Indiana Tribüne, Volume 3, Number 48, Indianapolis, Marion County, 9 July 1881 — Page 4
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Indiana Tribüne.
ndiana Hribüne. (Wochenblatt.)
Offlee: Ecke Girrte u. Meridianstr. lJm dritten Stock.JEntered as second-class matter at the Postoffice at Indianapolis, Indiana. Abonnements-Preise. Inder Stadt durch die Post ins Hau geliefert Pn Jahr im Vorauö $2.00 Per Nummer 5 Keutö. Otto Schissel, Herausgeber. Indianapolis, Ind., den . 9. Juli 1831. Das Attentat auf den Präsidenten. Wie ein Blitz aus heiterm Himmel traf heute, Samstag vor 8 Tagen, die Nach richt von dem schauerlichen Verbrechen ein. Im ersten Momente der Aufregung versuchte man Conkling und seine Partei für di? entsetzliche That verantwortlich zu machen, allein das bessere Urtheil setzte sich schnell über einen solchen Gedanken hinweg. Wie wenig Sympathie man auch für Conkling haben mag, , und wir haben gewib keine, so- muß man doch immerhin zugestehen, dass an seinem Charakter kein Makel hastet und daß er der Veranlassung einer solchen Tbat vollständig unsähig ist. Bei ruhigerem Nachdenken wird man auch nicht verfehlen, einzusehen, daß Conkling und am Ende auch Arthur kaum ein här lerer Schlag hätte treffen können. Denn für die, freilich unfreiwilligen Veranlasse? wird sie das Volk, welches sich immer mehr vom Gefühl, als vom Urtheil leiten läßt, immer halten, und die Abneigung gegen die sogenannten Stalwarts und deren Führer ist gewiß schon eine das ganze Volk durchdringende geworden. Der Versuch des hiesigen Journal" die derdammenswertbe That eines ganz oder halb Wahnsinnigen denCommunisten oder Nihilisten an die Rockschöße zu hängen, ist so dumm, einfältig und böswillig, daß er gar keiner Beachtung lverdient. Das .Journal," das stets diePartei Conkling's nahm, möchte dadurch bloß den Haß des Volkes von Conkling auf Andere ablentat. ES wäre überhaupt vollständig imnük, die Ursache der That bei irgend einer Clique oder irgend einer Partei zu suchen. Sie liegt in einem System. So lange der Grundsatz in unserem öffentlichen Leben herrscht, daß dem Sieger die Beute gehört, so lange Jeder, der einmal eine politische Rede gehalten, oder im Stande ist, ein paar Bummler zu beeinflussen, glaubt, zum Ansprüche auf einAmt berech, tigt zu sein, solange der politische Ehrgeiz bloß nach Aemtern strebt, so lange an der Spitze der Landesverwaltung ein Beamter steht, desien Hauptausgabe die ist, Aemter zu vertheilen, kurzum so lange das Beute system besteht, so lange der politische Kampf bloß ein Kampf um die Beute ist, so lange in der Civil'Verwaltung der Grundsatz herrscht, daß die Führer und Einflußreichen der Partei mit Aemtern versehen werden müssen, so lange die Be setzung der Aemter nicht auf besseren und vernünftigeren Grundsätzen beruht, so lange werden solcheEreigniffe möglich sein. Dieses Beutesystem hat den Kampf zwischen Conkling und dem Präsidenten her. vorgerufen, dieses Beutesystem trägt Schuld an der schmachvollen Fortführung des Kampfes in der New Yorker Legisla tur, es trägt Schuld an dem tragischen Freigniß, in welchem dieser Kampf gipfelte. Das Amt des Präsidenten ist zwar em überflüssiges, es ist schließlich Nichts, als um Nachäffung des Monarchenthums, fchMich wird dieses Amt aber erst durch dse nngeheure Macht, welche sein Inhaber vermöge des Rechtes, gegen hunderttau' send Beamte ein und abzusetzen, ausübt. Eine solche Macht hat noch nicht einmal ein konstitutioneller Monarch und wo er sie hat, ist es nicht Brauch, sie auszu. üben. Bei dem Gebrauche beim Beginne emeS Prästdentschaftstermines, Tausende von Aemtern neu zu besetzen, bei der allaemei?en Hetzjagd nach Stellen an der öffent lichen Krippe, ist eS da zu verwundern, wenn einmal ein gänzlich intellektuell und moralisch verkommenes Subjekt, das in dem Wettlauf zurückbleibt, seine Rache an dem nimmt, in desien Macht und Willen ,S liegt, die Erreichung des Zieles möglich oder unmöglich zu machen? Nicht daß die That geschehen ist, braucht uns zu
wundern, vielmehr ist es erstaunlich, daß Aehnliches nicht schon früher geschehen. Ob und wann das amerikanische Volk zu dieser Einstcht gelangen wird, ob das tragische Ereigniß der vorigen Woche Veranlassung zu praktischen Schritten in der so oft genannten und so wenig gekannten Civildienst.Resorm führe? wird? Wer weiß es ! Hoffen wir, daß die Lehre uns nicht verloren geht! Betrachtungen über Guiteau.
