jahren 1.300.000 Personen ausgewandert. Dieselben haben sich namentlich nach Deutschland, der Schweiz, Frank' reich, der Türkei, Griechenland und den Ver. Staaten begeben. Da diese Leute aber namenlos arm und furchtbar beschei den sind, haben sie überall nur dazu bei getragen die Löhne der Arbeiter herabzudrücken. Die Zeitungen ergehen sich jetzt in Lobeserhebungen über General Hancock weil dieser seit der Präst dent krank ist allen Festen und Lustbarkeiten absichtlich ferngeblieben ist, von der Ansicht ausge hend, daß es unpassend sei, solchen Ver gnügungen beizuwohnen so lange der erste Civilbeamte des Landes mit dem Tode ringe. Wir unsererseits hielten Hancock sür klüger, als ein solch abge schmacktes Verfahren einzuschlagen, um wieder einmal seinen Namen vor's Pub likum zu bringen. Die deutschen Reichstagswahlen sin den, wie der Kabeljunge endlich versichert, am nächsten 17. Oktober statt. Selten hat wohl noch das Resultat derselben größere Aufmerksamkeit auf sich gelenkt. als das diesmal der Fall sein dürfte. Möge dasselbe geeignet sein, die Regier ung und ihre Anhänger in Angst und Schrecken zu versetzen. In New Pork besteht eine vusiness Älen's loäeratiou Locict) welche es sich zur Ausgabe gemacht hat, nicht Ent haltsamkeit, wohl aber Mäßigkeit zu be sürworten. Dieser Verein hat an die dortigen Brauer ein Schreiben gerichtet, worin dieselben gefragt werden, ob sie noch andere Stoffe, wie Malz und Hop fen zu ihrem Biere nehmen. Daraufhin gestanden die Brauer zu, daß sie Welsch korn, Maisstälkc,R is undTraubenzucker nehmen, daß das Bier dadurch aber nicht ungesund werde. Letzteres mag wahr sein, aber es ist Thatsache, daß von allen grötzeren Städten des Landes New Pork das schlechteste Bier braut. Unter den Fabrikstädten des Landes soll jetzt New Pork den ersten Platz ein nehmen. Mit 11.845 Etablissements und 5157,000.000 in Fabriken angelegten Ka pitals, einer ArbeiterArmee von durch schnittlich 201.734 Händen und einem Werthe des Produktes von 35,000.000 übertrifft es Philadelphia ganz bedeu tend. Der Werth deS Produktes ist dort beinahe halb so groß, nämlich 5220,000, 000. Die Zahl der Etablissements beläust sich auf 7631, das Kapital auf 5124.000,000. Auf Philadelphia folgt dann der Zahl der Etablissements nach Brooklyn, nach Produkt, Arbeiterzahl und Kapital Chicago, dann Boston, Cincinnati, St. Louis, Baltimore u. s. w. Die höchsten Löhne (nominell) überhaupt werden in S.an Francisco gezahlt.. Im Osten zahlt New Pork den besten Preis sür qualifizirte Arbeit. ' - - Die Blüthe der deutschen Nation hat sich neuerdings 'wieder einmal in ihrem schönsten Llchte gezeigt. Etwa 800 Stu dent'en deutscher Universitäten ' haben aus dem Thüringerwalde eine AniisemitenVersammlung abgehalten und Begrüßungstelegramme an Bismarck und Kai ser Wilhelm gesandt. Man muh sich bald ' seines Vaterlandes und seiner Landsleute schämen. - -
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(SCHMIDT'S SQUARE,) INDIANAPOLIS, IND. eie berühmteste und besseinaericbtetsse Brauerei im tnt. m?..-
und "invicroratinff- Malt-Extract Bottl "Rr.frM ist hnr nTT.tr x...
