Indiana Tribüne, Volume 3, Number 52, Indianapolis, Marion County, 6 August 1881 — Page 6

,' (Original Eorrcspondcnz.) Ucw Yorker Dricsc. Lebte und lehrte hier ein Profeffor der Aesthetik, von der Sorte des Professor Bischer in Tübingen, er würde hinrcichend Stoff und Veranlassung finden, über die jetzt herrschende Moi', die vom weiblichen Geschlecht beobachtet wird, Vorlesungen zu halten und in gebührender Weise loszuziehen. Es ist keine scharfe Uebertreibung, wenn man den Schnitt fcer Kleider, die eher ein Badehabit, als eine Straßentoilette sind, die Ausstafsirung mit Flügeln, Franzen, Troddeln Klingelschnüren nicht unähnlich und allerhand buntem, farbenreichem und geschmacklofem Auputz als etwas so Abgeschmacktes bezeichnet, wie es die Mode seit Jahrzehnten dem zarten Geschlecht nicht diktirt hat. Und nun erst diese Kopfbe-

deckungcn.! Die einheimische Evastochter in allen ihren Abarten ist darin nicht sehr wählerisch, was sie sich auf den Kopf stülpt oder, besser ausgedrückt, auf der Spitze des eigensinnigen Köpfchens balanciren läßt, ob kleidsam und dem Gesichtsausdruck und Teint entsprechend oder nicket, je grotesker und auffallender ein Hut a l:i Reinbrandt, a la Tavllerand u. s. w. ist, desto eisriaer greifen die jungen Tämchen darnach. Eine neue Inflation" auf dem Gebiete der Mode, ist die feit 15 Jahren in Abnahme gekommene Erinoline und wenn man den Sacbverständigen glauben darf, so ist in den Geschäften Nrtv gorks, deren Lebensaufgabe es ist, die qan;e Weibliche Welt, von der Bankiersgattin herab bis zur Ladcnmamsell, auszustafsiren, die Nachfrage nach Haops" so stark, daß es Mühe kostet, dem Ansturm zu begegnen. Vorläufig tritt die Krinoline noch in bescheidener Form auf, indem sie ein Anhängsel an den eigentlich nicht aus der Mode gekommenen Bustle bildet ; um aber einen vollendeten Faltenwurf der reichen Seidengewändcr zu erlangen, wird es wohl nicht lange währen und der wandelnde Ballon von ehedem kommt wieder in Sicht. Zu dem jetzigen Kopfputz der Frauen und Mädchen, d. d. derjenigen, welche so albern sind, jede Moknarrheit mitzumachen, ju der hoch- und spitzgestöckelten Ehaussure, zu der Corsage und der antiken Büste gehört auch wieder der antike Reifrock, wie ihn die Damenwelt zu Ende des vorigen Jahrhunderts trug und wie ihn die französische Er-Kaiserin Eugenie in Mitte der fünfziger Jahre zu neuem Leben erweckte, als sie die Ankunft eines Thronerben durch eine Krinoline - vor den neugierigen Blicken der großen Welt geschickt zu maskiren verstand. Nun, wenn erst wieder die junge und alte Welt der Frauen und Mädchen ihre Leiber mit den bewußten Stahlreifen umgeben haben werden, müßte auch auf die größere Räumlichkeit der Straßeneisenbahn-.Ears Bedacht genommen werden. Daß. die Hoops" übrigens in Zeit von 3 bis 4 Monaten allgemein grassiren werden, darauf deutet schon der Umstand, daß die Kleiderröcke der Frauen nicht mehr so' anschmiegend getragen werden, wie bisher und daß der Raum, den die mehr ballonartigen Kleider gewähren, durch das Stahlgestell passend oder unpassend ausgefüllt wird. Leute, welche die Mode der Krinolinen gründlich verabscheuten und sich über deren Sturz gefreut haben, habcn gewiß nicht eine so schnelle Wiederkehr des antiken Möbels erwartet. Bis jetzt ist man noch nicht dahinter gekommen, wer dasselbe wieder in Schwung gebracht hat; genug, die Neuerung ist da und Pflicht der weiblichen Ehre ist es, sich blindlings zu fügen, so abscheulich der Anblick auch sein mag, den ein wandelnder Luftballon bietet. Die Launen der Menschen sind zahllos. Jeder möchte die Welt nach seinem Geschmack eingerichtet sehen. Beklagt sich da neulich ein gewisser Jemand, der sich gefühlvoll als armer Drangsalirter" unterschreibt, daß er auf den mit allerlei Menschen dicht bepackten Vergnügungsdampfern, die nach Eoney Island fahren, von dem Nikotingeruch der die Luft verstänkenden Stinkadores so schrecklich zu leiden habe ! Es mag allerdings eine bittere Enttäuschung für einen nach frischer Seeluft