Indiana Tribüne, Volume 3, Number 48, Indianapolis, Marion County, 9 July 1881 — Page 6

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Kn der Grenze.

(Fortsetzung.) ' ' Zweitausend Silberrubel? rief der Russe interessirt und sprang mit offenem Munde von seinem Seffel auf. Jtol, weißt du das auch genau und hast uns nicht zum Besten? Und wo ist er ? Geschwind! Du sollst uns führen. Kokorniow wandte er sich heftig an einen der Kosaken lasse unverzüglich acht von Euren Leuten aufsitzen, ich werde gleich hinauskommen und das Weitere befehlen.Die Kosacken und Straßnicks eilten auf seinen Wink hinaus, und Janusz trium phirte. Er hatte den Juden, mit dem er selbst in dieser Nacht in Unterhandlung gestanden hatte, verrathen, um seinen Rachedurst zu befriedigen, dessen Aussagen konnten ihn selbst arg gefährden, wenn die Russen ihn nach Gefangennahme Jerzy's, wie sich erwarten ließ, als Zeugen zurückbehielten, aber er tröstete sich damit, es werde ihm während der Verfolgung gelingen, über die preußische Grenze zu entkommen ; vor Allem war ja Jerzy verloren und seine Schwester gerächt, denn daß ersterer in keinem Falle seine Heimath wiedersehen werde, möge sich die Untersuchung luch stellen wie sie wolle, davon ryar er überzeugt. Mit vor Aufregung bebender Stimme beschrieb er dem obersten Steuerbeamten, der sich jetzt ganz freundlich gegen ihn benahm, das Haus der Eltern Elzbieta's, auf die er die Schuld der Hehletei zu wälzen suchte, den Ort, wo er Jerzy verlassen hatte, und der Weg, den dieser wahrscheinlich zurücknehmen werde, vielleicht schon angetreten habe. Sogleich wurden vier Kosacken zu Pferde aus den letzteren beor: dert, um Jerzy die Rückkehr abzuschneiden, und mit den übrigen, einigen berittenen Straßnicks und Janusz selbst als Führer machte sich der Russe auf den Weg nach Elzbieta's Hause. Um dieselbe Zeit etwa trennte sich Jerzy schweren Herzens, aber mit dem tröstenden Versprechen, in wenigen Tagen mit der Antwort semeS Vaters, dem er sich nun jedenfalls anvertrauen wolle, zurückzukehren, von Elzbieta, die ihm noch lange halb freudig, halb schmerzlich nachblickte, bis er in der dichten Waldung verschwunden war ; dann begab sie sich seufzend in das Haus, in dem Niemand ihre Abwesenheit bemerkt hatte. Jerzy vergaß über die Gedanken, die ihn auf dem Heimwege immer wieder zu der Geliebten zurückführten, doch nicht die Gefahr, n der er schwebte, so lange er die Grenze nicht überschritten hatte; deshalb blieb er oft stehen, lauschte und blickte sich vorsichtig um, ob ihm Niemand folge oder entgegenkomme. Er hatte bereits zwei Drittel des Weges zurückgelegt, als er in weiterer Entfernung den Hufschlag schnell forttrabender Pferde zu hören glaubte in Kurzem unterschied sein für diesen Ton geübtes Ohr sogar, daß drei bis vier Reiter, von der südlich gelegenen Tamoczne herkommend, ihren Weg gerade auf ihn zuzunehmen schienen. Von Natur unerschrocken, konnte er, sich doch eines bangen, unheimlichen Gefühls nicht erwehren, und wenn er auch nicht im Entferntesten ahnte. Jene könnten ihn gerade suchen, so begriff er doch klar, daß er in keinem Falle von ihnen entdeckt werden dürfe. Setzte er seinen gewöhnlichen Weg fort, der den Reitern gerade entgegenführte, so blieb er zwar in dem dichten Walde, hatte aber noch eine weitere Entfernung bis zur Grenze zurückzulegen, als wenn er einen andern, der freilich über meist offenes, nur hin und wieder mit niedrigem Gestrüpp bedecktes Feld führte, wählte. Schnell entschloß er stch für den letzteren und eilte flüchtigen Schrittes, von Busch zu Busch sich deckend über die Ebene fort; auf die Weise näherte er sich immer mehr der südlichen Spitze des großen Wyöztyler Sees. Parallel mit der Grenze, etwa noch fünfzehnhundert Schritte von derselben entfernt, fließt ein kleiner Bach, aus einem unbedeutenden Teiche kommend, dem See i; ihn suchte der junge Litthauer eilig zu gewinnen, um sich in seinem tiefen Bette und unter den längs desselben sich hinzie henden Erlen zu verstecken ; es gelang ihm, 1

