Indiana Tribüne, Volume 3, Number 43, Indianapolis, Marion County, 4 June 1881 — Page 4
4
Jndiana Tribüne.
Sndiana Hriöüne
(Wochenblatt.) Offtce: Ecke Circle u. Meridianstr, (Im dritten Ltock.Entered as second-class matter at the PostOffice at Indianapolis, Indiana. Abonnements-Preise. Inder Stadt durch die Post in Haut geliefert Per Jahr im Voraui I.'. .$2.00 Per Nummer ..' .......5 Kentö. Otto Tchissel, Herausgeber. Indianapolis, Ind., den 4. Juni 1831. Die Logik der Temperenzler. Unsere Leser finden an anderer Stelle eine Erwiderung der Temperenzler auf das Manifest der Anti-Probibitions Liga. Das Erste, was uns beim Durchlesen derselben in die Augen springt, ist der nativi stische Geist, den das Dokument athmet. Die Unterzeichner des Manifests der Anti Prohibitions Liga sind nicht unter einer freien Flagge geboren. Abgesehen davon, daß dies nur theilweise wahr ist, so ist es eine Anmaßung ohne Gleichen, das Verständniß für Freiheit für die Eingeborenen allein in Anspruch nehmen zu wollen. Schon die Idee, daß hier das Volk regiert, und daß "das Volk" eine Mehrheit des Volkes bedeutet, ist eine so grundfalsche, freiheitswidrige, daß sie klar zeigt, daß das Freiheitsverständniß der Temperenzler ein sehr mangelhaftes ist. Die Majorität mag aus der Hälfte des Volkes und Einem bestehen, die Minorität aus Einem weniger als "die Haelfte. Wir bedauern Diejenigen, deren sittliches Freiheitsideal lediglich darin besteht, daß die wenn auch noch so wenig größere Hälfte des Volkes die andere Hälfte beherrschen kann. Es kommt uns fast vor, als gingen die Tem perenzler so ganz in ihren fanatischen Ve strebungen aus, daß sie von all den Versu chen, der Minorität den ihrer Größe ent sprechenden Einfluß zu sichern, als eine fortschrittliche, freiheitliche Idee der Neuzeit noch gar nichts gehört haben. Die Majoritätstyrannei kann unter Umstaende den unerträglich werden, ungerecht ist sie fast immer. Die sonderbare Eintheilung des Volkes in drei Klassen ist von den Temperenzlern wohl nur zu dem Zwecke gemacht worden, um die Mitglieder des Central-Ausschusses als Leute zu bezeichnen, welche weder Ge setz, noch Sitte, noch öffentliche Meinung respektiren, wenn sie ihre selbstsüchtigen Wünsche befriedigen wollen. Die Mitglieder des Ausschusses können dies ertragen. Wir möchten die Temperenzler je doch daraus aufmerksam machen, daß die Eintheilung nicht ganz richtig ist. Sie hätten nicht vergesien sollen, eine vierte Klasse zu erwähnen, nämlich Diejenigen, welche durch den Mangel an Selbstbeherr schung und moralischem inneren Halt so sehr dem Laster der Trunksucht verfallen sind, daß sie den Staat aufrufen müssen, sie vor sich selbst zu schützen und sich nicht scheuen, dies auf Kosten der Freiheit und des vernünstigen Lebensgenusses Derjeni gen verlangen, welche moralisch hoch genug stehen, um sich selbst zu kontrolliren. Wo diese vierte Klasse zu finden ist, brauchen wir unsern Lesern kaum zu sagen. Der Vorwurf, daß wir. die Streitfrage verkehrt haben ist lächerlich. Den Herren Temperenzlern handelt es sich ebensogut darum, ob wir Prohibitionsgesetze haben sollen oder nicht. Sie wollen sie, wir nicht. Der streitige Punkt ist nicht die Volksabstimmung, sie ist den Temperenz lern nur Mittel zum Zweck. Sie spekuli ren auf die Vorurtheile, welche besonders noch beim Landvolke herrschen, und wohl wissend, daß bei der Legislatorenwahl die Minorität Vortheile erlangen kann, welche zu erlangen bei einer direkten Abstimmung nicht möglich ist, wollen sie. die Streit frage verdrehen, nicht wir. . Die Constitu tion hat der Volksabstimmung nicht ohne Zweck die Barriere einer zweiten Annahme des Amendements durch die Legislatur vorgeschoben. Wir erlauben uns, die Ver fassung nicht als bloße Formsache zu be trachten und wie die Temperenzler die Volksabstimmung als Mittel zu ihrem Zweck betrachten, so betrachten wir die Le gislätorenwahl als Mittel zu unserem Zweck. Das Merkwürdige an dem Dokumente der Temperenzler ist das Hervorheben der "amerikanischen Idee." Es ist kein Wort
darin von allgemeinen Prinzipien. Den Leuten ist es nicht um wirkliche freiheit liche Prinzipien zu thun. Sie wollen auf diesem Felde nicht kämpfen, weil die Nie derlage eine sichere wäre. So rufen sie das Gespenst des Nativismus zu Hülfe. Sie fühlen wohl selbst, daß sie Despoten sind und wissen, daß der Despotismus niemals anders als durch Spekulation auf Dummheit und niedrige Vorurtheile sich erhalten konnte. Der Nativismus aber als öffentliches Prinzip hat sich überlebt. Er ist eine selbstmörderische Waffe. Die Temperenzler werden es zu ihrem Schrecken noch ausfinden. Uns aber kann dieser offene Kampf nur lieb sein, denn wir haben das Urtheil der Vernünftigen nicht zu scheuen. Die Temperenzler reden.