schmachtenden Vcrgnügungszügler sein, wenn er auf dem Dampfschiff anstatt des erquickenden Ozons, wie ihn die Salzfluth nur zu liefern vermag, die brenzlichen Rauchwolken eines verdächtigen Krautes in die GeruchsWerkzeuge und Lungen einathmen muß, die dem widerlichen Pfeifenstummel einrs rücksichtslosen Mitpassagiers entsteigen. Die Hülfe der Dampfboot-Beamten wird in kläglicher Weise angerufen, und doch ist eine Beseitigung oder Umgehung so leicht. Man verweise die hartnäckigen Räucherer auf einen besonderen Platz des Dampf rs oder man begebe sich nicht in die unmittelbare Nähe eines Stänkerers. Ich glaube nicht, daß der Genuß von gedrehten Tabaksblättern von der Sorte, wie sie eigentlich nur auf hohen Bergen geraucht werden sollte, oder des gemüthlieben Glimmstengels, wie ihn heute jedes kaum hinter den Ohren trockene Bübchen sich des größeren Ansehens wegen m's Gesicht steckt, auf Dampfbooten verweigert werden können. Bei einer Vergnümgsfahrt muß das Vergnügen in volbrii. Strome fließen, und dazu . gehören l.inrcrf?ifen, wie Kiaarren, sowohl von !rmfcn'lw vv Qfif Aitrf Inorni st c

X.'V4.v VW il CUVUtf HUty ,v v- vAustraliern! verbreitet, der den Blattbequem ud und Verderben bringt. Jedr Art der .SOT Geschmack. Subjekte larsield - Fond, dessen Urheber so stieß siezens von der unabhängigen lei Schwupse Urtheile gefallen lassen die freien bis heute, den 27 Juli, schon LandstrichÄmme von 8147,488 gebracht; heftigen Mithin noch etwas mehr, als Verbrann leeren Gef waren un? Elements G6

einmal Hunderttausend, die' ohne Zweifel noch zusammen geläppert werden. Besser Ware es freilich, die Summe käme wirklichcn Nothlcidenden, wie z. B. den schwer heimgesuchten New - Ulmern in Minnesota zu Gute. Der weinerliche Brief, den Eyrus Field kürzlich zur Vegründung seiner aufdringlichen Gabe vervsfentlicht hat, erinnert zu sehr an das Geflenne eines frommen, empfindsamen Betbruders. So wie nach dieser Richtung ein Garfield-Fond als verfrüht ist, so ist es leider auch die Ankündigung eines Dank- und Freudcntages. Es hat fast den Ansckein, als ob einige Gouvcrneure und Akayors den Tag kaum erwarten können, wo sie mit ihrer Demonstration losplatzen können. Der Brooklyncr Bürgermeister ist sogar in seinem edlen Eifer soweit gegangen, daß er für Donnerstag, den 23. d. M., ein FreudenFest angeordnet hatte. Ist es freilich

auch nur daraus avgceyen, m am 4. Juli nicht abgebrannte offizielle Feuerwerkers an den Mann zu bringen, damit die dafür bestimmten 85,000 doch den Herren Lieferanten zu Gute kommen, so ist der wohlfeile Nebenzweck damit vcrbunden, durch Feucrwcrkcrei, Schießerei und ähnliche Demonstrationen dem gafsenden Volk den Beweis zu liefern, daß man siä' über die leider noch nicht erfolgte und nicht einmal voll verbürgte Genesung des Präsidenten zu freuen Ursache habe. Diese Art von Freudenfest" ist i ebenso taktlos und unpaffend, wie die I Sammlung sür einen Garsteld - ono. I Das ist wcniastcns bie Ansicht jedes ver- , ri.c ... ." o c . 1 S. ! f. uanolgcn Bürgers uno man lann iävts Beurtheilung hören, wenn nian nur hören will. Das Riesenwerk der New Aork-Brook-lyner Brücke, welche der selige Mavor Havcmcycr in seiner ihm eigenen farkastischen Schroffheit kurzweg einen Unsinn, einen Elephanten nannte, ist noch nicht einmal vollendet, und schon treten Ingenieure mit dem Prospekt einer anderen Brücke über den East-River hervor, welche einen höher hinaufgelegcnen Theil von Long Island, mit Zuhülfenahme der Strafinsel Blackwell, als Ruhepunkt für die Mittclpfeilcr, mit New Jork an der 76. Straße verbinden soll. Käme das Projekt wirklich zu Stande, so bekäme damit die Brücke zwischen Brooklhn und dem untern New Jork einen Rivalen, der den Aktionären und Erbauern viel Kopfzcrbrechen und Aergerniß bereiten dürfte. Diese neugcplante Brücke soll nicht allein bedeutender werden 9,752 Fuß in der Länge und 150 Fuß über den Wasserspiegel des East River 'sondern auch billiger zu stehen kommen. Es sollcn nicht weniger als 10 Millionen von