WaS man auch über dieHandlungSweise des Attentäters und den Motiven zu der selben denken mag, so viel steht fest, daß Guiteau verrückt ist. Ob der Grad seiner Verrücktheit ein solcher ist, velcher ihn gesetzlich unzurechnungsfähig macht, wollen und können wir vorläufig nicht unter suchen. Es ist aber klar, daß ein Mensch von normaler'geistiger Beschaffenheit einer derartigen That nicht fähig ist. Abge sehen davon, daß Guiteau in derangirten Verhältniffen lebte und ein moralisch ver kommener Mensch war, so zeigt der Umstand, daß er fromm war und eine Schrift über das Wiedererscheinen Christi herausgab und darüber Vorträge hielt, zwar nicht an sich, daß der Mensch an Geistesstörung litt, aber er berechtigt zu diesem Schlüsse in Verbindung mit der von ihm begangenen That. Wir haben einen ziemlich analogen Fall an dem deutschen Attentäter Hödel, welcher ebenfalls an religiöser Ueberspanntheit litt und doch nicht vor einem Mord zurückschreckte. Alles Mystische wirkt mehr oder weniger geistesstörend und der Mysticismus hat in sast allen Religionen die Oberhand. Nun zeigt soweit zwr Nichts, daß die That ausReligionswahn begangen wurde. Es ist vielmehr klar, daß der Attentäter es sich in den Kopf gesetzt hatte, ein Amt zu bekommen, und daß er sich sür einen bedeutenden Mann hält. Es mußten eben zwei Umstände zusammentreffen, um die That hervorzubringen, nämlich die individuelle Anlage dazu und die politischen Verhältniffe als äußere Veranlassung. Berücksichtigt man ferner, daß derartige Ereignisse (und sie sind ja in letzter Zeit in Europa öster vorgekommen) ansteckend, gleichsam epidemisch wirken, daß derBoden zur Erzeugung religiöser Ueberspanntheit bei der hier herrschenden heuchlerischen Orthodoxie mit ihren Revivels undCampmeetings ein sehr fruchtbarer ist, und daß die durch die allgemeine Aemterjagd nothwendiger Weise vorkommenden Zurücksetzungen auch da und dort Rachsucht hervorrufen müffen, so ist die ThatGuiteaus sehr erklärlich. Hat sich doch bereits Jemand gefunden, der den Vice-Präsidenten Arthur umzubringen gedroht hat. Man wird daher vergeblich durch exemplarische Bestrafung des Attentäters derartige Ereignisse in der Zukunft verhindern. Die Ursachen liegen tiefer und es ist Zeit, daß das Volk zur Einsicht kommt und da angreist, wo eöNoth thut. Man mißversteht und mißbraucht die Freiheit und das kann nur Uebles im Gefolge haben. In Krakau schlugen die Antisemiten ein Plakat an mit der Ankschrist: Wer Maria liebt, der haue die Juden. Das ist ächt christlich. G Noch am Abend vor dem Attentate hat der Präsident eine gute That vollbracht indem er die Ernennung Kahlo'S zum General Consul in Berlin, wiederrief. Frau Garfield hat alle Hoffnung, daß der Präsident genesen wird und schaut mit Muth der Zukunft entgegen. Sie ist fast fortwährend an der Seite ihres Mannes. Vice-Präsident Arthur soll bei der ganzen Geschichte nicht zum Besten fühlen. Er ist sich der Abneigung, die man im Allgemeinen gegen ihn hegt, wohl .bewußt.. Platt, der Handlanger Conklin'ö hat seinen Namen als Candidat sür dasSenatorenamt zurückgezogen. ES war das Vernünftigste, waS er unter den Umständen thun konnte. Unter den 21. Studenten, welche vor wenigen Tagen in der Nähe von St. Petersburg in geheimer Berathung lbetroffen und verhaftet wurden, befand sich auch eine Studentin . in Männerkleidern. Wenn der Präsident von seinen Verwundungen genesen wird, kann Guiteau nur nnter der Anklage aus Absicht zu tödten, prozessirt werden. Und das höchste Strafmaß dafür im Distrikt Columbia bedeutet acht Jahre Gefängniß.