ehe jene Reiter den Wald verlassen und damit eine freie Aussicht gewonnen hatten. Kaum aber befand er sich in der schützenden Vertiefung, als er vier Kosacken auf den kleinen, pfeilgeschwinden Pferden, in ihren grauen Mänteln, weit vornüber gebeugt und die Knie bis zum Sattelknopf empor gezogen, an der Waldlisiere erscheinen, sich umblicken und dann längs derselben forttraben sah, in ihren Händen hielten sie die langen Lanzen, die einem Verfolgten, zumal wenn er, wie unser Jerzy, unbewaffnet war, immerhin sehr drohend erscheinen konnten. Der junge Mann sah, wie die vier Reiter jetzt hielten, eine Weile zu berathen schienen und sich dann theilten; zwei von ihnen trabten am Waldrande gegen Oklin zurück, die andern beiden nahmen ihren Weg gegen den Wysztyler.See hinauf und näherten sich dabei allmälig dem Bächlein, in dem Jerzy sich befand. Jetzt war seine Verlegenheit groß; sprang er an das andere Ufer und eilte gestreckten Laufes der Grenze zu, so eneichten ihn die Kosacken jedenfalls, denn ihre kleinen kräftigen Pferde scheuten den Sprung über das schmale Wasser sicherlich nicht ; erreichte er übrigens wirklich die Grenze, so blieb es noch immer dahingestellt, ob man ihn nicht auch über dieselbe hinaus folgen würde, denn, wie er wußte, hatten sich einzelne Russen solche Ungesetzlichkeiten schon öfter zu Schulden kommen lassen. Jerzy gab also diese Idee, die schnell in ihm aufgestiegen war, auf und eilte rastlos in dem Graben fort, dem Zufall und der Blindheit seiner Feinde vertrauend. Aber er kannte die schlauen, scharfblickenden Kosacken nicht gut genug, wenn er darauf rechnete, daß auch der kleinste verdächtige Umstand ihrer Wachsamkeit entginge ; als sie noch einige hundert Schritte hinter ihm zurück waren, ritten sie dicht an den Bach hinan und folgten dessen Laufe mit den Augen. Ihre unverständlichen Ausrufe belehrten ihn, daß man seiner gewahr geworden sei, und schon sprengten sie Verhängten Zügels ihm nach. Einen Augenblick stand das Herz des Litthauers beinahe still. Denn in einem Momente drängten sich ihm die entsetzlichen Folgen seiner Ergreifung so beängstigend auf, daß er an seiner Rettung verzweifelte, aber ebenso schnell gab ihm diese Verzweiflung auch eine übernatürliche Kraft und den einzigen Weg, den er noch versuchen konnte, ein. An einen Widerstand konnte er nicht denken, denn er führte nichts als ein kurzes Messer bei sich und seine Feinde waren beritten und wohlbewaffnet ; hätten sie ihn aber erreicht, so würde er es doch vorgezogen haben, sich von ihnen niederstoßen zu lassen, ehe er sich widerstandslos ergäbe, um aller Vermuthung nach für immer in die Einöden Sibiriens geschleppt zu werden. Mit einem langen Satze sprang er auö der Vertiefung auf das jenseitige Ufer des Baches und lief nun, so schnell er es vermochte, in schräger Richtung, halb der Grenze, halb dem Wysztyler See zu. Die Kosacken blieben indessen auch nicht müßig ; sie versuchten über den Bach zn setzen, glücklicherweise stürzten ihre Pferde aber, und es bedürfte einiger Secunden, ehe sie ihr Vorhaben ausführen konnten ; nun aber jagten sie vollen Laufes dem Flüchtigen nach, wobei sie einen kleinen Bogen machten, um ihn von der Grenze abzuschneiden. Unaufhaltsam, mit laut keuchende Brust stürzte der Litthauer dem Wysztyler See zu ; er selbst wußte noch nicht, waö er beginnen solle; die Reiter waren kaum zweihundert Schritte hinter ihm, als er das Gestade erreichte, und jeden Augenblick minderte sich die Entfernung zwischen den Verfolgern und dem Flüchtigen, dem jetzt jeder Ausweg abgeschnitten war. Aber Jerzy war beim Militär zu einem tüchtigen Schwimmer ausgebildet worden ; er gedachte jetzt, Nutzen davon zu ziehen, oder vielmehr folgte er dem Instinkte, der ihn schon an das Ufer des Sees getrieben hatte ; er warf noch einen Blick rückwärts und sprang dann entschlossen in das Wasser. Das dem preußischen Gebiete ungehörige jenseitige Ufer lag über fünfzehnhundert Schritte weit entfernt, dem Schwimmen gefährliche Schlingpflanzen bedeckten den