den Kosten der Brooklyncr Brücke erspart werden, was daraus zu erklären ist, daß die Mitbenutzung des Stützpunktes Blackwells Island und die geringere Tiefe des Stromes, welche ein kostspieliges Versenken der Thurmfundamente nicht nothwendig macht, dem neuen Unternehmen günstiger sind. Daß der obere Theil von New I)ork, wo der Eentralbahnhof mit dem Tunnel belegen ist, durch die neue Brücke riesig gewinnen wird, ist klar, aber daß der Bau schon innerhalb zwei' Iahren fir und fertig dastehen soll, dazu werden sich denn doch wenige Gläubige sinden. Baut man doch schon wenigstens wird dem Volk das versichert an der Brooklyncr Brücke seit dem Juli 1869 und noch weiß Niemand, wann der erste Wagen hinüberrollen, oder der erste Fußgänger über -dieselbe traben wird. In Verheißungen leisten die Brückenkünstler Enormes. Einer der 4 Dircctorcn des Thaliatheaters, welcher bei mühseligem Aufstöbern von Schauspielern fast alle bedeutenderen Städte in Deutschland abgereist hat, scheint nunmehr seine Genossenschast beisammen zu haben. Doch steht ihm noch ein wichtiges Hinderniß im Wege, die kleine Armee! von etwa 40 Köpfen nach New Fork in Marsch zu setzen. Es fehlt nämlich dem vierten Director und Obcrregisscur' das nöthige Kleingeld, um die Truppen in Hamburg einzuschiffen. Im kategorischen Telegraphenstyl hat er vor einigen Tagen dem hier weilenden Gelddircctor die Weisung zugehen lassen, dieser möge sofort die Kleinigkeit von neuntausend sage 9000 Dollars anweisen, damit die Künstler.truppe abreisen könne. Der neue Director nebenbei gesagt auch Alitdircctor der ersten Wiener Bäckerei soll sich bödenklich hinter den Ohren gekratzt haben ob der Forderung, ein Manöver, was er während der Wintersaison noch oft genug ausführen wird. Auch ein SchauspielPrincipal, selbst wenn er den Geldsack rn der Hand hat, muß aussindcn, daß man nicht ungestraft unter Palmen wandelt. Was übrigens einige Zeitungen in Deutschland, namentlich in Wien, sich's angelegen sein lassen, über die auf den theatralischen Jagdgründcn putschenden Bühnen - Prinzipalen aus Amerika schlechte Witze zu reißen, ist erheuernd. Nicht allein daß dem obenerwähnten Director" Heinrich Cohn, genannt Conried auch bei Ihnen in Cincinnati als- Menschendarsteller ruhmvoll bekannt nachgesagt wird, daß er 30 Tage und eben so viel Nächte schlaflos vor Aufregung, immer reisend und suchend nach Mimen, verbracht habe, es wird ihm nün noch angedichtet, daß er als vielseitiger, selbstbewußter Künstler, Unterricht im Cornetblasen nehme, um sich für die Fanfaren vonubereiten, die er als Mitdirector vom luftigen Porticus des Boiyery Musentempels herab höchstselbst hcrabschmettern wird, um nach dem Beispiel der Wagnerschen Mustervorstellungen in Bayreuth nrbi et vrlii jeden Abend zu verkünden, daß auch sein Lustspiel im Innern des Tempels '.beginnt. Wenn das Ganze auch ein boshafter Jux ist, den sich ein Wiener Blatt mit dem vielgeplagten obersten Oberregisseur er-

laubt, so ist er doch nicht übel erfunden. Wenn übrigens graif-Marie Geistinger einem Zeitungsrcportcr die wundersame Geschichte aufhängt, daß sie als Gutsbcrrin ihres Rittersitzes in Kärnthen Schweine und Hühner züchtet und Kühe kauft, vielleicht auch yöchstcigcnhändig

melkt, so darf der noch erhabener dastehende Mime Eomicd auch Cornett blasen, um Sensation zu machen. Klappern gehört zum Handwerk ; die österreichische Gutsherrin besitzt die nöthige Naivität und der letztere die obligaten Requisiten Lunge, Lippen, Backen und Stirn, um recht schmetternd in die Lärmposaune zu stoßen. Ich kann solchen Zeitungsspäßen keinen Geschmack abgewinnen, weil es nie billiges Vergnügen ist, sich in Deutschlands Theaterkreisen über hiesige deutsche Bühnenvcrhältnisse lustig zu machen. V. Leo Hartmann. Der russische Nihilist Leo Hartmann, den die russischen Bebörden so gern in ibre Gewalt bekommen hätten und dessen Ankunft in New ))ork. schon öfter, wenn auch stets verfrüht, angekündigt wurde, ist im Verlauf letzter Woche endlich wirklich dort