Das nächste Sängerfest wird in drei Jahren in Buffalo stattfinden. Da die Wiedergenesung des Präsidenten jetzt fast mit Bestimmtheit angenommen wird, halten wir es nicht für angemessen, uns über die Consequenzen, die seinTod jedenfalls mitgeführt hätte, näher auszusprechen. Auf die Herren Gesetzgeber in Albany, N. P., hat daö Attentat lwenig oder gar keinen Eindruck gemacht. Sie setzen mit rührender Ausdauer die' abscheuliche Comödie sort, ohne bis jetzt zu einem Resultate gekommen zu sein. Die besten Telegraphisten in England können es bei gutemBetragen nach ISjähriger Thätigkeit nur zu einer Jahreöeinnähme von $600 bringen. Die englische Regierung verdient eS, mit den erbärmlichstenAusbeutern in einem Athemzuge genannt wird. Der 4. Juli oder vielmehr die verdammenSwerthe Schießlust Jung-Ameri-kaS hat wieder manches Opfer gefordert. So wurde in Baltimore die 32jährige Frau Mary Ann Gibbin als sie aus dem Fenster ihrer Wohnung schaute, von einem Knaben zufällig in'sGesicht geschaffen und so schwer verletzt, daß sie nach zehn Minuten starb. Der Leichtsinn, mit welchem hierzulande selbst Kinder mit Schieß Waffen spielen, ist auf die lose Erziehung zurückzulühren.
Die Zustände im Armenhause. Am Dienstag Vormittag wurde mit der Armenhaus-Untersuchung fortgefahren. Fast der anze Vormittag wurde mit der Entscheidung der Frage vertragen ob George McGinnis, ein Mitglied derCommiffär: berechtigt sei, dieser Körperschaft anzugehören. Es wurde nämlich von den Anwälten der Verklagten geltend gemacht, daß dies nicht der Fall sei, weil McGinnis seit dem 1. Juli das Amt des Supervisors der Reperatur von Poftsäcken im hiesigen Postamt einnehme. Nach langem Hin und Herreden traf man indeß die Entscheidung, daß McGinnis troß des neugewonnenen Amtes recht wohl ein Mitglied genannter Körperschaft sein könne. Darauf schritt man zum Verhör der Entlastungszeugen : Zunächst rief man Frau Martha Wright, die Gattin des Superintendenten Wright auf den Zeugenstand. Sie ging jeden Tag durch das Haus. Die Bettwäsche wurde jede Woche einmal gewechselt. Freilich war nicht Alles ganz rein, als die Commiffäre draußen waren. Das Esten war stets gut, die Quantitäten groß, ja riestg. Frau Musgrove erhielt nach Frau Wright Aussage sehr guteS Esten. Dr. Culbertson besuchte deren krankes Kind sehr häufig, er war auch dabei als eS starb. Zeugin wußte nichts von Klagen, daß das Esten zuweilen mit Fliegen garnirt war, und von den Fliegen als Zuspeise wußte sie erst recht nichts. Einen Ochsenziemer sah sie allerdings einmal in derAnstalt aber ste sah ihn nicht in Anwendung bringen. Dr. Culbertson hat in ihrer Gegenwart denJnsaffen nichts zu leid gethan. Eine Abtheilung des Hauses erhält jeden Tag Milch, also eine richtige Milchcur. Im Kreuzverhör gestand ste, daß ihr Mann einmal den 16jährigen Harry White mit einer Peitsche gezüchtigt hat. Nach ihr wurden mehrere Lieferanten verhört, die Eßwaaren in die.Anstalt lieferten. W. E. Wiles, ein Grocer, sagte, daß er zwar nicht die feinsten Lebensmittel dorthin verkaufte, daß dieselben aber immer gut waren. Grocer Ostermeher sagte ohnegesähr dasselbe. Albert Cosfin verlauste Fleisch, insbesondere Schweinefleisch an die Anstalt. Dasselbe war in der Regel alt, aber immer gut für sein Alter. Der Druggist Pattison lieferte Droguen ins Armenhaus. Er besuchte die Anstalt zuweilen leibst und fand dann Alles rein und in guter Ordnung. Herr Wiles, von der Firma Wileö & Moore, verkaufte ebenfalls Eßwaaren an die Verwaltung der Anstalt. Er sagte, daß Syrup, Zucker. Kaffee und Thee stets gut waren, der Kaffee enthielt freilich zuweilen schlechteBohnen und wenn das nicht der Fall war, dann war der Thee um fo schlechter. Daö Fleisch, welches Landers, Given & Co. in die Anstalt lieferten, war nach ihrer
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vorzüglich anerkannt. Aufträge zum Verschiffen von Lagerbier auf allen Eisenbahn Linien werden prompt erfüllt.