See weit hinein es war ein Wagestück

von sehr zweifelhaftem Erfolge, das Jerzy unternommen hatte. Die Kosacken parirten ihre Pferde erst am Ufer weiter konnten sie nicht folgen, aber wenigstens wollten sie ihre Pflicht thun, so lange eine Möglichkeit dazu vorHanden war. Sie zogen die Sattelpistolen hervor und feuerten ein paar Mal nach dem Flüchtigen; die erstenKugeln schlugen, das Wasser weit umherspritzend, dicht neben ihm. ein, die später abgesandten erreichten ihn nicht mehr, da die Waffen seiner Verfolger nur sehr mangelhaft waren. Kräftigen Armes, durch wiedergewonnene Hoffnung gestärkt, theilte er das Wasser, und eine besonnene Ruhe kam über ihn, als er sich, von den Feinden nicht mehr so hart bedrängt, seine Lage ganz klar zu machen vermochte. Die Kosacken berathschlagten wieder, aber glücklicherweise kamen sie nicht auf den Gedanken, unberechtigter Weise über die Grenze zu reiten und ihren Flüchtling dort in Empfang zu nehmen; sie schienen zu hoffen, derselbe werde der Anstrengung auf dem weiten Weg erliegen und seinen Tod in dem See sinden, denn sie hielten ganz still an derselben Stelle und sahen ihm nur unverwandt nach. Als sie aber ihre Hoffnung getäuscht fanden und ihn drüben wohlbehalten, wenn auch sehr erschöpft, an das preußische Ufer steigen sahen, schüttelten sie die Köpfe und ritten langsam nach ihrer Tamoczne zurück. Jerzy war gerettet und eilte, mit einem Dankgebete auf den Lippen, Schitttömen zu. Inzwischen war Elzbieta, nicht das ihrem Geliebten begegnete Ungemach ahnend, an ihre Hausarbeit gegangen. Sie war noch dabei, als lauter Lärmen vor dem Hause sie und die Ihrigen an die Fenster desselben zog ; betroffen bebten alle zusammen, denn Straßnicks und Kosacken standen vor der Thür, und schon vernahm man auch fremde Stimmen in dem Hausflur. Mit einer Rohheit, die weder aus das Alter, noch auf das Geschlecht Rücksicht nahm, drang der Steuerbeamte mit seinen Untergebenen und Janusz in das Haus der schuldlosen Familie Sloboda und beschuldigte dieselbe geradezu der Hehlerei des Schmuggelhandels. Der niedrige Russe ist eine solche Behandlung von dem Höhergestellten gewöhnt, besonders wenn der letztere die Uniform des Kaisers trägt ; man setzte den ungestümen Eindringlingen daher nichts als flehentliche Bitten und heilige Betheuerungen der Unschuld entgegen. So glaubwürdig die letzteren aber auch klangen, wurden sie nur durch Hohn und Drohungen erwidert ; der Steuerbeamte ließ das ganze Haus nach dem vermeintlichen Schmuggler durchsuchen, und als dies natürlich ohne Erfolg blieb, befahl er, sämmtliche Mitglieder der Familie zu binden und auf das Amt zu Wyszayn behufs der Untersuchung zu transportiren. Jammernd und wehklagend .wurden die Gefangenen, die alten Eltern Elzbieta's, diese selbst, die bereits die ungerechte Beschuldigung angstvoll mit Jerzy's heimlichen Besuche zusammenzureimen ansing, und drei jüngere Kinder, gefesselt und von ihren Peinigern den langen Weg bis Wyszayn, wo ihnen die härteste Gefängnißhaft bevorstand, entlang getrieben ; das kleine Haus wurde einstweilen verschlossen und versiegelt, und Alle richteten mit der festen Ueberzeugung, es zum letzten Male gesehen zu haben, die thränenden Augen darauf. Janusz wär erstaunt, Jerzy nicht hier gefunden zu haben, seine einzige Hoffnung blieb, derselbe werde auf seinem Heimwege von den nach der Grenze gesandten f sacken ergriffen worden sein ; er war noch nicht so ganz verstockten Herzens, daß ihn das Elend der durch seine Schuld unglücklich gewordenen Familie nicht ein wenig gerührt hätte, aber solche weibliche Regungen, meinte er, müßten schweigen, wo es die Erreichung eines wichtigen Zweckes gälte, und überdies hätte ja Elzbieta auch Theil an der seiner .Schwester zugefügten Schmach. Uebrigens ließ sich Janusz nicht lange Zeit zu solchen Gedanken, denn er bedachte, daß es nun die höchste Zeit für ihn sei, sich selbst in Sicherheit zu bringen, wollte er nicht auch Platz in den Gefäng-