w o o W UUVUI UilUdlll Ul vorzüglich anerkannt. Aufträge zum Verschiffen von Lagerbier aus allen Eisenbahn I Cm M - . . . L k -? fY x lF
Linien roeroen prompt crjuui. Die Drohbriefe, welche Bismarck kürzlich erhalten hat, sollen seiner Gesundheit sehr geschadet haben. Der Gouvzrnör St. John von Kansaö behauptet, dab feit Einführung des Prohibitivgesehes die Einwanderung in Kansas zugenommen habe und dab wenn das Prohibitivsystem nochmals zur Abstimmung gelange, dasselbe statt mit 8000 mit 75000 Majorität angenommen würde. Die Eisenbahn - Compagnien dagegen behaupten eine Abnahme ihrer Frequenz und werfen ihren Einfluß gegen Prohibition in die Waagschale. Wer hat nun Recht? Wir halten den Geldbeutel für den sichersten Barometer zrr Ermesiung der Wirkung eines Gesetzes. Korporationen haben nicht die Gewöhn heit sich das Geld aus dem Beutel herauszulügen. St. John wird von einer Idee beherrscht, die Korporationen vom Streben nach Geld. Letzteres ist mächtiger und bestimmter und aufrichtiger in seinen Zielen. Wir glauben daher, dafc oer Gouvernör Schönfärberei treibt und die Eisenbahncompagnie die Wahrheit sagen. ' Wenn Arthur Ehre im Leibe hätte, so müßte er eine ihm niemals zugedachte Prästdentschast niederlegen, sowie ein temporärer Vorsitzer des Senats erwählt ist, unter welchem als provisorischem Präsidenten dann nach den bestehenden Gesetzen eine Neuwahl stattsände. Dies würde den Volkswillen zum Ausdruck und uns eine Zeit sortgesetzter friedlicher Entwicklung bringen. Aber den Bab' cocklern, die seit 4 Jahren auf schmale Kost gesetzt sind, paßt natürlich kein ehrliches Verfahren. So schreibt die Westl. Post- in allem Ernste, trotzdem es doch eigentlich lächerlich ist, so in den Tag hinein zu schwatzen. Den Mann möchten wir kennen, der, wenn er zum Vicepräsidenten durch das Volk gewählt ist, und dann in die Lage kommt, den Präsidentenstuhl besteigen zu dürfen, auf diese Ehre verzichten würde. Wir haben gewiß keine Sympathie für Arthur, aber wenn man ihn nicht zum Präsidenten haben will, hätte man ihn nicht zumVicePräsidenten wählen sollen. Es wäre eine seltene Großmuth wenn er jetzt seine Rechte aufgeben würde. Der Beruf der Pastoren scheint nach und nach die Anziehungskrast. welche er stets ausübte, ganz zu verlieren. In Harvard College betrug die Zahl derjenigen Studenten, welche sich dem Predigtamte widmeten, einmal schon 53 Prozent und bis zu 1880 war sie auf 6 gefallen. In Yale siel die Zahl von 75 auf 15; in Princeton von 25 auf 21; in Brown von 35 auf 22, in Columbia von 9 auf 5, in Amherst von 3 auf 31, in Oberlin von 66 auf 31. Lägen genaue Statistiken von 188) vor, schreibt Herr Jrving, so würden wir sehen, daß in den letzten zehn Jahren der Rückgang im Theologie Studium noch rascher gewesen ist. In Pale ist der Prozentsatz der Theologen nur noch 9 und in Harvard weniger als 2. Dieselben Wahrnehmungen macht man seit nahezu 50 Jahren in Deutschland. Trotzdem befürchten wir nicht, daß ein Mangel an Pastoren eintreten wird. Denn bis dies der Fall wäre, wären auch die Menschen klug genug um zu begreifen, daß man auch ohne Seelsorger fertig werden kann, und sür dieWenigen, welche dann auch noch im Dunklen umhertappen fänden sich noch immer Leute, die das Seelsorgeschäft betreiben, um möglichst viel Vortheil daraus zu ziehen. Ein schreckliches Bild. Masiachusetts hat sich bisher mehr, als irgend ein anderer Staat, damit gebrüstet, daß den civilisatorischen Tendenzen der Gegenwart dort in höherem Grade, als sonstwo, Rechnung getragen werde. Einen sonderbaren Contrast zu dieser Behauptung bildet solgende Mittheilung des bekannten Herrn B. Wardwell zu Milford, Masi.,die wir ohne Commentar unseren Lesern vorlegen:- .Innerhalb zwölf Monaten wurden 82 Kinder in das Staats-Armenhaus 'zu. ''Tewksbury geschickt und innerhalb, derselben 'zwölf Monate 70 auf 'dem Armenkirchhose begraben. In der Westborott Reformschule erhielten innerhalb zwölf Monaten 300 Knaben 65.000, Hiebe , was : Wahnsinn und Selbstmord imehrerer Knaben zur.Folge hatte. Aehnliche böse "Kunde kommt aus einer Staatsanstalt zu Mun son. Die Mittheilung stützt sich auf amtliche- im Staatshause vorliegende Angaben und ist wohl geeignet,, das Muleid und Nachdenken der Bürger von Masiachusetts herauszufordern. '
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