Indiana Tribüne, Volume 3, Number 49, Indianapolis, Marion County, 16 July 1881 — Page 4
& Jndiana Tribüne.
ndiana Hribime. (Wochenblatt.) Office: Ecke Circle u. Meridianstr. Jm dritten Stock.' JEntered az second-clas3 matter at the Postofiiee at Indianapolis, Indiana. Abonnements-Preise. Inder Stadt durch die Post inö HauS geliefert Pn Jahr im Voran $2.00 Per Nummer ö Keutö. Otto Schissel, Herausgeber. Indianapolis, Ind., den 16. Juli 1331. Die geschichtliche Beschränkung der Sphäre des Privateigenthums. Wenn es wahr ist, wie wir behaupten, daß mit der fortschreitenden Entwicklung freiheitlicher Institution die Sphäre des Privateigenthums eine immer kleinere werden muß, so müßte man im Stande sein, geschichtlich nachzuweisen, daß 'im Verlaufe der vergangenen Jahrhunderte die Spähre des Privateigenthums sich im er mehr verengert hat, weil unstreitig der freiheitliche Gedanke sich fortschrittlich entwickelt hat. Im Anfang der Geschichte gehörte der Mensch selbst zu den Diygen, welche Pri Z?ateigenthum sein konnten. Man konnte einen Menschen besitzen mit Leib und Leben, man konnte über den Sklaven ganz nach Willkür verfügen. Weib und Kind saren Eigenthum.des Gatten und VaterS. Im Laufe der Zeit hörte das Private! genthum an Leib und Leben deS Menschen wohl auf. wie eS ja auch in Amerika nicht ehr gesetzlich erlaubt war, einen Skla ven zu tödten, oder zu verstümmeln. Aber der Wille des Menschen blieb noch immer Gegenstand des Privateigenthums. Der menschliche Wille und die persönliche Frei heit treten als Gegenstände des Private! genthums hauptsächlich in der Feudalzeit auf. Der Mensch gehörte zur Scholle. Der Besitz von Grund und Boden war gleich bedeutend mit dem Besitze des Willens und der persönlichen Freiheit der auf ihm Lebenden. Ohne den Willen des Grund Herrn konnte sich Keiner entfernen, konnte Keiner heirathen u. f. w. Leibeigenschaft und Hörigkeit in ihren verschiedenen Ab ftufungen, die verschiedenen Souveräne tätSrechte der Grundherren und Feudal lasten der Untergebenen bildeten eine Art Privateigenthum an dem Willen und der persönlichen Freiheit Anderer, welche heute nicht mehr existirt. Menschenwille und persönliche Freiheit sind der Sphäre des PrivateigenthumS entzogen. Wenn heutzutage das Recht der Eigen thurnSerw erbung ein viel ausgedehnteres ist als früher, so ist dies nicht die Folge einer Erweiterung der Spähre deS Pri dateigenthums, sondern die Folge einer Beschränkung derselben, insoweit das Ob ject deSEigenthums dadurch betroffenwird. Unsere freie Konkurenz ist faktisch und historisch die Verengerung der Spähre des Privateigenthums. Denn im Mittelalter und unter der Herrschaft des Zunftwesens war auch das Recht der Ausübung eines Gewerbes- übertragbares Privateigen thum. Die ausschließliche Nutznießung einer Sache macht sie zum Eigenthum. So bald die Ausschließlichkeit nicht mehr vor handm ist hört auch das Eigenthum auf. Die freie Concurrenz ist also die Verenge rung der Eigenthumssphäre, soweit sie das Recht der Ausübung einer Berufsthä tjgkeit betrifft. DaZ mangelhafteRechlSbewußtfein fand essstl der Ordnung, daß Völker als daS Privateigenthum der Fürsten betrachtet wurden, indem diese die Nüchfolge tefla mentarisch bestimmten, und eS empörte sich nicht, als deutsche Fürsten ihre Untertha nen zur Bekämpfung der Amerikaner an England verkauften. Zu Zeiten und Orten stand das RechtSbewußtsein auf so niederer Stufe, daß es das jus prima noctis ertrug. Mt dem sich fortschrittlich entwickelten ,tsbewußtsein änderten sich die Eigen thumsbegriffe. Die Grenzen deö Privat eigenthums wurden immer enger gezogen und mit dem Erkennen natürlicher, söge nannter unveräußerlicher Rechte wurde die Spähre des Privatrechtes kleiner. Es wird nun gewiß Keinem einfallen zu behaupten, daß das Rechtbewußtsein, oder der öffentliche Rechtsbegriff sich bis zum
erreichbar höchsten Grade entwickelt hat. Und wenn nun die Entwicklung deZRechtSbewubtseins sich in der Verengerung der Spähre des Privateigenthums kund giebt, so ist es klar, daß wir noch natürliche un veräußerliche Rechte entdecken werden, welche man heute noch nicht als solche er-, kennt und deren Anerkennung die Spähre des Privateigenthums noch weiter verfiel nern muß. Als ein solch' natürliches unveräußerliches Recht wird man noch daS erkennen, ein menschenwürdiges Dasein zu führen und das Rechtsbewußtsein wird deshalb das, was dazu nothwendig ist, der Sphäre des Privatrechtes entrücken.