nissen zu Wyszayn sinden. Während der

stürmischen und wirren Durchsuchung des Hauses wurde es ihm gerade nicht schwer, sein Vorhaben in Ausführung zu bringen; die Russen, ihren Befehlshaber nicht ausgenommen, waren so beschäftigt, sich durch eine kleine Plünderung des Hausgeräths bei dieser vortrefflichen Gelegenheit für den versäumten Morgenschlaf schadlos zu halten, daß auf den Litthauer Niemand achtete. Als man sich selbst und dem Gesetze Genüge gethan hatte, dachte man erst wieder an ihn, und beschloß wirklich, ihn als Zeugen, d. h. alsGefangenen, ebenfalls nach Wyszayn zu schicken, aber da ergab s sich, daß er spurlos verschwunden sei. Vergeblich rief man nach ihm, verfolgte ihn sogar gegen die Grenze hin Janusz war und blieb verschwunden. Daö'war nun freilich sehr verdächtig und hätte eigentlich eine Milderung des Schicksals der Familie Sloboda herbeiführen sollen, aber dazu hatte man sich bereits mit em Hause und seinem Inventarium zu bekannt gemacht, und so blieb es denn bei der ersten Entscheidung, zumal der Befehlshaber der Expedition meinte, jedenfalls müsse in Wyszayn zur Feststellung des Thatbestandes und der Schuld der Verhafteten noch der Jude Ephraim Stern vernommen werden. Janusz traf früher in Schittkömen ein als Jerzy, der es für nöthig befand, seine Kleider erst zu trocknen, bevor er seinem Vater unter die Augen träte ; er wollte von dem ihm Wiederfahrenen gegen Nie--mand etwas erwähnen. Janusz lag es indessen daran, jeden Verdacht von sich abzuwenden, wenn die Nachricht von Jerzy's Verhaftung durch die Nnssen im Dorfe bekannt würde ; deshalb ging er mit dem ruhigsten Gesichte, wie zufällig, an des alten Szymons Hause vorbei und fragte denselben, ob sein Sohn zu Hause sei, mit dem er einige Worte zu sprechen habe ; er erhielt die unbesorgte Antwort, Jerzy sei schon seitdem frühen Morgen bei der Feldarbeit und kehrte erst um die Mittagszeit heim. Nachdem er durch äußerliche Heiterkeit und mehrere Gläser Branntwein das unruhige Klopfen seines Herzens zu beschwichtigen gesucht hatte, begab sich Janusz zu seinem Freunde Jacob, der allein Mitwisser des Geheimnisses werden durfte. Im Geheimen noch mehr frohlockend, als er es laut werden ließ, hörte Jacob, was geschehen war, und billigte Janusz's Benehmen bis auf seinen Verrath der Juden, worüber er stumm den Kopf schüttelte. Es ist ja nur ein Jude," meinte Janusz erröthend und du mußt zugeben, daß ich mir nicht anders helfen konnte, wollte ich mich nicht selbst der schmachvollsten Behandlung aussetzen. Niemand, selbst nicht Ephraim, wird ahnen, wer die Entdeckung gemacht hat, und in unsern Handelsbeziehungen mit Rußland bleibt demnach Alles beim Alten. Du wirst doch reinen Mund halten Jacob?" Die letzte Frage klang etwas ängstlich und den Szamaiten, dem es zu seiner Freude nicht entging, war es wohl bewußt, welches Uebergewicht er nun über Janusz erlangt hatte, da er Mitwisser seiner Schuld geworden war. Er beantwortete die an ihn gestellte Frage gar nicht, sondern meinte lebhaft : Ich ganzen ist's gut, daß Alles so gekommen ist; wir sind nun den Jerzy Szymon los, und deine Schwester ist frei und wird den Burschen, der sich aus ihr doch nichts machte, bald vergessen haben. Höre einmal, Janusz, ich möchte jetzt einmal ganz offen zu dir sprechen aber bei Deve ! es will mir nicht recht über die Zunge." Der Szmamaite befand sich in äugen scheinlicher Verlegenheit, und Janusz, verwundert darüber und über die sonderbare Einleitung, blickte ihn so fest an, daß seine Befangenheit noch stieg ; Jacob suchte sich von ihr dadurch zu befreien, daß er ein großes Glas Branntwein auf einmal hinabstürzte, und dieses Mittel schien seinen Erfolg zu gewähren. Lieber Junge," fuhr er nach emer kleinen Pause fort ich sagte dir, mein Vorschlag wolle mir nicht recht über die Zunge, aber es muß doch doch einmal heraus, was ich dir eigentlich schon längst

