Indiana Tribüne, Volume 3, Number 42, Indianapolis, Marion County, 28 May 1881 — Page 6

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i . j i ... Episode . auö dem amerikanischen. Bürgerkrieg. ' ' (Fortsetzung.) ; -KeinessallsZlann ihnen ihre Flucht geSlüöt sein," äußertezder Führer, ohne auf die letzte' an ihn gmcktete Bemerkung zu antworteu, und bei Gott! zum dritten Male sollen sie unZ bricht entgehen. Jrgendwo hier herum muß sich ihr Versteck befinden. Schnell elleEiner von euch,den Capittän von dem Vorgefallenen zu be nachrichtigen und noch dreißig Mann Verstärkung für diesen, Posten' zu fordern. Keine Maus soll von hier aus mehr unge sehen aus dem Schatten der Gebäude her vorschlüpfen.Der Major lauschte mit angehaltenem Athem und das .Ohr fest an die zu dem Gewächshause führende Schlupspforte gepreßt, den außen von dem Sergeanten an seine .Mannschaft ertheilten Befehlen. Lydia stand mit von der Eile Ver eben bc standenen Flucht mit hochklopfender Brust uno gerölheten Wangen einen Schritt hinter ihm. Das Antlitz des jungen Mannes deckte Leichenblässe. Der .starre Blick seiner Augen und seine verzerrten Züge'verkündeten die in ihm tobende Ver zweiflung. Die innigste" Theilnahme, Furcht, Beorgniß, ,und doch auch wieder ein gehobener Ausdruck lagen in dem Ge ficht des jungen, Mädchens ausgesprochen. Sterben, sterben !" murmelte der Ossi zier; jeder Äusgäng ist. mir .versperrt, und es ist für mich an keine Rettung mehr zu'denken. Wohlan denn ! den Degen in der einen und den Revolver in der andern Faust will ich mich unter sie stürzen, . um mindestens die Schmach nicht zu überleben so unverantwortlich den mir anvertrauten Posten preisgegeben. und dieseGefahr über die Sache, der ich diene, heraufbeschworen zu haben Seine Hand lag an dem Drücker der Pforte. . ... Um GötteS willen ! Herr Major, was wollen Sie' beginnen V halte sich ihm Lydia vorgeworfen. Da draußen wartet Ihrer Tod und .Gefangenschaft; hören Sie denn nicht V Man vernahm von außen den raschen, taktmaßigen Tritt einer fast in vollem Lause eintreffenden Sold tenabtheilung und gleich daraus die durch di: größere Entfernung jedoch nicht genau verständlichen Befehle einer zweiten Stimme eben ist noch ein neuer Haufe zu unseren vorigen Verfolgern gestoßen. Der erste Schritt da hinaus- würde . Sie den selben verrathen. Laß mich, Mädchen," wehrte derMajor der ihn Zurückhaltenden. Wer weiß, ob mir, wenn ich vorhin meiner ersten Regung Folge gegeben hätte, nicht doch noch ein rascher Durchbruch, geglückt wäre. Jetzt bleibt mir nur noch das Eine, dieser schmachvollen Lage ein rasches Ende zu bereiten." Ich lasse Sie nicht!" umklammerte Lydia mit ihren beiden Händen seinen Arm. Sie sollen, Sie dürfen nicht ster ben. Und .ha! es ist noch Rettung mög lich. Daß ich auch nicht früher an diesen Ausweg gedacht habe! Kommen Sie, Herr Major! schnell, schnell!" - Sie zog den halb ' wider Willen von ih rer Zuversicht Beherrschten durch das e wächshaus und durch alle von ihrer Ge bieterin bewohnten Räume, bis zu einem Gemach ganz zu Ende der rechts von dem Boudoir sich öffaenden . Zimmerreihe. Nur eine von der Decke niederhängende Ampel gewährte Licht in demselben, und die Bauart bes eher einerverdeckten Veranda oder emer geschlossenen Halle, als einem.cigeni lieben Wohngelaß ähnelnden Raumes er, innerte insofern an die des Boudoirs, als auch hier die Fenster-fehlten und ein durch eine seste'TNr geschlosZener Ballon weit au der Rückwand hervorsprang. l.i Lydia. war mit dem Eintreten in .dies Gemach in die eine