Auönabme-Gesetze. Wer bisher dieses Wort hörte, dem kam unwillkürlich, das Vaterland, ds theure ? in den Sinn. Dabei war man froh, daß man wenig' stens hierzulande solche unheimliche Dinge nicht kennt. Seitdem aber ein verrrückter Kerl einen Mordversuch auf den Prän denten gemacht hat, spricht man auch in unserer Republick schon von Ausnahmegesetzen. Senator Conkling machte nämlich bereits den Vorschlag und ein Theil der Preffe unterstützt denselben, daß einMord angriff auf den Präsidenten, selbst wenn der Attentäter seinen Zweck nicht ganz er reicht, ähnlich wie in Monarchien, mit dem Tode bestraft werden solle. Es will diesen Leuten nämlich durchaus nicht einleuchten, daß der verrückte Guiteau selbst im schlimmsten Falle nicht stärker be straft werden kann, als ob er einen Mord angriff aus einen Schuhputzer oder auf sonst ein gewöhnliches Menschenkind ge macht haben würde. Es finden fich also selbst in unserer Re publik Leute, die dem Präsidenten, der zwar der höchste Beamte ist, aber immer nur ein Diener des Volkes sein soll, eine Ausnahmestellung einräumen und aus diese Weise dem Cäsarismus vorarbeiten wollen. Daß ein Schritt in dieser Rich tung vollständig unrepublikanisch ist, wird wohl Jedem einleuchten, der den Satz daß vor dem Gesetze Alle gleich sein sol len", nicht geradezn umstoßen will. Und vor dem Gesetze sollen keine Unterschiede bestehen. Der ärmste Arbeiter soll hier soviel wie der reichste Mann oder der höchste Beamte gelten, und nicht nur in dem Sinne, daß bei ihrem Anrufen der Gerechtigkeit keine andere Rücksicht gilt, als eben daö Recht, fondern eben auch in jenem umfassenderen, daß auch' die Unbill, die ihnen angethan wird, gleichmäßig gewogen und nicht in verschiedene Grade der Stärke abgemessen werde, je nach der Prominenz" Desjeni gen, dem sie geschieht. Wenn freilich in Deutschland der alte Willem einen Nasenstieber erhält, dann muß der ruchlose Angreifer sein Leben da für lasten. Aber leben wir nicht in einer Republik ? Ist eS schon dahin gekommen, daß auch hier das Haupt der Regierung nicht mehr mit andern Menschenkindern in einem Athemzuge genannt werden darf ? Wenn fo, und wenn ein Mordangriff auf den Präsidenten mit der Zeit auch bei unS stärker bestraft werden sollte als ein solcher aus gewöhnliche" Menschen, so wäre das der erste Schritt zum Wesen der Bureaukratie und des Monarchismus und die schönen Paragraphen über Beamten und Majestätsbeleidigungen ließen nicht mehr lange auf sich warten. Eine gute That nennt eö der hiesige Telegraph" daß un fere Geldsürsten ein ViertelMilliönchen zusammensteuern wollen, um damit der Familie Garfield ein Geschenk zu machen. Das Blatt sagt in allem Ernste, daß jeder rechtlich denkende Bürger dieses Landes Sympathie für diese Geldschenkung em pfinden müsse und widerholt dann die Rührscene, welche sich im Weißen Hause abspielte als man von der Großmuth der Geldkönige benachrichtigt wurde, und die dem N. Y. Herald" sofort mitgetheilt wurde. Wir glauben im Sinne vieler rechtlich denkenden Bürger zu reden, wenn wir sür die obenerwähnte Geldschenkung nicht nur keim Sympathie hegen, sondern wenn wir sie als das, was sie in der That ist, als eine ganz gewöhnliche Speichelleckerei bezeichnen. Was anders soll man auch davon denken, wenn einem Manne der immerhin wohlhabend genannt werden kann, der serner ein Jahresgehalt von 50,000 bezieht, und der berechtigt ist, sich