'', hätte anvertrauen sollen ; nur diesr verd Jerzy' hat mich bisher davon abgehalten, aber jetzt Gott sei Dank kommt er uns ja nicht mehr vor die Augen. Siehst du, ich bin nicht mehr jung, die 's Leute sagen auch, ich sei gerade nicht schön, i

und die Mädchen lausen mir schon auf hundert Schritt aus dem Wege " , Aber zum Teufel, Jacob, was willst du eigentlich ? fasse dich kurz !" rief Janusz ungeduldig. Das ijt nicht so leicht, mein lieber Junge," meinte der Szamaite bedäcbtiä.! Nun, dann verschone mich mit deinem Geheimnisse," brummte Janusz unmuthig, ) fügte aber lächelnd schnell hinzu : Man . sollte denken, du seiest so närrisch gewesen, r dich zu verlieben." Närrisch ?" wiederholte der Szamaite ' gedehnt, und sein Blick wurde si Und wenn es nun doch so wäre ?" Ist mir auch recht !" rief Januöz in erzwungener Lustigkeit ; indessen waS soll ich dabei thun?" " Mein Fürsprecher sein," entgegnete Jacob, der durch den Spott mehr Muth' gewonnen zu haben schien, mit einem festen Blicke auf Janusz. Bei wem denn aber?" fragte dieser, jetzt mehr erstaunt, als belustigt. BeiWanda." Die beiden Männer sahen sich Weilsan, ohne ein Wort zu sprechen Szamaite wollte den Eindruck beobacht den seine Erklärung auf Wanda's Bruder ' hervorbrächte, diesem fesselte die Ueberra?.. schung die Zunge. Indessen fand die Be-; obachtung des Ersteren bald ein ihm sehr unangenehmes Resultat, denn allmälig begann sich in Janusz's Mienen so viel Stolz, Spott und Verachtung auszudrücken, daß der Andere erbleichte und fcie-v Zähne aufeinanderbiß. Du bist ein hübscher Freier für Wanda," sagte Janusz endlich langsam und in sehr beleidigendem Tone du mit deinem Galgengesichte, auf dem alle Laster geschrieben stehen! Da wollte ich sie denn doch noch lieber dem Jerzy gönnen." Janusz !" rief der Szamaite, an allen , Gliedern wuthzitternd, und sprang von seinem Sitze auf. Ich fürchte mich nicht vor dir Mensch," , sagte Janusz kalt und spöttisch denn j du weißt eben so gut als ich, daß ein Fin ger von mir hinreicht, deinen vom Branntwein entnervten Körper zu Falle zu bringen. Wärest du nicht mein Genosse, und hätte ich dich bisher nicht eigentlich leiden mögen, so würde mich nichts abhalten, dir für deine Frechheit den Kopf zu zerschlagen ; jetzt aber will ich mich damit begnügen, dir zu sagen, daß Wanda für dich viel zu gut ist und daß ich dich warne, mir je wieder solche Andeutungen zu Ohren kommen zu lassen. Damit mag die Sache abgemacht sein." Der junge Litthaucr erhob sich stolz und wollte langsam der Thür zuschreiten. , Auf des Szmaiten Gesicht hatte ein Kampf ' stattgefunden, der erschreckend gewesen wäre, hätte seine unthätige Haltung während der an ihn gerichteten tief verletzenden Worte nicht deutlich seine Schwäche und Feigheit kundgegeben; Janusz sah ihn gar nicht an, sonst würde er doch vielleicht

auf den Gedanken gerathen sein, Jacob ik

könne ihm gefährlich werden, wenn auch nicht durch einen offenen Angriff. Als er sich aber entfernen wollte, zuckte es noch einmal über des Szamaiten Gesicht, dann glättete sich dieses mit bewunderungswürdiger Schnelligkeit, und, seinem früheren Freunde in den Weg tretend, bot er, wie in reuriger Beschämung, diesem die Hand und sagte leise : Laß es gut sein, Janusz ; wir sind ein paar brave Kerle, die schon manchen Strauß mit einander ausgefochten haben, und ein Weib, sei es auch die schöne Wanda, soll uns nicht entzweien. Ich verzeihe dir die Worte, die du in deiner Heftigkeit aussprachst, und ich verspreche dir, daß ich nichts wieder von dem erwähnen will was mir mehr der Branntwein als die ruhige Vernunft, eingegeben hat Du hast Recht ich passe nicht für deine schöne Schwester." (Fortsetzung folgt.)

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