Ansicht gut, und wenn Einer recht großen Hunger hatte, war es sogar sehr gut. (Für die Armen mußte es aber in jedem Falle gut genug sein.) Herr LanderS kennt Herrn Wright schon seit zwanzig' Jahren und weiß nichts Nachtheiliges von ihm zu sagen. (Landers hat freilich die bewußte Peitsche noch nicht verspürt.). Hiram Miller, der Trustee von Wayne Township lobte Herrn Wright sehr und sagte, daß die Kinder eine gute Verpflegung im Armenhause hatten. Im Kreuzverhör gestand er übrigens, daß mehrere Arme bei ihm waren und sich über die schlechte Kost beklagten. M. N. Harding, war als er als Censusbeamter thätig war verschiedene Male im Armenhaus. Wright und Culbertson lernte er als recht sriedliebende Menschen kennen, der Ochsenziemer wurde ihm nicht vorgestellt. Richter Howe wurde ebenfalls aufgefordert, sich über den guten Ruf Wrights auszusprechen, und er that dies. Die sogenannte Big Moll . wurde dann vernommen. Ueber Wright sagte sie nichts Nachtheiliges, desto mehr wußte sie aber über Culbertson zu klagen. Sie sagte daß sie von demselben schrecklich mißhandelt wurde, und daß sie, wenn sie nach mehreren Tagen aus der dunklen Zelle entlassen wurde, nicht im Stande war, aufrecht zu stehen. Sie gestand auch, daß sie den größten Theil ihres Lebens in Armenhäusern verbracht hatte. Dr. P. H. Jamison stellte dem Doktor Culberson ein günstiges Zeugniß aus. Seiner Ansicht nach ist es nicht am Platze Irrsinnige, Idioten und Kranke in der Anstalt zusammen verkehren zu lasten. Die Anstalt sollte erweitert, und jede Art dieser Unglücklichen in eine besondere Abtheilung verbracht werden. Dr.Thomas B.Harvey sprach stch ebenfalls dahin aus, daß die schlechtenZustände weniger der Verwaltung als dem County zur Last gelegt werden müffen, weil das Letztere sür bessere Facili täten, und zureichendere Mittel Sorge tragen sollte. Der Doktor ist der Anstcht, daß die Arbeit für einen Arzt wenn er sie gewistenhaft thun will, zu groß sei und daß mindestens jwei gute Aerzte angestellt sein sollten. Charles Stanton, welcher sür das Seelenheil der Armen Sorge trug, fand stets Alles nach seinem Geschmack in derAnstalt. Ed. Akins, welcher längere Zeit im Armenhause war, sagte, daß er schlechten Thee erhielt und in Folge besten einmal krank wurde, bei welcher Gelegenheit ihm jedoch Medizin durch Culbertson und Wright verweigert wurde. Das Zeugenverhör wurde gestern beendet und die Verhandlungen sollen am Montag fortgeführt werden. Im städtischen Hospital wurden im vergangenen Monat 46 Patienten 6e handelt, während die Ausgaben $978.19 betrugen. Der Stadtrath passtrte eine Resolution worin dem Präsidenten, über das ihn betroffene Unglück daö tiefste Mitleid ausgedrückt wird, während der Attentäter in der schärfsten Weise verurtheilt wird. LS- Elisabeth Milltt will von ihrem Hauskreuze Lawrence Miller befreit werden und klagte deshalb aus Scheidung. Mary Anna Craven ersuchte daö Gericht ebenfalls um ein Scheidungsdekret, weil ste von ihrem Gatten Daniel Craven schlecht behandelt wird und derselbe ihr auch untreu geworden ist. Das Picnic der Bäcker, welches am Samstag stattfand war ein Erfolg in jeder Hinsicht.