während seinesTermin's auch die luxunö festen Ausgaben zu gestatten, eine der artige Gabe gereicht wird. Kein anderer Schluß ist zulässtg,als daß die Geber ich damit die Gunst des Präst. denten erkaufen wollten und das wahr scheinlich auch nur deshalb, um vielleicht später einmal aus dieser Gunst Nutzen zu ziehen. Das Kapital sollte also auf Vortheil hafte Weise angelegt werden. Man kann eine solche Behauptung dreist aufstellen, denn wenn die Herren, die Tausende für diesen Zweck gezeichnet haben, nur ihrem edlen Herzen hätten Lust machen wollen, so hätten sie dazu schon häusig und weit bessere Gelegenheit gehabt. Aber hat man je gehört, daß solche Summen flössen, wenn es sich darum handelte wirklich be drängte Menschen zu unterstützen? Bei solchen Gelegenheiten verschließen die Großmüthigen" entweder ihre Taschen ganz,oder sie lassen sich nur unter derAu5 sicht, daß ihr Name in der Zeitung ge nannt wird endlich gnädigst herbei ein paar Dollar zu zeichnen. Hier lag die Sache freilich anders. Es handelte sich darum, dem höchsten Beam ten unseres Landes etwas zu schenken, und da kann man sich doch nicht lumpen. So groß die Summe aber auch ist, die dem Präsidenten resp, seiner Familie geschenkt werden soll, wir können es kaum begrei fen, daß er sie annehmen kann. Denn uns erscheint dieses Geschenk nicht nur höchst überflüssig, wir betrachten eö, die ganze Situation in Betracht gezogen, als höchst unfein. Der Präsident ist noch am Leben und es muß sein Zartgesühl auf's Höchste ver. letzen, wenn er jetzt schon Andere für seine Familie sorgen sieht. Aber was sagen wir denn wäre der Präsident gestorben, so wäre es wahrscheinlich der Handels kammer in New York nicht im Traume eingefallen, für dessen Familie zu sorgen, denn wo bliebe da von einer Schenkung der Vortheil?
Eine Wohlthätigkeitö'Anstalt? Man hat in Amerika der Wohlthätigkeitsanstalten viele, das ist wahr, aber sie sind auch in der Regel darnach. Die Wohlthaten die in solchen Instituten aus geübt werden sollen, kommen selten den Jnsasien, aber immer den Verwaltern und Leitern zu Gute. An Beispielen dafür fehlt eö selbst in unserer guten Stadt In. dianapdlis nicht, denn die vor einigen Monaten hier stattgefundenen Unter suchungen der verschiedenen Anstalten, haben uns zur Genüge dargethan, daß fast überall etwas faul ist, und nach der eben beendeten Armenhauö-Untersuchung kann man diese Anstalt wahrhaftig auch nicht als ein Elysium bezeichnen. Die Herren Commissäre, vor denen die Ver Handlungen stattgefunden haben, scheinen freilich anderer Meinung zu sein, denn trotzdem die verschiedenen Zeugen die Zu stände im Armenhause in der entsetzlichsten Weise geschildert haben und obgleich diese Aussagen von derVerwaltung nicht wider legt werden konnten, brachte der Board" nach einer sehr kurzen Berathung ein Ver dikt ein, worin die Verwaltung eher ge lobt als getadelt wird. Ungeachtet dessen, daß bei den VerHand lungen festgestellt wurde, daß Wright und Culbertson die Bewohner deS Armenhau seS häufig mit Prügelsuppe traktirten, daß nach ächt mittelalterlicher Manier, die Armen zuweilen gefesselt in unterirdische, dumpfe Zellen gebracht werden, daß die Kost ungenügend und schlecht ist, daß in der Anstalt, Gesunde, Kranke, Irrsinnige und Solche, die sogar mit ansteckenden Krankheiten behaftet sind,in stetemVerkehr miteinander sein müssen, und ohne Rück' sicht darauf, daß sogar die Aufsicht über Irrsinnige wiederum von Irrsinnigen ge leitet wird, während die Pflege der Kran ken ebenfalls Unfähigen anheimgegeben ist, hat der Board kein Tadelsvotum für die Verwaltung gehabt. Er will, sogar nach sorgfältiger Prü fung die Ueberzeugung gewonnen haben, daß die Armenhausbewohner stets gute und genügende Kost erhalten haben, daß sich die Zellen, für den Zweck, zu dem sie gebraucht werden, sehr gut eignen, daß die Schutzvorrichtungen gegen Feuersge fahr vortrefflich sind, daß die Kranken der Anstalt ausgezeichnet verpflegt werden und daß die Strafen, welche den Armen ver absolgt werden, durchaus nicht zu strenge sind. Besiere Bundesgenosien als diese Herren
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ger MW (SCHMIDT'S eie berühmteste und besteingerichtetste 'vi' und "Invigorating Malt-Extract
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vorzuglich anerkannt. Aufträge zum Verschiffen von Lagerbier auf allen Eisenbahn Linien werden prompt erfüllt.