Ecke geeilt und drückte dort auf eine in der" Wand verborgene Jeder," worausdürchdas Emporschnellen elner in den Fußböden "eingesugten Thür der Zugang zueiner schwarz und dunkel anfgähnenden Treppe' sichtbar wurde. Eine,dunzpse, feuchtkalte Luft drang toirch dii s o ! entsta nd e'neO e ffnu n g , und cinun bestimmtes Geräusch, wie das Rauschen eines schnell fließenden Stromes, ließ sich aus demselben vernehmen. Gerettet! jubelte das Madchen. , Diese geheime" Treppe sührt 'unmittelbar zu dem Ufer des Ogeechee, und der unter dem vorspringendenBalkon verborgene Kahn wird un mittet d'ürch alle' feindlichen Posten in's Freie führen." Wie soll ich Dir danken, Mädchen Y

Der Major hielt die Eilende auf der ober sten Stufe der Treppe zurück Du hast mir mehrmals das Leben, die Ehre gerettet. Dank, 'Dank!' Doch Du Tollst Dich um meinetwillen keiner weiteren Gefahr aus setzen 'Laß mich da hinabsteigen. Auch die Ufer des Flusses sind - weiter l abwärts sicher ven" den feindlichen Posten-, besetzt, und nie würde ich es mir verzeihen, wenn Dich eine" ihrer ..Kugeln. : tresf;n sollte. Bleib' zurück, mein süßes Mädchen ! Ein mal im Bcsitze'd'es ttähns, werde ich mich selber zu retten. wissen." : Die Äugen des Mädchens 'hasteten-mit einem unendlichen Ausdruck von Innigkeit und geheimem Frohlocken - an seinem Munden Seine glühenden Dankesworte und die um sie geäußerte Besorgniß erfüll tensie mit einem namenlosen .Entzücken. Unter seiner Berührung erhebend, war'ihr die beabsichtigte Handlang selbst fast aus dem Gedächtniß geschwunden. .Willenlos fügte sie sich seinem Verlangen und gestat tete ihm den beanspruchten Vortritt. 'Himmel!" ries der' Offizier aus der Tiefe zu pm noch in einem - Schauer von Glück starr "und unbeweglich auf der von gen Stelle" verharrenden Mädchen zurück. Die zum Wasser führende Pforte ist, ver schlössen !" Er rüttelte mit . ganzer Krast an - derselben Allmächtiger .Gott, so nahe der Rettung und mich noch verlören geben zu müsicn !" -': ' 1 . Lydia besand sich bereits an seinerSeite. Auch, .fie 'rüttclie vergeblicl."an 'der..' aus starken "Eisenstäben . gesügten " Pforte. Wartet einen Äugcnblick!". riefsie, die Treppe wieder emporfliegend. Es kann nicht, sein, die Thür ist sonst immer nur mit einem Riegel besestigt," : - Nach' einer halben Minute erfchien"sie mit einem aus einem der ' Zimm.cr aufgegriffenen Armleuchter wjeder an seiner Seite. Der Kahn lagwie bei dem durch die Gitterstübe auf den dunkeln Wasserspicgel fallenden Lichtschimmer deutlichZzu erkennen, hart vor der Psorte, die Ruder ragten öder dessen Bord hervor, doch die Psorte war außer dem vorgeschobenen mächtigen Riegel noch durch ein an dem selben besestigtes gewaltiges Vorhänge schloß gesichert.. Der Major raufte sich das. Haar, und erschöpfte sich in vergeblichen Versuchen, den Riegel zurückzuschieben oder die Thür zu svrengen. Auch das Mädchen stand einen Augenblick wie vernichtet. Ein Aufflackern der Lichter unter - dem aus dem oberen Gemach dringenden scharfen Lust zug ließ sie jedoch plötzlich einen über die eine Bank des Kahns ausgebreiteten Tep pich, und an dem Boden desselben noch einen ganzen Hausen Decken und Mäntel oder sonst andere Umhüllungen gewahr werden. Mylady!" murmelte sie. Ha ! jetzt wird mir Alles klar. Sie, dieses Weib hat den Kahn für ihre eigene Flucht vor bereitet; und darum auch der feste Vor schluß der Thüre. Doch sie besitzt den Schlüssel. Warten Sie nur einige Minuten, Herr Major," kehrte sie sich zu demselben, ich kenne oen Schlüssel und werde ihn mir zu crringen wisien. Verlassen, Sie diese Stelle nicht, ich bitte, ich beschwöre Sie. Vertrauen Sie mir, Sie sollen und müssen gerettet werden." Sie besand sich schon weit, bevor der Major nur eine Frage an sie zu richten vermochte. 