Der große Temperenzrath des Staa tes hat von sich hören lassen. Er hat auf das Manifest der Anti-Prohibitions Liga eine Erwiderung vom Stapel gelassen. Dieselbe lautet wie folgt: Die Anti Prohibitions-Liga passirte nach längerer Berathung in einer kürz lichen Versammlung gewisse Resolutionen: Unter anderen Dingen wurde folgender Beschluß angenommen: Beschlossen, daß wir uns als Bür ger und Stimmgeber des Staates verpflichten, bei den bevorstehenden Staats und Legislatur-Wahlen keine Kandidaten zu unterstützen, welche nicht mit uns das tyrannische Prohibitiv System und den vorgeschlagenen Prohibitiv-Constitutions Zusatz, sowie alle.dahin zielende Gesetzge bung verdammen und bekämpfen. Ans diese Weise ist vom Anfang an der streitige Punkt verkehrt dargestellt. Ein unehrlicher Mensch nimmt zu unehrlichen Mitteln seine Zuflucht, um seine Sache durchzusetzen. Die nächste Legislatur hat nichts mit der Prohibitionsfrage zu thun. Kein Mitglied derselben wird aufgefordert werden, sich für Prohibition zu entschei den. Die Legislatur wird Nichts mit der Frage zu thun haben. Es ist dies eine Frage für das Volk und nicht für die Legislatur. Unser Volk besteht aus drei Klassen, aus eingeborenen Amerikanern, aus gesetzliebenden und das Gesetz beobachtenden Bür gern, die im Auslande geboren sind und aus einer dritten Klasse, welche weder Gesetz, Sitte noch öffentliche Meinung achten, wenn sie ihre selbstsüchtigen Zwecke errei chen will. Wir sind amerikanischer Institutionen noch nicht müde. Unsere Regierungsform wurde durch weise Männer mit reinem Herzen eingeführt. Das Grundprinzip derselben ist, daß das Volk herrschen soll. "Das Volk" bedeutet eine Majorität des Volkes. Beim Hinblick auf die Namen Derjeni gen, welche diese Anti Prohibitions-Reso lutionen unterzeichnet haben, sieht man, daß dieselben von Leuten abgefaßt und unterzeichnet sind, welche unter einer fremden Flagge geboren sind. Sie mögen naturalisirt sein. Aber Naturalisation giebt nicht das Recht, durch die Vernichtung der amerikanischen Idee,, daß das Volk das Recht haben soll, zu herrschen, ein Uebel zu erhalte, und die Weisheit und der Patriotismus amerikanischer Bürger wird nicht zugeben, daß das Fundament unter dem von patriotischen Händen errichteten Gebäude weggenommen werde, unter dessen Dom die Bedrückten aller Nationen Ruhe und Frieden finden. Majoritäten werden immer in diesem Lande herrschen. Die Frage für die nächste Legislatur ist nicht, wie sie von den Anti-Prohibitionisten dargelegt wird, ob wir Prohibition haben sollen, oder nicht, sondern ob die Legislatur dem Volke erlauben soll, sich des Vorrechtes zu erfreuen, amerikanische Bürger zu sein. Die Frage ist nicht, ob Eigenthum und Geschäfte zerstört werden, die Frage ist eine tiefere. Sie ist die: Soll ein amerikanischer Bürger seines Bürgerthums beraubt werden und unsere Regierungs form ihrer Haupttugend? Und diese Vernichtung der Bürgerrechte wird verlangt, um den größten Fluch unseres Zeitalters zu erhalten. Wenn Prohibition Unrecht ist, so möge das Volk und nicht die Wirthe es entscheiden. Wenn unsere Regierungsform unrecht ist, so möge das amerikanische Volk, die Freunde derselben es sagen, und nicht ihre Feinde, welche sie zerstören wollen, um ihre selbstischen Neigungen zu befriedigen. Das Volk des Staates Indiana wird sich nicht durch eine Verdrehung der Frage täuschen lassen. Die Frage für die nächste Legislatur ist nicht die, ob wir Prohibi