Commissäre, hätte sich die Armenhaus Verwaltung wahrlich nicht wünschen kön neu, denn nun kann sie ihr Treiben sogar mit hoher Genehmigung fortführen, denn die schrecklichen Zustände im Armenhaus ' bleiben fortbestehen, während die Unglück lichen Bewohner jetzt womöglich noch be klagenSwerther sind als zuvor. Und das nennt man eine Wohlthätig keitsAnstalt. Die Zahl Derer, die , unter dem Zwangsgesetz in Irland bereits verhaftet wurden, beträgt bereits 200. Der Czar ist in einem offenen Wagen zur Kathedrale gefahren. Der Wagehals! Wenn er mit solchen Wagestücken sich nur nicht zu viel zumuthet. In der Umgegend von St. Peters bürg ist die Pest ansgebrochen und breitet sich in schreckenerregenderWeise weiter aus. Zu allen Uebeln auch noch dieses. In Leipzig gehören jetzt die Soziali stenAusweisungen zu den täglichen Ereignissen. 22 Sozialisten wurden wieder auf einmal ausgewiesen. Die Regierung arbeitet für die Wahlen. Der Hungerbold Griscom in Chicago hat nun bereits 43 Tage ohne Nahrung zu sich zu nehmen, zugebracht. Daß er eben so verrückt ist wie jener Tanner glau ben wir gerne, aber auf das Reclame machen versteht er sich nicht halb so gut. Die Chicagoer Sozialisten haben Be schlüsie gefaßt, in welchen jede politische oder soziale Gemeinschaft mit dem verrückten Attentater Guiteau in Abrede gestellt wird. Wir halten dafür, daß eS höchst Überflüssig ist, aus eine so lächerliche An klage zu antworten. Dir Dampfer Vandalia" ist gefun den und nach Glasgow zur Ausbesserung getaut worden. Der Capitän nahm sei nen Kurs um Schottland herum, ungeach tet der ungünstigen Witterung und der großen Eisgefahr und verdient dafür eine Rüge. Garsield's Zustand beffert sich fort während. Die neuesten Depeschen lauten sehr befriedigend und die Aerzte versichern, daß nun bald alleGefahr beseitigt ist. Der Präsident ist fortwährend bei Verhältniß mäßig gutem Appetit und läßt den Muth nicht sinken. Frau Garfield erträgt das Unglück mit bewundernöwerther Ruhe. In Lafüyette fand am Sonntag in der Turnhalle eine Versammlung zum Zwecke der Gründung einer AntiTempe l renz.Liga statt. Herr Phil. Rappaport von hier war anwesend und betrieb die Organisation. Beschlüsie .wurden ange nommen, in denen die in Indianapolis gefaßten Beschlüsie gutgeheißen und der CentraUAusschuß in Indianapolis als leitende Behörde der Liga im Staate an erkannt wurde. Ein ExecutivComite be stehend aus fünf Mitgliedern wurde ge wählt, welches sich auch sofort organisirte. Das Comite besteht aus folgenden Be amten und Mitgliedern : Joseph Langknecht Präsident. Wm. Greyer Sekretär. John G. Helmkamp Schatzmeister. L. Emminger und Wm. Riehle. Das Comite hat das Recht, sich durch Beiziehung weiterer Mitglieder nach Be dürsniß zu verstärken.