angelangt. Aus seinen Mittheilungen ergibt sich, daß er schon vor sechs Wochen London verlassen bat ; er ntbr jedoch nicht direkt nach Amerika, sondern unternahm inzwischen eine gebcime Rei'e nach dem europäischen Festlande und drang bis dicht an die russische Grenze, ohne der auf ihn fahndenden prcußischcn und russischen Polizei in die Hände zu fallen. Mögen ie Herren ras jetzt zu ibrcm großen Acrger c: fahren. Daraus erklärt sich auch, warum man bisher nicht im Stande war über Hortmann's Verbleiben Nähercs mitzutheilen ; um jeden Verdacht in Europa von ibm abzulenken, wurde die Einrichtung getroffen, daß auf dem Notterdamcr Dampfer ,,P. Caland" sich drei artmanns befanden, von denen einer sich sogar während der Reise für den ächten ausgab. Daher die Gerüchte von Hartmanns bereits früher in New Jork erfolgz ter Ankunft. Der Zweck seiner Reise nach " . m. s m den Ver. Staaten t, als Avgcjandter der russischen sozial-.rcvolutionären Partei, resp, des Exekutiv - Comite's, für die Sache der russischen Freiheitskämpfer Sympathie und Unterstützung zu gewinnen, und über die Zwecke, Ziele und Grundsätze der russischen Bewegung Klarheit zu verbreiten. Mit Rücksicht hierauf bat ihn das Executiv - Comite auch zum Träger eines Aufrufs an das amerikanische Volk gemacht, in welchem die jetzige unerträgliche Lage in Rußland geschildert und um die Sympathien und den thatkräftigen Beistand unseres Volkes für die revolutionäre Bewegung in Rußland ersucht wird. Dieser Aufruf, der in wahrhaft ergreifender Sprache den fluchwürdigen, brutalen und blutdürstigen Despotismus schildert, der auf Rußland und dem ruffischen Volke lastet, lautet also : Russische sozial-revolutionäre Partei. Exekutiv-Comitc. 3. April 1881. An das amerikanische Volk ! Bürger! Es ist .Amerikanern gewiß schwer, sich auch nur annähernd den wirklichen Zustand Rußlands mit seiner unbeschränkten Monarchie und seinem empörenden Absolutismus vorzustellen. Ohne von der weiten räumlichen Entfernung zwischen St. Petersburg und New Jork zu sprechen, welche so groß ist, daß sie jede gründliche Kenntniß ausschließt, so ist sogar die Organisation des Staates selbst, welche auf dem Grundsatze beruht : Der Kaiser Alles das Volk Nichts dem Geiste amerikanischer Institutionen ganz fremd. In seinem Vaterlande zählt wirklich das russische Volk für Nichts es ist lediglich eine leidende Kraft, welche dem Despotismus die Mittel liefert, um eine schamlose Existenz zu fristen mittels Millionen Bajonnette und Kanonen5ugeln. Indem er jedes Jahr dem ackerbauenden Volke die arbeitsamsten Bestandtheile cntreißt, schöpft der Despotismus aus dem Schoße des Volkes seine physische Kraft. DaS Geld und die Soldaten,' das ist's, was unsere Monarchie erhält. Wenn einmal das Volk die Kraft nicht hat, die Abgaben zu zahlen, so prügelt man es mit Ruthen, man prügelt es öffentlich vor den versammelten Zuschauern. Wenn das Volk die Abrundung seines Landes verlangt, schickt man es in die ZuchtHäuser. Das Loos' der intelligenten Klassen ist nicht weniger traurig. Wenn sie mit dem Volke, seiner Armuth, seinem Unglück sympathisiren, so ist das ein schwer strafbares Verbrechen. Meinungen zu bekennen, welche der Regierung mißfallen, ist nur möglich unter der Strafe langer Einsparung ohne Untersuchung, ohne Urtheil. Ein unvorsichtiges Wort stürzt den, der es ausspricht, n Verderben. Die Presse ist geknebelt, eine schneidige Erwähnung, eine mittelbare Anspielung führen zu unzähligen Zeitungsverbotcn, und ihre Redakteure erleiden Strafen im Verwaltungswege. Versammlungen sind untersagt, man sprengt sie durch bewaffnete Soldaten. Die Wissenschaft ist beschränkt in ihren Folgerungen, die Professoren, welche unabhängige Meinungen aussprechcn, werden von der Universität verbannt; Publizisten von Talent, gelehrte Schriftsteller, deren Arbeiten sozialen Fragen gewidmet sind, werden zu den Feinden der Regienng gerechnet ; viele unter ihnen schmachten in der Vervannung. Die Unabhängigkeit der Gesellschaft erstreckt sich nicht über den Selbstmord hinaus, den man allein ohne, Erlaubniß der Regierung begehen kann, oder über den Hungertod. Ter kaiserliche Des-