tion haben sollen, oder nicht, sondern, ob das Volk darüber abstimmen soll, oder nicht? Die Temverenzleute verlangen bloß, daß die Frage unterbreitet werde. Wenn die geeignete Zeit kommt, wird man an das Urtheil und das Herz der Stimmgeber appelliren. Von den Kandidaten aber, besonders aber seit dem Vorgehen der Liquor-Interessenten wird man ver langen, daß dem Volke die Ausübung seiner Bürgerrechte gewährt werde. Deshalb, um alle Mißverständnisse zu vermeiden, sei es Beschlossen, daß jeder Kandidat jeder politischen Partei für den Staatssenat und das Repräsentantenhaus im Jahre 1882 in Indiada, gefragt werden soll, die folgende Frage bestimmt, verneinend, oder bejahend zu beantworten : "Wenn Sie in die Staatslegislatur gewählt werden, als Mitglied des Senats oder des Repräsentantenhauses, werden Sie dafür stimmen, daß das vorgeschlagene Prohibitions-Amendement zur Constitution der Abstimmung deö Volkes zur Annahme oder Verwerfung unterbreitet werden soll?" Die Frage soll schriftlich von dem Staats-Central-Comite des großen Temperenzrathes gestellt und von dem Kandidaten schriftlich beantwortet werden. Die Verweigerung einer Antwort soll als Ver neinung angesehen werden. J. W. F. Gerrish Präsident. M. E. Shiel, Corr. Sekretär. F. A. Friedley. H. W. Harrington I. V. R. Miller. I. W. Copner. C. Buchanan. E.B. Reynolds. ' Auretta Hoyt, Secretärin Ex. Comite. Irische Zustände. In Irland sieht es aus, als ob da? Land am Vorabende einer großen Revolution stände. Die letzte Woche hat den Behörden viel Unruhe verursacht. Die kritische Lage der Dinge im County Limerick und die nicht minder gefährlichen Vorgänge beim Zustellen vou Eviktionöbesehlen in anderen Theilen des Landes, besonders in Roscommon und Leitrim, sind dazu angethan, den Zufamm zu beschleunigen, der sür unvermeidlich gilt. DaS ' Hangen und Bangen ist nicht länger zu ertragen. DaS Volk widersetzt sich der Ausführung der ihnen mißliebigen Gesetze mit einer beispiellosen Entschlossenheit und dennoch mit einer Zurückhaltung, die in früheren irischen Agitationen eine gänzlich unbekannte Eigenthümlichkeit war und zeigt, daß der Rath der Volkstribunen, man solle dem Militär und der Polizei den ersten aggressiven Schritt überlassen, nicht unbeachtet geblieben ist. In demDistrikt, in dem der Landkrieg am weitesten vorgeschritten ist, auf der Grenze zwischen den Counties Tipperary and Limerick, wo die Orte Kilfinane, Kilmallock und New PallaS liegen, mußten die Söldlinge des Gesetzes nach zweiwöchentlichem Vorrücken, Retiriren und abermaligen Avanciren das Feld räumen und sich sür geschlagen erklären. Die Pächter von New PallaS, die sich im Schloß gegen Eviktionsbefehle verschanzt hatten, konnten nicht vertrieben werden und Vieh zum Beschlagnehmen für rückständige Renten wurde nicht vorgefunden. Die Gerichtsdiener waren nicht einmal im Stande, sich in Begleitung von 500 Soldaten und Polizisten für geschützt zu halten und verschwanden in der allgemeinen Konfusion. So 'kann eS nicht bleiben. Diese Thatsache erfüllt die Behörden mit Besorgniß. Die Polizisten beginnen mit demVölke zu sympathistren.' Sie müssen eö, selbst wenn sie eS? nicht wollten. Kein Fuhrmann will sie besördern, kein Restaurateurwill ihnen Essen geben; daS Volk wirst mit Steinen- auf sie ; die Frauen verhöhnen siez , von Kindern werden sie mit Schmutz bespritzt. Nach langem und' ermüdendem. Marsche finden sie in irgend einem Landörtchen eine Quelle, aber sie können ihren Durst nicht löschen, denn daS Wasser ist mit Koth und Kehricht angefüllt. Nur starke Patrouillen wagen sich hinaus; NachtS nicht einmal - solche. " Unter diesen Umständen. kann von einer.Regierungsgewalt trotz der offiziellen' Zmangsherrschaft keine Rede' sein. - Die Behörden können nichts thun, als viel Proviant senden, damit die Soldaten und Polizisten wenigstens leiblich keine Leiden haben; die Lage des Militärs können sie nicht bessern. Man sendet immer neue Truppen ab, welche die an Körper und Geist gebrochenen Soldaten ersetzen sollen. Von - allen Seiten beschwert man sich darüber, daß die.Magi-