'Die Abendtafil war unter dem auf allen Betheiligten lastenden Druck der obwalten den Ereignisse .überaus schweigsam ver lausen und eben . hatte General Sherman durch das Erheben von seinem Sitze daö Zeichen der Aushebung dertelben gege - - . - :' fr ... ben. . . .. . ... - , - Die Offiziere seiner Begleitung, etwa zehn oder zwölf an der Zahl, standen .im Begriff, sich in den Herrensalon zu bcge ben,' um . nach' amerikanischer Sitte die Mahlzeit ' "mit einer Cigarre ',und ' einem Glase. Gemischten zu beschließen.z.Nur der General, .ein hoher,, ernstem Mann mit vollem, nur leicht mit Grau gesprenkeltem schwarzem Haar und Bart, tauschte im Begriff, die Dame vom Hause in das Damenzimmer zu geleiten, mit derselben noch die letzten Höflichkeitsbezeigungen. Den Ersteren drängtees offenbar, 'sich derihm als Cavalier,der Dame oblisgen den Pflicht zu entledigen. Seine Ged an ken mochten? nach dem sinnenden Ausdruck seiner Augen,'' 'det'-gegenwärtigen -Hand-lung ' wahrscheinlich' schon weit vorausgeeilt sein. rOhne das würde ihm die'aüf fällige'. Spannung und Erregung jn den Zügen dttLädy auch kaum haben entgehen können. ' Jm.Begriff,derr ihr gebotenen Arm des Generals anzunehmen hatte die' selbe einen rasch sich orientirendcn Blick um sich geworfen.

Capitän Wiggs, ' Sie schon zurück !" vernahm man von dem 'andern entgegen gesetzten Ende'des Saals den verwundere ten Ausruf. .'.Und, Herr im Himmel, wie sehen Sie aus! Was ist geschehen? Was bringen Sie für Nachrichten . Die Her ren hatten um den in Begleitung Bumpos Eingetretenen einen Kreis geschlossen.' Die Beiden trieften vor Nasse, und von den Stiefeln und dem Unisormrock des Capi täns war unter dem dieselben deckenden Schlammüberzug kaum noch die ursprüngliche Farbe zu erkennen. Die nächsten als Diener fungirenden Haussclaven hatten den nicht besser aussehenden Neger in ihre Mitte' genommen. ' Verwunderte Ausrufe begleltelen in beiden Gruppen dieMitthei lung der Berichterstatter. " Der General war auf das erste zu ihm gedrungene 'Wort stehen geblieben' und hatte einen verwunderten Blick aus ' den, ihm jedoch durch die sich um ihn drängen den Ossiziereaugenblicklich noch verborge nen Capitän zurückgeworfen. . Habe ich denn recht gehört !" "murmelte er ; Wiggs schon zurück, . was .kann das' bedeuten? Die höchste Bejorgniß 3 sprach aus seinen Zügen.- - ' ; ' Auch die Damean 'emem Arm ' war aufmerksam geworden., Nicht möglich V hörte man aus der um den Capitän gebil dcten Gruppe rusen. -i .;..; : ( . Nicht möglich !" .erwiderte die Stimme des Letzteren, und warum nicht möglich ? Als ob dieser Höllenbrut 'von Secessioni sten nicht auch ein solches Teufelsstückchen zuzutrauen wäre. ' -Der beabsichtigte Ue berfall war ein Fakt, doch der Erfolg ist gegen sie aüsgeschlagen. Nicht Einer von dem verdammten Gesinde! ist uns zukommen. Binnen zehn Minuten werden die Herren die Gelungenen 'hier ' eintreffen sehen." Arm schwarz Mann sie ausgespürt haben," jubelte Bumpo in dem'Kreije sei ner staunend ihn anschauenden Zuhörer. Ihr nicht solche-Holzblöcke sein, länger noch old Jim Neil zu gehorchend Ho ! ich ihn schon noch finden werde, ihn wie old bös Gallego. Jetzt arm Nigger frei sein, jetzt selber den Htrrn spielen." - Der Kapitän Wiggs !" meldete einer der Offiziere dem General. Die Mit theilung