potismus verschlingt dielLlüthe der rusfischen Gesellschaft, die Elemente, welche wirklich die Größe des Landes und der Nation ausmachen würden. Dies ist in Umrissen der Stand der Sachen in Rußland. Der Gedanke, daß der kaiserliche Despotismus unerträglich sei, ist seit lange gereift und der Kampf um die Befreiung des Volkes-ist an der Tagesordnung sür die sozial-rcvolutionäre Partei. Mit diesem Wahlspruche werden unsere Revolutionäre ins Leben eingeführt, mit ihm sterben sie im Gefängnisse, in der Verbannung, bei der Zwangsarbeit; mit ihm kommen sie zu Dutzenden am Galgen um. Von Tag zu Tag wird der , Kampf zwischen dem Despotismus und der revolutionären Partei erbitterter, die Angrisic auf beiden Seiten hartnäckiger. Schon hat der Despotismus mchrere Niederlagen erlitten. Mehrere heftige Schläge haben ihn am Kopf gctrof? fen: er zittert und, seinen nahen Fall

voraussehend, wird er blutdürstig. Er saust das Blut der besten Söhne der 9!aticn der Galgen, das Schaffet das sind die Orte, wo er seinen fürchterlichen Turst stillt. Bürger von Amerika! Auf welcher Seite sind Eure Sympathien ? Wir beantworten diese Frage im Voraus. Die Nation, welche an der Morgenröthe ihrer Geschichte aus ihren Söhnen die Reihen bildete, um ihre Unabhängigkeit zu vertheidigen ; die Nation, welche ihre Grcnzen allen Verfolgten Europa's öffnet ; die Nation, welche nicht bor einem Bürgerkriege zurückschrak, um Millionen Sklaven zu befreien eine solche Nation kann nicht anders als mit uns sympathisiren,mit uns, die wir die Fahne der Befreiung des ruffischen Volkes entfaltet haben, der Befrciung aus politischer und sozialer Sklaverei. Die Abolitionisten, Eure geschätzten Söhne, waren auch Eure besten Söhne. Wir sind russische Abolitionisten. Eure Sympathien gehören uns, Euer Haß und Eure Verachtung unseren Feinden ! Eure Billigung, ebenso wie die der anderen Völker, ist uns sehr werthvoll. Unser eifrigster Wunsch ist es, sie zu erwecken. Zu diesem Zwecke werden wir suchen. Euch den wirklichen Zustand der Dinge in Rußland bekannt zu geben, in politischer wie sozialer Beziehung unserer inneren Angelegenheiten. Um diesen Zweck zu erreichen, begibt sich unser Genosse Leo H a r t m a n n auf unsere Anordnung auf Euren gastlichen Boden. Er wird Euch die Geschichte unseres Kampfes mit seinen blutigen Zwischcnfällen und seinen Martyricn crzähleii. Er wird Flugschriften herausgeben und eine Reihe , von Vorträgen und Besprechungen abhalten. Amerikanisches Volk! Wir hoffen, daß er bei Dir einen wohlwollenden und brüderlichen Empfang finden wird. Das Executiv-Comite der sozial-rcvolutionärcn Partei in Rußland. Wir sind überzeugt, daß das entsetzliche Bild, welches der v:rstcbende Aufruf von den in Rußland herrschenden Zuständen und von dem unsäglichen Elend, unter dem das russische Volk schmachtet, vor unseren Blicken entrollt, nicht vcrfehlen wird, in den Herzen des amenkanischen Volkes das wärmste Mitgefühl für das geknechtete russische Volk und seine Leiden, sowie lebhafte Sympathien für die Bestrebungen der russischen Freiheitskämpfer, soweit letztere die Verwirk lichung dieser Bestrebungen nicht durch Meuchelmord zu sichern suchen, wachzuru'sen. Ob indessen diese Sympathien stark genug sein werden, das amerikanische Volk auch zu materieller Hülfeleistung an die russischen Revolutionäre was natürlich ausschließlich auf dem Privatwcge zu geschehen hätte zu veranlassen, ist noch die Frage. Die Annahme, daß die Nihilisten auch in Zukunft' von den Mitteln, die sie zur Verwirklichung ihrer Ziele in Anwendung bringen, die Kugcl, den Dolch und das Dynamit nicht ausschließen werden, dürfte von vornherein jede werkthätige Unterstützung derselben durch das amerikanische Volk als im höchsten Grade zweifelhast erscheinen lassen. Die öffentliche Meinung hierzulande verdammt eben den politischen Meuchelmord-und wenn er sich auch die