Indiana Tribüne, Volume 3, Number 50, Indianapolis, Marion County, 23 July 1881 — Page 4
Indianer Tribüne.
ndiana HriVüne.
(Wochenblatt.) 'Office: Ecke Circle u. Meridianstr, (Im dritten Stock. JEntered as second-class matter at the Postoffice at Indianapolis, Indiana. Abonnements-Preise. Juder Stadt durch die Post ins HauS geliefert Per Jahr im Voraus $2.00 Per Nummer 5 Cent. Otto Schissel, Herausgeber. Indianapolis, Ind., den 23. Juli 1831. Die Aufgabe Tlmerika'S. Die Vereinigten Staaten nehmen fast einen Continent ein. Im Osten und Westen sind sie vomOzean begränzt, unser Nachbar imSüden ist eine schwacheRepub lik, welche fortwährend so mit sich selbst beschäftigt ist, daß sie keine Zeit hat, sich riel um uns zu kümmern, und um welche such wir uns nicht zu kümmern haben und wir sind schon seit Langem so daran ge wohnt, unsere Streitigkeiten mit England . auf schiedsgerichtliche Weise zu lösen, daß auch in dieser Richtung wir uns niemals Sorge zu machen brauchen. AusGebiets eroberungen geht unsere Republik' nicht aus und sollten unsere Nachbarn im Sü den ode? Norden einmal Lust bekommen, sich uns anzuschließen, so kann das auf sriedlicheWeise bewerkstelligt werden. So haben wir also eigentlich hier keine ncn nenswerthe äußere Politik, wie sie die Staaten Europa's haben. Das politische .Gleichgewicht" das dort mit so ängstlichem Bestreben zu wahren gesucht wird, und wegen dessen Erhaltung Europa fortwährend in Massen starrt, ist bei uns vorhanden. Wir haben in Folge besten keine stehenden Heere nöthig und vergeu den nicht Millionen und werthvolle Arbeitskrast imMilitärismus. Wir haben eine republikanische Regierungssorm, haben bürgerliche Gleichheit und brauchen keinen König mit seinem ganzen Hofstaat auf Volksunkosten zu erhalten. Wir haben unbegrenztePreß und Rede sreiheit. Das Gesetz hindert keine Ansicht, und wäre sie auch die verwegenste, sich Gel tung zu verschaffen. Unsere öffentlichen Finanzen sind in geordnetem Zustande, unsere Steuerlast ist erträglich, unser Boden ist fruchtbar an Mineralien und Metallen unter der Oberfläche, an Nahrungsmitteln über demselben. Er ist jederzeit im Stande .vielmehr hervorzubringen, als wir ver brauchen, ja verbrauchen können. Sy fehlt also imGrunde genommen gar nichts, unserVolk zum denkbar glücklichsten zumachen, wenn -ja wenn wir den Verstand dazu hätten. Vielleicht fehlt eö aber auch an dem guten Willen, obwohl im Allgemeinen der gute Wille sich zu gleicher Zeit mit der Einsicht einstellt. Wie viele unserer Leser haben sich schon gesragt, wie es kommt, daß wir Tausende von Säcken Waizen nach Europa schiäen, so lange eS hier noch Lute giebt, welche kein Brod zu effen.haZen ? Wie viele im serer Leser haben sich schon gefragt, wie eS kommt, daß von Zeit zu Zeit die Arbeiter ohne BeschAtlgung, also brodloS sind, und wie Monopolisten und Bankiers immer reicher werden und Millionen ansammeln ? Wo steht in den Annalen unsererGesetzgebung ein Versuch verzeichnet der schämlosen Ausbeutung des Volkes durch die Monopole irgend welche Schranken zu ziehen ? Gehen die Geschäfte gut, so schreiben die Mischen Parteien diesen günstigen Um and 5$ selbst zu, gehen sie schlecht, so sucht jede Partei dies der andern in die Schuhe zu schieben. .JnWirklichkeit fürn mert sich keine Partei um da5 Wohl des Volkes. Beute Beute Beute das ist das große und einzige Grundprinzip un. serer pontischen Parteien. , i rx.uH Wznn wir dem jeni qeuiöjswu" unnde machten, .f.n N,te5vstem ein IUV1" -"""'i 'i dann könnte Amerika wohl den natürlichen Berus ersüllen, derWelt zu zeigen, wie em Volk sein eigenes materiellesGlück in einer Weise ausbaut, daß es sich in möglichst aleicher Weise über Alle erstreckt. Rlcht belästigt von feindlichen kriegslustigen wen, beaabt mit einer freien Regn. runasform. ausgestattet von der Natur ruttk y stur.. .;. mlk, i mit Allem, was zum AtfiMMbta ist, was haben wir denn An&?Sto&1iSa zu thun, als unlere