desselben scheint von höchster Wichtigkeit zu sein Mylady richtete dieser das Wort an die von ihm geleitete Dame, wollen es nicht mir, sondern dem unabwendbaren Gebot der Pflicht beimlssen, wenn ich zu meinem größten Bedauern die mir. ge währte und mir so schmeichelhafte Ehre Ihrer Begleitung gezwungen bin an einen Stellvertreter zu übertragen. Die einge troffene Nachricht scheint in der That eine sehr wichtige zu sein. Oberst Willmot, wollen Sie an meiner Statt Mylady den Arm bieten." Unter ihrer völlig mechanisch gegebenen Erwiderung hatten die Augen der schönen Frau nochmals mit einem' Blick die Gelegenheit erkundet. Jeder Tropsen Blut war aus ihren Wangen entwichen, doch eine furchtbare Entschlossenheit lag in ih rem Antlitz ausgesprochen. ES muß sein !" hauchten ihre L'PPen. Der Major und die Seinen sind den Nordstaatlichcn in die Hände gefallen. Auch Jim Neil kehrt nicht zurück.' Doch noch steht es bei mir, diesen Uebermüthigen den schon für sicher gehaltenen Triumph wieder zu entreißen. Diese eine Minute ist noch mein, und ich will sie zu ihrer Aller Verderben benützen." Indem sie ihre Linke in "den ihr von dem Obersten gebotenen Arm legte, hielt sie in der Rechten bereits das Fläschchen mit dem tödtlichen Giste verborgen. . . Jn dem Moment, wo sie mit ihrem Be gleiter'die'za'dem Damenzimmet führende Thür erreichte, hatte einer der schwarzen Diener von dem , im Zwilchengemach auf' gerichteten Büffet eben das silberne Cre denzblatt mit drn Gläsern' 'und -den Cry stallfläschchen sür denNachttrunk derHerren aufgegriffen Ihr den Vorrang zu lassen, war derselbe mit ihrer Annäherung einen Schritt zurckügetreten, und - außer - diesem Schwarzen und. dem sie geleitenden Offizier befand sich augenblicklich in der Vor halle' wie in diesem .Theile des Saals überhaupt Niemand gegenwärtig.'' Wofern es ihr deshalb nur gelang, , die Aufmerk samkeit der Beiden einen' Moment von sich abzulenken, durstc su das Gelingen des, sich vorgeMten Werks. als gesichert betrachten. ' Im Begriff, die Schwelle des Vorzim mers zu. überschreiten,- stützte sie sich, wie von',ime.m.'tMichen Schwinde! ergriffen, auf en Arm ihres'-Begleiters.-kaum der Oberst die schwer an ihm Niedersin kende noch in seinen Armen aufzufangen

vermochte. Auf dessen Zuruf war der Schwarze,'da's Brett mit den Gläsern und Flaschen eilig auf den vor dem Büffet sie stenden Credenztisch aizs der Hand setzend, ihr zu Hilfe gesprungen.- . ' 1 Wasser ! : einen Tropfen Wasser!" stöhnte die Ohnmächtige. .' Mit 'einer wie unwillkürlich ' aus geführten Bewegung schwankte sie, von den Beiden geleitet zu dem nächsten Scsse5. - Der Tisch 'befand sich dadurch unmittelbar in ihrem Hcndbe reich. Mein' Flacon!" 'Die- Dame schien schon halb wieder zu sich gekommen ; ich glaube es auf meinem Platz an der Tafel vergessen zu haben." "Der galante Ossizier eilte davon, ihren Wunsch zu ersüllen ; der Schwarze, nachdem er in der Hast, aus der vom Büffet ausiegriffenenCaraffe ein Glas mitWaffer zu füllen, diese zerschlagen, ' war zu'r Be friedigung des von seiner Gebieterin aus gesprochenen Verlangens aus dem Zimmer gestürzt.