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Zmauere 9 SQUARE,) INDIANAPOLIS, IND. Brauerei im Staate. Mein Lagerbier Bottle Leer" ist vor allem anderen als C. F. Schmidt. 3T In Cincinnati sind am Mittwoch 100 Sonnenstichsälle vorgekommen. Die Hitze war entsetzlich, wenn möglich noch größer wie bei uns. Eine Heirathsversicherungs - Gesell schaft macht in Philadelphia gegenwärtig viel von sich reden. Diese neue Organi sation hat den Zweck, ihre Mitglieder im Falle dieselben in den Stand der Ehe tre ten, finanziell zu unterstützen. Mitglied kann jede Person männlichen Geschlechts werden, die das 15. Lebensjahr zurückge legt hat und ein Eintrittsgebühr von $6 entrichtet. Diese Eintrittsgelder werden einen permanenten Fond bilden, welchem später die auszuzahlenden VersicherungS summen entnommen werden sollen. ES steht den Mitgliedern frei, die Höhe der Versicherungssumme selbst zu bestimmen; selbstverständlich werden die regelmäßigen Beiträge für jedes einzelne Mitglied dem gemäß festgestellt, doch ist die Berechtigung zum Empfang der Versicherungssumme von einjähriger Mitgliedschaft abhängig. Sollte der aus den Eintrittsgeldern oe bildete Fond erschöpft werden, so wird eine Spezialsteuer ausgeschrieben, um ei nen etwaigen Fehlbetrag zu ersetzen. E5 ist die Absicht der Gründer dieses moder nen Versicherungsinstituts, in allen großen Städten Zweigvereine m'sLeben zu rufen. Der Name der Gesellschaft ist "The Pennsylvania Marriage Beneflt Association" und zählt zu ihren Mitgliedern Staats Senator C. R. Lentz von Lebanon, Pa. Die ganze Geschichte ist jedenfalls. für ge. wisie Leute wieder ein neues Mittel um Geld zu erschwindeln. Deutsche Denunciantenwuth. Der Verl. Vlksztg." wird aus Leipzig unterm 21. Juni geschrieben : Zu den beklagenS werthesten Nebenwirkungen des AuSnah megesetzeS gehört unstreitig das Denun 'ziantenwesen und daS Spionagesystem, weil vor ihnen selbst der Unschuldigste nicht sicher ist. Ich bin in der Lage, Ihnen davon heute eine Probe zu geben: Bei einem hiesigen Buchhändler, einem jungen Anfänger, der frühes ehe die hiesige Genossenschaftsdruckerei zur Liquidation ge zwungen war, dort als Expedient beschäftigt gewesen ist, fand vor einigen Tagen eine mehrstündige gründliche Haussuchung statt und zwar suchte die Polizei: eine ge Heime Druckerei. Neben einem Firmen stempel fand sich indeß nur noch ein Hekto graph vor und das waren nicht die gesuch ten DruckUtensilien. Der Betreffende, ganz erstaunt darüber, daß er plötzlich heimlich zum Druckereibesitzer avancirt sei, erlaubte sich nach der Ursache der eigen thümlichen Maßregel zu forschen, erhielt aber nur die Antwort : Sie sind denun zirt worden ! Ein hiesiger stud. jur. empfing vor einigen Tagen ein Packet nihilistischer bezw. kommunistischer Schrif ten, ohne dieselben bestellt zu haben. Auf die Innenseite des Umschlags der Broschüren war ein Zettel geklebt mit folgen dem Inhalt in franz. Sprache : Demas kirter Polizeispion !! Nach den schriftlichen Beweisen, die in unsern Händen sind, ist klar, daß ein gewisser Enchembrement, früher in Paris, Rue Sorbonne 12, und später in Dresden, Neue Gaffe 36, der sich Profeffor (folgt der Name des hiesigen Studenten) nennt, ein russischer Spion ist. Durch ihn. sind die , nihilistischen Papiere in Paris mit Beschlag belegt." Der Studirende hat das ursprünglich nach Dresden adressirte Packet, weil ihm nicht gehörig, alsbald an das k. Postamt zu rückgegeben.