ganze sogenannte politische Thätigkeit der intellektuellen und materiellen Wohlsahrt des Volkes und jedes Einzelnen im Volke zuzuwenden ? Statt deffen dreht sich un sere ganze Politik um Trivialitäten. Die großen Fragen, welche dasLand bewegten, sind seit vielen Jahren erledigt. Wir müffen Vorwärts gehen! Aber trotzdem das Feld für unsere politische Thätigkeit so nahe liegt, putzen wir kleinliche Ereigniste zu großen Haupt und Staatsaktionen auf, treiben einen lächerlichen Perso nenkultus und geben uns mit Unsinn ab. Keiner, welcher eine Idee von wahrhafter Volksbeglückung hat, kann sich z. B. mit dem Temperenzunfug abgeben, und wo die öffentliche politische Thätigkeit sich auf rechtem Wege befindet, kann ein Skandal, wie der von Eonkling verursachte, nicht solche allgemeine Aufmerksamkeit erregen. Die Aufgabe Amerikas besteht darin, der Welt zu zeigen, wie ein politisch freies Volk seine materielle Wohlfahrt in der Weise ausbaut, daß Jeder daran Theil nehmen kann. Einstweilen aber sind wir weitab vom Wege.
Fade Lobhudelei muß man es nennen wenn man die LobesHymnen, welche gegenwärtig auf Frau Garfield angestimmt werden, liest. Man kann kaum noch eine Zeitung in die Hand nehmen, ohne diesen ekelerregenden Lob gesängen zu begegnen und Frau Garfield wird selbst nicht wenig erstaunt sein, daß sie jetzt ohne je etwas Besonderes voll bracht zu haben, nun gar mit den größten Helden, die jemals gelebt, verglichen wird. Schreibt doch z. B. der in Washington er scheinende Volks-Tribun" in allemErnste: die kleine Frau im Weißen Hause wird nie vergeffen werden, solange es eine Weltge schichte gibt. Neben dem Namen ihres braven und edlen Gatten, wird auch der jenige verzeichnet sein, der bescheidenen, edlen und hochherzigenLucretia ! und nach Generationen noch werden junge Mädchen stch an ihr ein Beispiel nehmen, wie eine brave Früu sein soll. Wie die edle Jo sephine mit demjenigen Napoleons, wird Frau Garfield, mit dem Namen ihres Gatten, als ein guter Engel in der Ge schichte unseres Landes und unseres Volkes fortleben. Und an einer andern Stelle : Die Liebe und das Bewußtsein ihrer Pflichterfüllung verleiht ihr Riesenstärke; ganze Nächte wacht sie an dem Krankenlager; mit zärt sicher Hand trocknet sie den Schweiß von der Stirne deö Leidenden, ebnet die Fal ten der Kiffen auf dem das theure Haupt ruht, sie lächelt ihm, mit blutendem Her zen, ein freundliches Lächeln der Ermuthi gung zu, wenn er erwacht und wehret alle Störung von seinem Lager, wenn ein sanfter Schlummer ihn umfangen hält. . Mancher wird wohl beim Durchlesen solcher Lobeserhebungen denken, daß die Frau deS Präsidenten Riesiges, noch nie Dagewesenes leistet. Ist da8 aber in der That der Fall? Ist die Bewunderung, die ihr von allen Seiten entgegengebracht wird auch in dem Maße verdient, in dem sie gezollt wird? Leistet Frau Garfield in der That mehr, als so und so vieleTau send andere Frauen in einem solchen Falle leisten? Gewiß nicht. - Wir anerkennen die Selbstbeherrschung dieser Frau und die Liebe die sie ihrem Gatten entgegenbringt in vollem Maße, aber trotzalledem behaupten wir, daß sie damit, nicht mehr als ihre PFicht ersüllt. Ist es denn auch bei uns schon so weit ge kommen, daß man die Erfüllung derPflich ten, die man bei Armen gebieterisch for dert, höhergestellten Personen als ein be sonderes Verdienst anrechnet? ES muß wohl fo sein, denn wer kümmert stch da rum, wenn eine Frau auS dem VottV ihren kranken Mann mit unermüdlicher Liebe vflegt, ja wenn sie ihm vielleicht diese Pflege nur durch Entbehrungen, die sie sich selbst auferlegt, angedeihen lassen kann? Denn die Fälle, daß daS Haupt der Ja milie krank ist, und daß eben daher gar oft die Mittel fehlen, um ohne besondere An strengung dem Kranken die nöthige Pflege zu Theil werden zu lasten, stehen gewiß nicht vereinzelt da. Aber auch die Frauen In r. - rn.".J. !Xi . i v c ? ria& w ftltitrA tttt taittafl K V lttit j)UW V-MUHl- tllUtf Vllllilglii UU, Ult mit bewunderungswürdiger Ausdauer und mit rühmenswerther Opferfreudigkett in einem solchen Falle, dem Gatten nicht nur eine treue Pflegerin sind, sondern ihm und der übrigen Familie durch ihrer Hände Arbeit auch die Mittel beschaffen, um die bitterste Noth vom Hause abzuwenden. Aber obwohl oder vielleicht gerade weil solche Fälle sich täglich tausendmal ereignen, finden sie kaum Erwähnung viel ve