schändlichsten Tyrannen zu seinen Opfern erwählt auf das entschiedenste. Die Tumulte in Rom. R o m, 13. Juli. Die soeben um vier Morgens beendete Beisetzung der Leiche P i u s IX. in der Kirche San Lorenzo crtra Muros wurde zu einem empörenden Skandal. Es ist dies dem gänzlichen Mangel an Umsicht seitens des Ministers des Innern zu danken, der nicht die mindesten Vorsichtsmaßregeln getroffen hatte. So konnte denn der Pöbel auf dem ganzen Wege vom Vatikan durch die Stadt den Leichenzug ungestraft insultiren. Der Skandal dauerte drei volle Stunden. Die Carabinieri und Polizeisoldaten waren vollkommen unvermögend, den Leichenzug zu schützen, die aufgebotenen Truppen, die in der unzureichenden Stärke von wenigen Kompagnicn erschienen, unterließen es, ernstlich 'einzugrifen. Ter Pöbel durchbrach mit Leichtigkeit den vom Militär gebildcten Kordon. Der Entrüstung über das Vorgehen des Pöbels, sowie über die Kopflosigkeit der Regierung kann selbst von den entschiedensten Gegnern des Vatikans nicht scharf genug Ausdruck gegeben werden. Der Leichenzug verwandelte sich in eine obscöne Orgie. Die Vorkommnisse dieser Nacht sind ein Schandfleck in der Geschichte des neuen Italiens. Der Verlauf des Tumults war folgender : Die Pcterskirche, welche den Leichnam des Papstes bis jetzt barg, wurde um sieben Uhr Abends geschlossen; alle Zugänge

wurden von der Polizei abgesperrt. Unter der Leitung des vatikanischen Architektcn V e s p i g u a n i wurde der Sarkophag in Gegenwart des Domkapitels, einiger Bischöfe und päpstlicher Prälaten, des Priors des Klosters San Lorenzo in die Chorkapelle gebracht, nachdem eine genaue Besichtigung der Siegel dieselben als richtig und intakt ergeben hatte.- In der Chorkapelle wurde alsbald das Misercre angestimmt und die Einsegnung vom Bischof F o l i c a l d ? vollzogen. Darauf wurde der Sarg, der übtens ein Gewicht von 5000 Pfund hat, von' acht Kcrzcnträgern geleitet, durch eine an dem Platze Santa Marta gelegene Hinterthür der Pcterskirche herausgebracht. Vor dem Austritt aus den Räumen der Kirche übergaben die päpstlichen Notare den Leichnam dem Klosterprior der San Lorenzokirche, Pater D o m e n i c o Moliterno. Ueber den Akt der Uebergäbe wurde ein feierliches Instrument ausgefertigt, das von allen Anwesenden unterzeichnet wurde. Um dreiviertel zwölf Uhr waren die Ceremonien in der Peterskirche, welchen Niemand, nicht einmal die Kardinäle beiwohnten, beendet. Inzwischen hatte sich auf dem Petersplatze, über, welchen sich der herrlichste Sternenhimmel ausbreitete, dessen Pracht sich mit dem Glänze des vollen Mondes vereinigte, eine unzählbare Mcnschemenge angesammelt. Von 9 Uhr ab strömten die Massen auf den Platz. Tausende von Weibern und Kindern lagerten auf den Stufen des riesigen Doms, Hunderte von Equipagen faßten Posto neben den Kolonadcn. Plötzlich es war genau Mitternacht erglänzten alle Gebäude, der Vatikan und die Peterskirche ausgenommen, in blendender Illumination. Ein rothes bengalisches Feuer hinter der Pcterskirche kündigte all den Tausenden an, daß die Leiche soeben die Kirche verlassen habe. Einer feurigen Schlange gleich entwickelte sich aus dem Portikus der Peterskirche ein unabsehbarer Zug von Fackelträgern, die, vorzugsweise im schwarzen Frack und mit weißer Halsbinde erscheinend, aus allen Ständen sich rekrutirt hatten. Es' war dies' offenbar die vollzählige Anhängerschaft des römischen Vatikans in der römischen Bevölkerung. In der Mitte gingen betende Frauen und Kinder. Der Zug wurde eröffnet durch Polizeisoldaten, ihnen folgten etwa 1000 psalmensingende Kerzcnträger, welche dem vierspännigen Leichenwagen unmittelbar vorangingen. Der Sarg war überdeckt mit jenem berühmten historischen rothen Brokat-Tep-viche, welcher seit sechs Jahrhunderten den Balkon schmückt, von dem herab die