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- Mauere SQUARE,) INDIANAPOLIS, IND. Brauerei im' Staate. Mein Lagerbier Bottle Beer ist vor allem anderen als C. F. Schmidt. r- Die Wallace Gold-Minen-Com pagnie, welche über ein Capital von $500,000 verfügt, und in Dakota operirt, hat am Mittwoch ihre Astociationsartikel eingereicht. Die Direktoren bestehen auS den Herren Andrew Wallace, John C. New, Sylvanus Carey, George P. Root, R. S. Foster, W. A. Pattison und W. H. Craft. Die Hauptofsice der Compagnie soll hier eingerichtet werden. Die Festlichkeiten, welche am 4. Juli in und außerhalb der Stadt veranstaltet wurden, erfreuten sich einer äußerst regen Betheiligung und ganz besonders ist dabei hervorzuheben, daß keines der Feste in irgend welcher Weise gestört wurde. Im Germania Park belustigte sich eine große Volksmenge und Jeder schien an dem fröhlichen Treiben Vergnügen zu finden In Knarzers Grove hatten sich die Freunde der sozialistischen Arbeiterpartei eingefunden und dort herrschte ein so gemüthliches Leben, daß auch der wildeste Sozialistenfreffer zu der Anstcht gelangen mußte, daß die Sozialisten denn doch nicht so gefährlich sind, als man im Allgemeinen denkt. Die Bierbrauer und deren Freunde amüstrten stch bei einem fröhlichen Balle in der Mozart'Halle und wenn eS auch ein wenig heiß zum Tanzen war, so wurde diesem Vergnügen doch bis zum frühen Morgen gefröhnt. In Hedderich'S Volksgarten fand ein großes Frei-Conzert statt und nach der Hitze des Tages konnte man sich keinen' größeren Genuß verschaffen, als diesen kühlen Platz auszusuchen. Ein großes Publikum hatte sich deshalb dort versammelt und lauschte den Tönen der Vogt'schen Capelle bis zu einer späten Stunde. kS- Das Backsteingebäude No. 210 und 212 Ost Washingtonstraße wurde Dienstag Nacht durch Feuer theilweise zerstört. Das Feuer brach im dritten Stockwerck aus, in welchem der Photograph Smith ein Geschäft betreibt während die in dem Hause befindlichen Läden von dem Grocer Lindemann und dem Bäcker Ohlrogge bewohnt werden. Der Photograph hat wohl den größten Verlust durch das Feuer erlitten, aber auch in der Bäckerei wurde Schaden verursacht, um so mehr, da der Eigenthümer derselben nicht versichert ist. Lindemann und der Hausbesitzer bekommen den erlittenen Verlust durch die Versicherung gedeckt. Am Montag Abend fand Reorganisation und Beamtenwahl im Schulrath statt. Die folgenden Beamten wurden erwählt : Vorsitzender : Wm. A. Bell, Schatzmeister : H. G. Carey, Sekretär : Austin H. Brown, Superintendent der öffentlichen Schulen : H. S. Tarbell, Agent für Ge. bäude und Materialien : H. C. Hendrick son. SGF Charles A.Howland, der Obmann der Marion County Grand Jury macht bekannt, daß diese Körperschaft gegenwärtig in Sitzung ist, um alle Geschäfte die ihr vorgelegt werden sofort zu erledigen. Es wurde vielfach geklagt, daß die Grand Jury ihre Pflicht nicht immer erfüllt hätte, und Jeder der von einer solchen Verletzung des Gesetzes weiß, hat jetzt Gelegenheit darüber zu berichten. Eh eerlaubnißsch eine er langten : Edward Springer und Jeanette C. Mack. Edgar E. Weiker und Slella S. McCormick, Frank Watson und Elizabeth I. Klingensmith, Martin Hayden und Anna Marquis Barton E. Rüggles und enrne Falzer, Francis Dlver und Emma roderick, Wm. A. Payton und Christina Frankman.