niger, daß den Heldinnen, die in solchen Dramen eine unvergleichliche Rolle spielen, nur die geringsteBeachtung geschenkt wird. ES ist eben die alte Geschichte, an tau send vortresflichen Menschen, die mit edler Selbstaufopferung oft Unglaubliches leisten, gehen sie vorüber ohne ihnen nur ein Wort des Lobes und der Ermuthigung zu zurufen, und warum? weil sie arm, und anspruchslos sind, während ein Mensch der in höheren Sphären" lebt und zufällig auch einmal seine Pflicht thut, nahezu ver göttert wird.
Die Einsicht kommt nach dem Falle. Seit dem Attentate auf den Präsidenten begeistert sich ein nicht unbeträchtlicher Theil sowohl der deutsch wie der anglo amerikanischen Preffe für Abschaffung der Präsidentschaft. Seit Jahren agitirten die Radikalen dafür, sind aber mit ihrer Ansicht immer nur auf vornehmes Lächeln undAchselzucken gestoßen. Liegt nun anch in der Abschaffung der Präsidentschaft ge rade keine CapitalReform, so liegt doch in ihr immerhin ein gut Theil demokratischen Fortschritts und die Abschaffung von vielen Uebeln, unter denen wir schwer lei den. Je eher wir unser Frack-Königthum abschaffen, desto besser. Warum hat es aber erst dasAttentat auf Garfield bedurft, um Viele von der Nothwendigkeit dieser Reform zu überzeugen ? Weil eben leider die Thatsache besteht, daß eS immer nur Wenige sind, welche ein Uebel eher als solches erkennen, als bis es mit all seinen schädlichen Consequenzen auf die Spitze getrieben worden ist. Um wie viel weiter waten wir, wenn diese traurige Thatsache nicht vorhanden wäre, wenn die Einsicht sür die Nothwen digkeit großer Reformen Platz- greifen würde, ehe das Uebel die größten Nach theile herbeigeführt und den größten Umfang gewonnen. Wenn das Attentat auf Garfield zu einem Schluffe in Bezug auf große soziale und politische Reformen be rechtigt, so ist es der, daß dieselben den Weg der Revolution einschlagen werden, gerade wie in 1792 der französische Erb und Goldadel seine Orgien feierte und alle Warnungsrufe unbeachtet ließ, bis daS Unwetter über ihn hereinbrach. ES giebt immer noch Leute, welche klug .verden, daß ste aber dabei beharren, durch Schaden klug zu werden, das ist das Traurige. m Ein sozialrevolutionärer Congreß wurde am Montag in London eröffnet. An demselben betheiligten sich Delegaten aus verschiedenen Theilen Europas und Amerikas, die Mehrzahl davon Lohnar beiter. Etwa 700 Zuschauer wohnten der Sitzung 'bei. Der Sitzungssaal war selbstverständlicher Weise, nur mit rothen Fahnen dekorirt. Von den bis jetzt in Form von Reden erstattetenBerichten über soziale Zustände fand besonderen Beifall die des Fürsten Krapotlin über die Hinrichtung des vorigen Zaren und einiger russischen Generäle, ferner derjenige der Französin Louise Michel. Auch die Delegaten Deutschland's, Italien's, der Schweiz' und Amerika'S theilten die Resul täte ihrer Beobachtungen mit. Die Amerikanerin Lecompte beschrieb 1) die bitte ren Enttäuschungen der vielenLeute, welche vonAuöwanderungsagenten verleitet, nach dem großen Westen" gehen und Farmer werden wollen, sowie 2) wie durch die Kontrolle fast unermeßlich langer Bahn strecken durch einzelne Männtr daS Aus saugen der Arbeiter im Osten der Ver. Staaten durch Ermäßigung derLöhne und Erhöhung derLebensmittelpreise erleichtert wird. Die Berichte der englischen Zeitungen über die Verhandlungen des Kongresses sind unvollständig, mangelhaft und ent stellt. Die Zeitungen, darunter auch das hiestge Journal" faseln auch davon, daß der Sozialisten-Kongreß in London im Geheimen tage, weil die Abhaltung dessel ben in Zürich verboten worden sei. Die Kartoffelernte in Irland ist vor trefflich gerathen. Run wird dasVerhun gern der armen Bewohner Irlands etwas langsamer vorangehen. Der katholische Psarrer Rudolph, welcher bis jetzt an einer Kirche in Jindley, O.. angestellt war, hat den Reizen der Miß Maggie McCartle nicht widerstehen können, und hat sich unbekümmert darum. daß er sein Amt niederlegen muß, mit die ser verheirathet. SeineCollegen thun alle dasselbe, nur nicht öffentlich.