- ' Sie sah sich allein, und mit einer Handbewegung ließ sie aus der bereit gehaltenen' Phiole einige' Tropsen in die sür die-Oberossiziere - bestimmten CrystallPokale träufeln. - Ein Blitz deS Triumphes leuchtete in ihren schwarzen Augensternenihre Hand hatte nicht gezittert, ein stolzes, überlegenes Lächeln spielte um ihre Mund winkel. ' ; ' Mylady, den Schlüffel, den Schlüffel zur Wasserpforte!" ' Lydia stand vor ihr. Es mochte zweiselhast erscheinen, - ob das Mäden unter ihrem eiligen ' Eintritt die vorige Handlung ihrer Herrin beobachtet hatte; ' doch die noch nicht - wieder gebor-' gene Phiole mußte jedensalls ihren Ver dacht erwecken. - Keines Wortes mächtig starrte die im ersten Schrecken von ihrem Sitze emporgesahrene Dame sie an. - Der Major !" drängte die Zofe. Alle Ausgänge sind umstellt, eö bleibt nur noch die Flucht durch die Wafferpforte möglich. Den Schlüffel, Mylady, der Major muß gerettet werden !" - - : Der Major ist noch hier !"' hatte dieser die vernommene schlimme Kunde die Sprache wiedergegeben ; und Du Elende, Du hast die Wasserpsorte an ihn verrathen!" - Den Schlüffel!- beharrte das Mädchen aus ihrem Willen. Schweig, wenn Dir daSLeben lieb ist !" flüsterte ihre Herrin ihr zu. Ich selber werde dem' Major öffnen." Der Oberst war mit einer Aeußerung des Bedauerns, das gewünschte Flacon nicht gefunden zu haben, in daö Zimmer zurückgekehrt. Dank, Dank!" stieß die Dame, sich auf Lydia stützend, wie mit äußerster Anstren gung hervor, und Entschuldigung sür die vergebliche Bemühung. Meine zum Glück erschienene Zofe hat mir das Gewünschte schon gereicht und ich defindemich wieder bester; doch fühle ich mich noch sehr ange griffen und will mich gleich aus mein Zim mer begeben. Nochmals Dank und gute Nacht, mein Herr:" Der Oberst sah sein Erbieten, ihre Dienerin zu unterstützen, zu bestimmt zu rückgewiesen, als daß er darauf zu bestehen vermocht hätte. Auch üöke der in dem an stoßenden' Saal von dem Capitän dem General abgestattete Bericht auf ihn eine viel zu große Anziehungskraft aus, als daß es ihm mit seiner . Anerbietung wohl ein rechter Ernst gewesen wäre. Die Dame höflich bis zur Thür geleitend,"' beeilte er sich, die ihm von dieser gewährte Erlaub niß, sich zu. entfernen, zu benützen. Ein Blick derselben hatte zuvor auch schon den mit dem verlangten Glase Waffer erschie. nen Neger zurückgewiesen.. : : : K r Ein. Verdacht schien fast mit dem Betre ten des Vorflurs dem Mädchen aufgestie5 gen. Ich gehe nicht weiter-lieh sie ih rer.Empftndung Worte, bis.Mylady mir den Schlüffel gegeben haben." - Ein Blick, schars und schneidend wie eine Dolchklinge, blitzte -aui den Augen ihrer Gebieterin sie an; doch die Gefahr, gehört zu werden ließ dieselbe den in-ihr kochen den Zorn noch zurückhalten. .' ..Thörin," äußerte sie kalt, hast Du 'denn nicht vernommen daßich selber dem Major öffnen werde ?"- - m ' ' :-'' Der vorige Augenblick hatte indeß den Verdacht Lyra's vollends'in Gewißheit verwandelt. ,E6 tst nicht wahr I" ließ sie ihrer durch die 'voräüsgegangeneN' Ereig nisse " des' heutigen'Abends zür - Flamme angefachten wilden Leidenschaftlichkeit den Zügel schießen.Dieser Vorwand ist nur auf meine' Täuschung abgesehen. ' Aber ich' will nicht getäuscht werden, undMyIaoy befinden- sich in ;Meine Gewalt'. ';: Daö F lasch che n v o rh! n es :tb ar'mcht das t Fla con von Mylady. Den Schlüffel will ich, oder stehenden Fußes eile ich von-hier zu

rück in den Saal, die fremden Olfiziere von der Sendung Jim Ncils und van dem ganzen von .Myladh"gesponncnen Verrath zu benachrichtigen." ' ' Die Frau hielt ihr im höchsten Schrecken den Mund verschloffen.' Jn den Aü gen ' und verstörten Zügen des stolzen Weibes kämpfte ein verzweifelterEntschluß. Vielleicht daß sie gleich zur Stelle die so unvorsichtig ihre Rache Herausfordernde erwürgt haben ' möchte, wenn nicht der, schnelle Schritt' eines eben unten in den Flur des Hauses Eingetretenen ihr noch im letzten Moment ihre Besinnnung' zurückgegeben hätte.'"' ' Hier nimm !" stieß sie,-' dem Mädchen den Schlüffel darreichend, fast tonlos hervor. -Du selber sollst die Psorte öffnen? doch auch'meines' Bleibens ist hier nicht länger- ichmuß mit dem Major fliehen.' Ha ! Jim Neil' Hierher, hierher !" Der Genannte war mit einem Vorsicht! gen Blick hinter sich unten an dcmAuf? gang der zu dem'' Vorflur des ersten Sto ckcs führenden Marmortrcppe sichtbar geworden. Die Lady' hielt mit raschemGriff