c. f. Miin
Lag
(SCHMIDT'S tXte berühmteste und besteingerichtetste VJ ' und "Inviproratincr Malt-Extract
w - D O Linien weroen prompl eriuu!. , stratsbeamten Kommandanten der militö risch-n Expeditionen sind. Fast täglich wird eine Abtheilung Garde.Regimenter nach irgend einem Landdistrikt gesandt. um einem Gerichtödiener zu helfen, daS ärmliche Mobiliar einer elenden Hütte auf die Landstraße zu werfen. Die Situation hat. trotzdem sie . so sehr traurig ist, eine lächerliche Seite. Die Regierung läßt auf Grund der Zman'gSakte die Volkstribune einkerkern, kann aber ungeachtet aller Machtmittel, die ihr zu Gebote stehe, we der für Leben noch Eigenthum Garantie leisten. Wird Jemand todtgeschlagen,, so ist er eben todt und damit Basta. Seit Annahme der Zwangöbill ist in ganz Irland noch Niemand einer Gewaltthat überführt worden. Die Landliga fordert einfach auf, man solle Überhaupt keine Rente zahlen, und die Landlordö suchen mit ihren Pächtern so gute Kontrakte, als möglich ist, abzuschließen. Forderun gen welche von den LandlordS vor derZmangSherrschaft unter keiner Bedingung angenommen worden wären, werden jetzt accep tirt, so wie sie gestellt werden. Der Landlord ist eben froh, wenn er überhaupt ir gend eine Rente bekommt. ES ist sogar möglich, daß die klügeren LandlordS selbst daraus bestehen werden, daß die Gerichte keine Eviktionen und Beschlagnahmen für rückständige Rente mehr anordnen. Capitän Paul Boyton begann am Montag Morge i in St. Paul, Minn., seine Schwimmtour von 1000 Meilen den Mississippi stromabwärts nach Cairo, Illinois. Die französische Regierung hat die Verfertigung von Spielsachen verboten, welche mit giftigen Farben bemalt sind und dies unsererRegierüng offiziell mitgetheilt, i - , Griscow,- ein New Porker, hat ein Fasten von 45 Tagen Länge in Chicago begonnen, welches durch sieben Aerzte im Interesse der Wissenschaft überwacht wird. Wohl bekommt ! Wm. M. Evarts ist in London einge troffen, wo er bleiben wird, bis die internationale "Münzkonferenz zu Paris, bei der er die'Ver. Staaten vertritt, ihre Berathung aufnimmt. ' Die Juden in New Bork besprechen einen Plan, um in Castle Garden ein eige neS Bureau für jüdifche Einwanderer zu errichten, deren demuächst viele aus OstEuropa erwartet werden. In prominenten Kreisen zu Washington wird 'stark gearbeitet", . um Mr. Murat Halstead, dem Herausgeber des Commercial" zu Cincinnati, den Gesandtschastsposten .am Berliner Hofe .zu sichern. ' J , : ' : - Den italienischen'Kammern wird vom neuen' Ministerium eineVorlage zur Nachbewilligung von zehn Millionen Lire für Militärzwecke zurAnnahme vorgelegt werden. Für Militärzwec'e können europäische Regierungen nie genug bekommen. . .. l 1 ' ,Siebenundsünfzig republikanischeMit gNeder der.,Assembly verpflichteten sich vorgestern 'in einer Versammlung, unter keiner Bedingung für die Wiedererwählung von Conkling und Platt zu stimmen. Wenn dieö wahr ist, ist die Wiedererwählung der Beiden unmöglich. Und es scheint wahr zu sein, denn bei den bisherigen Ab stimmungen errangen die Beiden .noch nicht einmal einen Achtungserfolg:' ist alle Wahrscheinlichkeit vorhanden daß Conkling und 'Platt die längste Zeit im Bundessenate waren.