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(SCHMIDT'S ie berühmteste und besteingerichtetste und "Invigoratiiig Malt-Extract
vorzüglich anerkannt. Austräge zum Verschiffen von Lagerbier auf allen Eisenbahn
mlen weroen prompt ersuut. Die Schriftsetzer der in Chicago er scheinenden Freien Preffe" sind im Aus stände begriffen weil ste stch eine Preiser niedrigung nicht gefallen lassen wollen. ' Wir können uns einigermaßen damit trösten, daß auch die Bewohner Englands, Deutschlands und Frankreichs in diesem Sommer außerordentliche Hitze zu erleiden haben. Guiteau ist mit der Gefängnißkost nicht recht zufrieden. Er wünscht beffereö Esten und jeden Tag die neuesten Zeitun gen. Der Mann scheint doch nicht ganz verrückt zu sein. Die Brauergehilfen in Cincinnati mußten den Strike beenden ohne ein Re fultat erzielt zu haben, weil der Zuzug von auswärtigen Brauern zu groß war. So wird eine Fliege von der andern auf gefressen. Die FrauenstimmrechtsBewegung in Nebraska wird jetzt mit großem Eiser be trieben, weil dort im nächsten Jahre über ein konstitutionelles Amendement, das Frauen daS Wahlrecht gibt, abgestimmt werden soll. Die russische Regierung weiß, daß die Nihilisten gegenwärtig einen Congreß in St. Petersburg abhalten. Was sie aber nicht weiß und auch nicht ausfinden wird, das ist das Versammlungslokal und das muß ihr sehr wehe thun. Aus London wird berichtet, daß in den großen Eisengießereien im Cleveland Distrikt die Löhne so jehr herabgesetzt wurden, daß etwa 400 Arbeiter bald am Hungertuche nagen werden. Sieht das so aus wie gute Zeiten? In Mannheim haben die Sozialisten bei einer Gemeindewahl 16 Candidaten durchgebracht. Angesichts solcher That suchen und der bevorstehenden Reichstags wähl, wird Bismara letz: vlelleicyt vle Hitze mehr empfinden, als gewöhnliche Menschenkinder. Der Staat Mainel wo die Strenge der Ausführung von Temperenzgesetzen wahrhaftig nichts zu wünschen übrig läßt, ist mit Verbrechern überfluthet und doch wird auch Die nächste Leglslatur daraus nichts gelernt haben, wen es auch das Volk noch mcht gelernt hat, vernunstlge Gesetzgeber zu mahlen. Die Eishändler New Yorks haben obwohl die Eisernte eine äußerst ergiebige war, in Anbetracht des heißen. Wetters ihre Preise erhöht. DerEisgebrauch wird in Folge dessen zurückgehen und der hab gierigen Eishändler große Vorräthe werden hoffentlich zum Theil zu Wasier werden. Die englischen Kohlengruben beschäf tigen nach dem letzten Berichte der Jnspek toren noch immer 428 Kinder 1012 Jahr alt, 4868 Kinder 12-13 Jahre alt; und neben 7.047 Knaben und 354 Mädchen, 1316 Jahre alt, überirdisch, noch 36,102 in den Gruben selbst, welche 13-16 Jahre zählen. Das sind unsere modernenMord anstalten. Jetzt da der Präsident todtkrank ist, soll d$r Herrgott helsen. Uederall werden Betversammlungen veranstaltet und wenn Garsield wieder gesund wird so hat's ohne Zweifel der da oben fertig gebracht. Aber warum fragen wir, hat Gott der ja allwiffend und allgütig sein soll, dem Guiteau die Macht zu dem Verbrechen verliehen ? Und warum jas.t man nicht Dr. Bliß und all die andern Gelehrten aus dem Weißen Hause, wenn eS in Got teS Macht allein liegt, den Präsidenten zu .'! retten i U sancia t.impiicua i