Päpste urdi et orbi den Segen ertheilen. Ueber dem Tcppich lag ein einfaches rothes Kissen. Priester im Chorhemd und Fackeln tragend schritten zur Seite. Jedermann entblößte dasHaupt. Die Frauen klagten laut: povero Pio iiono! il buono Pio nono!" (Der arme Pius der Neunte ! Der gute Pius der Neunte!) Dem Leichenwagen folgte ein päpstlicher Wagen,' in welchem Erzbischof Foliealdi, der Pfarrer an St. Peter und ein Ccremonienmcister ; ein zweiter Wagen, in welchem vier Domherren, ein dritter, in welchem der päpstliche Majordomus Ricci Paraviciani und der Ceremonienmeister Macchi ; endlich ein vierter päpstlicher Wagen, in welchem die päpstlichen Notare Platz genommen hatten. An diese Wagen reibten sich die Equipagen der römischen Patrizier und des diplomatischen Corps. Den Schluß des Zuges machten ungefähr 4000 Kerzenträger. Die Ruhe der Nacht wurde nicht unterbrochen, weder durch Glockengeläute noch Musik. Auf dem Petersplatze kein störender Ruf. Das Schauspiel nUrr ergreifend, ernst und großartig. Auf der Piazzo Rusticuccuci, welche den Petersplatz abschließt, war der dort dauernd stationirte italienische WachtPosten ins Gewehr getreten. Kaum hatte der Zug den Petersplatz verlassen, als die Provokationen begannen. Man rief : Es lebe Garibaldi ! Es lebe Italien ! Ein drohender Knäuel junger Leute drängte sich an den Zug. Vor der Engelsbrücke hörtc man rufen : Werfen wir den Papst in t en Tiber ! In der Straße Banchi vecchi fanden neue Reibereien statt. Viele Häuser waren rlluminirt. Bei den Filippinen streute man Blumen auf den Sarg, ebenso in der Via Pasquina. Die Tumultuanten antworteten mit Schimpfreden. Einzelne riefen : Ewiva Italia !" Evviva il re ! Bei der Jesuitenkirche vor dem Palazzo Aktien kam cs zum Handgemenge. Äan schlug mit Stöcken auf die Theilnehmer des Kondukts ein. Die Klerikalen wehrten sich mit den brennenden Fackeln. Es kamen hier zahlreiche Verwundungen, sowie mehrere Verhaftungen vor. Auf der Piazza di Venezia entstand ein höllischer Skandal. Der Pöbel drängte 'sich um den Leichenwagen und stimmte die Garibaldihymne an, während die Kerenträger Gebete, sangen. Man schrie Evviva il re ! Fwiva Italia ! wild durcheinander. Dann wurden zotige Lieder gebrüllt. Die' Pr izei zeigte sich ohnmächtig bei diesem empörenden Skandal, angesichts einer Leiche, welcher nach dem italicnischen Garantiegesetz königliche Ehren gebühren. Vergebens versuchten die Truppen auf der Piazza di Venezia die Ruhestörer durch einen Kordon abzuschneiden. Heulend stürzte die Menge dem Leichenzuge nach. Auf der Höhe von Magna napoli, nur zwanzig Schritt vom Königsschloß Quirinal entfernt, umringte der Pöbel die Equipagen der päpstlichen Prälaten, denen er ins Gesicht . spie. In wüstem Durcheinander brüllte man Zoten so das berüchtigte Ritornell : adtlio rnia bella, addio l'arrnata se ne va !" (Lebwohl, lebwohl, mein Schatzchen, von bannen zieht das Heer!). Zeitweilig heulte man nieder mit den Klerikalen !"

In der Via Nationale versuchte man die Kerzen und Fackeln gewaltsam auszulöschen. Die Truppen zogen nochmals vergebcns einen Kordon, der Pöbel durchbrach die Linie mit wüthendem Geschrei. t Der Leichenwagen, die Equipagen und die Fackelträger mußten cs aufgeben, im Schritt vorwärts zu kommen, um sich vor den Insulten, zu retten. Auf der Piaa Termin: versuchte eine Verstärknng der Truppen nochmals vergebenes, der Menge den Weg nach dem Kirchhofe ;u verlegen. Der Leichenzug mußte im Schnellstbntr zum Tbore hinaus nach der San LorenzKirche flüchten unter dem fortwäbrcnden Pfeifen, Schreien, 'Fluchen, dem Gclächter und den Schynpfrcdcn der rasenden Menge. Ich eilte zu Wagen v?raus, um mir den Eintritt in die Kirche zu sichern. Vor mir fuhren fünf Wagen mit Halbtrunkencn, welche die widerlichsten Zoten saugen, ohne daß ein einziger Polizeisoldat, deren Dutzende am Wege standen, Einsprache erhoben hätte. Um drei Uhr Nachts erreichte der Zug die Kirche San Lorenzo extra Muros, wo nun erst der schlimmste Tumult entstand. Als man die Leiche vom Wagen nehmen wollte, ertönte rohes Geschrei und lauteS Pfeifen. Es entstand ein heftiges Drängen gegen den Leichenwagen, so daß die Polizei zur Sicherung der Leiche Karree bildete. ' Nunmcbr