vorzüglich anerkannt. Auftrag? zum Berfchlsten von Lagerbier auf allen Eisenbahn f . . PMrtl ' '
mmm
5 SQUARE,) . ' INDIANAPOLIS, IND. Brauerei im Staate. Mein Lagerbier "Bottle Beer tft tinr nnm nTE wim w MltVVVII C. F. Schmidt. Der Mayor von Philadelphia hat bekannt gemacht, daß er daSGesetz. welche den Verkauf von Feuerwerk und Feuerwaffen verbietet am 4. Juli streng durchführen wird. DaS ist ganz gut. Wie aber, wenn daS gesährliche Zeug vorher gekauft wird ? Gouverneur Cornell von New Pork hat soeben ein Gesetz unterzeichnet, welches verfügt, daß in Läden, in welchen Mädchen und Frauen angestellt sind, hinter den Ladentischen Stühle aufgestellt werden müssen, um den weiblichenAngestellten, während sie nicht mit ihren Kunden beschäftigt sind, die nöthige Ruhe zu gewähren. , . Jm Senate der französischen Republik haben dieSchwarzen einen Sieg errungen. Eine Pariser Depesche vom 31. Mai sagt : Die Regierunq erhielt gestern im Senat mit 147 gegen 111 Stimmen ein Tadelsvotum, weil in den Pariser Hospitälern an St:lle der Barmherzigen Schwestern, Krankenwärterinnen aus dem Volk angestellt wordenswd EineBerliner Depesche an die TimeS" sagt: Eine hier aus St. Petersburg eingetroffene Privatdesche theilt mit, daß die Nihilisten sich gegen die Beschuldigung verwahren, att ob sie die Judenverfolgungen angestiftet haben. DieRevolutionäre haben den Czaren abermals in drohendem Tone gewarnt, falschen Rathgebern Vertrauen zu schenken." Amerikanische Politik erzeugt allerHand Spitzbübereien. Der N. Herald" als warmer Freund Conkling's, räth dem Governor Carnell, die Herren Gesetzgeber auf Conkling's Seite herüber zu bestechen, indem er ihnen drohen soll, daß er sein Veto gegen diejenigen Ansätze in' der Verwilligungöbill richten würde, welche jedem der Herren am meisten am Herzen liegen. Von Frau Hessa Helsmann hat man seit der Nachricht, daß sie unter der Tortur starb. Nichts mehr gehört.. Dies deutet an, daß die Geschichte, wahr ist. . Giebt eS noch Jemand, der zu behaupten wagt, daß unter einer autokratischen Regierung unter der Solches möglich ist, . nicht jedes Mittel, welches zur Niederwerfung der Autokratie angewandt wird, gerechtfertigt ist.? :, ' Man kann unter Umständen in Rußland ; auch sehr gnädig und menschenfreundlich fein. Von den Anführern der Judenhetze in Kiew wurden einige zu 3)6 Jahren einige zu achtzehn Monaten und mehrere zu noch geringerer Gefängnißstrafe derurth'eilt.' DaS Verbrechen, Juden zu berauben, zu verletzen oder zu töd ten, scheint tn Rußland als kein besonderes schweres betrachtet zu werden: , ' . . . ; . . . Die. Thatsache, daß der Sozialdemokrat Fritzsche . vom Präsidenten Garfield empfangen wurde, liegt , der unterthänigsten deutschländischen Presse schwer im Magen.. Natürlich sucht sie den Eindruck, den dieses. Ereigniß macht, möglichstbzufchwächen, deny.für.die in' unterthanigster Devotion Ersterbenden.ist es jaein entsetz licher Gedanke,, daß .'ein Staatsverbrecher wieFritzsche die Achtung deS höchsten Beamten unserer Republik genießt. So sagt die Nordd. Allg. Ztg.: .Man darf nicht vergessen, daß, jeder, Einheimische und Fremde zu gewissen Stunden deS TageS stets den Präsidenten besuchen kann. Und wenn gar ein-Kongreßmann mit dem Betreffenden jm Weißen. Hause erscheint, so unterliegt, eS seinem Zweifel, daß der Präsident unverzüglich beide Herren empfängt."