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M SQTTAJRJE,) INDIANAPOLIS, IND. Brauerei im Staate. Mein Laaerbier Bottle Beer ist vor allem anderen öl C. F. Schmidt. Das Städtchen New Ulm, Minn., wurde am Sonntag Abend van einem schweren Orkane heimgesucht, dermit fast nie dagewesener Heftigkeit auftrat und un geheuren Schaden anrichtete. Mehrer? Menschen büßten ihr Leben ein. Der Sturm hatte eine Dauer von nur zwölf Minuten und in dieser kurzen Zeit segte er einen Theil des Städtchens weg, zer störte Telegraphenleitungen, entwurzelte Bäume, die er meilenweit forttrug, rui nirte die in seinem Wege gelegenen Saa ten, überall wo er den Boden berührte Verheerung anrichtend. Der Sturm traf New Ulm gegen 5 Uhr Nachmittags und dauerte, wie schon bemerkt, nur zwölf Minuten. Der Anblick der von dem Or kan heimgesuchten Gegend ist geradezu schaudererregend. Der Ausbruch eines Gewitters folgte den Sturm unmittelbar. Zwei schwere Gewitterwolken trafen am Firmamente zusammen und wäre nicht ein Blitzstrahl dem andern unaufhörlich ge folgt, die Dunkelheit wäre fast undurch dringlich gewesen. Die drei Kirchen New Ulms wurden vollständig zerstört, die Turnhalle ist halb ruinirt und fast kein Haus ist im Städtchen zu finden, daS nicht beschädigt wäre. Es scheint, daß zwei verschiedene Lust sirömungen mit ungeheurer Geschwindig. kett gleichzeitig in entgegengesetzten Rich tungen das Thal durchfegten. Dat Schauspiel, das folgte, als der Wirbel stürm das Stäbchen traf, war ein ebenso großartiges als betrübendes. Holz und Steingebäude wurden bis zu ihrenFunda menten hinab weggefegt und die Lust war mit Trümmern aller Art gefüllt. West Newton, im benachbarten Eounth Nicollet, wurde ebenfalls vom Sturm heimgesucht und eine aus drei Personen bestehende Familie fand den Tod. Nachstehend folgt eine .unvollständige Liste der in New Ulm Getödteten : ' Herr Ecknert und sein 20 Jahre alter Sohrn Laura Wright. 1 Jahr alt. wurde auf der Prairie enthauptet gefunden; denKopf konnte man nicht entdecken. Ein Sohn des Herrn Warner, 14 Jahre alt, wurde in Sevrance, einem nahe gele genen Orte, todt aufgefunden. Martin Frank. Joseph Kuluho, Frau Kuluho, seine Gattin, und drei Kinder ; ein schwer ver letztes Kind ist daö einzige noch lebende Mitglied der Familie. Ein Kind des Herrn Loomis in West Newton und ein alter unbekannter Herr, der sich an einen Baum festgeklammert hatte. Die Verwundeten in New Ulm: . John Palmquist. Herr Luisch nebst Frau undKind, wahr scheinlich tödtlich. H H. Findler, schwer, wenn nicht tödtlich. I. Kuntz, Arm, und Beinbruch, sowie anderweitige Verletzungen. George Vogel und Frau, schwer verletzt. Carl Krubel. M. Reitz und Jacob Miller, Arme und Beine gebrochen. Herr Warner und Frau, schwer verletzt. Herr Nelson, leicht verletzt. William Scharpans, innere schwereVer letzungen. I. Schulenger, von Glassplittern schlimm ve.'letzt. In Milsord : . I. Pfeiffer, schwer verletzt. New Ulm sowie die umliegenden Ort schaften sind fast ausschließlich von Deut schen bewohnt. Etwa 100 der Bewohner des Städtchen? befanden sich zur Zeit der Katastrophe in Minneapolis,wo einTurn fest stattfand. Sie erhielten erstTags da rauf Kenntniß von dem schrecklichen Un glück daö die Stadt betroffen hatte und eilten so rasch als möglich nach Hause, nicht wissend, ob sie die Ihrigen noch am Leben treffen, oder ob sie sammt ihrem Heim dem Orkan zum Opfer gefallen waren.
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