ertheilte die Polizei den Befehl zur Räumung des Platzes. Drei Trompetenstöße forderten zum Auseinandergehen auf. Steine durchflogen die Luft, ' wie schon früher in der Via Nationale. Die Polizei-Solda-ten zogen blank und zerstreuten den Auflauf gewaltsam, während vom Kirchthurm die Todtcnglocke erscholl. Erst jetzt, während die Tumultuanten singend und heulend (auch die Marseillaise konnte man hören) gegen 3iom zurückzogen, konnte die Leiche in die. Kirche gebracht werden. In dieser waren nur etwa hundert Personen anwesend. Am Eingänge waren zwei Laien-Brüdcrschaftcn mit brennenden Kerzen, dann drei Kardinäle, die Testamentsvollstrecker des Papstes, Simeoni, Mertel und Monaco la Valetta, im Mittelschiff zu beiden Seiten Kapuziner mit brennenden Kerzen aufgestellt; außerdem zählte ich etwa dreißig Personen. Kaum war die Leiche über die Schwelle gekommen, als die Kirchenthüre sofort ins Schloß geworfen wurde. Der Kardinal Monaco im Trauerornat besprengt den Sarg mit dem Wcihwedel, dann wird der Sara auf m '

feierlichem Vollwagen rechts vom Hochaltar nach der Apsis der offenen säulengetrageneu Unterkirche geleitet, wo sich im Mittelpunkte der äußersten Wand der Apsis die von Pius dem Neunten selbst gewählte Gruft öffnet. Die Kirche und Krypta sind glänzend erleuchtet. Ueber der Gruft hängen zablrciche Gedcnkkränze. Ter Kardinal Monaco crtheilte in feierlicher Weise die sogenannte Absolution. Dann celebrirt cr die Mcsie am Grabe des heiligen Lorenzo ; inzwischen erfolgen die Arbeiten zur Versenkung der Leiche in die Grust. Um halb 4 Uhr Morgens ist der Sarg in die Grust gebettet. Die drei Kardinäle nehmen in der Krypta am guincn Tische der päpstlichen Protonotace Platz; zwei Kerzen brennen auf dem Tische. Monsignor P e r i c o l i verliest die Urkunde, welche die Leiche des Papstes den Kapuzinern übergiebt. Alle anwesenden Geistlichen unterzeichnen diese Urkunde, die Kardinäle zuerst. Um vier Uhr ist alles beendet. Ein langer schmaler, einfacher Gedenkstein von weißem Mormor, überragt von einem niedrigen Marmorgicbcl, mit der Tiara geschmückt, kennzeichnet die Ruhestätte Pius des Neunten. Auf dem Steine befindet sichfolgende einfache Inschrift: ,.().?a et eineres Iii papae IX. vixit an. LXXXV in pontif. an. XXXI. M. VII. de XXII. Orate pro co. I'aphael Monaco la Valet ta, Joanne Simeoni. Tlieophilus Mertel haeredes posuernnt ex icstamento. Als ich die Kirche verließ, war es lichter Tag. Die Menge war fast verschwunden. Der Platz vor der Kirche, sowie die nach Rom führende Via Tiburtina schien sich jetzt meinem förmlichen Belagerungszustande zu befinden. Am Thore San Lorenzo erreichte ich den unter starker Eskörte nach dem Vatikan zurückkehrenden Leichenwagen. Die 3!egierung wird allerseits getadelt, weil sie dem schmachvollen Unfug weder zuvorzukommen, noch ihn zu unterdrücken wußte. Da sie den Leichenzug gestattet hatte, war es ihre Pflicht, denselben gegen die empörende Beschimpfung sicherzustellen, was ganz leicht war durch die Bevbachtung des Garantiegesetzes, welches dem Papste wie dem Könige militärische Ehren zuspricht. Wollte die Regierung aus politischen Gründen davon absehen, so mußte sie die geheime Ueberführung der Leiche ausbedingen, statt Italien durch den Pöbel vor ganz Europa compromittiren zu lassen. Mit Recht kann jetzt Leo XIII. leider behaupten, daß er nicht wagen darf, den Vatikan ohne Gefahrdung seiner persönlichen Sicherheit zu verlassen. Die Zahl der Verwundeten und Verhafteten wird wohl unbekannt bleiben, weil die Regierung ein Interesse daran hat, die Wichtigkeit des Ereignisses abzuschwächen. Bonn, 12. Juli. Die Bonner Zeitung schreibt betreffs des gestern crwähnten Duells, welches den Tod des 5tud. jrn Max Eger aus Königsberg, zur Folge hatte, daß die hiesige Staatsanwaltschaft gegen Dr. Karl Riema, Ehemiker, zuletzt in Duisberg wohnhaft, einen' Steckbrief und Haftbefehl wegen Zweikampfs mit tödtlichem Ausgang" erlassen hat. Dr. Riema hat bis zum Jahre 1870 auf hiesiger Universität studirt.