mit der einen Hand die ' Kehle des Müd chens zusammengepreßt, während sie mit der' andern dieser den ' bereits ersaßten Schlüffel wieder zu entreißen suchte. ' Mit drei? Sprüngen befand sich der Sclavenausseher der Dame zur Seitel Den Schlüffel. Jim Neil, den Schlüffel !. keuchte diese unter dem Bemühen, über daS sich wüthend sträubende Mädchen die Oberhand ' zu' gewinnen. ' Bereits hatte dieselbe jedoch die Hand mit dem Schlüffel freigcrungen und denselben in ihren Busen gleiten laffen. - Einen Augenblick gelang es ihr sogar, mit ihren beiden so freigewordenen Händen den Griff' ihrer Gebie terin um ihre Kehle zu lösen und einen freilich noch halberstickten Schrei auszusto ßen. Im nächsten Moment sühlte sie sich jedoch durch den gedoppelten Angriff der Beiden wieder bewältigt. ' Mit Henkergewandtheit hatte.Jim Neil ihr die Schleife eines aus der Tasche geriffenen Stricks über den Nacken und .sie sich selber über die Schulter geworfen. - Pen Schlüffel !" hi:lt ihn dieLady zu. rück; Jim Neil, den Schlüffel ! Die Schändliche hat mir mit Verrath gedroht sie muß sterben " . ' - Fort, fort !" drängte der so Aufgehal tene mit der einen freien Hand die Rasende zurück. - Hören Sie denn nicht ? Der vorige Schrei der Dirne ist dort innen gehört worden." In der That vernahm man von innen eilige Schritte. Von wem ist ein Hilfe ruf hier ausgestoßen worden?" fragte eine Stimme. v . Fort!" Sechs Stufen auf einmal stürmte Jim Neil mit seiner leichten Last die Treppe hinunter; doch über der Eile seiner Flucht hatte sich der vom Halse deS Mädchens niederhängende Strick ihm um die Füße geschlungen, und eine verzweifelte Bewegung seiner Gefangenen kam dazu, ihn vollends das Gleichgewicht verlieren zu laffen. Kopfüber rollte er mit derselben den Rest der Test der Treppen hinunter. - .Himmel, Hölle . . ." Das Mädchen war mit im Augenblick wiedergewonnener Besonnenheit dem Gestürzten unter den Händen fortgeglitten und in's Freie ge flüchtet. Oben ward die Thür'ausgeris sen. l 0ier war's! was ist geschehen?" hörte man rufen. Um nicht Rede und Antwort stehen zu müffen, war Jim Neil der auf den ersten Lärm flüchtig wie ein Schatten .hinter der zu ihren Gemächern führenden Thür verschwundenenFrau vom Hause dahin nachgesprungen. i (Fortsetzung folgt.) London, 20. Mai, . Eine.Depesche aus St. Petersburg ' sagt : ,.Das ' schon vor einigen.Monat.en umlaufende Gerücht, daß St. Petersburg unterminirtsei,wird' nicht, nu.r durch die ' Mine" in der Sodöwa Straße .undim KaarinenKanal aufge-. fundenen, Säcke, mit' ' Dynamit, sondern noch.durch 'andere Umstände ' bis zu einem gewissen -.Grade' bestätigt. Die' Polizei stellt gegenwärtig Nachforschungen im Mkow-Kanäl an. ! ' ' ; ;:; ; T.Die. neue englische Uebersetzung deA Neuen. Testaments, welche jüngst in.Eng land im Druck erschienen ist und unter den Frommen und Frommgewesenen so großes Aussehen erregt,: ist .vor einigen-s Tagen zum. ersten. Male zum Verkaufe ausgebo. ten worden. Mipden neue.n .Bibelüber? setzungen geht. eS aber'wie,)mit den "neuen Weinen man zieht die alten vor.